NWT9 - Gute Präsentationsfolien gestalten

NWT9 - Gute Präsentationsfolien gestalten
NWT9 - Gute Präsentationsfolien gestalten
Einleitung
Eine gute Präsentationsfolie ist kein vorgelesenes Blatt an der Wand. Sie unterstützt Deinen Vortrag, indem sie Orientierung gibt, zentrale Aussagen sichtbar macht und Dinge zeigt, die sich mit Worten allein nur schwer erklären lassen: zum Beispiel ein Diagramm, ein Foto eines Versuchsaufbaus, eine Skizze, eine Messreihe oder einen wichtigen Fachbegriff.
Gerade im Fach Naturwissenschaft und Technik kann eine Folie sehr hilfreich sein. Du kannst damit Messdaten vergleichen, technische Abläufe verdeutlichen oder die Ergebnisse eines Projekts sichtbar machen. Die Folie übernimmt aber nicht Deine Rolle als Vortragende oder Vortragender. Du erklärst, ordnest ein und stellst Zusammenhänge her. Die Folie liefert dafür visuelle Unterstützung.

Freies Präsentationssymbol: Offnfopt nach The Tango! project, gemeinfrei/CC0, Wikimedia Commons.
In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du Informationen reduzierst, Schrift und Kontrast sinnvoll wählst, Bilder und Diagramme prüfst, Quellen korrekt angibst und Animationen nur dann einsetzt, wenn sie wirklich etwas erklären. Du arbeitest dabei auf drei Niveaustufen: G für grundlegendes Niveau, M für mittleres Niveau und E für erweitertes Niveau.
Warum Folien den Vortrag unterstützen und nicht ersetzen
Eine Präsentation hat zwei Informationskanäle: Das Publikum sieht und hört. Wenn auf einer Folie ein langer Absatz steht und Du genau denselben Absatz vorliest, konkurrieren Lesen und Zuhören um Aufmerksamkeit. Deshalb ist es meist besser, auf der Folie nur das zu zeigen, was visuell gebraucht wird.
| Die Folie zeigt | Du erklärst |
|---|---|
| zentrale Begriffe, Bilder, Daten, Diagramme, Struktur | Ursachen, Zusammenhänge, Beispiele, Bewertung, Schlussfolgerungen |
| was das Publikum sehen soll | warum es wichtig ist |
| kurze Orientierung | verständliche Erläuterung in ganzen Sätzen |
Merksatz: Wenn das Publikum alles Wichtige bereits vollständig von der Folie ablesen kann, ist die Folie wahrscheinlich zu voll. Wenn die Folie ohne Deinen Vortrag gar keinen Sinn ergibt, kann sie wiederum zu knapp sein. Gute Folien bilden die Mitte: klar, reduziert und erklärungsbedürftig.

Illustration: Free Clip Art/Vectortoons, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. Die Zeichnung erinnert daran: Die präsentierende Person bleibt im Mittelpunkt.
Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere drei Gestaltungsideen, die Du überzeugend findest. Prüfe anschließend kritisch, ob sie zu einer Präsentation in Klasse 9 passen. Nicht jede Regel muss in jeder Situation gleich angewendet werden.
Lernziele G, M und E
| Niveau | Das kannst Du am Ende |
|---|---|
| G – grundlegend | Du erkennst überladene Folien, reduzierst Text, wählst lesbare Schrift und deutlichen Kontrast, nutzt ausreichend große Bilder und gibst einfache Quellenangaben an. |
| M – mittel | Du begründest Gestaltungsentscheidungen, wählst passende Diagrammformen, prüfst Bildqualität, unterscheidest geeignete freie Lizenzen und setzt Animation zielgerichtet ein. |
| E – erweitert | Du analysierst Folien hinsichtlich Informationsdichte, visueller Hierarchie, Barrierearmut und Medienrecht, optimierst Gestaltung für eine konkrete Zielgruppe und begründest Abweichungen von Gestaltungsregeln. |
Grundprinzipien guter Präsentationsfolien
Eine Folie – eine Hauptaussage
Bevor Du gestaltest, formulierst Du für jede Folie einen Satz:
Was soll das Publikum nach dieser Folie verstanden haben?
Alles, was diese Aussage nicht unterstützt, wird gekürzt, verschoben oder gestrichen. Das ist Informationsreduktion. Reduktion bedeutet nicht, Fachwissen wegzulassen. Es bedeutet, zwischen Wissen für Deinen Vortrag und Inhalt für die Leinwand zu unterscheiden.
Ein Beispiel aus NWT:
Ungeeigneter Folientext: „Photovoltaikanlagen wandeln mithilfe von Solarzellen einen Teil der eintreffenden Sonnenstrahlung in elektrische Energie um. Dabei hängt die Leistung unter anderem von Einstrahlung, Temperatur, Ausrichtung und Verschattung ab.“
Reduzierte Folienaussage: „Leistung einer Solarzelle hängt von Licht, Temperatur und Ausrichtung ab.“
Die fachliche Erklärung gibst Du mündlich. Auf der Folie könntest Du zusätzlich ein Diagramm oder ein Foto des Versuchs zeigen.
Informationsreduktion: vom Sachtext zur Folie
Eine sinnvolle Reduktion erfolgt in mehreren Schritten:
- Kernaussage: Formuliere die wichtigste Botschaft in einem Satz.
- Schlüsselbegriff: Markiere höchstens wenige Begriffe, die sichtbar bleiben müssen.
- Visualisierung: Prüfe, ob ein Bild, eine Skizze oder ein Diagramm einen Teil des Textes besser zeigen kann.
- Sprechtext: Verschiebe Erläuterungen in Deine Notizen oder in Deinen mündlichen Vortrag.
- Streichprobe: Entferne ein Element und frage, ob die Hauptaussage noch verständlich bleibt.
G-Auftrag: Kürze einen Absatz auf drei kurze Stichpunkte.
M-Auftrag: Entscheide zusätzlich, welcher Stichpunkt besser durch ein Bild oder Diagramm ersetzt werden kann.
E-Auftrag: Begründe, welche Informationen bewusst nicht auf der Folie stehen und wie Du sie mündlich ergänzen würdest.
Gute und schlechte Folien vergleichen
Die folgenden beiden Beispiele sind vollständig im aiMOOC erstellt und deshalb ohne fremde Bildrechte nutzbar.
| Schlechte Folie | Verbesserte Folie |
|---|---|
|
UNSER VERSUCH ZUR WÄRMELEITUNG |
Welches Material leitet Wärme am besten? |
Analyse: Die schlechte Folie enthält zu viel Fließtext, schwachen Kontrast und keine klare Blickführung. Die verbesserte Folie nennt die Leitfrage, hebt das Ergebnis hervor und lässt Raum für Deine mündliche Erklärung. Noch besser wäre eine passende Messwertgrafik.
Visuelle Hierarchie
Nicht alles auf einer Folie ist gleich wichtig. Durch Größe, Position, Abstand und Kontrast entsteht eine visuelle Hierarchie. Das Auge soll schnell erkennen können:
- Was ist die Hauptaussage?
- Was gehört zusammen?
- Was ist nur Zusatzinformation?

Beispiele für Gestaltungsprinzipien wie Maßstab, Abstand, Balance und Raster: NoName3665, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Ein gutes Folienraster hilft Dir, Elemente auszurichten. Wenn Überschriften, Bilder und Textblöcke auf jeder Folie an ähnlichen Stellen erscheinen, muss sich das Publikum nicht ständig neu orientieren.
Lesbarkeit
Schriftgröße
Eine Schriftgröße ist nicht allein deshalb gut, weil eine bestimmte Punktzahl eingestellt wurde. Entscheidend ist: Kann die Person in der letzten Reihe den Text bequem lesen?
Für eine typische Unterrichtspräsentation kannst Du bei Fließ- oder Stichpunkttext mit ungefähr 24 bis 32 Punkt beginnen und Überschriften deutlich größer setzen. Das ist eine praktische Ausgangsgröße, keine Naturkonstante. Raumgröße, Beamer, Schriftart und Entfernung verändern die Wirkung. Microsoft nennt für barriereärmere PowerPoint-Folien mindestens 18 Punkt; für einen Klassenraum ist häufig deutlich mehr sinnvoll.
Der wichtigste Test ist deshalb der Distanztest: Starte die Präsentation im Vollbild und prüfe sie aus möglichst großer Entfernung.
Vermeide besonders:
- sehr kleine Quellenangaben, die niemand lesen kann
- dekorative Schriften mit dünnen Linien
- zu viele unterschiedliche Schriftarten
- lange Textblöcke in Großbuchstaben
- kursiven Text als Haupttext
Kontrast
Kontrast beschreibt den Helligkeits- und Farbunterschied zwischen Vordergrund und Hintergrund. Dunkler Text auf hellem Hintergrund oder heller Text auf dunklem Hintergrund funktioniert häufig gut. Problematisch sind Kombinationen wie Hellgrau auf Weiß, Gelb auf Weiß oder Rot auf ähnlich dunklem Hintergrund.

Das Bild zeigt, wie Reflexion und geringer wahrnehmbarer Kontrast die Lesbarkeit beeinträchtigen können: Panjasan/Panja-san, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.
Als technische Orientierung kannst Du die Web Content Accessibility Guidelines heranziehen. Für normalen Bildschirmtext nennen sie ein Kontrastverhältnis von 4,5:1, für großen Text 3:1. Präsentationsfolien sind kein gewöhnlicher Webseiten-Text, aber die Werte zeigen, warum ein deutlicher Helligkeitsunterschied sinnvoll ist.
Wichtig: Verlasse Dich nicht nur auf Farbe. Wenn ein Diagramm zwei Messreihen zeigt, unterscheide sie zusätzlich durch Beschriftungen, Symbole oder Linienarten. So bleibt die Aussage auch bei Farbsehschwächen verständlich.
Weißraum ist kein verschwendeter Platz
Freie Fläche wird oft als Weißraum bezeichnet, auch wenn der Hintergrund nicht weiß ist. Sie trennt Elemente und schafft Ruhe. Eine Folie muss nicht vollständig gefüllt sein.
Prüffrage: Kannst Du um Überschrift, Bild und Kernaussage herum noch „Luft“ erkennen? Wenn nicht, ist die Folie möglicherweise zu dicht.
Bilder sinnvoll einsetzen
Bildqualität und Auflösung
Ein Bild ist nur hilfreich, wenn es auf der Leinwand scharf genug erscheint. Ein kleines Vorschaubild aus einer Suchmaschine wird beim Vergrößern schnell pixelig. Nutze möglichst die Originaldatei in ausreichender Auflösung.

Vergrößerung einzelner Pixel als Beispiel für begrenzte Rasterauflösung: Tim Strommen/Vanished 1850, CC BY 3.0, Wikimedia Commons.
Achte auf diese Punkte:
- Verwende nicht nur eine kleine Vorschau, sondern die Originaldatei.
- Verzerre Bilder nicht; halte das Seitenverhältnis ein.
- Schneide Unwichtiges lieber weg, statt das ganze Bild winzig zu zeigen.
- Nutze bei Diagrammen und Icons nach Möglichkeit Vektorgrafiken wie SVG.
- Prüfe die Folie im Präsentationsmodus und möglichst am tatsächlichen Beamer.
- Ergänze bei digitalen Folien sinnvolle Alternativtexte, wenn das Programm diese unterstützt.
G-Auftrag: Entscheide bei zwei Bildern, welches schärfer ist.
M-Auftrag: Begründe, ob Rastergrafik oder Vektorgrafik für ein technisches Schaubild geeigneter ist.
E-Auftrag: Entwickle Kriterien, mit denen Du Bildqualität, Informationswert und Barrierearmut gleichzeitig beurteilst.
Bilder müssen etwas erklären
Ein Bild sollte eine Funktion haben. Es kann:
- einen Aufbau zeigen
- Größenverhältnisse sichtbar machen
- ein Versuchsergebnis dokumentieren
- einen Prozess veranschaulichen
- eine emotionale oder räumliche Vorstellung ermöglichen
Ein dekoratives Foto, das keinen Bezug zur Aussage hat, verbraucht dagegen Aufmerksamkeit und Platz. Frage deshalb bei jedem Bild: Was versteht mein Publikum durch dieses Bild besser?
Diagramme statt Datentabellen vorlesen
Messwerte gehören zu NWT. Eine gute Präsentation zeigt nicht automatisch die komplette Tabelle. Oft wird ein Zusammenhang in einem Diagramm schneller sichtbar.

Ein einfaches Balkendiagramm: Masur, gemeinfrei, Wikimedia Commons.
Wähle die Darstellungsform passend zur Frage:
| Frage | Häufig passende Darstellung | Beispiel |
|---|---|---|
| Wie unterscheiden sich mehrere Kategorien? | Balken- oder Säulendiagramm | Wärmeleitfähigkeit verschiedener Materialien |
| Wie verändert sich eine Größe mit der Zeit? | Liniendiagramm | Temperatur beim Abkühlen |
| Wie hängen zwei Messgrößen zusammen? | Punktdiagramm | Stromstärke in Abhängigkeit von Spannung |
| Wie setzt sich ein Ganzes zusammen? | Anteilsgrafik, wenn nur wenige Anteile verglichen werden | Energieanteile eines Systems |
Ein gutes Diagramm braucht eine verständliche Überschrift, beschriftete Achsen, Einheiten und eine erkennbare Kernaussage. 3D-Effekte, starke Schatten und unnötige Dekoration können Werte schwerer vergleichbar machen.
Foliensatz-Regel: Zeige nicht „alle Daten, die Du hast“, sondern die Daten, die Deine Aussage belegen.
Quellen und Medienrechte
Ein Bild aus der Suchmaschine ist nicht automatisch frei
Eine Bildersuche zeigt Dir Fundstellen. Sie erteilt Dir aber nicht automatisch die Erlaubnis, jedes gefundene Bild weiterzuverwenden. Für eine rechtssichere schulische Präsentation ist es besonders sinnvoll, eigene Medien oder klar lizenzierte freie Medien zu nutzen.
Gute Ausgangspunkte sind Wikimedia Commons und andere OER-Angebote. Bei freien Lizenzen musst Du trotzdem die jeweiligen Bedingungen beachten.

Wikimedia-Commons-Lizenztutorial: Wikimedia Foundation, deutsche Übersetzung Sandstein, CC BY-SA 3.0.
Die TULLU-Regel
Für viele frei lizenzierte Medien ist die TULLU-Regel eine hilfreiche Merkhilfe:
- Titel des Werks
- Urheberin oder Urheber
- Lizenz
- Link zur Lizenz
- Ursprungsort beziehungsweise Fundstelle
Beispiel für eine Quellenangabe:
„Design Principles examples.jpg“, NoName3665, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Bei einer Bearbeitung solltest Du zusätzlich kennzeichnen, dass Du das Werk verändert hast. Prüfe immer die konkrete Lizenz auf der Dateiseite.
Geeignete Lizenzarten verstehen
| Kennzeichnung | Bedeutung für Deine Präsentation |
|---|---|
| CC0 / gemeinfrei | Sehr frei nutzbar; eine Quellenangabe ist trotzdem gute wissenschaftliche Praxis. |
| CC BY | Nutzung und Bearbeitung sind möglich, wenn die Urheberangabe und Lizenzbedingungen eingehalten werden. |
| CC BY-SA | Wie CC BY; Bearbeitungen müssen zusätzlich unter einer kompatiblen Share-Alike-Lizenz weitergegeben werden. |
| NC oder ND | Enthält zusätzliche Einschränkungen. Prüfe besonders sorgfältig, ob Deine geplante Nutzung und Bearbeitung erlaubt ist. |
Merksatz: „Im Internet gefunden“ ist keine Lizenz.
Mediencheck für diesen aiMOOC
| Medium | Urheber / Quelle | Lizenz | Lernfunktion |
|---|---|---|---|
| Presentation icon-72a7cf.svg | Offnfopt nach The Tango! project, Wikimedia Commons | CC0 / gemeinfrei | Einstieg in das Thema |
| Wikipresentation.pdf | Hannes Röst, Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 / GFDL | zusätzlicher Präsentationsleitfaden |
| Design Principles examples.jpg | NoName3665, Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0 | Gestaltungsprinzipien |
| Contrast-Disability-Glare.png | Panjasan/Panja-san, Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 | Lesbarkeit und Kontrast |
| ImagePixels.png | Tim Strommen/Vanished 1850, Wikimedia Commons | CC BY 3.0 | Bildauflösung und Pixel |
| Simple bar chart.svg | Masur, Wikimedia Commons | gemeinfrei | Diagrammgestaltung |
| Licensing tutorial de.svg | Wikimedia Foundation, Übersetzung Sandstein, Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 | Medienrechte |
| Animation of example presentation from sent package.gif | Präsentation: Markus Teich; Animation: Michal Josef Špaček, Wikimedia Commons | MIT-Lizenz | Animation kritisch untersuchen |
| Cartoon Woman Peeking At Her Presentation Notes.svg | Free Clip Art/Vectortoons, Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0 | Rolle der vortragenden Person |
Animationen und Übergänge
Animation braucht eine Funktion
Animationen können sinnvoll sein, wenn sie einen Prozess Schritt für Schritt sichtbar machen oder die Aufmerksamkeit gezielt auf ein Element lenken. Sie sind nicht automatisch gut, nur weil das Präsentationsprogramm viele Effekte anbietet.

Animiertes Präsentationsbeispiel: Präsentation Markus Teich, Animation Michal Josef Špaček, MIT-Lizenz, Wikimedia Commons.
Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten:
- Ein technischer Ablauf wird in seiner Reihenfolge aufgebaut.
- Ein Diagramm wird schrittweise erklärt.
- Ein Bauteil wird gezielt hervorgehoben.
- Eine komplexe Skizze wird nacheinander ergänzt.
Weniger sinnvoll sind Effekte, wenn Text ständig fliegt, dreht, hüpft oder Geräusche auslöst, ohne dass dadurch etwas besser verstanden wird.
Animationsregel: Erst die Lernfunktion bestimmen, dann den Effekt auswählen.
Kritikauftrag: Das Video zeigt technisch aufwendige Animationen. Wähle drei davon aus und bewerte jeweils: Unterstützt der Effekt die Orientierung oder ist er hauptsächlich Dekoration? Begründe Deine Entscheidung für eine Präsentation in Klasse 9.
Übergänge konsistent halten
Ein zurückhaltender, wiederkehrender Übergang wirkt meist ruhiger als viele wechselnde Effekte. Ein ungewöhnlicher Übergang kann gezielt eingesetzt werden, wenn sich damit eine klare inhaltliche Veränderung markieren lässt. Die Gestaltung soll die Aussage tragen und nicht mit ihr konkurrieren.
Präsentationsnotizen und freies Sprechen
Ausführliche Formulierungen gehören besser in Sprechernotizen, auf eine Moderationskarte oder in Deine Vorbereitung als auf die sichtbare Folie. So kannst Du Blickkontakt halten und musst nicht mit dem Rücken zur Klasse von der Leinwand ablesen.
Ein hilfreiches Vorgehen:
- Formuliere pro Folie eine Kernbotschaft.
- Notiere zwei bis drei mündliche Erklärpunkte.
- Plane ein Beispiel oder eine kurze Erläuterung.
- Probe den Übergang zur nächsten Folie.
- Prüfe anschließend, ob Du Folientext streichen kannst.
Datei:Wikipresentation.pdf Freier Leitfaden zur Präsentation: Hannes Röst, CC BY-SA 3.0 / GFDL, Wikimedia Commons.
Gestaltungswerkstatt
Schnellcheck vor dem Präsentieren
| Prüffrage | Ja | Noch verbessern |
|---|---|---|
| Hat jede Folie eine erkennbare Hauptaussage? | □ | □ |
| Ist Text aus der letzten Reihe lesbar? | □ | □ |
| Ist der Kontrast deutlich? | □ | □ |
| Sind Bilder scharf und nicht verzerrt? | □ | □ |
| Haben Diagramme Achsenbeschriftungen und Einheiten? | □ | □ |
| Sind Quellen und Lizenzen nachvollziehbar? | □ | □ |
| Hat jede Animation einen erkennbaren Zweck? | □ | □ |
| Kannst Du sprechen, ohne die Folie vorzulesen? | □ | □ |
Design-Challenge: Eine schlechte Folie reparieren
Ausgangsfolie:
DAS THEMA UNSERES VERSUCHS
Heute erklären wir euch unseren Versuch, bei dem wir untersucht haben, wie sich die Temperatur von Wasser verändert, wenn man es über einen längeren Zeitraum abkühlen lässt. Wir haben dabei sehr viele Messwerte aufgenommen und in einer Tabelle gespeichert. Die Tabelle enthält die Werte 80 °C, 74 °C, 68 °C, 63 °C, 58 °C, 54 °C, 50 °C, 47 °C, 44 °C und 42 °C. Außerdem haben wir ein Foto vom Thermometer gemacht. Wir möchten euch jetzt erklären, was dabei passiert ist.
G: Kürze den Text auf eine Überschrift und höchstens drei sichtbare Aussagen.
M: Ersetze einen Teil des Textes durch ein geeignetes Diagramm und begründe die Diagrammform.
E: Entwickle eine Folie, bei der der Temperaturverlauf visuell im Mittelpunkt steht, formuliere eine präzise Kernaussage und plane eine sinnvolle schrittweise Animation.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe haben Präsentationsfolien hauptsächlich? (Sie unterstützen den mündlichen Vortrag visuell) (!Sie ersetzen den Vortrag vollständig) (!Sie enthalten möglichst jedes gesprochene Wort) (!Sie dienen vor allem als Dekoration)
Was ist ein sinnvoller erster Schritt bei der Informationsreduktion? (Die Kernaussage der Folie formulieren) (!Alle Sätze in kleinere Schrift setzen) (!Mehr Farben verwenden) (!Jeden Absatz auf mehrere Folien kopieren)
Welche Kombination verbessert in der Regel die Lesbarkeit? (Deutlicher Helligkeitskontrast zwischen Text und Hintergrund) (!Hellgrauer Text auf weißem Hintergrund) (!Gelbe Schrift auf weißem Hintergrund) (!Mehrere ähnliche Hintergrundmuster)
Wie prüfst Du am zuverlässigsten, ob die Schrift für den Klassenraum groß genug ist? (Du testest die Folie aus großer Entfernung im Vollbild) (!Du prüfst nur die eingestellte Punktzahl) (!Du liest die Folie ausschließlich am eigenen Laptop) (!Du verkleinerst den Text bis alles auf eine Seite passt)
Welche Bilddatei eignet sich besonders gut für skalierbare technische Grafiken? (Eine Vektorgrafik wie SVG) (!Ein kleines Vorschaubild aus der Suchmaschine) (!Ein stark komprimierter Screenshot) (!Ein unscharfes Foto einer Grafik)
Was gehört zu einer nachvollziehbaren Quellenangabe für ein frei lizenziertes Bild? (Urheber Lizenz und Fundstelle) (!Nur der Dateiname) (!Nur der Name der Suchmaschine) (!Nur das Datum der Präsentation)
Wann ist eine Animation besonders sinnvoll? (Wenn sie einen Ablauf oder Zusammenhang verständlicher macht) (!Wenn auf jeder Folie ein anderer Effekt verwendet wird) (!Wenn sie möglichst auffällig ist) (!Wenn sie ohne Bezug zum Inhalt Bewegung erzeugt)
Welche Darstellung eignet sich häufig für einen Temperaturverlauf über die Zeit? (Ein Liniendiagramm) (!Eine zufällige Bildcollage) (!Eine Wortwolke) (!Eine lange Liste ohne Zeitangaben)
Warum sind Sprechernotizen nützlich? (Sie halten ausführliche Erklärungen von der sichtbaren Folie fern) (!Sie machen Quellenangaben überflüssig) (!Sie ersetzen die Vorbereitung) (!Sie sorgen automatisch für gute Animationen)
Woran erkennst Du eine gut reduzierte Folie? (Die Hauptaussage ist schnell erkennbar und der Vortrag ergänzt Details) (!Alle Informationen des Themas stehen vollständig darauf) (!Die Schrift ist möglichst klein) (!Jede freie Fläche wurde gefüllt)
Memory
| Informationsreduktion | Kernaussage sichtbar machen |
| Kontrast | Vordergrund und Hintergrund deutlich unterscheiden |
| Vektorgrafik | ohne sichtbare Pixel skalierbar |
| TULLU-Regel | Quellen und Lizenzen nachvollziehbar angeben |
| Animation | Bewegung mit inhaltlicher Funktion |
| Sprechernotizen | ausführliche Erklärungen für den Vortrag |
| Weißraum | freie Fläche schafft visuelle Ordnung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Kernaussage | Informationsreduktion |
| Fernwirkung | Schriftgröße |
| Helligkeitsunterschied | Kontrast |
| Originaldatei | Bildqualität |
| TULLU-Regel | Quellenangabe |
| Schrittfolge | sinnvolle Animation |
| Achsen und Einheiten | Diagrammgestaltung |
Kreuzworträtsel
| Kontrast | Welcher Gestaltungsbegriff beschreibt einen deutlichen Unterschied zwischen Vordergrund und Hintergrund? |
| Reduktion | Wie heißt das gezielte Kürzen auf die wesentliche Aussage? |
| Diagramm | Welche Darstellungsform macht Messdaten häufig schneller vergleichbar als eine Tabelle? |
| Animation | Wie heißt die zeitlich gesteuerte Bewegung von Objekten auf einer Folie? |
| Bildquelle | Welcher Begriff bezeichnet die Herkunft eines verwendeten Bildes? |
| Lesbarkeit | Welches Qualitätsziel wird durch passende Schriftgröße Abstand und Kontrast verbessert? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G
- Folienanalyse: Fotografiere oder skizziere zwei selbst erstellte Beispiel-Folien, eine bewusst schlechte und eine verbesserte, und markiere mindestens vier Unterschiede.
- Informationsreduktion: Nimm einen Absatz aus Deinem NWT-Heft und reduziere ihn auf eine Folienüberschrift, drei kurze Aussagen und einen mündlichen Erklärsatz.
- Lesbarkeit: Erstelle drei Versionen derselben Folie mit unterschiedlichen Schriftgrößen und teste sie aus verschiedenen Entfernungen im Klassenraum.
- Kontrast: Gestalte vier Farbkombinationen für Text und Hintergrund, ordne sie nach Lesbarkeit und begründe Deine Reihenfolge.
Standard – M
- Bildqualität: Suche auf Wikimedia Commons zwei frei nutzbare Bilder zu einem NWT-Thema, dokumentiere Lizenz und Urheber und entscheide, welches sich für eine Beamerprojektion besser eignet.
- Diagrammgestaltung: Erstelle aus einer kleinen Messwerttabelle ein Diagramm, das eine klare Aussage vermittelt, und erkläre, warum Du genau diese Diagrammform gewählt hast.
- TULLU-Regel: Erstelle für drei frei lizenzierte Medien vollständige Quellenangaben und prüfe sie gegenseitig mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler.
- Animation: Baue eine technische Skizze schrittweise auf und erstelle zusätzlich eine Version ohne Animation; lasse eine Testgruppe bewerten, welche Version verständlicher ist.
Schwer – E
- Barrierefreiheit: Untersuche einen eigenen Foliensatz auf Kontrast, Schriftgröße, Farbabhängigkeit und Alternativtexte und dokumentiere konkrete Verbesserungen.
- Multimediales Lernen: Vergleiche zwei Folien zum gleichen Inhalt, eine textlastig und eine visuell reduziert, führe einen kurzen Verständnistest mit mehreren Personen durch und werte die Rückmeldungen aus.
- Präsentationsdesign: Entwickle ein konsistentes Mini-Designsystem mit Raster, zwei Schriftgrößen, festgelegten Abständen, wenigen Farben und Regeln für Diagramme; begründe jede Regel.
- Medienkritik: Analysiere fünf Folien aus einer öffentlich verfügbaren Präsentation und bewerte Informationsdichte, visuelle Hierarchie, Medienrechte, Diagrammqualität und Animation; entwickle anschließend eine verbesserte Version einer Folie.


Lernkontrolle
- Transfer: Versuchspräsentation: Du erhältst eine Folie mit einem vollständigen Versuchsprotokoll. Entwickle daraus eine Folie für einen dreiminütigen Vortrag und begründe, welche Informationen sichtbar bleiben und welche Du mündlich erklärst.
- Transfer: Diagrammauswahl: Für dieselben Messdaten stehen Tabelle, Balkendiagramm und Liniendiagramm zur Auswahl. Entscheide Dich für eine Darstellung, begründe sie anhand der Fragestellung und nenne einen Fall, in dem eine andere Darstellung besser wäre.
- Transfer: Medienrecht: Ein Gruppenmitglied möchte ein Bild aus einer Suchmaschine ohne Quellenangabe verwenden. Formuliere eine begründete Alternative, mit der die Gruppe rechtssicherer und nachvollziehbarer arbeiten kann.
- Transfer: Animation: Ein Foliensatz enthält auf jeder Folie Dreh-, Flug- und Zoom-Effekte. Entwickle Kriterien, nach denen Du entscheidest, welche Effekte gelöscht, vereinheitlicht oder beibehalten werden.
- Transfer: Zielgruppe: Eine Folie funktioniert auf dem eigenen Laptop gut, ist aber vom hinteren Teil des Klassenraums kaum lesbar. Leite mindestens vier konkrete Änderungen ab und ordne sie nach Wichtigkeit.
- Transfer: Vortrag und Folie: Eine Schülerin liest ihren gesamten Folientext wortwörtlich vor. Entwickle einen Verbesserungsvorschlag für Folie, Sprechernotizen und Vortragsweise und begründe, warum die drei Elemente unterschiedliche Aufgaben haben.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Gestaltungsregeln aufzählen kannst, sondern sie auf eigene Folien anwendest und begründest.
- Du kannst eine Folie auf eine klare Hauptaussage reduzieren.
- Du kannst Schriftgröße, Abstand, Kontrast und Weißraum zielgruppengerecht einsetzen.
- Du kannst geeignete Bilder auswählen und Bildqualität beurteilen.
- Du kannst Messdaten in einer passenden Diagrammform darstellen.
- Du kannst Quellen, Urheber und Lizenzen nachvollziehbar dokumentieren.
- Du kannst erklären, warum ein Suchmaschinenfund nicht automatisch frei nutzbar ist.
- Du kannst Animationen nach ihrer inhaltlichen Funktion beurteilen.
- Du kannst zeigen, wie Folie, Sprechernotizen und mündlicher Vortrag zusammenwirken.
- Du kannst einen eigenen Foliensatz auf G-, M- oder E-Niveau reflektieren und verbessern.
OERs zum Thema
Datei:Wikipresentation.pdf Hannes Röst, CC BY-SA 3.0 / GFDL, Wikimedia Commons.
Hinweis zu eingebetteten Videos: YouTube-Videos werden hier über den vorgesehenen Player eingebettet. Lade fremde Videos nicht herunter, um sie als eigene Dateien weiterzuverbreiten. Für eigene Präsentationen solltest Du auch bei Videos Quelle und Urheber beziehungsweise Kanal dokumentieren.
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