Zum Inhalt springen

Maschinenelemente und Baugruppen – Welle-Nabe-Verbindungen verstehen

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Maschinenelemente und Baugruppen – Welle-Nabe-Verbindungen verstehen

QR-Code


Maschinenelemente und Baugruppen – Welle-Nabe-Verbindungen verstehen

Kurzbeschreibung: Passfeder, Verzahnung, Klemmung und Presssitz in kurzen Lerneinheiten. Du vergleichst die Wirkprinzipien, erkennst typische Fehlerbilder und begründest eine passende Verbindung für einen Ausbildungsfall.

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Mechatronik, Industriemechanik und verwandten Berufen.

Lernziele: Nach dem Kurs kannst Du Welle-Nabe-Verbindungen nach Formschluss und Kraftschluss einordnen, Passfeder, Passverzahnung, Klemmung und Presssitz unterscheiden, typische Schadenshinweise bewerten und eine Verbindung anhand von Belastung, Lösbarkeit, Zentrierung und axialer Beweglichkeit auswählen.

Sicherheitsgrenze dieses Kurses: Die Diagnose- und Montagebeispiele sind Lernsimulationen. Praktische Werkstattarbeiten, Füge- und Demontagearbeiten, Pressvorgänge, Erwärmung oder Arbeiten an Maschinen dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und mit zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.


Einleitung

Eine Welle-Nabe-Verbindung überträgt Drehmoment zwischen einer Welle und einer Nabe, zum Beispiel zwischen Getriebewelle und Zahnrad oder zwischen Welle und Riemenscheibe.

Das Grundprinzip ist schnell erfasst:

Wirkprinzip Typische Verbindung Merksatz
Formschluss Passfeder, Passverzahnung Geometrie verhindert das Verdrehen.
Kraftschluss Klemmung, Presssitz Anpresskraft erzeugt Reibung.

Kurzformel für die Auswahl: Belastung + Lösbarkeit + Zentrierung + Beweglichkeit + Fertigung = geeignete Verbindung.


Ausbildungsfall: Riemenscheibe am Förderband

In einer Ausbildungswerkstatt wird ein ausgebautes Antriebsmodul eines Förderbands untersucht. Die Riemenscheibe sitzt auf einer Welle. Im dokumentierten Störungsbild treten nach häufigen Lastwechseln ein kleines Verdrehspiel und rotbrauner Abrieb am Übergang zwischen Welle und Nabe auf.

Dein Auftrag: Bestimme zuerst das Wirkprinzip der vorhandenen Verbindung. Ordne danach mögliche Fehlerursachen ein und entscheide, welche Verbindung für eine künftige Konstruktion geeignet wäre.

Wichtig: Du arbeitest hier nur mit Bildern, Messwerten und simulierten Befunden. Das reale Öffnen, Fügen, Pressen, Erwärmen oder Betreiben einer Baugruppe ist nicht Bestandteil dieses Kurses.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1 – Wirkprinzip: Suche nach einem Mitnehmerelement oder nach mehreren Zahnflanken. Fehlt ein Formelement, kann die Drehmomentübertragung über Reibung erfolgen.

Hilfe 2 – Fehlerbild: Verdrehspiel deutet auf verlorenen Form- oder Reibschluss hin. Rotbrauner Abrieb kann bei kleinen Relativbewegungen als Passungsrost beziehungsweise Reibrost auftreten.

Hilfe 3 – Auswahl: Muss die Nabe axial verschiebbar sein, ist eine geeignete Verzahnung interessant. Soll sie spielfrei, lösbar und gut zentriert fest sitzen, kann eine Klemm- oder Spannverbindung vorteilhaft sein. Ein Presssitz ist besonders interessant, wenn eine dauerhaft kraftschlüssige Verbindung vorgesehen ist.


Lerneinheit 1: Welle, Nabe und Drehmoment

Dauer: etwa 5 Minuten

Eine Welle überträgt Drehbewegung und Drehmoment. Eine Nabe ist der zentrale Bereich eines auf der Welle sitzenden Bauteils.

Funktionsschema:

Antrieb → Welle → Welle-Nabe-Verbindung → Nabe → Zahnrad / Riemenscheibe

Je größer das zu übertragende Drehmoment, desto stärker werden die Wirkflächen einer Verbindung beansprucht.


Basisaufgabe 1

Aufgabe: Ordne zu: Passfeder und Verzahnung arbeiten überwiegend durch Formschluss; Klemmung und Presssitz arbeiten überwiegend durch Kraftschluss.

Begründetes Feedback: Richtig ist die Zuordnung, weil bei Passfeder und Verzahnung ineinandergreifende Geometrien das relative Verdrehen verhindern. Bei Klemmung und Presssitz entsteht die übertragbare Umfangskraft aus Anpressung und Reibung.


Lerneinheit 2: Passfeder

Dauer: etwa 8 Minuten

Die Passfeder liegt gleichzeitig in einer Nut der Welle und einer Nut der Nabe. Das Drehmoment wird über die seitlichen Flanken übertragen. Die Verbindung ist formschlüssig und meist gut demontierbar.

Achte auf drei Punkte:

  1. Die Passfeder überträgt das Drehmoment über ihre Flanken.
  2. Die Nuten schwächen den Querschnitt und erzeugen eine Kerbwirkung.
  3. Eine axiale Sicherung ist zusätzlich nötig, wenn die Nabe nicht axial wandern darf.

Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere, wo die Kontaktflächen liegen und warum Spiel bei wechselnder Belastung problematisch werden kann.


Basisaufgabe 2

Aufgabe: Ein Zahnrad besitzt eine Nabennut und die Welle eine passende Nut. Welches Verbindungselement fehlt im Schema?

Lösung und Feedback: Die Passfeder fehlt. Erst sie bildet das Zwischenelement, über dessen Flanken das Drehmoment formschlüssig übertragen wird.


Lerneinheit 3: Passverzahnung

Dauer: etwa 7 Minuten

Bei einer Passverzahnung besitzt die Welle mehrere außenliegende Zähne und die Nabe passende Innenzähne. Das Drehmoment wird auf mehrere Zahnflanken verteilt.

Funktionsanimation:

Eine Passverzahnung kann so ausgeführt werden, dass eine axiale Verschiebung möglich bleibt. Das ist beispielsweise für verschiebbare Antriebselemente nützlich. Gleichmäßiger Flankenkontakt verlangt jedoch eine entsprechend genaue Fertigung und Ausrichtung.


Anwendungsaufgabe 1

Situation: Eine Nabe soll während des Betriebs axial verschiebbar bleiben und gleichzeitig Drehmoment übertragen.

Entscheidung: Eine dafür ausgelegte Passverzahnung ist eine naheliegende Lösung.

Begründetes Feedback: Mehrere Zahnflanken übertragen das Drehmoment formschlüssig, während eine geeignete Gleitpassung die axiale Relativbewegung zulassen kann. Ein fester Presssitz würde diese Bewegungsanforderung gerade verhindern.


Lerneinheit 4: Klemmung und Spannsatz

Dauer: etwa 7 Minuten

Bei einer Klemmverbindung erzeugen Schrauben oder konische Spannelemente eine Anpresskraft. Zwischen Welle und Nabe entsteht dadurch Reibschluss.

Schema:

Schraubenvorspannung → radiale Anpressung → Reibkraft → Drehmomentübertragung

Die folgende freie Animation zeigt das verwandte Klemmprinzip einer Spannzange: Eine konische Bewegung erzeugt radiale Klemmung. Sie ist kein Spannsatz einer Nabe, macht aber das mechanische Prinzip der radialen Verspannung sichtbar.

Datei:External thread pull collet action.webm

Diagnosehinweis: Bei Spann- und Klemmverbindungen sind Montagezustand, Oberflächen und Schraubenvorspannung entscheidend. Schmier- und Reinigungsangaben dürfen nicht pauschal angenommen werden, sondern müssen aus der konkreten Hersteller- und Betriebsanweisung stammen.


Anwendungsaufgabe 2

Situation: Eine Nabe soll wiederholt lösbar, spielfrei und gut zentriert auf einer glatten Welle befestigt werden. Eine Passfedernut soll vermieden werden.

Mögliche Lösung: Eine geeignete Klemm- oder Spannsatzverbindung.

Begründetes Feedback: Der Kraftschluss kann über den Umfang wirken, ohne eine Passfedernut in die Welle einzubringen. Ob ein bestimmter Spannsatz die Last wirklich trägt, muss jedoch nach Herstellerangaben und Auslegung nachgewiesen werden.


Lerneinheit 5: Presssitz

Dauer: etwa 8 Minuten

Beim Presssitz ist die Welle vor dem Fügen größer als die zugehörige Nabenbohrung. Dieses Übermaß erzeugt nach dem Fügen eine Flächenpressung. Die daraus entstehende Reibung überträgt Drehmoment und kann auch Axialkräfte übertragen.

Funktionsschema:

Übermaß → elastische Verformung → Fugenpressung → Reibschluss

Zu kleines Übermaß kann die Rutschsicherheit verringern. Zu großes Übermaß kann Fügekräfte und Bauteilbeanspruchung unzulässig erhöhen. Die konkrete Auslegung zylindrischer Pressverbände erfolgt nach den dafür geltenden Berechnungsregeln, unter anderem nach DIN 7190.

Simulation statt Werkstattversuch:

Das ANSYS-Lernvideo zeigt, wie ein Übermaßkontakt numerisch modelliert werden kann. Für die Ausbildung genügt hier die Beobachtung: Übermaß erzeugt Kontaktdruck; Kontaktdruck ermöglicht Reibschluss.


Anwendungsaufgabe 3

Situation: Eine dokumentierte Pressverbindung rutscht trotz Betrieb ohne sichtbaren Bruch.

Prüfreihenfolge in der Lernsimulation: Soll- und Istmaße vergleichen → Passung und Übermaß prüfen → Oberflächen- und Montagevorgaben prüfen → tatsächliche Last mit Auslegung vergleichen.

Begründetes Feedback: Ein Presssitz trägt nicht deshalb sicher, weil die Teile „stramm“ wirken. Entscheidend sind ein nachgewiesenes Übermaß, ausreichende Fugenpressung, realistische Reibbedingungen und die tatsächliche Belastung.


Lerneinheit 6: Fehlerbilder sicher diagnostizieren

Dauer: etwa 10 Minuten

Das Bild zeigt eine durch Tribooxidation beziehungsweise Passungsrost geschädigte Welle. Kleine Relativbewegungen zwischen gefügten Flächen können Materialabrieb und Oxidation begünstigen.

Das zweite Bild zeigt eine beschädigte Nut im Bereich einer Welle. Solche Befunde werden nicht durch „Nachziehen auf Verdacht“ beurteilt, sondern systematisch gegen Zeichnung, Passung, Belastung und Montagevorgaben geprüft.


Sichere Fehlerdiagnose-Simulation A: Passfeder

Befund: Verdrehspiel, angeschlagene Nutflanken, wechselnde Drehrichtung.

Wahrscheinliche technische Hypothese: Flankenspiel und wechselnde Belastung haben Relativbewegungen und Stoßbeanspruchung an den Nutflanken begünstigt.

Sichere nächste Lernhandlung: Mess- und Befunddaten dokumentieren und mit Zeichnung, Toleranzen und Auslegung vergleichen. Keine reale Weiterverwendung oder Nacharbeit ohne Freigabe der zuständigen Fachkraft.

Feedback: Die Hypothese passt zum Wirkprinzip der Passfeder: Wird der formschlüssige Kontakt bei Lastwechseln immer wieder auf die Gegenseite verlagert, können Stöße und Verschleiß zunehmen.


Sichere Fehlerdiagnose-Simulation B: Klemmung

Befund: Keine Nut vorhanden, blanke Schlupfspuren auf dem Wellensitz, Schraubenwerte im Protokoll unklar.

Wahrscheinliche technische Hypothese: Der erforderliche Reibschluss war möglicherweise nicht ausreichend.

Sichere nächste Lernhandlung: Herstellerangaben, Schraubenwerte, Oberflächenzustand und Auslegung prüfen. Nicht eigenmächtig nachziehen.

Feedback: Die Klemmverbindung lebt von definierter Vorspannung und Reibung. Deshalb kann eine Abweichung bei Montage oder Oberflächenzustand die Drehmomentübertragung beeinflussen.


Sichere Fehlerdiagnose-Simulation C: Presssitz

Befund: Zu geringe Einpresskraft wurde dokumentiert; später treten Schlupfspuren auf.

Wahrscheinliche technische Hypothese: Das tatsächliche Übermaß oder die wirksame Fugenpressung könnte zu gering gewesen sein.

Sichere nächste Lernhandlung: Maße, Toleranzfelder, Temperatur- und Montageprotokoll sowie Lasten fachlich prüfen lassen.

Feedback: Eine ungewöhnlich kleine Fügebeanspruchung kann ein Indiz sein, ersetzt aber keine Maß- und Auslegungsprüfung.


Lerneinheit 7: Vier Verbindungen vergleichen

Verbindung Wirkprinzip Lösbarkeit Typische Stärke Typisches Risiko
Passfeder Formschluss gut einfach, verbreitet Kerbwirkung, Flankenspiel
Passverzahnung Formschluss gut mehrere tragende Flanken, axial verschiebbar ausführbar ungleichmäßiger Flankenkontakt bei Fehlern
Klemmung / Spannsatz Kraftschluss meist gut spielfreie, lösbare Verbindung möglich falsche Vorspannung oder Montagebedingungen
Presssitz Kraftschluss je nach Ausführung schwierig hohe Zentrierung ohne Nut möglich falsches Übermaß, hohe Fügebeanspruchung


Transferaufgabe mit gestuften Hilfen

Auftrag: Für einen reversierenden Antrieb soll eine Nabe häufig demontiert werden können. Eine hohe Rundlaufgüte ist wichtig. Begründe eine geeignete Verbindungsart und nenne eine Alternative, falls zusätzlich axiale Verschiebbarkeit gefordert wird.

Hilfe 1: Häufige Demontage spricht gegen eine schwer lösbare Pressverbindung.

Hilfe 2: Hohe Rundlaufgüte und Spielfreiheit sprechen für eine zentrisch wirkende Klemm- oder Spannverbindung.

Hilfe 3: Axiale Verschiebbarkeit bei gleichzeitiger Drehmomentübertragung ist eine klassische Stärke geeigneter Passverzahnungen.

Begründetes Feedback: Für eine feste, häufig lösbare Nabe kann eine passend ausgelegte Klemm- oder Spannsatzverbindung sinnvoll sein. Wird eine definierte axiale Verschiebung gefordert, ist eine dafür ausgelegte Passverzahnung meist die passendere Systemidee. Die endgültige Auswahl benötigt Lasten, Abmessungen, Werkstoffe, Drehzahl, Toleranzen und Hersteller- beziehungsweise Normdaten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Hauptziel hat eine Welle-Nabe-Verbindung im Antriebsstrang? (Drehmoment zwischen Welle und Nabe übertragen) (!Die Welle elektrisch isolieren) (!Die Nabe grundsätzlich axial frei bewegen) (!Die Drehzahl ohne weitere Bauteile ändern)




Welches Wirkprinzip nutzt eine Passfeder hauptsächlich? (Formschluss) (!Stoffschluss) (!Magnetkraft) (!Flüssigkeitsdruck)




Was kennzeichnet eine Passverzahnung? (Mehrere Zahnflanken übertragen das Drehmoment) (!Eine einzige Schraube überträgt das gesamte Drehmoment) (!Die Verbindung funktioniert nur mit Klebstoff) (!Welle und Nabe berühren sich nicht)




Wie entsteht bei einer Klemmverbindung die Drehmomentübertragung? (Durch Anpressung und Reibung) (!Durch Schmelzen der Fügeflächen) (!Durch eine lose Nut) (!Durch einen elektrischen Strom)




Was erzeugt beim Presssitz die Fugenpressung? (Das Übermaß zwischen Welle und Nabenbohrung) (!Eine Passfeder) (!Ein Sicherungsring) (!Eine Verzahnung)




Worauf kann rotbrauner Abrieb an einer Welle-Nabe-Fügefläche hinweisen? (Auf Reibrost durch kleine Relativbewegungen) (!Auf eine elektrische Sicherung) (!Auf eine gewollte Schmierstoffschicht) (!Auf eine vergrößerte Zahnzahl)




Wann darfst Du eine reale Press- oder Montagearbeit im Ausbildungsbetrieb ausführen? (Nach Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht) (!Sobald Du diesen Kurs abgeschlossen hast) (!Wenn das Bauteil klein genug aussieht) (!Wenn Du nur sehr langsam arbeitest)




Welche Verbindung kann gezielt für axiale Verschiebbarkeit bei Drehmomentübertragung ausgelegt werden? (Passverzahnung) (!Starre Schweißverbindung) (!Unlösbarer Klebeverbund) (!Vollständig glatter Los-Sitz ohne Mitnehmer)




Welche Folge kann ein zu kleines Übermaß bei einem Presssitz haben? (Zu geringe Rutschsicherheit) (!Automatisch höhere Fugenpressung) (!Automatisch stärkere Kerbwirkung durch eine Nut) (!Eine größere Zahnzahl)




Warum muss eine Passfedernut bei der Bauteilbewertung berücksichtigt werden? (Sie erzeugt eine Querschnittsschwächung und Kerbwirkung) (!Sie beseitigt alle Spannungsspitzen) (!Sie macht eine axiale Sicherung immer überflüssig) (!Sie wandelt Formschluss in Stoffschluss um)





Memory

Passfeder Formschluss über Seitenflächen
Passverzahnung Vielfachmitnehmer
Spannsatz Reibschluss durch Vorspannung
Presssitz Übermaß
Passungsrost Mikrobewegungen
Axialsicherung Verhindert unerwünschtes Verschieben





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Seitlicher Flankenkontakt Passfeder
Viele Zahnflanken Verzahnung
Schraubenvorspannung Klemmung
Übermaß Presssitz
Rotbrauner Abrieb Passungsrost






Kreuzworträtsel

Passfeder Welches rechteckige Mitnehmerelement sitzt in Wellen- und Nabennut?
Verzahnung Welche Verbindung überträgt Drehmoment über mehrere Zähne?
Spannsatz Welches Element erzeugt durch Vorspannung einen reibschlüssigen Sitz?
Presssitz Welche Verbindung nutzt ein Übermaß zwischen Welle und Bohrung?
Reibrost Wie heißt ein typisches Oxidations- und Verschleißbild bei kleinen Relativbewegungen?
Drehmoment Welche rotatorische Belastungsgröße wird zwischen Welle und Nabe übertragen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Passfeder überträgt Drehmoment hauptsächlich durch

.
Bei einer Passverzahnung tragen mehrere

zur Drehmomentübertragung bei.
Eine Klemmverbindung nutzt die Reibung infolge einer definierten

.
Beim Presssitz entsteht durch das Übermaß eine

.
Kleine Relativbewegungen können an metallischen Fügeflächen

begünstigen.
Eine Passfedernut kann wegen ihrer Geometrie eine

verursachen.
Für eine axial verschiebbare Drehmomentübertragung kann eine geeignete

verwendet werden.
Reale Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher

ausgeführt werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wirkprinzipien erkennen: Fotografiere keine realen Betriebsgeheimnisse, sondern zeichne vier einfache Prinzipskizzen zu Passfeder, Verzahnung, Klemmung und Presssitz.
  2. Fehlerbild beschreiben: Formuliere zu einem Bild von Passungsrost drei Beobachtungen, ohne sofort eine Ursache zu behaupten.
  3. Verbindung vergleichen: Erstelle eine Karte mit je einem Vorteil und einem möglichen Nachteil der vier Verbindungsarten.
  4. Sicherheitsgrenze formulieren: Schreibe in zwei Sätzen, warum ein Onlinekurs keine Arbeitsfreigabe für Press-, Füge- oder Maschinenarbeiten erteilen kann.


Standard

  1. Ausbildungsfall analysieren: Erstelle für den Förderbandfall eine Ursache-Wirkungs-Kette von Verdrehspiel über Relativbewegung bis zum möglichen Verschleiß.
  2. Auswahlmatrix erstellen: Bewerte Passfeder, Verzahnung, Klemmung und Presssitz nach Lösbarkeit, Zentrierung, axialer Beweglichkeit und Fertigungsaufwand.
  3. Diagnoseprotokoll entwickeln: Entwirf ein Formular mit den Feldern Beobachtung, Messwert, Sollwert, Hypothese, Nachweis und Freigabeentscheidung.
  4. Medienanalyse: Vergleiche die freie Keilwellenanimation mit dem Spannsatz-Schema und erkläre, welche Wirkflächen jeweils Drehmoment übertragen.


Schwer

  1. Konstruktionsentscheidung begründen: Wähle für einen reversierenden, häufig zu wartenden Antrieb eine Verbindung und begründe Deine Entscheidung mit mindestens vier Kriterien.
  2. Fehlerdiagnose übertragen: Entwickle zwei unterschiedliche Ursachen, die bei einer kraftschlüssigen Verbindung zu Schlupf führen könnten, und nenne jeweils den nötigen Nachweis.
  3. Toleranzkonzept untersuchen: Recherchiere in freigegebenen Norm- oder Tabellenunterlagen, welche Angaben für die Auslegung eines Pressverbandes benötigt werden. Führe keine reale Montage durch.
  4. Werkstattbeobachtung planen: Plane gemeinsam mit der zuständigen Ausbilderin oder dem zuständigen Ausbilder eine reine Beobachtungsaufgabe an einer freigegebenen Baugruppe. Praktische Arbeiten dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und ausdrücklicher Aufsicht erfolgen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Systemauswahl: Eine Nabe muss häufig demontiert werden, hohe Rundlaufgüte erreichen und darf keine Nut in der Welle benötigen. Vergleiche mindestens zwei Verbindungsarten und begründe Deine Auswahl.
  2. Fehlerdiagnose: Bei einer Passfederverbindung treten nach Lastwechseln Verdrehspiel und blanke Schlagstellen an den Nutflanken auf. Entwickle eine technische Hypothese und nenne zwei Nachweise, die Du vor einer Entscheidung benötigst.
  3. Transfer Presssitz: Erkläre, warum sowohl zu kleines als auch zu großes Übermaß problematisch sein kann, obwohl in beiden Fällen dieselbe Verbindungsart vorliegt.
  4. Transfer Verzahnung: Begründe, warum eine Passverzahnung für axiale Verschiebbarkeit geeignet sein kann und warum trotzdem die Fertigungsgenauigkeit wichtig bleibt.
  5. Sicherheitsentscheidung: Ein Lernender möchte eine Nabe „nur kurz“ mit einer Presse fügen, weil er die Theorie verstanden hat. Begründe fachlich, warum der Kurs dafür keine Freigabe ersetzt.
  6. Schadensbild bewerten: Rotbrauner Abrieb wird an einer Fügefläche entdeckt. Trenne in Deiner Antwort Beobachtung, mögliche Ursache und erforderlichen Nachweis.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. Welle-Nabe-Verbindung als Funktion im Antriebsstrang erklären kannst.
  2. Formschluss und Kraftschluss sicher unterscheiden kannst.
  3. Passfeder, Passverzahnung, Klemmverbindung und Presssitz anhand ihres Wirkprinzips vergleichst.
  4. typische Anforderungen wie Drehmoment, Lösbarkeit, Zentrierung und axiale Beweglichkeit in eine Auswahlentscheidung einbeziehst.
  5. typische Fehlerbilder wie Flankenspiel, Schlupfspuren und Passungsrost nicht nur benennst, sondern mit dem Wirkprinzip verknüpfst.
  6. zwischen Beobachtung, Hypothese und technischem Nachweis unterscheidest.
  7. begründest, warum eine fachgerechte Auslegung Toleranzen, Werkstoffe, Oberflächen, Lasten und Montagevorgaben benötigt.
  8. die Sicherheitsgrenze des Kurses kennst: keine reale Werkstattarbeit ohne Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und zuständige Aufsicht.




Fachliche Quellen

  1. Wikipedia: Welle-Nabe-Verbindung – Überblick zu Wirkprinzipien und Verbindungsarten.
  2. Wikipedia: Passfeder – Aufbau, Funktion und Normbezug der Passfederverbindung.
  3. Wikipedia: Passverzahnung – Vielfach-Mitnehmerverbindung, axiale Beweglichkeit und Profilarten.
  4. Wikipedia: Pressfügen – Grundprinzip mechanischer Pressverbindungen.
  5. FVA-Workbench KnowledgeBase: Pressverbände – Berechnungsgrundlagen und Bezug auf DIN 7190.
  6. Universität Bayreuth: Pressverband-Berechnung – Lehrangebot zur Berechnung von Pressverbänden nach DIN 7190.
  7. Schaeffler Technisches Taschenbuch – technische Übersicht zu Maschinenelementen und Passfederverbindungen.
  8. DGUV: Bildungsbereich Metall – Gefährdungen, Prävention, Unterweisung und Gefährdungsbeurteilung in der beruflichen Bildung.


Medien und Medienrechte

Die folgenden eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien wurden über ihre Dateibeschreibungsseiten geprüft. Bei Bearbeitung oder Weiterverwendung sind die jeweilige Lizenz, Namensnennung und gegebenenfalls Share-Alike-Bedingungen zu beachten.

Medium Urheber Lizenz laut Commons Lernzweck
Welle Nabe Verbindung01.jpg Markus Schweiss CC BY-SA 3.0 / GFDL reales Beispiel einer Welle-Nabe-Verbindung
Nut-Feder-Passfeder.jpg S. Wetzel CC BY-SA 4.0 Passfederprinzip
Spline-shaft.png Silberwolf CC BY-SA 2.5 3D-Darstellung von Keilwelle und Nabe
Spline-shaft section.png Silberwolf CC BY-SA 2.5 Schnittbild der Verzahnung
Cardan-joint spline-shaft 3D animated.gif Silberwolf CC BY-SA 2.5 Funktionsanimation einer Keilwellenverbindung
Spannsatz-2.jpg Ukko-wc CC BY-SA 3.0 / weitere freie Lizenzoptionen Schema eines Spannsatzes
External thread pull collet action.webm Slashme CC BY-SA 4.0 Animation eines radialen Klemmprinzips
Corrosion de contact sur un bout d'arbre 02.jpg Jean-Jacques MILAN CC BY-SA 3.0 / GFDL Passungsrost als Fehlerbild
What-happens-when-your-key(way)-breaks.jpg Petergargano CC BY-SA 3.0 beschädigte Nut als Fehlerbild

YouTube-Hinweis: Die YouTube-Videos werden nur eingebettet und nicht als eigene OER-Dateien übernommen. Die Rechte am jeweiligen Video verbleiben beim jeweiligen Kanal beziehungsweise Rechteinhaber. Verwendet werden verifizierte Links von Andreas Höfler, RINGFEDER POWER TRANSMISSION und ANSYS Education.


OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte