Pflegebedürftigkeit - AES

Pflegebedürftigkeit - AES
Einleitung
Pflegebedürftigkeit kann jeden Menschen betreffen – nicht nur ältere Menschen. Auch Kinder, Jugendliche oder Erwachsene können nach einer Erkrankung, durch eine Behinderung oder nach einem Unfall über längere Zeit Unterstützung benötigen. Im Fach AES – Alltagskultur, Ernährung und Soziales geht es dabei besonders um die Frage: Wie kann ein Mensch trotz Unterstützungsbedarf möglichst selbstständig, sicher und selbstbestimmt leben?

In Deutschland ist Pflegebedürftigkeit im Sozialgesetzbuch XI geregelt. Entscheidend ist nicht allein eine Diagnose. Wichtig ist, wie selbstständig eine Person ihren Alltag noch bewältigen kann und wobei sie regelmäßig Hilfe benötigt. Die Einschränkungen müssen voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen.
Dieser aiMOOC erklärt Dir die wichtigsten Grundlagen in leicht verständlicher Form. Du lernst die Pflegegrade, die Begutachtung, verschiedene Formen der Unterstützung sowie die Bedeutung von Ernährung, Wohnen, Hilfsmitteln, Angehörigen und Selbstbestimmung kennen.
Hinweis für den Unterricht: Medizinische Maßnahmen, Pflegegriffe oder Transfers dürfen nicht ohne fachliche Anleitung an realen Personen geübt werden. Bilder und Aufgaben in diesem aiMOOC dienen der Information und Reflexion.
Was bedeutet Pflegebedürftigkeit?
Eine Person gilt im Sinne der Pflegeversicherung als pflegebedürftig, wenn ihre Selbstständigkeit oder bestimmte Fähigkeiten aus gesundheitlichen Gründen beeinträchtigt sind und sie deshalb Hilfe durch andere Menschen braucht. Diese Situation muss voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern.
Pflegebedürftigkeit bedeutet also nicht automatisch, dass jemand gar nichts mehr alleine kann. Viele pflegebedürftige Menschen können zahlreiche Tätigkeiten selbst ausführen und benötigen nur in einzelnen Bereichen Unterstützung.
Beispiel: Eine Person kann selbst essen und Gespräche führen, braucht aber Hilfe beim Duschen, beim Treppensteigen und bei der Einnahme von Medikamenten. Eine andere Person ist körperlich beweglich, benötigt wegen einer Demenz jedoch Orientierung und Unterstützung im Alltag.

Pflegebedürftigkeit ist keine Frage des Alters
Pflegebedürftigkeit wird häufig mit hohem Alter verbunden. Das greift zu kurz. Auch jüngere Menschen können pflegebedürftig sein. Ursachen können zum Beispiel schwere Erkrankungen, Unfallfolgen, chronische Erkrankungen oder Behinderungen sein.
Bei Kindern wird berücksichtigt, welche Fähigkeiten ein gesundes Kind im gleichen Alter normalerweise bereits selbstständig besitzt. Deshalb wird Pflegebedürftigkeit bei Kindern anders beurteilt als bei Erwachsenen.
Die sechs Lebensbereiche der Begutachtung
Bei der Begutachtung wird betrachtet, wie selbstständig ein Mensch in sechs Lebensbereichen ist.
| Lebensbereich | Worum geht es? | Beispiel |
|---|---|---|
| Mobilität | Fortbewegen und Körperpositionen verändern | Aufstehen, Treppensteigen, Umsetzen |
| Kognitive und kommunikative Fähigkeiten | Verstehen, Erinnern, Orientieren und Kommunizieren | Personen erkennen, Entscheidungen treffen |
| Verhaltensweisen und psychische Problemlagen | Verhalten und seelische Belastungen bewältigen | starke Ängste, nächtliche Unruhe |
| Selbstversorgung | Den eigenen Körper versorgen | Waschen, Anziehen, Essen, Trinken |
| Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen | Mit Behandlungen und gesundheitlichen Anforderungen umgehen | Medikamente, Arztbesuche, Therapien |
| Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte | Den Tagesablauf gestalten und Beziehungen pflegen | Beschäftigung planen, Kontakte halten |

Die Bereiche werden unterschiedlich stark gewichtet. Besonders wichtig ist die Selbstversorgung. Bei den Bereichen kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen wird für die Berechnung der jeweils stärker beeinträchtigte Bereich berücksichtigt.
Selbstständigkeit steht im Mittelpunkt
Früher spielte stärker eine Rolle, wie viele Minuten Hilfe benötigt wurden. Heute steht die Frage im Vordergrund: Was kann die Person selbstständig und wobei braucht sie Unterstützung?
Das ist für AES besonders wichtig. Im Alltag soll Hilfe nicht einfach alles übernehmen. Gute Unterstützung versucht, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und die Person einzubeziehen.

Die fünf Pflegegrade
In Deutschland gibt es fünf Pflegegrade. Je stärker die Selbstständigkeit oder Fähigkeiten beeinträchtigt sind, desto höher kann der Pflegegrad sein.
| Pflegegrad | Bedeutung |
|---|---|
| Pflegegrad 1 | geringe Beeinträchtigungen |
| Pflegegrad 2 | erhebliche Beeinträchtigungen |
| Pflegegrad 3 | schwere Beeinträchtigungen |
| Pflegegrad 4 | schwerste Beeinträchtigungen |
| Pflegegrad 5 | schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung |
Der Pflegegrad wird mit einem Punktesystem ermittelt. Für den Schulunterricht ist wichtiger zu verstehen, warum ein Mensch Unterstützung braucht, als einzelne Punktwerte auswendig zu lernen.
Wie erhält man einen Pflegegrad?
Wer Leistungen der Pflegeversicherung benötigt, stellt einen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse. Bei gesetzlich Versicherten wird in der Regel der Medizinische Dienst mit der Begutachtung beauftragt. Bei privat Versicherten erfolgt die Begutachtung über den entsprechenden privaten Dienst.
Eine Gutachterin oder ein Gutachter prüft die Selbstständigkeit in den verschiedenen Lebensbereichen. Danach erhält die Pflegeversicherung ein Gutachten. Auf dieser Grundlage wird über den Pflegegrad entschieden.

Ein Fallbeispiel
Herr Berger lebt allein. Seit einer Erkrankung fällt ihm das Gehen schwer. Er nutzt einen Rollator. Beim Anziehen braucht er morgens Hilfe. Seine Medikamente kann er nur mit Erinnerung zuverlässig einnehmen. Essen und Trinken gelingen selbstständig. Gespräche, Orientierung und Entscheidungen sind nicht eingeschränkt.
Bei einer Begutachtung würde deshalb nicht nur betrachtet, welche Diagnose Herr Berger hat. Es würde geprüft, wie selbstständig er in den verschiedenen Lebensbereichen ist.
AES-Frage: Welche Unterstützung hilft Herrn Berger, ohne ihm unnötig Tätigkeiten abzunehmen?
Pflege zu Hause und in Einrichtungen
Pflege kann sehr unterschiedlich organisiert werden. Viele Menschen werden zu Hause unterstützt. Dabei können Angehörige, Freunde, Nachbarn, ambulante Pflegedienste und weitere Hilfsangebote zusammenwirken.
Andere Menschen nutzen Tagespflege, betreute Wohnformen oder leben dauerhaft in einer stationären Pflegeeinrichtung. Welche Lösung passt, hängt von den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person, der Wohnsituation, der verfügbaren Unterstützung und den Belastungen der Beteiligten ab.

Häusliche Pflege
Häusliche Pflege kann vertraute Umgebung, Nähe zu Familie und einen individuellen Alltag ermöglichen. Gleichzeitig kann sie Angehörige stark beanspruchen. Deshalb ist es wichtig, Aufgaben realistisch zu verteilen und Unterstützung anzunehmen.
Mögliche Hilfen sind zum Beispiel ambulante Pflegedienste, Beratung, Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, hauswirtschaftliche Unterstützung oder geeignete Hilfsmittel.

Professionelle Pflege
Professionelle Pflegekräfte übernehmen pflegerische Aufgaben, beraten und unterstützen bei der Alltagsgestaltung. Pflege ist ein anspruchsvolles Berufsfeld, in dem Fachwissen, Kommunikation, Beobachtung und Verantwortung zusammenkommen.

Angehörige und soziale Beziehungen
Viele pflegebedürftige Menschen werden von Angehörigen unterstützt. Diese Hilfe kann Nähe und Zusammenhalt stärken. Sie kann aber auch körperlich, psychisch und zeitlich belastend sein.
Pflegende Angehörige brauchen deshalb ebenfalls Unterstützung. Entlastung ist kein Zeichen von Gleichgültigkeit, sondern kann helfen, Pflege langfristig gut zu gestalten.
Jugendliche, die in ihrer Familie viel Pflegeverantwortung übernehmen, sollten damit nicht allein bleiben. Verlässliche erwachsene Ansprechpersonen, Beratungsstellen oder schulische Unterstützung können wichtig sein.

Selbstbestimmung und Würde
Pflegebedürftige Menschen bleiben Menschen mit eigenen Wünschen, Gewohnheiten, Rechten und Entscheidungen. Gute Unterstützung achtet deshalb auf Selbstbestimmung, Privatsphäre, Respekt und Teilhabe.
Das bedeutet zum Beispiel:
- Selbstbestimmung: Die Person entscheidet so weit wie möglich selbst über Kleidung, Essen, Tagesablauf und Unterstützung.
- Privatsphäre: Persönliche Informationen und der Körper werden geschützt.
- Teilhabe: Kontakte, Freizeit, Schule, Arbeit oder Gemeinschaft sollen möglichst erhalten bleiben.
- Kommunikation: Mit der Person wird gesprochen, nicht nur über sie.
Ernährung und Pflegebedürftigkeit
Essen und Trinken gehören zur Selbstversorgung und sind ein wichtiger AES-Bereich. Pflegebedürftigkeit kann Einkauf, Zubereitung, Essen oder Trinken erschweren.
Gute Unterstützung berücksichtigt nicht nur Nährstoffe. Ebenso wichtig sind Vorlieben, Gewohnheiten, Kultur, gemeinsame Mahlzeiten und die vorhandenen Fähigkeiten der Person.
Hilfsmittel können Selbstständigkeit fördern. Beispiele sind gut greifbares Besteck, rutschfeste Unterlagen oder geeignete Trinkgefäße. Bei Schluckstörungen oder besonderen medizinischen Anforderungen ist fachliche Beratung notwendig.
Wohnen, Barrierefreiheit und Hilfsmittel
Die Wohnumgebung kann Selbstständigkeit erleichtern oder erschweren. Stolperfallen, enge Wege oder ungeeignete Badezimmer können Probleme verursachen. Gute Beleuchtung, Haltegriffe, geeignete Sitzmöglichkeiten oder barrierearme Wege können den Alltag erleichtern.

Ein Hilfsmittel soll möglichst dabei unterstützen, etwas selbst oder sicherer zu tun. Ein Rollator kann zum Beispiel Mobilität ermöglichen. Andere Hilfsmittel unterstützen beim Anziehen, bei der Körperpflege, beim Essen oder bei der Kommunikation.
Wichtig ist: Ein Hilfsmittel muss zur Person und ihrer Situation passen. Es ersetzt nicht automatisch menschliche Unterstützung.
Pflegebedürftigkeit und Prävention
Pflegebedürftigkeit lässt sich nicht immer verhindern. Bewegung, ausgewogene Ernährung, soziale Kontakte, eine sichere Wohnumgebung, medizinische Behandlung und Rehabilitation können jedoch dazu beitragen, Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten oder zurückzugewinnen.
Prävention bedeutet deshalb nicht: „Wer sich richtig verhält, wird nicht pflegebedürftig.“ Erkrankungen, Behinderungen und Unfälle können jeden Menschen treffen.
Typische Irrtümer
| Irrtum | Richtigstellung |
|---|---|
| Nur alte Menschen werden pflegebedürftig. | Pflegebedürftigkeit kann Menschen jeden Alters betreffen. |
| Eine Diagnose bestimmt automatisch den Pflegegrad. | Entscheidend sind die Auswirkungen auf Selbstständigkeit und Fähigkeiten. |
| Pflegebedürftig bedeutet völlig unselbstständig. | Auch Menschen mit vielen erhaltenen Fähigkeiten können einen Pflegegrad haben. |
| Angehörige müssen alles allein leisten. | Pflege kann auf mehrere Personen und professionelle Angebote verteilt werden. |
| Hilfe ist immer besser, wenn sie möglichst viel übernimmt. | Gute Unterstützung fördert vorhandene Selbstständigkeit. |
Merksätze für AES
- Pflegebedürftigkeit: Entscheidend ist der längerfristige Unterstützungsbedarf im Alltag.
- Pflegegrad: Er beschreibt das Ausmaß der Beeinträchtigung von Selbstständigkeit und Fähigkeiten.
- Pflegeversicherung: Leistungen müssen beantragt werden.
- Pflege: Unterstützung soll Fähigkeiten erhalten und Selbstbestimmung achten.
- Angehörigenpflege: Auch pflegende Personen brauchen Schutz und Entlastung.
- AES: Alltag, Ernährung, Wohnen, Gesundheit und soziale Beziehungen gehören eng zusammen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was steht bei der heutigen Pflegebegutachtung im Mittelpunkt? (Die Selbstständigkeit und die Fähigkeiten im Alltag) (!Nur das Lebensalter) (!Nur die medizinische Diagnose) (!Nur die Anzahl der Arztbesuche)
Wie lange müssen Beeinträchtigungen voraussichtlich mindestens bestehen, damit Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vorliegen kann? (Mindestens sechs Monate) (!Mindestens zwei Tage) (!Mindestens zwei Wochen) (!Mindestens einen Monat)
Wie viele Pflegegrade gibt es in Deutschland? (Fünf) (!Drei) (!Vier) (!Sieben)
Welcher Bereich gehört zur Selbstversorgung? (Waschen und Anziehen) (!Fahrkarten kaufen) (!Fernsehen auswählen) (!Urlaubsziele vergleichen)
Wer begutachtet gesetzlich Versicherte in der Regel im Auftrag der Pflegekasse? (Der Medizinische Dienst) (!Das Einwohnermeldeamt) (!Die Schule) (!Das Finanzamt)
Welche Aussage zur Pflegebedürftigkeit ist richtig? (Sie kann Menschen jeden Alters betreffen) (!Sie betrifft ausschließlich Menschen über achtzig) (!Sie entsteht nur durch Unfälle) (!Sie bedeutet immer vollständige Unselbstständigkeit)
Was fördert Selbstbestimmung in der Pflege? (Die pflegebedürftige Person an Entscheidungen beteiligen) (!Alle Entscheidungen für die Person treffen) (!Gewohnheiten grundsätzlich ändern) (!Persönliche Wünsche ignorieren)
Was kann pflegende Angehörige entlasten? (Unterstützung durch Pflegedienste und Beratungsangebote) (!Alle Aufgaben allein übernehmen) (!Auf Pausen verzichten) (!Hilfe grundsätzlich ablehnen)
Welche Aussage zu Hilfsmitteln ist richtig? (Sie können Selbstständigkeit und Sicherheit unterstützen) (!Sie machen menschliche Unterstützung immer überflüssig) (!Sie dürfen nur in Pflegeheimen verwendet werden) (!Sie sind nur für ältere Menschen gedacht)
Welche Bedeutung hat Ernährung im Zusammenhang mit Pflegebedürftigkeit? (Sie gehört zur Selbstversorgung und Alltagsgestaltung) (!Sie spielt bei Pflegebedürftigkeit keine Rolle) (!Sie betrifft ausschließlich Pflegekräfte) (!Sie besteht nur aus der Berechnung von Kalorien)
Memory
| Pflegebedürftigkeit | längerfristiger Unterstützungsbedarf |
| Pflegegrad | Ausmaß der Beeinträchtigung |
| Mobilität | Fortbewegen im Alltag |
| Selbstversorgung | Waschen Anziehen Essen |
| Pflegekasse | Antrag auf Pflegeleistungen |
| Medizinischer Dienst | Begutachtung gesetzlich Versicherter |
| Hilfsmittel | Unterstützung der Selbstständigkeit |
| Selbstbestimmung | eigene Wünsche und Entscheidungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Mobilität | Treppensteigen und Fortbewegen |
| Kommunikation | Verstehen und sich mitteilen |
| Psychische Problemlagen | Ängste und starke Unruhe |
| Selbstversorgung | Waschen und Anziehen |
| Therapieanforderungen | Medikamente und Behandlungen |
| Alltagsgestaltung | Tagesablauf und soziale Kontakte |
Kreuzworträtsel
| Pflegegrad | Wie heißt die Einstufung des Ausmaßes der Pflegebedürftigkeit? |
| Mobilität | Welcher Begriff beschreibt das Fortbewegen und Verändern der Körperposition? |
| Pflegekasse | Wo wird ein Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung gestellt? |
| Hilfsmittel | Wie nennt man Gegenstände, die Selbstständigkeit und Sicherheit unterstützen können? |
| Begutachtung | Wie heißt die Prüfung der Selbstständigkeit zur Ermittlung eines Pflegegrades? |
| Selbstbestimmung | Welcher Begriff bezeichnet das Recht auf eigene Entscheidungen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine übersichtliche Karte mit einer eigenen Erklärung des Begriffs Pflegebedürftigkeit und drei passenden Beispielen aus dem Alltag.
- Pflegegrade erklären: Gestalte ein Lernplakat zu den fünf Pflegegraden. Verwende kurze Aussagen und passende Symbole.
- Hilfsmittel entdecken: Suche in Deiner Umgebung fünf Hilfsmittel oder barrierefreie Lösungen und erkläre, welche Selbstständigkeit sie unterstützen.
- Wünsche respektieren: Formuliere fünf Regeln dafür, wie Du eine pflegebedürftige Person respektvoll unterstützen würdest.
Standard
- Wohnungscheck: Untersuche einen fiktiven Wohnungsgrundriss und markiere mögliche Barrieren. Entwickle mindestens fünf Verbesserungen.
- Mahlzeiten und Unterstützung: Plane eine alltagstaugliche Mahlzeit für eine Person, die beim Greifen eingeschränkt ist. Begründe Deine Auswahl und nenne geeignete Hilfsmittel.
- Belastung und Entlastung: Erstelle eine Mindmap zu Belastungen pflegender Angehöriger und ordne jedem Belastungsbereich eine mögliche Entlastung zu.
- Interview: Führe nach Absprache ein Interview mit einer Fachperson aus Pflege, Beratung oder Sozialarbeit. Frage nach typischen Unterstützungsbedarfen und wichtigen Fähigkeiten im Beruf.
Schwer
- Fallanalyse: Entwickle eine fiktive Person mit Unterstützungsbedarf und analysiere ihre Situation anhand der sechs Lebensbereiche der Begutachtung.
- Versorgungsplan: Entwirf für ein Fallbeispiel ein Netzwerk aus Angehörigen, professionellen Diensten, Hilfsmitteln und sozialen Kontakten. Begründe Deine Entscheidungen.
- Generationenprojekt: Entwickle ein Projekt, das junge und ältere Menschen zusammenbringt und gleichzeitig Selbstständigkeit und soziale Teilhabe fördert.
- Dilemma diskutieren: Bearbeite einen Konflikt zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung. Stelle mindestens zwei Positionen dar und entwickle einen begründeten Lösungsvorschlag.


Lernkontrolle
- Fallvergleich: Zwei Personen haben dieselbe Diagnose, benötigen aber unterschiedlich viel Hilfe. Erkläre, warum sie unterschiedliche Pflegegrade erhalten könnten.
- Entscheidungssituation: Eine Familie möchte aus Sicherheitsgründen alle Entscheidungen für eine pflegebedürftige Person übernehmen. Beurteile die Situation und entwickle eine respektvolle Alternative.
- Belastungsanalyse: In einer Familie übernimmt eine Person fast die gesamte Pflege. Analysiere mögliche Folgen für die Familie und schlage konkrete Entlastungen vor.
- Transferaufgabe Wohnen: Erkläre an drei Beispielen, wie Veränderungen in einer Wohnung Selbstständigkeit fördern und Pflegebedarf im Alltag verringern können.
- Mahlzeitensituation: Eine Person kann Besteck nur schwer greifen, möchte aber möglichst selbstständig essen. Entwickle eine Lösung, die Unterstützung und Selbstbestimmung verbindet.
- Beratungsweg: Eine Familie weiß nicht, wie sie Unterstützung beantragen soll. Beschreibe einen sinnvollen Weg von der ersten Information bis zur Entscheidung über einen Pflegegrad.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du Zusammenhänge verstehst und auf Alltagssituationen übertragen kannst.
- Pflegebedürftigkeit: Du kannst den Begriff verständlich erklären und von einer kurzfristigen Hilfsbedürftigkeit unterscheiden.
- Pflegegrad: Du kennst die fünf Pflegegrade und verstehst, dass Selbstständigkeit und Fähigkeiten entscheidend sind.
- Pflegebegutachtung: Du kannst die sechs Lebensbereiche nennen und Beispiele zuordnen.
- Pflegeversicherung: Du kannst den grundlegenden Weg vom Antrag bis zur Entscheidung beschreiben.
- Selbstbestimmung: Du kannst erklären, warum Wünsche, Würde und Privatsphäre wichtig sind.
- Pflegende Angehörige: Du kannst Belastungen erkennen und passende Entlastungsmöglichkeiten entwickeln.
- Ernährung: Du kannst Zusammenhänge zwischen Selbstversorgung, Esssituation und geeigneter Unterstützung erklären.
- Barrierefreiheit: Du kannst erkennen, wie Wohnumgebung und Hilfsmittel Selbstständigkeit beeinflussen.
- AES: Du kannst Pflegebedürftigkeit mit Alltagskultur, Ernährung, Gesundheit, Konsum, Wohnen und sozialen Beziehungen verknüpfen.
OERs zum Thema
Weiterführende verlässliche Informationen:
- gesund.bund.de: Pflegegrade im Überblick
- Bundesministerium für Gesundheit: Pflegebedürftig – was nun?
- Medizinischer Dienst Bund: Pflegebedürftigkeit und Pflegebegutachtung
- § 14 SGB XI: Begriff der Pflegebedürftigkeit
- § 15 SGB XI: Ermittlung des Pflegegrades
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