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Mit KI lernen statt abschreiben

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Mit KI lernen statt abschreiben




Mit KI lernen statt abschreiben


Einleitung

Künstliche Intelligenz kann Dir beim Lernen helfen – aber nur dann, wenn Du selbst denkst. Eine KI kann Fragen erklären, Beispiele geben, Übungen erfinden oder Rückmeldung zu Deinem Entwurf geben. Sie kann Dir aber auch so viel Arbeit abnehmen, dass Du am Ende zwar eine fertige Lösung besitzt, aber kaum etwas verstanden oder behalten hast.

In diesem Lernkurs untersuchst Du deshalb eine wichtige Frage: Wann unterstützt KI mein Lernen – und wann lagert sie mein Denken aus?

Du brauchst keine technischen Vorkenntnisse. Wenn in Deiner Schule ein KI-System verwendet werden darf, kannst Du damit arbeiten. Wenn kein KI-System verfügbar oder erlaubt ist, können Beispielantworten von der Lehrkraft genutzt werden. Wichtig ist nicht eine bestimmte Marke, sondern wie Du mit einer KI arbeitest.

Am Ende kannst Du in einer neuen Situation selbst entscheiden, ob und wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann, und Deine Entscheidung begründen.

Zielgruppe: Schule, Schwerpunkt Klasse 5

Dauer: etwa 1–2 Unterrichtsstunden

Fächerübergreifende Bezüge: Informatik, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Ethik, Medienbildung, Lernen lernen


Lernziele

Nach diesem Kurs kannst Du:

  1. Lernförderliche KI-Nutzung von bloßem Abschreiben unterscheiden.
  2. eigene Denkzeit einplanen, bevor Du Hilfe nutzt.
  3. KI für Hinweise, Fragen, Beispiele, Übungen und Feedback einsetzen, ohne die ganze Lösung abzugeben.
  4. eine KI-Antwort auf Verständlichkeit, Fehler und passende Quellen prüfen.
  5. erklären, warum eigenes Erinnern und Üben für das Lernen wichtig sind.
  6. persönliche Daten schützen und nur freigegebene Werkzeuge verwenden.
  7. mögliche Unfairness, Einseitigkeit oder Stereotype in KI-Antworten erkennen.
  8. transparent machen, wenn KI bei einer Aufgabe geholfen hat.
  9. eine KI-Empfehlung ablehnen, verändern oder verbessern, wenn sie nicht zu Deinem Lernziel passt.
  10. Dein Wissen auf eine neue Aufgabe übertragen und Deine Entscheidung begründen.


Unterrichtsplan für 1–2 Stunden

Phase Zeit Was Du tust Ziel
Aktivierung und Diagnose 5–10 Minuten Du vergleichst kurze Situationen: Lernhilfe, Denk-Auslagerung oder unklar. Vorwissen und eigene Gewohnheiten sichtbar machen
Einführung 10–15 Minuten Du lernst das Prinzip Erst ich – dann KI – dann wieder ich kennen. KI als Werkzeug statt Ersatz verstehen
Erproben 15–30 Minuten Du bearbeitest Beispiele aus Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Medienbildung. hilfreiche Fragen und Feedback unterscheiden
Anwendung 10–20 Minuten Du löst eine realistische Schulsituation mit einem KI-Nutzungsplan. selbstständige Entscheidung üben
Selbstkontrolle und Reflexion 5–10 Minuten Du erklärst einen Lernweg ohne Hilfe und prüfst ihn mit einer Checkliste. Verständnis und Erinnern überprüfen
Transfer 10–15 Minuten Du wendest die Regeln auf eine neue Aufgabe an. begründete, eigenständige Entscheidung treffen

Für eine einzelne Unterrichtsstunde eignen sich Aktivierung, Einführung, eine Anwendung und der Transfer. Bei einer Doppelstunde können zusätzlich mehrere Fachbeispiele und die interaktiven Aufgaben bearbeitet werden.


Kurze Aktivierung: Hilft mir das beim Lernen?

Stell Dir vor, Du hast eine Hausaufgabe und darfst ein von der Schule freigegebenes KI-System verwenden. Entscheide zuerst allein und besprecht danach zu zweit: Lernhilfe, Denk-Auslagerung oder kommt darauf an?

Situation Deine erste Entscheidung Begründung
Du versuchst eine Matheaufgabe drei Minuten selbst und bittest dann nur um einen Hinweis.
Du kopierst die komplette Aufgabenstellung in die KI und übernimmst die fertige Lösung ungelesen.
Du schreibst selbst einen Absatz und bittest um zwei konkrete Verbesserungshinweise.
Du lässt eine Zusammenfassung erstellen und lernst nur diese, ohne den Originaltext zu lesen.
Du lässt Dir fünf Übungsfragen geben und beantwortest sie anschließend ohne Hilfe.
Du übernimmst eine genannte Quelle, ohne zu prüfen, ob sie wirklich existiert und zum Thema passt.

Diagnosefrage: Bei welcher Situation warst Du unsicher? Genau dort beginnt gutes Nachdenken über KI.


Was eine Text-KI macht – einfach erklärt

Eine Text-KI erzeugt Antworten mithilfe von Mustern, die sie aus sehr vielen Beispielen gelernt hat. Vereinfacht gesagt berechnet sie, welche Wörter oder Wortteile gut aufeinander folgen könnten. Dadurch können erstaunlich passende Texte entstehen.

Eine KI-Antwort ist aber nicht automatisch wahr. Sie kann überzeugend klingen und trotzdem Fehler enthalten, Dinge verwechseln oder Angaben erfinden. Deshalb gilt: Eine flüssige Antwort ist noch kein Beweis für eine richtige Antwort.

Das Bild zeigt stark vereinfacht ein künstliches neuronales Netz. Für diesen Kurs musst Du die Technik dahinter nicht berechnen können. Wichtig ist nur: Eine KI verarbeitet Muster – Du entscheidest, ob ihre Ausgabe für Deine Aufgabe sinnvoll, richtig und fair ist.

Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere eine Möglichkeit, wie KI helfen kann, und ein Risiko, auf das Du achten solltest.


Die wichtigste Lernregel: Erst ich – dann KI – dann wieder ich

Ein guter Lernweg besteht aus drei Schritten:

  1. Erst ich: Versuche selbst zu erinnern, zu erklären, zu rechnen, zu schreiben oder eine Vermutung aufzustellen.
  2. Dann KI: Nutze die KI gezielt für einen Hinweis, eine Rückfrage, ein Beispiel, eine Übung oder Feedback.
  3. Dann wieder ich: Schließe die Hilfe, löse oder erkläre selbst und prüfe, was Du wirklich verstanden hast.

Diese Reihenfolge schützt Deine eigene geistige Leistung. Sie macht aus KI einen Lernpartner auf Zeit und nicht einen Ersatz für Dein Denken.

Ein Merksatz lautet:

KI darf Dir beim Denken helfen. Sie sollte Dir das Denken nicht wegnehmen.


Lernhilfe oder Denk-Auslagerung?

Lernförderliche Unterstützung bedeutet: Die Hilfe bringt Dich dazu, selbst weiterzudenken. Denk-Auslagerung bedeutet: Die entscheidende geistige Arbeit wird vollständig abgegeben.

Lernziel Lernförderliche KI-Nutzung Denk-Auslagerung
Verstehen „Erkläre mir den Unterschied zwischen Wetter und Klima mit einem Beispiel und stelle mir danach eine Kontrollfrage.“ „Schreibe meine komplette Antwort für die Hausaufgabe.“
Erinnern „Stelle mir fünf Fragen. Zeige die Lösungen erst, nachdem ich geantwortet habe.“ „Gib mir sofort alle Antworten, damit ich sie abschreiben kann.“
Üben „Erfinde drei ähnliche Aufgaben, aber löse sie noch nicht.“ „Löse alle Aufgaben für mich.“
Feedback „Nenne eine Stärke und zwei konkrete Stellen, die ich selbst verbessern soll.“ „Schreibe meinen Text komplett neu.“
Quellenkritik „Welche Begriffe sollte ich überprüfen und welche verlässlichen Quellentypen passen dazu?“ „Gib mir eine Quelle, die meine Meinung bestätigt.“
Kreativität „Nenne fünf unterschiedliche Ideen. Ich kombiniere und gestalte selbst.“ „Erstelle das fertige Werk, ich gebe es als mein eigenes ab.“


Warum eigenes Erinnern wichtig ist

Wenn Du eine Erklärung nur ansiehst, kann sie Dir bekannt vorkommen. Das ist noch nicht dasselbe wie Erinnern. Beim Lernen hilft es, Wissen ohne Vorlage aus dem Gedächtnis abzurufen.

Ein einfacher Test:

  1. Lies einen kurzen Abschnitt.
  2. Decke ihn ab.
  3. Erkläre mit eigenen Worten, was Du verstanden hast.
  4. Prüfe erst danach, was gefehlt hat.
  5. Wiederhole diesen Vorgang später noch einmal.

Eine KI kann diesen Lernweg unterstützen, indem sie Fragen stellt. Die Antworten solltest aber Du geben.


Gute Fragen an eine KI

Eine gute Anfrage nennt nicht nur das Thema, sondern auch Dein Lernziel und die Art der Hilfe.

Weniger hilfreich: „Mach Aufgabe 4.“

Lernförderlicher: „Ich bin in Klasse 5. Ich möchte Aufgabe 4 selbst lösen. Gib mir nur einen ersten Hinweis und noch nicht die Lösung.“

Weitere lernförderliche Formulierungen:

  1. „Stelle mir zuerst eine Frage, damit ich selbst nachdenken muss.“
  2. „Gib mir zwei Beispiele und lass mich danach ein drittes selbst bilden.“
  3. „Zeige mir nicht das Ergebnis, sondern den nächsten Rechenschritt als Hinweis.“
  4. „Prüfe meine Erklärung auf einen fachlichen Fehler, ohne sie neu zu schreiben.“
  5. „Nenne mir drei Punkte, die ich an verlässlichen Quellen überprüfen sollte.“
  6. „Erstelle eine Übung mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad. Die Lösung soll zunächst verborgen bleiben.“


Feedback: Helfen statt übernehmen

Gutes Feedback ist konkret und hilft Dir beim nächsten Schritt. Es sollte nicht einfach Deine Arbeit ersetzen.

Beispiel Deutsch:

Dein Satz: „Der Hund rannte schnell nach Hause weil es Gewitter gab.“

Wenig lernförderliche Bitte: „Schreib den Satz perfekt.“

Lernförderliche Bitte: „Finde höchstens zwei Stellen, die ich prüfen sollte. Nenne die Regel, aber verbessere den Satz noch nicht.“

Dann entscheidest und verbesserst Du.

Eine gute Feedback-Anfrage kann vier Teile enthalten:

  1. Was war meine Aufgabe?
  2. Was habe ich selbst versucht?
  3. Wobei bin ich unsicher?
  4. Welche Art Hilfe möchte ich – Hinweis, Frage, Regel oder Rückmeldung?


Quellen prüfen statt Antworten glauben

Eine KI-Antwort ist keine verlässliche Quelle nur deshalb, weil sie sicher klingt. Bei wichtigen Sachinformationen solltest Du prüfen.

Die 4-P-Prüfung:

  1. Passt es? Beantwortet die Information überhaupt Deine Frage?
  2. Person oder Institution? Wer veröffentlicht die Information?
  3. Prüfbar? Findest Du dieselbe Kernaussage in einer verlässlichen zweiten Quelle?
  4. Passend aktuell? Ist die Information für Dein Thema und den benötigten Zeitpunkt geeignet?

Geeignete Prüfstellen können je nach Aufgabe Schulbuch, Bibliothek, Museum, Universität, Behörde, öffentlich-rechtliches Bildungsangebot oder ein gut belegter Wikipedia-Artikel sein.

Wichtig: Wenn eine KI Quellen nennt, prüfe, ob diese Quellen wirklich existieren und ob dort tatsächlich steht, was behauptet wurde.


Datenschutz und Sicherheit

Beim Lernen mit KI gilt:

  1. Nutze nur Werkzeuge, die Deine Schule oder eine verantwortliche erwachsene Person für diesen Zweck freigegeben hat.
  2. Gib keine Passwörter, Adressen, Telefonnummern oder andere vertrauliche Daten ein.
  3. Lade keine Fotos oder Texte anderer Personen hoch, wenn Du dafür keine Erlaubnis hast.
  4. Gib keine persönlichen Probleme, Gesundheitsdaten oder Geheimnisse von Mitschülerinnen und Mitschülern weiter.
  5. Wenn eine Antwort gefährlich, beleidigend oder unpassend wirkt, brich ab und wende Dich an eine Lehrkraft oder andere vertrauenswürdige erwachsene Person.

Merksatz: Was Du nicht an ein unbekanntes Publikum weitergeben würdest, gehört auch nicht unüberlegt in ein KI-System.


Fairness und Verantwortung

KI-Systeme lernen aus vorhandenen Daten. In solchen Daten können Einseitigkeiten und Stereotype vorkommen. Deshalb können auch KI-Antworten Menschen unfair darstellen.

Mini-Experiment ohne persönliche Daten:

Bitte ein freigegebenes KI-System um zwei Listen:

„Nenne zehn erfundene Personen mit unterschiedlichen Berufen.“

Prüfe anschließend gemeinsam:

  1. Werden bestimmte Berufe immer mit denselben Geschlechtern verbunden?
  2. Kommen unterschiedliche Namen und Lebenswelten vor?
  3. Gibt es klischeehafte Beschreibungen?
  4. Wie könnte die Anfrage fairer gestellt werden?
  5. Welche Ausgabe würdest Du nicht ungeprüft übernehmen?

Du musst eine KI-Antwort nicht akzeptieren. Du darfst widersprechen, verbessern und eine andere Darstellung verlangen.


Transparenz: Zeig Deinen Lernweg

Wenn KI bei einer schulischen Arbeit geholfen hat, sollte – entsprechend den Regeln Deiner Schule – erkennbar sein, wofür sie eingesetzt wurde.

Eine kurze Lernnotiz kann zum Beispiel lauten:

„Ich habe zuerst selbst drei Ideen gesammelt. Danach habe ich KI für zwei zusätzliche Gegenbeispiele und Feedback zu meinem Entwurf genutzt. Den endgültigen Text habe ich selbst geschrieben und die Sachinformationen mit zwei Quellen geprüft.“

So bleibt sichtbar, was Deine eigene Leistung ist.


Fächerübergreifende Beispiele


Informatik

In Informatik kannst Du untersuchen, dass KI-Systeme Muster in Daten verarbeiten und Ausgaben erzeugen. Für Klasse 5 reicht ein anschauliches Modell: Eingabe hinein – Verarbeitung – Ausgabe heraus – Mensch prüft.

Handlungsaufgabe: Formuliere dieselbe Lernfrage auf drei Arten. Vergleiche die Antworten. Welche Wörter in Deiner Eingabe verändern die Ausgabe?


Deutsch

In Deutsch kann KI beim Planen, Üben und Überarbeiten helfen.

Gute Nutzung: Du schreibst selbst eine Beschreibung und bittest um Feedback zu zwei Kriterien.

Weniger gute Nutzung: Die KI schreibt den gesamten Text und Du übernimmst ihn.

Handlungsaufgabe: Schreibe fünf eigene Sätze über einen Ort. Bitte anschließend nur um Hinweise zu Verständlichkeit und Satzanfängen. Überarbeite selbst.


Mathematik

In Mathematik ist der eigene Lösungsweg besonders wichtig.

Beispiel: „Ein Rechteck ist 8 cm lang und 5 cm breit. Wie groß ist seine Fläche?“

Lernförderliche KI-Hilfe wäre: „Erinnere mich nur an die passende Regel und stelle danach eine Rückfrage.“

Nicht lernförderlich wäre: „Nenne nur das Ergebnis.“

Selbstkontrolle: Kannst Du die Aufgabe anschließend mit anderen Zahlen ohne KI lösen? Wenn ja, hat die Hilfe wahrscheinlich zum Lernen beigetragen.


Naturwissenschaften

In Naturwissenschaften kann KI Vermutungen, Fachbegriffe oder Vergleichsfragen liefern. Beobachtungen und Quellenprüfung bleiben wichtig.

Beispiel: „Warum beschlägt ein kaltes Glas außen?“

Lernförderliche Nutzung: Stelle zuerst selbst eine Vermutung auf. Bitte dann um zwei mögliche Erklärungen. Prüfe die passende Erklärung mit Schulbuch, Experiment oder verlässlicher Quelle.


Kunst

In Kunst kann KI als Ideengeber dienen. Die kreative Entscheidung sollte bei Dir bleiben.

Beispiel: Sammle selbst drei Ideen für ein Plakat zum Thema „Unsere Stadt der Zukunft“. Lass Dir danach drei ungewöhnliche Perspektiven vorschlagen. Wähle, kombiniere, zeichne und begründe Deine eigene Gestaltung.

Frage dabei auch: Von wem stammen Bilder und Stile? Was darf verwendet werden? Wie mache ich kenntlich, wenn KI beteiligt war?


Ethik und Medienbildung

In Ethik und Medienbildung geht es um Verantwortung: Wer entscheidet? Wer prüft? Wer trägt die Folgen?

Diskutiert: Wenn eine KI für Dich eine Meinung formuliert und Du sie ungeprüft übernimmst – ist es dann wirklich Deine Meinung?


Realistische Anwendungssituation: Der Lernzettel

Du schreibst morgen einen kleinen Test in Naturwissenschaften. Thema: Wasserkreislauf. Du hast Dein Heft, Dein Schulbuch und darfst ein freigegebenes KI-System verwenden.

Eine Freundin schlägt vor: „Lass die KI einfach den perfekten Lernzettel schreiben. Dann müssen wir nur noch lesen.“

Du entscheidest Dich für einen anderen Plan:

  1. Ohne KI notierst Du aus dem Gedächtnis die Begriffe Verdunstung, Wolkenbildung und Niederschlag.
  2. Du vergleichst Deine Notizen mit dem Schulbuch.
  3. Du markierst eine Stelle, die Du noch nicht verstehst.
  4. Du bittest die KI um eine kindgerechte Erklärung genau dieser Stelle.
  5. Du verlangst drei Übungsfragen ohne sichtbare Lösungen.
  6. Du beantwortest die Fragen selbst.
  7. Du überprüfst Fehler mit Schulbuch und Unterrichtsnotizen.
  8. Du erklärst den Wasserkreislauf am Ende ohne KI in eigenen Worten.

Auswertung: In diesem Plan erledigt die KI Hilfsarbeiten. Erinnern, Prüfen, Erklären und Entscheiden bleiben bei Dir.


Das 5-Finger-Modell für KI beim Lernen

Du kannst Deine Hand als Merkhilfe verwenden:

  1. Daumen – Ziel: Was will ich lernen?
  2. Zeigefinger – Eigenversuch: Was kann ich schon selbst?
  3. Mittelfinger – Hilfe: Welche kleine Unterstützung brauche ich?
  4. Ringfinger – Prüfen: Woran erkenne ich, ob die Antwort stimmt?
  5. Kleiner Finger – Rückblick: Kann ich es danach ohne KI erklären oder anwenden?

Wenn Du beim letzten Punkt „nein“ sagst, war die Hilfe wahrscheinlich zu groß oder noch nicht passend.


Selbstkontrolle: Kann ich es wirklich?

Lege alle Hilfen weg und beantworte aus dem Gedächtnis:

  1. Was bedeutet „Erst ich – dann KI – dann wieder ich“?
  2. Nenne zwei Beispiele für lernförderliche KI-Hilfe.
  3. Woran erkennst Du Denk-Auslagerung?
  4. Warum sollte eine KI-Antwort geprüft werden?
  5. Welche Daten würdest Du niemals unüberlegt eingeben?
  6. Wie kannst Du zeigen, welche Teile einer Arbeit Deine eigene Leistung sind?

Danach darfst Du im Kurs nachsehen und ergänzen.

Wichtig: Selbstkontrolle bedeutet nicht, sofort alles perfekt zu können. Sie zeigt Dir, was Du als Nächstes üben solltest.


Reflexion: Was passiert mit meinem Lernen?

Bewerte nach einer Aufgabe nicht nur das Ergebnis, sondern auch Deinen Lernprozess.

Frage Ja Teilweise Noch nicht
Ich habe zuerst selbst nachgedacht.
Ich kann die Lösung ohne KI erklären.
Ich habe Fehler oder Quellen geprüft.
Die KI hat mir einen nächsten Schritt gezeigt, aber nicht alles übernommen.
Ich weiß, was meine eigene Leistung war.
Ich könnte eine ähnliche Aufgabe jetzt selbst bearbeiten.

Wenn Du bei den letzten beiden Punkten unsicher bist, probiere die Aufgabe noch einmal mit weniger Hilfe.

Beobachtungsauftrag: Achte darauf, an welchen Stellen KI in der Schule als Unterstützung beschrieben wird und welche Aufgaben weiterhin bei den Lernenden bleiben.


Transfer: Eine neue Situation

Neue Aufgabe: Deine Klasse soll ein Plakat zum Thema „Wie entsteht ein Regenbogen?“ erstellen. Das Thema wurde in dieser Form noch nicht gemeinsam erarbeitet. Ein freigegebenes KI-System darf benutzt werden.

Arbeite ohne fertige Vorgabe:

  1. Entscheide, welche Teile Du zuerst selbst bearbeiten willst.
  2. Entscheide, wofür KI helfen darf.
  3. Formuliere eine lernförderliche Anfrage.
  4. Lege fest, wie Du Sachinformationen überprüfst.
  5. Plane, welcher Teil des Plakats eindeutig Deine eigene Erklärung oder Gestaltung zeigt.
  6. Entscheide, wie Du die KI-Nutzung transparent machst.
  7. Begründe in drei bis fünf Sätzen, warum Dein Plan Lernen unterstützt und nicht bloß Denken auslagert.

Transferfrage: Würdest Du denselben KI-Einsatz auch bei einem Gedicht, einer Matheaufgabe oder einem Experiment wählen? Begründe, was sich je nach Fach verändern muss.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Du möchtest eine schwierige Matheaufgabe selbst lösen. Welche KI-Anfrage unterstützt Dein Lernen am besten? (Gib mir nur einen ersten Hinweis und noch nicht die Lösung) (!Rechne alles vollständig aus) (!Schreibe nur das Endergebnis) (!Erledige meine Hausaufgabe komplett)




Du hast einen Sachtext gelesen. Was hilft Dir besonders dabei zu prüfen, ob Du ihn verstanden hast? (Den Text schließen und den Inhalt mit eigenen Worten erklären) (!Die KI-Zusammenfassung mehrmals lesen) (!Die fertige Antwort abschreiben) (!Nur die Überschrift merken)




Eine KI nennt eine überraschende Zahl. Was ist der beste nächste Schritt? (Die Zahl in einer passenden verlässlichen Quelle überprüfen) (!Die Zahl übernehmen, weil sie genau klingt) (!Die Zahl größer machen, damit sie überzeugender wirkt) (!Die Zahl ohne Prüfung weitergeben)




Welche Form von Feedback lässt Deine eigene Leistung am stärksten erhalten? (Nenne mir eine Stärke und zwei Stellen, die ich selbst verbessern soll) (!Schreibe meinen gesamten Text neu) (!Ersetze alle meine Sätze durch bessere Sätze) (!Erstelle eine fertige Abgabe)




Woran erkennst Du Denk-Auslagerung am ehesten? (Die KI übernimmt die entscheidende geistige Arbeit und Du kannst den Lösungsweg danach nicht erklären) (!Du erhältst eine Rückfrage) (!Du vergleichst zwei Quellen) (!Du löst danach eine ähnliche Aufgabe allein)




Welche Angabe solltest Du nicht unüberlegt in ein KI-System eingeben? (Deine private Adresse) (!Das Thema Wasserkreislauf) (!Die Zahl sieben) (!Das Wort Rechteck)




Eine KI-Antwort enthält ein mögliches Klischee über eine Personengruppe. Was solltest Du tun? (Die Darstellung kritisch prüfen und nach einer faireren Alternative suchen) (!Das Klischee automatisch übernehmen) (!Die Aussage als Tatsache auswendig lernen) (!Die Antwort ohne Lesen weiterleiten)




Was gehört zum Prinzip Erst ich dann KI dann wieder ich? (Zuerst selbst versuchen dann gezielte Hilfe nutzen und anschließend wieder selbst erklären) (!Zuerst die komplette Lösung anfordern und danach abschreiben) (!Nur die KI arbeiten lassen) (!Eigene Ideen vermeiden)




Du hast mit KI für einen Vortrag Ideen gesammelt. Was ist transparent? (Kennzeichnen wofür KI geholfen hat und die Endfassung selbst prüfen) (!So tun als sei alles ohne Hilfe entstanden) (!Die KI-Ausgabe ungeprüft vorlesen) (!Alle Quellen weglassen)




Welche Beobachtung zeigt am besten dass die KI-Hilfe beim Lernen nützlich war? (Du kannst eine ähnliche neue Aufgabe anschließend ohne KI bearbeiten) (!Die Antwort war besonders lang) (!Die KI hat viele Fachwörter benutzt) (!Du musstest selbst nichts mehr tun)





Memory

Eigenversuch Zuerst selbst denken
Hinweis Kleine Hilfe zum nächsten Schritt
Quellenprüfung Sachangaben kontrollieren
Datenschutz Persönliche Informationen schützen
Feedback Rückmeldung zur Verbesserung
Transparenz KI-Nutzung kenntlich machen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Eigenversuch Vor der KI-Hilfe selbst nachdenken
Lernhilfe Einen Hinweis statt der Komplettlösung erhalten
Selbstkontrolle Eine Erklärung ohne Hilfe wiedergeben
Quellenkritik Eine Behauptung mit verlässlichen Informationen prüfen
Sicherheit Keine privaten Daten unüberlegt eingeben
Verantwortung Die endgültige Entscheidung selbst treffen






Kreuzworträtsel

Lernen Wie heißt der Prozess, bei dem Du Wissen verstehst, übst und behältst?
Hinweis Welche kleine Hilfe zeigt Dir einen nächsten Schritt, ohne die Lösung zu verraten?
Quelle Was solltest Du für wichtige Sachangaben überprüfen?
Feedback Wie heißt eine Rückmeldung, die Dir beim Verbessern hilft?
Datenschutz Welches Wort bezeichnet den Schutz persönlicher Informationen?
Transparenz Wie heißt es, wenn Du offenlegst, wofür KI geholfen hat?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bevor ich eine KI frage, plane ich eine kurze

.
Eine lernförderliche KI-Hilfe gibt mir eher einen

als eine fertige Lösung.
Wenn ich etwas gelernt habe, sollte ich es anschließend ohne Hilfe

können.
KI-Antworten können Fehler enthalten und müssen deshalb

werden.
Für wichtige Behauptungen suche ich eine passende

.
Private Informationen schütze ich durch bewussten

.
Gutes Feedback zeigt mir einen nächsten

.
Beim Üben sollen die Antworten zuerst von

kommen.
Wenn KI bei einer Aufgabe geholfen hat, mache ich die Nutzung

.
Die endgültige Verantwortung für meine Abgabe bleibt bei

.




Aufgaben nach Schwierigkeitsgrad


Leicht

  1. Hinweis-Training: Formuliere drei Anfragen, bei denen eine KI nur einen Hinweis geben darf.
  2. Denkzeit: Bearbeite eine einfache Aufgabe zuerst drei Minuten allein und notiere, wann Du Hilfe gebraucht hättest.
  3. Feedback-Check: Vergleiche „Schreib meinen Text neu“ mit „Nenne zwei Stellen, die ich selbst verbessern soll“. Erkläre den Unterschied.
  4. Daten-Ampel: Ordne zehn Beispielangaben in „unproblematisch“, „vorsichtig“ und „nicht eingeben“ ein und begründe zwei Entscheidungen.


Standard

  1. Deutsch-Werkstatt: Schreibe einen Absatz selbst, hole begrenztes Feedback ein und dokumentiere genau eine Änderung, die Du übernommen hast, und eine, die Du abgelehnt hast.
  2. Mathe-Lerncoach: Löse eine Aufgabe mit höchstens zwei KI-Hinweisen. Löse danach eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
  3. Quellen-Detektiv: Prüfe drei Sachbehauptungen aus einer KI-Antwort mit geeigneten Quellen und markiere sicher, unsicher oder falsch.
  4. Erklärlabor: Stelle zu einem Naturphänomen zuerst eine eigene Vermutung auf, vergleiche sie mit einer KI-Erklärung und verbessere Deine Erklärung in eigenen Worten.


Schwer

  1. KI-Nutzungsplan: Entwickle für eine Hausaufgabe einen Plan mit Eigenversuch, begrenzter Hilfe, Prüfung, Selbstkontrolle und Transparenz.
  2. Fairness-Prüfung: Untersuche zwei unterschiedlich formulierte KI-Anfragen auf mögliche Stereotype und entwickle eine fairere Fassung.
  3. Idee oder Kopie: Gestalte ein eigenes Plakat nach einer selbst entwickelten Idee. Nutze KI höchstens zur Ideensammlung und dokumentiere, welche Entscheidungen eindeutig von Dir stammen.
  4. Neue Situation: Wähle ein neues Fachthema und begründe schriftlich, an welchen zwei Stellen KI helfen darf und an welchen zwei Stellen Du bewusst ohne KI arbeitest.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. KI-Lerntagebuch: Notiere nach einer Aufgabe drei Sätze: Was habe ich zuerst selbst versucht? Wo half KI? Was kann ich jetzt ohne KI?
  2. Fragekarten: Gestalte fünf Karten mit lernförderlichen KI-Anfragen wie „Gib mir einen Hinweis“ oder „Stelle mir eine Kontrollfrage“.
  3. Fehlerjäger: Erfinde mit einer Partnerin oder einem Partner eine absichtlich falsche Erklärung und entwickelt eine Prüfmethode.
  4. Klassenregel-Plakat: Gestaltet ein kleines Plakat mit fünf Regeln für sicheren und selbstständigen KI-Einsatz.


Standard

  1. Mini-Interview: Befrage drei Mitschülerinnen oder Mitschüler dazu, wann KI beim Lernen hilft und wann sie zu viel übernimmt. Fasse Gemeinsamkeiten zusammen.
  2. Textwerkstatt: Schreibe eine kurze Geschichte selbst, hole begrenztes Feedback ein und markiere anschließend alle Änderungen, die Du bewusst selbst vorgenommen hast.
  3. Aufgabenwerkstatt: Lass Dir drei ähnliche Rechenaufgaben ohne Lösungen erstellen, löse sie selbst und entwickle anschließend eine vierte Aufgabe für jemand anderen.
  4. Erklärvideo planen: Plane ein einminütiges Erklärvideo zu einem Naturphänomen. KI darf Fragen oder Rückmeldung liefern, aber Drehbuch und Erklärung müssen von Dir stammen.


Schwer

  1. Faktenprüfung: Lasse eine KI fünf Aussagen zu einem Unterrichtsthema formulieren und prüfe jede Aussage anhand geeigneter Quellen.
  2. Debatte: Führt eine Klassendebatte zur Aussage „Wenn eine KI etwas besser formuliert, sollte man immer ihre Version nehmen.“ Entwickelt Pro- und Contra-Argumente.
  3. Ausstellung: Erstellt zwei Werke zu demselben Thema – eines vollständig selbst geplant und eines mit KI-Ideen. Vergleicht anschließend, wo Eure eigenen Entscheidungen sichtbar sind.
  4. Entscheidungs-Charta: Entwickelt als Gruppe eine „Wir entscheiden selbst“-Charta mit Regeln zu Zielsetzung, Kontrolle, Fairness, Sicherheit und Verantwortung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Lernweg beurteilen: Eine Schülerin lässt sich eine komplette Buchzusammenfassung erstellen und lernt nur diese. Entwickle einen besseren Lernweg mit mindestens vier Schritten und begründe jeden Schritt.
  2. Hilfestufe wählen: Du kommst bei einer neuen Matheaufgabe nicht weiter. Formuliere drei unterschiedlich starke Hilfen und entscheide, mit welcher Du beginnen würdest. Begründe Deine Wahl.
  3. Unsichere Aussage prüfen: Eine KI behauptet etwas Überraschendes über ein Tier. Beschreibe genau, wie Du herausfinden würdest, ob die Aussage stimmt.
  4. Feedback bewerten: Vergleiche eine vollständige KI-Neufassung mit zwei konkreten Verbesserungshinweisen. Erkläre, welche Variante mehr eigene geistige Arbeit erhält.
  5. Verantwortung erklären: Eine KI gibt eine unfair formulierte Antwort über eine Personengruppe. Erkläre, warum „Die KI hat es gesagt“ keine ausreichende Begründung für das Weitergeben ist.
  6. Transparenz planen: Entwickle für ein Referat einen kurzen Hinweis, aus dem klar wird, wofür KI genutzt wurde und welche Teile Du selbst erarbeitet und geprüft hast.
  7. Erinnern prüfen: Entwickle eine Selbstkontrolle, mit der Du feststellen kannst, ob Du ein Thema nur wiedererkennst oder wirklich ohne Hilfe erklären kannst.
  8. Entscheidung begründen: Nenne eine Aufgabe, bei der Du bewusst keine KI einsetzen würdest. Begründe Deine Entscheidung mit Deinem Lernziel.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln aufsagen kannst. Zeige, dass Du Entscheidungen treffen und begründen kannst.

  1. Du unterscheidest zwischen lernförderlicher Unterstützung und Denk-Auslagerung.
  2. Du planst zuerst eine eigene Denk- oder Arbeitsphase.
  3. Du formulierst begrenzte, lernförderliche KI-Anfragen.
  4. Du kannst ein Ergebnis anschließend ohne KI erklären, anwenden oder auf eine ähnliche Aufgabe übertragen.
  5. Du prüfst wichtige Sachinformationen mit geeigneten Quellen.
  6. Du schützt persönliche Daten und beachtest schulische Regeln.
  7. Du erkennst mögliche Einseitigkeiten oder Stereotype und reagierst darauf.
  8. Du machst KI-Unterstützung transparent.
  9. Du kannst begründen, warum Du eine KI-Empfehlung annimmst, veränderst oder ablehnst.
  10. Du übernimmst Verantwortung für Deine endgültige Abgabe.




OERs zum Thema

Die eingebundenen Dateien von Wikimedia Commons sind frei nach den jeweiligen Angaben auf ihren Dateiseiten nutzbar. Prüfe dort die konkrete Lizenz und notwendige Namensnennung.


Medien für Vertiefung und Wiederholung

Lernen: Nutze das Bild als Erinnerung daran, dass das Ziel nicht die schnellste Antwort, sondern der eigene Lernfortschritt ist.

Kritisches Denken: Stelle zu einer KI-Antwort mindestens eine Rückfrage und eine Prüffrage.

Datenschutz: Prüfe vor jeder Eingabe, ob sie persönliche oder vertrauliche Informationen enthält.

Feedback: Fordere konkrete Hinweise an, statt Deine Arbeit ersetzen zu lassen.

Faktenprüfung: Vergleiche wichtige Aussagen mit geeigneten Quellen.

Zusammenarbeit: Besprich Entscheidungen mit anderen Menschen. KI ersetzt keine Klassenkameradinnen, Klassenkameraden oder Lehrkräfte.


Verknüpfte Lernbereiche


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