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Pferdle und Äffle - Der Hafer- und Bananenblues

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Pferdle und Äffle - Der Hafer- und Bananenblues




Pferdle und Äffle – Der Hafer- und Bananenblues


Einleitung

Der Hafer- und Bananenblues von Äffle und Pferdle verbindet mehrere Themen, die sich für einen fächerübergreifenden aiMOOC besonders gut eignen: Blues, Dialekt, Humor, Regionale Identität, Mediengeschichte, Animation, Werbefernsehen und Baden-Württemberg. Die beiden schwäbisch sprechenden Zeichentrickfiguren wurden für das Werbefernsehen des damaligen Süddeutschen Rundfunks entwickelt. Das Pferdle war zuerst da; das Äffle kam wenige Jahre später hinzu. Aus kurzen Werbetrennern wurden über Jahrzehnte hinweg Figuren mit eigener Sprache, wiedererkennbaren Charakteren und Liedern.[1][2]

Im Mittelpunkt steht hier der Hafer- und Bananenblues. Das Lied ist kein musikwissenschaftliches Lehrstück über den historischen Blues, sondern eine humorvolle, regionale Aneignung von Blues-Merkmalen. Gerade deshalb lohnt sich eine genaue Untersuchung: Welche Elemente erinnern an den Blues? Wie funktionieren Wiederholung und musikalischer Dialog? Welche Rolle spielt das Schwäbische? Warum wirken Hafer und Banane als komische Motive? Und wie konnten zwei kurze Fernsehfiguren zu Symbolen regionaler Populärkultur werden?

Urheberrechtlicher Hinweis: In diesem aiMOOC wird der vollständige geschützte Liedtext nicht wiedergegeben. Es erscheint nur ein sehr kurzes Zitat zur sprachlichen Analyse. Ebenso wird keine vollständige Originalpartitur und keine Originalmelodie notiert. Die Beispiele der MediaWiki-Erweiterung Score sind neu geschaffene, kurze Analysebeispiele und bilden nicht die Melodie des Liedes ab.

Das eingebettete Video stammt vom offiziellen Kanal der SWR Landesschau Baden-Württemberg und bietet einen unmittelbaren Hör- und Seheindruck des Liedes.[3]


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie Pferdle und Äffle aus dem Werbefernsehen hervorgingen, typische Merkmale des Blues benennen und in einem Hörbeispiel untersuchen, sprachliche Besonderheiten des Schwäbischen beschreiben, Humor durch Wortspiel und Figurenkontrast analysieren, regionale Medienkultur kritisch einordnen und zwischen Originalmaterial, freiem Lernmaterial sowie selbst erstellten Analysebeispielen unterscheiden.


Mediengeschichte von Pferdle und Äffle


Vom Werbetrenner zur Kultfigur

Der damalige SDR suchte Ende der 1950er Jahre kurze Zeichentrickeinspieler, die Werbespots im Vorabendprogramm voneinander trennen und das Programm auflockern sollten. An der Entwicklung der Figuren war der Filmproduzent und Zeichner Armin Lang maßgeblich beteiligt; zum frühen Gestaltungsumfeld gehörten auch Volker Lang und Werner Klein.[1]

Am 2. Januar 1960 erschien zunächst das Pferdle zum Start des SDR-Werbefernsehens. Das Äffle folgte 1963. Armin Lang junior bestätigt in einem Interview ebenfalls, dass das Äffle drei Jahre jünger als das Pferdle ist.[4]

Die Wahl der Tiere ist eng mit Stuttgart verbunden. Das Pferdle verweist auf das schwarze Pferd im Stuttgarter Stadtwappen. Der SWR erläutert den Bezug des Äffles zur Wilhelma in Stuttgart.[5]

Das Stuttgarter Wappen zeigt ein steigendes schwarzes Pferd. Die auf Wikimedia Commons verfügbare Darstellung ist als amtliches Wappen gemeinfrei; unabhängig davon können für die Verwendung amtlicher Hoheitszeichen besondere Regeln gelten.[6]

Die Wilhelma in Stuttgart bildet einen zweiten regionalen Bezugspunkt. Das Foto des Eingangspavillons steht auf Wikimedia Commons unter CC BY-SA 4.0.[7]

Im Laufe der 1960er und 1970er Jahre veränderten sich die Figuren. Die frühen Spots waren schwarz-weiß und ohne gesprochene Dialoge. Später wurden sie farbig, menschlicher gestaltet und begannen zu sprechen. Besonders prägend wurde das breite Schwäbisch, das Armin Lang selbst sprach, obwohl er aus Bayern stammte.[2][1]


Medienwandel: Fernsehen, Tonträger, DVD und Internet

Pferdle und Äffle sind ein Beispiel dafür, wie sich Medienfiguren über verschiedene technische Epochen hinweg verändern können. Zuerst existierten sie als kurze analoge Fernsehspots. Später entstanden längere Einspieler und Lieder. Nach Armin Langs Tod 1996 wurde die Figurenwelt weitergeführt. Der SWR stellte 2001 die Produktion neuer klassischer Einspieler ein; vorhandene Spots blieben jedoch im Umlauf. 2004 erschienen die zwischen 1960 und 1999 produzierten Spots auf DVD.[1]

2017 brachte die Landesschau Baden-Württemberg die Figuren erneut regelmäßig ins Fernsehen, nun nicht mehr als klassische Werbetrenner, sondern in einem eigenen kurzen Format mit Archivmaterial und redaktionellen Beiträgen. Diese Rubrik lief bis 2019.[1]

Das Internet eröffnete den Figuren weitere Verbreitungswege: offizielle Webseiten, Videoplattformen, soziale Medien und digitale Archive halten ältere Clips verfügbar. Damit verändert sich auch die Rezeption. Ein Werbetrenner, der früher nur im linearen Fernsehen zu einer bestimmten Uhrzeit auftauchte, kann heute gezielt gesucht, geteilt und kommentiert werden.

Das offizielle SWR-Video zeigt eine Auswahl klassischer Szenen und eignet sich zur Analyse von Erzähltempo, Figurenkontrast, Dialogwitz und Zeichentrickästhetik.[8]


Entstehung und Veröffentlichung des Hafer- und Bananenblues

Der Hafer- und Bananenblues gehört zu den bekanntesten musikalischen Produktionen der Figuren. Eine 7-Zoll-Single erschien 1976 unter dem schwäbisch geschriebenen Titel D’r Haf’r- ond Banane-Blues. Als Textautor wird Carl J. Schäuble, als Komponist Bernd Rabe genannt. Für 1979 ist eine weitere Veröffentlichung bei Polydor dokumentiert.[9][10]

Der Titel macht den Grundwitz sofort verständlich: Hafer gehört zum Pferdle, Banane zum Äffle. Aus zwei stereotyp mit den Tieren verbundenen Nahrungsmitteln wird ein musikalisches Identitätsprogramm. Die Figuren singen jeweils aus ihrer eigenen Perspektive und führen ihre Vorliebe übertrieben wichtig vor. Der Humor entsteht aus Überhöhung: Alltägliches Futter wird behandelt, als handle es sich um eine existenzielle Angelegenheit.

Hafer ist nicht nur ein komisches Stichwort, sondern eine reale Getreideart. Das Commons-Foto zeigt ein Feld mit Avena sativa und steht unter CC BY-SA 4.0.[11]

Die Banane funktioniert als leicht erkennbares Gegenmotiv zum Hafer. Dieses Commons-Foto steht unter CC BY-SA 3.0.[12]


Ein Lied bleibt im regionalen Gedächtnis

Die Bedeutung des Liedes lässt sich nicht nur an älteren Fernsehaufnahmen erkennen. Noch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung taucht es in regionalen Abstimmungen auf. In der SWR1 Hitparade 2025 erreichte der Hafer- und Bananenblues Platz 6.[13] Das beweist nicht, dass alle Menschen in Baden-Württemberg das Lied mögen, zeigt aber eine bemerkenswerte fortdauernde Präsenz bei einem Teil des Publikums.


Musikalische Analyse


Was ist Blues?

Der Blues entstand aus afroamerikanischen Musiktraditionen und entwickelte sich besonders im Süden der Vereinigten Staaten. Zu häufigen musikalischen Merkmalen gehören wiederkehrende Formmodelle, Call and Response, sogenannte Blue Notes, charakteristische rhythmische Modelle und Harmonien auf Basis der Stufen I, IV und V. Besonders bekannt ist der 12-taktige Blues. Diese Merkmale sind jedoch kein starres Regelwerk: Es gibt zahlreiche historische und stilistische Varianten.[14]

W. C. Handy spielte eine wichtige Rolle bei der frühen schriftlichen und kommerziellen Verbreitung des Blues. Das Porträt von Carl Van Vechten befindet sich auf Wikimedia Commons und ist nach den dort angegebenen Rechteinformationen gemeinfrei.[15]


Welche Bluesmerkmale lassen sich beim Hafer- und Bananenblues untersuchen?

Beim Hafer- und Bananenblues ist es sinnvoll, zwischen historischem Blues und einer humorvollen Blues-Stilisierung zu unterscheiden.

  1. Wiederholung: Der Text arbeitet deutlich mit wiederholten titelartigen Formulierungen. Das erinnert an das für viele Bluesformen typische Prinzip, eine Aussage zu wiederholen und anschließend weiterzuführen.
  2. Call and Response: Äffle und Pferdle übernehmen nacheinander eigene Teile und reagieren musikalisch aufeinander. Später treten sie gemeinsam auf. Dadurch entsteht ein dialogischer Aufbau, der sich mit dem Ruf-und-Antwort-Prinzip vergleichen lässt.
  3. Harmonik: Automatische Akkordanalyse-Dienste ordnen die Aufnahme überwiegend dem tonalen Zentrum F zu und erkennen unter anderem F, B-Dur beziehungsweise B♭ sowie C beziehungsweise C7. Diese Akkorde entsprechen in F grundsätzlich den Funktionen I, IV und V, die für viele Bluesmodelle wichtig sind. Automatische Akkorderkennung ist jedoch eine Orientierungshilfe und keine autorisierte Partitur.[16]
  4. Blue Notes: Ob und wie stark abgesenkte oder flexibel intonierte dritte, fünfte oder siebte Stufen tatsächlich in einzelnen Phrasen vorkommen, sollte durch genaues Hören untersucht werden. Das Merkmal gehört zum Bluesvokabular, darf aber nicht automatisch jedem Stück mit „Blues“ im Titel zugeschrieben werden.
  5. Rhythmus: Achte beim Hören darauf, ob Du eine gleichmäßige Unterteilung, Shuffle-Nähe, Swing-Gefühl oder andere rhythmische Akzente wahrnimmst. Begründe Deine Einschätzung mit konkreten Zeitstellen.
  6. Blues als Stilzitat: Der Song nutzt den Blues nicht als Ausdruck persönlicher Not im historischen Sinn, sondern als humoristische Form, in der die Figuren ihre Vorlieben überhöhen.


Kurze Score-Beispiele: Blues verstehen, ohne die Originalmelodie zu kopieren

Die folgenden Beispiele sind eigens für diesen aiMOOC komponiert. Sie sind keine Transkription des Hafer- und Bananenblues.

Beispiel 1: I–IV–I–V als verkürztes Bluesmodell in F


\relative c' {
  \key f \major
  \time 4/4
  <f a c>1 |
  <bes d f>1 |
  <f a c>1 |
  <c e g bes>1 |
}

Hier hörst beziehungsweise siehst Du vier harmonische Funktionen: F-Dur als I. Stufe, B-Dur als IV. Stufe, erneut F-Dur und C7 als V. Stufe. Ein vollständiger 12-Takt-Blues wäre länger; das Beispiel bleibt absichtlich kurz.

Beispiel 2: selbst erfundene Bluesfärbung mit erniedrigter Terz


\relative c' {
  \key f \major
  \time 4/4
  f4 aes8 a c4 f, |
  c'4 bes8 a f2 |
}

Das A♭ erzeugt im Umfeld von F eine typische Spannung zur Durterz A. Solche Reibungen helfen Dir zu verstehen, was mit dem Begriff Blue Note gemeint sein kann. Die genaue Intonation im Blues ist in echter Aufführung oft flexibler, als eine traditionelle Notenschrift zeigen kann.

Beispiel 3: Call and Response


\relative c' {
  \key f \major
  \time 4/4
  f4 a c8 bes a4 |
  r2 c4 bes |
  a4 f g8 a bes4 |
  f1 |
}

Stell Dir die ersten beiden Takte als Ruf und die folgenden beiden als Antwort vor. Im Unterricht kann die Klasse zwei Gruppen bilden und daraus eigene kurze musikalische Dialoge entwickeln.


Inhaltserschließung und Humor


Worum geht es?

Der Liedinhalt ist bewusst einfach. Äffle und Pferdle preisen jeweils das Futter, das zu ihrer Tierfigur passt. Daraus entsteht ein komischer Wettstreit, der am Ende in ein gemeinsames Lied mündet. Inhaltlich geht es deshalb weniger um Nahrung als um Figurenidentität, Übertreibung und freundschaftlichen Gegensatz.

Ein sehr kurzes Originalzitat lautet: „Das isch der Bananenblues“. Mehr Liedtext wird hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht wiedergegeben.

Sinngemäß lässt sich die Liedidee in Standardsprache so zusammenfassen: Das Äffle erklärt Bananen zu etwas beinahe Unentbehrlichem, das Pferdle macht dasselbe mit Hafer. Beide Figuren steigern ihre Vorlieben ins Absurde und verbinden sie schließlich zu einem gemeinsamen Blues. Diese Zusammenfassung ist eine Inhaltsparaphrase und keine Übersetzung des vollständigen Liedtextes.


Wie entsteht der Humor?

Übertreibung ist das wichtigste Verfahren. Banane und Hafer werden nicht beiläufig erwähnt, sondern wie große Lebensfragen behandelt. Dazu kommen Wortspiele, Tierlogik und eine sehr direkte Figurenrede.

Ein zweiter Humorbaustein ist der Kontrast: Pferdle und Äffle sind verschieden, gehören aber als Duo zusammen. Im Lied wird der Unterschied zunächst betont und danach musikalisch verbunden.

Ein dritter Baustein ist die regionale Stimme. Der Witz liegt nicht nur in dem, was gesagt wird, sondern auch darin, wie es klingt. Sprachmelodie, Lautung und Dialektorthografie tragen zur Wiedererkennbarkeit bei.


Schwäbische Sprache und regionale Identität


Dialekt als Stilmittel

Der veröffentlichte Single-Titel D’r Haf’r- ond Banane-Blues zeigt bereits eine dialektnahe Schreibweise. Formen wie d’r, Haf’r oder ond markieren regionale Aussprache und unterscheiden sich bewusst vom Standarddeutschen. Im gesprochenen Material begegnen außerdem Formen wie isch statt standardsprachlich ist.

Wichtig ist: Schwäbisch ist keine überall identische Sprachform. Es gibt regionale und soziale Varianten. Die Schreibweise in einem Cartoon oder Lied bildet deshalb nicht „das Schwäbische“ vollständig ab, sondern stilisiert bestimmte Merkmale für Wiedererkennung und Humor.

Die Karte zeigt die ungefähre Lage des schwäbischen Dialektraums innerhalb des Oberdeutschen. Sie steht auf Wikimedia Commons unter CC BY-SA 4.0.[17]


Sprache schafft Zugehörigkeit

Dialekt kann Identität stiften, weil Menschen darin Herkunft, Familie, Alltag oder regionale Gemeinschaft wiedererkennen. Gleichzeitig kann Dialekt für Außenstehende erklärungsbedürftig sein. Pferdle und Äffle nutzen diesen doppelten Effekt: Für viele Menschen aus der Region klingt die Sprache vertraut; andere erleben sie als auffälliges kulturelles Merkmal.

Regionale Identität entsteht hier nicht allein durch Sprache. Auch die Herkunft aus dem SDR-Fernsehen, die Bezüge zu Stuttgart, das Pferd im Stadtwappen, die Wilhelma, die wiederkehrenden Fernsehauftritte und die langjährige Erinnerung des Publikums greifen ineinander.


Medienkompetenz und Urheberrecht

Bei älteren Kultfiguren ist es wichtig, zwischen freiem Material und lediglich öffentlich zugänglichem Material zu unterscheiden.

  1. Wikimedia Commons: Die in diesem aiMOOC eingebundenen Fotos und Karten besitzen jeweils ausgewiesene freie Lizenzen oder sind gemeinfrei. Die genaue Lizenz findest Du auf der jeweiligen Dateiseite.
  2. YouTube: Ein öffentlich sichtbares Video ist nicht automatisch frei lizenziert. Die hier eingebetteten Videos werden als offizielle Quellen genutzt; Rechte an Bild, Ton, Figuren und Musik verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
  3. Liedtext: Ein vollständiger moderner Songtext darf nicht einfach in einen OER-Kurs kopiert werden. Deshalb wird hier nur ein kurzes Zitat zur Analyse verwendet.
  4. Partitur: Auch eine vollständige Transkription einer geschützten Melodie kann urheberrechtlich problematisch sein. Deshalb enthält der aiMOOC ausschließlich kurze, neu komponierte Beispiele zur Erklärung allgemeiner Bluesmerkmale.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wofür wurden Pferdle und Äffle ursprünglich im SDR-Fernsehen eingesetzt? (Als kurze Werbetrenner zwischen Werbespots) (!Als Figuren einer täglichen Nachrichtensendung) (!Als Maskottchen eines Fußballvereins) (!Als Figuren eines Kinofilms)




In welchem Jahr erschien das Pferdle erstmals im SDR-Werbefernsehen? (1960) (!1950) (!1976) (!1986)




Welches Tier verweist besonders auf das Stuttgarter Stadtwappen? (Das Pferdle) (!Das Äffle) (!Schlabbinchen) (!Ein Papagei)




Wann erschien D’r Haf’r- ond Banane-Blues als frühe Single? (1976) (!1963) (!1989) (!2004)




Welche drei harmonischen Funktionen sind für viele Bluesmodelle besonders typisch? (I IV und V) (!II III und VI) (!I II und III) (!IV VI und VII)




Was bedeutet Call and Response in der Musik? (Ruf und Antwort zwischen musikalischen Stimmen) (!Eine ausschließlich instrumentale Einleitung) (!Eine Pause am Ende jedes Taktes) (!Das Verdoppeln der Lautstärke)




Welche Aussage zu Blue Notes ist richtig? (Sie können abgesenkte oder flexibel intonierte Tonstufen erzeugen) (!Sie bezeichnen ausschließlich sehr hohe Töne) (!Sie kommen nur in klassischer Oper vor) (!Sie sind identisch mit Pausenzeichen)




Warum wird im aiMOOC nicht der vollständige Liedtext wiedergegeben? (Weil der Liedtext urheberrechtlich geschützt sein kann) (!Weil Schwäbisch nicht geschrieben werden darf) (!Weil Liedtexte grundsätzlich keine Sprache sind) (!Weil nur Instrumentalmusik analysiert werden darf)




Welche Funktion hat der Dialekt bei Pferdle und Äffle besonders? (Er unterstützt Humor und regionale Wiedererkennbarkeit) (!Er macht jede Übersetzung unmöglich) (!Er ersetzt die Musik vollständig) (!Er beweist eine einheitliche Aussprache aller Schwaben)




Was ist bei den Score-Beispielen in diesem aiMOOC wichtig? (Sie sind selbst erstellt und keine Originaltranskription) (!Sie geben die vollständige Originalmelodie wieder) (!Sie enthalten den vollständigen Liedtext) (!Sie stammen aus der gedruckten Single-Partitur)





Memory

Werbetrenner kurze Einspielung zwischen Werbespots
Armin Lang maßgeblicher Erfinder und Produzent
Call and Response musikalisches Ruf-und-Antwort-Prinzip
Blue Notes charakteristische flexible oder abgesenkte Tonstufen
Schwäbisch regionale Sprachvarietät
Wilhelma Stuttgarter Bezugspunkt des Äffles
Hafer Motiv des Pferdles
Banane Motiv des Äffles





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Werbefernsehen ursprünglicher Medienkontext der Figuren
Wiederholung wichtiges Gestaltungsmittel in Text und Blues
Dialekt Mittel regionaler Wiedererkennbarkeit
Stufenharmonik Zusammenhang von I IV und V
Stilzitat humorvolle Übernahme von Bluesmerkmalen






Kreuzworträtsel

Stuttgart Mit welcher Stadt ist das Pferdle über das Wappentier besonders verbunden?
Wilhelma Welche Stuttgarter Einrichtung wird als Bezugspunkt für das Äffle genannt?
Schwäbisch Welche regionale Sprachvarietät sprechen die Figuren?
Hafer Welches Nahrungsmittel gehört im Lied zum Pferdle?
Banane Welches Nahrungsmittel gehört im Lied zum Äffle?
Blues Welche Musikbezeichnung trägt der Song bereits im Titel?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Pferdle erschien erstmals

im SDR-Werbefernsehen. Das Äffle folgte wenige Jahre später und wurde Teil eines bekannten

. Die Figuren sprechen in vielen späteren Clips

. Der Song wurde 1976 als

veröffentlicht. Typische Bluesmodelle arbeiten häufig mit den harmonischen Stufen

. Das musikalische Wechselspiel von Ruf und Antwort heißt

. Regionale Sprache kann zur kulturellen

beitragen. Die Score-Beispiele in diesem aiMOOC sind bewusst

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre das offizielle SWR-Video und notiere drei Stellen, an denen sich Äffle und Pferdle musikalisch oder sprachlich abwechseln.
  2. Dialektvergleich: Sammle fünf Wörter oder Lautformen aus einem kurzen Clip und formuliere jeweils eine standarddeutsche Entsprechung, ohne größere Teile des Liedtextes zu kopieren.
  3. Bildanalyse: Untersuche das Stuttgarter Wappen und erkläre, warum das Pferd als Figur für eine Stuttgarter Medienproduktion besonders naheliegend war.
  4. Humor: Erfinde zwei eigene, urheberrechtlich unabhängige Zweizeiler, in denen zwei Tiere ihre Lieblingsspeisen übertrieben wichtig nehmen.


Standard

  1. Bluesanalyse: Erstelle ein Hörschema mit Zeitmarken und prüfe, wo Wiederholung, Antwortstrukturen und harmonische Wechsel erkennbar werden.
  2. Medienzeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste von 1960 bis heute mit Fernsehen, Tonträgern, DVD, Internetvideo und sozialen Medien.
  3. Regionalität: Vergleiche Pferdle und Äffle mit einer anderen regional bekannten Medienfigur. Untersuche Sprache, Ort, Verbreitung und Zielgruppen.
  4. Score: Komponiere mit der Score-Erweiterung ein eigenes viertaktiges Call-and-Response-Motiv in F, ohne Material aus dem Originalsong zu übernehmen.


Schwer

  1. Quellenkritik: Vergleiche mindestens drei Quellen zur Entstehung der Figuren. Markiere Übereinstimmungen, Unterschiede und mögliche Gründe für abweichende Jahresangaben oder Formulierungen.
  2. Musiktheorie: Prüfe durch Gehör und Instrument, ob ein ausgewählter kurzer Abschnitt des Liedes eher einem strengen 12-Takt-Schema oder einer freieren Bluesstilisierung entspricht. Veröffentliche keine vollständige Transkription.
  3. Medienkultur: Führe Interviews mit zwei Generationen darüber, welche Erinnerungen sie mit Pferdle und Äffle verbinden. Werte Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus.
  4. OER-Projekt: Produziere ein eigenes kurzes Lernvideo über Blues, Dialekt und regionale Medienfiguren. Nutze ausschließlich selbst erstellte oder frei lizenzierte Bilder, Musik und Texte und dokumentiere die Lizenzen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Blues: Erkläre an einem selbst gewählten Lied, ob und wie dort Wiederholung, I-IV-V-Harmonik, Blue Notes oder Call and Response auftreten. Vergleiche anschließend mit dem Hafer- und Bananenblues.
  2. Medienwandel: Begründe, wie sich die Bedeutung eines 20-sekündigen Werbetrenners verändert, wenn er Jahrzehnte später als jederzeit abrufbares Internetvideo angesehen wird.
  3. Sprache und Identität: Diskutiere, unter welchen Bedingungen Dialekt Zugehörigkeit stärken kann und wann er für andere Menschen eine Zugangshürde bildet.
  4. Humor und Form: Analysiere, warum die Verbindung eines traditionsreichen Musikbegriffs wie Blues mit alltäglichen Tierfuttermotiven komisch wirken kann.
  5. Urheberrecht und OER: Entwickle einen Plan für ein Schulprojekt zum Lied, bei dem keine vollständigen geschützten Texte, Noten oder unfreien Bilder kopiert werden.
  6. Quellenbewertung: Bewerte die Aussagekraft einer offiziellen Rechteinhaber-Seite, einer Rundfunkquelle, einer Enzyklopädie und einer automatischen Akkordanalyse. Welche Quelle eignet sich für welche Frage?




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten aufzählst, sondern Zusammenhänge nachvollziehbar erklärst. Du solltest:

  1. die Entstehung von Pferdle und Äffle im Kontext des SDR-Werbefernsehens zeitlich einordnen,
  2. die Verbindung von Pferdle, Stuttgart und Stadtwappen sowie den Bezug des Äffles zur Wilhelma erklären,
  3. die Veröffentlichungsgeschichte des Hafer- und Bananenblues in Grundzügen darstellen,
  4. typische Bluesmerkmale fachsprachlich beschreiben und vorsichtig zwischen allgemeinem Bluesmodell und konkreter Songanalyse unterscheiden,
  5. die Funktion des schwäbischen Dialekts für Humor und regionale Identität erläutern,
  6. Medienwandel vom linearen Fernsehen zu DVD, Mediathek und Internetvideo analysieren,
  7. Quellen nach Herkunft und Aussagekraft unterscheiden,
  8. urheberrechtlich geschütztes Material von frei lizenziertem oder selbst erstelltem Material unterscheiden,
  9. ein eigenes kurzes musikalisches oder mediales Analyseprodukt erstellen und seine Quellen dokumentieren.




Quellen und weiterführende Medien

  1. SWR: Die Geschichte hinter Äffle & Pferdle
  2. SWR: Warum Äffle & Pferdle Affe und Pferd sind
  3. Offizielle Seite: Geschichte von Äffle & Pferdle
  4. Interview mit Armin Lang junior
  5. Wikipedia: Äffle & Pferdle
  6. hitparade.ch: D’r Haf’r- ond Banane-Blues
  7. Musik-Sammler: Tonträgergeschichte
  8. Smithsonian Folkways: Building the Blues
  9. Smithsonian Music: Blues, Wiederholung und Call and Response
  10. SWR: Hitparade 2025
  11. Wikimedia Commons: Stuttgarter Wappen
  12. Wikimedia Commons: Wilhelma
  13. Wikimedia Commons: Haferfeld
  14. Wikimedia Commons: Banane
  15. Wikimedia Commons: Karte des schwäbischen Sprachraums
  16. Wikimedia Commons: W. C. Handy


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