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Pferdle und Äffle – Der Hafer- und Bananenblues

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Pferdle und Äffle – Der Hafer- und Bananenblues




Einleitung

Pferdle und Äffle – Der Hafer- und Bananenblues verbindet Musik, Humor, Dialekt, Mediengeschichte und regionale Identität. Die beiden schwäbisch sprechenden Zeichentrickfiguren wurden für das Werbefernsehen des damaligen Süddeutschen Rundfunks entwickelt. Das Pferdle erschien 1960 erstmals im Fernsehen, das Äffle kam 1963 hinzu. Aus kurzen Werbetrennern entwickelte sich ein langlebiges Stück südwestdeutscher Populärkultur.

Dieser aiMOOC untersucht den Hafer- und Bananenblues nicht nur als humoristisches Lied, sondern als Medienprodukt: Du lernst typische Merkmale des Blues kennen, prüfst, wie das Lied mit diesen Merkmalen spielt, untersuchst schwäbische Sprache und Wortwitz und fragst danach, warum regionale Figuren über Jahrzehnte Identität stiften können.

Urheberrechtlicher Hinweis: Der vollständige Liedtext und die vollständige Melodie werden hier bewusst nicht wiedergegeben. Für die Textanalyse wird nur ein sehr kurzes Zitat verwendet. Die Notenbeispiele in der MediaWiki-Extension Score sind neu erstellte Unterrichtsbeispiele und keine Transkriptionen der geschützten Songmelodie.

Das Video stammt vom offiziellen YouTube-Kanal von Äffle & Pferdle. Es dient als Hör- und Sehquelle. Ein YouTube-Embed ist nicht automatisch eine freie Lizenz und darf deshalb nicht mit einer frei nachnutzbaren OER-Datei verwechselt werden.


Lernziele

Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du den historischen Medienkontext von Äffle & Pferdle erklären, typische Bluesmerkmale beschreiben, musikalische Beobachtungen von Vermutungen unterscheiden, kurze Höranalysen formulieren, schwäbische Sprachmerkmale am Titel und an kurzen Zitaten erkennen, Formen regionalen Humors untersuchen und die Rolle von Medienfiguren für regionale Identität reflektieren.


Entstehungsgeschichte von Pferdle und Äffle

Die Figuren wurden 1959 im Umfeld des Stuttgarter Trickfilmers und Produzenten Armin Lang senior für den SDR entwickelt. Die Aufgabe war, das neu entstehende Werbefernsehen durch kurze humoristische Einspieler aufzulockern. Nach Angaben von LANG-FILM erschien das Pferdle am 2. Januar 1960 erstmals im Werbefernsehen; 1963 kam das Äffle hinzu. Zum frühen Zeichner- und Entwurfsteam gehörten neben Armin Lang auch Werner Klein und Volker Lang.

Das Pferdle knüpft an das Stuttgarter Wappentier an. Dadurch war bereits die Tierwahl regional lesbar: Stuttgart führt ein steigendes schwarzes Pferd im Wappen.

Medienrechtlicher Hinweis zum Wappen: Die verwendete Commons-Datei wird dort als gemeinfreies amtliches Wappenbild geführt. Unabhängig vom Urheberrecht können für die Verwendung amtlicher Hoheitszeichen besondere rechtliche Regeln gelten.

Das Äffle wird in SWR-Material mit der Stuttgarter Wilhelma in Verbindung gebracht. Aus der Paarung von Pferd und Affe entstand ein komisches Duo mit unterschiedlichen Temperamenten, Stimmen und Interessen.


Vom stummen Werbetrenner zur sprechenden Kultfigur

Die frühen Filme waren kurz, schwarz-weiß und zunächst ohne gesprochene Dialoge. Gegen Ende der 1960er Jahre wurden die Spots farbig. In den 1970er Jahren begannen die Figuren zu sprechen und wurden stark mit schwäbischem Dialekt verbunden. Armin Lang sprach beide Figuren über viele Jahre selbst.

Die kurzen Einspieler standen zwischen Werbespots im Vorabendprogramm. Gerade diese wiederkehrende Platzierung war mediengeschichtlich wichtig: Die Figuren mussten keine lange Handlung tragen. Wiedererkennung entstand durch kurze Situationen, visuelle Pointen, wiederkehrende Charakterzüge und später durch Sprache. Nach Angaben der offiziellen Geschichtsseite wurden im Lauf der Zeit über 1.900 Spots für SDR beziehungsweise SWR produziert.

Der Stuttgarter Fernsehturm steht hier als frei lizenziertes Bild für die Fernseh- und Rundfunkgeschichte der Region.

2001 stellte der SWR die Produktion neuer klassischer Einspieler ein. Die bereits vorhandenen Spots blieben jedoch Teil der Erinnerungskultur. Später wurden Äffle und Pferdle in Büchern, Kalendern, Werbeaktionen, Live-Auftritten, Onlinevideos und neuen Animationen weitergeführt. Der SWR griff die Figuren zudem in der Landesschau Baden-Württemberg wiederholt redaktionell auf.


Der Hafer- und Bananenblues: Veröffentlichung und Einordnung

Der Hafer- und Bananenblues gehört zu den bekanntesten musikalischen Auftritten des Duos. Eine 7-Zoll-Single ist für 1976 unter dem dialektalen Titel D’r Haf’r- ond Banane-Blues dokumentiert; als Kennzeichnung findet sich SP 1976 bei Rundfunkwerbung Stuttgart. Für eine spätere Veröffentlichung bei Polydor werden Carl J. Schäuble als Textautor und Bernd Rabe als Komponist genannt.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen verschiedenen Veröffentlichungen und Fassungen: Die historische Single, spätere Tonträgerveröffentlichungen und die heute online angebotene remasterte Videofassung sind nicht einfach dasselbe Medienobjekt. Für eine genaue Quellenarbeit solltest Du deshalb immer angeben, welche Fassung Du gehört oder untersucht hast.

Hafer und Banane funktionieren als sofort verständliche Figurenmotive: Das Pferdle wird mit Hafer, das Äffle mit Bananen verbunden. Das Lied steigert diese einfachen Zuordnungen humoristisch und macht aus alltäglichem Tierfutter ein scheinbar großes musikalisches Thema.


Inhaltserschließung ohne vollständigen Liedtext

Der Text ist urheberrechtlich geschützt. Für die Analyse genügt ein sehr kurzes Beispiel wie „Das isch der Bananen-Blues“. Schon daran lassen sich drei Dinge beobachten: Dialekt, Wiederholung und die spielerische Selbstbezeichnung als Blues.

Sinngemäß entfaltet das Lied zwei Perspektiven: Das Äffle überhöht die Banane als unverzichtbar, das Pferdle entsprechend den Hafer. Die beiden Einzelpositionen werden schließlich zusammengeführt. Die Komik entsteht nicht aus einem dramatischen Konflikt, sondern aus der Übertreibung einer banalen Vorliebe und aus dem Gegensatz zweier Tierfiguren, die ihre jeweilige Nahrung mit großer Ernsthaftigkeit verteidigen.

Eine vollständige Übersetzung ist nicht nötig: Das Lied ist kein fremdsprachiger Song, sondern verwendet schwäbisch gefärbtes Deutsch. Für Lernende, die den Dialekt nicht verstehen, ist eine sinngemäße standarddeutsche Inhaltsparaphrase didaktisch sinnvoller als eine Zeile-für-Zeile-Wiedergabe des geschützten Textes.


Was macht einen Blues aus?

Der Blues ist eine afroamerikanische Musiktradition mit einer komplexen Geschichte. Im Unterricht werden häufig einige besonders gut hör- und analysierbare Merkmale behandelt: wiederkehrende Formmodelle, Call-and-Response-Strukturen, Wiederholung und Variation, sogenannte Blue Notes sowie typische rhythmische Gestaltungen. Ein verbreitetes Modell ist der 12-taktige Blues mit den harmonischen Funktionen I, IV und V. Dieses Schema ist jedoch keine zwingende Voraussetzung dafür, dass ein Stück mit Bluesmerkmalen arbeitet.

Ein vereinfachtes Funktionsschema kann so aussehen:

Takte 1–4 Takte 5–8 Takte 9–12
I – I – I – I IV – IV – I – I V – IV – I – V

Dieses Schema ist ein allgemeines Bluesmodell, keine Transkription des Hafer- und Bananenblues.


Bluesmerkmale im Hafer- und Bananenblues kritisch untersuchen

Merkmal Im Blues allgemein Beobachtung am Hafer- und Bananenblues
Wiederholung Phrasen, Motive und Textzeilen werden häufig wiederholt und variiert. Die sprachliche Gestaltung arbeitet deutlich mit Wiederholung. Das unterstützt Wiedererkennbarkeit und Pointe.
Call and Response Ein musikalischer oder sprachlicher Ruf erhält eine Antwort. Der Wechsel zwischen Äffle und Pferdle erzeugt eine dialogische Ruf-Antwort-Wirkung.
AAB-Prinzip Eine Aussage kann wiederholt und anschließend durch eine neue Zeile beantwortet werden. Einzelne Textpassagen erinnern durch Wiederholung und anschließende Weiterführung an dieses Prinzip. Eine vollständige formale Gleichsetzung sollte aber am konkreten Audiobeispiel geprüft werden.
12-Takt-Schema Sehr verbreitet, aber nicht in jedem Blues identisch. Ob und wie weit die konkrete Aufnahme exakt einem 12-Takt-Schema folgt, sollte durch Zählen der Takte und Bestimmen der Harmoniewechsel überprüft werden, statt es nur aus dem Titel abzuleiten.
Blue Notes Charakteristische melodische Färbungen betreffen unter anderem erniedrigte oder flexibel intonierte Tonstufen. Sie lassen sich nur durch genaues Hören oder eine verlässliche Transkription belegen. Der Begriff „Blues“ im Titel allein ist kein Beweis.
Shuffle oder Swing Ungleich gewichtete Unterteilungen können einen rollenden Groove erzeugen. Auch dieses Merkmal muss hörend überprüft werden. Unterscheide zwischen tatsächlicher Rhythmik und bloßer Genre-Assoziation.
Humoristische Überformung Kein notwendiges Bluesmerkmal. Für dieses Lied zentral: Bluesgesten werden mit Tierfiguren, Dialekt und Essensmotiven zu einer regionalen Musikkomödie verbunden.

Die wichtigste analytische Haltung lautet deshalb: Nicht alles, was „Blues“ heißt, muss alle Lehrbuchmerkmale erfüllen. Du kannst präzise zwischen hörbaren Merkmalen, textlichen Anspielungen und bloßen Erwartungen unterscheiden.


Blue Notes als freies Anschauungsbild

Die abgebildete Datei auf Wikimedia Commons ist gemeinfrei. Sie veranschaulicht eine Blues-Skala in C. Das Bild analysiert nicht die Melodie des Hafer- und Bananenblues, sondern hilft Dir, den Begriff Blue Note grundsätzlich zu verstehen.


Kurze selbst erstellte Score-Beispiele

Die folgenden Beispiele wurden für diesen aiMOOC neu erstellt. Sie dienen ausschließlich dazu, allgemeine Bluesmerkmale hörbar zu machen. Sie stammen nicht aus der Melodie des Hafer- und Bananenblues.


Score-Beispiel 1: kleine Blues-Färbung

Dieses Dreitakt-Beispiel verwendet Töne einer C-Blues-Skala und hebt den Tritonus als markante Färbung hervor.


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  c4 ees f fis |
  g4 bes g f |
  ees2 c2
}

Höre darauf, wie sich die chromatische beziehungsweise „bluesige“ Färbung von einer einfachen Dur-Tonleiter unterscheidet.


Score-Beispiel 2: frei erfundenes Call and Response


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  c4 ees g ees |
  c2 r2 |
  g'4 f ees c |
  c1
}

Die ersten beiden Takte kannst Du als Ruf hören, die folgenden beiden als Antwort. Übertrage diese Idee auf den Rollenwechsel zwischen Äffle und Pferdle.


Score-Beispiel 3: vereinfachtes Shuffle-Gefühl


\relative c {
  \clef bass
  \key c \major
  \time 4/4
  \tuplet 3/2 { c8 g' c, }
  \tuplet 3/2 { c8 a' c, }
  \tuplet 3/2 { c8 g' c, }
  \tuplet 3/2 { c8 a' c, }
}

Das Beispiel zeigt eine ternäre Unterteilung, wie sie bei Shuffle-Grooves vorkommen kann. Auch dieses Muster ist unabhängig vom Originalsong erfunden.


Schwäbischer Humor

Der Humor der Figuren funktioniert auf mehreren Ebenen. Erstens werden Tiere vermenschlicht: Sie reden, argumentieren, singen und entwickeln erkennbare Haltungen. Zweitens werden kleine Alltagsthemen überhöht. Aus Hafer und Banane wird ein musikalisches Grundsatzthema. Drittens lebt der Witz vom Gegensatz der beiden Figuren. Jede Figur besitzt ihre eigene Perspektive, doch der Streit bleibt freundlich und endet im gemeinsamen Spiel.

Typisch ist auch die Verbindung aus regionaler Sprache und Pointenökonomie. Die ursprünglichen Werbetrenner waren sehr kurz. Dadurch mussten Situationen schnell verständlich sein. Dialekt, Stimme, wiederkehrende Rollen und bekannte Figuren verkürzten den Erklärungsaufwand.

Der Humor ist deshalb nicht nur „ein Witz auf Schwäbisch“. Er ist ein Zusammenspiel aus Figurendesign, Timing, Rollenverteilung, Sprachklang, regionalem Wissen und Medienformat.


Schwäbische Sprache und regionale Identität

Bereits die Namen Äffle und Pferdle enthalten die im Schwäbischen verbreitete Diminutivendung -le. Auch der historische Singletitel D’r Haf’r- ond Banane-Blues markiert regionale Aussprache und Schreibweise sichtbar. Apostrophe zeigen ausgelassene beziehungsweise stark reduzierte Vokale; ond steht hier anstelle des standarddeutschen und.

Dialekt ist dabei mehr als Lautung. Er kann Nähe, Gruppenzugehörigkeit, Humor und Erinnerungen erzeugen. Das Land Baden-Württemberg beschreibt Dialekte ausdrücklich als Teil kultureller und regionaler Identität. Zugleich ist wichtig, nicht von „dem einen Schwäbisch“ auszugehen: Schwäbisch gehört zu einer vielfältigen Dialektlandschaft mit regionalen Varianten.


Warum die Figuren regional identitätsstiftend wirken können

Pferdle und Äffle verbinden mehrere regionale Zeichen miteinander: den Stuttgarter Rundfunkkontext, das Pferd als Stuttgarter Wappentier, die schwäbische Sprachfärbung und Themen aus dem Alltagsleben im Südwesten. Durch jahrzehntelange Wiederholung im Fernsehen wurden diese Zeichen für viele Zuschauerinnen und Zuschauer mit Kindheit, Familie und regionaler Mediengeschichte verbunden.

Regionale Identität entsteht dabei nicht automatisch und nicht bei allen Menschen gleich. Manche verbinden starke Erinnerungen mit den Figuren, andere kennen sie nur aus späteren Wiederholungen oder gar nicht. Deshalb ist es sinnvoller, von einem Angebot zur Identifikation zu sprechen als von einer Eigenschaft, die allen Menschen einer Region zugeschrieben werden könnte.


Mediengeschichte: vom linearen Fernsehen zur Online-Erinnerung

Die Entwicklung der Figuren lässt sich als kleine Mediengeschichte lesen:

Phase Medium und Form Bedeutung
Ende der 1950er Jahre Entwicklung für das Werbefernsehen des SDR Kurze Trenner sollen Werbung auflockern.
1960 Erster Fernsehauftritt des Pferdles Regionale Figur wird Teil des regelmäßigen Vorabendprogramms.
1963 Äffle kommt hinzu Aus der Einzelfigur wird ein dialogisches Duo.
Ende der 1960er Jahre Farbfernsehen Die visuelle Gestaltung verändert sich.
1970er Jahre Gesprochene Dialoge und Lieder Schwäbisch wird ein zentrales Erkennungsmerkmal.
1976 Dokumentierte Single des Hafer- und Bananenblues Die Figuren wechseln vom kurzen TV-Spot zusätzlich in den Tonträgerbereich.
1980er Jahre Erweiterung des Figurenkosmos Schlabbinchen ergänzt das Duo zeitweise.
2001 Ende neuer klassischer SWR-Einspieler Das Archiv gewinnt gegenüber der laufenden Produktion an Bedeutung.
Seit den 2000er Jahren DVD, Web, YouTube, Bücher, Social Media Alte Figuren werden in neuen Medien erneut auffindbar und kommentierbar.
Gegenwart Neue Animationen, Marken- und Kulturauftritte Die Figuren werden zugleich nostalgisch erinnert und weitergeführt.

Der Wechsel vom linearen Fernsehen zu Onlineplattformen verändert die Nutzung: Früher begegnete man den Figuren zu einer festgelegten Sendezeit zwischen Werbung; heute können einzelne Clips gezielt gesucht, geteilt und wiederholt angesehen werden. Damit wird aus einem flüchtigen Werbetrenner ein dauerhaft abrufbares Archivobjekt.

Dieses SWR-Video bietet eine zweite audiovisuelle Quelle. Vergleiche Schnitt, Länge, Tonqualität und Kontext mit der Fassung des offiziellen Äffle-&-Pferdle-Kanals.


Höranalyse: So gehst Du methodisch vor

Höre die offizielle Aufnahme mindestens dreimal mit unterschiedlichen Fragestellungen. Beim ersten Hören konzentrierst Du Dich auf Gesamtwirkung, Figurenrollen und Humor. Beim zweiten Hören zählst Du Takte, markierst Wiederholungen und achtest auf Harmoniewechsel. Beim dritten Hören beobachtest Du Sprachrhythmus, mögliche Call-and-Response-Wirkungen, instrumentale Einwürfe und den Übergang zwischen den Figuren.

Eine gute Analyse trennt Beobachtung und Deutung. „Pferdle und Äffle wechseln sich stimmlich ab“ ist eine Beobachtung. „Der Wechsel wirkt wie ein komisches Streitgespräch“ ist eine Deutung. Beide Ebenen sind wichtig, sollten aber nicht verwechselt werden.


Besonderheiten des Liedes

Der Hafer- und Bananenblues ist besonders interessant, weil mehrere kulturelle Ebenen zugleich zusammenkommen. Er ist ein Lied von Zeichentrickfiguren, ein Produkt regionaler Fernsehgeschichte, eine humoristische Annäherung an Blueskonventionen, ein Dialektstück und ein Erinnerungsmedium. Seine Wirkung hängt deshalb nicht nur von Harmonik und Melodie ab, sondern auch von Figurenwissen, Bildsprache, regionaler Aussprache und dem historischen Fernsehkontext.

Das Stück eignet sich im Unterricht besonders für die Frage, wie ein Genre in populärer Kultur zitiert, vereinfacht, parodiert oder regional neu gedeutet werden kann.


Rechtssichere und frei lizenzierte Medien

Die im aiMOOC eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien wurden über ihre jeweiligen Dateiseiten auf Lizenzangaben geprüft.

Datei Einsatz im aiMOOC Lizenz laut Commons-Dateiseite Nachweis
Banana.png Bananenmotiv Public Domain Wikimedia Commons
Avena-sativa.jpg Hafermotiv CC BY-SA 2.5 Wikimedia Commons
DEU Stuttgart 1987 COA.svg Stuttgarter Wappentier Gemeinfrei als amtliches Wappenbild; zusätzliche Regeln für Hoheitszeichen beachten Wikimedia Commons
Stuttgart Fernsehturm.jpg Rundfunk- und Regionalgeschichte CC BY-SA 4.0 Wikimedia Commons
Twelve-Bar Blues Progression.jpg 12-Takt-Blues CC BY-SA 4.0 Wikimedia Commons
Blues Scale in C.png Blues-Skala Public Domain Wikimedia Commons

Die YouTube-Videos stammen aus offiziellen Kanälen von Äffle & Pferdle beziehungsweise SWR Landesschau Baden-Württemberg. Sie sind hier eingebettet, nicht kopiert. Ohne ausdrückliche freie Lizenz dürfen die Videos nicht einfach heruntergeladen, neu hochgeladen oder als OER ausgegeben werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wofür wurden Pferdle und Äffle ursprünglich entwickelt? (Für kurze Einspieler im Werbefernsehen des SDR) (!Für eine Kinofilmreihe) (!Für ein Schulbuch über Tierhaltung) (!Für eine Stuttgarter Straßenbahnkampagne)




Wann erschien das Pferdle erstmals im Fernsehen? (1960) (!1950) (!1976) (!1986)




Welches Tier kam 1963 als Partnerfigur hinzu? (Das Äffle) (!Ein Hund) (!Ein Löwe) (!Ein Papagei)




Welche sprachliche Form ist für die Namen Äffle und Pferdle typisch? (Die schwäbische Diminutivendung le) (!Eine englische Pluralendung) (!Eine lateinische Kasusendung) (!Eine französische Vorsilbe)




Welche drei harmonischen Funktionen prägen ein einfaches 12-Takt-Bluesmodell besonders? (I IV und V) (!II III und VI) (!I II und III) (!III V und VII)




Was bedeutet Call and Response in musikalischem Zusammenhang? (Ein Ruf erhält eine musikalische oder sprachliche Antwort) (!Ein Lied wird rückwärts abgespielt) (!Zwei Stücke haben dieselbe Tonart) (!Ein Chor singt immer einstimmig)




Welche Aussage zur Analyse des Hafer- und Bananenblues ist methodisch richtig? (Bluesmerkmale sollten am konkreten Hörbeispiel überprüft werden) (!Der Titel beweist automatisch ein exaktes 12-Takt-Schema) (!Jeder Blues muss identisch harmonisiert sein) (!Dialekt schließt musikalische Analyse aus)




Welche Lebensmittel stehen im Zentrum des humoristischen Liedmotivs? (Hafer und Banane) (!Kartoffel und Apfel) (!Brot und Käse) (!Linsen und Reis)




Warum ist der vollständige Liedtext in diesem aiMOOC nicht abgedruckt? (Weil der Songtext urheberrechtlich geschützt ist) (!Weil das Lied keinen Text besitzt) (!Weil nur Instrumentalmusik analysiert werden darf) (!Weil Dialekttexte grundsätzlich verboten sind)




Was gilt für die Score-Beispiele in diesem aiMOOC? (Sie sind neu erstellte Analysebeispiele und keine Songtranskriptionen) (!Sie geben die vollständige Originalmelodie wieder) (!Sie sind aus der historischen Single kopiert) (!Sie ersetzen die Originalaufnahme vollständig)





Memory

Pferdle Hafermotiv
Äffle Bananenmotiv
Armin Lang Trickfilmproduktion
SDR Werbefernsehen
Call and Response Ruf und Antwort
Blue Note charakteristische Tonfärbung
Diminutiv Endung le
Wikimedia Commons freie Mediennachweise





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Werbetrenner frühe Medienfunktion
Schwäbisch regionale Sprachform
Call and Response dialogisches Bluesmerkmal
Hafer Motiv des Pferdles
Banane Motiv des Äffles






Kreuzworträtsel

Pferdle Welche Figur verweist durch ihre Tierart auf das Stuttgarter Wappentier?
Banane Welche Frucht ist dem Äffle im Liedmotiv zugeordnet?
Hafer Welches Getreide ist dem Pferdle im Liedmotiv zugeordnet?
Blues Welches Musikgenre wird im Liedtitel ausdrücklich genannt?
Dialekt Wie nennt man eine regional geprägte Sprachvarietät?
Werbetrenner Welche ursprüngliche Fernsehfunktion hatten die kurzen Spots?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Pferdle erschien erstmals im Jahr

im Werbefernsehen. Drei Jahre später kam das

als Partnerfigur hinzu. Die Figuren wurden für den damaligen

entwickelt. Ein verbreitetes Bluesmodell umfasst

Takte. Der Wechsel von musikalischem Ruf und Antwort heißt

. Die Namen Äffle und Pferdle zeigen die schwäbische Diminutivendung

. Im Lied steht beim Pferdle der

im Mittelpunkt. Beim Äffle ist das entsprechende Motiv die

. Vollständige geschützte Songtexte werden in diesem aiMOOC aus Gründen des

nicht wiedergegeben. Die Score-Beispiele sind eigenständige

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre die offizielle Aufnahme zweimal und notiere fünf Beobachtungen, ohne sie zunächst zu bewerten.
  2. Dialekt: Sammle fünf sprachliche Merkmale aus Titel, Figurennamen und kurzen öffentlich zugänglichen Ausschnitten und formuliere jeweils eine standarddeutsche Erklärung.
  3. Medienvergleich: Vergleiche die beiden eingebetteten Fassungen des Songs hinsichtlich Bildqualität, Länge, Präsentation und Kontext.
  4. Blues: Klatsche oder spiele ein eigenes Call-and-Response-Muster und erkläre, worin Ruf und Antwort bestehen.


Standard

  1. Zwölftaktiger Blues: Zähle beim Hören Takte und prüfe, ob sich Abschnitte mit einem 12-Takt-Modell plausibel vergleichen lassen. Dokumentiere auch Stellen, an denen das Modell nicht passt.
  2. Schwäbischer Humor: Untersuche drei Humormechanismen wie Übertreibung, Gegensatz oder Vermenschlichung und belege sie ohne längere Textzitate.
  3. Regionale Identität: Führe zwei kurze Interviews mit Personen unterschiedlicher Generationen darüber, was sie mit Äffle und Pferdle verbinden. Werte Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus.
  4. Wikimedia Commons: Stelle eine Mini-Galerie mit drei frei lizenzierten Bildern zu Blues, Stuttgart oder Dialektkultur zusammen und dokumentiere Autor, Lizenz und Quelle.


Schwer

  1. Musikanalyse: Erstelle eine strukturierte Höranalyse mit Formdiagramm, harmonischen Vermutungen, Rhythmusbeobachtungen und Kennzeichnung aller unsicheren Befunde.
  2. Mediengeschichte: Gestalte eine digitale Zeitleiste von 1959 bis heute und untersuche, wie sich Funktion, Verbreitungsweg und Publikum der Figuren verändert haben.
  3. Komposition: Komponiere einen eigenen zwölf- oder achttaktigen Dialekt-Blues zu einem völlig neuen Thema. Verwende keine Melodie und keinen längeren Text aus dem Original.
  4. Medienethik: Entwickle einen Leitfaden für rechtssicheren Musikunterricht mit YouTube, Wikimedia Commons, Zitaten und selbst erstellten Notenbeispielen und wende ihn auf diesen aiMOOC an.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Blues und Parodie: Erkläre, wie ein Lied gleichzeitig Bluesmerkmale aufgreifen und diese humoristisch überformen kann. Nutze mindestens drei musikalische oder sprachliche Kriterien.
  2. Beobachtung und Deutung: Formuliere zu einer selbst gewählten Hörstelle zwei reine Beobachtungen und zwei Deutungen. Begründe, warum diese Trennung wissenschaftlich sinnvoll ist.
  3. Dialekt und Identität: Diskutiere, wie Dialekt Zugehörigkeit fördern kann, ohne dass alle Menschen einer Region dieselbe Identität teilen müssen.
  4. Medienwandel: Vergleiche die Wirkung eines kurzen Werbetrenners im linearen Fernsehen mit demselben Clip auf YouTube. Berücksichtige Auswahlfreiheit, Wiederholung, Kontext und Erinnerung.
  5. Urheberrecht und OER: Entwickle für eine Unterrichtsstunde eine Medienauswahl, die mindestens ein offizielles Video, ein frei lizenziertes Bild und ein eigenes Notenbeispiel enthält. Begründe die rechtliche Einordnung jedes Mediums.
  6. Transfer: Wähle eine andere regionale Medienfigur oder ein Dialektlied und entwirf ein Analyseschema, mit dem sich Musik, Sprache, Humor und regionale Identität vergleichend untersuchen lassen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du Fakten und Analyse unterscheiden kannst, die Mediengeschichte von Pferdle und Äffle zeitlich einordnest, zentrale Bluesbegriffe korrekt verwendest, Dialektmerkmale ohne Abwertung oder Stereotypisierung beschreibst, Humor als Zusammenspiel von Sprache, Figuren und Medienform analysierst, regionale Identität differenziert diskutierst und Quellen sowie Medienlizenzen nachvollziehbar dokumentierst.

Als besonders geeigneter Lernnachweis bietet sich ein Portfolio aus Höranalyse, kurzer Medienzeitleiste, einer selbst erstellten Score-Miniatur und einer reflektierten Quellen- und Lizenzliste an.




Quellen und weiterführende Recherche

  1. LANG-FILM: Äffle & Pferdle – Angaben zur Entwicklung 1959, zum ersten Pferdle-Auftritt 1960 und zum Äffle 1963.
  2. Offizielle Geschichte von Äffle & Pferdle – Entwicklung der Figuren, Sprache, Spots und spätere Mediengeschichte.
  3. SWR Landesschau: Die Geschichte hinter Äffle & Pferdle – redaktionelle Einordnung der Fernsehgeschichte.
  4. SWR Landesschau: Äffle-&-Pferdle-Sammlung – Clips und Beiträge zur regionalen Erinnerungskultur.
  5. Wikipedia: Äffle & Pferdle – Überblick mit weiterführenden Einzelnachweisen und Diskografiehinweisen.
  6. hitparade.ch: D’r Haf’r- ond Banane-Blues – dokumentierte 7-Zoll-Single von 1976 und Titelangaben.
  7. Smithsonian Folkways: Building the Blues – Unterrichtsmaterial zu 12-Takt-Phrasierung, Blues-Skala und Blue Notes.
  8. Baden-Württemberg: Dialekte – Dialektlandschaft sowie Bedeutung von Dialekten für Kultur und regionale Identität.
  9. Wikimedia Commons: Twelve-bar blues – freie beziehungsweise nach Lizenz nutzbare Medien zum Blues.
  10. Wikimedia Commons: Fernsehturm Stuttgart – frei lizenzierte Bilder zum regionalen Medienkontext.


OERs zum Thema

Die Wikimedia-Commons-Dateien in diesem aiMOOC sind entsprechend ihrer jeweiligen freien Lizenz beziehungsweise Gemeinfreiheit nachnutzbar. Beachte bei CC-BY-SA-Dateien insbesondere Namensnennung, Lizenzhinweis und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen.



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