M10 M - Erwartungswert in konkreten Situationen berechnen

M10 M - Erwartungswert in konkreten Situationen berechnen
M10 M - Erwartungswert in konkreten Situationen berechnen
Einleitung
Ein Spiel kann einzelne große Gewinne versprechen und trotzdem langfristig ungünstig sein. Der Erwartungswert hilft Dir, mögliche Werte mit ihren Wahrscheinlichkeiten zu einem aussagekräftigen langfristigen Durchschnitt zu verbinden.
Mini-Beschreibung: Berechne Erwartungswerte aus möglichen Werten und zugehörigen Wahrscheinlichkeiten und erläutere ihre langfristige Bedeutung. Du arbeitest mit Gewinnplänen, Tabellen, Diagrammen und Simulationen.
Niveau: Klasse 10, M-Niveau, Baden-Württemberg. Du rechnest selbstständig, verknüpfst Darstellungen, modellierst Situationen und begründest Dein Vorgehen.

Die Grafik veranschaulicht den Erwartungswert am Beispiel eines idealisierten Würfels.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du
- Zufallsvariablen und ihre möglichen Werte aus einer Situation bestimmen.
- eine Wahrscheinlichkeitsverteilung als Tabelle darstellen.
- einen Gewinnplan zwischen Auszahlung, Einsatz und Nettogewinn unterscheiden.
- den Erwartungswert mit berechnen.
- das Ergebnis mit Einheit und Bezug zur Situation deuten.
- theoretische Erwartungswerte mit Ergebnissen aus Simulationen vergleichen.
- digitale Rechenergebnisse auf Plausibilität prüfen und Rechenwege begründen.
Vorwissen-Check
Für den Erwartungswert brauchst Du vor allem Wahrscheinlichkeiten, Prozentangaben, Dezimalzahlen und Mittelwerte.
Check 1: Wahrscheinlichkeit ergänzen
Ein Zufallsexperiment hat drei mögliche Ergebnisse mit den Wahrscheinlichkeiten , und .
Berechne .
Feedback: . Die Wahrscheinlichkeiten einer vollständigen Verteilung ergeben zusammen .
Check 2: Gewichtetes Mittel
Zwei Werte sind und . Der erste tritt mit Wahrscheinlichkeit auf, der zweite mit .
Berechne das gewichtete Mittel.
Feedback: .
Check 3: Prozent in Dezimalzahl
Wandle in eine Dezimalzahl um.
Feedback: .
Kernidee: Erwartungswert als gewichteter Mittelwert
Eine Zufallsvariable kann die Werte annehmen. Zu jedem Wert gehört eine Wahrscheinlichkeit.
Dabei gilt:
| Schritt | Was Du tust |
|---|---|
| 1 | mögliche Werte festlegen |
| 2 | Wahrscheinlichkeiten zuordnen |
| 3 | jedes Produkt berechnen |
| 4 | alle Produkte addieren |
| 5 | Ergebnis im Kontext deuten |

Eine Wahrscheinlichkeitsverteilung zeigt, welche Werte möglich sind und wie wahrscheinlich sie auftreten.
Interaktives Beispiel 1: Gewinnplan
Ein Spiel kostet 2 €. Es gibt folgende Auszahlungen:
| Auszahlung | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|
| 0 € | |
| 2 € | |
| 6 € |
Für den Gewinnplan gilt: Nettogewinn = Auszahlung minus Einsatz.
| Nettogewinn | ||
|---|---|---|
| € | € | |
| € | € | |
| € | € |
Rechnung:
€
Deutung: Bei sehr vielen Wiederholungen unter gleichen Bedingungen liegt der durchschnittliche Nettogewinn langfristig ungefähr bei € pro Spiel. Das bedeutet nicht, dass bei einem einzelnen Spiel genau € verloren werden.
Hilfestufe 1: Ziehe zuerst den Einsatz von jeder möglichen Auszahlung ab.
Hilfestufe 2: Multipliziere jeden Nettogewinn mit seiner Wahrscheinlichkeit.
Feedback: Ein negativer Erwartungswert beschreibt einen langfristigen durchschnittlichen Verlust für die spielende Person.
Interaktives Beispiel 2: Fehlende Wahrscheinlichkeit und Erwartungswert
Eine Zufallsvariable besitzt folgende Verteilung:
| Wert | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|
Schritt 1: Wahrscheinlichkeit bestimmen
Schritt 2: Erwartungswert berechnen
Denkfrage: Muss als einzelnes Ergebnis vorkommen?
Nein. Ein Erwartungswert muss kein möglicher Einzelwert sein. Er beschreibt einen gewichteten langfristigen Mittelwert.
Langfristige Bedeutung und Simulation
Der Erwartungswert ist kein Versprechen für den nächsten Versuch. Bei vielen unabhängigen Wiederholungen unter gleichbleibenden Bedingungen nähert sich der beobachtete Durchschnitt typischerweise dem theoretischen Erwartungswert an.

Die Grafik zeigt die Verteilung von Mittelwerten aus vielen Würfelwürfen. Mittelwerte vieler Wiederholungen liegen häufig in der Nähe des theoretischen Werts.
Beim Münzwurf stabilisiert sich die relative Häufigkeit bei vielen Versuchen zunehmend in der Nähe der theoretischen Wahrscheinlichkeit. Das unterstützt die langfristige Interpretation von Wahrscheinlichkeitsmodellen.
Mini-Simulation zum Gewinnplan
Nutze Zufallszahlen von 1 bis 10:
| Zufallszahl | Nettogewinn |
|---|---|
| 1 bis 5 | € |
| 6 bis 8 | € |
| 9 bis 10 | € |
Führe zuerst 20, dann 200 und schließlich 2000 simulierte Spiele durch. Berechne jeweils den empirischen Mittelwert mit
Dabei ist die Summe aller simulierten Nettogewinne und die Anzahl der Spiele.
Eine mögliche Simulation könnte beispielsweise so aussehen:
| Anzahl Spiele | beobachteter Mittelwert |
|---|---|
| 20 | € |
| 200 | € |
| 2000 | € |
Wichtig: Eine Simulation muss sich nicht Schritt für Schritt immer weiter annähern. Zufällige Schwankungen bleiben möglich.
Interaktives Beispiel 3: Ein faires Spiel entwerfen
Ein Spiel kostet 3 €. Mit Wahrscheinlichkeit werden 9 € ausgezahlt, sonst 1 €.
Nettogewinne:
€
€
Erwartungswert:
Das Spiel ist im mathematischen Sinn fair, weil der erwartete Nettogewinn € beträgt.
Feedback: Fair bedeutet hier nur . Einzelne Spielverläufe können trotzdem Gewinne oder Verluste enthalten.
Darstellungen verknüpfen
Du solltest zwischen Situation, Tabelle, Rechnung und Deutung wechseln können.
| Darstellung | Leitfrage |
|---|---|
| Situation | Was wird zufällig entschieden? |
| Gewinnplan | Welche Nettowerte sind möglich? |
| Verteilung | Welche Wahrscheinlichkeit gehört zu welchem Wert? |
| Rechnung | Wie entsteht ? |
| Deutung | Was bedeutet der Wert langfristig? |

Typische Fehler
| Fehler | Korrektur |
|---|---|
| Auszahlungen direkt als Gewinne verwenden | zuerst Einsatz abziehen |
| Wahrscheinlichkeiten ergeben nicht | Verteilung prüfen |
| Werte und Wahrscheinlichkeiten falsch zuordnen | jede Tabellenzeile gemeinsam lesen |
| Produkte nicht addieren | alle summieren |
| Erwartungswert als sicheres Einzelergebnis deuten | langfristigen Durchschnitt erklären |
| Einheit weglassen | z. B. € pro Spiel angeben |
Digitale Ergebnisse kritisch prüfen
Bei Tabellenkalkulation, Simulation oder KI gilt:
- Prüfe, ob alle Wahrscheinlichkeiten zusammen ergeben.
- Prüfe, ob Gewinn und Auszahlung korrekt unterschieden wurden.
- Überschlage, ob der Erwartungswert zwischen kleinstem und größtem möglichen Wert liegt.
- Vergleiche Simulation und Theorie, ohne zufällige Abweichungen vorschnell als Fehler zu bewerten.
- Gib keine personenbezogenen Daten in digitale Werkzeuge ein.
- Prüfe KI-Ausgaben rechnerisch und fachlich. Eine KI-Ausgabe ersetzt keinen mathematischen Beweis und keine nachvollziehbare Begründung.
Transfer: Glücksspiel und Entscheidungen

Bei Spielen, Versicherungsmodellen, Qualitätskontrollen oder wirtschaftlichen Entscheidungen können Erwartungswerte helfen, langfristige Durchschnittswerte zu modellieren. Dabei musst Du immer prüfen, ob die angenommene Wahrscheinlichkeitsverteilung zur realen Situation passt.
Modellierungsfrage: Welche Annahmen müssen gelten, damit ein berechneter Erwartungswert sinnvoll auf eine reale Situation übertragen werden kann?
Übungen mit Hilfestufen und Feedback
Übung 1: Drei mögliche Gewinne
Ein Spiel liefert die Nettogewinne €, € und € mit den Wahrscheinlichkeiten , und .
Berechne .
Hilfestufe 1: Bilde drei Produkte.
Hilfestufe 2: , , .
Feedback: €. Langfristig entspricht das einem durchschnittlichen Verlust von etwa 0,30 € pro Spiel.
Übung 2: Fehlender Wert
Ein Spiel hat . Mit Wahrscheinlichkeit beträgt der Nettogewinn €. Mit Wahrscheinlichkeit beträgt er €.
Bestimme .
Hilfestufe 1: Setze die Werte in die Erwartungswertgleichung ein.
Hilfestufe 2: .
Feedback: . Der positive Gewinn muss 6 € betragen, damit der Erwartungswert 0 € ist.
Übung 3: Modell prüfen
Eine App behauptet nach 15 simulierten Spielen mit einem beobachteten Mittelwert von €, ein Spiel mit theoretischem Erwartungswert € sei „langfristig profitabel“.
Hilfestufe: Vergleiche Stichprobengröße, Zufallsschwankung und theoretischen Wert.
Feedback: 15 Versuche sind zu wenig, um aus einem zufällig positiven Mittelwert einen Widerspruch zum theoretischen Erwartungswert abzuleiten. Eine einzelne Simulation beweist keine langfristige Profitabilität.
Selbstkontrolle
Beantworte vor dem Quiz diese vier Fragen ohne Hilfe:
- Kann ich aus Auszahlungen und Einsatz einen Gewinnplan erstellen?
- Kann ich fehlende Wahrscheinlichkeiten ergänzen?
- Kann ich rechnerisch bestimmen?
- Kann ich erklären, warum kein sicheres Einzelergebnis ist?
Wenn Du bei einer Frage unsicher bist, gehe zum passenden Beispiel zurück.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wie berechnest Du den Erwartungswert einer diskreten Zufallsvariablen? (Alle möglichen Werte mit ihren Wahrscheinlichkeiten multiplizieren und die Produkte addieren) (!Alle möglichen Werte ohne Wahrscheinlichkeiten addieren) (!Nur den größten Wert betrachten) (!Alle Wahrscheinlichkeiten miteinander multiplizieren)
Welche Summe müssen die Wahrscheinlichkeiten einer vollständigen Verteilung ergeben? (1) (!0) (!10) (!100)
Ein Spiel hat die Nettogewinne -2 Euro, 0 Euro und 4 Euro mit den Wahrscheinlichkeiten 0,5, 0,3 und 0,2. Wie groß ist der Erwartungswert? (-0,2 Euro) (!0,2 Euro) (!0 Euro) (!2 Euro)
Was beschreibt ein Erwartungswert von -0,2 Euro bei vielen Wiederholungen am besten? (Einen langfristigen durchschnittlichen Verlust von etwa 0,2 Euro pro Spiel) (!Einen sicheren Verlust von genau 0,2 Euro im nächsten Spiel) (!Einen maximalen Verlust von 0,2 Euro) (!Eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 20 Prozent)
Wann ist ein Spiel bezüglich des Nettogewinns mathematisch fair? (Wenn der Erwartungswert 0 ist) (!Wenn jeder Versuch mit Gewinn endet) (!Wenn alle Auszahlungen gleich groß sind) (!Wenn die größte Auszahlung besonders hoch ist)
Wie erhältst Du aus einer Auszahlung den Nettogewinn? (Auszahlung minus Einsatz) (!Auszahlung plus Einsatz) (!Einsatz minus Wahrscheinlichkeit) (!Auszahlung mal Einsatz)
Eine Verteilung hat zwei Ergebnisse. Das erste hat Wahrscheinlichkeit 0,65. Wie groß ist die zweite Wahrscheinlichkeit? (0,35) (!0,65) (!1,65) (!0,25)
Was geschieht bei zwei festen möglichen Werten mit dem Erwartungswert, wenn die Wahrscheinlichkeit des größeren Werts steigt? (Der Erwartungswert verschiebt sich in Richtung des größeren Werts) (!Der Erwartungswert wird immer null) (!Der Erwartungswert bleibt immer unverändert) (!Der Erwartungswert wird automatisch negativ)
Welche Aussage über Simulationen ist richtig? (Ein simulierter Mittelwert kann bei endlich vielen Versuchen vom theoretischen Erwartungswert abweichen) (!Eine Simulation mit zehn Versuchen beweist den Erwartungswert exakt) (!Jede Simulation muss nach jedem weiteren Versuch näher am Erwartungswert liegen) (!Simulationen benötigen keine Wahrscheinlichkeiten)
Wie gehst Du mit einem von einer KI berechneten Erwartungswert sinnvoll um? (Den Rechenweg und die Plausibilität selbst prüfen) (!Das Ergebnis ohne Prüfung übernehmen) (!Nur auf die Anzahl der Nachkommastellen achten) (!Die Wahrscheinlichkeiten ignorieren)
Memory
| Erwartungswert | gewichteter Mittelwert |
| Zufallsvariable | ordnet Zufallsergebnissen Zahlenwerte zu |
| Gewinnplan | Nettogewinne mit Wahrscheinlichkeiten |
| faires Spiel | Erwartungswert des Nettogewinns ist null |
| Simulation | wiederholtes zufälliges Nachbilden |
| relative Häufigkeit | beobachteter Anteil eines Ergebnisses |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Auszahlung | vom Spiel ausgezahlter Betrag |
| Einsatz | vor dem Spiel zu zahlender Betrag |
| Nettogewinn | Auszahlung minus Einsatz |
| Erwartungswert | gewichteter Mittelwert der möglichen Werte |
| empirischer Mittelwert | Durchschnitt der beobachteten oder simulierten Werte |
Kreuzworträtsel
| Gewinnplan | Welche Darstellung listet mögliche Nettogewinne mit ihren Wahrscheinlichkeiten? |
| Mittelwert | Wie heißt der Durchschnitt vieler beobachteter Werte? |
| Simulation | Wie heißt das wiederholte Nachbilden eines Zufallsexperiments? |
| Einsatz | Wie heißt der Betrag, den man vor einem Spiel bezahlt? |
| Auszahlung | Wie heißt der Betrag, den ein Spiel nach dem Ergebnis zahlt? |
| Zufallsvariable | Wie heißt eine Größe, die Zufallsergebnissen Zahlenwerte zuordnet? |
LearningApps
Lückentext
Kompetenzcheck
Bewerte Dich selbst mit „sicher“, „teilweise sicher“ oder „noch üben“.
| Kompetenz | Dein Stand |
|---|---|
| Ich erstelle aus einer Situation eine Wahrscheinlichkeitsverteilung. | |
| Ich unterscheide Auszahlung, Einsatz und Nettogewinn. | |
| Ich berechne nachvollziehbar. | |
| Ich deute Vorzeichen und Einheit im Sachzusammenhang. | |
| Ich vergleiche Theorie und Simulation kritisch. | |
| Ich begründe, ob ein Spiel fair ist. |
Reflexion
- Erwartungswert erklären: Formuliere in zwei Sätzen, was ein Erwartungswert bedeutet und was er nicht bedeutet.
- Modellannahmen prüfen: Nenne zwei Voraussetzungen dafür, dass ein Gewinnplan die reale Situation sinnvoll beschreibt.
- Simulation bewerten: Erkläre, warum eine kleine Simulation vom theoretischen Erwartungswert deutlich abweichen kann.
Offene Aufgaben
Leicht
- Eigener Gewinnplan: Erfinde ein Spiel mit drei möglichen Nettogewinnen und passenden Wahrscheinlichkeiten. Stelle es als Tabelle dar.
- Erwartungswert erklären: Berechne den Erwartungswert Deines Spiels und erläutere ihn in einem kurzen Audiobeitrag oder Text.
- Auszahlung und Gewinn: Erstelle ein Beispiel, bei dem eine positive Auszahlung trotzdem zu einem negativen Nettogewinn führt.
- Mini-Simulation: Simuliere 30 Wiederholungen eines einfachen Spiels mit Würfel, Münze oder Zufallszahlen und berechne den empirischen Mittelwert.
Standard
- Faires Spiel entwickeln: Konstruiere ein Spiel mit mindestens drei möglichen Gewinnen und . Begründe rechnerisch.
- Zwei Spiele vergleichen: Entwickle zwei unterschiedliche Gewinnpläne mit demselben Erwartungswert und vergleiche ihre möglichen Ergebnisse.
- Tabellenkalkulation zur Simulation: Simuliere mindestens 500 Spiele digital, dokumentiere den Mittelwert und vergleiche ihn mit .
- Werbeaussage prüfen: Erfinde oder finde eine sachliche Aussage zu Gewinnchancen und prüfe, welche Informationen für eine Erwartungswertrechnung fehlen.
Schwer
- Unbekannte Wahrscheinlichkeit bestimmen: Entwickle eine Aufgabe, in der ein gewünschter Erwartungswert vorgegeben ist und eine Wahrscheinlichkeit berechnet werden muss.
- Gleicher Erwartungswert anderes Risiko: Entwirf zwei Spiele mit gleichem Erwartungswert, aber deutlich unterschiedlichen möglichen Verlusten und Gewinnen. Erläutere den Unterschied.
- KI-Lösung prüfen: Lass Dir zu einer selbst erstellten Erwartungswertaufgabe einen digitalen Lösungsvorschlag erzeugen. Prüfe jeden Rechenschritt und dokumentiere Fehler oder Unklarheiten, ohne personenbezogene Daten einzugeben.
- Reale Situation modellieren: Wähle eine Alltagssituation mit zufälligen Kosten oder Erträgen. Lege sinnvolle Werte und Wahrscheinlichkeiten fest, berechne den Erwartungswert und diskutiere die Grenzen Deines Modells.


Lernkontrolle
- Modellieren: Ein Veranstalter bietet ein Los für 4 € an. Formuliere selbst einen plausiblen Auszahlungsplan mit drei Auszahlungen, bestimme die Nettogewinne und berechne den Erwartungswert. Begründe, welche Information für die Bewertung besonders wichtig ist.
- Darstellungen verknüpfen: Übersetze einen gegebenen Gewinnplan zuerst in eine Wahrscheinlichkeitsverteilung und dann in eine vollständige Erwartungswertrechnung. Erkläre, welche Information in jeder Darstellung besonders gut sichtbar ist.
- Fehleranalyse: Eine Lösung lautet . Erkläre fachlich, warum dieser Rechenweg für eine Zufallsvariable mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten ungeeignet ist, und verbessere ihn.
- Simulation beurteilen: Zwei Gruppen simulieren dasselbe Spiel je 100-mal und erhalten unterschiedliche Mittelwerte. Erkläre, warum das möglich ist und wie beide Ergebnisse mit dem gleichen theoretischen Erwartungswert vereinbar sein können.
- Transfer: Bestimme für ein selbst gewähltes Spiel den Einsatz, bei dem das Spiel bezüglich des Nettogewinns fair wäre. Stelle eine Gleichung auf und begründe Dein Ergebnis.
- Entscheidung begründen: Zwei Spiele besitzen denselben Erwartungswert, aber unterschiedliche Gewinnverteilungen. Erläutere, warum der Erwartungswert allein nicht jede Entscheidung vollständig beschreibt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du
- eine Situation in eine Zufallsvariable und eine Wahrscheinlichkeitsverteilung übersetzen kannst.
- Werte, Wahrscheinlichkeiten und Einheiten korrekt notierst.
- den Erwartungswert mit vollständigem Rechenweg bestimmst.
- zwischen Auszahlung, Einsatz und Nettogewinn unterscheidest.
- einen Erwartungswert im Sachzusammenhang langfristig deutest.
- ein faires Spiel über begründest.
- Simulationsergebnisse mit dem theoretischen Modell vergleichst.
- digitale oder KI-generierte Ergebnisse kritisch prüfst und mathematisch begründest.
OERs zum Thema
Freie Medien zur Vertiefung

Wahrscheinlichkeitsverteilung eines fairen Würfels; freie Datei auf Wikimedia Commons.

Verteilung der Augensumme zweier Würfel; die unterschiedlichen Balkenhöhen zeigen, dass nicht alle Summen gleich wahrscheinlich sind.
Folgekurs
Als nächster Schritt bietet sich Varianz und Standardabweichung von Zufallsvariablen an. Dort untersuchst Du nicht nur den langfristigen Mittelwert, sondern auch, wie stark mögliche Werte um diesen Mittelwert streuen.
Verknüpfte Lernbereiche
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