Prüfmittel auf Einsatzfähigkeit kontrollieren - Schmied


Prüfmittel auf Einsatzfähigkeit kontrollieren - Schmied
Prüfmittel auf Einsatzfähigkeit kontrollieren - Schmied
Einleitung
Beim Schmieden entstehen Werkstücke, deren Maße, Winkel, Radien, Form und Oberflächenzustand zuverlässig geprüft werden müssen. Ein Prüfentscheid ist jedoch nur so verlässlich wie das verwendete Prüfmittel. Deshalb kontrollierst Du vor dem Einsatz, ob ein Messschieber, eine Bügelmessschraube, eine Lehre, ein Winkel, eine Messuhr oder eine Schablone für die konkrete Prüfaufgabe geeignet, funktionsfähig und mit gültigem Überwachungsstatus versehen ist.
Im Ausbildungsrahmenplan für Metallbauerinnen und Metallbauer gehört es ausdrücklich zum Qualitätsmanagement, Prüfmittel auszuwählen, ihre Einsatzfähigkeit festzustellen und betriebliche Prüfvorschriften anzuwenden. Der Kurs richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik, besonders an angehende Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung sowie an Lernende in schmiedetechnischen Arbeitsbereichen.

Wichtig: Die Kontrolle vor dem Einsatz ist keine vollständige Kalibrierung und keine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung eines Arbeitsmittels durch eine zur Prüfung befähigte Person. Du handelst nach betrieblicher Prüfanweisung und innerhalb Deiner Unterweisung. Defekte, zweifelhafte oder überfällige Prüfmittel setzt Du nicht ein, sondern kennzeichnest, sperrst und meldest sie nach betrieblicher Regelung.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du Prüfmittel fachgerecht auswählen, ihren Kennzeichnungs- und Überwachungsstatus beurteilen, Sicht-, Funktions- und Plausibilitätskontrollen durchführen, schmiedespezifische Einflüsse berücksichtigen und das Ergebnis nachvollziehbar dokumentieren. Du kannst außerdem die Begriffe Prüfen, Messen, Lehren, Kalibrieren, Justieren und Eichen voneinander unterscheiden.
Fachbegriffe und Abgrenzungen
Prüfen bedeutet festzustellen, inwieweit ein Prüfobjekt eine festgelegte Forderung erfüllt. Beim Messen wird der Wert einer Messgröße ermittelt, beispielsweise ein Durchmesser von 18,42 mm. Beim Lehren wird ohne Zahlenwert festgestellt, ob ein Merkmal innerhalb festgelegter Grenzen liegt, etwa mit einer Gut- und Ausschusslehre.
Ein Prüfmittel ist ein technisches Mittel, das für eine Prüfung verwendet wird. Dazu können Messgeräte, Lehren, Normale, Hilfsmittel, Software und zugehörige Unterlagen gehören. Ein Messmittel dient der Ausführung einer Messaufgabe. Ein Messmittel wird zum Prüfmittel, wenn sein Ergebnis für einen Prüfentscheid verwendet wird.
Kalibrieren heißt, unter festgelegten Bedingungen die Beziehung zwischen den Werten eines Normals und den Anzeigen eines Messmittels zu ermitteln und zu dokumentieren. Dabei wird das Gerät nicht automatisch verstellt. Justieren ist das gezielte Einstellen eines Messgeräts, um seine Anzeigeabweichung zu verkleinern. Eichen ist eine gesetzlich geregelte, hoheitliche Prüfung für Messgeräte im gesetzlich geregelten Messwesen. Ein üblicher Werkstatt-Messschieber wird deshalb nicht einfach „geeicht“, nur weil seine Genauigkeit kontrolliert wird.
Typische Prüfmittel in der Schmiede
In der Schmiede werden je nach Toleranz, Werkstückzustand und Prüfmerkmal unterschiedliche Prüfmittel eingesetzt. Der Messschieber eignet sich für Außen-, Innen- und Tiefenmaße. Die Bügelmessschraube bietet eine definiertere Messkraft und wird für engere Maßanforderungen eingesetzt. Stahlmaßstab, Bandmaß und Messzirkel dienen gröberen Längen- und Vergleichsmessungen. Anschlagwinkel, Winkelmesser, Radiuslehren, Gewindelehren, Grenzlehren, Messuhren, Endmaße und Schablonen unterstützen Form-, Lage- und Maßprüfungen.


Der fachlich richtige Begriff lautet Messschieber. Die umgangssprachliche Bezeichnung „Schieblehre“ ist missverständlich, weil das Gerät im Normalfall einen Zahlenwert misst und nicht nur einen Gut-Ausschuss-Entscheid liefert.


Bedeutung der Einsatzfähigkeit
Ein Prüfmittel ist einsatzfähig, wenn es für das Prüfmerkmal geeignet ist, innerhalb seines vorgesehenen Messbereichs verwendet wird, die erforderliche Auflösung und Genauigkeit besitzt, unbeschädigt und funktionsfähig ist, einen gültigen Überwachungsstatus hat und unter den gegebenen Umgebungsbedingungen ein belastbares Ergebnis ermöglicht.
Die Auflösung ist der kleinste erkennbare Anzeigeschritt. Sie ist nicht mit der Genauigkeit gleichzusetzen. Eine digitale Anzeige mit vielen Nachkommastellen beweist daher noch nicht, dass das Gerät für eine enge Werkstücktoleranz geeignet ist. Maßgebend sind die betriebliche Prüfanweisung, die zulässige Messabweichung, die Messunsicherheit, das Prüfmerkmal und das Risiko einer falschen Entscheidung.
Kennzeichnung und Prüfmittelstatus
Kontrolliere zuerst die eindeutige Prüfmittelnummer, den Kalibrier- oder Überwachungsaufkleber, das Fälligkeitsdatum und gegebenenfalls den Eintrag in der Prüfmittelverwaltung. Eine beschädigte, fehlende oder widersprüchliche Kennzeichnung muss vor der Nutzung geklärt werden. Ein abgelaufenes Prüfmittel ist nicht automatisch technisch defekt, aber sein gültiger Nachweis fehlt. Deshalb darf es ohne geregelte Freigabe nicht für qualitätsrelevante Prüfungen verwendet werden.
Die Rückführbarkeit entsteht durch eine dokumentierte, ununterbrochene Kette von Kalibrierungen zu anerkannten Normalen, wobei jede Stufe zur Messunsicherheit beiträgt. In der Werkstatt erkennst Du diesen Zusammenhang vor allem am gültigen Kalibrierstatus, an den verwendeten Bezugsnormalen und an nachvollziehbaren Prüfaufzeichnungen.

Kontrolle vor dem Einsatz
Die Kontrolle erfolgt systematisch. Du vergleichst das Prüfmittel mit der Zeichnung, dem Prüfplan und der Arbeitsanweisung. Danach prüfst Du Zustand, Funktion, Anzeige und Plausibilität. Nur bei einem eindeutigen positiven Ergebnis wird das Prüfmittel eingesetzt.
| Prüfschritt | Fachgerechte Kontrolle | Mögliche Entscheidung |
|---|---|---|
| Identifikation | Prüfmittelnummer, Typ, Messbereich, Auflösung und Zuordnung zur Prüfaufgabe kontrollieren | Geeignetes Prüfmittel wählen oder Auswahl korrigieren |
| Überwachungsstatus | Aufkleber, Fälligkeit, Freigabestatus und betriebliche Prüfvorschrift prüfen | Freigeben oder bis zur Klärung sperren |
| Sichtprüfung | Messflächen, Messschenkel, Skalen, Gehäuse, Kabel, Taster und Führungen auf Verschleiß, Korrosion, Risse, Grate und Verschmutzung kontrollieren | Reinigen, melden oder aussondern |
| Funktionsprüfung | Leichtgängigkeit, Klemmung, Rücklauf, Anzeige, Batterie, Datenausgabe und Messkraft prüfen | Verwenden oder Störung melden |
| Nullpunktkontrolle | Gereinigte Messflächen in vorgesehener Weise schließen oder am Einstellnormal prüfen | Nullstellung bestätigen oder Abweichung bewerten lassen |
| Plausibilitäts- oder Zwischenprüfung | Anzeige an einem freigegebenen Bezugsnormal an mehreren geeigneten Punkten vergleichen | Ergebnis dokumentieren oder Prüfmittel sperren |
| Sauberkeit und Umgebung | Temperatur, Feuchtigkeit, Zunder, Öl, Staub, Magnetismus, Beleuchtung und sichere Handhabung beachten | Messbedingungen herstellen oder anderes Verfahren wählen |
Messschieber kontrollieren
Reinige Messflächen und Führung mit den vorgesehenen Mitteln. Prüfe, ob die Außen- und Innenmessschenkel unbeschädigt sind, der Schieber gleichmäßig läuft und die Klemmung funktioniert. Bei vollständig und vorsichtig geschlossenen Außenmessflächen muss die Nullstellung plausibel sein. Ein Lichtspalt, Grat oder fühlbares Spiel kann auf Verschmutzung, Beschädigung oder Verschleiß hinweisen.
Eine betriebliche Zwischenprüfung kann den Vergleich mit freigegebenen Endmaßen, Einstellringen oder anderen geeigneten Normalen an mehreren Messpunkten vorsehen. Dabei handelt es sich nicht automatisch um eine Kalibrierung. Überschreitet eine festgestellte Abweichung die betriebliche Annahmegrenze oder schwankt die Anzeige auffällig, wird der Messschieber nicht verwendet.

Bügelmessschraube kontrollieren
Kontrolliere Amboss, Messspindel, Spindelgang, Feststellung und Ratsche beziehungsweise Friktionskupplung. Die Messflächen müssen sauber und unbeschädigt sein. Die Nullstellung wird nach Hersteller- und Betriebsangabe direkt oder mit einem Einstellmaß geprüft. Verwende stets die vorgesehene Messkraft; starkes Zudrehen verfälscht das Ergebnis und kann Werkstück oder Messgerät beschädigen.
Messuhr, Winkel, Lehren und Schablonen kontrollieren
Bei einer Messuhr prüfst Du Taster, Rücklauf, Zeigerbewegung, Befestigung und Wiederholbarkeit. Der Taster darf nicht klemmen. Die Aufspannung muss steif und sicher sein. Bei Winkeln und Lehren sind Prüf- und Anlageflächen, Kanten, Kennzeichnungen sowie Verschleiß besonders wichtig. Grenzlehren werden ohne Gewalt eingesetzt: Die Gutseite muss nach Vorgabe passen, die Ausschussseite darf nach Vorgabe nicht passen.
Schmiedeschablonen und Biegelehren können durch Hitze, Schlag, Abrieb oder falsche Lagerung verformt werden. Kontrolliere Kontur, Bezugsflächen, Maßkennzeichnung und erkennbare Risse. Für Messungen am warmen oder heißen Werkstück dürfen nur dafür vorgesehene Hilfsmittel und Verfahren verwendet werden.

Schmiedespezifische Einflüsse
Ein frisch geschmiedetes Werkstück ist warm oder glühend, trägt häufig Zunder und kann unregelmäßige Oberflächen besitzen. Wärmeausdehnung verändert das Maß; beim Abkühlen zieht sich das Werkstück zusammen. Zunder, Grate und Hammerschläge können die Anlageflächen verfälschen. Präzisionsmessmittel können durch Hitze, Schmutz und harte Zunderpartikel beschädigt werden.
Deshalb legst Du im Arbeits- oder Prüfplan fest, in welchem Zustand, an welcher Stelle und bei welcher Temperatur geprüft wird. Für geometrische Produktspezifikationen gilt 20 °C als internationale Standard-Bezugstemperatur. In der Werkstatt muss nicht jede Messung exakt bei 20 °C stattfinden, aber Temperaturunterschiede zwischen Werkstück, Prüfmittel und Umgebung sind bei engen Toleranzen zu berücksichtigen.
Für eine Zwischenkontrolle während des Schmiedens können robuste, dafür vorgesehene Schablonen, Messzirkel oder Heißmesslehren sinnvoll sein. Die Endprüfung erfolgt am ausreichend abgekühlten, gereinigten und definiert vorbereiteten Werkstück nach Zeichnung und Prüfanweisung. Heiße Teile müssen eindeutig abgelegt und gekennzeichnet werden; abplatzender Zunder und heiße Oberflächen sind zusätzliche Gefährdungen.
Umgang mit Abweichungen und Schäden
Stellst Du einen Fehler fest, brichst Du die Prüfung ab. Kennzeichne das Prüfmittel nach betrieblicher Regelung, verhindere eine weitere Nutzung und informiere die zuständige Fachkraft. Eigenmächtiges Nachstellen, Schleifen von Messflächen oder Entfernen einer Sperrkennzeichnung ist unzulässig.
Außerdem muss geklärt werden, welche Werkstücke seit der letzten nachweislich gültigen Kontrolle mit diesem Prüfmittel geprüft wurden. Je nach Risiko können Nachprüfungen erforderlich sein. Diese Rückwirkungsbetrachtung ist ein wichtiger Teil des Qualitätsmanagements.
| Feststellung | Richtige Reaktion |
|---|---|
| Kalibrierfrist überschritten | Nicht einsetzen; Status klären und nach Betriebsregel sperren |
| Nullpunkt auffällig | Reinigen, erneut kontrollieren und bei fortbestehender Abweichung sperren |
| Messflächen beschädigt | Nicht weiterverwenden; kennzeichnen und melden |
| Anzeige instabil | Batterie, Umgebung und Funktion prüfen; bei Zweifel sperren |
| Prüfmittel heruntergefallen | Vor weiterer Nutzung außerplanmäßige Kontrolle nach Betriebsregel veranlassen |
| Unplausibles Messergebnis | Messaufbau, Messstelle, Temperatur und geeignetes Vergleichsmittel prüfen |
Dokumentation
Eine nachvollziehbare Aufzeichnung enthält mindestens Prüfmittelnummer, Datum, verantwortliche Person, Anlass der Kontrolle, verwendetes Bezugsnormal, Umgebungsbedingungen soweit relevant, Prüfpunkte, Abweichungen, Ergebnis und Entscheidung. Digitale Systeme können zusätzlich Historie, Standort, Frist, Kalibrierschein und Sperrstatus verwalten.
Dokumentiere nicht nur „in Ordnung“, sondern so, dass eine andere Fachkraft den Entscheid nachvollziehen kann. Bei einem gesperrten Prüfmittel gehören Fehlerbild, Zeitpunkt, betroffene Aufträge und eingeleitete Maßnahmen in die Meldung.
Praxisablauf: Einsatzfreigabe in sieben Schritten
| Schritt | Leitfrage |
|---|---|
| Aufgabe verstehen | Welches Merkmal, welche Toleranz und welcher Werkstückzustand sind gefordert? |
| Prüfmittel auswählen | Reichen Messbereich, Auflösung, Bauform und Messunsicherheit für die Aufgabe aus? |
| Status prüfen | Ist das Prüfmittel eindeutig identifiziert und fristgerecht freigegeben? |
| Zustand prüfen | Sind Messflächen, Anzeige, Führung und Zubehör sauber und unbeschädigt? |
| Funktion bestätigen | Arbeiten Nullpunkt, Bewegung, Messkraft und Anzeige plausibel? |
| Vergleich durchführen | Bestätigt ein vorgesehenes Bezugsnormal die Einsatzfähigkeit? |
| Entscheiden und dokumentieren | Wird das Prüfmittel freigegeben, eingeschränkt verwendet oder gesperrt? |
Quellen und fachliche Vertiefung
- Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan Metallbauer
- Betriebssicherheitsverordnung § 14 Prüfung von Arbeitsmitteln
- ISO 1:2022 Standard-Bezugstemperatur
- PTB und DKD Richtlinie zum Kalibrieren von Messschiebern
- Wikipedia Prüfmittel
- Wikipedia Prüfmittelmanagement
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Ziel hat die Kontrolle eines Prüfmittels vor dem Einsatz? (Feststellen, ob es für die konkrete Prüfaufgabe geeignet und funktionsfähig ist) (!Das Prüfmittel automatisch eichen) (!Jede Werkstücktoleranz vergrößern) (!Die Zeichnung durch einen Schätzwert ersetzen)
Was prüfst Du bei der Nullpunktkontrolle eines Messschiebers? (Ob die gereinigten geschlossenen Messflächen eine plausible Nullstellung ergeben) (!Ob der Messschieber besonders schwer ist) (!Ob die Verpackung unbeschädigt ist) (!Ob das Werkstück magnetisch ist)
Was bedeutet Kalibrieren fachlich? (Die Beziehung zwischen Normalwerten und Anzeigen unter festgelegten Bedingungen ermitteln und dokumentieren) (!Das Messgerät ohne Prüfung reparieren) (!Eine Lehre mit Gewalt auf das Werkstück drücken) (!Das Werkstück auf Schmiedetemperatur erwärmen)
Wie gehst Du mit einem Prüfmittel mit abgelaufenem Überwachungsstatus um? (Nicht für die qualitätsrelevante Prüfung einsetzen und den Status klären) (!Den Aufkleber eigenmächtig verlängern) (!Das Prüfmittel ohne Dokumentation weitergeben) (!Nur die Batterie wechseln und sofort messen)
Welcher Einfluss ist beim Prüfen eines geschmiedeten Werkstücks besonders zu beachten? (Temperatur, Zunder und unregelmäßige Anlageflächen) (!Die Farbe der Werkbank) (!Der Name des Lieferanten) (!Die Anzahl der Fenster im Raum)
Welche Aussage zur Auflösung ist richtig? (Eine feine Auflösung allein beweist nicht die ausreichende Genauigkeit) (!Auflösung und Genauigkeit sind immer identisch) (!Eine Digitalanzeige ist grundsätzlich fehlerfrei) (!Mehr Nachkommastellen ersetzen die Prüfmittelüberwachung)
Wozu kann ein freigegebenes Endmaß bei einer Zwischenprüfung dienen? (Als Bezugsnormal für einen Vergleich an festgelegten Prüfpunkten) (!Als Hammerunterlage) (!Zum Entfernen von Zunder) (!Zum Erwärmen des Messschiebers)
Welche Aussage zur betrieblichen Einsatzkontrolle ist richtig? (Sie ersetzt nicht automatisch eine vorgeschriebene Prüfung durch eine befähigte Person) (!Sie ist immer eine amtliche Eichung) (!Sie darf nur ohne Prüfanweisung erfolgen) (!Sie macht jede Dokumentation überflüssig)
Was tust Du bei wiederholt instabiler Anzeige eines Messmittels? (Das Prüfmittel nicht verwenden, kennzeichnen und melden) (!Den ungünstigsten Wert löschen) (!Das Werkstück passend feilen, bis der Wert stimmt) (!Die Messung ohne Hinweis abschließen)
Welche Angabe gehört in eine nachvollziehbare Kontrolldokumentation? (Prüfmittelnummer, Prüfergebnis und getroffene Entscheidung) (!Nur der Vorname des Kunden) (!Nur die Farbe des Prüfmittels) (!Ausschließlich die Pausenzeit)
Memory
| Prüfmittelnummer | Eindeutige Zuordnung |
| Nullpunktkontrolle | Plausible Anzeige in Ausgangslage |
| Messbereich | Vorgesehener Wertebereich |
| Auflösung | Kleinster erkennbarer Anzeigeschritt |
| Kalibrierstatus | Gültigkeit der Überwachung |
| Endmaß | Längenbezugsnormal |
| Grenzlehre | Gut-Ausschuss-Entscheidung |
| Messunsicherheit | Ungewissheit des Messergebnisses |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Maßnahme |
|---|---|
| Beschädigte Messflächen | Prüfmittel sperren und melden |
| Abgelaufene Überwachung | Freigabestatus klären |
| Schwergängiger Schieber | Nach Vorgabe reinigen und erneut prüfen |
| Auffällige Nullabweichung | Vergleichskontrolle veranlassen |
| Unlesbare Prüfmittelnummer | Eindeutige Zuordnung herstellen |
| Plausibles Kontrollergebnis | Einsatzfreigabe dokumentieren |
...
Kreuzworträtsel
| Messschieber | Welches Prüfmittel misst Außen-, Innen- und Tiefenmaße? |
| Endmaß | Welches Längennormal dient häufig als Referenz für Vergleichsprüfungen? |
| Nullpunkt | Welche Anzeige wird bei geschlossenen Messflächen kontrolliert? |
| Kalibrierung | Wie heißt das Ermitteln und Dokumentieren der Beziehung zu einem Normal? |
| Zunder | Welche Oxidschicht kann die Anlage am Schmiedewerkstück verfälschen? |
| Sperrung | Welche Maßnahme verhindert die weitere Nutzung eines fehlerhaften Prüfmittels? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prüfmittel erkennen: Fotografiere oder skizziere vier Prüfmittel aus Deiner Ausbildungswerkstatt und benenne Prüfmerkmal, Messbereich und typische Anwendung.
- Sichtprüfung: Entwickle eine Karte mit fünf sichtbaren Merkmalen, die Du vor der Nutzung eines Messschiebers kontrollierst.
- Fachbegriffe: Formuliere je ein eigenes Beispiel für Messen, Lehren, Kalibrieren und Justieren.
- Schmiedewerkstück: Markiere an einer Zeichnung eines geschmiedeten Hakens sinnvolle Messstellen für Länge, Durchmesser, Winkel und Biegeradius.
Standard
- Prüfmittel-Checkliste: Erstelle eine betriebstaugliche Checkliste für die Einsatzkontrolle eines Messschiebers und erprobe sie unter Aufsicht.
- Fehleranalyse: Untersuche, wie Zunder, Grat, Wärme und verkantetes Anlegen ein Messergebnis beeinflussen, und dokumentiere Deine Beobachtungen.
- Vergleichsmessung: Miss ein abgekühltes Werkstück mehrfach mit zwei geeigneten Messmitteln und erkläre mögliche Abweichungen.
- Prüfprotokoll: Entwirf ein Formular mit Prüfmittelnummer, Bezugsnormal, Prüfpunkten, Ergebnis, Entscheidung und Unterschrift.
Schwer
- Messstrategie: Plane die Prüfung eines geschmiedeten Bauteils mit drei tolerierten Merkmalen und begründe Auswahl, Reihenfolge und Messbedingungen.
- Rückwirkungsanalyse: Entwickle ein Vorgehen für den Fall, dass ein verwendeter Messschieber nachträglich außerhalb der Annahmegrenze liegt.
- Unterweisungsvideo: Produziere ein kurzes Ausbildungsvideo zur sicheren Einsatzkontrolle einer Bügelmessschraube mit fachgerechter Sprache.
- Prüfmittelmanagement: Vergleiche die betriebliche Prüfmittelverwaltung mit den Anforderungen an Kennzeichnung, Fristen, Sperrung und Dokumentation und schlage Verbesserungen vor.


Lernkontrolle
- Prüfentscheidung begründen: Ein geschmiedeter Bolzen soll mit enger Durchmessertoleranz geprüft werden. Begründe, ob Messschieber, Bügelmessschraube oder Grenzlehre am besten geeignet ist und welche Einsatzkontrollen vorher nötig sind.
- Fehlerkette analysieren: Erkläre, wie ein Grat auf der Messfläche zu einer falschen Annahme eines Werkstücks führen kann und welche Prozessschritte betroffen sind.
- Temperatur übertragen: Ein Werkstück wird direkt nach dem Schmieden gemessen und später kalt nachgemessen. Erkläre die Maßdifferenz und leite eine geeignete Prüfanweisung ab.
- Abweichung bewerten: Bei drei Wiederholmessungen entstehen deutlich unterschiedliche Werte. Entwickle eine Reihenfolge zur Ursachenprüfung bei Mensch, Messmittel, Werkstück und Umgebung.
- Sperrprozess gestalten: Beschreibe, wie ein heruntergefallenes Prüfmittel behandelt wird, damit weder weitere Fehlmessungen noch unnötiger Ausschuss entstehen.
- Dokumentation beurteilen: Bewerte den Eintrag „Messschieber geprüft, alles gut“ und formuliere eine fachlich nachvollziehbare Alternative.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis ist wichtig, dass Du ein Prüfmittel passend zu Merkmal und Toleranz auswählst, den Überwachungsstatus sicher beurteilst, Sicht-, Funktions-, Nullpunkt- und Vergleichskontrollen fachgerecht durchführst, schmiedespezifische Einflüsse erkennst, bei Abweichungen korrekt sperrst und meldest sowie Deinen Entscheid vollständig dokumentierst. Bewertet werden Fachsprache, sicheres Arbeiten, nachvollziehbares Vorgehen und die begründete Übertragung auf eine neue Prüfsituation.
Als praktischer Nachweis eignet sich eine beobachtete Einsatzkontrolle mit anschließendem Prüfauftrag an einem abgekühlten Schmiedewerkstück. Dazu reichst Du eine ausgefüllte Checkliste, ein Prüfprotokoll und eine kurze Fehlerbetrachtung ein.
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