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Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel

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Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel




Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel


Einleitung

Stell Dir vor, Du könntest mit einer Schar Zugvögel durch die Luft reisen. Du würdest Seen, Wälder, Meere, Wüsten, Berge und ganze Länder von oben sehen. Genau dieses Gefühl vermittelt der Naturfilm „Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel“. Der Film zeigt, wie Vögel auf ihren langen Reisen zwischen Brutgebieten und Überwinterungsgebieten unterwegs sind.

Einige Zugvögel fliegen nur einige hundert Kilometer. Andere legen auf ihren Reisen viele tausend Kilometer zurück. Sie müssen dabei Nahrung finden, schlechtem Wetter ausweichen, Hindernisse überwinden und geeignete Rastplätze erreichen. Viele Zugwege führen über Ländergrenzen hinweg. Deshalb ist Vogelschutz eine internationale Aufgabe.

Dieser aiMOOC erklärt Dir anhand des Films und verschiedener Zugvögel:

  1. warum Vögel ziehen und wie die Jahreszeiten ihre Reisen beeinflussen.
  2. wie Zugvögel ihren Weg finden.
  3. welche Flugleistungen Vögel erbringen.
  4. warum Rastplätze für Zugvögel lebenswichtig sind.
  5. warum Schutzgebiete über viele Länder hinweg zusammenarbeiten müssen.
  6. wie Du Zugvögel selbst beobachten und schützen kannst.


Der Film

„Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel“ ist ein Tier- und Dokumentarfilm aus dem Jahr 2001. Regie führten Jacques Perrin, Jacques Cluzaud und Michel Debats. Im französischen Original heißt der Film „Le Peuple migrateur“.

Der Film zeigt die Wanderungen vieler Vogelarten auf verschiedenen Kontinenten. Statt lange Erklärungen zu geben, lässt er vor allem die Bilder wirken. Oft befindet sich die Kamera scheinbar mitten zwischen fliegenden Vögeln. Dadurch kannst Du beobachten, wie sich Flügel bewegen, wie Vögel in Gruppen fliegen und wie unterschiedlich Landschaften aus der Luft aussehen.

Für viele Aufnahmen wurden besondere Fluggeräte verwendet. Einige Vögel wurden früh an Menschen und an die Aufnahmegeräte gewöhnt. So konnten die Kamerateams außergewöhnlich nahe bei den Tieren filmen.

Wichtig: Ein Naturfilm zeigt eine Auswahl von Beobachtungen. Er ersetzt keine biologische Untersuchung. Deshalb verbinden wir die Bilder des Films in diesem aiMOOC mit wissenschaftlichem Wissen über Vogelzug, Orientierung, Flug, Rast und Naturschutz.


Beobachtungsauftrag zum Film

Wenn Du den Film siehst, achte nicht nur darauf, welcher Vogel zu sehen ist. Beobachte auch:

  1. Wie bewegt sich der Vogel mit seinen Flügeln?
  2. Fliegt er allein, als Paar oder in einer Gruppe?
  3. Welche Landschaft befindet sich unter ihm?
  4. Wo landet oder rastet er?
  5. Welche Gefahren könnten auf seinem Weg auftreten?
  6. Welche Jahreszeit könnte gerade sein?

So wird aus dem Film eine Forschungsreise.


Was ist Vogelzug?

Vogelzug bedeutet, dass Vögel regelmäßig zwischen verschiedenen Gebieten wechseln. Häufig verbringen sie den Frühling und Sommer in einem Gebiet, in dem sie brüten. Im Herbst ziehen sie in Gebiete, in denen sie den Winter besser überstehen können. Im nächsten Frühjahr kehren viele wieder zurück.

Ein Vogel zieht also nicht einfach deshalb fort, weil es ihm „zu kalt“ wird. Entscheidend ist oft, ob genügend Nahrung vorhanden ist. Viele Insekten verschwinden im Winter, Gewässer können zufrieren und Pflanzen tragen weniger Früchte. Für manche Vogelarten lohnt es sich deshalb, in wärmere oder nahrungsreichere Gebiete zu ziehen.

Nicht alle Vögel ziehen gleich weit. Manche bleiben das ganze Jahr in derselben Gegend. Andere legen mittlere Strecken zurück. Wieder andere sind echte Langstreckenzieher.


Standvögel, Kurzstreckenzieher und Langstreckenzieher

Ein Standvogel bleibt das ganze Jahr in ungefähr derselben Region. Ein Kurzstreckenzieher verlässt sein Brutgebiet, zieht aber vergleichsweise kurze Strecken. Ein Langstreckenzieher kann über mehrere Länder, Meere oder sogar Kontinente hinweg fliegen.

Die Grenzen zwischen diesen Gruppen sind nicht immer scharf. Auch innerhalb einer Vogelart können sich Tiere unterschiedlich verhalten.


Jahreszeiten als Taktgeber

Der Vogelzug hängt eng mit den Jahreszeiten zusammen.


Frühling

Im Frühling werden die Tage länger. Viele Zugvögel kehren in ihre Brutgebiete zurück. Dort finden sie in der warmen Jahreszeit oft besonders viel Nahrung für ihre Jungen.


Sommer

Im Sommer brüten viele Arten, ziehen Junge groß und sammeln Kraft. Jungvögel müssen wachsen, fliegen lernen und bei manchen Arten schon wenige Monate später selbst eine weite Reise schaffen.


Herbst

Im Herbst werden die Tage kürzer. Viele Zugvögel machen sich auf den Weg in ihre Wintergebiete. Vor der Reise fressen manche besonders viel und legen Energiereserven an.


Winter

Im Winter leben Zugvögel in Gebieten, in denen sie leichter Nahrung finden können. Dort müssen sie ebenfalls sichere Schlafplätze und Futtergebiete finden.

Merke: Vogelzug ist ein Kreislauf. Ein Zugvogel braucht nicht nur ein gutes Brutgebiet oder ein gutes Wintergebiet, sondern auch sichere Wege und Rastplätze dazwischen.


Wie finden Zugvögel ihren Weg?

Zugvögel besitzen kein Navigationsgerät wie ein Auto. Trotzdem können viele Arten erstaunlich zuverlässig weite Strecken zurücklegen. Dafür nutzen sie mehrere Hinweise gleichzeitig.


Sonne und Tageszeit

Viele Vögel können die Stellung der Sonne zur Orientierung nutzen. Weil sich die Sonne im Laufe des Tages scheinbar über den Himmel bewegt, müssen die Tiere dabei auch ihre innere Uhr berücksichtigen.


Sterne

Einige nachtziehende Vögel können Muster am Sternenhimmel nutzen. Dabei ist nicht ein einzelner Stern das ganze „Navigationsgerät“. Wichtig ist die Orientierung am Muster des Himmels.


Magnetfeld der Erde

Vögel können Informationen aus dem Erdmagnetfeld nutzen. Vereinfacht gesagt hilft ihnen ein innerer Magnetsinn dabei, Richtungen wahrzunehmen.


Landschaften

Flüsse, Küsten, Gebirge und andere große Landschaftsformen können als Orientierungshilfen dienen. Erfahrene Vögel kennen auf wiederholten Reisen viele solcher Merkmale.


Geruch und Erfahrung

Bei manchen Vogelarten spielt auch der Geruchssinn eine Rolle. Außerdem kann Erfahrung wichtig sein. Junge Vögel besitzen bei einigen Arten schon eine angeborene Zugrichtung. Bei anderen lernen sie Teile des Weges von älteren Tieren.


Fliegen kostet Energie

Fliegen ist anstrengend. Ein Vogel muss seinen Körper in der Luft halten und sich vorwärtsbewegen. Dafür braucht er Energie aus Nahrung.

Vögel besitzen viele Anpassungen, die das Fliegen ermöglichen. Dazu gehören Federn, Flügel, starke Flugmuskeln, eine günstige Körperform und ein leistungsfähiger Stoffwechsel.


Flügelschlag und Gleitflug

Beim Flügelschlag bewegen Vögel ihre Flügel aktiv. Das kostet viel Energie.

Beim Gleitflug sinkt ein Vogel langsam durch die Luft und bewegt sich dabei vorwärts. Manche große Vögel nutzen zusätzlich aufsteigende warme Luft, die sogenannte Thermik. So können sie Höhe gewinnen, ohne ständig mit den Flügeln zu schlagen.

Der Weißstorch ist ein gutes Beispiel für einen Vogel, der auf seiner Reise gern Thermik nutzt.


Gemeinsam fliegen

Kraniche und Gänse sieht man häufig in auffälligen Formationen. Eine bekannte Form sieht wie ein V aus.

Eine Gruppe kann Vorteile haben: Die Tiere behalten leichter Kontakt miteinander, und bestimmte Flugpositionen können helfen, Energie zu sparen. Die genaue Formation verändert sich ständig. Vögel wechseln ihre Plätze und reagieren auf Wind und andere Tiere.


Rastplätze – Tankstellen für Zugvögel

Eine lange Reise gelingt nicht ohne Pausen. Zugvögel müssen unterwegs fressen, trinken, schlafen und neue Kraft sammeln. Dafür brauchen sie geeignete Rastplätze.

Ein guter Rastplatz bietet zum Beispiel:

  1. ausreichend Nahrung.
  2. Schutz vor starken Störungen.
  3. sichere Schlafplätze.
  4. Wasser oder geeignete Nahrungsflächen.
  5. genügend Raum für viele Tiere.

Fehlt ein wichtiger Rastplatz, kann das für Zugvögel ein großes Problem sein. Stell Dir eine lange Autofahrt vor, bei der plötzlich alle Tankstellen und Raststätten verschwinden. Ein Zugvogel kann zwar nicht „tanken“, doch er muss seine Energievorräte ebenfalls wieder auffüllen.


Feuchtgebiete sind besonders wichtig

Feuchtgebiete wie Seen, Flussauen, Sümpfe, Wattflächen und Lagunen sind für viele Zugvögel wichtige Rast- und Nahrungsräume.

Dort finden sie je nach Art zum Beispiel kleine Wassertiere, Pflanzen, Samen, Fische oder andere Nahrung.

Wenn Feuchtgebiete trockengelegt, verschmutzt oder stark gestört werden, verlieren Zugvögel wichtige Stationen ihrer Reise.


Zugvögel aus dem Film und ihre besonderen Reisen

Der Film zeigt viele verschiedene Vogelarten. Einige davon eignen sich besonders gut, um unterschiedliche Formen des Vogelzugs kennenzulernen.


Kranich – Reisen in großen Gruppen

Der Kranich ist ein großer Vogel mit langen Beinen und langem Hals. Auf dem Zug fliegen Kraniche häufig in Gruppen. Ihre trompetenartigen Rufe sind oft schon zu hören, bevor man die Tiere am Himmel entdeckt.

Viele Kraniche ziehen im Herbst aus nördlichen und östlichen Brutgebieten in südwestlich gelegene Wintergebiete. Im Frühjahr ziehen sie wieder zurück.

Auf ihrer Reise sind große Rastplätze wichtig. Dort können sich Tausende Tiere sammeln. Kraniche zeigen deshalb besonders gut, warum einzelne Schutzgebiete Teil eines viel größeren Netzes sein müssen.


Weißstorch – mit der Thermik in den Süden

Der Weißstorch ist für sein schwarz-weißes Gefieder, seine langen roten Beine und seinen roten Schnabel bekannt.

Viele Weißstörche aus Europa ziehen im Herbst in Richtung Afrika. Dabei nutzen sie gern warme aufsteigende Luft. Über großen Wasserflächen entsteht weniger günstige Thermik als über Land. Deshalb verlaufen wichtige Zugwege vieler Störche über Landbrücken und Meerengen.

Weißstörche verbinden auf ihrer Reise zahlreiche Länder. Was in einem Land mit ihren Wiesen, Feuchtgebieten oder Rastflächen geschieht, kann deshalb auch Auswirkungen auf Vögel haben, die in einem anderen Land brüten.


Küstenseeschwalbe – eine Weltreisende

Die Küstenseeschwalbe ist berühmt für ihre besonders weiten Wanderungen. Sie brütet in nördlichen Regionen und zieht weit in Richtung Süden.

Ihre Reise zeigt eindrucksvoll: Für Zugvögel gibt es keine politischen Grenzen am Himmel. Ein einziges Tier kann auf seinem Lebensweg sehr viele Staaten und Meeresgebiete berühren.

Die Küstenseeschwalbe erinnert uns deshalb daran, dass Vogelschutz international gedacht werden muss.


Streifengans – hoch über Gebirgen

Die Streifengans lebt in Asien und ist für Zugbewegungen über sehr hoch gelegene Landschaften bekannt. Auf ihren Reisen kann sie Regionen des Himalaya überqueren.

In großer Höhe ist die Luft dünner. Dort steht weniger Sauerstoff zur Verfügung. Die Streifengans besitzt besondere körperliche Anpassungen, die ihr helfen, unter solchen Bedingungen leistungsfähig zu bleiben.

Sie zeigt: Vogelzug kann nicht nur weit, sondern auch extrem hoch führen.


Gänse – gemeinsam unterwegs

Viele Gänse ziehen in Gruppen. Im Film lassen sich ihre Formationsflüge besonders gut beobachten.

Für junge Lernende ist dabei wichtig: Die Formation ist kein starrer „Buchstabe V“, der immer gleich bleibt. Sie ist eine bewegliche Gruppe. Die Vögel reagieren auf Wind, Geschwindigkeit und aufeinander.


Ein Jahr aus Sicht eines Zugvogels

Stell Dir einen Zugvogel vor, der im Frühling in sein Brutgebiet zurückkehrt.

Im Frühling muss er einen geeigneten Brutplatz finden. Im Sommer zieht er seine Jungen groß. Im Spätsommer oder Herbst sammelt er Energie für den Zug. Dann beginnt die Reise. Unterwegs braucht er mehrere sichere Rastplätze. Im Wintergebiet muss er Nahrung und Schutz finden. Danach beginnt die Rückreise.

Dieser Jahreslauf zeigt: Ein Zugvogel ist nicht nur an einem einzigen Ort zu Hause. Sein Lebensraum besteht aus einem ganzen Netz von Orten.


Internationale Schutzgebiete

Zugvögel können innerhalb weniger Wochen mehrere Länder durchqueren. Deshalb reicht es nicht, sie nur an einem Ort zu schützen.

Schutzgebiete können wichtige Brutplätze, Rastplätze oder Wintergebiete bewahren. Besonders bedeutend sind für viele Arten geschützte Feuchtgebiete.

Ein international bekanntes Abkommen zum Schutz wichtiger Feuchtgebiete ist die Ramsar-Konvention. Sie wurde geschaffen, damit Staaten Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung erhalten und vernünftig nutzen.

In Europa schützt außerdem das Netzwerk Natura 2000 viele wertvolle Lebensräume und Vogelgebiete innerhalb der Europäischen Union.

Auch außerhalb Europas gibt es Nationalparks, Biosphärenreservate, Ramsar-Gebiete und andere Schutzgebiete. Entscheidend ist, dass wichtige Stationen entlang der Zugwege erhalten bleiben.


Warum ein Netzwerk nötig ist

Stell Dir vor, ein Kranich findet:

  1. ein gutes Brutgebiet,
  2. einen sicheren ersten Rastplatz,
  3. einen sicheren zweiten Rastplatz,
  4. aber keinen geeigneten nächsten Rastplatz.

Dann kann die Reise trotzdem scheitern.

Vogelschutz funktioniert deshalb wie eine Kette. Viele wichtige Orte müssen erhalten bleiben.


Gefahren auf dem Zug

Zugvögel bewältigen erstaunliche Leistungen, aber ihre Reise ist gefährlich.


Unwetter

Starker Gegenwind, Sturm, Kälte oder Hitze können eine Reise erschweren.


Nahrungsmangel

Wenn Rastplätze verschwinden oder zu wenig Nahrung bieten, können Vögel ihre Energiereserven nicht ausreichend auffüllen.


Verlust von Lebensräumen

Werden Feuchtgebiete trockengelegt, Wiesen bebaut oder Küsten stark verändert, können wichtige Brut-, Rast- oder Nahrungsplätze verloren gehen.


Hindernisse durch Menschen

Glasflächen, Stromleitungen, Verkehr und andere Bauwerke können für Vögel gefährlich sein. Gut geplante Schutzmaßnahmen können Risiken verringern.


Störungen

Wenn Menschen rastende Vögel zu oft aufscheuchen, müssen die Tiere unnötig Energie verbrauchen. Darum solltest Du in Schutzgebieten Wege, Absperrungen und Beobachtungsregeln beachten.


Wie Menschen Zugvögel erforschen

Forscherinnen und Forscher möchten wissen, wo Vögel brüten, rasten und überwintern.


Beobachten und zählen

Vögel können an Rastplätzen gezählt werden. Werden solche Zählungen regelmäßig wiederholt, lassen sich Veränderungen erkennen.


Beringung

Bei der Vogelberingung erhält ein Vogel einen kleinen Ring mit einer Kennzeichnung. Wird der Vogel später wiedergefunden oder beobachtet, können Informationen über seine Reise gesammelt werden.


Sender

Manche Vögel werden mit sehr leichten Sendern ausgestattet. So lassen sich ihre Bewegungen genauer verfolgen. Die Geräte müssen zur Tierart und zur Forschungsfrage passen und dürfen die Tiere nicht unnötig beeinträchtigen.


Beobachtung durch Bürgerinnen und Bürger

Auch Vogelbeobachterinnen und Vogelbeobachter können wertvolle Daten melden. Solche gemeinschaftlichen Forschungsprojekte nennt man oft Citizen Science.


Der Film als Naturbeobachtung

„Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel“ macht etwas sichtbar, was Menschen vom Boden aus normalerweise nur schwer sehen können: den Flug aus unmittelbarer Nähe.

Du kannst beim Anschauen verschiedene Fragen untersuchen:

  1. Welche Flügelformen erkennst Du?
  2. Welche Arten gleiten viel?
  3. Welche Arten schlagen häufig mit den Flügeln?
  4. Welche Vögel fliegen in Gruppen?
  5. Welche Landschaften werden überquert?
  6. Wo könnten gute Rastplätze liegen?
  7. Wo könnten Gefahren entstehen?
  8. Wie verändert Musik Deine Wahrnehmung der Bilder?

So verbindet der Film Biologie, Geographie, Physik, Umweltschutz und Filmbildung.


Medien verstehen

Ein Dokumentarfilm zeigt echte Tiere, ist aber trotzdem gestaltet.

Kameraleute entscheiden, was gefilmt wird. Beim Filmschnitt wird entschieden, welche Aufnahme wann erscheint. Musik kann eine Szene ruhig, aufregend oder traurig wirken lassen. Zeitlupen oder besondere Kameraperspektiven verändern ebenfalls unsere Wahrnehmung.

Frage Dich deshalb beim Filmsehen:

  1. Was sehe ich wirklich?
  2. Welche Wirkung erzeugt die Musik?
  3. Welche Information wird erklärt?
  4. Welche Information muss ich zusätzlich nachschlagen?
  5. Wie würde dieselbe Szene ohne Musik wirken?

Das ist Medienkompetenz.


Kleine Vogelflug-Forscherschule

Du kannst draußen selbst Zugvögel beobachten.

Nimm ein Blatt Papier mit und notiere:

  1. Datum und Uhrzeit.
  2. Wetter.
  3. Beobachtungsort.
  4. Anzahl der Vögel.
  5. Flugrichtung.
  6. Flugform.
  7. Rufe.
  8. auffälliges Verhalten.

Wichtig: Halte Abstand. Laufe Vögeln nicht hinterher. Betritt keine gesperrten Flächen. Ein gutes Naturerlebnis stört die Tiere möglichst wenig.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Vogelzug? (Regelmäßige Wanderung von Vögeln zwischen verschiedenen Lebensgebieten) (!Ein einmaliger Flug von einem Baum zum nächsten) (!Das tägliche Fliegen zum Futterhäuschen) (!Das Lernen eines neuen Vogelrufes)




Warum ziehen viele Vögel im Herbst in andere Gebiete? (Weil sie dort im Winter oft leichter Nahrung finden) (!Weil ihre Federn im Herbst verschwinden) (!Weil alle Bäume ihnen den Weg zeigen) (!Weil sie nur im Winter fliegen können)




Was kann Zugvögeln bei der Orientierung helfen? (Das Magnetfeld der Erde) (!Straßenschilder) (!Ampeln) (!Hausnummern)




Warum sind Rastplätze wichtig? (Dort können Zugvögel Nahrung aufnehmen und Kraft sammeln) (!Dort lernen alle Vögel gleichzeitig singen) (!Dort wechseln Vögel ihre Art) (!Dort wachsen neue Flügel)




Welcher Vogel nutzt auf seiner Reise gern aufsteigende warme Luft? (Weißstorch) (!Pinguin) (!Strauß) (!Kiwi)




Welche Vogelart ist für besonders weite Zugstrecken bekannt? (Küstenseeschwalbe) (!Haushuhn) (!Wellensittich) (!Pfau)




Was ist Thermik? (Aufsteigende warme Luft) (!Gefrorener Boden) (!Ein besonders lauter Vogelruf) (!Ein Vogelnest aus Eis)




Warum müssen Zugvögel international geschützt werden? (Weil ihre Zugwege durch viele Länder führen können) (!Weil jeder Vogel nur in einem einzigen Land lebt) (!Weil Vögel keine Rastplätze brauchen) (!Weil Schutzgebiete nur für Pflanzen da sind)




Was geschieht bei der Vogelberingung? (Ein Vogel erhält einen gekennzeichneten Ring zur Forschung) (!Ein Vogel bekommt eine Krone) (!Ein Vogel wird in einen Käfig gesetzt) (!Ein Vogel erhält eine neue Federfarbe)




Wie verhältst Du Dich an einem Rastplatz richtig? (Ich halte Abstand und beachte Schutzregeln) (!Ich scheuche die Vögel für ein Foto auf) (!Ich laufe mitten in die Vogelgruppe) (!Ich spiele direkt neben den rastenden Tieren laute Musik)





Memory

Kranich Zug in großen Gruppen
Weißstorch Thermik
Küstenseeschwalbe sehr weite Wanderung
Streifengans Flug über Hochgebirge
Rastplatz Kraft sammeln
Erdmagnetfeld Orientierung
Feuchtgebiet wichtiger Lebensraum





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Frühling Rückkehr in viele Brutgebiete
Sommer Jungenaufzucht und Nahrungssuche
Herbst Beginn vieler Zugreisen
Winter Aufenthalt im Wintergebiet
Rastzeit Fressen und Kraft sammeln





Kreuzworträtsel

Kranich Welcher große Zugvogel fliegt häufig in Gruppen und ruft trompetenartig?
Storch Welcher bekannte Langbeinige nutzt aufsteigende warme Luft?
Thermik Wie heißt aufsteigende warme Luft?
Magnetfeld Welche Eigenschaft der Erde kann Vögeln bei der Orientierung helfen?
Rastplatz Wie heißt ein Ort, an dem Zugvögel unterwegs Kraft sammeln?
Zugvogel Wie nennt man einen Vogel, der regelmäßig zwischen verschiedenen Gebieten wandert?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Viele Vögel verlassen im Herbst ihr

und ziehen in ein anderes Gebiet. Auf ihrer Reise brauchen sie sichere

. Dort können sie Nahrung aufnehmen und neue

sammeln. Bei der Orientierung kann ihnen unter anderem das

der Erde helfen. Der Weißstorch nutzt gern aufsteigende warme Luft, die

genannt wird. Feuchtgebiete sind für viele Arten wichtige

. Weil Zugvögel viele Länder überqueren, ist ihr Schutz eine

Aufgabe. Die regelmäßige Wanderung von Vögeln nennt man

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Vogelbeobachtung: Beobachte zehn Minuten lang den Himmel oder einen Park. Zeichne jeden Vogel ein, den Du siehst, und markiere seine Flugrichtung.
  2. Vogelflug: Zeichne einen Zugvogel mit ausgebreiteten Flügeln. Beschrifte Flügel, Schwanz, Schnabel und Körper.
  3. Jahreszeiten: Gestalte vier Bilder für Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Zeige darin, was ein Zugvogel in jeder Jahreszeit tun könnte.
  4. Rastplatz: Baue aus Papier, Naturmaterial oder Bausteinen einen sicheren Rastplatz für Zugvögel und erkläre, was die Tiere dort brauchen.


Standard

  1. Zugroute: Zeichne auf einer Weltkarte eine mögliche Zugroute zwischen Brutgebiet, Rastplätzen und Wintergebiet. Verwende Pfeile und eine Legende.
  2. Kranich: Informiere Dich über einen Kranich-Rastplatz und gestalte ein kleines Plakat mit Landschaft, Nahrung und Schutzregeln.
  3. Filmbeobachtung: Wähle eine kurze Szene aus dem Film. Beschreibe Flugform, Landschaft, Geräusche und Wirkung der Musik.
  4. Vogelinterview: Führe ein erfundenes Interview mit einer Küstenseeschwalbe. Lass den Vogel von seiner Reise, seinen Rastplätzen und Gefahren erzählen.


Schwer

  1. Internationaler Naturschutz: Vergleiche zwei Schutzgebiete auf derselben Vogelzugroute. Erkläre, warum beide wichtig sind.
  2. Orientierung bei Vögeln: Erstelle ein Lernplakat zu Sonne, Sternen, Magnetfeld, Landschaft und Erfahrung als Orientierungshilfen.
  3. Citizen Science: Plane eine kleine Vogelzählung für Deine Klasse. Lege Beobachtungszeit, Ort, Regeln und eine einfache Tabelle fest.
  4. Filmbildung: Produziere ein einminütiges Naturvideo ohne Tiere zu stören. Nutze Bilder von Himmel, Landschaft oder Vogelspuren und erkläre anschließend, wie Schnitt und Musik die Wirkung verändern.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zugweg analysieren: Ein Feuchtgebiet zwischen Brut- und Wintergebiet wird trockengelegt. Erkläre, welche Folgen das für Zugvögel haben kann, obwohl die Brutplätze selbst geschützt bleiben.
  2. Orientierungsproblem: Stelle Dir vor, ein junger Zugvogel muss bei bedecktem Himmel fliegen. Erkläre, warum er trotzdem nicht völlig orientierungslos sein muss.
  3. Flugstrategie: Vergleiche einen Vogel, der viel Thermik nutzt, mit einem Vogel, der lange über das Meer fliegt. Welche unterschiedlichen Herausforderungen könnten beide haben?
  4. Schutzgebietsnetz: Erkläre mit einem selbst gewählten Beispiel, warum drei kleine, gut verteilte Schutzgebiete manchmal hilfreicher sein können als nur ein einziges Schutzgebiet.
  5. Film und Wirklichkeit: Beschreibe eine Filmszene, in der Musik Deine Gefühle beeinflusst. Erkläre anschließend, welche biologischen Informationen Du trotzdem unabhängig von der Musik prüfen würdest.
  6. Jahreszeiten und Nahrung: Erkläre, warum eine Veränderung der Jahreszeiten auch den Zeitpunkt des Vogelzugs beeinflussen kann.
  7. Mensch und Natur: Entwickle drei Regeln für einen beliebten Aussichtspunkt an einem Vogelrastplatz. Begründe jede Regel aus Sicht der Vögel.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. erklären kannst, was Vogelzug bedeutet.
  2. den Zusammenhang zwischen Jahreszeiten, Nahrung und Zugbewegung beschreiben kannst.
  3. mehrere Orientierungshilfen von Zugvögeln kennst.
  4. erklären kannst, warum Fliegen viel Energie kostet.
  5. die Bedeutung von Rastplätzen beschreiben kannst.
  6. mindestens drei Zugvögel und eine besondere Eigenschaft ihrer Reise nennen kannst.
  7. erklären kannst, warum Schutzgebiete entlang einer Zugroute miteinander verbunden gedacht werden müssen.
  8. Beobachtungen aus dem Film von zusätzlichen biologischen Erklärungen unterscheiden kannst.
  9. Regeln für störungsarme Vogelbeobachtung anwenden kannst.
  10. eine eigene Zugroute, Beobachtung oder Schutzidee verständlich darstellen kannst.




OERs zum Thema


Weitere Medien

Kranich auf dem Durchzug: Das Bild eignet sich, um Körperform, Flügelhaltung und Flugverhalten zu beobachten.

Weißstorch im Flug: Achte auf die langen, ausgestreckten Beine und die breiten Flügel.

Küstenseeschwalbe: Ein Beispiel für einen besonders weit wandernden Vogel.

Streifengänse im Flug: Ihre Wanderungen zeigen, wie leistungsfähig Zugvögel auch in hoch gelegenen Regionen sein können.


Verknüpfte Lernbereiche


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