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Legierte Stähle und Kupferlegierungen schmieden - Schmied

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Legierte Stähle und Kupferlegierungen schmieden - Schmied




Legierte Stähle und Kupferlegierungen schmieden - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden formst Du einen metallischen Werkstoff durch Druckkräfte plastisch um. Im Handwerk geschieht dies vor allem mit Hammer, Amboss, Zangen und Hilfswerkzeugen; in der industriellen Fertigung kommen außerdem Lufthämmer, Schmiedepressen und Gesenke zum Einsatz. Das Werkstück bleibt beim Schmieden fest. Seine Form, sein Querschnitt und sein innerer Werkstoffzustand verändern sich jedoch gezielt.

Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende im Schmiede- und Metallbereich. Du lernst, wie sich legierte Stähle und schmiedbare Kupferlegierungen beim Erwärmen, Umformen, Abkühlen und Prüfen unterscheiden. Im Mittelpunkt stehen eine sichere Arbeitsplanung, werkstoffgerechte Temperaturführung, typische Schmiedefehler und die fachgerechte Nachbehandlung.

Nicht jede Kupferlegierung und nicht jeder Stahl wird auf dieselbe Weise geschmiedet. Verbindlich sind deshalb immer die Werkstoffbezeichnung, der betriebliche Arbeitsplan, das Werkstoffdatenblatt und die Gefährdungsbeurteilung. Die in diesem Kurs genannten Temperaturbereiche sind Orientierungswerte. Für ein reales Werkstück musst Du die Vorgaben der konkreten Werkstoffsorte einhalten.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Werkstoffauswahl: legierte Stähle und wichtige Kupfer-Knetlegierungen unterscheiden.
  2. Schmiedetemperatur: werkstoffabhängige Erwärmungs- und Umformbereiche fachlich begründen.
  3. Schmiedeverfahren: Freiformschmieden und Gesenkschmieden passenden Aufgaben zuordnen.
  4. Gefüge: Wirkungen von Erwärmung, Umformgrad, Rekristallisation und Abkühlung erklären.
  5. Qualitätssicherung: typische Fehler erkennen und geeignete Prüfverfahren auswählen.
  6. Arbeitsschutz: Gefährdungen durch Hitze, Zunder, Lärm, Quetschstellen und Metallrauche beurteilen.


Grundlagen des Schmiedens

Beim Freiformschmieden geben einfache Werkzeuge die Endform nicht vollständig vor. Der Schmied führt das Werkstück und erzeugt die Form schrittweise, etwa durch Recken, Stauchen, Absetzen, Biegen, Lochen oder Spalten. Beim Gesenkschmieden fließt der Werkstoff dagegen in eine formgebende Gravur. Gesenkschmieden eignet sich besonders für wiederholgenaue Bauteile und größere Stückzahlen.

Die plastische Verformung setzt ein, wenn die im Werkstoff wirkende Spannung seine temperaturabhängige Fließspannung übersteigt. Mit steigender Temperatur sinkt die erforderliche Umformkraft meist deutlich. Gleichzeitig können jedoch Zunderbildung, Entkohlung, Kornwachstum, Oxidation oder örtliches Anschmelzen zunehmen. Ein gutes Schmiedeergebnis entsteht deshalb nicht durch möglichst hohe Temperatur, sondern durch ein kontrolliertes Arbeiten innerhalb des zulässigen Schmiedefensters.

Wichtige Grundoperationen sind:

  1. Recken: Der Querschnitt wird verkleinert und das Werkstück verlängert.
  2. Stauchen: Die Länge wird verkürzt und der Querschnitt vergrößert.
  3. Absetzen: Ein Querschnitt wird an einer festgelegten Stelle verändert.
  4. Biegen: Die Werkstückachse wird gekrümmt.
  5. Lochen: Eine Öffnung wird mit Lochdorn und Lochplatte hergestellt.
  6. Verdrehen: Ein Werkstückbereich wird um seine Längsachse gedreht.
  7. Feuerschweißen: Geeignete Stahloberflächen werden bei hoher Temperatur und unter Druck stoffschlüssig verbunden.


Legierte Stähle

Ein Stahl gilt nach den einschlägigen Werkstoffnormen als legiert, wenn bestimmte festgelegte Grenzgehalte eines oder mehrerer Legierungselemente überschritten werden. Zu den wichtigen Legierungselementen gehören Chrom, Nickel, Molybdän, Mangan, Silizium, Vanadium, Wolfram und Kobalt. Ihre Wirkung hängt nicht nur vom Element, sondern auch von dessen Gehalt, der übrigen Zusammensetzung und der Wärmebehandlung ab.

Chrom kann beispielsweise die Härtbarkeit und bei ausreichendem Gehalt die Korrosionsbeständigkeit erhöhen. Nickel kann Zähigkeit und Durchhärtbarkeit verbessern. Molybdän unterstützt Warmfestigkeit und Anlassbeständigkeit. Vanadium fördert durch geeignete Ausscheidungen eine feine Kornstruktur. Legierte Stähle reagieren deshalb häufig empfindlicher auf falsche Erwärmungs- und Abkühlbedingungen als einfache unlegierte Baustähle.


Erwärmen legierter Stähle

Beim Warmschmieden von Stahl liegt die Arbeitstemperatur häufig ungefähr zwischen 950 °C und 1250 °C. Der genaue Bereich ist jedoch stahlsortenabhängig.[1] Hochlegierte oder rissempfindliche Stähle besitzen oft ein engeres Schmiedefenster. Einige Werkstoffe müssen langsam und stufenweise vorgewärmt werden, damit zwischen Rand und Kern keine zu großen Temperaturunterschiede und Wärmespannungen entstehen.

Vor dem ersten Schlag muss der erforderliche Werkstückquerschnitt ausreichend durchgewärmt sein. Eine nur oberflächlich heiße Stange kann im Kern zu kalt und damit rissgefährdet sein. Zu langes Halten oder Überhitzen kann dagegen Grobkorn, starke Verzunderung, Entkohlung oder Gefügeschädigungen verursachen. Beim Verbrennen des Stahls entstehen Schädigungen an den Korngrenzen, die durch späteres Schmieden nicht zuverlässig beseitigt werden können.

Die Glühfarbe dient nur als grobe Orientierung. Beleuchtung, Oberflächenzustand, Legierungsgehalt und persönliche Wahrnehmung verfälschen den Eindruck. Für reproduzierbare Arbeit verwendest Du ein geeignetes Pyrometer, Temperaturmessstifte oder eine überwachte Ofenregelung.


Umformen und Faserverlauf

Beim Schmieden wird die im Halbzeug vorhandene Guss- und Umformstruktur weiter verändert. Einschlüsse und Seigerungszonen können in Umformrichtung gestreckt werden. Der häufig verwendete Begriff Faserverlauf bezeichnet keine echten Fasern, sondern den gerichteten makroskopischen Strukturverlauf im Werkstoff. Eine bauteilgerecht geführte Umformung kann die Belastbarkeit verbessern, wenn der Verlauf den späteren Kraftlinien folgt.

Der Umformgrad muss ausreichend, aber beherrscht sein. Zu geringe Umformung kann ein grobes oder uneinheitliches Ausgangsgefüge unzureichend verändern. Zu starke örtliche Umformung, ungünstige Radien oder eine zu niedrige Temperatur können Risse und Falten verursachen. Zunder muss vor dem Schließen von Oberflächenfalten entfernt werden, weil eingeschmiedeter Zunder zu Kerben und Trennstellen führen kann.


Abkühlen und Wärmebehandeln

Nach dem Schmieden darf ein legierter Stahl nicht automatisch in Wasser oder Öl abgeschreckt werden. Je nach Härtbarkeit, Querschnitt und Legierungsgehalt könnte eine unkontrollierte Abkühlung Härterisse, hohe Eigenspannungen oder unerwünschtes Martensitgefüge erzeugen. Mögliche Folgeschritte sind langsames Abkühlen, Normalglühen, Weichglühen, Spannungsarmglühen, Vergüten oder eine andere werkstoffspezifische Behandlung.

Eine Wärmebehandlung wird nach Arbeitsplan durchgeführt und dokumentiert. Dabei sind Aufheizgeschwindigkeit, Austenitisierungstemperatur, Haltezeit, Abschreckmedium, Abkühlgeschwindigkeit und Anlasstemperatur wichtige Prozessgrößen. Besonders bei sicherheitsrelevanten Schmiedeteilen müssen Charge, Ofenprotokoll und Prüfergebnisse rückverfolgbar sein.


Kupferlegierungen

Eine Kupferlegierung besitzt Kupfer als Hauptbestandteil. Bedeutende Gruppen sind Kupfer-Zink-Legierungen wie Messing, Kupfer-Zinn-Legierungen wie Zinnbronze, Kupfer-Aluminium-Legierungen, Kupfer-Nickel-Legierungen und Kupfer-Silizium-Legierungen. Für das Schmieden sind vor allem Knetlegierungen vorgesehen. Gusslegierungen sind auf gute Gießbarkeit abgestimmt und können beim Umformen unzureichend duktil sein.

Kupferlegierungen unterscheiden sich stark in Festigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Oxidationsverhalten und Warmumformbarkeit. Reines Kupfer leitet Wärme sehr gut und kühlt an Werkzeugen schnell ab. Viele Kupferlegierungen besitzen einen engen günstigen Temperaturbereich. Deshalb müssen kurze Transportwege, vorgewärmte Werkzeuge und eine zügige Arbeitsfolge geplant werden.


Messing und Sondermessing

Messing ist im Grundsatz eine Kupfer-Zink-Legierung. Je nach Zusammensetzung liegt bei Schmiedetemperatur ein anderes Phasengefüge vor. Kupfer-Zink-Werkstoffe mit geeigneter Alpha-Beta- oder Beta-Struktur können oberhalb von etwa 600 °C sehr gut warmumformbar sein.[2] Eine allgemeine Temperaturangabe für jedes Messing wäre dennoch falsch. Du musst die Werkstoffnummer und das Datenblatt prüfen.

Beim Überhitzen von Messing kann Zink verstärkt oxidieren oder verdampfen. Zinkoxidrauch darf nicht eingeatmet werden, da er unter anderem Metallrauchfieber auslösen kann. Erforderlich sind eine wirksame Absaugung, eine begrenzte Erwärmung und die Einhaltung der betrieblichen Schutzmaßnahmen. Ein Werkstück mit unbekannter Zusammensetzung darf nicht allein aufgrund seiner gelben Farbe als gut schmiedbares Messing beurteilt werden.


Zinnbronzen und weitere Kupfer-Knetlegierungen

Bronze ist keine einzige Werkstoffsorte. Im engeren Sinn bezeichnet Zinnbronze eine Kupfer-Zinn-Legierung. Kupfer-Zinn-Knetlegierungen mit niedrigem Zinngehalt können beispielsweise ungefähr zwischen 700 °C und 800 °C warmumgeformt werden.[3] Mit verändertem Zinngehalt, zusätzlichen Elementen oder anderem Gefügezustand ändert sich die Umformbarkeit.

Aluminiumbronzen können hohe Festigkeit, Verschleißbeständigkeit und Korrosionsbeständigkeit verbinden. Siliziumbronzen sind in geeigneten Sorten gut warm- und kaltumformbar. Kupfer-Nickel-Legierungen werden wegen ihrer Korrosionsbeständigkeit eingesetzt. Für alle Gruppen gilt: Die Eignung zum Schmieden muss über die genaue Knetlegierung bestätigt werden.


Besonderheiten beim Schmieden von Kupferlegierungen

Kupferwerkstoffe geben Wärme schnell an Zange, Amboss und Gesenk ab. Dadurch kann die Oberfläche oder ein dünner Querschnitt rasch unter die günstige Umformtemperatur fallen. Typische Gegenmaßnahmen sind kurze Wege zwischen Ofen und Arbeitsplatz, passende Zangen, vorgewärmte Werkzeuge, kleine Umformschritte und rechtzeitiges Nacherwärmen.

Zu niedrige Temperatur erhöht die Fließspannung und kann Randrisse verursachen. Zu hohe Temperatur kann Grobkorn, starke Oxidation, Zinkverlust oder örtliches Anschmelzen hervorrufen. Bleihaltige, bismuthaltige oder andere besonders zusammengesetzte Kupferwerkstoffe können beim Warmumformen problematisch sein. Unbekannte Altmetalle sind deshalb kein geeigneter Ausgangswerkstoff für qualitätsgesichertes Schmieden.


Arbeitsplanung in der Schmiede

Eine fachgerechte Arbeitsplanung beginnt vor dem Anheizen. Prüfe zunächst Zeichnung, Werkstoffbezeichnung, Halbzeugabmessungen, geforderte Toleranzen und Prüfmerkmale. Lege anschließend Erwärmungsanlage, Schmiedefolge, Werkzeuge, Zangen, Messmittel und Abkühlweg fest.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

  1. Auftragsprüfung: Zeichnung, Stückzahl, Werkstoff und Qualitätsanforderungen klären.
  2. Werkstoffidentifikation: Kennzeichnung, Chargennummer und Zeugnis prüfen.
  3. Materialbedarf: Rohteillänge und Zuschläge für Grat, Zunder oder Bearbeitung berechnen.
  4. Erwärmungsplanung: Ofen, Solltemperatur, Haltezeit und Temperaturkontrolle festlegen.
  5. Werkzeugauswahl: Hammer, Ambossbahn, Gesenk, Fuller, Setzhammer, Dorn und Zange auswählen.
  6. Schmiedefolge: Vorformen, Zwischenwärmen, Fertigformen und Richten planen.
  7. Nachbehandlung: Abkühlung, Wärmebehandlung und Oberflächenreinigung bestimmen.
  8. Prüfung: Maße, Oberfläche, Härte und gegebenenfalls zerstörungsfreie Prüfung festlegen.


Werkzeuge und Maschinen

Handhämmer müssen zur Aufgabe und zur körperlichen Leistungsfähigkeit passen. Hammerbahn und Finne dürfen keine Ausbrüche besitzen. Der Stiel muss fest, trocken und unbeschädigt sein. Schmiedezangen müssen den Werkstückquerschnitt sicher halten; eine ungeeignete Zange kann das heiße Werkstück seitlich auswerfen.

Bei Lufthammer, Federhammer oder Presse sind Werkzeugbefestigung, Schutzbereich, Fußschalter, Not-Halt und Kommunikation zu prüfen. Ober- und Untergesenk müssen richtig ausgerichtet sein. Ein Werkstück darf nicht mit der Hand zwischen bewegte Werkzeuge geführt werden. Beim Arbeiten mit einem Zuschläger werden Kommandos und Schlagfolge vor Beginn eindeutig vereinbart.


Arbeitsschutz und Umweltschutz

Hauptgefährdungen entstehen durch heiße Werkstücke, Funken, Zunder, Quetsch- und Scherstellen, Lärm, Vibrationen, Rauch und schwere Lasten. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören je nach Gefährdungsbeurteilung Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe, geeignete Schutzkleidung und eine Lederschürze. Handschuhe müssen für die Tätigkeit geeignet sein; an Maschinen mit Einzugsgefahr können sie selbst eine zusätzliche Gefährdung darstellen.

Arbeitsflächen müssen trocken, frei und gut beleuchtet sein. Ein abgelegtes heißes Werkstück ist eindeutig zu kennzeichnen. Wasser auf sehr heißen Flächen kann schlagartig verdampfen und heißen Zunder oder Metallteilchen fortschleudern. Brennbare Stoffe gehören nicht in den Funkenflugbereich.

Bei Brennöfen und beim Erwärmen von Kupfer-Zink-Legierungen ist für ausreichende Lüftung und gegebenenfalls lokale Absaugung zu sorgen. Zunder, Schleifstaub und Metallreste werden sortenrein gesammelt, soweit dies betrieblich möglich ist. Werkstoffverwechslungen im Rücklauf müssen verhindert werden.


Typische Schmiedefehler und ihre Ursachen

  1. Rissbildung: mögliche Ursachen sind zu niedrige Temperatur, zu hohe Umformgeschwindigkeit, scharfe Übergänge oder ungeeigneter Werkstoff.
  2. Faltenbildung: Material wird ungünstig umgelegt und nicht stoffschlüssig verbunden.
  3. Eingeschmiedeter Zunder: Oxidschichten werden in die Oberfläche gedrückt.
  4. Unterfüllung: Beim Gesenkschmieden füllt der Werkstoff die Gravur nicht vollständig.
  5. Versatz: Ober- und Untergesenk oder Werkstück und Werkzeug sind nicht korrekt ausgerichtet.
  6. Grobkorn: zu hohe Temperatur oder zu lange Haltezeit können das Kornwachstum fördern.
  7. Überhitzung: Gefüge und Eigenschaften verschlechtern sich durch unzulässig hohe Temperatur.
  8. Anschmelzung: örtlich wird die Solidustemperatur überschritten; das Bauteil ist meist nicht mehr verwendbar.
  9. Maßabweichung: falscher Materialeinsatz, ungleichmäßiges Erwärmen oder fehlerhafte Schmiedefolge.
  10. Werkstoffverwechslung: unzureichende Kennzeichnung oder fehlende Chargentrennung.


Prüfung geschmiedeter Bauteile

Nach dem Reinigen erfolgt zunächst die Sichtprüfung. Achte auf Risse, Falten, Überlappungen, Druckstellen, unvollständig ausgeformte Bereiche und auffällige Verfärbungen. Maße werden mit geeigneten Lehren, Messschiebern, Bügelmessschrauben oder Schablonen geprüft.

Für oberflächenoffene Fehler eignet sich bei Stahl und Kupferlegierungen die Farbeindringprüfung. Bei ferromagnetischen Stählen kann die Magnetpulverprüfung verwendet werden. Die Ultraschallprüfung dient bei geeigneter Geometrie zur Suche nach inneren Fehlern. Härteprüfung, Gefügeuntersuchung und chemische Analyse ergänzen die Prüfung, wenn Zeichnung oder Qualitätsplan dies verlangen.


Vergleich: legierter Stahl und Kupferlegierung

Merkmal Legierter Stahl Schmiedbare Kupferlegierung
Werkstoffgruppe Eisenbasiswerkstoff mit gezielten Legierungselementen Kupferbasiswerkstoff, beispielsweise Messing oder Zinnbronze
Geeignete Ausgangsform Stahlhalbzeug oder vorgeschmiedeter Rohling ausgewiesene Kupfer-Knetlegierung
Typische Warmumformung häufig etwa 950 °C bis 1250 °C, sortenabhängig häufig etwa 600 °C bis 900 °C, stark sortenabhängig
Wärmeleitung meist geringer als bei Kupferwerkstoffen häufig hoch, daher schnelles Abkühlen am Werkzeug
Oberfläche Zunder und mögliche Entkohlung Oxidation, bei Messing möglicher Zinkverlust
Kritischer Fehler Überhitzung, Verbrennen, Härteriss Warmriss, Anschmelzung, Legierungselementverlust
Nachbehandlung oft Normalisieren, Glühen oder Vergüten je nach Sorte Glühen, Rekristallisieren oder Aushärten
Prüfverfahren Sicht-, Maß-, Härte-, Magnetpulver- oder Ultraschallprüfung Sicht-, Maß-, Härte- und Farbeindringprüfung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet das Schmieden als Fertigungsverfahren? (Druckumformen eines festen metallischen Werkstücks) (!Aufschmelzen eines Werkstücks in einer Gießform) (!Abtragen von Spänen mit einer Schneide) (!Verbinden zweier Bleche durch Klebstoff)




Welche Kupferwerkstoffe sind grundsätzlich für das Schmieden vorgesehen? (Ausgewiesene Kupfer-Knetlegierungen) (!Beliebige Kupfer-Gusslegierungen) (!Unbekannte Altmetallmischungen) (!Ausschließlich reines Elektrolytkupfer)




Warum werden manche hochlegierten Stähle langsam vorgewärmt? (Um schädliche Temperaturunterschiede und Wärmespannungen zu begrenzen) (!Um den Werkstoff vollständig zu verflüssigen) (!Um die elektrische Leitfähigkeit stark zu erhöhen) (!Um jede Zunderbildung sicher auszuschließen)




Welche zusätzliche Gefährdung kann beim Überhitzen von Messing entstehen? (Zinkoxidhaltiger Metallrauch) (!Freisetzung von Wasserdampf aus dem Legierungsgefüge) (!Bildung von radioaktivem Staub) (!Entstehung von reinem Sauerstoff)




Welcher Fehler wird durch eine zu niedrige Schmiedetemperatur begünstigt? (Rissbildung) (!Vollständiges Aufschmelzen) (!Unbegrenztes Kornwachstum) (!Verdampfen des gesamten Kupfers)




Was beschreibt der Begriff Faserverlauf bei einem Schmiedestück? (Den gerichteten makroskopischen Strukturverlauf) (!Eingelagerte Textilfasern im Stahl) (!Die Richtung der Ofenflamme) (!Die Anordnung der Hammerstiele)




Welches Hilfsmittel ermöglicht eine objektivere Temperaturkontrolle? (Pyrometer) (!Glühfarbe allein) (!Klangprobe am kalten Amboss) (!Schätzung nach der Werkstücklänge)




Wie wird ein legierter Stahl nach dem Schmieden richtig abgekühlt? (Nach Werkstoffdatenblatt und Arbeitsplan) (!Grundsätzlich sofort in Wasser) (!Immer unter einem Drucklufthammer) (!Ausschließlich durch Einlegen in Säure)




Welches Prüfverfahren ist für oberflächenoffene Risse an Kupferlegierungen geeignet? (Farbeindringprüfung) (!Magnetpulverprüfung ohne ferromagnetischen Werkstoff) (!Funkenprobe am fertigen Bauteil) (!Sichtprüfung durch eine geschlossene Verpackung)




Welche Reihenfolge ist für eine sichere Schmiedearbeit sinnvoll? (Werkstoff prüfen, erwärmen, umformen, nachbehandeln und prüfen) (!Umformen, Werkstoff bestimmen, Zeichnung lesen und erwärmen) (!Abschrecken, schmelzen, prüfen und kennzeichnen) (!Prüfen, entsorgen, erwärmen und Werkstoff verwechseln)





Memory

Chrom Kann Härtbarkeit und Korrosionsbeständigkeit erhöhen
Molybdän Unterstützt Warmfestigkeit und Anlassbeständigkeit
Messing Kupfer-Zink-Legierung
Zinnbronze Kupfer-Zinn-Legierung
Rekristallisation Bildung neuer verformungsarmer Körner
Zunder Oxidschicht auf erhitztem Stahl





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Recken Werkstück verlängern und Querschnitt verkleinern
Stauchen Werkstück verkürzen und Querschnitt vergrößern
Gesenkschmieden Umformen in einer formgebenden Gravur
Pyrometer Berührungslose Temperaturmessung
Farbeindringprüfung Nachweis oberflächenoffener Fehler
Knetlegierung Für plastische Umformung geeignete Legierung




...


Kreuzworträtsel

Austenit Wie heißt ein wichtiges Hochtemperaturgefüge vieler Stähle?
Messing Welche Kupfer-Zink-Legierung wird häufig warmumgeformt?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf erhitztem Stahl?
Pyrometer Welches Gerät misst die Temperatur berührungslos?
Rekristallisation Wie heißt die Neubildung verformungsarmer Körner?
Gesenkschmieden Welches Schmiedeverfahren nutzt eine formgebende Gravur?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Beim Schmieden wird ein fester metallischer Werkstoff durch

plastisch umgeformt.
Für das Schmieden von Kupferwerkstoffen werden geeignete

ausgewählt.
Die zulässige Arbeitstemperatur richtet sich nach der genauen

.
Ein objektives Gerät zur Temperaturkontrolle ist das

.
Beim Erwärmen von Stahl kann sich an der Oberfläche

bilden.
Messing besteht im Grundsatz aus Kupfer und

.
Zu niedrige Umformtemperaturen können die Bildung von

begünstigen.
Die Abkühlung legierter Stähle erfolgt nach dem betrieblichen

.
Oberflächenoffene Fehler an Kupferlegierungen können durch die

nachgewiesen werden.
Eine vollständige Chargenkennzeichnung unterstützt die

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkstoffsteckbrief: Erstelle einen Steckbrief für einen legierten Stahl und eine schmiedbare Kupferlegierung. Nenne Zusammensetzung, Eigenschaften und typische Verwendung.
  2. Werkzeugkunde: Fotografiere oder skizziere fünf Schmiedewerkzeuge und beschreibe ihre sichere Verwendung.
  3. Gefährdungscheck: Untersuche einen Schmiedearbeitsplatz und kennzeichne Hitze-, Quetsch-, Lärm- und Stolpergefahren.
  4. Fehlerkarten: Gestalte Lernkarten zu Riss, Falte, Zunder, Unterfüllung und Grobkorn.


Standard

  1. Schmiedefolge planen: Plane die Herstellung eines einfachen Hakens aus einem vorgegebenen legierten Stahl und begründe jeden Arbeitsschritt.
  2. Temperaturvergleich: Vergleiche die Schmiedefenster eines legierten Stahls, eines Warmformmessings und einer Zinnbronze anhand verlässlicher Werkstoffdatenblätter.
  3. Prüfplan: Entwickle einen Prüfplan für ein sicherheitsrelevantes Schmiedeteil mit Sicht-, Maß- und Rissprüfung.
  4. Betriebsinterview: Befrage eine Fachkraft dazu, wie Werkstoffverwechslungen, Überhitzung und fehlerhafte Abkühlung im Betrieb vermieden werden.


Schwer

  1. Prozessanalyse: Analysiere einen realen oder gefilmten Schmiedeprozess und ordne Erwärmen, Vorformen, Fertigformen, Abkühlen und Prüfen den jeweiligen Qualitätsrisiken zu.
  2. Versuchsplanung: Entwickle unter fachlicher Aufsicht einen Versuch, mit dem sich der Einfluss zweier Umformtemperaturen auf Oberfläche und Kraftbedarf vergleichen lässt.
  3. Fehlerursachenanalyse: Bearbeite einen Fall mit Rissen nach dem Schmieden und erstelle ein Ursache-Wirkungs-Diagramm zu Werkstoff, Temperatur, Geometrie, Werkzeug und Abkühlung.
  4. Ausbildungsfilm: Produziere ein kurzes Lehrvideo, das die Unterschiede beim Schmieden eines legierten Stahls und einer Kupfer-Knetlegierung fachsprachlich korrekt erklärt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkstoffentscheidung: Ein Bauteil soll korrosionsbeständig, zäh und warmumformbar sein. Vergleiche einen legierten Stahl mit einer Aluminiumbronze und begründe, welche weiteren Angaben vor der Werkstoffentscheidung fehlen.
  2. Temperaturabweichung: Erläutere die möglichen Folgen, wenn ein hochlegierter Stahl außen deutlich heißer als im Kern geschmiedet wird.
  3. Prozessübertragung: Übertrage die Schmiedefolge eines einfachen Stahlhakens auf ein Bauteil aus Warmformmessing. Nenne mindestens vier notwendige Anpassungen.
  4. Qualitätsproblem: An einem Gesenkschmiedeteil treten Falten und eingeschmiedeter Zunder auf. Entwickle begründete Korrekturmaßnahmen.
  5. Sicherheitsbewertung: Beurteile einen Arbeitsplatz, an dem Messing ohne Absaugung überhitzt und das Werkstück mit einer schlecht passenden Zange geführt wird.
  6. Prüfstrategie: Wähle für ein ferromagnetisches Stahlteil und ein Bauteil aus Kupferlegierung jeweils geeignete Verfahren zur Rissprüfung und begründe die Auswahl.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. legierte Stähle, Kupfer-Knetlegierungen und ungeeignete Gusslegierungen unterscheiden kannst.
  2. werkstoffabhängige Schmiedetemperaturen nicht pauschalisierst, sondern aus verlässlichen Unterlagen ableitest.
  3. eine vollständige Schmiedefolge vom Halbzeug bis zur Endprüfung planst.
  4. typische Fehlerbilder mit möglichen Ursachen und Abhilfemaßnahmen verknüpfst.
  5. geeignete Werkzeuge, Messmittel und Prüfverfahren fachgerecht auswählst.
  6. Arbeitsschutzmaßnahmen für Hitze, Lärm, Quetschstellen, Zunder und Metallrauch begründest.
  7. Fachbegriffe wie Fließspannung, Rekristallisation, Faserverlauf, Austenitisieren und Knetlegierung korrekt verwendest.
  8. Ergebnisse nachvollziehbar dokumentierst und die Rückverfolgbarkeit der Werkstoffcharge sicherstellst.




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