Mechanische Antriebe und Getriebe – Zahnradarten vergleichen
Mechanische Antriebe und Getriebe – Zahnradarten vergleichen
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Mechatronik, Industriemechanik und verwandten Berufen.
Kurzbeschreibung: Du vergleichst Stirnrad, Kegelrad und Schneckenrad nach Achslage, Bewegungsübertragung, Übersetzung, Wirkungsgrad-Tendenz, typischen Anwendungen und Diagnosemerkmalen. Funktionsanimationen, Schaltbilder und digitale Fehlerdiagnose-Fälle stehen im Mittelpunkt.
Sicherheitsrahmen: Dieser Kurs ist eine Lern- und Diagnosesimulation. Er erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten an Maschinen, Getrieben oder Antrieben dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Festlegung eines sicheren Arbeitsverfahrens und mit zuständiger Aufsicht erfolgen. Schutzhauben, Verriegelungen oder andere Schutzeinrichtungen werden für Lernzwecke niemals umgangen.

Einleitung
Ein Getriebe verändert Drehzahl, Drehmoment, Drehrichtung oder die Lage von Wellen. Für die Auswahl einer Zahnradart ist deshalb zuerst die Achslage wichtig. Danach folgen Übersetzung, Belastung, Wirkungsgrad, Geräusch, Bauraum, Schmierung und Wartung.
Das Grundprinzip ist kurz: Ein antreibendes Zahnrad greift in ein getriebenes Zahnrad ein. Bei einem einfachen Stirnradpaar gilt näherungsweise i = n₁ / n₂ = z₂ / z₁. Dabei ist n die Drehzahl und z die Zähnezahl. Bei einem Schneckengetriebe steht an Stelle der Zähnezahl der Schnecke deren Gangzahl.

Ausbildungsfall: Förderstation P-17
In einer Verpackungslinie soll die Antriebseinheit einer Förderstation neu bewertet werden. Drei Bauformen stehen zur Auswahl:
| Kandidat | Beobachtung aus Zeichnung und Datenblatt | Deine Leitfrage |
|---|---|---|
| A | Zwei parallele Wellen, einfache Zahnradstufe | Passt ein Stirnradgetriebe? |
| B | Ein- und Abtriebswelle schneiden sich bei 90° | Ist ein Kegelradgetriebe passend? |
| C | Wellen kreuzen sich bei 90°, schneiden sich aber nicht; hohe Untersetzung in einer Stufe | Spricht das für ein Schneckengetriebe? |
Du sollst eine begründete Auswahl treffen und anschließend in einer digitalen Störungssimulation Diagnosehinweise auswerten. Ein Öffnen oder Betreiben realer Getriebe ist nicht Teil dieses Kurses.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Stirnrad-, Kegelrad- und Schneckengetriebe anhand ihrer Achslage unterscheiden, einfache Übersetzungen bestimmen, Vor- und Nachteile auf einen Ausbildungsfall übertragen und sichere Diagnoseentscheidungen treffen.
Kurze Lerneinheiten
Lerneinheit 1: Schaltbild und Achslage lesen

Leseregel: Erst Antrieb und Abtrieb markieren, dann prüfen, ob die Wellen parallel, sich schneidend oder windschief angeordnet sind.
| Achslage | Typische Zahnradart | Merksatz |
|---|---|---|
| parallel | Stirnrad | Gerade Kraftübertragung zwischen parallelen Wellen |
| sich schneidend, häufig 90° | Kegelrad | Richtungsänderung über Kegelflächen |
| sich kreuzend, nicht schneidend, häufig 90° | Schnecke und Schneckenrad | Große Untersetzung bei starkem Gleitanteil möglich |
Mini-Aufgabe: In einer Zeichnung liegen Motor- und Abtriebswelle parallel. Welche Bauform prüfst Du zuerst? Begründetes Feedback: Stirnradgetriebe, weil seine typische Grundform parallele Wellen verbindet.
Lerneinheit 2: Stirnrad
Das Stirnrad ist eine sehr häufige Zahnradform. Bei einem einfachen Stirnradgetriebe sind die Wellen parallel. Außenverzahnte Räder drehen sich gegensinnig. Stirnradstufen sind konstruktiv vergleichsweise einfach und können hohe Wirkungsgrade erreichen.


Beobachte die Animation: Das kleinere Rad dreht schneller. Bei gleicher Modulgröße führt eine größere Zähnezahl zu einem größeren Teilkreisdurchmesser.
Basisaufgabe: Ein Ritzel mit 20 Zähnen treibt ein Rad mit 60 Zähnen an. Bestimme die Übersetzung. Begründetes Feedback: i = 60 / 20 = 3. Der Abtrieb läuft idealisiert mit einem Drittel der Antriebsdrehzahl.
Lerneinheit 3: Kegelrad
Kegelräder übertragen Drehbewegung zwischen sich schneidenden Wellen. Häufig beträgt der Achswinkel 90°. Die Grundkörper sind kegelartig; ihre gedachten Kegelspitzen treffen sich bei einem klassischen Kegelradpaar in einem gemeinsamen Punkt.


Anwendungsaufgabe: Der Motor sitzt längs zur Maschine, die Abtriebswelle muss rechtwinklig nach unten geführt werden. Die Achsen schneiden sich. Welche Bauform passt grundsätzlich? Begründetes Feedback: Kegelradgetriebe, weil es Drehmoment zwischen sich schneidenden, häufig rechtwinkligen Wellen übertragen kann.
Lerneinheit 4: Schnecke und Schneckenrad
Ein Schneckengetriebe besteht aus Schnecke und Schneckenrad. Die Wellen liegen meist rechtwinklig, schneiden sich aber nicht. Im Zahneingriff tritt ein hoher Gleitanteil auf. Dadurch sind Schmierung, Wärmeentwicklung und Wirkungsgrad besonders zu beachten.


Für die Übersetzung gilt: i = z₂ / g₁, wobei z₂ die Zähnezahl des Schneckenrades und g₁ die Gangzahl der Schnecke ist.
Wichtig: Selbsthemmung kann bei bestimmten Schneckengetrieben auftreten, ist aber nicht generell garantiert. Sie darf ohne eindeutigen konstruktiven Nachweis und Herstellerangabe nicht als Sicherheits- oder Haltefunktion vorausgesetzt werden.
Anwendungsaufgabe: Eine eingängige Schnecke treibt ein Schneckenrad mit 40 Zähnen. Begründetes Feedback: i = 40 / 1 = 40. Eine große Untersetzung ist in einer Stufe möglich.
Lerneinheit 5: Direkter Vergleich
| Merkmal | Stirnrad | Kegelrad | Schneckenrad |
|---|---|---|---|
| Achslage | parallel | sich schneidend | sich kreuzend, nicht schneidend |
| Typische Richtungsänderung | keine Achsrichtungsänderung | häufig 90° | häufig 90° |
| Hohe Untersetzung in einer Stufe | eher begrenzt | möglich, aber nicht Hauptmerkmal | besonders typisch |
| Gleitanteil | gering bis mäßig, abhängig von Verzahnung | Wälzen und Gleiten | hoch |
| Wärme und Schmierung | wichtig | wichtig | besonders kritisch zu beachten |
| Selbsthemmung | nein | nein | nur unter bestimmten Bedingungen möglich |
Transferaufgabe: Du brauchst eine rechtwinklige Umlenkung bei gutem Wirkungsgrad und ohne Bedarf an sehr großer Untersetzung. Die Achsen schneiden sich. Begründetes Feedback: Ein Kegelradgetriebe ist naheliegend. Ein Schneckengetriebe wäre wegen des hohen Gleitanteils nicht automatisch die bessere Wahl.
Lerneinheit 6: Zahnflankenspiel und Verschleiß lesen

Zahnflankenspiel ist der Freiraum zwischen den Flanken kämmender Zähne. Zu viel Spiel kann Positionierfehler und Stoßbelastungen begünstigen; zu wenig Spiel kann bei Temperaturänderung oder Fertigungsabweichungen zu ungünstigem Lauf führen. Die zulässigen Werte ergeben sich aus Konstruktion, Herstellerangaben und Prüfplan.

Die Aufnahme zeigt Mikropitting/Graufleckigkeit auf Zahnflanken. Ein Bild allein liefert noch keine vollständige Schadensursache. Belastung, Schmierstoff, Ausrichtung, Werkstoff, Oberflächenzustand und Betriebsdaten müssen gemeinsam betrachtet werden.
Lerneinheit 7: Sichere digitale Fehlerdiagnose
Grundsatz: Erst sichere Zustände und Freigaben klären, dann diagnostizieren. Dieser Kurs simuliert Entscheidungen anhand von Daten; er fordert Dich nicht auf, Schutzhauben zu öffnen, in laufende Anlagen einzugreifen oder Energiequellen eigenständig zu trennen.
| Digitale Beobachtung | Sichere nächste Entscheidung | Warum? |
|---|---|---|
| Plötzlich metallisches Geräusch aus geschlossenem Getriebe | Anlage nach betrieblichem Verfahren stoppen lassen, Störung melden und Freigabeprozess einhalten | Geräusch ist ein Warnsignal; eine Sichtkontrolle bei laufender Maschine wäre unnötiges Risiko |
| Temperaturtrend steigt nach Schmierstoffwechsel deutlich | Spezifikation, Füllstandsdokumentation, Lastdaten und Herstellerfreigabe prüfen | Abweichungen können mit Schmierung oder Last zusammenhängen; Diagnose beginnt mit sicheren Daten |
| Spiel am Abtrieb wird im Messprotokoll größer | Trend mit Sollwerten, Messmethode und Wartungshistorie vergleichen | Ein Einzelwert ohne Referenz erlaubt keine sichere Schadensdiagnose |
| Getriebe hält Last im Stillstand scheinbar von selbst | Nicht auf vermutete Selbsthemmung vertrauen | Selbsthemmung eines Schneckengetriebes ist bedingungsabhängig und keine automatisch verlässliche Haltefunktion |
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Beobachten: Zeichne nur die Lage von Ein- und Abtriebswelle. Parallel, schneidend oder windschief?
Hilfe 2 – Vergleichen: Prüfe danach Untersetzung, Bauraum, erwartete Wärmeentwicklung und Wirkungsgrad-Tendenz.
Hilfe 3 – Begründen: Formuliere Deine Wahl als Satz: „Ich wähle ... , weil die Achsen ... liegen und die geforderte Übersetzung ... ist. Gegen ... spricht ... .“
Musterfeedback: Kandidat A passt zum Stirnradprinzip, Kandidat B zum Kegelradprinzip und Kandidat C zum Schneckenprinzip. Eine reale Auswahl braucht zusätzlich Lastkollektiv, Drehmoment, Drehzahl, Lebensdauer, Schmierung, Geräusch, Einbauraum und Herstellerdaten.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basis
- Achslage: Ordne „parallel“, „schneidend“ und „kreuzend ohne Schnittpunkt“ den drei Zahnradarten zu. Feedback: Die Achslage ist das schnellste sichere Unterscheidungsmerkmal.
- Übersetzung: Berechne i für 18 und 54 Zähne. Feedback: i = 3, weil 54 / 18 = 3.
- Schneckengetriebe: Erkläre, warum die Gangzahl der Schnecke in die Übersetzungsrechnung eingeht. Feedback: Eine Umdrehung der Schnecke bewegt das Schneckenrad entsprechend der Zahl ihrer Gänge weiter.
Anwendung
- Getriebeauswahl: Wähle für zwei sich bei 90° schneidende Wellen eine Grundbauform und begründe. Feedback: Kegelrad ist die passende Grundform, weil die Achsen einen gemeinsamen Schnittpunkt besitzen.
- Diagnose: Ein Temperaturtrend steigt, ohne dass das Gehäuse geöffnet wurde. Nenne drei sichere Datenquellen für die nächste Diagnose. Feedback: Zum Beispiel Trendmessung, Schmierstoff-/Wartungsdokumentation, Lastdaten und Herstellergrenzen; diese liefern Erkenntnisse ohne Eingriff in die Gefahrzone.
- Zahnflankenspiel: Erkläre, warum „mehr Spiel“ nicht automatisch „Zahnbruch“ bedeutet. Feedback: Spiel kann mehrere Ursachen haben; erst Vergleich mit Sollwerten, Messmethode und weiteren Befunden macht eine Diagnose belastbar.
Transfer
- Energieeffizienz: Vergleiche Kegelrad- und Schneckengetriebe für eine dauerlaufende 90°-Umlenkung. Feedback: Bei sich schneidenden Achsen und moderater Übersetzung spricht der geringere Gleitanteil häufig für das Kegelrad; konkrete Verluste müssen aus Datenblättern stammen.
- Sicherheit: Beurteile die Aussage „Das Schneckengetriebe hält die Last, also brauchen wir keine Bremse.“ Feedback: Diese Aussage ist ohne konstruktiven Nachweis unzulässig; Selbsthemmung ist nicht universell und darf nicht als ungeprüfte Sicherheitsfunktion verwendet werden.
- Instandhaltung: Entwickle eine datenbasierte Prüfstrategie für zunehmende Geräusche. Feedback: Gute Strategien beginnen mit sicher erhobenen Trends und Herstellergrenzen, nicht mit spontanen Eingriffen in eine laufende Maschine.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Achslage ist typisch für ein einfaches Stirnradgetriebe? (Parallele Wellen) (!Sich schneidende Wellen) (!Windschiefe Wellen mit 90 Grad) (!Beliebige Achslage ohne Einschränkung)
Welche Zahnradart eignet sich typischerweise für sich schneidende Wellen? (Kegelrad) (!Stirnrad) (!Schneckenrad) (!Zahnstange)
Welche Aussage beschreibt ein Schneckengetriebe korrekt? (Die Wellen kreuzen sich meist ohne sich zu schneiden) (!Die Wellen müssen parallel sein) (!Die Wellen müssen immer denselben Durchmesser haben) (!Es gibt keinen Gleitanteil)
Wie groß ist die Übersetzung bei 20 Zähnen am Antrieb und 60 Zähnen am Abtrieb? (Drei) (!Zwei) (!Vier) (!Sechs)
Welche Größe ersetzt bei der Schnecke die Zähnezahl in der einfachen Übersetzungsformel? (Gangzahl) (!Wellenlänge) (!Gehäusebreite) (!Schmierstoffmenge)
Welche Zahnradart ermöglicht besonders typisch eine große Untersetzung in einer Stufe? (Schneckengetriebe) (!Stirnradpaar gleicher Zähnezahl) (!Kegelradpaar gleicher Zähnezahl) (!Zahnstange ohne Ritzel)
Was ist bei vermuteter Selbsthemmung eines Schneckengetriebes fachlich richtig? (Sie muss konstruktiv nachgewiesen werden) (!Sie ist bei jedem Schneckengetriebe garantiert) (!Sie ersetzt immer eine Bremse) (!Sie hängt nicht von Reibung und Geometrie ab)
Was ist bei ungewöhnlichem Getriebegeräusch die sichere erste Entscheidung? (Betriebliches Störungs- und Freigabeverfahren einhalten) (!Schutzhaube bei laufender Maschine öffnen) (!Mit der Hand am Gehäuse nach losen Teilen suchen) (!Verriegelung für bessere Sicht überbrücken)
Was zeigt Zahnflankenspiel? (Einen Freiraum zwischen Zahnflanken) (!Immer einen Zahnbruch) (!Immer falschen Schmierstoff) (!Immer eine gebrochene Welle)
Welche Aussage zur Fehlerdiagnose ist am besten begründet? (Mehrere Befunde und Sollwerte gemeinsam auswerten) (!Ein Geräusch reicht immer für eine eindeutige Diagnose) (!Ein Foto ersetzt alle Messdaten) (!Herstellerangaben sind für die Diagnose unwichtig)
Memory
| Stirnrad | Parallele Wellen |
| Kegelrad | Sich schneidende Wellen |
| Schneckenrad | Windschiefe Wellen |
| Übersetzung | Verhältnis von Antriebs- zu Abtriebsdrehzahl |
| Gangzahl | Kennwert der Schnecke |
| Zahnflankenspiel | Freiraum zwischen Zahnflanken |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Stirnrad | Parallele Achsen |
| Kegelrad | Sich schneidende Achsen |
| Schneckengetriebe | Gekreuzte Achsen ohne Schnittpunkt |
| Zahnflankenspiel | Freiraum im Zahneingriff |
| Gefährdungsbeurteilung | Voraussetzung für sichere betriebliche Planung |
Kreuzworträtsel
| Stirnrad | Welches Zahnrad ist typisch für parallele Wellen? |
| Kegelrad | Welches Zahnrad überträgt Bewegung häufig zwischen sich schneidenden Wellen? |
| Schnecke | Welches schraubenförmige Bauteil treibt ein Schneckenrad an? |
| Gangzahl | Welche Größe der Schnecke wird für die Übersetzung verwendet? |
| Reibung | Welche physikalische Wirkung trägt bei Schneckengetrieben zur möglichen Selbsthemmung bei? |
| Schmierung | Welche Maßnahme reduziert Verschleiß und beeinflusst die Wärmeentwicklung? |
LearningApps
Lückentext
Sichere Diagnose-Simulationen
Simulation A: Geräuschtrend
Situation: Die digitale Zustandsüberwachung zeigt einen deutlichen neuen Geräuschanteil. Es gibt keine Freigabe für eine mechanische Untersuchung.
- Wähle die sichere Aktion: Daten sichern, Meldung auslösen und den betrieblichen Prozess zur Stillsetzung und Freigabe verwenden.
- Verwerfe unsichere Aktionen: Schutzhaube öffnen, Verriegelung überbrücken oder mit Werkzeugen an laufende Teile herangehen.
- Feedback: Diagnose ist nur dann fachlich gut, wenn sie nicht selbst eine neue Gefährdung erzeugt.
Simulation B: Temperatur nach Schmierstoffwechsel
Situation: Die dokumentierte Gehäusetemperatur liegt bei gleicher Last höher als zuvor.
- Prüfe zuerst Herstellerfreigabe, Schmierstoffspezifikation, dokumentierten Füllstand, Last und Umgebungstemperatur.
- Formuliere mindestens zwei mögliche Ursachen, ohne eine davon voreilig als sicher anzunehmen.
- Feedback: Ein Temperaturanstieg ist ein Symptom. Eine Ursache wird erst durch mehrere passende Befunde plausibel.
Simulation C: Spiel am Abtrieb
Situation: Das protokollierte Umkehrspiel nimmt über mehrere Wartungsintervalle zu.
- Vergleiche Messmethode, Sollgrenzen und Trend.
- Prüfe, ob weitere Indikatoren wie Geräusch, Schwingung oder Schmierstoffbefund vorliegen.
- Feedback: Ein Trend ist aussagekräftiger als ein isolierter Wert; reale Eingriffe erfolgen nur nach Freigabe und sicherem Arbeitsverfahren.
Offene Aufgaben
Leicht
- Zahnrad-Steckbrief: Erstelle je eine Bildkarte zu Stirnrad, Kegelrad und Schneckenrad mit Achslage und einem typischen Einsatz.
- Achslagen-Skizze: Zeichne drei einfache Wellenbilder: parallel, sich schneidend und windschief.
- Medienanalyse: Stoppe eine der Animationen an einer aussagekräftigen Stelle und beschreibe die Bewegungsübertragung in drei Sätzen.
- Begriffsnetz: Verbinde die Begriffe Drehzahl, Drehmoment, Übersetzung, Zähnezahl und Gangzahl in einem kleinen Begriffsnetz.
Standard
- Getriebevergleich: Erstelle eine Entscheidungsmatrix für die drei Bauformen mit Achslage, Untersetzung, Gleitanteil, Wärme und Wartung.
- Ausbildungsfall: Begründe für die Förderstation P-17, welcher Kandidat zu welcher Zahnradart gehört.
- Fehlerdiagnose: Entwickle aus einem fiktiven Geräusch- und Temperaturtrend drei Hypothesen und nenne jeweils einen sicheren Datencheck.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo, das den Unterschied zwischen „Achsen schneiden sich“ und „Achsen kreuzen sich“ erklärt.
Schwer
- Auswahlrechnung: Vergleiche zwei Getriebekonzepte mit gleicher Antriebsdrehzahl und unterschiedlichen Übersetzungen; begründe die Auswahl anhand technischer Kriterien.
- Diagnosebaum: Erstelle einen digitalen Entscheidungsbaum für Geräusch, Temperatur und Spiel, ohne risikoreiche Werkstattaktionen vorzuschlagen.
- Quellenprüfung: Vergleiche Angaben aus Wikipedia, Herstellerunterlagen und einer Fachquelle. Kennzeichne Übereinstimmungen, Grenzen und offene Punkte.
- Sicherheitskonzept: Entwirf eine Lernkarte, die erklärt, warum Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, sicherer Zustand und zuständige Aufsicht vor praktischen Instandhaltungsarbeiten notwendig sind.


Lernkontrolle
- Auswahl begründen: Eine Konstruktion verlangt eine 90°-Umlenkung. Erkläre, welche zusätzliche Information Du brauchst, um zwischen Kegelrad und Schneckengetriebe zu entscheiden.
- Fehlerbild übertragen: Ein Getriebe wird bei unveränderter Last zunehmend warm. Entwickle eine Hypothesenliste und ordne jedem Punkt einen sicheren, datenbasierten Prüfweg zu.
- Selbsthemmung bewerten: Prüfe kritisch die Aussage „Schneckengetriebe sind immer selbsthemmend“ und erkläre die sicherheitstechnische Folge.
- Wirkungsgrad und Wärme: Erkläre den Zusammenhang zwischen Gleitanteil, Reibungsverlusten, Wärme und Schmierung am Beispiel des Schneckengetriebes.
- Übersetzung transferieren: Entwirf zwei Zahnradpaarungen mit gleicher Übersetzung, aber unterschiedlichen Zähnezahlen. Diskutiere, welche weiteren Konstruktionsdaten für eine reale Auswahl fehlen.
- Diagnosequalität: Begründe, warum eine Kombination aus Trenddaten, Sollwerten, Herstellerinformationen und mehreren Befunden belastbarer ist als eine Einzeldiagnose nach Gehör.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- Stirnrad, Kegelrad und Schneckenrad sicher anhand der Achslage unterscheiden kannst.
- einfache Übersetzungen mit Zähnezahl beziehungsweise Gangzahl berechnen kannst.
- Auswahlentscheidungen anhand von Achslage, Untersetzung, Wirkungsgrad-Tendenz, Wärme und Schmierung begründen kannst.
- Diagnosehinweise als Hypothesen bewertest und mehrere Befunde miteinander verknüpfst.
- die Grenzen möglicher Selbsthemmung erklärst.
- bei realen Arbeiten Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, sicheren Zustand, Freigabe und zuständige Aufsicht als zwingenden Rahmen beachtest.
- deutlich machst, dass dieser Lernkurs keine Arbeitsfreigabe erteilt.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Fachliche Grundlagen:
- Wikipedia: Zahnrad – Überblick zu Stirnrad, Kegelrad, Schnecke und Schneckenrad.
- Wikipedia: Stirnradgetriebe – Achslage, Bauformen und typische Eigenschaften.
- Wikipedia: Kegelradgetriebe – Winkelgetriebe und sich schneidende Wellen.
- Wikipedia: Schneckengetriebe – Aufbau, Übersetzung und Bedingungen möglicher Selbsthemmung.
- DGUV Information 209-015: Instandhaltung an Maschinen und Anlagen – Planung, Durchführung und Nachbereitung sicherer Instandhaltung.
- DGUV/IFA: Gefährdungsbeurteilung – Einbezug von Wartungs-, Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten in die Gefährdungsbeurteilung.
Wikimedia-Commons-Medien und geprüfte Lizenzangaben:
- Spur gears animation.gif – Jahobr, CC0.
- Two spur gears 1 3.svg – Jahobr, CC0.
- Gear-kegelzahnrad.svg – Myriam Thyes, gemeinfrei.
- Beve gear schematic.png – Ralf Pfeifer, GFDL / CC BY-SA 3.0.
- Worm Gear.gif – Catsquisher, gemeinfrei.
- Schnecke10.gif – Quant3, CC BY-SA 3.0.
- Backlash.svg – GearHeads / Slashme, CC BY-SA 3.0.
- Micro pitting gear.jpg – G. Lützig, CC BY-SA 3.0.
- Gear Circles.svg – Inductiveload, gemeinfrei.
- Transmission Gear.svg – MovGP0, GFDL / CC BY-SA 3.0.
YouTube-Einbettungen: Die eingebetteten Videos werden nicht kopiert, sondern über den YouTube-Player verlinkt. Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern; Verfügbarkeit und Einbettbarkeit können sich ändern.
- Gears – Animation of types of gear – Mechanical 20hz.
- Bevel Gear Working Animation – Engineering Design.
- Worm Gear animation and components – Mechanical Design Masters.
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