Nachhaltig arbeiten im Ausbildungsbetrieb – Kühlschmierstoffe und Betriebsstoffe einordnen
Nachhaltig arbeiten im Ausbildungsbetrieb – Kühlschmierstoffe und Betriebsstoffe einordnen
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Nachhaltig arbeiten im Ausbildungsbetrieb – Kühlschmierstoffe und Betriebsstoffe einordnen

Bildlesung: KSS-Zufuhr → Wirkstelle zwischen Werkzeug und Werkstück → Rücklauf in den Arbeitsraum. Genau dort treffen Fertigungsqualität, Arbeitsschutz und Umweltschutz zusammen.
Einleitung
Kurzbeschreibung: In diesem aiMOOC lernst Du, Kühlschmierstoffe und weitere Betriebsstoffe im Ausbildungsbetrieb einzuordnen. Du erkennst Umweltbelastungen, leitest Schutzmaßnahmen ab und wählst sichere Entsorgungswege. Der Kurs ist für die berufliche Ausbildung konzipiert und arbeitet mit kurzen Lerneinheiten, einem fiktiven Ausbildungsfall, Entscheidungssituationen und gestuften Hilfen.
Lernzeit: etwa 6 kurze Einheiten à 5–8 Minuten plus Aufgaben.
Wichtig: Stoffeigenschaften, Grenz- und Sollwerte sowie Entsorgungswege sind immer produkt- und betriebsbezogen zu prüfen. Maßgeblich sind unter anderem Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Sicherheitsdatenblatt und die im Betrieb festgelegten Entsorgungswege. Du dosierst als Auszubildende oder Auszubildender keine Chemikalien eigenmächtig nach.
Videoimpuls: Das BIBB ordnet Umweltschutz und Nachhaltigkeit als integrativen Bestandteil beruflicher Handlungskompetenz ein. Notiere beim Anschauen einen Punkt, der sich direkt auf Materialeinsatz, Abfall oder Ressourcenschonung übertragen lässt.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Kühlschmierstoffe und typische Betriebsstoffe unterscheiden, Umweltpfade beschreiben, Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip einordnen, auffällige KSS-Zustände erkennen und betriebliche Entsorgungswege begründet auswählen.
Ausbildungsfall: Musterwerk Metalltechnik GmbH
Du bist im zweiten Ausbildungsjahr bei der fiktiven Musterwerk Metalltechnik GmbH. An einer CNC-Fräsmaschine wird ein wassergemischter Kühlschmierstoff eingesetzt. Vor Schichtbeginn bemerkst Du einen ungewohnten Geruch und einen dünnen Fremdölfilm.
| Beobachtung bzw. Messwert | Fiktive betriebliche Vorgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| Konzentration | 5,0–6,0 % | 4,6 % |
| pH-Wert | 8,7–9,2 | 8,4 |
| Nitrit | Maßnahmenbedarf ab 20 mg/L nach TRGS 611 bzw. DGUV-Hinweisen | 24 mg/L |
| Sicht- und Geruchskontrolle | keine auffällige Veränderung | Fremdölfilm und ungewohnter Geruch |
Erste Entscheidung: Du veränderst die Mischung nicht selbst. Du beachtest die Betriebsanweisung, unterbrichst die Tätigkeit bei Unsicherheit und meldest die Auffälligkeiten der zuständigen Person.
Hilfe 1: Markiere zunächst nur die Werte und Beobachtungen, die von der Vorgabe abweichen.
Hilfe 2: Vergleiche besonders Nitrit, Konzentration, pH-Wert sowie Geruch und sichtbaren Fremdöleintrag.
Hilfe 3: Deine Aufgabe ist Erkennen, Sichern, Melden und Dokumentieren. Eine chemische Korrektur gehört in die Hände der dafür verantwortlichen und unterwiesenen Person.
Lerneinheit 1: Kühlschmierstoffe und Betriebsstoffe einordnen

Bildlesung: Werkzeug → Werkstück → Kühlschmierstoff an der Bearbeitungsstelle.
Kühlschmierstoffe übernehmen bei der spanenden Bearbeitung vor allem zwei Funktionen: Kühlen und Schmieren. Sie verringern Wärme, Reibung und Verschleiß und können dadurch Werkzeug, Werkstück und Prozess beeinflussen.
Nach DIN 51385 wird grundlegend zwischen nichtwassermischbaren und wassermischbaren Kühlschmierstoffen unterschieden. Aus einem wassermischbaren Konzentrat wird mit Wasser ein wassergemischter Kühlschmierstoff. Je nach Produkt entsteht eine Emulsion oder Lösung.
| Stoffgruppe | Typische Aufgabe | Leitfrage für die Einordnung |
|---|---|---|
| Kühlschmierstoff | Kühlen und Schmieren | wassermischbar, wassergemischt oder nichtwassermischbar? |
| Hydrauliköl | Kraft übertragen | Ist es noch Betriebsstoff oder bereits Altöl? |
| Schmieröl oder Schmierfett | Reibung und Verschleiß mindern | Wo können Leckage oder verunreinigte Reststoffe entstehen? |
| Reiniger | Bauteile oder Anlagen reinigen | Welche Gefahren nennt das Sicherheitsdatenblatt? |
| Korrosionsschutzmittel | Oberflächen schützen | Welche Produkt- und Entsorgungshinweise gelten? |
Merksatz: „Betriebsstoff“ beschreibt zunächst die Funktion im Betrieb. Daraus folgt nicht automatisch eine bestimmte Gefahrstoff- oder Abfalleinstufung.
Basisaufgabe 1
Ordne fünf Stoffe aus dem fiktiven Betrieb jeweils einer Stoffgruppe zu: KSS-Konzentrat, wassergemischter KSS, Hydrauliköl, Teilereiniger und Schmierfett.
Begründetes Feedback: Eine gute Zuordnung benennt nicht nur den Namen, sondern die Funktion. Besonders wichtig ist die Trennung zwischen KSS-Konzentrat und der daraus hergestellten wassergemischten Arbeitsflüssigkeit, weil Umgang, Überwachung und Entsorgung unterschiedlich sein können.
Lerneinheit 2: Umweltbelastungen erkennen

Bildlabel: GHS09 steht für Gefahren für die aquatische Umwelt. Ob ein konkretes Produkt dieses Piktogramm trägt, prüfst Du am Etikett und im Sicherheitsdatenblatt.
Mögliche Umweltpfade sind Wasser, Boden und Luft. KSS-Verluste können durch Leckagen, Verschleppung an Werkstücken und Spänen, Aerosole oder falsche Entsorgung entstehen. Gleichzeitig werden Rohstoffe, Wasser und Energie eingesetzt.

Nachhaltigkeitsblick: Vermeidung kommt vor Verwertung und Beseitigung. Ein gepflegtes System, saubere Stofftrennung und möglichst lange sichere Nutzungsdauer können Ressourcen und Abfallmengen reduzieren.
Die fünfstufige Abfallhierarchie lautet: Vermeidung → Vorbereitung zur Wiederverwendung → Recycling → sonstige Verwertung → Beseitigung.
Entscheidungssituation: Wo liegt das Umweltproblem?
| Ordne die Beobachtung dem wichtigsten Umweltpfad zu. | Umweltpfad |
|---|---|
| KSS gelangt durch eine Leckage auf unbefestigten Boden | Boden |
| Unbehandelter gebrauchter KSS wird in einen Ausguss gegossen | Wasser |
| Feiner KSS-Nebel entsteht im Arbeitsraum | Luft |
| Saubere und ölbelastete Späne werden vermischt | Ressourcenverlust |
| Ein funktionsfähiger KSS wird wegen fehlender Pflege vorzeitig verworfen | Abfallvermeidung |
Begründetes Feedback: Gute Entscheidungen betrachten nicht nur die unmittelbare Verschmutzung. Auch unnötiger Verbrauch und schlechte Stofftrennung sind Umweltprobleme, weil sie Wiederverwertung erschweren und zusätzliche Rohstoffe benötigen.
Lerneinheit 3: Schutzmaßnahmen richtig priorisieren


Bildlabel: Gefahrensymbole können je nach Produkt auf unterschiedliche Gesundheitsgefahren hinweisen. Entscheidend ist immer die konkrete Kennzeichnung des eingesetzten Produkts.
Das STOP-Prinzip hilft bei der Reihenfolge von Schutzmaßnahmen:
- Substitution: Gefahrstoff oder Verfahren möglichst durch eine weniger gefährliche Alternative ersetzen, wenn technisch und betrieblich möglich.
- Technische Maßnahmen: zum Beispiel geschlossene Bearbeitungsräume, wirksame Erfassung und Leckagevermeidung.
- Organisatorische Maßnahmen: zum Beispiel klare Betriebsanweisungen, Prüfpläne, Unterweisung und geregelte Zuständigkeiten.
- Persönliche Maßnahmen: geeignete PSA nach Gefährdungsbeurteilung.
Achtung: Handschuhe sind nicht pauschal „die Lösung“. An rotierenden Maschinen kann das Tragen von Handschuhen zusätzliche Einzugsgefahren verursachen. Entscheidend sind Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung.
Video-Fall 1: „Wie gefährlich sind Kühlschmierstoffe?“ der BGHM. Notiere nach dem Video eine technische, eine organisatorische und eine persönliche Schutzidee. Prüfe anschließend, ob die technische Maßnahme in Deiner Reihenfolge vor der persönlichen Maßnahme steht.
Video-Fall 2: „Warum Hautschutz so wichtig ist“ der BGHM. Übertrage eine Aussage auf den KSS-Arbeitsplatz und ergänze, warum Hautkontakt trotzdem zuerst technisch oder organisatorisch vermindert werden sollte.
Anwendungsaufgabe 1
In der fiktiven Werkstatt spritzt KSS regelmäßig aus einer offenen Bearbeitungszone. Jemand schlägt vor, nur „dickere Handschuhe“ auszugeben. Formuliere eine bessere Maßnahmenfolge nach STOP.
Begründetes Feedback: Eine tragfähige Lösung beginnt mit der Frage, ob der Prozess oder Stoff ersetzt bzw. verändert werden kann. Danach folgen technische Lösungen wie Einhausung oder Spritzschutz, dann organisatorische Regeln und erst ergänzend geeignete PSA. Nur Handschuhe zu nennen greift zu kurz und kann an rotierenden Maschinen sogar falsch sein.
Lerneinheit 4: Wassergemischte KSS überwachen

Bildlesung: Bearbeitungszone → Flüssigkeitskontakt → Rücklauf. Die Qualität des Kreislaufs hängt von Pflege, Fremdöleintrag, Konzentration und mikrobiologischer Belastung ab.
Bei wassergemischten KSS sind regelmäßige Kontrollen wichtig. DGUV-Hinweise nennen tägliche Sichtkontrollen und regelmäßige Messungen von unter anderem pH-Wert, Nitrit und Konzentration. Sichtbare Veränderungen können Verfärbung, Schaumbildung, Ablagerungen, Phasentrennung, Fremdöl, Geruch oder mikrobiologische Auffälligkeiten sein.
Wassergemischte KSS werden in der Praxis von Mikroorganismen besiedelt. Das kann unter anderem Geruch, pH-Verschiebungen und weitere Qualitätsprobleme verursachen.
Praxisregel: Messwerte werden nicht isoliert interpretiert. Produktvorgaben, Betriebsanweisung, Prüfplan und Verlauf gehören zusammen.
Ausbildungsfall: Messwerte beurteilen
Nutze die fiktiven Daten aus der Einleitung.
- Basis: Nenne mindestens drei Auffälligkeiten.
- Anwendung: Begründe, warum eigenmächtiges Nachdosieren keine geeignete Reaktion ist.
- Transfer: Formuliere eine kurze Meldung an die verantwortliche Fachkraft mit Beobachtung, Messwerten und gewünschter nächster Prüfung.
Begründetes Feedback: Besonders deutlich ist der Nitritwert von 24 mg/L, weil 20 mg/L in den einschlägigen KSS-Regeln eine wichtige Handlungsschwelle darstellt. Zusätzlich liegen die fiktive Konzentration und der fiktive pH-Sollbereich außerhalb der betrieblichen Vorgabe, und Geruch sowie Fremdölfilm sind sicht- bzw. riechbare Warnzeichen. Die sichere Reaktion lautet daher: nicht selbst chemisch korrigieren, sondern nach Betriebsanweisung handeln, zuständige Person informieren und Befund dokumentieren.
Lerneinheit 5: Betriebsstoffe sicher entsorgen

Bildlesung: Auch kleine Gebinde und Restmengen brauchen einen festgelegten Stoff- und Entsorgungsweg.
Gebrauchte Kühlschmierstoffe gehören nicht unbehandelt in die Kanalisation. Wassergemischte und nichtwassermischbare KSS sollen getrennt gesammelt, gelagert und entsorgt werden. Die konkrete Abfalleinstufung erfolgt nach Herkunft und Zusammensetzung sowie nach den betrieblichen Vorgaben.
Die Abfallverzeichnis-Verordnung enthält für Bearbeitungsöle und -emulsionen verschiedene Abfallschlüssel. Ein Sternchen kennzeichnet gefährliche Abfälle. Welcher Schlüssel tatsächlich gilt, entscheidet sich nicht allein am Alltagsnamen des Stoffes.
Bei gebrauchten Ölen kann zusätzlich die Altölverordnung relevant sein. Altöle unterschiedlicher Sammelkategorien und andere Abfälle dürfen nicht beliebig vermischt werden.
Fiktiver Entsorgungsplan
| Reststoff | Richtiger Grundgedanke | Nicht tun |
|---|---|---|
| gebrauchter wassergemischter KSS | getrennt im vorgesehenen, gekennzeichneten KSS-Sammelweg | in Ausguss oder Gully geben |
| gebrauchtes Hydrauliköl | betrieblichen Altöl-Sammelweg beachten | mit KSS-Emulsion zusammenkippen |
| KSS-belastete Metallspäne | nach betrieblicher Vorgabe getrennt sammeln und einer geeigneten Verwertung zuführen | mit sauberen Spänen vermischen |
| kontaminiertes Bindemittel | vorgesehenen Sammelbehälter und betriebliche Einstufung nutzen | in normalen Papier- oder Restabfall werfen |
| saubere Kartonage | Papier-/Kartonverwertung | mit öligen Reststoffen verunreinigen |
Warum Trennung nachhaltig ist: Saubere Stoffströme erleichtern Verwertung, verhindern unerwünschte Reaktionen und verringern die Menge an Material, die als belasteter Abfall behandelt werden muss.
Lerneinheit 6: Ressourcen schonen statt nur entsorgen
Nachhaltigkeit beginnt vor der Entsorgung. Geeignete Maßnahmen können sein: Leckagen vermeiden, KSS fachgerecht überwachen, Fremdöleintrag reduzieren, Kreisläufe sauber halten, Standzeiten sicher verlängern und – wo technisch geeignet – Verfahren mit geringerem KSS-Einsatz prüfen.
Die Minimalmengenschmierung kann in geeigneten Bearbeitungsprozessen den KSS-Einsatz deutlich reduzieren. Sie ist aber keine pauschale Lösung: Werkstoff, Bearbeitungsverfahren, Qualität, Maschinenfreigabe und Arbeitsschutz müssen passen.
Transferaufgabe 1
Die Ausbildungsleitung möchte den KSS-Verbrauch senken. Vergleiche zwei Ideen: „KSS-Wechselintervalle einfach verdoppeln“ und „Verbrauch, Zustand, Leckagen und Prozessdaten erfassen und danach eine technisch geeignete Reduktionsmaßnahme prüfen“.
Begründetes Feedback: Die zweite Idee ist nachhaltiger, weil sie Sicherheit, Prozessqualität und Ressourceneinsatz gemeinsam betrachtet. Ein pauschal verlängertes Wechselintervall kann Qualitäts- oder Gesundheitsprobleme übersehen. Nachhaltigkeit bedeutet nicht „weniger um jeden Preis“, sondern begründete Optimierung.
Interaktive Entscheidung: Der Ausbildungsfall
Situation: An Maschine FM-2 liegen 24 mg/L Nitrit, 4,6 % Konzentration, pH 8,4, Fremdölfilm und ungewohnter Geruch vor. Du sollst entscheiden, wie Du weiter vorgehst.
| Ordne die richtige Handlung zu. | Entscheidung |
|---|---|
| Messwerte und Beobachtungen dokumentieren | sinnvoll |
| Zuständige Fachkraft informieren | sinnvoll |
| Ohne Freigabe Biozid oder Konzentrat nachdosieren | nicht sinnvoll |
| Betriebsanweisung und Prüfplan heranziehen | sinnvoll |
| Gebrauchten KSS zur schnellen Lösung in den Ausguss entleeren | nicht sinnvoll |
| Bei unklarer Gefährdung Tätigkeit unterbrechen und Klärung herbeiführen | sinnvoll |
Begründetes Feedback: Die Aufgabe eines Auszubildenden ist hier vor allem sicheres Erkennen und Weitergeben. Mehrere Auffälligkeiten sprechen gegen „einfach weiterarbeiten“. Gleichzeitig wäre ein eigenmächtiger chemischer Eingriff fachlich und sicherheitlich nicht begründet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Hauptaufgaben haben Kühlschmierstoffe beim Zerspanen? (Kühlen und Schmieren) (!Nur Werkstücke färben) (!Nur Späne sammeln) (!Nur Maschinen reinigen)
Was entsteht, wenn ein wassermischbares KSS-Konzentrat bestimmungsgemäß mit Wasser angesetzt wird? (Ein wassergemischter Kühlschmierstoff) (!Ein Hydrauliköl) (!Ein reines Altöl) (!Ein fester Schmierstoff)
Was ist bei auffälligem Geruch und einem Nitritwert von 24 mg/L im Ausbildungsfall die beste erste Reaktion? (Befund dokumentieren und zuständige Person nach Betriebsanweisung informieren) (!Eigenmächtig Biozid zugeben) (!Den KSS in den Ausguss entleeren) (!Die Messwerte ignorieren)
Wo darf gebrauchter unbehandelter Kühlschmierstoff nicht entsorgt werden? (In der Kanalisation) (!Im vorgesehenen gekennzeichneten Sammelbehälter) (!Über den betrieblich festgelegten Entsorgungsweg) (!Über einen dafür beauftragten Entsorgungsfachbetrieb)
Wie sollen wassergemischte und nichtwassermischbare gebrauchte Kühlschmierstoffe grundsätzlich gesammelt werden? (Getrennt voneinander) (!Immer zusammengemischt) (!Zusammen mit Papier) (!Zusammen mit sauberem Wasser)
Welche Reihenfolge beschreibt das STOP-Prinzip richtig? (Substitution technische organisatorische persönliche Maßnahmen) (!Persönliche organisatorische technische Substitution) (!Technische persönliche Substitution organisatorische Maßnahmen) (!Organisatorische persönliche technische Substitution)
Welche Größen gehören bei wassergemischten Kühlschmierstoffen zu typischen regelmäßigen Kontrollen? (pH-Wert Nitrit und Konzentration) (!Reifenluftdruck und Batteriespannung) (!Lichtstärke und Raumhöhe) (!Lackfarbe und Werkzeugnummer)
Was bedeutet ein Sternchen bei einem Abfallschlüssel der Abfallverzeichnis-Verordnung? (Der Abfall ist als gefährlicher Abfall gekennzeichnet) (!Der Abfall ist immer wiederverwendbar) (!Der Abfall darf in die Kanalisation) (!Der Abfall ist automatisch Hausmüll)
Warum sollen verschiedene Altöl- und Reststoffströme nicht beliebig vermischt werden? (Weil getrennte Stoffströme sichere Behandlung und Verwertung erleichtern) (!Weil Vermischen immer die Viskosität verbessert) (!Weil dadurch jede Entsorgung kostenlos wird) (!Weil Gemische automatisch ungefährlich werden)
Welche Maßnahme entspricht der Abfallhierarchie am besten? (Sichere Abfallentstehung möglichst vermeiden) (!Vermeidbaren Abfall zuerst beseitigen) (!Alle Reststoffe unabhängig von ihrer Art mischen) (!Funktionsfähige Betriebsstoffe vorsorglich sofort entsorgen)
Memory
| Kühlschmierstoff | Kühlen und Schmieren |
| wassermischbar | Konzentrat für den Ansatz mit Wasser |
| wassergemischt | gebrauchsfertige Arbeitsflüssigkeit aus Wasser und Konzentrat |
| Nitrit | wöchentlicher Kontrollparameter mit wichtiger Handlungsschwelle |
| AVV | Abfallschlüssel und Kennzeichnung gefährlicher Abfälle |
| STOP | Rangfolge von Schutzmaßnahmen |
| Altöl | getrennt zu führender gebrauchter Ölstrom |
| Abfallvermeidung | erste Stufe der Abfallhierarchie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gebrauchter wassergemischter KSS | Getrennter KSS-Sammelweg |
| Gebrauchtes Hydrauliköl | Betrieblicher Altöl-Sammelweg |
| KSS-belastete Metallspäne | Getrennter belasteter Spänestrom |
| Saubere Kartonage | Papierverwertung |
| Kontaminiertes Bindemittel | Vorgesehener Sammelbehälter für belastetes Material |
| Frisches KSS-Konzentrat | Ordnungsgemäße Betriebsstofflagerung |
Begründetes Feedback: Entscheidend ist, Stoffströme nicht nach Aussehen, sondern nach Herkunft, Zustand und betrieblicher Einstufung zu trennen. Dadurch werden Fehlwürfe und unnötige Vermischung vermieden.
Kreuzworträtsel
| Emulsion | Wie heißt ein häufiges Gemisch aus Wasser und öligen Bestandteilen bei wassergemischten Kühlschmierstoffen? |
| Aerosol | Wie heißt ein feiner Flüssigkeitsnebel in der Luft? |
| Nitrit | Welcher Stoff wird bei wassergemischten Kühlschmierstoffen regelmäßig kontrolliert und ist für die Nitrosaminvermeidung relevant? |
| Altöl | Wie heißt gebrauchtes Öl, für das besondere Sammel- und Entsorgungsregeln gelten können? |
| Recycling | Wie heißt die stoffliche Verwertung von Abfällen? |
| Trennung | Welches Prinzip verhindert die unnötige Vermischung verschiedener Reststoffströme? |
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Lückentext
Gestufte Kompetenzaufgaben
Basis
- Stoffarten erkennen: Ordne KSS-Konzentrat, wassergemischten KSS, Hydrauliköl, Reiniger und Schmierfett nach ihrer Funktion ein.
- Kennzeichnung lesen: Erkläre an einem bereitgestellten Musteretikett, welche Information das Gefahrensymbol liefert und welche Information Du zusätzlich im Sicherheitsdatenblatt suchst.
Feedback Basis: Fachlich stark ist Deine Antwort, wenn Du Funktion und Einstufung trennst. Ein Betriebsstoff wird nicht allein durch seine betriebliche Bezeichnung zum Gefahrstoff oder zu einem bestimmten Abfall.
Anwendung
- Messwerte bewerten: Nutze die fiktiven FM-2-Daten und begründe die nächsten drei Schritte.
- Entsorgungsweg wählen: Ordne gebrauchten KSS, Hydrauliköl, belastete Späne und saubere Kartonage den getrennten betrieblichen Sammelwegen zu.
Feedback Anwendung: Eine gute Lösung verbindet Beobachtung, Regel und Handlung: Auffälligkeit erkennen, betriebliche Vorgaben prüfen, zuständige Person einbeziehen und Stoffströme sauber trennen.
Transfer
- KSS-Verbrauch verbessern: Entwickle eine kleine Kennzahl, mit der ein Betrieb KSS-Verbrauch und Produktionsmenge gemeinsam beobachten kann.
- Verfahren vergleichen: Formuliere drei Kriterien, mit denen geprüft werden kann, ob ein Verfahren mit reduziertem KSS-Einsatz für einen konkreten Fertigungsprozess geeignet ist.
Feedback Transfer: Gute Transferlösungen nennen Zielkonflikte. Weniger KSS ist nur dann nachhaltig, wenn Prozesssicherheit, Bauteilqualität, Arbeitsschutz und Umweltwirkung gemeinsam berücksichtigt werden.
Offene Aufgaben
Hinweis zum Datenschutz und Betriebsschutz: Arbeite mit bereitgestellten Musterunterlagen oder fiktiven Daten. Fotos, Betriebsdaten oder Dokumente aus Deinem Ausbildungsbetrieb werden nur mit ausdrücklicher Freigabe genutzt. Es ist kein Upload zu externen Diensten erforderlich.
Leicht
- Stoffkarte: Erstelle offline eine Karte mit fünf fiktiven Betriebsstoffen, ihrer Funktion und einer passenden Prüffrage.
- KSS-Skizze: Zeichne den Weg eines Kühlschmierstoffs von der Zufuhr über die Wirkstelle bis zum Rücklauf.
- Etikettencheck: Untersuche ein bereitgestelltes Musteretikett und notiere drei Informationen, die Du vor der Verwendung brauchst.
- Abfallpyramide: Stelle die fünf Stufen der Abfallhierarchie als einfache Grafik dar und ergänze ein KSS-Beispiel.
Standard
- Prüfblatt: Entwirf für die fiktive Maschine FM-2 ein kurzes Kontrollblatt für Sichtprüfung, pH-Wert, Nitrit und Konzentration.
- Schutzplan: Entwickle für eine spritzende Bearbeitungsstelle je eine Maßnahme zu S, T, O und P und begründe ihre Reihenfolge.
- Entsorgungsplan: Zeichne einen betrieblichen Entscheidungsweg vom Reststoff bis zum gekennzeichneten Sammelbehälter.
- Fachgespräch: Führe nach betrieblicher Freigabe ein kurzes Gespräch mit einer Fachkraft zu KSS-Pflege oder Entsorgung und protokolliere drei Erkenntnisse ohne personenbezogene oder vertrauliche Daten.
Schwer
- Kennzahlenprojekt: Entwickle mit fiktiven Monatsdaten eine Kennzahl „Liter KSS-Nachfüllmenge pro 100 Fertigungsteile“ und diskutiere Grenzen der Kennzahl.
- Verfahrensvergleich: Vergleiche konventionelle Überflutung und Minimalmengenschmierung für einen fiktiven Bearbeitungsfall anhand von Qualität, Sicherheit, Umwelt und Kosten.
- Stoffstromkonzept: Entwirf ein Konzept, das Frischstoff, Rücklauf, Fremdöl, Späne und gebrauchten KSS getrennt betrachtet.
- Verbesserungsvorschlag: Formuliere einen realistischen Verbesserungsantrag für den fiktiven Ausbildungsbetrieb und begründe Nutzen, Risiken, Messgröße und Verantwortlichkeiten.


Lernkontrolle
- Zusammenhangsanalyse: Erkläre, wie falsche Konzentration, Fremdöleintrag und mikrobiologische Veränderungen sich gegenseitig beeinflussen können und warum ein Einzelmesswert nicht genügt.
- Maßnahmenvergleich: Begründe, warum eine technische Maßnahme häufig nachhaltiger und wirksamer sein kann als ausschließlich persönliche Schutzausrüstung.
- Stoffstromtransfer: Zeige an einem Beispiel, wie falsches Vermischen die Verwertung erschwert und die Abfallmenge erhöhen kann.
- Zielkonflikt: Bewerte die Aussage „Ein KSS muss immer möglichst lange genutzt werden“. Berücksichtige Ressourcenschonung, Prozessqualität und Gesundheitsschutz.
- Fallentscheidung: Entwickle für den FM-2-Fall einen Entscheidungsbaum vom ersten Warnzeichen bis zur Freigabe des weiteren Betriebs.
- Transfer in einen anderen Bereich: Übertrage die Prinzipien Vermeidung, sichere Nutzung, Trennung und dokumentierte Entsorgung auf einen anderen Betriebsstoff wie Hydrauliköl oder Reiniger.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern fachlich begründet handeln kannst.
- Du kannst Kühlschmierstoffe und andere Betriebsstoffe nach Funktion und Zustand einordnen.
- Du kannst Umweltpfade und Schutzmaßnahmen nachvollziehbar erklären.
- Du kannst das STOP-Prinzip auf eine betriebliche Situation übertragen.
- Du kannst Mess- und Beobachtungsdaten eines KSS-Falls bewerten, ohne eigenmächtige chemische Eingriffe vorzuschlagen.
- Du kannst sichere Sammel- und Entsorgungswege begründen und die Abfallhierarchie anwenden.
- Du kannst einen Verbesserungsvorschlag formulieren, der Umwelt, Arbeitsschutz, Qualität und Wirtschaftlichkeit gemeinsam betrachtet.
Fachquellen und Medienrechte
Quellenstand: 4. Oktober 2026. Die fachlichen Kernaussagen wurden mit offiziellen bzw. berufsgenossenschaftlichen Quellen abgeglichen.
| Quelle | Wofür sie hier genutzt wird |
|---|---|
| DGUV/IFA – Kühlschmierstoffe | Gefährdungen, KSS-Arten, Überwachung und Schutzmaßnahmen |
| BAuA – TRGS 611 | Nitrosaminvermeidung bei wassermischbaren und wassergemischten KSS |
| DGUV Regel 109-003 | Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Sammlung und Entsorgung |
| Abfallverzeichnis-Verordnung | Abfallschlüssel und Kennzeichnung gefährlicher Abfälle |
| Altölverordnung | Sammlung, Vermischungsverbote und Verwertung gebrauchter Öle |
| Umweltbundesamt – Abfallrecht | Abfallhierarchie und Kreislaufwirtschaft |
| BIBB – Standardberufsbildpositionen | Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der beruflichen Ausbildung |
Medienprüfung: Die verwendeten Wikimedia-Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten geprüft. Die YouTube-Links führen zu offiziellen BGHM- bzw. BIBB-Kanälen. Für YouTube-Videos wird keine freie OER-Lizenz behauptet; Rechte verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber.
| Medium | Rechtehinweis |
|---|---|
| Makino-S33-MachiningCenter-example.jpg | Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 |
| Sierra de cinta lubricada con taladrina.jpg | Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 |
| Taladrina lubricación en torno.png | Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 |
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| BGHM – Wie gefährlich sind Kühlschmierstoffe? | YouTube-Einbettung, Rechte beim Kanal bzw. Rechteinhaber |
| BGHM – Warum Hautschutz so wichtig ist | YouTube-Einbettung, Rechte beim Kanal bzw. Rechteinhaber |
| BIBB – Umweltschutz und Nachhaltigkeit Teil 2 | YouTube-Einbettung, Rechte beim Kanal bzw. Rechteinhaber |
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Weitere offene bzw. amtliche Lernquellen sind die oben verlinkten Seiten von DGUV, BAuA, UBA, BIBB und die Rechtsvorschriften des Bundes.
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