M7 E - Äquivalente Terme untersuchen und begründen

M7 E - Äquivalente Terme untersuchen und begründen
M7 E - Äquivalente Terme untersuchen und begründen
Mini-Beschreibung: Untersuche, wann unterschiedliche Termschreibweisen für alle zulässigen Variablenwerte denselben Wert besitzen. Nutze Wertetabellen, Flächenmodelle und symbolische Umformungen. Finde Gegenbeispiele, wenn Terme nicht äquivalent sind.
Zielgruppe: Klasse 7, Mathematik, Baden-Württemberg, E-Niveau.
Einleitung
Zwei Terme können verschieden aussehen und trotzdem immer denselben Wert liefern.
und sind ein Beispiel.
Die entscheidende Frage lautet nicht: „Stimmen die Terme bei einem Wert überein?“, sondern:
Stimmen sie bei jedem zulässigen Variablenwert überein?

Freies Flächenmodell zum Distributivgesetz, Wikimedia Commons. Lizenz siehe Dateiseite.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du
- äquivalente Terme durch Einsetzen untersuchen.
- Wertetabellen als Test nutzen und ihre Grenzen erklären.
- Terme mit Kommutativgesetz, Assoziativgesetz und Distributivgesetz umformen.
- Äquivalenz mit einem Flächenmodell veranschaulichen.
- Nicht äquivalente Terme durch ein Gegenbeispiel widerlegen.
- mehrschrittige Begründungen nachvollziehbar darstellen.
Vorwissen-Check
1. Setze in ein.
Lösung anzeigen
2. Vereinfache .
Lösung anzeigen
3. Multipliziere aus: .
Lösung anzeigen
Kernidee: Wann sind Terme äquivalent?
Definition: Zwei Terme sind äquivalent, wenn sie für jeden zulässigen Wert ihrer Variablen denselben Termwert besitzen.
bedeutet hier: Beide Terme beschreiben dieselbe Rechenvorschrift.
Wichtig: Viele passende Einsetzwerte sind ein starkes Indiz, aber noch kein allgemeiner Beweis. Ein einziges Gegenbeispiel genügt dagegen, um Äquivalenz zu widerlegen.

Eine Waage kann Gleichheit für eine konkrete Situation darstellen. Für Termäquivalenz musst Du die Aussage für alle zulässigen Werte begründen.
Drei Prüfwege
- Wertetabelle: Prüfe mehrere geschickt gewählte Werte.
- Flächenmodell: Vergleiche zwei Zerlegungen derselben Fläche.
- Symbolische Umformung: Forme mit gültigen Rechengesetzen um. Das liefert eine allgemeine Begründung.
Beispiel 1: Äquivalenz mit drei Darstellungen
Untersuche
und
.
Wertetabelle
Die Werte passen. Das stützt die Vermutung, beweist sie aber noch nicht allgemein.
Flächenmodell
Ein Rechteck mit Höhe und Breite besitzt die Fläche
.
Teilst Du die Breite in und , erhältst Du
.

Symbolische Begründung
| Schritt | Umformung | Begründung |
|---|---|---|
| 1 | Ausgangsterm | |
| 2 | Distributivgesetz | |
| 3 | Produkt berechnen |
Damit gilt die Gleichheit für jeden zulässigen Wert von .
Dynamisches Flächenmodell
Verändere die Werte im Applet. Beobachte, wie Produktform und Summenform dieselbe Gesamtgröße darstellen.
Beispiel 2: Gegenbeispiel finden
Untersuche
und
.
Setze :
Da , sind die Terme nicht äquivalent.
Ein Gegenbeispiel genügt.
Der Fehler in liegt darin, dass der Faktor nicht auf beide Summanden verteilt wurde.
Beispiel 3: Gleichartige Terme zusammenfassen
Untersuche
und
.

Das Bild veranschaulicht das Vertauschungsgesetz bei Addition und Multiplikation.
Schrittweise:
Die erste Umformung nutzt das Kommutativgesetz, die zweite das Zusammenfassen gleichartiger Terme.
Algebra-Plättchen als Modell
Algebra-Plättchen helfen, positive und negative Termbestandteile sichtbar zu machen.

Algebra Tiles, Wikimedia Commons. Lizenz siehe Dateiseite.
Lege zum Beispiel . Ordne danach die fünf -Plättchen zusammen. So wird sichtbar.
Interaktives Termlabor
Verschiebe Zahl- und Termbausteine. Erzeuge verschiedene Schreibweisen derselben Aussage und begründe, warum sie äquivalent sind.
Videoimpuls: Terme umformen
Achte beim Video besonders auf die Reihenfolge Klammern bearbeiten – sortieren – zusammenfassen.
Videoimpuls: Ausklammern als Rückweg
Ausklammern ist die Umkehrung des Ausmultiplizierens.
Interaktive Beispiele mit Hilfestufen
Aufgabe A: Beweise Äquivalenz
Untersuche und .
Hilfestufe 1
Teste zunächst , und .
Hilfestufe 2
Verteile den Faktor auf beide Terme in der Klammer.
Feedback
. Das Distributivgesetz liefert eine allgemeine Begründung.
Aufgabe B: Fasse zusammen
Untersuche und .
Hilfestufe 1
Ordne zuerst die beiden -Terme nebeneinander.
Feedback
. Die Terme sind äquivalent.
Aufgabe C: Widerlege eine falsche Vermutung
Behauptung:
Hilfestufe 1
Suche einen möglichst einfachen Wert für .
Feedback
Für ist links , rechts . Die Behauptung ist widerlegt.
Typische Fehler
| Fehler | Korrektur |
|---|---|
| „Drei gleiche Tabellenwerte beweisen Äquivalenz.“ | Eine Tabelle prüft nur endlich viele Werte. |
| „Ein Gegenbeispiel ist zu wenig.“ | Ein Gegenbeispiel widerlegt eine Allaussage. |
Digitale Ergebnisse kritisch prüfen
Ein digitales Werkzeug kann viele Werte schnell testen. Es ersetzt aber keine allgemeine Begründung.
Prüfe auffällige Ergebnisse mit einem zweiten Verfahren: Wertetabelle, Flächenmodell oder symbolische Umformung.
KI-Ausgaben sind Vermutungen, keine mathematischen Beweise. Kontrolliere jeden Umformungsschritt selbst.
Verwende bei Online-Werkzeugen keine personenbezogenen Daten.
Selbstkontrolle
Entscheide jeweils: äquivalent oder nicht äquivalent?
- und
- und
- und
- und
- und
Lösungen
- äquivalent
- nicht äquivalent, zum Beispiel bei
- äquivalent
- nicht äquivalent, denn
- äquivalent
Transfer: Rechteckmodell
Ein Rechteck hat die Seitenlängen und .
Eine Flächenform lautet
.
Durch Zerlegen erhältst Du
.
Transferfrage: Verändere die feste Seitenlänge und den konstanten Summanden. Formuliere anschließend eine allgemeine Regel für
.
Erwartete Verallgemeinerung
Kompetenzcheck
Prüfe Dich selbst:
- Ich kann eine Wertetabelle korrekt erstellen.
- Ich kann erklären, warum eine Wertetabelle allein kein Beweis ist.
- Ich kann mit Rechengesetzen äquivalente Terme erzeugen.
- Ich kann ein Flächenmodell in einen Term übersetzen.
- Ich kann gezielt ein Gegenbeispiel suchen.
- Ich kann eine mehrschrittige Begründung verständlich dokumentieren.
Reflexion
- Welche Darstellung hilft Dir am meisten: Tabelle, Fläche oder symbolische Umformung?
- Wann ist ein Gegenbeispiel schneller als eine vollständige Umformung?
- Welchen Umformungsschritt musst Du besonders sorgfältig prüfen?
- Wie würdest Du einer anderen Person erklären, warum „bei drei Zahlen gleich“ noch nicht „immer gleich“ bedeutet?
Folgekurs
Weiter geht es mit M7 E - Terme ausmultiplizieren und ausklammern und danach mit M7 E - Lineare Gleichungen mit Äquivalenzumformungen lösen.
Bildungsplanbezug Baden-Württemberg
Dieser aiMOOC konzentriert sich auf das E-Niveau im Bereich „Zahl – Variable – Operation“: Termwerte durch Einsetzen bestimmen, Rechengesetze anwenden, Summen ausmultiplizieren und Faktoren ausklammern. Prozessbezogen stehen Untersuchen, Verallgemeinern, Begründen, Gegenbeispiele und das kritische Prüfen digitaler Ergebnisse im Mittelpunkt.
Bildungsplan Baden-Württemberg – Mathematik Sekundarstufe I
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann sind zwei Terme äquivalent? (Sie haben für jeden zulässigen Variablenwert denselben Wert) (!Sie sehen gleich aus) (!Sie haben bei einem einzigen Wert denselben Wert) (!Sie enthalten dieselbe Variable)
Welcher Term ist zu 4 mal x plus 3 in Klammern äquivalent? (4x plus 12) (!4x plus 3) (!7x) (!12x)
Was genügt, um zwei Terme als nicht äquivalent zu erkennen? (Ein Gegenbeispiel) (!Drei passende Tabellenwerte) (!Eine Zeichnung ohne Rechnung) (!Eine Vermutung)
Welches Rechengesetz erklärt das Ausmultiplizieren einer Klammer? (Distributivgesetz) (!Kommutativgesetz) (!Assoziativgesetz) (!Vertauschung der Vorzeichen)
Welches Termpaar ist nicht äquivalent? (2 mal x plus 3 in Klammern und 2x plus 3) (!5 mal x minus 1 in Klammern und 5x minus 5) (!3x plus 2x und 5x) (!7x plus 14 und 7 mal x plus 2 in Klammern)
Wie vereinfacht man 3x plus 2x minus 4? (5x minus 4) (!5x minus 8) (!6x minus 4) (!x minus 4)
Warum beweist eine Wertetabelle mit wenigen Werten keine Termäquivalenz? (Sie prüft nur endlich viele Variablenwerte) (!Sie darf keine negativen Zahlen enthalten) (!Sie kann keine Variablen enthalten) (!Sie ist nur für Geometrie geeignet)
Wie wird minus x minus 6 in Klammern korrekt aufgelöst? (minus x plus 6) (!minus x minus 6) (!x plus 6) (!x minus 6)
Welche Umformung ist ein Ausklammern? (8x plus 12 wird zu 4 mal 2x plus 3 in Klammern) (!8x plus 12 wird zu 20x) (!8x plus 12 wird zu 8 mal x plus 12 in Klammern) (!8x plus 12 wird zu 96x)
Wie solltest Du ein Ergebnis eines digitalen Algebra-Werkzeugs behandeln? (Mit Rechengesetzen oder einem zweiten Verfahren prüfen) (!Ohne Prüfung übernehmen) (!Nur die letzte Zeile betrachten) (!Als mathematischen Beweis ansehen)
Memory
| Distributivgesetz | Faktor wirkt auf jeden Summanden |
| Wertetabelle | mehrere Einsetzwerte vergleichen |
| Gegenbeispiel | widerlegt eine Allaussage |
| Kommutativgesetz | Reihenfolge von Summanden vertauschen |
| Assoziativgesetz | Klammerung beim Addieren verändern |
| Ausklammern | gemeinsamen Faktor vor die Klammer ziehen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Äquivalenter Term |
|---|---|
Kreuzworträtsel
| Gegenbeispiel | Wie heißt ein einzelner Variablenwert, der eine allgemeine Gleichheitsbehauptung widerlegt? |
| Distributivgesetz | Welches Gesetz nutzt man beim Ausmultiplizieren? |
| Wertetabelle | Welche Darstellung vergleicht Termwerte für mehrere Variablenwerte? |
| Variable | Wie heißt ein Platzhalter wie x? |
| Ausklammern | Wie heißt die Umkehrung des Ausmultiplizierens? |
| Summand | Wie heißt ein Bestandteil einer Summe? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Wertetabellen-Check: Erstelle für zwei selbst gewählte lineare Terme eine Tabelle mit mindestens fünf Werten und formuliere eine Vermutung zur Äquivalenz.
- Flächenmodell zeichnen: Zeichne ein Rechteckmodell zu und beschrifte beide Teilflächen.
- Fehlerkarte: Gestalte eine Karte zum Fehler mit Gegenbeispiel und Korrektur.
- Gegenbeispiel-Suche: Erfinde drei falsche Äquivalenzbehauptungen und finde jeweils einen möglichst einfachen Gegenwert.
Standard
- Term-Domino: Erstelle acht Karten mit vier Paaren äquivalenter Terme. Notiere auf der Rückseite jeweils die Begründung.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video ohne personenbezogene Daten, in dem Du eine Termäquivalenz mit Tabelle und Umformung erklärst.
- GeoGebra-Exploration: Verändere Parameter in einem Termmodell und notiere zwei Vermutungen, die Du anschließend symbolisch prüfst.
- Modellierungsaufgabe: Erfinde eine Rechteck- oder Verpackungssituation, die durch zwei äquivalente Termformen beschrieben werden kann.
Schwer
- Vermutung verallgemeinern: Untersuche mehrere Beispiele zu und formuliere eine allgemeine Aussage mit Begründung.
- Beweisvergleich: Begründe dieselbe Termäquivalenz einmal geometrisch und einmal symbolisch. Vergleiche Stärke und Grenzen der beiden Argumente.
- KI-Prüfung: Lasse ein KI-System drei Termumformungen vorschlagen. Prüfe jeden Schritt selbst, dokumentiere Fehler und ersetze fehlerhafte Aussagen durch gültige Begründungen.
- Eigener Mini-aiMOOC: Entwickle eine kurze Lernstation zu äquivalenten Termen mit Beispiel, Gegenbeispiel, Visualisierung und Selbstkontrolle.


Lernkontrolle
- Begründen statt raten: Eine Person behauptet . Widerlege die Aussage und erkläre präzise, welcher Umformungsschritt falsch ist.
- Darstellungen vernetzen: Erkläre, wie , und ein passendes Rechteckmodell dieselbe Struktur ausdrücken.
- Strategie wählen: Entscheide bei drei selbst gewählten Termpaaren, ob Wertetabelle, Gegenbeispiel oder symbolische Umformung der effizienteste Start ist. Begründe Deine Wahl.
- Rückwärts denken: Finde zwei verschiedene Produktformen zu und erkläre, warum beide zum Ausgangsterm äquivalent sind.
- Digitales Ergebnis prüfen: Ein Algebra-Werkzeug behauptet . Entwickle zwei unabhängige Prüfwege und bewerte das Ergebnis.
- Mehrschrittig modellieren: Entwirf eine zusammengesetzte Rechteckfläche, stelle zwei verschiedene Terme für die Gesamtfläche auf und beweise ihre Äquivalenz.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du
- Termwerte korrekt einsetzt und übersichtlich dokumentierst.
- Wertetabellen sinnvoll nutzt, ohne sie mit einem allgemeinen Beweis zu verwechseln.
- Rechengesetze sicher zum Umformen einsetzt.
- ein Flächenmodell mit einer symbolischen Termform verknüpfen kannst.
- Gegenbeispiele gezielt findest und ihre Bedeutung erklärst.
- mehrschrittige Umformungen begründest.
- digitale oder KI-erzeugte Ergebnisse kritisch kontrollierst.
OERs zum Thema


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