Kunst - Rückmeldungen in überprüfbare nächste Schritte übersetzen
Einleitung
Rückmeldungen im Kunstunterricht sind besonders nützlich, wenn sie nicht bei „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ stehen bleiben, sondern zu einem kleinen überprüfbaren nächsten Schritt führen. In diesem Kurs lernst Du, Rückmeldungen so zu formulieren, dass drei Dinge sauber getrennt bleiben: sachliche Beobachtung, persönliche Wirkung und Handlungswunsch. Danach übersetzt Du den Handlungswunsch in einen fairen Mini-Test und dokumentierst die Veränderung als neue Version im Portfolio.
Der Kurs ist für Lernende ab Klasse 5/6 geschrieben. Du brauchst keine besondere Kunsttechnik. Die Beispiele arbeiten mit Zeichnung, Plakat, Collage, Farbe und einfachen Modellen. Alle Beispielwerke, Rückmeldungen und Testdaten in diesem Kurs sind eigens für den Kurs erfunden. Sie enthalten keine privaten Daten und sollen zeigen, wie nachvollziehbare Entscheidungen entstehen.
Wichtig: Ein Testergebnis ist keine automatische Note. Es beantwortet nur die vorher festgelegte Frage unter den gewählten Bedingungen. Ein Bild kann ein Prüfkriterium verfehlen und trotzdem interessante künstlerische Qualitäten besitzen. Umgekehrt macht das Erfüllen eines einzelnen Kriteriums ein Werk nicht automatisch „gut“.

Medienhinweis: Das Foto zeigt eine Kunstklasse in der Lyme Art Association. Es belegt nicht, dass dort gerade Peer-Feedback stattfindet. Quelle: Wikimedia Commons, Jackm135, 11.07.2016, CC BY-SA 4.0. Genau diese Trennung zwischen dem, was eine Quelle zeigt, und dem, was wir hineinlesen könnten, ist für diesen Kurs wichtig.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Beobachtungen so formulieren, dass andere sie am Werk überprüfen können.
- Wirkungen als persönliche Wahrnehmung kennzeichnen, statt sie als Tatsache auszugeben.
- Handlungswünsche in kleine, faire Tests übersetzen, bei denen möglichst nur eine Variable verändert wird.
- Kriterien vor einem Test festlegen und Ergebnisse von Bewertungen unterscheiden.
- Versionen mit Datum, Änderung, Rückmeldung, Test und Quelle dokumentieren.
- Quellen und Lizenzen so festhalten, dass Herkunft und Nutzung nachvollziehbar bleiben.
Ein Arbeitsmodell für diesen Kurs: B-W-H
B – Beobachtung: Was ist sichtbar, hörbar, zählbar oder am Material nachvollziehbar? Beispiel: „Der Titel steht unten links und ist dunkellila auf dunkelblauem Grund.“
W – Wirkung: Was passiert bei Dir als Betrachterin oder Betrachter? Kennzeichne die Aussage als persönlich. Beispiel: „Auf mich wirkt der Titel zurückhaltend; ich lese ihn erst nach dem gelben Kreis.“
H – Handlungswunsch: Welche kleine Veränderung könnte ausprobiert werden? Beispiel: „Teste eine zweite Version, in der nur der Helligkeitskontrast des Titels größer ist.“
Der B-W-H-Dreischritt ist ein für diesen Kurs entwickeltes Lernmodell. Er ist keine offizielle Bewertungsnorm. Er verbindet die Idee des genauen Beschreibens mit einer strukturierten, konstruktiven Rückmeldung.
Alternativtext / Inhaltsbeschreibung: Das Smarthistory-Video „The Skill of Describing“ erklärt an Kunstwerken, warum genaues Beschreiben vor einer Deutung hilfreich ist. Quelle: Smarthistory auf YouTube; Veröffentlichung über YouTube, Standard-YouTube-Lizenz laut der dokumentierenden LibreTexts-Seite. Der Kurs übernimmt keine Videobilder, sondern bindet nur den Player ein.
Grundlage 1: Beobachtung, Wirkung und Wunsch trennen
Sachliche Beobachtung
Eine sachliche Beobachtung ist so formuliert, dass eine andere Person am Werk prüfen kann, ob sie stimmt. Gute Beobachtungen nennen zum Beispiel Farbe, Form, Linie, Komposition, Kontrast, Größe, Position, Material, Wiederholung oder Abstand.
Eher überprüfbar: „Drei weiße Papierformen überlappen sich in der Bildmitte.“
Nicht nur Beobachtung: „Die Mitte ist chaotisch.“ Das Wort „chaotisch“ enthält bereits eine Deutung oder Wertung.
Beim genauen Betrachten kann es helfen, zunächst nur Dinge zu nennen, die direkt sichtbar sind. Smarthistory verwendet für formale Analyse unter anderem Maßstab, Komposition, Raum, Form, Linie, Farbe, Licht, Tonwert, Textur und Muster. Diese Begriffe helfen beim Hinsehen; sie entscheiden aber nicht automatisch, ob ein Werk gelungen ist.
Alternativtext / Inhaltsbeschreibung: Zwei Kunsthistoriker betrachten Giovanni Bellinis „Madonna of the Meadow“ und konzentrieren sich zunächst auf sichtbare formale Eigenschaften wie Komposition, Linie, Farbe, Licht, Tonwert, Textur und Muster. Quelle: Smarthistory, Beth Harris und Steven Zucker, 18.09.2017. Lizenzstatus: Auf der geprüften Videoseite wurde keine offene CC-Lizenz ausgewiesen; deshalb wird das Video nur über den offiziellen YouTube-Player eingebettet und nicht kopiert oder bearbeitet.
Persönliche Wirkung
Eine Wirkung beschreibt Deine Reaktion. Sie ist nicht „falsch“, muss aber als persönliche Wahrnehmung erkennbar sein.
Hilfreiche Satzanfänge:
- „Auf mich wirkt …“
- „Mein Blick geht zuerst zu …“
- „Ich lese die Form als …“
- „Bei mir entsteht der Eindruck …“
Wirkung ist etwas anderes als Beobachtung. Aus „Der gelbe Kreis ist größer als die weißen Formen“ kann die Wirkung „Mein Blick geht zuerst zum Kreis“ entstehen. Eine andere Person kann aber anders reagieren.
Handlungswunsch
Ein Handlungswunsch ist besonders brauchbar, wenn er klein, konkret und testbar ist. Er lässt der gestaltenden Person Entscheidungsspielraum.
Unklar: „Mach es schöner.“
Konkreter: „Probiere eine zweite Version, in der nur der Abstand zwischen den drei Formen größer wird.“
Noch überprüfbarer: „Lege Version A und B unter gleichen Bedingungen für fünf Sekunden vor und prüfe, welche Form von mehr Testpersonen zuerst genannt wird.“
Grundlage 2: Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung trennen
Beim Auswerten eines Tests brauchst Du eine zweite Dreiteilung.
1. Beobachtung: Welche Daten oder sichtbaren Unterschiede liegen vor?
2. Regelanwendung: Welche vorher festgelegte Regel oder welches Kriterium wird angewendet?
3. Bewertung: Welche begrenzte Schlussfolgerung ist aufgrund von Beobachtung und Regel zulässig?
Beispiel: „In Version B lesen 5 von 6 Personen den Titel innerhalb von fünf Sekunden.“ Das ist eine Beobachtung. „Unser Erfolgskriterium lautet mindestens 4 von 6“ ist die Regel. „Version B erfüllt in diesem Test das Lesbarkeitskriterium“ ist die Bewertung. Daraus folgt keine automatische Note und auch nicht, dass Version B in jeder Hinsicht künstlerisch besser ist.
Geschmack ist nicht dasselbe wie Kriterium
„Ich mag Rot lieber als Blau“ ist eine persönliche Vorliebe. „Die Aufgabe verlangt einen Warm-Kalt-Kontrast“ ist ein Kriterium, wenn es tatsächlich in der Aufgabenstellung steht. „Die Künstlerin will, dass der Titel erst spät auffällt“ ist ein selbst gesetztes Gestaltungsziel. Gute Rückmeldungen zeigen, woher ein Kriterium kommt: aus der Aufgabe, aus einem vereinbarten Lernziel oder aus der Absicht der gestaltenden Person.
Grundlage 3: Faire Mini-Tests
Für diesen Kurs verwenden wir das Merkwort FAIR:
- F – Frage und Erfolgskriterium vorher festlegen: Was soll geprüft werden, und woran erkennst Du ein passendes Ergebnis?
- A – Änderung einzeln vornehmen: Verändere möglichst nur eine Sache, damit Du den Unterschied zuordnen kannst.
- I – Identische Bedingungen nutzen: Gleiche Betrachtungszeit, gleicher Abstand, gleiche Beleuchtung und gleiche Frage.
- R – Resultat dokumentieren und Reichweite begrenzen: Schreibe das Ergebnis auf und sage ausdrücklich, was es nicht beweist.
Ein Mini-Test ist kein naturwissenschaftliches Experiment mit Anspruch auf allgemeine Wahrheit. Er ist eine kleine Entscheidungshilfe für den nächsten Gestaltungsschritt.
Durchgerechnetes Beispiel: Plakat „Nachtfalter“
Eigenes Kursmaterial, Version A: Stell Dir ein A3-Plakat im Hochformat vor. Der Hintergrund ist dunkelblau. Oben rechts befindet sich ein großer gelber Kreis. In der Mitte liegen drei kleine weiße Papierformen wie Nachtfalter. Unten links steht der Titel „NACHTPARK“ in dunkellila Schrift.
Rückmeldung nach B-W-H:
- Beobachtung: Der Titel ist dunkellila auf dunkelblauem Grund; der gelbe Kreis ist deutlich heller und größer.
- Wirkung: Mein Blick geht zuerst zum gelben Kreis; den Titel lese ich erst später.
- Handlungswunsch: Erstelle Version B, in der nur der Titel heller wird. Größe, Position, Schrift und alle anderen Elemente bleiben gleich.
FAIR-Test: Frage: „Kann der Titel innerhalb von fünf Sekunden gelesen werden?“ Erfolgskriterium: mindestens 4 von 6 anonym gezählten Testpersonen lesen „NACHTPARK“ korrekt. Abstand, Beleuchtung, Betrachtungszeit und Frage bleiben für A und B gleich. Namen werden nicht notiert.
Didaktische Beispieldaten, nicht real erhoben: Version A: 2 von 6 lesen den Titel korrekt. Version B: 5 von 6 lesen ihn korrekt.
Rechnung:
- Version A: 2 : 6 × 100 = 33,3 Prozent.
- Version B: 5 : 6 × 100 = 83,3 Prozent.
- Unterschied: 83,3 minus 33,3 = 50 Prozentpunkte.
Beobachtung: B erreicht 5 von 6, A erreicht 2 von 6.
Regelanwendung: Das vorher festgelegte Kriterium lautet mindestens 4 von 6.
Bewertung: Version B erfüllt in diesem kleinen Test das Ziel „Titel schnell lesbar“. Version A erfüllt es nicht. Das Ergebnis sagt nur etwas über diese Frage unter diesen Bedingungen. Es sagt nicht, dass B insgesamt die bessere Kunst ist, und es erzeugt keine Note. Wenn die gestalterische Absicht gerade eine schwer lesbare Schrift wäre, müsste ein anderes Kriterium verwendet werden.
Mehrere vollständige Rückmeldungen mit nächsten Schritten
Beispiel 1: Zeichnung „Regenweg“
Ausgangslage: Eine Bleistiftzeichnung zeigt einen Weg zwischen Häusern. Alle Konturen sind ungefähr gleich dunkel.
Beobachtung: Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund sind mit ähnlich starken Linien gezeichnet.
Wirkung: Auf mich wirken die drei Raumzonen ähnlich nah.
Handlungswunsch: Teste in einer Kopie, ob der Hintergrund mit helleren Linien räumlich weiter hinten wirkt.
Kleiner fairer Test: Lege A und B nacheinander für je fünf Sekunden vor. Frage nur: „Welche Version wirkt für Dich räumlich tiefer?“ Halte Format, Motiv und Betrachtungsabstand gleich. Das Ergebnis zeigt eine Tendenz für diese kleine Gruppe, keine allgemeine Regel.
Beispiel 2: Collage „Stadtfenster“
Ausgangslage: Eine Collage enthält fünf ausgeschnittene Rechtecke. Zwei davon stammen aus einem fremden Foto; in der Portfolioseite fehlt eine Quellenangabe.
Beobachtung: Die fremden Fotoausschnitte sind im Werk erkennbar, aber Titel, Urheber, Quelle und Lizenz sind im Portfolio nicht dokumentiert.
Wirkung: Ich kann die Herkunft der verwendeten Medien nicht nachvollziehen.
Handlungswunsch: Ergänze vor der Veröffentlichung einen Quellenblock mit Titel, Urheber, Quelle und Lizenz und notiere, ob Du das Bild verändert hast.
Kleiner fairer Test: Gib einer Person nur die Portfolioseite und frage: „Kannst Du für jedes fremde Medium Quelle und Lizenz finden?“ Erfolgskriterium: Jede verwendete Fremdquelle ist eindeutig auffindbar. Das ist eine Dokumentationsprüfung, keine Rechtsberatung und keine automatische Bewertung des Kunstwerks.
Beispiel 3: Farbplakat „Sommerwind“
Ausgangslage: Ein Plakat enthält sechs kräftig farbige Flächen. Das vereinbarte Gestaltungsziel lautet: Eine orange Form soll zuerst auffallen.
Beobachtung: Neben der orangefarbenen Form liegt eine ähnlich große, sehr helle gelbe Form.
Wirkung: Mein Blick springt zwischen Orange und Gelb.
Handlungswunsch: Erstelle eine Variante, in der nur die gelbe Form weniger hell ist.
Kleiner fairer Test: Zeige beide Versionen gleich lang und frage: „Welche Form hast Du zuerst gesehen?“ Erfolgskriterium: Die orange Form wird in der gewählten Version häufiger zuerst genannt. Dieses Kriterium ist passend, weil es aus dem vorher genannten Gestaltungsziel kommt.
Beispiel 4: Papiermodell „Turm“
Ausgangslage: Ein Papiermodell besteht aus drei übereinander gesetzten Quadern. Das Lernziel lautet, eine deutlich erkennbare rhythmische Wiederholung zu gestalten.
Beobachtung: Die drei Quader haben unterschiedliche Höhen und ihre Fensteröffnungen liegen in unregelmäßigen Abständen.
Wirkung: Ich erkenne eher Variation als einen regelmäßigen Rhythmus.
Handlungswunsch: Baue aus Restpapier zwei kleine Fassadenstreifen: einen mit gleichen und einen mit wechselnden Abständen. Vergleiche, bei welchem Streifen die beabsichtigte regelmäßige Wiederholung deutlicher lesbar ist.
Kleiner fairer Test: Frage ausschließlich nach dem vereinbarten Begriff „regelmäßige Wiederholung“. Ändere nicht gleichzeitig Farbe, Form und Abstand. Der Test hilft bei der Wahl eines Rhythmus; er bewertet nicht automatisch die gesamte Plastik.
Portfolio: Versionen, Quellen und Entscheidungen sichtbar machen
Ein gutes Lernportfolio sammelt nicht nur fertige Werke. Es zeigt, wie eine Entscheidung entstanden ist. Du kannst analog in einer Mappe oder digital in einem schulisch vorgesehenen System arbeiten.
Empfohlener Aufbau pro Arbeit:
- V0 – Auftrag und Ziel: Was soll entstehen? Welches Kriterium stammt aus der Aufgabe, welches Ziel setzt Du selbst?
- V1 – erster Stand: Foto, Scan oder kurze Beschreibung mit Datum.
- Rückmeldung: B-W-H mit Beobachtung, Wirkung und Handlungswunsch.
- Testkarte: Frage, Erfolgskriterium, eine veränderte Variable, gleich gehaltene Bedingungen.
- Ergebnis: Beobachtung, Regelanwendung, begrenzte Bewertung.
- V2 – nächster Stand: Was wurde verändert und was blieb gleich?
- Quellenblock: Titel, Urheber, Quelle, Lizenz, Abrufdatum und gegebenenfalls Änderung.
- Reflexion: Was behältst Du bei? Was willst Du als Nächstes prüfen?
Datensparsame Regel für diesen Kurs: Für kleine Klassenvergleiche reichen anonyme Strichlisten. Notiere keine Namen, Fotos oder persönlichen Angaben von Mitschülerinnen und Mitschülern, wenn sie für die Lernfrage nicht nötig sind.

Mediennachweis: Wikimedia Commons, „Students in an art class (5489969980).jpg“, Autor auf der Dateiseite: Medill DC; Beschreibung nennt Allyson Byers / Medill News Service, Aufnahme 11.02.2011, CC BY 2.0. Aussagegrenze: Das Foto zeigt Lernende im Kunstunterricht, aber keine nachgewiesene Feedback- oder Portfolio-Situation.
Quellen sauber dokumentieren: TASL
Creative Commons empfiehlt für die Namensnennung die Bestandteile TASL: Title, Author, Source, License. Auf Deutsch kannst Du Dir merken: Titel – Urheber – Quelle – Lizenz. Wenn Du ein fremdes Werk verändert hast, notiere die Änderung zusätzlich.
Beispiel für einen Quellenblock: „Art Class in session at Lyme Art Association 2016“, Jackm135, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, abgerufen 04.10.2026, unverändert eingebunden.
Die TASL-Empfehlung ist eine praktische Dokumentationshilfe. Sie ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für diesen Kurs reicht: Verwende nur Medien, deren Herkunft und Nutzungsstatus Du tatsächlich nachvollziehen kannst.
Quellenbasis, Herkunft, Datum und Aussagegrenzen
Quellencheck des Kurses: 04.10.2026. Die folgenden Quellen sind öffentlich zugänglich und werden nur für die Aussagen verwendet, die sie tatsächlich tragen.
| Quelle | Herkunft und Datum | Wofür sie hier genutzt wird | Aussagegrenze |
|---|---|---|---|
| Project Zero: Ladder of Feedback | Harvard Graduate School of Education, Project Zero, Ressource von 2018 | Begründet die Idee, Rückmeldung in Schritte wie Klären, Würdigen, Bedenken und Vorschlagen zu strukturieren. | Kein Kunst-Notenschlüssel und kein Beweis, dass eine bestimmte Änderung künstlerisch richtig ist. |
| National Core Arts Standards | National Coalition for Core Arts Standards, Veröffentlichung 04.06.2014 | Unterstützt die Trennung von Wahrnehmen/Analysieren, Interpretieren und Kriterien anwenden; für Grade 5 wird unter anderem das Vergleichen von Interpretationen genannt. | Freiwillige US-Standards; nicht automatisch verbindlich für deutsche Schulen und keine Benotungsformel. |
| Smarthistory: How to do visual formal analysis | Beth Harris und Steven Zucker, 18.09.2017 | Liefert Fachbegriffe für genaues formales Beobachten wie Komposition, Linie, Farbe, Licht, Tonwert, Textur und Muster. | Formale Analyse ist nicht identisch mit persönlicher Wirkung oder abschließender Qualitätsbewertung. |
| Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Bildende Kunst | Öffentliche Bildungsplanübersicht, geprüft 04.10.2026 | Zeigt, dass Rezeption, Reflexion, Produktion und Präsentation im Fach Bildende Kunst als Kompetenzbereiche geführt werden und Materialien für Sekundarstufe I bereitstehen. | Der hier entwickelte B-W-H- und FAIR-Ablauf ist keine wörtliche Vorgabe dieses Bildungsplans. |
| Creative Commons: Recommended practices for attribution | Creative Commons, laufend gepflegte öffentliche Handreichung, geprüft 04.10.2026 | Grundlage für Titel, Urheber, Quelle und Lizenz bei der Quellenangabe. | Praktische Lizenzhinweise, keine individuelle Rechtsberatung. |
| Wikimedia Commons: Art Class in session at Lyme Art Association 2016 | Jackm135, 11.07.2016, CC BY-SA 4.0 | Medienbeispiel für Kunstunterricht und für überprüfbare Quellenangaben. | Das Bild belegt keine konkrete Feedbackmethode. |
| Wikimedia Commons: Students in an art class | Medill DC; Beschreibung mit Fotocredit Allyson Byers / Medill News Service, 11.02.2011, CC BY 2.0 | Medienbeispiel für Arbeitssituationen im Kunstunterricht. | Das Bild belegt weder Portfolioarbeit noch Lernerfolg. |
Vertiefung: Von Rückmeldung zu überprüfbarer Entscheidung
Vertiefung ab etwa Klasse 6 und für Fortgeschrittene: Jetzt behandelst Du Rückmeldung wie eine kleine Untersuchung. Dabei ist die wichtigste Frage nicht „Welche Version gewinnt?“, sondern „Welche Aussage darf ich aus diesem Test wirklich ableiten?“
Ein Variablen-Prinzip
Wenn Du gleichzeitig Schriftgröße, Farbe, Position und Hintergrund änderst, weißt Du hinterher nicht, welche Änderung den Unterschied verursacht hat. Deshalb ist ein Test meist leichter auszuwerten, wenn nur eine wichtige Variable verändert wird.
Das heißt nicht, dass Kunst immer in Einzelvariablen entsteht. Beim freien Gestalten darfst Du viele Dinge gleichzeitig verändern. Das Ein-Variablen-Prinzip ist nur ein Werkzeug, wenn Du eine bestimmte Rückmeldung gezielt prüfen willst.
Erfolgskriterium vor dem Ergebnis
Lege die Regel möglichst vor dem Vergleich fest. Sonst besteht die Gefahr, dass Du die Regel nachträglich so veränderst, dass Dein Lieblingsentwurf „gewinnt“.
Beispiel: „Der Titel gilt in diesem Test als schnell lesbar, wenn ihn mindestens 4 von 6 Personen nach fünf Sekunden korrekt nennen.“ Danach wird A und B nach derselben Regel ausgewertet.
Aussagegrenzen formulieren
Ein guter Abschlusssatz enthält oft eine Grenze:
„Unter diesen Bedingungen erfüllte Version B unser Lesbarkeitskriterium. Wir haben nur sechs Personen getestet, nur eine Betrachtungszeit verwendet und keine Aussage über die gesamte künstlerische Qualität geprüft.“
So bleibt die Auswertung nachvollziehbar, ohne mehr Sicherheit vorzutäuschen, als der Test liefern kann.
Vier eigenständige faire Mini-Tests mit gestuften Hinweisen und Lösungen
Mini-Test 1 – Welche Aussage ist eine sachliche Beobachtung?
A: Der Titel steht unten links und ist dunkler als die gelbe Kreisfläche.
B: Der Titel ist langweilig.
C: Das Bild fühlt sich traurig an.
D: Die Schrift müsste schöner sein.
Hinweis 1: Suche nach einer Aussage, die Du direkt am Werk prüfen kannst.
Hinweis 2: Wörter wie „langweilig“ und „schöner“ enthalten Wertungen.
Hinweis 3: Position und Helligkeitsunterschied sind sichtbare Eigenschaften.
Lösung: A. Beobachtung: Unten links und dunkler sind prüfbar. Regelanwendung: Eine Beobachtung soll ohne persönliche Wertung auskommen. Bewertung: A erfüllt diese Regel am besten; die anderen Aussagen sind Wirkung oder Wertung.
Mini-Test 2 – Welcher nächste Schritt testet die Rückmeldung am fairsten?
Rückmeldung: „Der Titel ist schwer zu lesen, weil er wenig Helligkeitskontrast zum Hintergrund hat.“
A: In Version B nur die Helligkeit der Schrift verändern.
B: Schrift, Bildformat, Titelwort und Hintergrund gleichzeitig verändern.
C: Das Bild wegwerfen und völlig neu beginnen.
D: Drei Personen fragen, welche Farbe sie allgemein am liebsten mögen.
Hinweis 1: Der Test soll die Rückmeldung direkt prüfen.
Hinweis 2: Je mehr Dinge gleichzeitig geändert werden, desto unklarer wird die Ursache.
Hinweis 3: Gesucht ist genau eine veränderte Variable.
Lösung: A. Beobachtung: Die Rückmeldung nennt den Helligkeitskontrast. Regelanwendung: Im FAIR-Test wird möglichst nur eine Variable verändert. Bewertung: A prüft genau diese Variable und lässt die anderen Bedingungen vergleichbar.
Mini-Test 3 – Welche Quellenangabe enthält die vier TASL-Bestandteile?
A: Titel des Werks, Urheber, Quelle, Lizenz.
B: Dateigröße, Lieblingsfarbe, Schule, Note.
C: Titel, Preis, Kommentarzahl, Bildschirmgröße.
D: Suchmaschine, Dateiname, Klassenstufe, Wetter.
Hinweis 1: TASL ist eine Creative-Commons-Merkhilfe.
Hinweis 2: Gesucht werden Angaben zur Herkunft und Nutzung.
Hinweis 3: T steht für Title und L für License.
Lösung: A. Beobachtung: A enthält genau vier Herkunfts- und Lizenzangaben. Regelanwendung: TASL steht für Title, Author, Source, License. Bewertung: A ist die richtige Auswahl; bei Veränderungen sollte zusätzlich die Änderung dokumentiert werden.
Mini-Test 4 – Was darfst Du aus dem Zahlenergebnis schließen?
Gegeben: A = 2 von 6 korrekt, B = 5 von 6 korrekt. Vorheriges Kriterium: mindestens 4 von 6.
A: B erfüllt in diesem Test das vorher festgelegte Kriterium.
B: B verdient automatisch die Note 1.
C: B ist in jeder künstlerischen Hinsicht besser.
D: Das Ergebnis gilt sicher für alle Menschen.
Hinweis 1: Vergleiche die Zahlen mit der vorher festgelegten Schwelle.
Hinweis 2: 5 ist mindestens 4; 2 ist es nicht.
Hinweis 3: Achte auf die Wörter „automatisch“, „jede“ und „alle“ in den anderen Antworten.
Lösung: A. Beobachtung: B erreicht 5 von 6. Regelanwendung: Das Kriterium fordert mindestens 4 von 6. Bewertung: B erfüllt das Kriterium in diesem Test. Daraus folgt weder eine Note noch eine allgemeine Aussage über künstlerische Qualität.
Transferwerkstatt
In der Transferwerkstatt verwendest Du ein neues Material und durchläufst den ganzen Prozess selbst.
Neues Material „Stadtregen“ – eigens für diesen Kurs erstellt: Eine A4-Collage besteht aus grauem Papier. Links oben klebt ein kleines rotes Rechteck. Von oben nach unten verlaufen acht schwarze Linien. Drei Linien enden an einer blauen Form im unteren Drittel. Rechts unten steht das Wort „REGEN“ in mittelgrauer Schrift. Die gestalterische Absicht lautet: Das Wort soll erst auf den zweiten Blick auffallen, die Linien sollen zuerst den Blick führen.
Modelllösung als Beispiel:
- Beobachtung: Acht schwarze Linien verlaufen von oben nach unten; das mittelgraue Wort steht rechts unten auf grauem Grund.
- Wirkung: Mein Blick folgt zuerst den schwarzen Linien und entdeckt das Wort später.
- Handlungswunsch: Prüfe, ob das Wort auch bei leicht höherem Kontrast noch erst nach den Linien wahrgenommen wird.
- FAIR-Test: Version A bleibt unverändert. Version B erhält nur eine etwas hellere Schrift. Zeige beide Versionen gleich lang und frage zuerst „Was hast Du als Erstes gesehen?“ und danach „Welches Wort steht im Bild?“
- Begrenzte Bewertung: Wähle nur dann eine Version mit Blick auf dieses Ziel aus, wenn Deine Daten zur vorher formulierten Absicht passen. Eine Gesamtnote entsteht daraus nicht.
Selbstprüfkriterien:
- Habe ich Beobachtung und Wirkung sprachlich getrennt?
- Verändert mein Test möglichst nur eine wichtige Variable?
- Habe ich Frage und Erfolgskriterium vor dem Ergebnis festgelegt?
- Dokumentiere ich Ergebnis, Version und Quelle so, dass jemand meinen Weg nachvollziehen kann?
- Formuliere ich eine Aussagegrenze und vermeide eine automatische Note?
Konkrete Abschlussanwendung auf ein neues Material
Arbeite mit dem folgenden neuen Material, ohne die Modelllösung oben zu kopieren.
Material „Fensterlicht“ – eigens für diesen Kurs erstellt: Ein quadratisches Bild zeigt vier schwarze Fensterformen. Hinter dem linken oberen Fenster liegt eine große hellblaue Fläche. Im rechten unteren Fenster befindet sich ein kleiner orangefarbener Punkt. Das Lernziel lautet: Der orange Punkt soll trotz seiner kleinen Größe als zweiter Blickfang nach der hellblauen Fläche wahrgenommen werden.
Deine überprüfbare Anwendung:
- Schreibe genau eine sachliche Beobachtung mit mindestens zwei sichtbaren Eigenschaften.
- Schreibe genau eine persönliche Wirkung mit „Auf mich …“ oder „Mein Blick …“.
- Formuliere genau einen Handlungswunsch, der nur eine Variable verändert.
- Lege vor dem Test ein Erfolgskriterium fest und beschreibe identische Testbedingungen.
- Erstelle V1 und V2, dokumentiere das Ergebnis als Beobachtung, Regelanwendung und begrenzte Bewertung und füge bei jedem fremden Medium einen Quellenblock hinzu.
Abschlusscheck: Deine Lösung ist konkret überprüfbar, wenn eine andere Person anhand Deines Portfolios erkennen kann, was V1 war, was Du verändert hast, welches Kriterium vorher galt, welches Ergebnis vorlag und welche Aussage Du daraus ausdrücklich nicht ableitest.

Mediennachweis: Frances Benjamin Johnston, 1899, Library of Congress, Wikimedia Commons; Public Domain / keine bekannten Veröffentlichungsbeschränkungen laut Dateiseite. Aussagegrenze: Das historische Foto zeigt Zeichenunterricht, aber keine Aussage darüber, welche Rückmeldeformen damals verwendet wurden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage ist am ehesten eine sachliche Beobachtung? (Drei weiße Formen überlappen sich in der Bildmitte) (!Die Bildmitte ist chaotisch) (!Die Bildmitte gefällt mir nicht) (!Die Bildmitte sollte schöner sein)
Welche Formulierung kennzeichnet eine persönliche Wirkung? (Auf mich wirkt die enge Anordnung unruhig) (!Die enge Anordnung ist objektiv schlecht) (!Jeder Mensch findet die Anordnung unruhig) (!Die Anordnung bekommt deshalb eine schlechte Note)
Was ist ein überprüfbarer Handlungswunsch? (Teste eine zweite Version mit größerem Abstand zwischen den Formen) (!Mach das Bild irgendwie besser) (!Ändere alles gleichzeitig) (!Nimm einfach Deine Lieblingsfarbe)
Was gehört zu einem fairen Mini-Test? (Möglichst nur eine wichtige Variable verändern) (!Alle Gestaltungselemente gleichzeitig austauschen) (!Das Erfolgskriterium erst nach dem Ergebnis erfinden) (!Für jede Version eine andere Frage stellen)
Was sollte im Portfolio zu einer Version stehen? (Datum Änderung Rückmeldung Test und Ergebnis) (!Nur der endgültige Titel) (!Nur die spätere Note) (!Nur die Lieblingsfarbe)
Wofür steht TASL bei Creative Commons? (Titel Urheber Quelle Lizenz) (!Technik Abstand Stil Licht) (!Test Antwort Schwelle Lösung) (!Thema Aufgabe Skizze Linie)
Welche Aussage beschreibt eine sinnvolle Aussagegrenze? (Der Test prüft nur die festgelegte Frage unter diesen Bedingungen) (!Der Test beweist die Qualität des ganzen Kunstwerks) (!Sechs Personen sprechen sicher für alle Menschen) (!Ein erfülltes Kriterium erzeugt automatisch eine Note)
Was ist eine Regelanwendung? (Das Ergebnis wird mit dem vorher festgelegten Kriterium verglichen) (!Eine persönliche Wirkung wird zur Tatsache erklärt) (!Eine neue Farbe wird ohne Frage ausgewählt) (!Die Quelle wird weggelassen)
A erreicht zwei von sechs und B fünf von sechs bei einer Schwelle von vier von sechs. Welche Aussage ist richtig? (B erfüllt das festgelegte Kriterium in diesem Test) (!A und B erfüllen das Kriterium gleich gut) (!B erhält automatisch die beste Note) (!Das Ergebnis gilt für jede Betrachtungssituation)
Was ist die beste Aussage zur Benotung in diesem Kurs? (Ein Mini-Test liefert keine automatische Note) (!Jeder erfolgreiche Test ergibt die Note eins) (!Die Mehrheit bestimmt immer die Kunstnote) (!Persönliche Wirkung ist eine feste Benotungsregel)
Memory
| Beobachtung | sichtbare oder zählbare Eigenschaft |
| Wirkung | persönlich gekennzeichneter Eindruck |
| Handlungswunsch | konkreter nächster Schritt |
| Kriterium | vorher festgelegte Prüfregel |
| Version | dokumentierter Stand einer Arbeit |
| Quelle | nachvollziehbare Herkunft eines Mediums |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Beobachtung | Der Titel steht unten links und ist dunkel. |
| Wirkung | Auf mich tritt der Titel in den Hintergrund. |
| Handlungswunsch | Teste eine Version mit hellerem Titel. |
| Regelanwendung | Vergleiche das Ergebnis mit der Schwelle von vier Treffern. |
| Bewertung | Version B erfüllt das vorher festgelegte Kriterium. |
Kreuzworträtsel
| Beobachtung | Wie heißt eine Aussage über direkt prüfbare Eigenschaften eines Werks? |
| Wirkung | Wie heißt ein persönlich gekennzeichneter Eindruck beim Betrachten? |
| Kriterium | Wie heißt eine vorher festgelegte Regel für die Auswertung? |
| Portfolio | Wie heißt eine Sammlung, die Versionen, Rückmeldungen und Quellen dokumentiert? |
| Version | Wie heißt ein datierter Bearbeitungsstand eines Kunstwerks? |
| Kontrast | Wie heißt der wahrnehmbare Unterschied etwa zwischen hell und dunkel? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Beobachtungstraining: Wähle ein eigenes Bild und schreibe fünf Sätze, die nur sichtbare Eigenschaften nennen. Markiere anschließend jedes wertende Wort und ersetze es.
- Wirkungssätze: Formuliere zu drei Beobachtungen jeweils eine persönliche Wirkung mit einem klaren Ich- oder Auf-mich-Signal.
- Rückmeldungskarte: Gestalte eine kleine B-W-H-Karte mit je einem Satzstarter für Beobachtung, Wirkung und Handlungswunsch.
- Quellenblock: Suche ein frei nutzbares Commons-Bild und notiere Titel, Urheber, Quelle, Lizenz, Abrufdatum und einen passenden Alternativtext.
Standard
- Versionenvergleich: Erstelle zwei Varianten einer Zeichnung, bei denen Du nur eine Variable veränderst, und dokumentiere V1 und V2.
- Mini-Test: Plane einen FAIR-Test zu Lesbarkeit, Blickführung oder Wiederholung und lege das Erfolgskriterium vor der Durchführung fest.
- Feedbackinterview: Bitte eine andere Person um eine B-W-H-Rückmeldung zu einem eigenen Entwurf und protokolliere nur die für die Aufgabe nötigen Aussagen ohne private Angaben.
- Portfolioseite: Baue aus Version, Rückmeldung, Test, Ergebnis, Quellenblock und Reflexion eine vollständige Portfolioseite.
Schwer
- Kriterienvergleich: Untersuche zwei unterschiedliche Kriterien für dasselbe Werk und zeige, wie sie zu verschiedenen begrenzten Bewertungen führen können.
- Aussagegrenzen: Erfinde ein scheinbar überzeugendes, aber übertriebenes Testergebnis und korrigiere es anschließend durch eine präzise Aussagegrenze.
- Kuratorische Entscheidung: Wähle aus drei eigenen Versionen eine für eine kleine Ausstellung aus und begründe die Wahl mit Ziel, Beobachtung, Test und Quellenlage.
- Transferprojekt: Entwickle ein neues eigenes Material, lasse eine B-W-H-Rückmeldung formulieren, leite einen fairen Test ab und dokumentiere mindestens zwei Versionen mit Quellen und Reflexion.


Lernkontrolle
- Rückmeldung analysieren: Du erhältst „Das Bild ist langweilig, mach mehr Farbe hinein“. Zerlege den Satz in nicht überprüfbare Teile und formuliere daraus eine Beobachtung, eine Wirkung und einen fairen Handlungswunsch.
- Testdesign prüfen: Eine Person verändert gleichzeitig Farbe, Größe, Position und Schrift. Erkläre, warum das für eine einzelne Prüfungsfrage problematisch ist, und entwirf eine fairere Variante.
- Daten begrenzen: In einem Test bevorzugen 5 von 6 Personen Version B. Formuliere drei Schlussfolgerungen: eine zulässige, eine zu starke und eine eindeutig unzulässige automatische Notenaussage.
- Quellen prüfen: Vergleiche zwei Quellenblöcke und begründe, welcher die Herkunft eines fremden Mediums besser nachvollziehbar macht.
- Kriterium und Geschmack: Erkläre an einem eigenen Beispiel den Unterschied zwischen persönlicher Vorliebe, Aufgaben-Kriterium und selbst gesetzter künstlerischer Absicht.
- Transfer auf neues Werk: Plane für das Material „Fensterlicht“ einen vollständigen B-W-H- und FAIR-Durchgang und formuliere am Ende ausdrücklich die Aussagegrenze.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du kannst an mindestens zwei Beispielen Beobachtung, persönliche Wirkung und Handlungswunsch korrekt trennen.
- Du kannst aus einer Rückmeldung einen kleinen Test mit vorherigem Kriterium, einer möglichst einzelnen Veränderung und gleichen Bedingungen entwickeln.
- Du kannst Testergebnisse als Beobachtung, Regelanwendung und begrenzte Bewertung auswerten.
- Du führst ein Portfolio mit mindestens zwei Versionen, Änderungsnotiz, Rückmeldung, Testkarte und Reflexion.
- Du dokumentierst verwendete Fremdmedien mit Titel, Urheber, Quelle, Lizenz, Abrufdatum und gegebenenfalls Änderung.
- Du formulierst mindestens einmal ausdrücklich, was Dein Test nicht beweist.
- Du leitest aus keinem einzelnen Testergebnis automatisch eine Note ab.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
Abschluss: überprüfbare Anwendung auf ein neues Material
Neues Material „Spur im Quadrat“ – eigens für diesen Kurs erstellt: Auf einem quadratischen weißen Blatt liegen links drei breite schwarze Pinselspuren. Rechts oben befindet sich ein kleiner roter Kreis. Rechts unten steht in dünner grauer Schrift das Wort „SPUR“. Das selbst gesetzte Ziel lautet: Zuerst sollen die schwarzen Pinselspuren auffallen, danach der rote Kreis; das Wort soll erst beim genaueren Hinsehen lesbar werden.
Führe zum Abschluss einen vollständigen, überprüfbaren Durchgang durch:
- Beobachtung: Notiere mindestens zwei direkt sichtbare Eigenschaften, ohne Wirkung oder Wertung einzumischen.
- Wirkung: Formuliere genau einen persönlich gekennzeichneten Eindruck zur Blickreihenfolge.
- Nächster Schritt: Verändere in V2 genau eine Eigenschaft, die zu Deinem Ziel passt.
- Test: Lege vorab eine Frage, ein Erfolgskriterium sowie gleiche Betrachtungszeit, Entfernung und Beleuchtung fest; notiere nur anonyme Ergebnisse.
- Auswertung: Trenne Ergebnisbeobachtung, Regelanwendung und begrenzte Bewertung. Deine Schlussfolgerung muss nennen, was der Test nicht zeigt, und darf keine automatische Note behaupten.
Überprüfbarer Endpunkt: Eine andere Person soll allein anhand Deines Portfolios erkennen können, welche Versionen verglichen wurden, welche eine Variable verändert wurde, welches Kriterium vorab galt, welche Daten entstanden, welche Quelle für fremde Medien verwendet wurde und welche begrenzte Entscheidung Du daraus ableitest.
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