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Medien und politische Öffentlichkeit - Gemeinschaftskunde

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Medien und politische Öffentlichkeit - Gemeinschaftskunde




Einleitung

Politische Entscheidungen brauchen eine Öffentlichkeit, in der Informationen zugänglich sind, Argumente ausgetauscht und Macht kritisch beobachtet werden kann. Medien schaffen einen großen Teil dieser Öffentlichkeit: Zeitungen, Radio, Fernsehen, Nachrichtenportale, Podcasts und soziale Netzwerke berichten über Politik und bieten Raum für Diskussionen.

Du lernst in diesem aiMOOC, wie Medien politische Themen auswählen, welche Aufgaben sie in einer Demokratie erfüllen und warum Pressefreiheit, Quellenprüfung und respektvoller Streit wichtig sind. Dabei geht es nicht darum, Medien grundsätzlich zu vertrauen oder ihnen grundsätzlich zu misstrauen. Entscheidend ist, Informationen zu prüfen, unterschiedliche Perspektiven zu vergleichen und begründet zu urteilen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du erklären, was politische Öffentlichkeit bedeutet, klassische und digitale Medien unterscheiden und zentrale Medienfunktionen beschreiben. Du kannst außerdem Chancen und Risiken sozialer Netzwerke beurteilen, Nachrichten von Kommentaren unterscheiden und eine einfache Quellenprüfung durchführen.


Was ist politische Öffentlichkeit?

Öffentlichkeit bezeichnet einen gesellschaftlichen Raum, in dem Themen sichtbar werden und Menschen darüber sprechen können. Dieser Raum ist nicht nur ein bestimmter Ort. Er entsteht auch durch Zeitungen, Sendungen, Internetseiten, öffentliche Veranstaltungen und digitale Plattformen.

Von politischer Öffentlichkeit spricht man, wenn politische Fragen öffentlich verhandelt werden. Dazu gehören zum Beispiel Wahlen, Klimapolitik, Bildung, soziale Gerechtigkeit oder kommunale Entscheidungen. Bürgerinnen und Bürger sollen erfahren können, was politische Institutionen planen, welche Interessen beteiligt sind und welche Folgen Entscheidungen haben können.

Politische Öffentlichkeit verbindet mehrere Gruppen: Politik informiert über Vorhaben, Journalismus recherchiert und ordnet ein, Verbände und Initiativen vertreten Interessen, Fachleute liefern Wissen und Bürgerinnen und Bürger diskutieren, kritisieren und beteiligen sich.


Öffentliche Meinung und veröffentlichte Meinung

Öffentliche Meinung meint Auffassungen, die in der Bevölkerung zu einem Thema verbreitet sind. Veröffentlichte Meinung meint Positionen, die in Medien sichtbar gemacht werden. Beides ist nicht identisch. Medien können nie alle Stimmen gleichzeitig zeigen. Deshalb ist es wichtig zu fragen, welche Perspektiven vorkommen, welche fehlen und nach welchen Kriterien ausgewählt wurde.

Umfragen können Hinweise auf Meinungen geben, bilden aber immer nur die Antworten der befragten Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. Einzelne Kommentare in sozialen Netzwerken sind ebenfalls kein sicherer Beleg dafür, was „alle“ denken.


Medienlandschaft

Zur Medienlandschaft gehören unterschiedliche Angebote und Organisationen. Sie arbeiten mit verschiedenen Formaten, Geschwindigkeiten und Finanzierungsmodellen.

Medienform Typische Beispiele Besondere Stärke Mögliche Grenze
Printmedien Tageszeitung, Wochenzeitung, Zeitschrift Ausführliche Darstellung und Einordnung Begrenzter Platz und feste Erscheinungszeiten
Rundfunk Radio und Fernsehen Große Reichweite und anschauliche Berichte Sendungen haben feste Zeitrahmen
Digitale Nachrichtenmedien Nachrichtenportale, Podcasts, Newsletter Schnelle Aktualisierung und Verlinkung Hoher Zeitdruck und große Informationsmenge
Soziale Medien Plattformen, Messenger-Kanäle, Videoportale Direkte Beteiligung und schnelle Verbreitung Algorithmische Auswahl, unklare Quellen und hohe Emotionalität

In Redaktionen prüfen Journalistinnen und Journalisten Informationen, sprechen mit Quellen, vergleichen Aussagen und entscheiden über die Darstellung. Seriöser Journalismus trennt möglichst deutlich zwischen Nachricht, Analyse und Kommentar. Fehler können trotzdem vorkommen. Wichtig sind transparente Korrekturen und nachvollziehbare Quellen.


Öffentlich-rechtliche und private Medien

In Deutschland gibt es öffentlich-rechtliche und private Rundfunkangebote. Öffentlich-rechtliche Anbieter haben einen gesetzlich festgelegten Auftrag, die Bevölkerung mit vielfältigen Angeboten zu informieren, zu bilden, zu beraten und zu unterhalten. Private Medienunternehmen finanzieren sich unter anderem über Werbung, Abonnements oder andere Geschäftsmodelle.

Beide Bereiche können journalistische Angebote herstellen. Für Deine Bewertung ist nicht allein die Organisationsform entscheidend. Prüfe immer Beitrag, Quellen, Kennzeichnung von Meinung und journalistische Sorgfalt.


Funktionen der Medien in der Demokratie

Medien werden in einer Demokratie mehrere miteinander verbundene Aufgaben zugeschrieben.

Funktion Bedeutung Beispiel
Information Medien machen politische Ereignisse, Entscheidungen und Konflikte bekannt. Eine Nachricht erklärt einen neuen Gesetzentwurf.
Meinungsbildung Medien zeigen Argumente und unterschiedliche Perspektiven. Ein Hintergrundbeitrag vergleicht Positionen mehrerer Parteien und Verbände.
Kritik und Kontrolle Journalistische Recherchen können Fehler, Machtmissbrauch oder Missstände sichtbar machen. Eine Redaktion prüft die Vergabe öffentlicher Aufträge.
Forum Medien bieten Raum für Debatte und Reaktionen. Ein Interview, eine Diskussionssendung oder ein moderiertes Onlineforum stellt Argumente gegenüber.
Vermittlung Medien verbinden politische Institutionen und Gesellschaft. Bürger erfahren von einer Entscheidung und Politiker erhalten öffentliche Rückmeldungen.
Bildung und Orientierung Erklärformate ordnen Begriffe, Verfahren und Zusammenhänge ein. Ein Beitrag erklärt den Ablauf einer Bundestagswahl.

Medien werden manchmal als vierte Gewalt bezeichnet. Das ist ein Bild, keine zusätzliche Staatsgewalt. Gemeint ist die wichtige Kontrollfunktion gegenüber Politik, Verwaltung, Wirtschaft und anderen mächtigen Akteuren. Medien besitzen dabei selbst Einfluss und müssen deshalb ebenfalls kritisch beobachtet werden.


Agenda-Setting und Gatekeeping

Medien können nicht über jedes Ereignis berichten. Redaktionen wählen Themen aus. Diese Auswahl wird als Gatekeeping bezeichnet. Kriterien sind zum Beispiel Aktualität, gesellschaftliche Bedeutung, Nähe, Konflikt, Folgen und Verfügbarkeit gesicherter Informationen.

Agenda Setting beschreibt, dass häufig behandelte Themen von vielen Menschen als besonders wichtig wahrgenommen werden können. Medien bestimmen nicht automatisch, was Menschen denken. Sie können aber mitprägen, worüber Menschen nachdenken und diskutieren.

Auch Plattformen treffen Auswahlentscheidungen. Dort sortieren häufig Algorithmen Beiträge nach erwarteter Aufmerksamkeit oder persönlichen Nutzungsdaten. Deshalb sehen verschiedene Menschen nicht unbedingt dieselben politischen Inhalte.


Medienfreiheit als Grundlage

Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die Freiheit, Meinungen zu äußern und zu verbreiten, sowie die Informations-, Presse- und Rundfunkfreiheit. Eine Zensur findet nicht statt. Diese Freiheiten sind zentral, weil Kritik an Regierungen und anderen Mächtigen ohne freie Medien kaum möglich wäre.

Die Freiheit ist nicht grenzenlos. Allgemeine Gesetze, der Jugendschutz und das Recht der persönlichen Ehre setzen Grenzen. Auch Aufrufe zu Straftaten, Beleidigungen oder bewusst falsche Tatsachenbehauptungen können rechtliche Folgen haben. Kritik, Satire und unbequeme Meinungen sind dagegen nicht schon deshalb verboten, weil sie andere stören.

Meinungsfreiheit schützt Wertungen und Überzeugungen. Tatsachenbehauptungen sind Aussagen, die grundsätzlich überprüft werden können. Für eine faire politische Debatte ist es wichtig, beides zu unterscheiden.


Digitale politische Öffentlichkeit

Das Internet hat politische Kommunikation verändert. Menschen können Informationen schnell veröffentlichen, direkt auf Beiträge reagieren, eigene Videos erstellen oder politische Aktionen organisieren. Dadurch sinken Zugangsbarrieren: Auch kleinere Initiativen können Öffentlichkeit erreichen.

Digitale Öffentlichkeit bietet Chancen:

  1. Beteiligung: Menschen können Petitionen teilen, Veranstaltungen organisieren und mit Abgeordneten kommunizieren.
  2. Vielfalt: Minderheiten und neue Initiativen können eigene Perspektiven sichtbar machen.
  3. Aktualität: Informationen und Augenzeugenberichte können sehr schnell verbreitet werden.
  4. Vernetzung: Politische Diskussionen können über Orts- und Landesgrenzen hinweg stattfinden.

Gleichzeitig entstehen Risiken. Beiträge können ohne Prüfung viral gehen. Zuspitzung und Empörung erhalten oft viel Aufmerksamkeit. Persönliche Angriffe können Menschen aus Debatten verdrängen. Plattformunternehmen beeinflussen durch Regeln, Moderation und Empfehlungssysteme, welche Inhalte sichtbar werden.


Filterblasen und Echokammern

Eine Filterblase bezeichnet die Annahme, dass personalisierte Auswahl Menschen vor allem Inhalte zeigt, die zu ihren bisherigen Interessen passen. Eine Echokammer entsteht, wenn sich Gruppen überwiegend gegenseitig in ähnlichen Ansichten bestätigen.

Diese Begriffe helfen, mögliche Probleme zu beschreiben. Ihre tatsächliche Wirkung ist jedoch nicht bei allen Menschen gleich und wissenschaftlich nicht in jeder Hinsicht eindeutig. Viele Nutzerinnen und Nutzer begegnen online auch gegensätzlichen Positionen. Sinnvoll ist deshalb, bewusst mehrere seriöse Quellen zu nutzen und nicht nur auf Empfehlungen einer Plattform zu vertrauen.


Desinformation, Manipulation und Propaganda

Fehlinformation ist eine falsche oder irreführende Information, die auch versehentlich verbreitet werden kann. Desinformation wird gezielt verbreitet, um Menschen zu täuschen oder politische Ziele zu erreichen. Propaganda versucht, Wahrnehmungen und Verhalten systematisch in eine bestimmte Richtung zu lenken und arbeitet häufig mit Vereinfachung, Wiederholung und starken Feindbildern.

Manipulative Inhalte können echte Bilder aus einem falschen Zusammenhang zeigen, Überschriften übertreiben oder erfundene Zahlen verwenden. Auch bearbeitete Audios, Videos und Deepfakes können täuschend wirken. Nicht jeder Fehler ist jedoch eine geplante Lüge. Für eine faire Bewertung musst Du Absicht, Belege und Korrekturverhalten unterscheiden.


Ein einfacher Quellencheck

Nutze bei auffälligen politischen Meldungen die folgenden Prüfschritte:

  1. Quelle prüfen: Wer veröffentlicht den Inhalt? Gibt es ein Impressum, eine Redaktion oder eine erkennbare verantwortliche Person?
  2. Autor und Datum prüfen: Ist der Beitrag aktuell und ist die Urheberschaft nachvollziehbar?
  3. Belege suchen: Werden Dokumente, Daten, Studien oder überprüfbare Aussagen genannt?
  4. Gegenlesen: Berichten mehrere voneinander unabhängige seriöse Quellen über dasselbe Ereignis?
  5. Original finden: Stammt ein Zitat wirklich aus der vollständigen Rede, Studie oder Pressemitteilung?
  6. Bildkontext prüfen: Passt das Foto zum Ort und Datum? Eine Rückwärtssuche kann frühere Verwendungen zeigen.
  7. Sprache beobachten: Sehr starke Empörung, pauschale Schuldzuweisungen und Zeitdruck sind Warnsignale.
  8. Fakt und Meinung trennen: Welche Aussage ist überprüfbar und welche ist eine Bewertung?


Politische Akteure und Medienlogik

Politikerinnen und Politiker benötigen Öffentlichkeit, um Ziele zu erklären und Zustimmung zu gewinnen. Sie geben Interviews, veranstalten Pressekonferenzen und veröffentlichen Beiträge auf eigenen Kanälen. Dadurch können sie direkt kommunizieren, journalistische Rückfragen aber teilweise umgehen.

Medien arbeiten unter Bedingungen wie Aktualität, begrenzter Sendezeit und Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Komplexe politische Prozesse werden deshalb oft verkürzt dargestellt. Personalisierung, Konflikt und klare Bilder erleichtern die Vermittlung, können aber Sachfragen in den Hintergrund drängen.

Eine demokratische Öffentlichkeit braucht daher beide Seiten: verständliche Kommunikation und kritische Nachfragen. Bürgerinnen und Bürger sollten politische Selbstdarstellung nicht mit unabhängiger Berichterstattung verwechseln.


Qualität politischer Information

Ein einzelnes Merkmal beweist noch keine Qualität. Gute politische Information zeigt sich meist in einer Kombination mehrerer Kriterien.

Qualitätskriterium Leitfrage
Richtigkeit Sind Aussagen überprüft und werden Fehler korrigiert?
Relevanz Hilft der Beitrag, eine politische Frage zu verstehen?
Quellenklarheit Ist erkennbar, woher Informationen stammen?
Vielfalt Werden wichtige Perspektiven angemessen berücksichtigt?
Trennung Sind Nachricht, Analyse, Kommentar und Werbung erkennbar?
Fairness Werden Personen und Positionen sachlich dargestellt?
Verständlichkeit Werden Fachbegriffe und Zusammenhänge nachvollziehbar erklärt?
Unabhängigkeit Werden mögliche Interessenkonflikte offengelegt?

Medienkompetenz bedeutet nicht nur, technische Geräte zu bedienen. Sie umfasst das Finden, Verstehen, Bewerten und verantwortliche Veröffentlichen von Informationen. Dazu gehört auch, eigene Fehler zu korrigieren und andere Menschen nicht durch ungeprüfte Behauptungen zu schädigen.


Zusammenfassung

Politische Öffentlichkeit ist ein Raum gemeinsamer Information und Diskussion. Medien stellen Öffentlichkeit her, wählen Themen aus, erklären Zusammenhänge und kontrollieren Macht. Freie und vielfältige Medien sind deshalb eine wichtige Voraussetzung der Demokratie.

Digitale Medien erweitern die Beteiligungsmöglichkeiten, verändern aber auch die Auswahl und Geschwindigkeit politischer Kommunikation. Wer demokratisch handeln will, braucht Medienkompetenz: Quellen prüfen, Perspektiven vergleichen, Fakten und Meinungen unterscheiden und respektvoll argumentieren.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt politische Öffentlichkeit am besten? (Einen Raum, in dem politische Themen öffentlich informiert und diskutiert werden) (!Einen geschlossenen Treffpunkt nur für Regierungsmitglieder) (!Eine Sammlung ausschließlich privater Gespräche) (!Ein Verbot politischer Meinungsäußerungen)




Welche Aufgabe gehört zur Informationsfunktion der Medien? (Über politische Ereignisse und Entscheidungen berichten) (!Wahlergebnisse im Voraus festlegen) (!Alle politischen Konflikte verhindern) (!Gesetze ohne Parlament beschließen)




Was bedeutet Gatekeeping im Journalismus? (Die Auswahl, welche Ereignisse als Nachrichten veröffentlicht werden) (!Die technische Sperrung aller Nachrichtenseiten) (!Die geheime Wahl einer Regierung) (!Die Abschaffung redaktioneller Entscheidungen)




Was beschreibt Agenda-Setting? (Häufig behandelte Themen können als besonders wichtig wahrgenommen werden) (!Medien bestimmen sicher jede persönliche Meinung) (!Nur Parteien dürfen politische Themen auswählen) (!Alle Medien berichten immer über dieselben Themen)




Welches Grundrecht schützt die Pressefreiheit in Deutschland? (Artikel 5 des Grundgesetzes) (!Artikel 1 der Straßenverkehrsordnung) (!Artikel 20 der Schulordnung) (!Artikel 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs)




Was ist Desinformation? (Gezielt verbreitete falsche oder irreführende Information) (!Ein versehentlicher Tippfehler ohne Täuschungsabsicht) (!Eine klar gekennzeichnete persönliche Meinung) (!Eine vollständig belegte Nachricht)




Welcher Schritt gehört zu einem guten Quellencheck? (Die Meldung mit unabhängigen seriösen Quellen vergleichen) (!Nur die Zahl der Likes betrachten) (!Die Überschrift ohne Artikel weiterleiten) (!Anonyme Behauptungen grundsätzlich glauben)




Worin liegt eine Chance sozialer Medien für politische Öffentlichkeit? (Auch kleinere Initiativen können eigene Anliegen sichtbar machen) (!Alle Beiträge werden automatisch geprüft) (!Algorithmen sind immer politisch neutral) (!Falsche Informationen können sich nicht verbreiten)




Was unterscheidet eine Nachricht von einem Kommentar? (Eine Nachricht informiert, ein Kommentar bewertet erkennbar) (!Ein Kommentar enthält niemals Argumente) (!Eine Nachricht darf keine Quellen nennen) (!Es gibt keinen Unterschied)




Warum werden Medien manchmal als vierte Gewalt bezeichnet? (Weil sie Macht durch Kritik und Recherche kontrollieren können) (!Weil sie Gesetze direkt beschließen) (!Weil sie Gerichte ersetzen) (!Weil sie Wahlen durchführen)





Memory

Öffentlichkeit Öffentlicher Raum für Information und Debatte
Informationsfunktion Vermittlung politischer Ereignisse und Entscheidungen
Kontrollfunktion Recherche und Kritik gegenüber mächtigen Akteuren
Gatekeeping Auswahl veröffentlichter Nachrichten
Agenda-Setting Gewichtung von Themen durch häufige Beachtung
Pressefreiheit Schutz unabhängiger journalistischer Arbeit
Desinformation Gezielte Täuschung mit falschen oder irreführenden Inhalten
Medienkompetenz Informationen finden, prüfen und verantwortungsvoll nutzen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Nachricht Sachorientierte Information über ein Ereignis
Kommentar Erkennbar wertende Einordnung
Quelle Ursprung einer Information oder Aussage
Algorithmus Regelbasiertes Verfahren zur Sortierung von Inhalten
Fact-Checking Systematische Überprüfung öffentlicher Behauptungen





Kreuzworträtsel

Pressefreiheit Welches Grundrecht schützt unabhängige journalistische Veröffentlichungen?
Gatekeeper Wie heißt die Rolle bei der Auswahl von Nachrichten?
Journalismus Welcher Berufszweig recherchiert und veröffentlicht Nachrichten?
Öffentlichkeit Wo werden politische Themen gesellschaftlich sichtbar und diskutiert?
Desinformation Wie heißt eine gezielt verbreitete irreführende Information?
Algorithmen Was sortiert auf Plattformen häufig die sichtbaren Beiträge?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Politische

ermöglicht Information und Diskussion über gemeinsame Angelegenheiten. Medien erfüllen in einer Demokratie eine wichtige

. Durch Recherche können sie Macht kontrollieren und damit eine

ausüben. Die Auswahl veröffentlichter Ereignisse wird als

bezeichnet. Die Gewichtung häufig behandelter Themen heißt

. Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die

. Eine absichtlich verbreitete Täuschung wird

genannt. In sozialen Netzwerken sortiert häufig ein

die sichtbaren Beiträge. Beim Quellencheck solltest Du mehrere unabhängige

vergleichen. Das verantwortliche Prüfen und Nutzen von Informationen gehört zur

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Medientagebuch: Notiere einen Tag lang, über welche Medien Du politische Informationen erhältst, und beschreibe zwei Unterschiede zwischen den Angeboten.
  2. Nachricht und Kommentar: Suche in einer Zeitung oder auf einem Nachrichtenportal je ein Beispiel und markiere sprachliche Hinweise auf Information oder Bewertung.
  3. Quellencheck: Prüfe eine aktuelle politische Meldung mit mindestens zwei voneinander unabhängigen Quellen und dokumentiere Deine Schritte.
  4. Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat zu Öffentlichkeit, Pressefreiheit, Gatekeeping und Desinformation mit kurzen eigenen Erklärungen.


Standard

  1. Themenvergleich: Vergleiche, wie drei Medien über dasselbe politische Ereignis berichten, und untersuche Überschrift, Bildwahl, Quellen und Schwerpunkt.
  2. Redaktionskonferenz: Führt in einer Gruppe eine Redaktionssitzung durch und entscheidet begründet, welche fünf von zehn Ereignissen veröffentlicht werden.
  3. Podcast zur Medienfunktion: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Podcast, der Information, Meinungsbildung und Kontrolle an Beispielen erklärt.
  4. Plattformanalyse: Beobachte eine Woche lang politische Empfehlungen auf einer Plattform und untersuche, welche Themen und Perspektiven häufig erscheinen.


Schwer

  1. Lokaljournalismus: Interviewe eine Lokaljournalistin oder einen Lokaljournalisten zu Recherche, Zeitdruck, Quellenprüfung und politischer Unabhängigkeit.
  2. Öffentlichkeitsprojekt: Entwickle eine sachliche Informationskampagne zu einem schulischen oder kommunalen Problem und begründe Medienwahl, Zielgruppe und Regeln für Kommentare.
  3. Desinformationsanalyse: Analysiere ein belegtes Beispiel politischer Desinformation hinsichtlich Urheber, Zielgruppe, Verbreitungsweg, emotionaler Sprache und möglicher Wirkung.
  4. Medienethische Debatte: Organisiere eine strukturierte Diskussion zur Frage, ob Plattformen politische Falschinformationen löschen, kennzeichnen oder sichtbar lassen sollten.




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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Gatekeeping: Eine Redaktion hat Platz für drei von acht politischen Meldungen. Entwickle Auswahlkriterien, triff eine Entscheidung und erläutere, welche Folgen die nicht veröffentlichten Themen für die Öffentlichkeit haben könnten.
  2. Vergleich politischer Kommunikation: Vergleiche eine Pressemitteilung einer Partei mit einem journalistischen Bericht zum selben Thema. Arbeite Unterschiede bei Ziel, Sprache, Quellen und Kritik heraus.
  3. Bewertung einer viralen Meldung: Entwirf einen nachvollziehbaren Prüfplan für eine stark geteilte politische Behauptung und begründe die Reihenfolge Deiner Prüfschritte.
  4. Demokratie und Pressefreiheit: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, wie freie Medien politische Macht kontrollieren können und warum auch journalistische Macht begrenzt und kritisiert werden muss.
  5. Digitale Öffentlichkeit: Beurteile, ob personalisierte Empfehlungen politische Beteiligung eher fördern oder behindern. Verwende mindestens zwei Chancen, zwei Risiken und ein begründetes Urteil.
  6. Transfer Schulöffentlichkeit: Entwickle Regeln für ein digitales Schulforum, die freie Meinungsäußerung, Schutz vor Angriffen, transparente Moderation und überprüfbare Informationen miteinander verbinden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. den Begriff politische Öffentlichkeit verständlich erklärst,
  2. die Funktionen Information, Meinungsbildung, Kritik und Kontrolle an Beispielen anwendest,
  3. Gatekeeping und Agenda-Setting voneinander unterscheidest,
  4. die Bedeutung von Artikel 5 des Grundgesetzes für demokratische Medien erläuterst,
  5. Chancen und Risiken digitaler Plattformen abwägst,
  6. eine Quellenprüfung nachvollziehbar dokumentierst,
  7. Nachricht, Analyse, Kommentar und politische Selbstdarstellung unterscheidest,
  8. ein begründetes Urteil zu einem medienpolitischen Konflikt formulierst.




OERs zum Thema

  1. Bundeszentrale für politische Bildung: Funktionen der Medien
  2. Grundgesetz: Artikel 5
  3. Wikimedia Commons: Freie Medien zum Thema Massenmedien



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