Land- und Baumaschinentechnik – Mobile Abgasnachbehandlung beurteilen
Land- und Baumaschinentechnik – Mobile Abgasnachbehandlung beurteilen
Zielgruppe: Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker bzw. zur Land- und Baumaschinenmechatronikerin
Schwerpunkte: Abgasnachbehandlung, Lastprofil, Dieselpartikelfilter, SCR-Katalysator und Wartung
Lernzeit: etwa 60–90 Minuten einschließlich Aufgaben
Lernziel: Du kannst die Funktion einer mobilen Abgasnachbehandlung erklären, ein Lastprofil auswerten, Wartungsbedarf einschätzen und eine fachlich begründete Übergabe an qualifiziertes Fachpersonal vorbereiten.
Lernprinzip: Kurze Lerneinheiten – Bilder und Videos – Ausbildungsfall – gestufte Hilfen – begründetes Feedback.
Einleitung
Ein Dieselmotor eines Baggers, Radladers oder Traktors arbeitet oft unter wechselnden Belastungen. Das beeinflusst die Abgastemperatur und damit die Abgasnachbehandlung.

Beispiel einer mobilen Arbeitsmaschine. Das Foto zeigt nicht die fiktive Fallmaschine; aus dem Foto darf keine bestimmte Abgasnachbehandlung abgeleitet werden.
Deine Leitfrage: Warum kann eine Maschine trotz funktionierender Abgasnachbehandlung Hinweise zur Filterbeladung anzeigen?
Sicherheit und Ausbildungsgrenzen
Dieser Kurs ist eine theoretische Ausbildung und keine Arbeits- oder Reparaturanweisung.
- Arbeitssicherheit: Heiße Abgasanlagen, hohe Abgastemperaturen und Abgase können erhebliche Gefahren verursachen.
- Fachpersonal: Regenerationen, Messungen am laufenden Motor, Demontage, Reparaturen und sicherheitsrelevante Fahrzeugarbeiten bleiben qualifiziertem und entsprechend befugtem Fachpersonal vorbehalten.
- Herstellerangaben: Betriebsanleitung, Serviceinformationen, Warnhinweise und maschinenspezifische Verfahren sind verbindlich zu prüfen.
- Hochvoltsystem und Rückhaltesystem: Keine Arbeiten oder Eingriffe im Rahmen dieses Lernkurses.
- Fahrfreigabe: Der Kurs erteilt weder eine Zulassungs-, Reparatur-, Betriebs- noch eine Fahrfreigabe.
Alle Fallwerte sind didaktisch erfunden. Aufgaben werden ausschließlich anhand bereitgestellter Informationen, Bilder und fiktiver Daten bearbeitet.
Lerneinheit 1 – Baugruppen erkennen
Dauer: etwa 8 Minuten
Dieseloxidationskatalysator – DOC
Der Dieseloxidationskatalysator (DOC) unterstützt die Oxidation von Kohlenmonoxid und unverbrannten Kohlenwasserstoffen. Er kann auch die Bedingungen für nachgeschaltete Systeme beeinflussen.
Dieselpartikelfilter – DPF
Der Dieselrußpartikelfilter (DPF) hält Rußpartikel aus dem Abgas zurück.
Merke: Ruß kann unter geeigneten Bedingungen oxidiert werden. Nicht brennbare Asche bleibt zurück.
Selektive katalytische Reduktion – SCR
Ein SCR-Katalysator reduziert Stickoxide (NOx). Dazu wird bei geeigneten Betriebsbedingungen eine Harnstofflösung dosiert, aus der Ammoniak für die katalytische Reaktion entsteht.

Prinzipskizze eines Abgasstrangs mit Oxidationskatalysator und SCR. Ein DPF ist in dieser Zeichnung nicht dargestellt. Die Anordnung unterscheidet sich je nach Maschine.

Beispiel eines kombinierten DPF-/SCR-Systems aus dem Nutzfahrzeugbereich. Es dient der Bauteilerkennung, nicht als Einbauanweisung für Baumaschinen.
Prozessvideo: SCR-Technik von Perkins Engines
Beobachtungsauftrag: Welche Rolle übernehmen Harnstofflösung und SCR-Katalysator?
Kurzfeedback: Die Harnstofflösung liefert unter geeigneten Bedingungen das Reduktionsmittel. Die Stickoxide werden am SCR-Katalysator überwiegend zu Stickstoff und Wasser umgesetzt. Die Dosierung ist temperatur- und systemabhängig.
Lerneinheit 2 – DPF-Regeneration verstehen
Dauer: etwa 10 Minuten
Schnittmodell eines Pkw-Dieselmotors mit DPF. Die grundlegende Filterfunktion lässt sich erkennen; Bauform und Anordnung sind nicht auf jede Land- oder Baumaschine übertragbar.
Detailansicht eines Dieselpartikelfilters.
Passive und aktive Regeneration
Passive Regeneration: Ruß wird bei passenden Abgasbedingungen während des Betriebs oxidiert.
Aktive Regeneration: Das Motormanagement kann, abhängig vom System, zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Abgastemperatur veranlassen.
Wichtig: Nicht jedes System reagiert gleich. Manche Systeme können auch bei geringer Motorlast die erforderlichen Bedingungen herstellen.

Ein genormtes Symbol im Zusammenhang mit erhöhter Abgassystemtemperatur bzw. DPF-Regeneration. Die konkrete Anzeige- und Warnlogik steht in der Herstellerdokumentation.
Prozessvideo: DPF-Regeneration von Perkins Engines
Prozessvideo: Aktive Regeneration bei John-Deere-Radladern
Medienauftrag: Vergleiche die beschriebenen Regenerationsarten. Welche Aussagen gelten nur für das jeweilige Herstellersystem?
Begründetes Feedback: Die Videos zeigen unterschiedliche technische Lösungen. Aussagen zur automatischen Regeneration oder zur Fortsetzung des Betriebs dürfen nicht ungeprüft auf andere Maschinen übertragen werden.
Ruß ist nicht Asche
| Ruß | Asche |
|---|---|
| Entsteht bei der Verbrennung. | Entsteht unter anderem aus nicht brennbaren Rückständen. |
| Kann durch Regeneration oxidiert werden. | Wird durch normale Regeneration nicht entfernt. |
| Beladung wird durch Regeneration reduziert. | Kann je nach System eine fachgerechte Reinigung oder einen Austausch erforderlich machen. |
Merksatz: Eine erfolgreiche Rußregeneration ist nicht gleichbedeutend mit einem aschefreien Filter.
Lerneinheit 3 – Lastprofil beurteilen
Dauer: etwa 10 Minuten
Das Lastprofil beschreibt, wie stark und wie lange ein Motor belastet wird.
| Betriebsphase | Möglicher Einfluss |
|---|---|
| Langer Leerlauf | Häufig geringe Abgastemperatur |
| Geringe Arbeitslast | Oft begrenzter Wärmeeintrag in die Abgasanlage |
| Mittlere Arbeitslast | Häufig höherer Wärmeeintrag |
| Hohe Arbeitslast | Meist höhere Abgastemperaturen |
Beurteilung: Häufiger Leerlauf und geringe Last können eine passive DPF-Regeneration erschweren. Ob die Maschine zusätzliche Temperaturmaßnahmen einleitet, hängt vom konkreten System ab.

Beispielhafter Temperatur- und Beladungsverlauf bei der Regeneration eines älteren Pkw-Diesels. Die Kurven und Betriebsstrategien sind keine Grenzwerte für Baumaschinen.
Wichtige Diagnosedaten
| Information | Bedeutung für die Beurteilung |
|---|---|
| Motorlast und Drehzahl | Beschreiben die Einsatzbedingungen. |
| Abgastemperatur | Hilft, thermische Regenerationsbedingungen einzuordnen. |
| DPF-Differenzdruck | Kann Hinweise auf Strömungswiderstand liefern; Vergleiche benötigen ähnliche Betriebsbedingungen. |
| Ruß- und Aschebeladungsanzeige | Muss nach dem jeweiligen Herstellerverfahren interpretiert werden. |
| Fehlermeldungen | Erfordern eine Prüfung der zugehörigen Herstellerinformationen. |
| Regenerationshistorie | Hilft, unvollständige oder ungewöhnliche Abläufe einzuordnen. |
Merke: Ein einzelner Messwert oder eine Displaymeldung reicht normalerweise nicht für eine sichere Fehlerdiagnose.
Lerneinheit 4 – Wartung beurteilen
Dauer: etwa 10 Minuten
DPF-Wartung
Bei manchen Systemen ist eine fachgerechte DPF-Reinigung oder ein Austausch erforderlich. Maßgeblich sind der Motortyp, die Laufzeit, die Herstellerangaben und die tatsächliche Systembewertung.
Keine Eigenreinigung: Ausgebaute Filter können gesundheitsgefährdende Rückstände enthalten. Reinigung und Entsorgung benötigen geeignete Fachverfahren.
SCR und AdBlue

Beispiel eines geöffneten AdBlue-Tanks mit Pumpe und Heizung. Nur als Anschauungsbild; keine Aufforderung zum Öffnen.

Einbau-Beispiel aus dem Nutzfahrzeugbereich.

Symbol zur Kennzeichnung von Diesel Exhaust Fluid (DEF) beziehungsweise SCR-Betriebsflüssigkeit.
AdBlue ist eine Harnstofflösung aus 32,5 Prozent Harnstoff und 67,5 Prozent demineralisiertem Wasser. Die Qualität muss der ISO 22241 entsprechen.
Für die Wartungsbeurteilung wichtig: Füllstand, Flüssigkeitsqualität, Lagerung, Dosiersystem, Sensorik und Fehlermeldungen.
Sicherheitsregel: Keine Flüssigkeiten vermischen, keine nicht freigegebenen Zusätze verwenden und keine Dosierleitungen oder unter Druck stehenden Systeme im Rahmen dieses Kurses öffnen.
Ausbildungsfall – Bagger mit DPF-Hinweis
Fiktiver Auftrag: In einer Werkstatt wird ein Mobilbagger mit Dieselmotor und dokumentierter DOC-/DPF-/SCR-Ausstattung zur Beurteilung angemeldet.
Die Maschinenführerin berichtet von längeren Leerlaufzeiten und einer wiederkehrenden Meldung zur Filterbeladung.
Die Auszubildenden erhalten ein vorbereitetes Betriebsprotokoll. An der Maschine selbst werden keine Arbeiten durchgeführt.
Betriebsdaten des Ausbildungsfalls
Fiktiver Beobachtungszeitraum: fünf Arbeitstage mit 32 Betriebsstunden.
| Betriebsart | Dauer | Beobachtung |
|---|---|---|
| Leerlauf | 17 Stunden | Häufiges Warten zwischen kurzen Arbeitsabschnitten |
| Geringe hydraulische Last | 11 Stunden | Leichte Planier- und Positionierarbeiten |
| Mittlere bis höhere Arbeitslast | 4 Stunden | Kürzere Phasen intensiver Erdbewegung |
| Displayprotokoll | Wiederkehrender Hinweis | Filterbeladung erhöht; genauer Meldungstext und Fehlercode noch zu prüfen |
Zusätzliche Informationen:
Die letzten Wartungsunterlagen sind unvollständig. Eine dokumentierte Bestätigung einer abgeschlossenen Regeneration liegt nicht vor. Angaben zu DPF-Differenzdruck, Abgastemperatur und Systemfehlern fehlen.
Auftrag: Beurteile die Situation. Trenne gesicherte Beobachtungen, mögliche Erklärungen und noch notwendige Informationen.
Basisaufgabe – Lastprofil auswerten
Aufgabe: Bestimme die Leerlaufquote und erkläre, weshalb sie für den DPF relevant sein kann.
Hilfe 1: Vergleiche die 17 Leerlaufstunden mit den insgesamt 32 Betriebsstunden.
Hilfe 2: Teile 17 durch 32 und multipliziere mit 100. Überlege anschließend, wie geringe Last die Abgastemperatur beeinflussen kann.
Begründetes Feedback: Die Leerlaufquote beträgt 53,125 Prozent, gerundet etwa 53 Prozent. Das kann ungünstige Bedingungen für passive Regeneration erklären. Es beweist aber keinen DPF-Defekt, weil das konkrete System möglicherweise aktiv die Abgastemperatur anhebt.
Anwendungsaufgabe – Daten für die Beurteilung auswählen
Aufgabe: Wähle drei zusätzliche Informationen aus, die Du von qualifiziertem Fachpersonal oder aus vorhandenen Unterlagen anfordern würdest. Begründe jede Auswahl.
Hilfe 1: Suche nach Informationen zu Temperatur, Filterbeladung, Sensorik und Regenerationshistorie.
Hilfe 2: Frage Dich bei jeder Information: Welche mögliche Erklärung kann ich damit bestätigen, eingrenzen oder verwerfen?
Begründetes Feedback: Geeignet sind beispielsweise herstellerbezogene Fehlercodes, Abgastemperaturverläufe und eine dokumentierte Regenerationshistorie. Auch ein unter vergleichbaren Betriebsbedingungen erfasster Differenzdruck kann helfen. Keiner dieser Datenpunkte sollte isoliert als Reparaturentscheidung verwendet werden.
Transferaufgabe – Werkstattentscheidung begründen
Aufgabe: Ein Kollege schlägt vor, die Maschine sofort einer Standregeneration zu unterziehen. Beurteile diesen Vorschlag fachlich und sicherheitsbezogen.
Hilfe 1: Welche Fehlerursachen sind bisher noch nicht ausgeschlossen?
Hilfe 2: Prüfe, ob Herstellervorgaben, Freigabevoraussetzungen, Temperatur- und Brandschutz sowie mögliche Sperrbedingungen bekannt sind.
Begründetes Feedback: Eine sofortige Standregeneration lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht rechtfertigen. Zuerst sind Herstellerinformationen und die bisher unbekannten Systemdaten durch befugtes Fachpersonal auszuwerten. Eine Regeneration könnte bei bestimmten Fehlern unzulässig oder gefährlich sein. Der Lernkurs erteilt ausdrücklich keine Regenerations- oder Betriebsfreigabe.
Muster einer fachlichen Übergabe
Beobachtung: Etwa 53 Prozent Leerlaufanteil; wiederkehrender Hinweis zur DPF-Beladung.
Hypothese: Das Lastprofil könnte ungünstige passive Regenerationsbedingungen begünstigen.
Weitere Möglichkeiten: Unvollständige Regeneration, Sensorfehler, erhöhte Aschebeladung oder weitere motorische beziehungsweise abgasseitige Ursachen.
Fehlende Nachweise: Maschinenspezifische Fehlermeldungen, Wartungshistorie, Regenerationsdaten und geeignete Diagnosewerte.
Übergabe: Weitere Prüfung durch qualifiziertes Fachpersonal gemäß Herstellerunterlagen. Keine eigenständige Regeneration, Reparatur oder Freigabe.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Hauptaufgabe hat der DOC? (Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe oxidieren) (!Ruß dauerhaft speichern) (!Harnstofflösung bevorraten) (!Hydrauliköl filtern)
Welche Hauptaufgabe hat der DPF? (Rußpartikel aus dem Abgas zurückhalten) (!Stickstoff aus der Umgebungsluft entfernen) (!Dieselkraftstoff speichern) (!Hydraulikdruck regeln)
Welcher Schadstoff wird durch SCR besonders reduziert? (Stickoxide) (!Hydraulikölnebel) (!Bremsstaub) (!Wasserdampf)
Was ist AdBlue? (Eine normgerechte wässrige Harnstofflösung) (!Ein Zusatz für das Motoröl) (!Ein Dieselersatzkraftstoff) (!Ein Hydraulikreiniger)
Welcher Rückstand wird bei der normalen DPF-Regeneration nicht abgebrannt? (Asche) (!Oxidierbarer Ruß) (!Ein Teil der Kohlenstoffablagerungen) (!Brennbare Rußpartikel)
Wie kann häufige geringe Motorlast die passive Regeneration beeinflussen? (Sie kann ungünstige Abgastemperaturen verursachen) (!Sie entfernt sämtliche Ascherückstände) (!Sie verhindert jede Form aktiver Regeneration) (!Sie ersetzt die Wartung vollständig)
Wann lassen sich DPF-Differenzdruckwerte besonders sinnvoll vergleichen? (Unter ähnlichen Betriebsbedingungen) (!Unabhängig vom Abgasstrom) (!Nur anhand der Motorfarbe) (!Ausschließlich nach dem Kalender)
Wie wird eine Meldung zur erhöhten Filterbeladung fachlich beurteilt? (Mit weiteren Systemdaten und Herstellerinformationen) (!Allein aus der Betriebsstundenzahl) (!Immer als sicherer Sensordefekt) (!Grundsätzlich als normaler Zustand)
Wer darf eine sicherheitsrelevante Regenerationsmaßnahme an einer realen Maschine beurteilen und gegebenenfalls freigeben? (Entsprechend befugtes Fachpersonal nach Herstellervorgaben) (!Jede Person nach diesem Quiz) (!Jeder Lernende ohne Einweisung) (!Ausschließlich der Maschinenverkäufer unabhängig von seiner Qualifikation)
Welche Aussage über diesen Lernkurs ist richtig? (Er vermittelt eine theoretische Beurteilung ohne Betriebsfreigabe) (!Er ersetzt das Werkstatthandbuch) (!Er erteilt die Zulassung einer Maschine) (!Er erlaubt eigenständige Reparaturen)
Memory
Ordne jeweils die Baugruppe oder den Fachbegriff seiner Funktion zu.
| DOC | Oxidation von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen |
| DPF | Rückhaltung von Rußpartikeln |
| SCR | Katalytische Reduktion von Stickoxiden |
| AdBlue | Genormte wässrige Harnstofflösung |
| Differenzdrucksensor | Erfassung einer Druckdifferenz |
| Lastprofil | Verlauf der Motorbelastung über die Zeit |
| Asche | Nicht brennbarer Filterrückstand |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Passive Regeneration | Rußoxidation bei geeigneten Betriebsbedingungen |
| Aktive Regeneration | Zusätzliche Maßnahmen zur Temperaturerhöhung |
| Aschebeladung | Nicht durch normale Regeneration abbaubarer Rückstand |
| Langer Leerlauf | Häufig geringer Wärmeeintrag in den Abgasstrang |
| Wartungsentscheidung | Beurteilung anhand der Herstellervorgaben |
Kreuzworträtsel
| Regeneration | Wie heißt der Vorgang, bei dem eingelagerter Ruß im DPF oxidiert wird? |
| Asche | Welcher nicht brennbare Rückstand kann im DPF verbleiben? |
| Leerlauf | Wie heißt der Motorbetrieb ohne nennenswerte abgegebene Arbeitsleistung? |
| Katalysator | Welches Bauteil ermöglicht die katalytische Umwandlung von Stickoxiden? |
| AdBlue | Wie heißt die bekannte Harnstofflösung für SCR-Systeme? |
| Differenzdruck | Wie heißt der Druckunterschied zwischen zwei Messstellen? |
LearningApps
Hier kannst Du nach ergänzenden Lernübungen suchen. Die Suchergebnisse sind externe Angebote und müssen fachlich gesondert überprüft werden.
Lückentext
Offene Aufgaben
Alle Aufgaben können mit Lernmaterial, Dokumenten, digitalen Zeichnungen und fiktiven Datensätzen bearbeitet werden. Es sind keine Eingriffe an realen Maschinen erforderlich.
Leicht
- Abgasnachbehandlung: Gestalte eine einfache Zeichnung mit DOC, DPF und SCR. Kennzeichne die jeweilige Hauptfunktion.
- Dieselpartikelfilter: Erstelle zwei Lernkarten, die den Unterschied zwischen Ruß und Asche erklären.
- Lastprofil: Zeichne ein Balkendiagramm mit den drei Betriebsarten des Ausbildungsfalls.
- SCR-Katalysator: Verfasse eine kurze Bilderklärung zum Zusammenhang zwischen AdBlue und Stickoxidreduzierung.
Standard
- Regeneration: Erstelle einen Vergleich zwischen passiver und aktiver Regeneration und ergänze die jeweiligen Systemabhängigkeiten.
- Wartung: Entwickle anhand von Herstellerquellen eine Dokumenten-Checkliste zur Beurteilung eines DPF-Hinweises.
- Diagnose: Gestalte ein Informationsblatt, das erklärt, warum ein einzelner Differenzdruckwert nicht ausreicht.
- Berufskommunikation: Schreibe ein sachliches Übergabeprotokoll zum fiktiven Mobilbaggerfall.
Schwer
- Fehleranalyse: Erstelle ein Entscheidungsdiagramm mit möglichen Ursachen einer erhöhten Filterbeladung und kennzeichne offene Prüffragen.
- Arbeitsorganisation: Vergleiche zwei fiktive Einsatzprofile und entwickle einen Vorschlag für die Dokumentation des Maschinenbetriebs.
- Technikbewertung: Recherchiere zwei herstellerseitig dokumentierte Regenerationsstrategien und bewerte ihre Unterschiede, ohne daraus allgemeine Bedienanweisungen abzuleiten.
- Medienkompetenz: Produziere ein kurzes Erklärvideo über die Grenzen einer rein datenbasierten DPF-Beurteilung. Verwende ausschließlich eigene oder rechtmäßig lizenzierte Materialien.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben schriftlich. Begründe Deine Aussagen mit technischen Zusammenhängen und geeigneten Quellen.
- Systemverständnis: Erkläre, weshalb ein erhöhtes Rußbeladungssignal nicht automatisch beweist, dass der DPF beschädigt ist.
- Lastprofilanalyse: Vergleiche einen Bagger mit überwiegendem Leerlauf und einen Bagger mit längeren Arbeitsphasen. Welche Unterschiede erwartest Du und welche Unsicherheiten bleiben?
- Diagnosebewertung: Begründe, warum der Differenzdruck nicht ohne Berücksichtigung des Abgasstroms interpretiert werden sollte.
- Wartungsstrategie: Erkläre, warum ein Ascheproblem nicht einfach durch zusätzliche Rußregeneration gelöst werden kann.
- Sicherheitsbewertung: Ein Arbeitsauftrag lautet nur „DPF voll – Regeneration starten“. Begründe, warum dieser Auftrag fachlich unzureichend ist.
- Transfer: Entwickle eine sichere Informations- und Übergabekette für eine bislang unbekannte Landmaschine mit SCR-Warnmeldung.
Beurteilungsmaßstab: Zusammenhänge richtig erklärt, Beobachtungen von Vermutungen getrennt, Informationslücken erkannt, Herstellerabhängigkeit berücksichtigt und Sicherheitsgrenzen eingehalten.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis besteht aus einer kurzen schriftlichen Fallauswertung mit einer Skizze oder Grafik.
Wesentlich sind:
- Abgastechnik: Die Aufgaben von DOC, DPF und SCR sind fachlich korrekt dargestellt.
- Regeneration: Passive und aktive Regeneration sowie die Grenzen der Übertragbarkeit sind erklärt.
- Lastprofil: Die Betriebsstunden wurden korrekt ausgewertet und interpretiert.
- Wartung: Ruß und Asche werden eindeutig unterschieden.
- Diagnose: Mindestens drei zusätzliche Informationsbedarfe sind begründet.
- Arbeitssicherheit: Unzulässige oder nicht freigegebene praktische Maßnahmen werden ausdrücklich ausgeschlossen.
- Dokumentation: Eine sachliche Übergabe an qualifiziertes Fachpersonal liegt vor.
- Quellenkompetenz: Herstellerinformationen und Bildquellen sind nachvollziehbar benannt.
Erfolgreich bearbeitet: Du kannst erklären, welche Schlussfolgerungen die Fallinformationen zulassen, welche nicht und warum die fachliche Entscheidung eine qualifizierte Prüfung voraussetzt.
Keine Fahr- oder Reparaturfreigabe durch den Lernnachweis.
OERs zum Thema
Wikipedia
Ergänzende Artikel:
Fachlich geprüfte Quellen
Die folgenden Primärquellen wurden zur inhaltlichen Prüfung herangezogen:
- EU-Recht: Verordnung (EU) 2016/1628 zu Emissionsanforderungen für Motoren nicht für den Straßenverkehr bestimmter mobiler Maschinen. Die einschlägige Emissionsklasse und technische Ausführung sind maschinenabhängig.
- Perkins Engines: Emissions Technology – Überblick über DOC, DPF und SCR.
- Perkins Engines: Diesel Oxidation Catalyst – Funktion des DOC.
- Perkins Engines: Diesel Exhaust Fluid – Zusammensetzung, Qualität und Lagerung der Harnstofflösung.
- Perkins Engines: Cleaning Your Particulate Filter – Asche, Wartung und fachgerechte Filterreinigung.
- DEUTZ AG: DPF-Serviceprogramm – professionelle Reinigung und Austausch.
- Caterpillar: Diesel Regeneration – Unterschiede zwischen Regenerationssystemen und Lastanforderungen.
Quellenhinweis: Herstellerinformationen gelten jeweils für die dort beschriebenen Produkte. Aus einem anderen Motortyp oder einer anderen Maschine dürfen keine Wartungsintervalle, Grenzwerte oder Arbeitsfreigaben übernommen werden.
Bildquellen und Medienrechte
Die folgenden Dateien wurden auf Wikimedia Commons mit nachvollziehbaren Lizenzangaben gefunden:
| Medium | Urheber / Lizenz |
|---|---|
| Baggerfoto | Cjp24, CC BY-SA 3.0 |
| SCR-Prinzipskizze | Hastdutoene, CC BY-SA 3.0 |
| Kombinierte Abgasnachbehandlung | z22, CC BY-SA 3.0 |
| Motor-Schnittmodell | Hatsukari715, gemeinfrei laut Commons |
| DPF-Detailbild | Hatsukari715, gemeinfrei laut Commons |
| DPF-Symbol | Mrmw, CC0 |
| Regenerationsdiagramm | DooMMeeR, CC BY-SA 3.0 |
| AdBlue-Tank innen | Cschirp, CC BY-SA 3.0 |
| AdBlue-Tank am Fahrzeug | KaiBorgeest, CC BY-SA 4.0 |
| SCR-Betriebsflüssigkeitssymbol | Mrmw, CC0 |
Lizenzhinweis: Bei einer Weiterverwendung sind die Bedingungen der jeweiligen Dateilizenz einschließlich gegebenenfalls notwendiger Urheber- und Lizenznennung sowie Share-Alike-Pflichten einzuhalten.
Videos: Die eingebundenen Originalvideos stammen von Perkins Engines und John Deere. Sie werden über YouTube eingebettet und nicht als frei lizenzierte OER ausgegeben. Eine freie Nachnutzung oder Bearbeitung ist daraus nicht ableitbar. Die Videos erklären Herstellerlösungen, ersetzen aber keine technische Schulung am konkreten Gerät.
Didaktischer Mediencheck: Pkw- und Nutzfahrzeugabbildungen dienen nur zur Erklärung allgemeiner Funktionen. Sie bilden weder die genaue Ausstattung noch herstellerspezifische Betriebsdaten des fiktiven Baggers ab.
Verknüpfte Lernbereiche
Zusammenfassung
DOC: Oxidiert insbesondere Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe.
DPF: Hält Partikel zurück; Ruß kann regeneriert werden, Asche nicht.
SCR: Reduziert Stickoxide mithilfe eines aus Harnstofflösung gebildeten Reduktionsmittels.
Lastprofil: Beeinflusst Abgastemperaturen und Regenerationsbedingungen.
Wartung: Ist abhängig von Bauart, Zustand und Herstellerangaben.
Beurteilung: Erfordert mehrere passende Daten und eine klare Trennung von Beobachtung und Hypothese.
Sicherheit: Keine eigenständige Regeneration, Reparatur oder Fahrfreigabe durch diesen Kurs.
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