NWT9 - Ein NwT-Projekt planen

NWT9 - Ein NwT-Projekt planen
NWT9 - Ein NwT-Projekt planen
Einleitung
Ein technisches Projekt gelingt nicht dadurch, dass ein Team möglichst schnell mit dem Bauen beginnt. Gute Ergebnisse entstehen, wenn Du zuerst klärst, was erreicht werden soll, welche Teilaufgaben nötig sind, wer wofür verantwortlich ist, wann etwas fertig sein muss, welches Material gebraucht wird und an welchen Prüfpunkten Ihr den Fortschritt kontrolliert. Genau diese sechs Planungsfragen stehen im Mittelpunkt dieses aiMOOCs für NwT in Klasse 9.
Der Kurs orientiert sich am für NwT typischen Projektzyklus Planen – Fertigen – Optimieren. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Planen. Als durchgängiges Beispiel dient ein sensorgesteuertes Modell-Gewächshaus: Eine Lüftungsklappe soll sich bei einem festgelegten Temperaturwert automatisch öffnen und später wieder schließen. Das Beispiel ist nur ein Modell. Du kannst dieselben Planungsmethoden auf andere technische Vorhaben übertragen.

Das kannst Du nach diesem aiMOOC
Nach der Bearbeitung kannst Du ein technisches Vorhaben so vorbereiten, dass Dein Team arbeitsfähig ist und der Projektfortschritt überprüft werden kann.
- Projektziel: Du formulierst ein klares, überprüfbares Ziel mit Erfolgskriterien.
- Arbeitspaket: Du zerlegst ein großes Vorhaben in sinnvolle Teilaufgaben.
- Verantwortlichkeit: Du ordnest Aufgaben eindeutig Personen oder Rollen zu.
- Terminplanung: Du planst Dauer, Reihenfolge, Abhängigkeiten, Puffer und Meilensteine.
- Ressourcenplanung: Du erstellst eine Material-, Werkzeug- und Ressourcenliste.
- Qualitätssicherung: Du legst Prüfpunkte, Tests und Abnahmekriterien fest.
Differenzierung G / M / E
Die drei Niveaus bauen aufeinander auf. Du kannst auf Deinem Niveau beginnen und bei Bedarf in die nächste Stufe wechseln.
| Niveau | Schwerpunkt | Typische Leistung |
|---|---|---|
| G – Grundniveau | strukturiert mit Hilfen planen | vorgegebene Planungsfelder sinnvoll ausfüllen, Aufgaben zuordnen, einfache Termine und Prüfpunkte festlegen |
| M – Mittleres Niveau | selbstständig planen und begründen | eigene Arbeitspakete bilden, Abhängigkeiten berücksichtigen, Materialbedarf begründen und Tests planen |
| E – Erweitertes Niveau | vernetzt planen, Risiken bewerten und optimieren | Puffer und Prioritäten begründen, Risiken systematisch behandeln, Planänderungen dokumentieren und Zielkonflikte abwägen |
Vom Projektauftrag zum prüfbaren Ziel
Ein Projektauftrag beschreibt die Ausgangslage und die gewünschte technische Lösung. Ein Projektziel beschreibt den Zustand, der am Ende erreicht sein soll. Ein gutes Ziel verhindert, dass verschiedene Teammitglieder an unterschiedlichen Vorstellungen arbeiten.
Eine verbreitete Hilfe ist die SMART-Methode. In diesem Kurs bedeutet sie: spezifisch, messbar, akzeptiert beziehungsweise attraktiv, realistisch und terminiert. Wichtig ist vor allem, dass das Team eindeutig prüfen kann, ob das Ziel erreicht wurde.
Zu ungenau: „Wir bauen ein gutes Gewächshaus.“
Besser: „Bis Ende der sechsten Projektwoche fertigt unser Team ein Tischmodell eines Gewächshauses, dessen Lüftungsklappe bei einem vorher festgelegten Temperaturgrenzwert automatisch öffnet und beim abschließenden Funktionstest mindestens vier von fünf Testläufen erfolgreich besteht.“
Ziel, Zeit, Aufwand und Qualität zusammendenken
Projektziele stehen nicht isoliert. Mehr Funktionen benötigen oft mehr Zeit, zusätzliche Bauteile oder mehr Testaufwand. Deshalb muss ein Team Zielumfang, Qualität, Termine und verfügbare Ressourcen gemeinsam betrachten.

Wenn sich während des Projekts eine Randbedingung ändert, darf nicht stillschweigend weitergearbeitet werden. Das Team prüft: Muss der Funktionsumfang angepasst werden? Brauchen wir einen anderen Termin? Gibt es eine einfachere technische Lösung? Muss ein Material ersetzt werden?
G / M / E beim Projektziel
| Niveau | Auftrag |
|---|---|
| G | Formuliere ein Ziel nach einer Vorlage mit Ergebnis, Termin und einem messbaren Prüfkriterium. |
| M | Formuliere selbstständig mindestens drei Erfolgskriterien und begründe, warum sie messbar sind. |
| E | Formuliere zusätzlich Muss-, Soll- und Kann-Ziele und beschreibe einen möglichen Zielkonflikt zwischen Funktionsumfang, Zeit und Ressourcen. |
Teilaufgaben und Arbeitspakete
Ein technisches Projekt ist für eine einzige To-do-Zeile zu groß. Deshalb wird das Gesamtziel in Teilaufgaben beziehungsweise Arbeitspakete zerlegt. Ein Arbeitspaket sollte ein klares Ergebnis haben, eine verantwortliche Person oder Rolle besitzen und in überschaubarer Zeit bearbeitbar sein.

Für das Modell-Gewächshaus könnte ein einfacher Projektstrukturplan so aussehen:
| Arbeitspaket | Ergebnis | Voraussetzung | Prüfmöglichkeit |
|---|---|---|---|
| Anforderungen klären | Ziel und Erfolgskriterien stehen fest | Projektauftrag | Team kann das Ziel in einem Satz erklären |
| Konzept entwerfen | Skizze mit Mechanik, Sensor und Aktor liegt vor | Anforderungen geklärt | Skizze enthält alle Hauptkomponenten |
| Material planen | Material- und Werkzeugliste ist vollständig | Konzept liegt vor | Liste wird mit Skizze abgeglichen |
| Mechanik fertigen | Lüftungsklappe lässt sich leicht bewegen | Material vorhanden | manueller Bewegungstest |
| Elektronik aufbauen | Sensor und Aktor funktionieren einzeln | Schaltung geplant | Einzeltests bestanden |
| Programm erstellen | Steuerlogik reagiert auf Messwert | Sensorwerte können gelesen werden | Grenzwerttest |
| Teilsysteme integrieren | Mechanik, Elektronik und Programm arbeiten zusammen | Einzeltests bestanden | Systemtest |
| Optimieren und dokumentieren | Fehler reduziert und Projektverlauf nachvollziehbar dokumentiert | erster Systemtest | Abschlussprüfung |
Gute Arbeitspakete erkennen
Ein Arbeitspaket ist besser als die unklare Aufgabe „Elektronik machen“, wenn das gewünschte Ergebnis beschrieben ist. Beispielsweise ist „Temperatursensor anschließen und fünf plausible Messwerte dokumentieren“ deutlich prüfbarer. Das hilft bei Verantwortlichkeiten, Terminen und Prüfpunkten.
G / M / E bei Teilaufgaben
| Niveau | Auftrag |
|---|---|
| G | Ordne vorgegebene Teilaufgaben in eine sinnvolle Reihenfolge. |
| M | Zerlege den Projektauftrag selbst in Arbeitspakete und notiere für jedes Paket ein Ergebnis. |
| E | Kennzeichne zusätzlich Abhängigkeiten, parallel mögliche Arbeiten und besonders kritische Arbeitspakete. |
Verantwortlichkeiten im Team
Wenn „alle“ für alles zuständig sind, fühlt sich am Ende oft niemand eindeutig zuständig. Verantwortlichkeiten müssen sichtbar sein. Für Klasse 9 genügt meist eine einfache Matrix: Wer führt aus? Wer achtet auf das Ergebnis? Wer wird beraten? Wer muss informiert werden?

Eine RACI-Matrix ist ein professionelles Vorbild für diese Art der Zuordnung. Für ein Schulprojekt kann sie vereinfacht werden.
| Arbeitspaket | Koordination | Konstruktion | Elektronik / Programmierung | Dokumentation / Qualität |
|---|---|---|---|---|
| Anforderungen klären | verantwortlich | beteiligt | beteiligt | protokolliert |
| Mechanik fertigen | informiert | verantwortlich | beteiligt | prüft |
| Elektronik aufbauen | informiert | beteiligt | verantwortlich | prüft |
| Systemtest | koordiniert | beteiligt | beteiligt | verantwortlich für Prüfprotokoll |
| Abschluss | verantwortlich | beteiligt | beteiligt | dokumentiert |
Wichtig: Eine Rolle entbindet niemanden von der gemeinsamen Verantwortung für Sicherheit, Kommunikation und Qualität. Rollen können außerdem zwischen Projektphasen wechseln.
Teamregel für Übergaben
Eine Aufgabe gilt nicht als „fertig“, nur weil jemand daran gearbeitet hat. Bei einer Übergabe müssen Ergebnis, offene Probleme und nächster Schritt so dokumentiert sein, dass ein anderes Teammitglied weiterarbeiten könnte.
Termine, Abhängigkeiten und Zeitachsen
Termine werden realistisch, wenn Du zuerst die Dauer der Arbeitspakete schätzt und dann ihre Abhängigkeiten beachtest. Manche Aufgaben können parallel laufen, andere erst nach einem vorherigen Ergebnis beginnen.
Ein Gantt-Diagramm stellt Arbeitspakete als Balken auf einer Zeitachse dar. Dadurch werden Dauer, Parallelität und Meilensteine sichtbar.

Beispiel-Zeitplan als Gantt-Tabelle
Legende: ■ = Arbeit, ● = Prüfpunkt oder Meilenstein
| Arbeitspaket | Woche 1 | Woche 2 | Woche 3 | Woche 4 | Woche 5 | Woche 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ziel und Anforderungen | ■ ● | |||||
| Konzept und Skizze | ■ | ■ ● | ||||
| Material bereitstellen | ■ | ● | ||||
| Mechanik | ■ | ■ | ● | |||
| Elektronik und Programm | ■ | ■ | ■ ● | |||
| Integration | ■ | ■ ● | ||||
| Optimierung | ■ | ● | ||||
| Dokumentation | ■ | ■ | ■ | ■ | ■ | ■ ● |
Ein guter Terminplan enthält Puffer. Ein Puffer ist keine freie Zeit, sondern eine bewusst eingeplante Reserve für Unsicherheiten wie Lieferprobleme, Fehlersuche oder Wiederholung eines Tests.
Abhängigkeiten denken
Wenn die Lüftungsklappe mechanisch noch blockiert, ist ein vollständiger Regeltest nicht sinnvoll. Wenn aber Dokumentation und Materialrecherche unabhängig davon möglich sind, können sie parallel weiterlaufen. Projektplanung bedeutet deshalb nicht nur „Was kommt zuerst?“, sondern auch „Was kann gleichzeitig geschehen?“.
Aufgabenboard: Arbeit sichtbar machen
Ein Kanban-Board zeigt den aktuellen Zustand von Aufgaben. Für ein Schulprojekt reichen oft vier Spalten: Offen, In Arbeit, Prüfen und Erledigt. Eine Aufgabe wird als Karte von links nach rechts verschoben.

Beispiel-Aufgabenboard
| Offen | In Arbeit | Prüfen | Erledigt |
|---|---|---|---|
| Gehäuse zuschneiden | Sensorprogramm testen | Scharnier auf Leichtgängigkeit prüfen | Projektziel formuliert |
| Kabel beschriften | Materialliste ergänzen | Messwerte plausibilisieren | Konzeptskizze erstellt |
| Abschlussfoto planen | Prüfprotokoll vorbereiten |
Arbeitsregel: Beginne nicht beliebig viele Aufgaben gleichzeitig. Erst Aufgaben abschließen oder in die Prüfspalte bringen, bevor neue Arbeit gestartet wird. Dadurch werden Engpässe sichtbar.
Material, Werkzeuge und Ressourcen planen
Eine Materialliste verhindert Unterbrechungen. Sie unterscheidet zwischen Werkstoffen, Bauteilen, Verbrauchsmaterial, Werkzeugen, Messmitteln und Schutzausrüstung. Sie enthält nicht nur „Was?“, sondern auch Menge, Zweck, Verfügbarkeit und zuständige Person.

Sicherheitsausrüstung ist Teil der Planung. Werkzeuge, Maschinen und elektrische Aufbauten dürfen nur entsprechend der Einweisung und der schulischen Sicherheitsregeln benutzt werden.
Beispiel-Materialliste
| Kategorie | Material / Ressource | Menge | Zweck | Verfügbarkeit | Zuständig |
|---|---|---|---|---|---|
| Werkstoff | Karton oder dünne Holzplatte | nach Skizze | Grundkörper | prüfen | Konstruktion |
| Werkstoff | transparente Folie | nach Skizze | Abdeckung | prüfen | Konstruktion |
| Bauteil | Mikrocontroller | 1 | Steuerung | vorhanden / prüfen | Elektronik |
| Bauteil | Temperatursensor | 1 | Messwerterfassung | vorhanden / prüfen | Elektronik |
| Bauteil | Servomotor | 1 | Lüftungsklappe bewegen | vorhanden / prüfen | Elektronik |
| Verbindung | Leitungen und Steckverbinder | nach Aufbau | elektrische Verbindung | prüfen | Elektronik |
| Verbrauch | Klebeband, Kabelbinder oder geeigneter Klebstoff | Reserve einplanen | Montage | prüfen | Konstruktion |
| Messmittel | Thermometer | 1 | Vergleichsmessung | reservieren | Qualität |
| Werkzeug | passende Handwerkzeuge | nach Arbeitsschritt | Fertigung | reservieren | Koordination |
| Schutz | Schutzbrille | pro arbeitender Person nach Gefährdung | Augenschutz | bereitstellen | alle |
Ressourcenschonung
Materialplanung ist auch Nachhaltigkeitsplanung. Prüfe vorhandene Reststücke, vermeide unnötigen Verschnitt, plane wiederverwendbare Bauteile und dokumentiere Ersatzmaterialien. Auf M- und E-Niveau begründest Du Deine Auswahl anhand von Funktion, Verfügbarkeit, Sicherheit und Ressourcenschonung.
Prüfpunkte, Tests und Meilensteine
Ein Prüfpunkt beantwortet die Frage: „Woran erkennen wir, dass wir weiterarbeiten können?“ Ein Meilenstein markiert einen wichtigen erreichten Zustand im Projekt. Prüfpunkte verhindern, dass Fehler erst ganz am Ende sichtbar werden.

Beispiel-Prüfplan
| Prüfpunkt | Was wird geprüft? | Methode | Bestanden, wenn … | Zeitpunkt |
|---|---|---|---|---|
| P1 Zielklarheit | Ziel und Kriterien | Team-Check | alle Teammitglieder dasselbe Ziel beschreiben können | Ende Woche 1 |
| P2 Konzeptfreigabe | Skizze, Bauteile, Schnittstellen | Planprüfung | keine wesentliche Komponente fehlt | Mitte Woche 2 |
| P3 Mechaniktest | Lüftungsklappe | manueller Bewegungstest | Klappe ohne Verklemmen öffnet und schließt | Ende Woche 3 |
| P4 Einzeltest Elektronik | Sensor und Aktor | Mess- und Funktionstest | beide Teilsysteme einzeln zuverlässig reagieren | Ende Woche 4 |
| P5 Integrationstest | Gesamtsystem | definierte Testreihe | System nach festgelegten Kriterien reagiert | Ende Woche 5 |
| P6 Abschluss | Funktion und Dokumentation | Abnahme mit Prüfliste | Muss-Kriterien erfüllt und Ergebnisse dokumentiert sind | Woche 6 |
Ein Prüfpunkt braucht ein Abnahmekriterium. „Sieht gut aus“ ist kein präzises technisches Kriterium. „Klappe öffnet bei jedem der fünf Testläufe ohne mechanisches Verklemmen“ ist deutlich überprüfbarer.
Risiken, Puffer und Planänderungen
Planung bedeutet nicht, die Zukunft exakt vorherzusagen. Gute Planung macht Unsicherheiten sichtbar und bereitet Reaktionen vor. Typische Projektrisiken sind fehlendes Material, zu kurze Bearbeitungszeiten, beschädigte Bauteile, unklare Schnittstellen, Programmfehler oder zu spät erkannte Qualitätsprobleme.

Einfaches Risikoregister
| Risiko | Frühwarnzeichen | Vorbeugung | Plan B |
|---|---|---|---|
| Sensor liefert unplausible Werte | Messwerte springen stark | Sensor früh einzeln testen | Ersatzsensor oder vereinfachter Testaufbau |
| Mechanik klemmt | hohe Reibung im Handtest | Gelenk früh prüfen | Geometrie vereinfachen |
| Zeit wird knapp | mehrere Karten bleiben lange „In Arbeit“ | Aufgaben begrenzen und priorisieren | Kann-Ziele streichen |
| Material fehlt | Liste enthält ungeklärte Verfügbarkeit | Bestand in Woche 1 prüfen | geeignetes Ersatzmaterial vorbereiten |
E-Niveau: Bewerte zusätzlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung in einer kleinen Risikomatrix. Plane für besonders kritische Risiken konkrete Gegenmaßnahmen und Reserven.
Änderungslog für M und E
| Änderung | Grund | Auswirkung auf Ziel | Auswirkung auf Termin | Entscheidung |
|---|---|---|---|---|
| Beispiel: anderes Material | ursprüngliches Material nicht verfügbar | Funktion bleibt gleich | kein zusätzlicher Projekttag | Ersatz verwenden |
| Deine Änderung |
Planungs-Cockpit: Alles in einem Projektplan
Ein vollständiger Projektplan verbindet die sechs Kernfragen dieses Kurses.
| Planungsfeld | Leitfrage | Ergebnis im Projektplan |
|---|---|---|
| Ziel | Was soll am Ende nachweisbar funktionieren? | Zielformulierung und Erfolgskriterien |
| Teilaufgaben | Welche Arbeitspakete führen zum Ziel? | Projektstrukturplan |
| Verantwortlichkeiten | Wer bearbeitet, prüft und koordiniert? | Rollen- oder Verantwortungsmatrix |
| Termine | Was geschieht wann und in welcher Reihenfolge? | Zeitplan mit Abhängigkeiten und Puffern |
| Material | Welche Ressourcen werden wann benötigt? | Material-, Werkzeug- und Ressourcenliste |
| Prüfpunkte | Wann und wie wird Qualität überprüft? | Prüfplan mit Abnahmekriterien |
Projektplan-Vorlage zum Kopieren
| Feld | Deine Eintragung |
|---|---|
| Projektname | |
| Projektziel | |
| Muss-Kriterien | |
| Soll-Kriterien | |
| Kann-Kriterien | |
| Arbeitspakete | |
| Verantwortlichkeiten | |
| Start und Endtermin | |
| Abhängigkeiten | |
| Puffer | |
| Material und Werkzeuge | |
| Sicherheitsmaßnahmen | |
| Prüfpunkte | |
| Abnahmekriterien | |
| Größte Risiken | |
| Dokumentationsform |
Aufgabenboard-Vorlage
| Offen | In Arbeit | Prüfen | Erledigt |
|---|---|---|---|
| Aufgabe: | Aufgabe: | Aufgabe: | Aufgabe: |
| Zuständig: | Zuständig: | Zuständig: | Zuständig: |
| Termin: | Termin: | Termin: | Termin: |
Planungs-Check vor dem Fertigungsstart
- Projektziel prüfen: Ist das Ziel eindeutig, realistisch und messbar?
- Arbeitspakete prüfen: Hat jedes Arbeitspaket ein erkennbares Ergebnis?
- Verantwortlichkeiten prüfen: Ist für jede Aufgabe eine Zuständigkeit geklärt?
- Terminplan prüfen: Sind Abhängigkeiten, Puffer und Prüfpunkte sichtbar?
- Materialplanung prüfen: Sind Material, Werkzeuge, Messmittel und Schutzmittel verfügbar?
- Prüfplan prüfen: Ist vor dem Bauen klar, wie die wichtigsten Funktionen getestet werden?
- Dokumentation prüfen: Ist festgelegt, wie Entscheidungen, Tests und Änderungen festgehalten werden?
Von der Planung zur Durchführung
Während der Fertigung wird der Plan nicht einfach „abgearbeitet“. Ein Projektplan ist ein Steuerungsinstrument. Das Team vergleicht regelmäßig Soll und Ist: Sind Aufgaben im vorgesehenen Zustand? Stimmen Termine noch? Fehlt Material? Wurde ein Prüfpunkt bestanden? Muss eine Änderung beschlossen werden?

Ein technischer Prototyp macht Planungsannahmen sichtbar. Deshalb gehören Tests und Optimierung von Anfang an in den Projektplan und nicht erst ans Ende.
Kurzes Team-Meeting als Routine
Ein zweiminütiges Planungsmeeting pro Person reicht oft für drei Fragen: Was wurde seit dem letzten Treffen erledigt? Was ist der nächste konkrete Schritt? Welches Hindernis blockiert die Arbeit? Danach wird das Aufgabenboard aktualisiert.
G / M / E – Gesamtauftrag zur Projektplanung
| Niveau | Gesamtauftrag | Mindestprodukt |
|---|---|---|
| G | Plane ein technisches Projekt mit vorgegebenem Projektauftrag. Nutze die Vorlagen und ordne Aufgaben, Personen, Termine, Material und mindestens drei Prüfpunkte zu. | ausgefüllter Projektplan, einfaches Aufgabenboard, Materialliste und Prüfplan |
| M | Entwickle aus dem Projektauftrag selbstständig Arbeitspakete, begründe Abhängigkeiten, schätze Dauer und Materialbedarf und definiere mindestens vier prüfbare Abnahmekriterien. | vollständiger Projektplan mit Zeitplan, Verantwortungsmatrix, Materialliste, Prüfplan und dokumentierter Planänderung |
| E | Plane das Projekt so, dass Zielkonflikte, Risiken und Unsicherheiten berücksichtigt werden. Begründe Puffer, Prioritäten, Muss-Soll-Kann-Ziele und Reaktionen auf mindestens zwei Störungen. | vernetzter Projektplan mit Risikoanalyse, begründetem Puffer, Änderungslog und Optimierungsstrategie |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was sollte am Anfang einer technischen Projektplanung eindeutig feststehen? (Das überprüfbare Projektziel) (!Die Farbe der Abschlussfolie) (!Die Reihenfolge der Teamfotos) (!Die endgültige Präsentationsmusik)
Wozu wird ein großes Projekt in Arbeitspakete zerlegt? (Damit Teilaufgaben planbar und überprüfbar werden) (!Damit keine Termine mehr nötig sind) (!Damit jede Person dieselbe Aufgabe bearbeitet) (!Damit Materiallisten überflüssig werden)
Was ist der wichtigste Zweck einer klaren Verantwortlichkeit? (Es ist erkennbar wer eine Aufgabe bearbeitet oder koordiniert) (!Alle Aufgaben bleiben absichtlich ohne Zuständigkeit) (!Nur die Lehrkraft darf Entscheidungen treffen) (!Der Terminplan muss nicht mehr gepflegt werden)
Wofür eignet sich ein Gantt-Diagramm besonders? (Für die Darstellung von Aufgaben über eine Zeitachse) (!Für die Messung einer elektrischen Spannung) (!Für die Auswahl einer Schutzbrille) (!Für die Berechnung einer Stoffdichte)
Was zeigt ein Kanban-Board im Projekt? (Den aktuellen Bearbeitungsstand von Aufgaben) (!Nur die Gesamtkosten des Projekts) (!Nur die Namen der Teammitglieder) (!Die physikalische Leistung eines Motors)
Welche Information gehört in eine gute Materialliste? (Menge Zweck Verfügbarkeit und Zuständigkeit) (!Nur der Projektname) (!Nur die Lieblingsmaterialien des Teams) (!Nur bereits verbrauchte Materialien)
Was macht einen Prüfpunkt besonders nützlich? (Ein vorher festgelegtes Abnahmekriterium) (!Eine möglichst ungenaue Beschreibung) (!Ein Termin ohne Test) (!Eine Aufgabe ohne Ergebnis)
Warum müssen Abhängigkeiten zwischen Aufgaben beachtet werden? (Weil manche Aufgaben erst nach bestimmten Ergebnissen beginnen können) (!Weil alle Aufgaben immer gleichzeitig beginnen müssen) (!Weil dadurch keine Materialien mehr benötigt werden) (!Weil Verantwortlichkeiten dann unwichtig werden)
Wozu dient ein Zeitpuffer? (Als geplante Reserve für Unsicherheiten) (!Als Ersatz für ein Projektziel) (!Als Grund Prüfungen wegzulassen) (!Als Liste aller Teammitglieder)
Was sollte ein Team bei einer wichtigen Planänderung tun? (Grund Auswirkungen und Entscheidung dokumentieren) (!Die Änderung geheim halten) (!Alle bisherigen Prüfkriterien löschen) (!Den Projektplan nicht mehr verwenden)
Memory
| Projektziel | überprüfbarer Endzustand |
| Arbeitspaket | abgegrenzte Teilaufgabe |
| Verantwortlichkeit | eindeutige Zuständigkeit |
| Terminplan | zeitliche Reihenfolge |
| Materialliste | Ressourcenübersicht |
| Prüfpunkt | geplanter Kontrollmoment |
| Pufferzeit | eingeplante Reserve |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Projektziel | beschreibt den nachweisbaren gewünschten Endzustand |
| Arbeitspaket | macht einen Teil des Vorhabens bearbeitbar |
| Verantwortlichkeit | klärt wer eine Aufgabe übernimmt oder koordiniert |
| Termin | legt fest bis wann ein Ergebnis vorliegen soll |
| Material | umfasst benötigte Werkstoffe Bauteile und weitere Ressourcen |
| Prüfpunkt | kontrolliert ein Zwischenergebnis anhand eines Kriteriums |
Kreuzworträtsel
| Meilenstein | Wie heißt ein wichtiger Prüf- oder Entscheidungspunkt im Projekt? |
| Kanban | Wie heißt ein Aufgabenboard mit Bearbeitungszuständen? |
| Prototyp | Wie heißt eine frühe funktionsfähige Ausführung einer technischen Lösung? |
| Ressource | Wie nennt man ein benötigtes Mittel wie Material Zeit oder Werkzeug? |
| Terminplan | Wie heißt die zeitliche Ordnung der Projektaufgaben? |
| Arbeitspaket | Wie heißt eine klar abgegrenzte Teilaufgabe im Projekt? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G-Niveau
- Projektziel formulieren: Wähle ein einfaches technisches Vorhaben und formuliere ein Ziel mit Ergebnis, Termin und einem messbaren Erfolgskriterium.
- Projekt zerlegen: Erstelle aus einem vorgegebenen Projektauftrag sechs bis acht Teilaufgaben und ordne sie in eine sinnvolle Reihenfolge.
- Materialliste erstellen: Plane für ein kleines Modell alle Werkstoffe, Bauteile, Werkzeuge, Messmittel und Schutzmittel in einer Tabelle.
- Prüfpunkte festlegen: Entwickle drei Prüfpunkte und notiere jeweils, woran Du erkennst, dass der Prüfpunkt bestanden ist.
Standard – M-Niveau
- Verantwortungsmatrix entwickeln: Plane ein Viererteam und ordne jedem Arbeitspaket eine Hauptverantwortung sowie eine Prüfrolle zu.
- Gantt-Plan gestalten: Zeichne für ein sechswöchiges Projekt einen Zeitplan mit parallelen Aufgaben, Abhängigkeiten und mindestens einem Puffer.
- Kanban-Board führen: Baue ein reales oder digitales Aufgabenboard auf und dokumentiere über mehrere Projekttage, wie Karten ihren Zustand verändern.
- Testplan entwerfen: Entwickle für einen technischen Prototyp mindestens vier Tests mit Messgröße, Methode, Abnahmekriterium und Zeitpunkt.
Schwer – E-Niveau
- Risikoanalyse durchführen: Identifiziere mindestens sechs Projektrisiken, bewerte Eintritt und Auswirkung und entwickle passende Vorbeugungs- und Ersatzmaßnahmen.
- Störung simulieren: Nimm an, dass ein zentrales Bauteil zwei Wochen verspätet geliefert wird. Überarbeite Aufgabenboard, Terminplan und Materialplan, ohne das Muss-Ziel aus den Augen zu verlieren.
- Planungsentscheidung begründen: Vergleiche zwei technische Lösungsideen anhand selbst gewählter Kriterien wie Funktion, Zeitbedarf, Materialverbrauch, Wartbarkeit und Risiko und begründe eine Entscheidung.
- Projekt-Audit durchführen: Untersuche den Projektplan eines anderen Teams. Prüfe Zielklarheit, Teilaufgaben, Zuständigkeiten, Termine, Material, Prüfpunkte und Risiken und formuliere konkrete Verbesserungsvorschläge.


Lernkontrolle
- Transferfall Terminproblem: Ein Team liegt nach Woche drei hinter dem Zeitplan. Zwei Aufgaben sind gleichzeitig „In Arbeit“, aber kein Prüfpunkt wurde abgeschlossen. Analysiere mögliche Ursachen und schlage eine sinnvolle Reihenfolge der nächsten Schritte vor.
- Transferfall Materialausfall: Das geplante Gehäusematerial ist nicht verfügbar. Erkläre, welche Felder des Projektplans überprüft oder geändert werden müssen und welche Kriterien für ein Ersatzmaterial wichtig sind.
- Transferfall Zielkonflikt: Die Gruppe möchte kurz vor Projektende eine zusätzliche Funktion einbauen. Beurteile die Entscheidung unter den Gesichtspunkten Ziel, Termin, Risiko, Material und Prüfaufwand.
- Transferfall Verantwortlichkeit: Zwei Teammitglieder gehen davon aus, dass jeweils die andere Person den Sensor getestet hat. Entwickle eine organisatorische Lösung, die solche Lücken künftig verhindert.
- Transferfall Prüfkriterium: Ein Team verwendet als Abnahmekriterium „Das Modell funktioniert gut“. Formuliere daraus mindestens drei präzise technische Prüfkriterien und begründe Deine Auswahl.
- Transferfall Planänderung: Nach einem fehlgeschlagenen Integrationstest muss die Mechanik geändert werden. Zeige, wie sich diese Änderung auf Aufgabenboard, Zeitplan, Materialliste, Risiken und Dokumentation auswirkt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen nachvollziehbaren Projektplan erstellen und begründen kannst.
- Projektziel: ein prüfbares Ziel mit Muss-Kriterien und Termin
- Projektstrukturplan: sinnvolle, ausreichend kleine Arbeitspakete mit Ergebnissen
- Verantwortungsmatrix: eindeutige Zuständigkeiten und geregelte Übergaben
- Terminplan: Dauer, Reihenfolge, Abhängigkeiten, Puffer und Meilensteine
- Materialliste: vollständige Ressourcenplanung einschließlich Werkzeugen, Messmitteln und Schutz
- Prüfplan: Prüfpunkte mit Methoden und Abnahmekriterien
- Projektsteuerung: aktuelles Aufgabenboard und dokumentierte Soll-Ist-Vergleiche
- Änderungsmanagement: nachvollziehbare Begründung wichtiger Planänderungen
- Reflexion: Bewertung, welche Planungsentscheidung funktioniert hat und was beim nächsten Projekt verbessert würde
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zu Projektmanagement bietet eine weiterführende Übersicht zu Methoden, Rollen und Planungsinstrumenten.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen