Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Kunststoffe für technische Bauteile auswählen
Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Kunststoffe für technische Bauteile auswählen
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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Kunststoffe für technische Bauteile auswählen
Zielgruppe: Ausbildung in Metall-, Kunststoff-, Mechatronik- und verwandten technischen Berufen.
Kurzbeschreibung: Du wählst Kunststoffe für technische Bauteile aus, wenn Reibung, Chemikalienkontakt und Maßhaltigkeit gleichzeitig wichtig sind. Der Kurs arbeitet mit einem konkreten Ausbildungsfall, Werkstoffbildern, Diagrammen, Messwertansichten und Auswahlaufgaben.
Sicherheitsgrenze: Praktische Werkstattarbeiten erfolgen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Chemikalien werden nicht allein aufgrund dieses Kurses eingesetzt; maßgeblich sind Betriebsanweisung, Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Freigabe.

Einleitung
Ein technisches Kunststoffbauteil ist nur dann passend, wenn Funktion, Umgebung und Fertigung zusammenpassen. Ein niedriger Reibwert allein reicht nicht. Ebenso wenig genügt die Aussage „chemisch beständig“, wenn Medium, Konzentration, Temperatur und Einwirkzeit fehlen.
Du lernst eine kurze Auswahlkette:
| Schritt | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Funktion | Was muss das Bauteil tun? | Lastenheft |
| Reibung | Welche Gleitpaarung, Last, Geschwindigkeit und Oberfläche liegen vor? | Tribologische Anforderungen |
| Chemie | Welches Medium wirkt wie lange und bei welcher Temperatur? | Beständigkeitsprüfung |
| Maßhaltigkeit | Wie wirken Feuchte, Wärme und Dauerlast? | Toleranz- und Kriechbewertung |
| Werkstofftype | Welche konkrete Type erfüllt alle Muss-Kriterien? | Begründete Vorauswahl |
| Freigabe | Sind Datenblatt, Prüfbedingungen und betriebliche Vorgaben erfüllt? | Betriebliche Entscheidung |
Ausbildungsfall: Gleitbuchse im Reinigungsmodul
Eine fiktive Verpackungsanlage besitzt eine austauschbare Gleitbuchse auf einer Stahlwelle. Sie bewegt sich trocken linear, wird regelmäßig gereinigt und muss nach Reinigung und Klimaschwankungen maßhaltig bleiben.
Vorgaben des Lernfalls: Umgebung 20 bis 50 °C, wiederholter kurzzeitiger Kontakt mit einem isopropanolhaltigen Reiniger, enge Passung, trockene Gleitbewegung, austauschbares Bauteil. Kandidaten für die Vorauswahl sind POM-C, PA 6, PTFE und PEEK. Die reale Werkstofffreigabe würde zusätzlich die genaue Reinigerrezeptur, Konzentration, Einwirkzeit, Belastung, Oberflächenrauheit und die konkrete Werkstofftype benötigen.

Lerneinheit 1: Erst die Funktion, dann der Kunststoff
Vor einer Werkstoffliste steht die Anforderungsliste. Reibung entsteht im System aus Bauteil, Gegenkörper, Oberfläche, Last, Geschwindigkeit, Temperatur und Umgebung. Chemikalienbeständigkeit hängt von Medium und Prüfbedingungen ab. Maßhaltigkeit wird unter anderem durch Wärmeausdehnung, Feuchteaufnahme und Kriechen beeinflusst.
Merksatz: Eine Werkstoffbezeichnung wie „PA 6“ oder „POM-C“ ist noch keine Freigabe. Füllstoffe, Additive, Herstellverfahren und Konditionierung können das Verhalten deutlich verändern.
Lerneinheit 2: Reibung und Verschleiß beurteilen

Bei einer Gleitstelle interessieren vor allem Reibkraft, Reibungskoeffizient und Verschleiß. Ein Tribometer prüft eine definierte Paarung unter festgelegten Bedingungen. Werte aus Datenblättern sind nur dann vergleichbar, wenn Prüfaufbau und Bedingungen hinreichend ähnlich sind.

Für die Vorauswahl: PTFE ist für sehr geringe Reibung bekannt, kann unter Dauerlast aber stark kriechen. POM besitzt gute Gleit- und Verschleißeigenschaften bei geringer Feuchteaufnahme. PEEK kann in anspruchsvollen Temperatur- und Belastungsbereichen eingesetzt werden; tribologische Eigenschaften hängen besonders von Type, Füllstoffen und Gleitpartner ab. PA kann gute Verschleißeigenschaften bieten, doch Feuchte beeinflusst viele Eigenschaften und Maße.
Das eingebettete Testvideo zeigt, warum Verschleiß nicht aus dem Kunststoffnamen allein abgeleitet werden sollte: Prüfbedingungen und Werkstoffmodifikation entscheiden mit.
Lerneinheit 3: Chemikalienkontakt richtig prüfen
Die Norm DIN EN ISO 175 beschreibt Prüfverfahren zum Verhalten von Kunststoffen bei Lagerung in flüssigen Chemikalien. Eine Beständigkeitstabelle ist deshalb eine Vorauswahlhilfe, keine universelle Freigabe.
Für eine belastbare Bewertung brauchst Du mindestens: exakte Chemikalie oder Mischung, Konzentration, Temperatur, Kontaktart, Einwirkzeit, mechanische Spannung und konkrete Werkstofftype.
Achtung bei Reinigern: Handelsprodukte sind Gemische. Der Name „Reiniger“ reicht für die Werkstoffauswahl nicht. Sicherheitsdatenblatt und Herstellerangaben müssen zur tatsächlichen Anwendung passen.
Lerneinheit 4: Maßhaltigkeit unter Feuchte, Wärme und Last

POM nimmt vergleichsweise wenig Feuchte auf und wird häufig für präzise technische Bauteile mit guten Gleiteigenschaften eingesetzt.

PA 6 nimmt Feuchtigkeit reversibel auf. Dadurch können sich Maße sowie mechanische Eigenschaften ändern. Für enge Toleranzen muss der Konditionierungszustand berücksichtigt werden.

PTFE besitzt sehr hohe chemische Beständigkeit und sehr geringe Reibung. Ungefülltes PTFE kann unter anhaltender Belastung jedoch deutlich kriechen beziehungsweise kaltfließen. Für maßkritische Dauerlasten ist deshalb die konkrete Type besonders wichtig.

PEEK gehört zu den Hochleistungskunststoffen. Es wird eingesetzt, wenn hohe Temperaturbeständigkeit, chemische Beständigkeit, Kriechfestigkeit und Dimensionsstabilität gefordert sind. Das kann technisch sinnvoll, für einfache Aufgaben aber wirtschaftlich überdimensioniert sein.
Messwertansicht: Was muss im Prüfblatt stehen?
Ein Prüfblatt sollte nicht mit erfundenen Beispielwerten gefüllt werden. Trage reale Daten aus Werkstoffdatenblatt, Wareneingang oder beaufsichtigter Prüfung ein.
| Merkmal | Vor Zustand | Nach Zustand | Prüfbedingung | Grenzwert | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| Außendurchmesser | … | … | Temperatur und Feuchte dokumentieren | Zeichnung | … |
| Masse | … | … | vor und nach Medienkontakt | Prüfplan | … |
| Reibkraft | … | … | Last, Geschwindigkeit, Gegenkörper | Prüfplan | … |
| Oberfläche | … | … | Risse, Quellen, Verfärbung, Verschleiß | Sichtkriterium | … |
Regel: Messwerte ohne Prüfbedingung sind für eine Werkstoffentscheidung nur eingeschränkt brauchbar.
Lerneinheit 5: Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe mitdenken

Fasern und Füllstoffe können Steifigkeit, Kriechverhalten, Wärmeausdehnung, Verschleiß und Wärmeleitung verändern. Sie können aber auch Anisotropie erzeugen oder den Gegenkörper stärker beanspruchen. Deshalb ist „glasfaserverstärkt“ keine pauschale Verbesserung.

Dichtstoffe und Dichtungselemente bilden oft eine eigene Funktionsstelle. Bei einer Baugruppe muss deshalb nicht nur das Gleitbauteil, sondern auch die Dichtung zum Medium, zur Temperatur, zur Bewegung und zur Oberflächenqualität passen. Die Werkstoffauswahl des Kunststoffteils ersetzt keine Dichtungsberechnung.
Lerneinheit 6: Auswahlmatrix für den Ausbildungsfall
Die folgende Matrix ist eine fachlich begründete Vorauswahl. Sie ersetzt kein Typdatenblatt.
| Kandidat | Reibung und Verschleiß | Chemikalienkontakt | Maßhaltigkeit | Typischer Haken | Lernfall |
|---|---|---|---|---|---|
| POM-C | gute Gleit- und Verschleißeigenschaften | oft gut, konkrete Mischung prüfen | geringe Feuchteaufnahme, gute Dimensionsstabilität | nicht gegen jedes Medium geeignet | starker Kandidat |
| PA 6 | oft gute Verschleißeigenschaften | werkstofftyp- und medienabhängig | Feuchte kann Maße deutlich beeinflussen | Konditionierung beachten | kritisch bei enger Passung |
| PTFE | sehr geringe Reibung | sehr hohe Beständigkeit gegen viele Medien | geringe Feuchteaufnahme | Kriechen und geringe Steifigkeit unter Dauerlast | nur mit Last- und Typprüfung |
| PEEK | gute bis sehr gute tribologische Optionen | sehr gute Beständigkeit gegen viele Medien | sehr gute Dimensions- und Kriechstabilität | hohe Kosten, Type prüfen | technisch robust, mögliche Überdimensionierung |
Zwischenergebnis: Für den beschriebenen Lernfall ist POM-C eine plausible Vorauswahl, wenn die konkrete Reinigerrezeptur, Last, Temperatur, Toleranz und Werkstofftype dies bestätigen. PEEK wird interessant, wenn Temperatur, Chemie oder Dauerlast die Grenzen von POM überschreiten. PTFE ist trotz sehr geringer Reibung nicht automatisch die beste maßkritische Lösung. PA 6 verlangt bei enger Passung eine besonders sorgfältige Feuchte- und Konditionierungsbetrachtung.
Gestufte Hilfen zur Werkstoffauswahl
Hilfe 1: Drei Muss-Kriterien
Schreibe zuerst nur drei Muss-Kriterien auf: Gleitfunktion, Medienbeständigkeit, Maßhaltigkeit. Alles Weitere kommt danach.
Hilfe 2: Knock-out-Fragen
Ein Kandidat scheidet aus, wenn ein Muss-Kriterium nicht sicher erfüllt wird. Frage zuerst: Ist die konkrete Chemie verträglich? Bleibt die Funktion unter Feuchte und Temperatur erhalten? Ist Kriechen unter Dauerlast zulässig?
Hilfe 3: Vergleich statt Bauchgefühl
Vergleiche immer dieselbe Prüfbasis: gleiche Temperatur, ähnlicher Konditionierungszustand, gleiche Belastungsart und möglichst vergleichbare Normen. Unterschiedliche Datenblattwerte dürfen nicht ungeprüft nebeneinandergestellt werden.
Hilfe 4: Vom Werkstoffnamen zur Werkstofftype
Suche nach der konkreten Type mit Herstellerdatenblatt. Prüfe Füllstoffe, Farbe, Zulassungen, Temperaturgrenzen, Chemikalienbeständigkeit, Feuchteaufnahme, Kriechdaten und Verarbeitung. Erst danach ist eine betriebliche Freigabe möglich.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basisaufgabe
Aufgabe: Nenne für den Ausbildungsfall je eine Information zu Reibung, Chemie und Maßhaltigkeit, die vor einer Werkstofffreigabe noch fehlt.
Begründetes Feedback: Gute Antworten nennen bei Reibung zum Beispiel Last, Geschwindigkeit oder Oberflächenrauheit; bei Chemie die genaue Reinigerrezeptur, Konzentration oder Kontaktzeit; bei Maßhaltigkeit den zulässigen Grenzwert und den relevanten Klima- beziehungsweise Lastzustand. Wer nur „POM ist gut“ schreibt, hat die Anwendung noch nicht ausreichend beschrieben.
Anwendungsaufgabe
Aufgabe: Vergleiche POM-C und PA 6 für eine enge Passung in wechselnder Luftfeuchte.
Begründetes Feedback: Eine tragfähige Begründung berücksichtigt die höhere Feuchteaufnahme vieler Polyamide und die dadurch möglichen Maßänderungen. POM-C ist deshalb für diesen Teil der Anforderung häufig einfacher beherrschbar. Trotzdem müssen beide konkreten Werkstofftypen anhand vergleichbarer Daten geprüft werden.
Transferaufgabe
Aufgabe: Erkläre, warum PTFE trotz sehr geringer Reibung für eine dauerhaft belastete, eng tolerierte Buchse ungeeignet sein kann.
Begründetes Feedback: Entscheidend ist nicht nur Reibung. Ungefülltes PTFE kann unter anhaltender Last stark kriechen. Eine geringe Reibung kann daher durch unzulässige Verformung entwertet werden. Gefüllte PTFE-Typen oder andere Werkstoffe können geeigneter sein, müssen aber neu bewertet werden.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Fachquellen, geprüft für diesen Kurs:
- ISO 175:2010: Prüfverfahren für das Verhalten von Kunststoffen bei Einwirkung flüssiger Chemikalien; von ISO 2026 bestätigt.
- ISO 62:2008: Bestimmung der Wasseraufnahme von Kunststoffen.
- Polyoxymethylen: Eigenschaften von POM, unter anderem geringe Wasseraufnahme sowie Gleit- und Verschleißeigenschaften.
- Polyamide: Einfluss des Wassergehalts auf Eigenschaften und Maße.
- Polytetrafluorethylen: sehr geringe Reibung und hohe chemische Beständigkeit.
- Polyetheretherketon: Hochleistungsthermoplast mit hoher Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit.
- Ensinger – dimensionsstabile Kunststoffe: Einfluss von Feuchteaufnahme und Wärmeausdehnung auf die Dimensionsstabilität.
- Ensinger – POM: technische Eigenschaften und Anwendungsgrenzen von POM.
- Ensinger – PEEK: Dimensionsstabilität, Kriechfestigkeit, Chemikalien- und Verschleißverhalten.
- Röchling – chemikalienbeständige Kunststoffe: Auswahlkriterien mit Medium, Konzentration, Temperatur und Einwirkzeit.
- igus – Gleitlager-Prüflabor: Einfluss von Last, Geschwindigkeit, Temperatur und Bewegungsart auf Reibung und Verschleiß.
Medienrechte, geprüft auf Wikimedia Commons:
- Plastic pellets.jpg: CC BY 2.0.
- Tribometrisches Prinzip.svg: CC BY-SA 4.0.
- Friction graph.svg: CC0.
- Polyoxymethylen.svg: CC0.
- Nylon 6 structure.svg: gemeinfrei als einfache Strukturformel.
- Polytetrafluorethylen.svg: gemeinfrei als einfache Strukturformel.
- Polyetherketon.svg: gemeinfrei als einfache Strukturformel.
- Digital caliper.jpg: unter anderem CC BY-SA.
- Glass reinforcements.jpg: CC BY-SA 3.0.
- O-ring.svg: gemeinfrei.
- Das YouTube-Video mit der ID pBLNFzjDCLA wurde über den offiziellen igus-Blog zum Verschleißtest verifiziert. Es wird nur eingebettet; die Rechte verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber und bei der Plattform.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum reicht ein niedriger Reibungskoeffizient allein nicht für die Werkstoffauswahl? (Weil auch Verschleiß Last Temperatur Chemie und Maßhaltigkeit bewertet werden müssen) (!Weil Reibung bei Kunststoffen keine Rolle spielt) (!Weil nur die Farbe des Werkstoffs entscheidet) (!Weil technische Kunststoffe immer gleich reagieren)
Welche Angabe ist für die Bewertung eines Reinigers besonders wichtig? (Genaue Zusammensetzung Konzentration Temperatur und Einwirkzeit) (!Nur der Handelsname) (!Nur die Farbe des Reinigers) (!Nur der Preis)
Welcher Werkstoff verlangt wegen Feuchteaufnahme bei enger Passung besondere Aufmerksamkeit? (PA 6) (!PTFE) (!PEEK) (!Glas)
Welche Eigenschaft kann unmodifiziertes PTFE bei Dauerlast problematisch machen? (Kriechen) (!Magnetismus) (!Rosten) (!Ferromagnetismus)
Welcher Kandidat ist im beschriebenen Ausbildungsfall eine plausible Vorauswahl wenn die konkrete Chemie passt? (POM-C) (!Holz) (!Kupfer) (!Gips)
Wann kann PEEK gegenüber POM besonders interessant werden? (Bei höheren Anforderungen an Temperatur Chemie oder Kriechfestigkeit) (!Wenn nur die Farbe weiß gefordert ist) (!Wenn das Bauteil aus Papier bestehen soll) (!Wenn keine technische Anforderung vorliegt)
Welche Norm behandelt Prüfverfahren für Kunststoffe gegenüber flüssigen Chemikalien? (DIN EN ISO 175) (!DIN 476) (!ISO 9001) (!DIN 5008)
Was ist bei glasfaserverstärkten Kunststoffen zusätzlich zu beachten? (Füllstoffe können Eigenschaften richtungsabhängig verändern) (!Glasfasern machen jeden Kunststoff chemisch unangreifbar) (!Glasfasern verhindern jede Wärmeausdehnung) (!Glasfasern machen jede Prüfung überflüssig)
Was gehört zu einem brauchbaren Reibungsmesswert? (Angaben zu Last Geschwindigkeit Gegenkörper und Prüfbedingung) (!Nur die Zahl ohne Einheit) (!Nur der Werkstoffname) (!Nur die Maschinenfarbe)
Was ist vor einer realen Werkstattarbeit erforderlich? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Nur dieser Onlinekurs) (!Eine private Entscheidung) (!Nur ein Werkstofffoto)
Memory
| Tribologie | Lehre von Reibung und Verschleiß |
| POM-C | Technischer Kunststoff mit geringer Feuchteaufnahme und guter Maßhaltigkeit |
| Polyamid | Feuchte kann Eigenschaften und Maße verändern |
| PTFE | Sehr geringe Reibung und hohe chemische Beständigkeit |
| PEEK | Hochleistungskunststoff für anspruchsvolle Temperatur- und Chemiebedingungen |
| Kriechen | Zeitabhängige Verformung unter anhaltender Last |
| ISO 175 | Prüfung der Wirkung flüssiger Chemikalien auf Kunststoffe |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gleitpaarung prüfen | Reibbeanspruchung |
| Medium und Konzentration prüfen | Chemikalienkontakt |
| Feuchte und Wärmeausdehnung bewerten | Maßhaltigkeit |
| Kriechverhalten berücksichtigen | Dauerlast |
| Konkrete Werkstofftype verifizieren | Datenblatt |
...
Kreuzworträtsel
| Tribologie | Wie heißt die Lehre von Reibung und Verschleiß? |
| Polyamid | Welche Kunststoffgruppe ist besonders für feuchteabhängige Eigenschaften bekannt? |
| Polyoxymethylen | Welcher Werkstoff steckt hinter der Abkürzung POM? |
| Messschieber | Welches Handmessgerät kann Außendurchmesser prüfen? |
| Kriechen | Wie heißt die zeitabhängige Verformung unter Dauerlast? |
| Chemikalien | Welche Stoffgruppe muss bei Reinigungsmedien auf Verträglichkeit geprüft werden? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Funktionsanalyse: Fotografiere oder skizziere ein ungefährliches technisches Bauteil aus Deinem Lernumfeld und markiere Gleitfläche, Gegenkörper und Toleranzmerkmal.
- Mediensteckbrief: Erstelle aus einem Sicherheitsdatenblatt einen Steckbrief mit Medium, Konzentration, Temperaturbereich und Kontaktart. Keine praktische Chemikalienarbeit.
- Toleranzkette: Zeichne eine einfache Passung und erkläre, warum Feuchte oder Wärme die Funktion verändern können.
- Werkstoffkarten: Erstelle vier Lernkarten zu POM-C, PA 6, PTFE und PEEK mit je einem Vorteil, einem Risiko und einer Prüffrage.
Standard
- Vergleichsmatrix: Baue eine Matrix für POM-C, PA 6, PTFE und PEEK mit Reibung, Chemie, Maßhaltigkeit, Kriechen und Kostenklasse.
- Datenblattprüfung: Vergleiche zwei reale Herstellerdatenblätter derselben Werkstofffamilie und markiere unterschiedliche Prüfbedingungen.
- Prüfplan: Entwirf einen Prüfplan für eine Gleitbuchse mit Maßkontrolle vor und nach Medienkontakt. Praktische Durchführung nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter Aufsicht.
- Messwertanalyse: Werte einen bereitgestellten Prüfdatensatz aus und begründe, ob Messwerte wegen unterschiedlicher Temperatur oder Feuchte direkt vergleichbar sind.
Schwer
- Werkstoffentscheidung: Verfasse eine einseitige Entscheidungsvorlage für den Ausbildungsfall mit Muss-Kriterien, Ausschlussgründen, Restunsicherheiten und nächstem Prüfschritt.
- Fehleranalyse: Entwickle drei mögliche Ausfallbilder wie Verschleiß, Quellen oder Kriechen und ordne ihnen passende Prüfmethoden zu.
- Variantenvergleich: Untersuche, wie Glasfaser-, Kohlefaser- oder PTFE-Füllstoffe die Auswahl eines Kunststoffs verändern können. Nutze nur nachprüfbare Datenblätter.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo zur Frage „Warum ist PTFE nicht automatisch die beste Gleitbuchse?“ und belege jede fachliche Aussage mit einer Quelle.


Lernkontrolle
- Transfer Chemikalienwechsel: Der Betrieb wechselt den Reiniger. Beschreibe, welche Teile Deiner bisherigen Werkstoffentscheidung dadurch ungültig werden und welche Daten neu geprüft werden müssen.
- Transfer Klima: Die Anlage wird künftig in dauerhaft höherer Luftfeuchte betrieben. Begründe, warum sich die Rangfolge von PA 6 und POM-C ändern kann.
- Transfer Dauerlast: Die radiale Last auf die Buchse wird erhöht. Erkläre, warum nun Kriechdaten und Flächenpressung wichtiger werden.
- Transfer Füllstoff: Ein glasfaserverstärkter Werkstoff wird vorgeschlagen. Erkläre zwei mögliche Vorteile und zwei neue Risiken für Gleitpartner und Maßhaltigkeit.
- Transfer Datenqualität: Zwei Datenblätter nennen unterschiedliche Reibwerte. Formuliere fünf Fragen, mit denen Du prüfst, ob die Werte überhaupt vergleichbar sind.
- Transfer Wirtschaftlichkeit: PEEK erfüllt alle Anforderungen, POM-C möglicherweise ebenfalls. Entwickle eine begründete Entscheidung, welche Zusatznachweise Du brauchst, bevor Du den teureren Werkstoff auswählst.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- eine technische Funktion in prüfbare Werkstoffanforderungen übersetzen kannst,
- Reibung als Eigenschaft einer Gleitpaarung und nicht nur eines Einzelwerkstoffs bewertest,
- Chemikalienkontakt mit Medium, Konzentration, Temperatur und Einwirkzeit beschreibst,
- Feuchteaufnahme, Wärmeausdehnung und Kriechen in die Maßhaltigkeit einbeziehst,
- konkrete Werkstofftypen anhand vergleichbarer Datenblätter prüfst,
- eine Vorauswahl begründest und verbleibende Unsicherheiten offen benennst,
- Sicherheitsgrenzen kennst und aus dem Kurs keine Arbeitsfreigabe ableitest.
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