Metalloberflächen beurteilen - Schmied


Metalloberflächen beurteilen - Schmied
Einleitung
Metalloberflächen beurteilen - Schmied gehört zur fachgerechten Qualitätskontrolle in der Ausbildung im Schmiedehandwerk. Eine Oberfläche zeigt Spuren des Erwärmens, Umformens, Abkühlens, Reinigens und Lagerns. Du musst diese Spuren nicht nur sehen, sondern fachlich beschreiben, mit der Prüfvorgabe vergleichen und daraus eine begründete Entscheidung ableiten.
Eine auffällige Stelle ist zunächst eine Anzeige oder Oberflächenabweichung. Erst der Vergleich mit Zeichnung, Arbeitsplan, Prüfanweisung, Grenzmuster oder betrieblichen Annahmekriterien entscheidet, ob daraus ein unzulässiger Fehler wird. Besonders wichtig sind hoch beanspruchte Bereiche wie Radien, Querschnittsübergänge, Lochränder, Kerben, Auflageflächen und spätere Verbindungsstellen.

Lernziele
Nach diesem Lernkurs kannst Du:
- eine Sichtprüfung an einem geschmiedeten Werkstück sicher vorbereiten und systematisch durchführen.
- typische Oberflächenmerkmale wie Zunder, Schlagmarken, Grat, Korrosion, Risse und Schmiedefalten fachsprachlich unterscheiden.
- eine sichtbare Auffälligkeit beschreiben, ohne ihre Ursache vorschnell zu behaupten.
- geeignete ergänzende Prüfverfahren wie Eindringprüfung oder Magnetpulverprüfung begründet auswählen.
- Prüfergebnisse nachvollziehbar dokumentieren und eine betriebliche Entscheidung vorbereiten.
Fachlicher Input
Bedeutung der Oberflächenbeurteilung
Die Werkstückoberfläche ist ein wichtiges Prozessgedächtnis. Zunder kann auf die Einwirkung von Sauerstoff bei hoher Temperatur hinweisen. Werkzeugabdrücke zeigen den Kontakt mit Hammer, Gesenk oder Amboss. Falten, Risse, Kerben oder Zundereinschläge können die weitere Bearbeitung, Maßhaltigkeit, Beschichtung, Schweißbarkeit oder Bauteilfestigkeit beeinträchtigen. Eine fachgerechte Beurteilung verbindet deshalb Werkstoffkunde, Fertigungsverfahren, Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit.
Bei der Prüfung unterscheidest Du zwischen der Beschreibung und der Bewertung. Eine Beschreibung lautet zum Beispiel: „Lineare, etwa 18 mm lange Vertiefung am Übergang vom Schaft zum Auge, mit dunklem Grund und beidseitig scharf begrenzt.“ Eine Bewertung lautet erst danach: „Nach Prüfanweisung nicht zulässig“ oder „Nacharbeit und erneute Prüfung erforderlich“. Die Trennung verhindert Fehldiagnosen und macht das Prüfprotokoll nachvollziehbar.

Prüfgrundlage und Fachsprache
Vor jeder Beurteilung klärst Du den geforderten Soll-Zustand. Maßgeblich können eine technische Zeichnung, ein Kundenauftrag, ein Arbeitsplan, eine Prüfanweisung, ein Grenzmuster oder eine betriebliche Spezifikation sein. Eine schmiederoh belassene Zieroberfläche hat andere Anforderungen als eine Dichtfläche, eine Passfläche oder ein sicherheitsrelevanter Haken.
Verwende beobachtbare Merkmale: Lage, Richtung, Länge, Breite, Tiefe soweit messbar, Form, Farbe, Oberflächenstruktur und Häufigkeit. Vermutete Ursachen kennzeichnest Du als Vermutung. Aus dem bloßen Aussehen darfst Du beispielsweise nicht sicher auf die Tiefe eines Risses, den Entkohlungsgrad oder eine Gefügeänderung schließen.
Wichtige Begriffe sind:
- Anzeige: sichtbares oder durch ein Prüfverfahren erzeugtes Signal, das beurteilt werden muss.
- Oberflächenabweichung: Unterschied zwischen Ist- und Soll-Zustand der Oberfläche.
- Fehler: nach der geltenden Prüfvorgabe unzulässige Abweichung.
- Nacharbeit: zulässige Bearbeitung zur Wiederherstellung des geforderten Zustands mit anschließender Kontrolle.
- Sperren: Kennzeichnen und Absondern eines Werkstücks, bis eine befugte Person über das weitere Vorgehen entscheidet.
Arbeitsablauf der Sichtprüfung
Die Sichtprüfung wird in der zerstörungsfreien Prüfung häufig mit VT bezeichnet. Sie ist direkt mit dem Auge oder indirekt mit Hilfsmitteln wie Lupe, Spiegel, Kamera oder Endoskop möglich. Für geschmiedete Werkstücke eignet sich folgender Ablauf:
- Prüfauftrag klären: Werkstück identifizieren, Prüfumfang, Soll-Zustand, Annahmekriterien und besondere Funktionsflächen feststellen.
- Sicheren Zustand herstellen: Werkstück auf sichere Handhabungstemperatur abkühlen lassen, gegen Wegrollen oder Umkippen sichern und den Arbeitsplatz freihalten.
- Oberfläche vorbereiten: Lose Zunderschichten, Öl, Schmutz und Korrosionsprodukte nur mit einem zugelassenen Verfahren entfernen, ohne eine Fehlstelle zuzuschmieren oder zu verändern.
- Prüfbedingungen einrichten: Ausreichende, blendfreie Beleuchtung herstellen und den Betrachtungswinkel verändern; bei Bedarf Lupe, Vergleichsnormal, Maßstab oder Rauheitsvergleich verwenden.
- Systematisch prüfen: Alle Flächen nach einer festen Reihenfolge absuchen und besonders Radien, Kanten, Übergänge, Lochungen, Enden und Werkzeugkontaktzonen betrachten.
- Auffälligkeiten markieren und messen: Lage eindeutig kennzeichnen, Ausdehnung bestimmen und gegebenenfalls ein Foto mit Maßstab anfertigen.
- Bewerten und dokumentieren: Beobachtung mit der Prüfvorgabe vergleichen, Entscheidung vermerken und bei Unsicherheit eine weiterführende Prüfung veranlassen.
Typische Oberflächenmerkmale an Schmiedestücken
Zunder und Zundereinschläge
Zunder ist eine spröde Oxidschicht, die auf Stahl bei hoher Temperatur unter Einwirkung von Sauerstoff entsteht. Lose Zunderschuppen können beim Schmieden abspringen. Werden Zunderteilchen zwischen Werkzeug und Werkstück eingedrückt, entstehen Zundereinschläge oder zunderbedingte Vertiefungen. Zunder kann feine Risse verdecken und muss vor einer empfindlichen Prüfung nach Vorgabe entfernt werden.
Der Ausdruck Hammerschlag wird traditionell auch für abgeplatzte Oxidschuppen verwendet. Das ist nicht dasselbe wie eine Schlagmarke, die durch den mechanischen Kontakt eines Werkzeugs entsteht.

Schlagmarken, Werkzeugabdrücke und Druckstellen
Schlagmarken und Werkzeugabdrücke entstehen durch Hammerbahn, Gesenk, Ambosskante, Zange oder Hilfswerkzeug. Gleichmäßige, dem Arbeitsgang entsprechende Spuren können zulässig sein. Scharfkantige Kerben, tiefe Einprägungen oder ungleichmäßige Übergänge können jedoch Spannungsspitzen begünstigen oder die vorgesehene Form beeinträchtigen. Beurteile deshalb nicht nur die Optik, sondern Lage, Tiefe, Kerbwirkung und spätere Beanspruchung.
Schmiedefalten und Überlappungen
Eine Schmiedefalte entsteht, wenn Werkstoff beim Umformen umgelegt und in die Oberfläche eingeschmiedet wird, ohne sich stoffschlüssig zu verbinden. Sichtbar sein kann eine scharf begrenzte, häufig linienförmige oder bogenförmige Naht. Solche Überlappungen dürfen nicht mit einer harmlosen flachen Werkzeugspur verwechselt werden. Da die Tiefe visuell meist nicht sicher bestimmbar ist, sind Prüfvorgabe und gegebenenfalls eine weiterführende Rissprüfung entscheidend.
Risse und rissähnliche Anzeigen
Risse erscheinen häufig als feine, lineare Trennungen. Sie können an Kanten, Radien, Lochrändern oder Querschnittsübergängen auftreten. Rost, Schmutz, Schleifriefen oder Falten können rissähnlich aussehen. Reinige die Stelle zulässig, betrachte sie aus mehreren Richtungen und entscheide nicht allein nach Farbe oder Anzeigenstärke. Ein Oberflächenbild erlaubt keine zuverlässige Aussage über die Risstiefe.

Grat, scharfe Kanten und Materialüberschuss
Grat ist ein unerwünschter, meist scharfkantiger Werkstoffüberschuss. Beim Gesenkschmieden kann an der Teilungsebene ein Schmiedegrat entstehen, der in einem vorgesehenen Folgearbeitsgang entfernt wird. Restgrat, Schergrat oder aufgestellte Kanten können Verletzungen verursachen, Passungen behindern und bei dynamischer Beanspruchung als Kerbe wirken. Nach dem Entgraten muss die Stelle erneut auf Form, Maß und mögliche Risse geprüft werden.
Korrosion, Verfärbungen und Beschichtungsreste
Braune oder rötliche Beläge können auf Korrosion hindeuten, dunkle oder irisierende Verfärbungen auf Wärme- oder Oxidationseinfluss. Farbe allein ist jedoch kein sicherer Nachweis für Temperatur, Gefüge oder Werkstoffzustand. Öl, Wachs, Zunder, Strahlmittel und Altbeschichtungen können das Erscheinungsbild verändern. Vor der Bewertung muss daher geklärt werden, welcher Oberflächenzustand laut Arbeitsplan vorgesehen ist.
Rauheit, Form und Maßbezug
Die Rauheit beschreibt feine Unebenheiten einer Oberfläche. Ein bloßes Darüberstreichen mit dem Finger reicht für eine prüfbare Aussage nicht aus. Für eine vergleichende Beurteilung können genormte oder betriebliche Rauheitsvergleichsflächen dienen; für quantitative Anforderungen wird ein geeignetes Messgerät verwendet. Häufige Kennwerte sind Ra und Rz, wobei immer die geforderte Prüfvorschrift und Messrichtung zu beachten sind.
Oberflächenbeurteilung und Maßprüfung ergänzen sich. Eine Fläche kann optisch gleichmäßig, aber geometrisch verzogen sein. Umgekehrt kann ein maßhaltiges Schmiedestück unzulässige Kerben oder Risse besitzen. Ebenheit, Kantenradius, Querschnitt, Lochdurchmesser und Übergänge werden deshalb mit geeigneten Messmitteln geprüft und getrennt dokumentiert.
Ergänzende Prüfverfahren
Die Sichtprüfung ist der erste Schritt, reicht aber nicht für jede Fragestellung aus. Das Prüfverfahren wird nach Werkstoff, Fehlerart, Oberflächenzustand, Bauteilgeometrie und Prüfvorgabe ausgewählt.
Die Magnetpulverprüfung MT dient zum Nachweis von Oberflächenrissen und oberflächennahen Ungänzen in ferromagnetischen Werkstoffen. Das Bauteil oder der Prüfbereich wird magnetisiert. Eine quer zum Magnetfeld liegende Trennung erzeugt ein Streufeld, an dem sich Prüfmittel sammelt. Da die Rissrichtung die Anzeige beeinflusst, kann eine Prüfung in mehreren Magnetisierungsrichtungen erforderlich sein. Durchführung und Bewertung gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Personen.

Die Eindringprüfung PT macht zur Oberfläche offene Ungänzen an geeigneten, nicht porösen Werkstoffen sichtbar. Nach gründlicher Vorreinigung wird Eindringmittel aufgebracht. Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit wird überschüssiges Mittel entfernt und Entwickler aufgetragen. Das in einer offenen Trennung verbliebene Eindringmittel tritt wieder aus und erzeugt eine Anzeige. Raue, stark zunderige oder poröse Oberflächen können viele störende Anzeigen verursachen; deshalb ist die geeignete Oberflächenvorbereitung besonders wichtig.

Eine Härteprüfung kann Hinweise auf den Wärmebehandlungszustand geben. Eine metallografische Untersuchung kann Randgefüge, Entkohlung oder Werkstoffschädigungen beurteilen. Diese Merkmale dürfen nicht allein aus einer Verfärbung oder aus dem Zunderbild abgeleitet werden. Für innere Ungänzen kommen je nach Auftrag beispielsweise Ultraschall- oder Durchstrahlungsprüfungen in Betracht.
Beurteilung und betriebliche Entscheidung
Am Ende der Prüfung steht keine bloße Geschmacksentscheidung, sondern eine nachvollziehbare Zuordnung. Typische betriebliche Ergebnisse sind freigeben, nacharbeiten und erneut prüfen, sperren und weiter untersuchen oder nach befugter Entscheidung ausscheiden. Welche Entscheidung zulässig ist, bestimmt die jeweilige Prüfvorgabe.
Ein gutes Prüfprotokoll enthält Werkstückbezeichnung und Identnummer, Werkstoff soweit bekannt, Prüfzustand, gereinigte Bereiche, Prüfverfahren, verwendete Hilfsmittel, Lage und Ausdehnung der Anzeige, Foto oder Skizze, zugrunde gelegtes Annahmekriterium, Ergebnis, Datum und prüfende Person. Begriffe wie „schlecht“, „komisch“ oder „sieht gefährlich aus“ sind nicht prüffähig und werden durch genaue Beschreibungen ersetzt.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Heiße Werkstücke, scharfe Grate, abspringender Zunder und Drahtbürsten erzeugen besondere Gefährdungen. Trage die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, sichere Werkstücke gegen Bewegung und kennzeichne heiße Teile eindeutig. Druckluft darf nicht zum Abblasen von Kleidung oder Haut verwendet werden. Beim Schleifen, Bürsten oder Strahlen gelten zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen Funken, Staub, Lärm und wegfliegende Partikel.
Prüf- und Reinigungsmittel können entzündlich, reizend oder umweltgefährlich sein. Beachte Betriebsanweisung, Sicherheitsdatenblatt, Lüftung, Haut- und Augenschutz sowie die geregelte Entsorgung. Eine zerstörungsfreie Prüfung ist nur dann fachgerecht, wenn sie auch sicher und umweltgerecht ausgeführt wird.
Praxisbeispiel: Geschmiedeter Haken
Ein geschmiedeter Haken zeigt nach dem Bürsten eine etwa 20 mm lange lineare Anzeige im inneren Radius. Daneben befinden sich flache, gleichmäßige Hammerstrukturen und einzelne Zundereinschläge. Der innere Radius ist bei Belastung besonders kritisch.
Du beschreibst zuerst Lage, Richtung und Länge der Anzeige und dokumentierst sie mit Maßstab. Danach vergleichst Du die Stelle mit Zeichnung und Prüfanweisung. Weil eine lineare Anzeige in einer hoch beanspruchten Zone vorliegt, wird das Werkstück nicht vorschnell freigegeben. Es wird gekennzeichnet, gesperrt und einer vorgeschriebenen weiterführenden Prüfung zugeführt. Erst deren Ergebnis und das geltende Annahmekriterium entscheiden über Nacharbeit, Freigabe oder Ausscheiden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist vor der eigentlichen Oberflächenbewertung zuerst zu klären? (Der geforderte Soll-Zustand und das Annahmekriterium) (!Die persönliche Vorliebe der prüfenden Person) (!Die spätere Farbe der Werkstattwand) (!Die Lautstärke des Schmiedehammers)
Was ist Zunder auf einer Stahloberfläche? (Eine bei hoher Temperatur entstandene Oxidschicht) (!Ein absichtlich aufgetragener Schmierstoff) (!Ein Messfehler des Messschiebers) (!Eine metallische Schutzfolie)
Wodurch ist eine Schmiedefalte fachlich gekennzeichnet? (Durch umgelegten und eingeschmiedeten Werkstoff ohne sichere stoffschlüssige Verbindung) (!Durch eine gleichmäßig polierte Fläche) (!Durch eine aufgetragene Lackschicht) (!Durch eine korrekt ausgeführte Rundung)
Warum wird eine Oberfläche vor einer empfindlichen Rissprüfung gereinigt? (Damit Fehlstellen nicht verdeckt und Anzeigen nicht unnötig gestört werden) (!Damit das Werkstück automatisch härter wird) (!Damit sich der Werkstoff magnetisch umwandelt) (!Damit jede Vertiefung verschwindet)
Welcher Bereich verdient bei einem geschmiedeten Bauteil besondere Aufmerksamkeit? (Ein belasteter Radius oder Querschnittsübergang) (!Eine unbenutzte Ablagefläche) (!Die Verpackungsbeschriftung) (!Der Fußboden neben dem Werkstück)
Wofür eignet sich die Eindringprüfung besonders? (Für zur Oberfläche offene Ungänzen an geeigneten nicht porösen Werkstoffen) (!Für die sichere Bestimmung jeder Risstiefe) (!Für die Messung der Werkstückmasse) (!Für die Bestimmung des Kohlenstoffgehalts ohne weitere Analyse)
Bei welchen Werkstoffen ist die Magnetpulverprüfung grundsätzlich einsetzbar? (Bei ferromagnetischen Werkstoffen) (!Bei jedem beliebigen Kunststoff) (!Bei Holz und Glas) (!Bei allen nicht magnetisierbaren Werkstoffen)
Welche Aussage lässt sich durch bloße Sichtprüfung normalerweise nicht sicher treffen? (Die genaue Tiefe einer inneren oder oberflächenoffenen Trennung) (!Die ungefähre Lage einer sichtbaren Anzeige) (!Die Länge einer markierten Oberflächenstelle) (!Das Vorhandensein von losem Zunder)
Was gehört in ein nachvollziehbares Prüfprotokoll? (Lage, Ausdehnung, Prüfvorgabe und Ergebnis) (!Nur die Unterschrift ohne Befund) (!Nur ein persönlicher Gesamteindruck) (!Nur die Farbe des Werkstücks)
Was bedeutet eine sichtbare Anzeige an einem Schmiedestück? (Sie muss anhand der geltenden Prüfvorgabe beurteilt werden) (!Sie ist automatisch ein Ausschussgrund) (!Sie ist grundsätzlich bedeutungslos) (!Sie beweist immer eine falsche Werkstoffsorte)
Memory
| Zunder | Oxidschicht durch Hochtemperatureinwirkung |
| Schmiedefalte | Eingeschmiedete Werkstoffüberlappung |
| Schlagmarke | Lokale Vertiefung durch Werkzeugkontakt |
| Grat | Scharfkantiger Werkstoffüberschuss |
| Sichtprüfung | Optische Suche nach Oberflächenabweichungen |
| Magnetpulverprüfung | Rissprüfung an ferromagnetischen Werkstoffen |
| Eindringprüfung | Kapillarverfahren für oberflächenoffene Ungänzen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beobachtung |
|---|---|
| Rissverdacht | Feine lineare Öffnung im belasteten Radius |
| Zunder | Blättrige schwarze Oxidschicht |
| Schmiedefalte | Scharf begrenzte eingeschlagene Werkstofflasche |
| Grat | Scharfkantiger Materialüberschuss am Rand |
| Korrosionsverdacht | Flächiger braunrötlicher Belag |
Kreuzworträtsel
| Zunder | Wie heißt die spröde Oxidschicht auf warm bearbeitetem Stahl? |
| Sichtprüfung | Welches Prüfverfahren untersucht eine Oberfläche optisch? |
| Schmiedefalte | Wie heißt eine eingeschmiedete Werkstoffüberlappung? |
| Magnetpulver | Welches Prüfmittel sammelt sich an magnetischen Streufeldern? |
| Eindringmittel | Welche Flüssigkeit dringt bei der Kapillarprüfung in offene Trennungen? |
| Rauheit | Welches Merkmal beschreibt feine Unebenheiten einer Oberfläche? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Oberflächenatlas: Erstelle aus sicheren, kalten Übungsstücken oder eigenen Zeichnungen einen Atlas mit mindestens acht typischen Oberflächenmerkmalen und fachgerechten Bildunterschriften.
- Fachwortkarten: Gestalte Karten zu Zunder, Grat, Schlagmarke, Schmiedefalte, Rissanzeige und Korrosion; auf der Rückseite stehen Definition und ein mögliches Verwechslungsmerkmal.
- Prüfplatz: Zeichne einen übersichtlichen Prüfplatz und kennzeichne Beleuchtung, Ablage, Werkstücksicherung, Messmittel, Markierungsmittel und persönliche Schutzausrüstung.
- Soll-Ist-Vergleich: Beschreibe an einem Übungsstück fünf sichtbare Merkmale und trenne dabei konsequent Beobachtung, Vermutung und Bewertung.
Standard
- Prüfprotokoll: Entwickle ein betrieblich nutzbares Formular für die Sichtprüfung eines geschmiedeten Hakens und teste es mit einer anderen Person.
- Fehlerursachenanalyse: Erstelle für eine Schmiedefalte, einen Zundereinschlag und eine tiefe Schlagmarke jeweils eine Wirkungskette aus möglicher Entstehung, sichtbarem Merkmal, Risiko und geeigneter Folgemaßnahme.
- Oberflächenreinigung: Vergleiche zwei im Betrieb zugelassene Reinigungsverfahren hinsichtlich Prüfbarkeit, möglicher Oberflächenveränderung, Arbeitsschutz und Entsorgung.
- Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Lernvideo, in dem Du die systematische Sichtprüfung eines kalten Übungsstücks demonstrierst und jede Beobachtung fachsprachlich formulierst.
Schwer
- Prüfplanung: Plane für ein sicherheitsrelevantes ferromagnetisches Schmiedestück eine Prüfkette aus Sichtprüfung und einem begründeten ergänzenden Verfahren; nenne Grenzen der Verfahren.
- Gefährdungsbeurteilung: Erstelle eine Gefährdungsbeurteilung für Reinigung, Markierung und Oberflächenprüfung und leite konkrete technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen ab.
- Annahmekriterien: Entwickle für ein fiktives Bauteil eine begründete Entscheidungsmatrix mit den Ergebnissen Freigabe, Nacharbeit, Sperrung und Ausscheiden; kennzeichne, welche Entscheidungen nur befugte Personen treffen dürfen.
- Betriebserkundung: Führe ein Interview mit einer Fachkraft aus Schmiede, Qualitätssicherung oder Werkstoffprüfung und vergleiche den betrieblichen Prüfablauf mit dem Ablauf dieses Lernkurses.


Lernkontrolle
- Fallanalyse Oberflächenanzeige: Ein geschmiedeter Ring besitzt eine lineare Anzeige am Lochrand. Entwickle einen vollständigen Prüf- und Entscheidungsweg vom sicheren Bereitstellen bis zur Dokumentation, ohne die Anzeige vorschnell als Riss zu bezeichnen.
- Verfahrensauswahl: Vergleiche Sichtprüfung, Eindringprüfung und Magnetpulverprüfung für ein raues, ferromagnetisches Schmiedestück. Begründe, welche Reihenfolge sinnvoll ist und welche Störanzeigen auftreten können.
- Funktionsbezug: Erkläre, warum dieselbe Schlagmarke auf einer dekorativen Fläche anders beurteilt werden kann als in einem hoch belasteten Radius.
- Dokumentationskritik: Überarbeite den Eintrag „Werkstück sieht schlecht aus“ zu einem prüffähigen Befund mit Lage, Form, Ausdehnung, Prüfzustand und Bezug zum Annahmekriterium.
- Prozessrückmeldung: Leite aus wiederkehrenden Zundereinschlägen mögliche Verbesserungen für Erwärmung, Entzunderung, Werkzeugsauberkeit und Prüfzeitpunkt ab.
- Grenzen der Sichtprüfung: Begründe an drei Beispielen, wann eine optische Beurteilung ausreicht und wann eine weiterführende Werkstoffprüfung erforderlich ist.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du führst an einem sicheren Übungsstück eine vollständige Sichtprüfung nach festgelegter Reihenfolge durch.
- Du verwendest Fachbegriffe korrekt und trennst Beobachtung, mögliche Ursache und Bewertung.
- Du erkennst typische Merkmale wie Zunder, Grat, Werkzeugabdruck, Schmiedefalte, Korrosion und rissähnliche Anzeige.
- Du begründest die Auswahl ergänzender Prüfverfahren anhand von Werkstoff, Oberflächenzustand und vermuteter Fehlerlage.
- Du vergleichst den Befund mit einer vorgegebenen Zeichnung oder Prüfanweisung.
- Du erstellst ein nachvollziehbares Prüfprotokoll mit Skizze oder Foto, Maßstab, Lageangabe und Entscheidung.
- Du beachtest Arbeitssicherheit, Werkstücksicherung und den verantwortungsvollen Umgang mit Prüf- und Reinigungsmitteln.
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