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Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Inventuren vorbereiten und auswerten

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Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Inventuren vorbereiten und auswerten

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Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Inventuren vorbereiten und auswerten

Zielgruppe: Ausbildung Fachlagerist/-in und Fachkraft für Lagerlogistik · Dauer: fünf Lerneinheiten à 10–15 Minuten plus Praxisprojekt · Lernziel: Du planst eine Zählung, berechnest Abweichungen, klärst Ursachen und begründest eine Korrektur.

Wichtig: Alle Personen, Artikelnummern, Beträge, Zeiten, betrieblichen Vorgaben und Geschäftsvorfälle des Übungsfalls sind fiktiv. Gesetzesangaben beziehen sich auf Deutschland (Prüfstand 11.10.2026). Abbildungen zeigen Beispiele aus realen, nicht mit dem fiktiven Betrieb verbundenen Umgebungen.


Einleitung

Dein Auftrag: Im fiktiven „Modellbetrieb M17“ stimmt der Lagerbestand nicht mit dem System überein. Du übernimmst mit der erfundenen Auszubildenden Lea und der erfundenen Teamleitung Karim die Inventur eines kleinen Ersatzteilausschnitts.

Lernweg: Vorbereiten → Zählen → Vergleichen → Klären → Freigeben → Verbessern.

Eine Inventur ist die Bestandsaufnahme; das Inventar ist das daraus erstellte Verzeichnis nach Art, Menge und Wert. Materialfluss bedeutet: Jede Warenbewegung verändert den Bestand oder dessen Ort und muss nachvollziehbar erfasst werden.


Lerneinheit 1: Inventur vorbereiten (10 Minuten)

Merkkarte: Lagerplätze kennzeichnen, Artikel und Einheiten prüfen, Fremdbestände gesondert ausweisen, Zählteams einteilen und sichere Zugänge schaffen. Zählzeitpunkt und Warenbewegungen müssen eindeutig abgegrenzt sein.

Modellvorgabe: Zählstichtag 09.10.2026, 08:00 Uhr. Im Zählbereich erfolgen bis zur Freigabe keine ungeklärten Ein- oder Auslagerungen. Unvermeidbare Bewegungen werden mit Zeitstempel gesondert protokolliert. Das ist eine betriebliche Übungsregel, keine allgemein vorgeschriebene vollständige Inventurmethode.

Bildauftrag – Basis: Zeige, welche Information Du vor dem Zählen auf einem Stellplatzetikett suchst und weshalb eine geschlossene Verpackung nicht automatisch eine geprüfte Stückzahl enthält.

Gesprächsmedium 1 – Rollendialog (fiktives Skript, zu zweit vorlesen oder selbst aufnehmen):

Rolle Aussage
Lea „Im Regal liegen zwei Kartons. Ich trage einfach 20 Stück ein.“
Karim „Wie viele Stück enthält jeder Karton laut geprüftem Inhalt?“
Lea „Das weiß ich noch nicht. Ich prüfe zuerst die Einheit und die Packmenge.“

Feedback: Richtig ist das Prüfen der Mengenangabe und gegebenenfalls des Inhalts. Kartons zählen ist nicht dasselbe wie Stück zählen. Pack- und Lagereinheit dürfen nicht verwechselt werden.


Lerneinheit 2: Sicher und richtig zählen (10 Minuten)

Kurzregel: Artikelnummer und Lagerort prüfen, Menge in der richtigen Einheit aufnehmen und vor der Freigabe unabhängig kontrollieren. Ein Barcode oder QR-Code identifiziert Daten; er zählt nicht automatisch den Inhalt einer Kiste. Das QR-Bild ist ein technisches Beispiel und kein Etikett des Modellbetriebs.

Zählbeleg – betrieblicher Musterstandard:

Feld Fiktiver Eintrag
Zählzeitpunkt 09.10.2026, 08:00 Uhr
Lagerort R-02-F-03
Artikel A-101, Dichtungsring
Einheit Stück
Menge 116
Status Erstzählung, Kontrolle offen
Dokumentation Teamkennung Z1, Korrekturen nachvollziehbar

Hinweis: Diese Felder bilden einen sinnvollen Übungsbeleg, keinen vollständigen gesetzlich festgelegten Pflichtfeldkatalog. Die prüfbare Aufnahme nach Art, Menge und Wert ist wesentlich.

Anwendung: Im Fach liegen 8 Tüten mit je 12 Ringen und 20 einzelne Ringe. Wie viele Stück erfasst Du?

Feedback: 8 × 12 + 20 = 116 Stück. Wäre „Tüten“ statt „Stück“ als Einheit gespeichert, wäre der Vergleich falsch.


Lerneinheit 3: Differenzen berechnen (15 Minuten)

Formelkarte: Mengendifferenz = Istbestand − Buchbestand. Wertdifferenz = Mengendifferenz × angenommener Netto-Einzelwert. Differenzquote = Mengendifferenz ÷ Buchbestand × 100 % (nur bei Buchbestand ungleich null).

Fallakte M17: Erste Zählung. Alle Zahlen sind erfunden. Die Einzelwerte sind vereinfachte Netto-Modellwerte ohne Anschaffungsnebenkosten und Wertminderungen; sie sind keine verbindlichen Bilanzansätze.

Artikel Buchbestand Erstzählung Netto-Wert je Stück Mengendifferenz Wertdifferenz
A-101 Dichtungsring 120 116 2,50 € −4 −10,00 €
B-205 Filtereinsatz 48 52 18,00 € +4 +72,00 €
C-310 Kugellager 30 27 34,00 € −3 −102,00 €
D-420 Schraubensatz 200 200 1,20 € 0 0,00 €
E-510 Sensor 16 15 125,00 € −1 −125,00 €
Summe −165,00 €

Basisfall: Prüfe die Zeile A-101 und ermittle zusätzlich die Differenzquote bezogen auf den Buchbestand.

Feedback: 116 − 120 = −4 Stück; −4 × 2,50 € = −10,00 €; −4 ÷ 120 × 100 = −3,33 % (gerundet). Das Minus zeigt eine Fehlmenge, beweist aber noch keinen Verlust oder Diebstahl.

Wichtig: Positive und negative Positionen nicht ohne Ursachenprüfung gegeneinander „verrechnen“. Die −165,00 € sind zunächst ungeklärte Brutto-Abweichungen saldiert, keine freigegebene Abschlusskorrektur.


Lerneinheit 4: Ursachen klären (15 Minuten)

Prüfpfad: Nachzählen → Lagerorte und Einheiten prüfen → Zeitgrenze und Belege prüfen → Ursache dokumentieren → Korrektur freigeben lassen.

Gesprächsmedium 2 – Reklamationsgespräch (fiktives Skript):

Rolle Aussage
Karim „Vier Filter mehr – können wir die einfach als Gewinn verbuchen?“
Lea „Nein. Ich prüfe den Wareneingang und den Buchungszeitpunkt.“
Karim „Und die drei fehlenden Kugellager?“
Lea „Ich suche auch in der Qualitätsprüfzone und lasse nachzählen.“

Anwendungsfall: Die Prüfung ergibt folgende fiktiven, belegten Tatsachen:

Artikel Prüfergebnis Konsequenz
B-205 Vier Filter vor 08:00 Uhr eingegangen; Wareneingangsbeleg vorhanden, Buchung offen Eingang periodengerecht nacherfassen; Buchbestand 52
C-310 Drei Kugellager in der Qualitätsprüfzone gefunden; sie gehören zum aufgenommenen eigenen Bestand Kontrollzählung insgesamt 30; Verfügbarkeit und Bestandsmenge getrennt betrachten
E-510 Ein Sensor vor 08:00 Uhr für Reparatur entnommen; unterschriebener Entnahmebeleg liegt vor Entnahme ordnungsgemäß nachbuchen; Buchbestand 15
A-101 Zweitzählung bestätigt 116 Stück; kein passender Beleg auffindbar Restdifferenz −4 Stück bleibt offen; Freigabe erforderlich
D-420 Stückzahl bestätigt Keine Maßnahme

Kontrollrechnung:

Artikel Geprüfter Buchbestand Geprüfter Istbestand Restwertdifferenz
A-101 120 116 −10,00 €
B-205 52 52 0,00 €
C-310 30 30 0,00 €
D-420 200 200 0,00 €
E-510 15 15 0,00 €
Gesamt −10,00 €

Feedback: Die ursprünglichen −165,00 € werden nach belegter Klärung zu −10,00 € Restabweichung. Nur dafür ist im Modellbetrieb eine genehmigte Bestandskorrektur vorgesehen. Vorher müssen Zuständigkeit, Buchungsgrund und Änderungsprotokoll dokumentiert sein. Die Wertfrage bei beschädigter Ware wäre separat zu prüfen.

Gesprächsaufgabe – Transfer: Spiele ein 60-Sekunden-Übergabegespräch: Du berichtest der Leitung, was feststeht, was vermutet wird und was noch freizugeben ist.

Feedback: Eine belastbare Übergabe trennt Beleg, Annahme und Entscheidung. Eine nicht belegte Schuldzuweisung ist weder fachlich noch fair.


Lerneinheit 5: Zähltechnik und Kosten vergleichen (15 Minuten)

Produktvergleich: Vergleiche Papierzählliste, mobiles Barcode-Terminal und RFID-Handgerät. Die Technikbilder veranschaulichen Grundprinzipien, keine konkreten Kaufangebote. RFID funktioniert nur mit geeigneten Transpondern, Lesegeräten und Datenprozessen.

Kaufmännischer Modellfall: Ein Zählteam kostet im Übungsbetrieb rechnerisch 25,00 € je Personenstunde. Alle Preise und Zeiten sind frei erfunden, netto und ohne Einführung, Schulung, Abschreibung oder Schnittstellenkosten.

Option Fiktive Geräte-/Materialkosten Personenstunden Fiktive Gesamtkosten Eignung
Papierliste 12,00 € 4,0 112,00 € Wenige Positionen, höhere Übertragungsarbeit
Barcode-Terminal 45,00 € 2,5 107,50 € Eindeutige Codes und Systemanbindung nötig
RFID-Handgerät 160,00 € 1,0 185,00 € Nur bei vollständig geeigneter Kennzeichnung sinnvoll

Rechenweg: Kosten = Material-/Gerätebetrag + Personenstunden × 25,00 €. Die billigste modellierte Option ist das Barcode-Terminal mit 107,50 €. Der Vorsprung vor Papier beträgt 4,50 €; er ist kein allgemeiner Marktpreisvorteil.

Produktvergleich 2 – Kennzeichnung: Eine einfache Textetikette ist günstig, aber für schnelles Scannen ungeeignet. Ein Barcode-/QR-Etikett ist maschinenlesbar, braucht Sichtkontakt. Ein RFID-Transponder kann ohne direkten Sichtkontakt gelesen werden, erfordert jedoch Technik und saubere Zuordnung. Entscheide nach Prozess, nicht nach dem Bild.

Transferfall: Wenn 200 Positionen häufig inventiert werden, wäre eine andere Technik sinnvoll als für 10 selten geprüfte Artikel. Begründe Deine Wahl mit Gesamtaufwand, Fehlerwahrscheinlichkeit, Einführung und Nutzen.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfestufe 1 – Orientierung: Trenne gezählte Menge, Systemmenge und Eigentum. Frage: War eine Bewegung zum Stichtag schon erfolgt?

Hilfestufe 2 – Vorgehen: Rechne zuerst Ist minus Buch. Prüfe danach Lieferschein, Entnahmebeleg, Qualitätsprüfzone und Zweitzählung.

Hilfestufe 3 – Kontrolle: Anfangswertdifferenz −165,00 €; durch dokumentierte Klärung verbleiben −10,00 €. Prüfe jede Position einzeln, statt die Summe blind zu buchen.


Recht, Steuern und Dokumentation – geprüft am 11.10.2026

Handelsrecht: Inventur und Inventar richten sich insbesondere nach § 240 HGB. § 241 HGB gestattet unter Voraussetzungen vereinfachte Verfahren; eine Stichtagszählung ist nicht ausnahmslos die einzige zulässige Methode. Für bestimmte Einzelkaufleute gibt es eine Ausnahme nach § 241a HGB. Bewertungsregeln stehen unter anderem in § 253 und § 255 HGB. Das Übungsblatt ersetzt keine reale vollständige Inventur oder handelsrechtliche Bewertung.

Aufbewahrung: Nach § 257 HGB sind Inventare im Regelfall zehn Jahre, Buchungsbelege grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren; besondere gesetzliche Ausnahmen sind zu beachten.

Steuern und Belege: Der allgemeine Umsatzsteuersatz beträgt nach § 12 UStG 19 %, der ermäßigte Satz für gesetzlich bestimmte Umsätze 7 %. Für die fiktiven Ersatzteile wird bei einer hypothetischen steuerpflichtigen Inlandslieferung der allgemeine Satz angenommen. Im Inventurfall wird keine Umsatzsteuer auf die Wertdifferenz aufgeschlagen. Angenommen sind voller Vorsteuerabzug und vereinfachte Netto-Anschaffungswerte; die tatsächliche Behandlung hängt unter anderem von § 15 UStG ab. Es werden keine Rechnungen erstellt. Rechnungspflichtangaben und Regeln zur elektronischen Rechnung sind bei entsprechenden echten Geschäftsfällen nach § 14 UStG zu prüfen, nicht aus einer Zählliste abzuleiten.

Praxis: Zähldatum, Lagerort, Artikel, Einheit, Menge, nachvollziehbare Korrekturen und Prüf-/Freigabevermerk bilden hier einen fiktiven betriebsinternen Belegstandard, nicht eine abschließende Liste gesetzlicher Pflichtangaben. Grundlage des Ausbildungsbezugs: Anlage 1 und 2 der Ausbildungsordnung Lagerbereich.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bezeichnet die Inventur? (Bestandsaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt) (!Jährliche Bestellung von Ersatzteilen) (!Ausschließlich den Warenverkauf) (!Die Ausgabe einer Rechnung)




Welche Rechnung ergibt die Mengendifferenz? (Istbestand minus Buchbestand) (!Buchbestand plus Einkaufspreis) (!Buchbestand mal Lagerplatz) (!Istbestand plus Umsatzsteuer)




Wie viele Dichtungsringe wurden im Fall zuerst gezählt? (116) (!120) (!124) (!112)




Welche Wertdifferenz hat A-101 vor der Klärung? (−10 Euro) (!10 Euro) (!−100 Euro) (!−4 Euro)




Was ist bei einer unerklärten Differenz zuerst sinnvoll? (Nachzählen und Belege prüfen) (!Ohne Prüfung sofort korrigieren) (!Alle Mitarbeitenden beschuldigen) (!Die Differenz löschen)




Weshalb werden vier zusätzliche Filter nicht sofort als Gewinn verbucht? (Es kann eine noch nicht gebuchte Lieferung geben) (!Jeder Mehrbestand ist wertlos) (!Filter dürfen nicht gezählt werden) (!Mehrbestände sind immer Diebstahl)




Wie hoch ist die geprüfte Restwertdifferenz im Modellfall? (−10 Euro) (!−165 Euro) (!72 Euro) (!0 Euro)




Was benötigt ein Barcode-Verfahren grundsätzlich? (Eindeutige Kennzeichnung und Erfassung) (!Immer einen RFID-Transponder) (!Keinen Bezug zum Lagerort) (!Grundsätzlich eine Papierliste als einziges Ergebnis)




Welche Technik ist im fiktiven Kostenvergleich am günstigsten? (Barcode-Terminal) (!RFID-Handgerät) (!Papierliste) (!Alle sind gleich teuer)




Was gilt für die fiktiven Netto-Wertdifferenzen? (Es wird keine Umsatzsteuer hinzugerechnet) (!Es müssen immer 19 Prozent addiert werden) (!Es müssen immer 7 Prozent addiert werden) (!Sie sind automatisch Verkaufserlöse)




Begründetes Quiz-Feedback: Besonders wichtig sind die Fragen 2, 5, 6 und 10: Ein Minus entsteht aus einer Subtraktion, keine Vermutung erklärt eine Differenz, Wareneingänge brauchen Belege und Umsatzsteuer ist kein pauschaler Zuschlag auf Inventurdifferenzen.


Memory

Inventur Tatsächliche Bestände erfassen
Inventar Geordnetes Verzeichnis
Buchbestand Systemmenge vor der Zählung
Istbestand Körperlich festgestellte Menge
Stichtag Festgelegter Bezugszeitpunkt
Nachzählung Unabhängige Kontrollaufnahme
Freigabe Genehmigte weitere Bearbeitung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Vorbereitung Lagerorte und Einheiten vorab kontrollieren
Zählung Physische Menge zuverlässig erfassen
Soll-Ist-Abgleich Systemmenge und Aufnahme gegenüberstellen
Ursachenklärung Belege und Lagerzonen nachvollziehen
Bestandskorrektur Verbleibende Abweichung nach Freigabe buchen





Kreuzworträtsel

Inventur Wie heißt die Bestandsaufnahme?
Inventar Wie heißt das geordnete Bestandsverzeichnis?
Lagerort Wie nennt man den konkreten Platz einer Ware?
Barcode Wie heißt die maschinenlesbare Strichkennzeichnung?
Stichtag Wie heißt der festgelegte Bezugszeitpunkt?
Freigabe Was wird vor einer genehmigten Korrekturbuchung benötigt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die körperliche Bestandsaufnahme heißt

.
Das daraus erstellte Verzeichnis heißt

.
Die Menge laut Lagersystem heißt

.
Die tatsächlich gezählte Menge heißt

.
Bei der Rechnung Ist minus Buch ergibt sich die

.
Eine zweite unabhängige Aufnahme heißt

.
Ein noch nicht verbuchter Zugang wird mit einem

geprüft.
Eine ungeklärte Restabweichung braucht vor der Korrektur eine

.
Eine digitale optische Artikelkennzeichnung kann ein

sein.



Kaufmännische Entscheidungsfälle mit Feedback

Fall A – Anwendung: Nach der Erstzählung schlägt eine Person vor, −165,00 € sofort als Fehlbestand zu buchen. Entscheide: sofort buchen oder erst prüfen?

Feedback: Erst prüfen. Die Zahl enthält drei später erklärbare Positionen. Ein sofortiger Ausgleich verdeckt Prozessfehler und verfälscht die Aussage des Prüffalls.

Fall B – Transfer: Das Barcode-Terminal ist im Beispiel 4,50 € günstiger als Papier. Zusätzliche Schulung würde einmalig 60,00 € kosten. Gilt die ursprüngliche Entscheidung für einen einzigen Zählgang noch?

Feedback: Nein, bei einmaliger voller Zurechnung nicht. 107,50 € + 60,00 € = 167,50 €; Papier kostet 112,00 €. Bei wiederholten Zählungen müsste die Einmalkosten-Verteilung gesondert gerechnet werden.

Fall C – Transfer: Drei Kugellager liegen in der Qualitätsprüfung. Sie gehören dem Modellbetrieb, dürfen aber nicht verbaut werden. Sind sie inventurpflichtig und sofort verfügbar?

Feedback: In diesem Modell gehören sie zur körperlichen Bestandsaufnahme, sind aber nicht frei verfügbar. Eigentum, physischer Bestand und verwendbarer Bestand müssen auseinandergehalten werden. Bewertungsbedarf ist bei Mängeln separat zu prüfen.


Offene Aufgaben


Leicht – Basis

  1. Inventur: Zeichne den Weg von der Vorbereitung bis zur Freigabe als sechs Bildkarten.
  2. Lagerplatz: Entwirf ein gut lesbares Zähletikett für A-101 ohne reale Unternehmensdaten.
  3. Mengeneinheit: Fotografiere oder skizziere fiktive Packungen und rechne Kartons in Stück um.
  4. Rollenspiel: Sprich das erste Gespräch ein und verbessere die ungenaue Zählaussage.


Standard – Anwendung

  1. Inventurdifferenz: Berechne alle fünf Differenzen neu in einer Tabelle und erkläre die Vorzeichen.
  2. Bestandsführung: Erstelle einen fiktiven Wareneingangs- und Entnahmebeleg, der B-205 und E-510 erklärt.
  3. Qualitätsprüfung: Zeichne einen Lageplan, auf dem die drei Kugellager der Prüfzone auffindbar sind.
  4. Wirtschaftlichkeit: Vergleiche die drei Zähltechniken in einer Tabelle mit Kosten, Fehlerquellen und Voraussetzungen.


Schwer – Transfer

  1. Materialfluss: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo über eine durch verspätete Buchung entstandene Scheindifferenz.
  2. Prozessoptimierung: Entwickle eine verbindliche Übergaberegel zwischen Wareneingang, Lager und Buchhaltung.
  3. Bestandsbewertung: Untersuche, warum ein beschädigtes, noch vorhandenes Ersatzteil eine andere Frage aufwirft als eine Fehlmenge.
  4. Betriebswirtschaft: Plane für einen fiktiven zweiten Standort eine wiederkehrende Zählung und begründe Technik, Personal und Kontrollpunkte.




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Lernkontrolle

  1. Stichtagsprinzip: Ein Wareneingang erreicht die Rampe vor der Zählung, wird aber später erfasst. Lege dar, welche Zeitpunkte und Belege Du für eine richtige Zuordnung brauchst.
  2. Ursachenanalyse: Vergleiche bei A-101 drei denkbare Ursachen, formuliere je einen Prüfweg und kennzeichne, was weiterhin unbekannt ist.
  3. Qualitätssicherung: Begründe, warum C-310 in der Qualitätsprüfung die Bestandsmenge verändern kann, ohne die lieferbare Menge zu erhöhen.
  4. Prozesskostenrechnung: Erkläre, wann die 4,50 € Modellvorteil eines Scanners durch Schulung, Systempflege oder Fehlerkosten verschwinden.
  5. Interne Kontrolle: Entwickle ein Verfahren, das unberechtigte Bestandskorrekturen verhindert, ohne die Nachzählung unnötig zu verzögern.
  6. Kommunikation: Schreibe eine sachliche Kurzmeldung an die fiktive Leitung mit Ausgangslage, Belegen, Restdifferenz, Risiko und empfohlenem Vorgehen.

Bewertungsfeedback: Stark sind Antworten, die den Stichtag einhalten, Rechnungen zeigen, belegte Tatsachen von Vermutungen trennen, Alternativen abwägen und die Freigabe nachvollziehbar dokumentieren. Nur ein richtiges Endergebnis ohne Begründung reicht nicht.


Lernnachweis

Reiche ein fiktives Inventur-Dossier ein: einen Zählplan, eine ausgefüllte Zählliste, die Rechnung −165,00 € → −10,00 €, mindestens zwei Belegprüfungen, einen kurzen Dialog sowie eine begründete Technikentscheidung. Verwende keine realen Namen, Rechnungs- oder Kundendaten.

Bewertungsraster (Modell, 20 Punkte): Vorbereitung 4 · Mengenermittlung 4 · Differenzrechnung 4 · Ursachen-/Belegprüfung 4 · nachvollziehbare Freigabe und begründete Verbesserung 4 Punkte. 16–20: sicher, 12–15: weitgehend sicher, unter 12: nacharbeiten. Für den Nachweis zählen Begründung und Übertragbarkeit, nicht nur reproduzierte Zahlen.




OERs zum Thema

Frei zugängliches Unterrichtsvideo mit ausgewiesener CC-BY-SA-4.0-Lizenz: Über die Inventur zum Inventar (mebis Tube / HubbS). Vertiefungsvideo:

Merke zu Medienrechten: YouTube-Videos werden nur über ihre nachweisbaren öffentlichen Videoseiten eingebunden; nicht als frei nachnutzbare OER behauptet. Bilddateien sind auf Wikimedia Commons mit folgenden Urheber- und Lizenzangaben geprüft. Eingebundene Dateien wurden für diesen Kurs nicht inhaltlich verändert; Darstellungsgrößen sind reduziert.

Wikimedia-Commons-Datei Urheberangabe Lizenz
Lagerregale Axisadman CC BY-SA 3.0
Palettenlager BBCLCD CC BY-SA 4.0
Palettenkarton mit Beschriftung Ukko.de / Ukko CC BY-SA 3.0
Scanner im Regallager MicroSYST Systemelectronic GmbH CC BY-SA 4.0
QR-Code Lallint CC0 1.0
Barcodescanner 1sfoerster CC BY-SA 3.0
RFID-Beispiel XytzLP CC BY-SA 4.0
Hubwagen Poo Poo CC BY-SA 3.0
Mehrweg-Palettenbox rhinopaq CC BY-SA 4.0

Nachgeprüfte Videoquellen: Inventur und Lagerkennzahlen von LagerLernen; Inventurdifferenzen von Lernen mit Richter. Keine Sofatutor-Medien.

Fachquellen: HGB § 240, § 241, § 257; UStG § 12, § 14, § 15; Ausbildungsordnung Lagerbereich. Rechtsstand erneut prüfen, wenn der Kurs später eingesetzt wird.



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