Korrosion und Oberflächenschutz – Einen Korrosionsschutzplan erstellen
Korrosion und Oberflächenschutz – Einen Korrosionsschutzplan erstellen
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du, für ein Bauteil aus Stahl einen begründeten Korrosionsschutzplan zu erstellen. Im Mittelpunkt stehen drei Fragen: Welche Umgebung wirkt auf das Bauteil? Welche Nutzungs- und Schutzdauer wird erwartet? Wie hoch darf der Wartungsbedarf sein?

Ausbildungsbezug: Du planst den Korrosionsschutz für einen neu gefertigten Stahlrahmen an einer Pumpstation. Das Bauteil steht im Freien, ist Regen und häufiger Kondensation ausgesetzt und kann im Winter gelegentlich chloridhaltiges Spritzwasser abbekommen. Eine größere Instandsetzung soll möglichst erst nach vielen Betriebsjahren notwendig werden. Sichtprüfungen sind jährlich möglich, längere Stillstände sollen vermieden werden.
Sicherheitsregel: In diesem Kurs werden keine gefährlichen Eigenversuche durchgeführt. Reale Tätigkeiten wie Beizen, galvanische Verfahren, Feuerverzinken, Strahlen, Spritzlackieren, Arbeiten mit Lösemitteln oder reaktiven 2K-Systemen gehören ausschließlich in dafür geeignete Betriebe und Anlagen mit Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Fachaufsicht.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Korrosion: typische Korrosionserscheinungen erkennen und mit Umgebungsbedingungen verbinden.
- Korrosionsschutz: konstruktive, metallische, organische und elektrochemische Schutzprinzipien unterscheiden.
- Oberflächenvorbereitung: erklären, warum Reinheit und geeignete Oberflächenbeschaffenheit für Beschichtungen entscheidend sind.
- Schichtdickenmessung: Messwerte lesen, dokumentieren und gegen eine vorgegebene Arbeitsanforderung prüfen.
- Instandhaltung: Prüfintervalle und Wartungsbedarf aus Zugänglichkeit, Belastung und Schutzsystem ableiten.
- Gefahrstoff: Sicherheitsdatenblatt, Gefährdungsbeurteilung, Staubschutz und Entsorgung in den Plan einbeziehen.
- Korrosionsschutzplan: alle Informationen zu einer nachvollziehbaren Arbeits- und Prüfplanung zusammenführen.
Ausbildungsfall: Stahlrahmen an einer Pumpstation
Bauteil: geschweißter Stahlrahmen aus unlegiertem Baustahl, neu gefertigt, im Außenbereich.
Umgebung: Regen, Feuchte, Kondensation, wechselnde Temperaturen, gelegentlich salzhaltiges Spritzwasser; keine dauernde Unterwasserbeanspruchung.
Betriebsziel: möglichst geringe Ausfallzeiten, jährliche Sichtkontrolle, lokale Reparaturen sollen möglich sein.
Planungsziel: Schutzsystem, Prüfungen, Wartung und Arbeitsschutz so auswählen, dass die Schutzwirkung nicht nur beim Neubau, sondern über den Betrieb hinweg betrachtet wird.

Entscheidung 1: Was greift das Bauteil an?
Feuchte und Sauerstoff ermöglichen bei Stahl elektrochemische Korrosionsvorgänge. Salze erhöhen die elektrische Leitfähigkeit des Feuchtigkeitsfilms und können Korrosion beschleunigen. Entscheidend ist deshalb nicht nur der Werkstoff, sondern die Kombination aus Werkstoff + Umgebung + Konstruktion + Betriebsdauer.

Merke: Rost ist ein Korrosionsprodukt von Eisen beziehungsweise Stahl. Korrosion ist der übergeordnete Begriff.
Kurzcheck: Korrosionsmerkmale
| Beobachtung | Bedeutung für den Plan |
|---|---|
| Rostfahnen oder Rostnester | Ursache und Ausbreitung prüfen; nicht nur optisch überdecken |
| Beschädigte Beschichtung | Unterwanderung und Kantenbereich kontrollieren |
| Spalt oder Wasserfalle | konstruktive Ursache in Wartung und Reparatur einbeziehen |
| Kontakt unterschiedlicher Metalle | mögliche Bimetallkorrosion bewerten |
| Tiefe lokale Mulden | mögliche lokale Korrosionsform und Restquerschnitt fachlich prüfen |

Lerneinheit 1: Umgebung bewerten
Ein Korrosionsschutzplan beginnt nicht mit einem Lacknamen, sondern mit der Beanspruchung.
| Prüffrage | Beispiel im Ausbildungsfall |
|---|---|
| Innen oder außen? | außen |
| Feuchte oder Kondensation? | häufig |
| Chloride oder Salze? | gelegentliches Spritzwasser |
| Dauerhaft eingetaucht? | nein |
| Chemische Zusatzbelastung? | anhand Betreiberangaben prüfen |
| UV- und Wetterbelastung? | ja |
| Mechanische Beschädigung möglich? | ja, durch Betrieb und Wartung |
| Gut zugänglich? | überwiegend ja |
Normhinweis: Für Stahlbauten mit Beschichtungssystemen wird die Umgebung in der Praxis unter anderem nach der Normenreihe DIN EN ISO 12944 bewertet. Die Normenreihe befindet sich 2026 teilweise in Überarbeitung. Bei einem realen Auftrag musst Du deshalb immer die im Projekt geforderte und aktuell gültige Ausgabe prüfen.
Mini-Aufgabe mit gestufter Hilfe
Aufgabe: Nenne die drei wichtigsten Belastungen im Ausbildungsfall und begründe, warum sie für den Korrosionsschutz relevant sind.
Hilfe 1: Markiere im Falltext alle Wörter, die etwas mit Wasser, Salz oder Wetter zu tun haben.
Hilfe 2: Frage Dich, wodurch ein leitfähiger Feuchtigkeitsfilm entstehen kann.
Hilfe 3: Eine sinnvolle Antwort enthält Feuchte oder Kondensation, Witterung und chloridhaltiges Spritzwasser.
Begründetes Feedback: Wenn Du nur „draußen“ notierst, ist die Bewertung zu grob. Die Schutzplanung wird belastbarer, wenn konkrete Medien und Einwirkungen genannt werden.
Lerneinheit 2: Schutzprinzip auswählen
Korrosionsschutz kann an unterschiedlichen Stellen ansetzen.

| Schutzprinzip | Kurzidee | Typische Planungsfrage |
|---|---|---|
| Konstruktiver Schutz | Wasser und Schmutz sollen möglichst nicht stehen bleiben | Gibt es Spalte, Wasserfallen oder schwer erreichbare Bereiche? |
| Organische Beschichtung | Barriere zwischen Stahl und Umgebung | Ist die Oberfläche geeignet vorbereitet und ist das System für die Beanspruchung qualifiziert? |
| Metallischer Überzug | zum Beispiel Zinküberzug | Ist das Bauteil für das Verfahren konstruktiv geeignet? |
| Duplex-System | Zinküberzug plus organische Beschichtung | Sind beide Systembestandteile aufeinander abgestimmt? |
| Kathodischer Schutz | Schutz durch elektrochemische Potentialsteuerung | Ist das Bauteil und die Einsatzumgebung dafür geeignet? |

Auswahl für den Ausbildungsfall
Für den neu gefertigten, transportablen Stahlrahmen wird im Kurs ein Duplex-System als Planungsvariante gewählt: fachgerecht hergestellter Zinküberzug plus darauf abgestimmtes organisches Beschichtungssystem.
Warum? Die Kombination kann einen robusten Grundschutz mit einer zusätzlichen Barriere verbinden und reduziert im Ausbildungsfall den Wunsch nach häufigen größeren Instandsetzungen. Die konkrete Eignung muss in einem realen Projekt durch Fachplanung, Bauteilgeometrie, aktuelle Normen und zugelassene beziehungsweise freigegebene Systeme bestätigt werden.
Nicht zulässig als Kursabkürzung: „Mehr Lack = automatisch mehr Schutz“. Schutzwirkung hängt unter anderem von Untergrund, Systemaufbau, Applikation, Trocknung beziehungsweise Aushärtung, Schichtdicke, Detailausbildung und späterer Beschädigung ab.
Lerneinheit 3: Oberfläche vorbereiten
Eine Beschichtung haftet nur zuverlässig auf einem geeigneten Untergrund. Ziel ist eine Oberfläche, deren Reinheit und Rauheit zum vorgesehenen System passen.
Wichtige Planungsregel: Das konkrete Vorbereitungsverfahren wird nicht frei erfunden, sondern aus Arbeitsauftrag, technischer Systembeschreibung, Werkstoffzustand und den geltenden betrieblichen Regeln abgeleitet.
Gefahr: Beim Schleifen, Strahlen oder Entfernen alter Beschichtungen können Stäube und Gefahrstoffe entstehen. Vor Beginn ist zu klären, welche Stoffe im Grundwerkstoff, Altanstrich und Strahlmittel vorhanden sein können. Absaugung, Einhausung, geeignete Arbeitsverfahren und weitere Schutzmaßnahmen werden aus der Gefährdungsbeurteilung festgelegt.
Auswahlaufgabe: Was gehört vor die Beschichtung?
| Situation | Richtige Planungsreaktion |
|---|---|
| Oberfläche ist ölig | Reinigungs- und Vorbehandlungsverfahren nach Systemvorgabe festlegen |
| Altbeschichtung ist unbekannt | Stoffe und Gefährdungen vor dem Abtrag klären |
| Rost und lose Schichten sind vorhanden | geforderten Oberflächenzustand fachgerecht herstellen und kontrollieren |
| Oberfläche ist frisch verzinkt | nur eine für den vorgesehenen Duplex-Aufbau geeignete Vorbehandlung nach Systemvorgabe wählen |
| Staub liegt auf der Fläche | Staubfreiheit vor weiterer Beschichtung prüfen |
Begründetes Feedback: Die Beschichtung ist kein Ersatz für eine ungeklärte oder ungeeignete Oberfläche. Eine falsche Vorbehandlung kann die Haftung und damit die Schutzdauer verschlechtern.
Lerneinheit 4: Schichtdicke prüfen
Die Schichtdicke ist eine wichtige Qualitätsgröße. Je nach System und Grundwerkstoff kommen unterschiedliche Messverfahren infrage.



Wichtig: Messgerät, Kalibrierung beziehungsweise Verifizierung, Messstrategie und Grenzwerte werden aus Arbeitsauftrag, Herstellerangaben und der für das Projekt geltenden Prüfvorschrift übernommen.
Messwertansicht: Ausbildungsfall
Nur für diese Lernaufgabe gilt die fiktive Arbeitsvorgabe: Trockenschichtdicke 280 bis 420 µm an jedem geprüften Punkt. Diese Werte sind keine allgemeine Normvorgabe.
| Messpunkt | Messwert | Ausbildungsbewertung |
|---|---|---|
| P1 | 312 µm | innerhalb der Vorgabe |
| P2 | 295 µm | innerhalb der Vorgabe |
| P3 | 274 µm | unter der Vorgabe |
| P4 | 301 µm | innerhalb der Vorgabe |
| P5 | 288 µm | innerhalb der Vorgabe |
Prüffrage: Darf der Prüfpunktbereich nach dieser Ausbildungsanforderung ohne weitere Maßnahme freigegeben werden?
Feedback: Nein. P3 liegt unter der im Arbeitsauftrag festgelegten Mindestschichtdicke. Der Bereich muss nach dem vorgesehenen Qualitätsverfahren beurteilt und gegebenenfalls fachgerecht nachgearbeitet und erneut geprüft werden.
Lerneinheit 5: Lebensdauer und Wartungsbedarf
Schutzdauer ist eine Planungsgröße und keine automatische Gewährleistungsfrist. Für den Betrieb zählt außerdem, wie schnell Schäden entdeckt und repariert werden können.
| Einfluss | Wirkung auf Wartungsplanung |
|---|---|
| hohe Feuchte oder Salzbelastung | Kontrollen enger planen |
| viele Kanten, Spalte und Wasserfallen | Detailstellen gezielt kontrollieren |
| schwer zugängliches Bauteil | langlebiges System und gute Dokumentation gewinnen an Bedeutung |
| mechanische Beschädigung | Reparaturkonzept vorsehen |
| kurze Stillstandsfenster | Prüfungen möglichst in laufende Wartungsfenster integrieren |
Ausbildungsfall: jährliche Sichtprüfung, zusätzliche Kontrolle nach außergewöhnlicher mechanischer Beschädigung und dokumentierte Nacharbeit an Fehlstellen. Umfang und Intervall werden im realen Betrieb von Betreiber, Fachplanung, System und tatsächlichem Zustand festgelegt.
Wartungsampel
| Beobachtung | Planungsentscheidung |
|---|---|
| Beschichtung intakt, keine Roststellen | dokumentieren und planmäßig weiter kontrollieren |
| kleiner lokaler Schaden ohne sichtbare Unterwanderung | Reparatur nach freigegebenem Verfahren terminieren |
| Rost unter Beschichtung oder Blasenbildung | Schadensursache und Ausmaß fachlich untersuchen |
| tiefer Querschnittsverlust | Bauteilsicherheit durch fachkundige Stelle bewerten lassen |
Lerneinheit 6: Gefahrstoffe, Staub und Entsorgung
Beschichtungsstoffe können je nach Produkt Lösemittel, Bindemittel, Pigmente, Füllstoffe, Härter oder andere Gefahrstoffe enthalten. Maßgeblich sind Sicherheitsdatenblatt, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung.
Schutzprinzip: Gefährdungen sollen möglichst vermieden oder minimiert werden. Nach Gefahrstoffrecht werden zuerst Substitution und technische beziehungsweise organisatorische Maßnahmen geprüft; persönliche Schutzausrüstung ergänzt diese Maßnahmen.
Staub: Bei Strahlarbeiten können brennbare oder explosionsfähige Stäube entstehen. Beim Entfernen alter Schichten können zusätzlich Gefahrstoffe aus der Altbeschichtung freigesetzt werden. Solche Arbeiten gehören in geeignete Anlagen und unter Fachaufsicht.
Entsorgung: Farb- und Lackabfälle werden nach ihren Eigenschaften und dem betrieblichen Entsorgungskonzept getrennt erfasst. Das Europäische Abfallverzeichnis unterscheidet zum Beispiel 08 01 11* für Farb- und Lackabfälle mit organischen Lösemitteln oder anderen gefährlichen Stoffen und 08 01 12 für entsprechende Abfälle ohne diese gefährlichen Eigenschaften. Abfälle aus der Farb- oder Lackentfernung können je nach Zusammensetzung ebenfalls als gefährlicher Abfall eingestuft sein.
Kein Eigenversuch: Reale chemische Entrostung, Beizen, Galvanisieren, Feuerverzinken oder das Mischen und Versprühen reaktiver Beschichtungsstoffe wird in diesem Kurs nicht praktisch durchgeführt.
Lerneinheit 7: Den Korrosionsschutzplan erstellen
Ein guter Plan verbindet Technik, Qualität, Sicherheit und Wartung.
| Planfeld | Eintrag für den Ausbildungsfall |
|---|---|
| Bauteil | neu gefertigter Stahlrahmen an einer Pumpstation |
| Werkstoff | unlegierter Baustahl |
| Umgebung | außen, feucht, Kondensation, Witterung, gelegentlich chloridhaltiges Spritzwasser |
| Schutzprinzip | Duplex-System als Ausbildungsvariante |
| Konstruktive Prüfung | Wasserfallen, Spalte, Kanten, Zugänglichkeit und Eignung für das Schutzverfahren prüfen |
| Oberflächenvorbereitung | nach freigegebener System- und Projektvorgabe |
| Beschichtung | qualifiziertes, mit dem Zinküberzug abgestimmtes System nach Projektvorgabe |
| Qualitätsprüfungen | Sichtprüfung, Oberflächenzustand, dokumentierte Schichtdickenmessung und weitere projektspezifische Prüfungen |
| Arbeitsschutz | Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitsdatenblätter, Absaugung beziehungsweise Einhausung, Unterweisung, festgelegte PSA |
| Entsorgung | getrennte Erfassung und Einstufung nach Abfallart und gefährlichen Eigenschaften |
| Wartung | jährliche Sichtkontrolle, Zusatzkontrolle nach Beschädigung, dokumentierte lokale Reparatur |
| Dokumentation | verwendetes System, Chargen, Messwerte, Abweichungen, Nacharbeit, Freigabe und Wartungshistorie |
Gestufte Hilfen zum eigenen Plan
Hilfe 1 – Umgebung: Schreibe zuerst alle Einwirkungen auf, bevor Du ein Schutzsystem auswählst.
Hilfe 2 – Lebensdauer: Formuliere, wann eine größere Instandsetzung frühestens akzeptiert wird und wie oft geprüft werden kann.
Hilfe 3 – Systemwahl: Vergleiche Barrierewirkung, metallischen Schutz, Reparierbarkeit, Zugänglichkeit und Betriebsunterbrechung.
Hilfe 4 – Prüfung: Notiere schon bei der Planung, welche Messwerte später beweisen sollen, dass die Arbeit korrekt ausgeführt wurde.
Hilfe 5 – Sicherheit: Prüfe für jeden Arbeitsschritt, ob Gefahrstoffe, Staub, Brand- oder Explosionsgefahr, Hautkontakt oder Abfall entstehen können.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basis
Aufgabe: Ordne Feuchte, Salz, UV-Strahlung, mechanische Beschädigung und schlechte Zugänglichkeit den Bereichen Umgebung oder Wartung zu.
Feedback: Feuchte, Salz und UV gehören primär zur Umgebung. Mechanische Beschädigung beeinflusst sowohl Beanspruchung als auch Wartung. Schlechte Zugänglichkeit erhöht den Aufwand für Kontrolle und Reparatur.
Anwendung
Aufgabe: Im Ausbildungsfall fällt Messpunkt P3 mit 274 µm auf. Formuliere die nächsten drei Schritte.
Feedback: Eine fachlich gute Antwort enthält mindestens: Abweichung dokumentieren, betroffenen Bereich nach Projektvorgabe beurteilen beziehungsweise nacharbeiten lassen und anschließend erneut prüfen. Einfaches „Überstreichen“ ohne Ursachen- und Systemprüfung reicht nicht.
Transfer
Aufgabe: Ein ähnlicher Stahlrahmen soll nicht an einer Pumpstation, sondern direkt an einer Küste eingesetzt werden. Welche Teile des Korrosionsschutzplans müssen neu bewertet werden?
Feedback: Mindestens Umgebungsbeanspruchung, Systemauswahl, konstruktive Details, Prüf- und Wartungsintervalle sowie gegebenenfalls die geforderte Schutzdauer müssen neu betrachtet werden. Ein Plan darf nicht ungeprüft von einem Standort auf einen anderen übertragen werden.
Medien: Oberflächentechnik im Beruf
Das Video zeigt die Bedeutung der Oberflächentechnik als industrielles Fachgebiet. Nutze es als Berufsorientierung, nicht als Ersatz für betriebliche Verfahrens- oder Sicherheitsanweisungen.
Quellen und Medienrechte
Fachliche Quellen, geprüft für diesen Kurs:
- Korrosion: https://de.wikipedia.org/wiki/Korrosion
- Korrosionsschutz: https://de.wikipedia.org/wiki/Korrosionsschutz
- Feuerverzinken: https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerverzinken
- ISO 12944-2:2017: https://www.iso.org/standard/64834.html
- ISO 12944-5:2019: https://www.iso.org/standard/77795.html
- Bundesanstalt für Wasserbau: ZTV-W LB 218 und Regelwerke zum Korrosionsschutz, https://izw.baw.de/infrastruktur/regelwerke/stlk-w-ztv-w
- DGUV: DGUV Information 209-014 „Lackieren und Beschichten“, https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/322/lackieren-und-beschichten
- DGUV: Themenfeld Strahlarbeiten, https://www.dguv.de/fb-holzundmetall/sg/sg_ot/strahlarbeiten/index.jsp
- Gefahrstoffverordnung: https://www.gesetze-im-internet.de/gefstoffv_2010/
- TRGS: Übersicht der Technischen Regeln für Gefahrstoffe, https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/TRGS/TRGS
- Abfallverzeichnis-Verordnung: https://www.gesetze-im-internet.de/avv/
Verwendete Wikimedia-Commons-Medien:
– LukaszKatlewa, CC BY-SA 4.0.
– Artem78 nach einer Vorlage von Tungsten, CC BY-SA 4.0.
– Cl Cu111, CC BY-SA 3.0.
– Splarka, Public Domain.
– Roland Mattern, unter anderem CC BY 3.0 beziehungsweise GFDL gemäß Dateiseite.
– Zwergelstern, GFDL gemäß Dateiseite.
– Cjp24, unter anderem CC BY-SA 3.0 beziehungsweise GFDL.
– Vsolymossy, Public Domain.
– Hannes4597, CC0.
YouTube-Hinweis: Die Videos werden von den jeweiligen Originalkanälen eingebettet und nicht neu lizenziert oder neu hochgeladen. Rechte und Verfügbarkeit verbleiben bei den jeweiligen Anbietern beziehungsweise bei YouTube.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Information gehört an den Anfang eines Korrosionsschutzplans? (Umgebungsbeanspruchung des Bauteils) (!Farbe des Firmenlogos) (!Name des Messgeräts) (!Anzahl der Pausen)
Welche Aussage beschreibt Korrosion am besten? (Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung mit messbarer Veränderung) (!Nur das Abblättern von Lack) (!Nur Rost an Edelstahl) (!Nur eine mechanische Verformung)
Was erhöht im Ausbildungsfall die Korrosionsbeanspruchung besonders? (Feuchte und chloridhaltiges Spritzwasser) (!Trockene Lagerung) (!Gleichmäßige Raumtemperatur) (!Fehlende Beleuchtung)
Was ist ein Duplex-System? (Zinküberzug kombiniert mit organischer Beschichtung) (!Zwei identische Stahlbleche) (!Zwei Messgeräte gleichzeitig) (!Nur eine besonders dicke Lackschicht)
Warum wird die Oberfläche vor einer Beschichtung geprüft und vorbereitet? (Damit der geforderte Untergrundzustand für das System erreicht wird) (!Damit das Bauteil schwerer wird) (!Damit Messwerte vermieden werden) (!Damit keine Wartung mehr nötig ist)
Welche Aussage zur Schichtdickenmessung ist richtig? (Messverfahren und Grenzwerte müssen zur Projektvorgabe passen) (!Jeder Messwert ist automatisch akzeptabel) (!Nur die Farbe entscheidet über die Qualität) (!Schichtdicke wird nur geschätzt)
Was ist bei unbekannten Altbeschichtungen vor dem Abtrag wichtig? (Mögliche Gefahrstoffe und Schutzmaßnahmen klären) (!Sofort trocken abschleifen) (!Altbeschichtung mit bloßen Händen entfernen) (!Staub absichtlich aufwirbeln)
Welche Maßnahme hat im Gefahrstoffschutz Vorrang vor alleiniger persönlicher Schutzausrüstung? (Gefährdung durch Substitution und technische Maßnahmen minimieren) (!Nur schneller arbeiten) (!Warnhinweise entfernen) (!Sicherheitsdatenblatt ignorieren)
Was bedeutet ein Messwert unter der festgelegten Mindestschichtdicke? (Abweichung dokumentieren und nach Projektvorgabe beurteilen) (!Wert löschen) (!Messgerät nicht mehr verwenden) (!Bauteil ohne Prüfung freigeben)
Warum gehört Wartung bereits in den Korrosionsschutzplan? (Weil Schutzwirkung über den Betrieb kontrolliert und erhalten werden muss) (!Weil Korrosion nach der Beschichtung unmöglich ist) (!Weil nur die Erstlackierung wichtig ist) (!Weil Inspektionen keine Informationen liefern)
Begründetes Feedback zum Quiz
- Frage 1: Ohne Umgebungsbewertung lässt sich kein passendes Schutzsystem begründen.
- Frage 2: Korrosion ist weiter gefasst als Rost und betrifft die Wechselwirkung von Werkstoff und Umgebung.
- Frage 3: Feuchte und Chloride erhöhen die elektrochemische Beanspruchung von Stahl.
- Frage 4: Beim Duplex-Prinzip werden metallischer Zinkschutz und organische Beschichtung kombiniert.
- Frage 5: Haftung und Schutzwirkung hängen wesentlich vom geeigneten Untergrundzustand ab.
- Frage 6: Ein Messwert ist nur sinnvoll, wenn klar ist, mit welchem Verfahren und gegen welche Vorgabe geprüft wird.
- Frage 7: Beim Entfernen unbekannter Altbeschichtungen können gefährliche Stäube oder Stoffe freigesetzt werden.
- Frage 8: Gefahrstoffschutz folgt dem Prinzip, Gefährdungen möglichst an der Quelle zu vermeiden oder zu minimieren.
- Frage 9: Eine dokumentierte Abweichung muss nach dem festgelegten Qualitätsverfahren behandelt werden.
- Frage 10: Korrosionsschutz ist eine Lebenszyklusaufgabe und endet nicht mit der Erstbeschichtung.
Memory
| Korrosion | Werkstoff reagiert mit Umgebung |
| Duplex-System | Zinküberzug plus organische Beschichtung |
| Schichtdickenmessung | Kontrolle eines Überzugs |
| Sicherheitsdatenblatt | Stoffbezogene Gefahren- und Schutzinformationen |
| Wartungsplan | Termine und Kriterien für Kontrolle und Instandsetzung |
| Bimetallkorrosion | Angriff durch ungünstige Metallpaarung in leitfähiger Umgebung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Umgebungsanalyse | Feuchte Salz Temperatur und Nutzung erfassen |
| Systemauswahl | Schutzprinzip passend zur Beanspruchung wählen |
| Oberflächenvorbereitung | geeigneten Untergrundzustand herstellen |
| Qualitätsprüfung | Messwerte und Sichtbefund dokumentieren |
| Wartungsplanung | Inspektion und Reparatur über die Nutzungsphase festlegen |
...
Kreuzworträtsel
| Korrosion | Wie heißt die schädigende Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung? |
| Chloride | Welche Salzbestandteile können die Korrosionsbeanspruchung erhöhen? |
| Beschichtung | Wie heißt eine organische Schutzschicht auf einem Bauteil? |
| Zink | Welches Metall wird häufig als schützender Überzug auf Stahl eingesetzt? |
| Wartung | Wie heißt die geplante Erhaltung der Funktion während des Betriebs? |
| Messgerät | Womit wird eine technische Messgröße vor Ort erfasst? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Basis
- Korrosionsbild: Fotografiere nur sicher zugängliche, freigegebene korrodierte Alltagsgegenstände und ordne sichtbare Merkmale zu. Keine Proben entnehmen.
- Umgebungsanalyse: Erstelle für ein Stahlgeländer eine Tabelle mit Feuchte, Salz, UV-Strahlung, Temperatur und mechanischer Belastung.
- Werkstoffvergleich: Vergleiche auf Bildern unbeschichteten Stahl, verzinkten Stahl und beschichteten Stahl. Beschreibe nur sichtbare Unterschiede.
- Messwertprotokoll: Übertrage die fünf Messwerte aus dem Ausbildungsfall in ein eigenes Prüfprotokoll und markiere die Abweichung.
Standard – Anwendung
- Korrosionsschutzplan: Ergänze den Ausbildungsfall um zwei weitere Prüfstellen und begründe, warum Du gerade dort messen würdest.
- Wartungsintervall: Entwirf einen einfachen Jahresplan für Sichtprüfung, Dokumentation und lokale Reparaturfreigabe.
- Gefährdungsbeurteilung: Erstelle aus einem bereitgestellten Sicherheitsdatenblatt eine Übersicht zu Gefahren, technischen Maßnahmen und Entsorgung. Keine Chemikalien verwenden.
- Oberflächenvorbereitung: Analysiere einen betrieblichen Arbeitsauftrag und markiere alle Stellen, an denen Oberflächenzustand oder Reinigung geprüft werden müssen.
Schwer – Transfer
- Standortwechsel: Übertrage den Korrosionsschutzplan auf einen küstennahen Standort und begründe jede Änderung.
- Lebenszykluskosten: Vergleiche zwei Schutzvarianten nicht nur nach Erstkosten, sondern auch nach Inspektion, Reparatur und Betriebsunterbrechung.
- Qualitätsabweichung: Entwickle einen Entscheidungsbaum für den Fall, dass mehrere Schichtdickenwerte außerhalb der Projektvorgabe liegen.
- Betriebsinterview: Befrage nach betrieblicher Freigabe eine Fachkraft für Oberflächentechnik zu häufigen Korrosionsschäden, Prüfungen und Wartungsfehlern. Dokumentiere das Interview ohne personenbezogene Daten.


Lernkontrolle
- Umgebung und Systemwahl: Begründe, warum ein Schutzsystem für einen trockenen Innenraum nicht automatisch für einen feuchten Außenstandort geeignet ist.
- Messdaten bewerten: Erkläre, wie Du vorgehst, wenn ein einzelner Messwert außerhalb der Arbeitsvorgabe liegt, obwohl der Mittelwert gut aussieht.
- Wartungsstrategie: Vergleiche ein gut zugängliches Bauteil mit einem schwer zugänglichen Bauteil hinsichtlich Schutzsystem und Prüfplanung.
- Gefahrstoffmanagement: Begründe, warum die Kenntnis einer Altbeschichtung vor Schleif- oder Strahlarbeiten wichtig ist.
- Transfer Küstenstandort: Entwickle drei begründete Änderungen für einen Korrosionsschutzplan, wenn zusätzlich starke Chloridbelastung zu erwarten ist.
- Lebenszyklus: Erkläre, warum die billigste Erstbeschichtung über die gesamte Nutzungsdauer die teurere Lösung sein kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- die Umgebungsbeanspruchung eines Bauteils systematisch erfassen kannst,
- Korrosionsmechanismen und sichtbare Schäden sachgerecht einordnen kannst,
- ein Schutzprinzip begründet auswählst,
- Oberflächenvorbereitung und Prüfungen in die Planung integrierst,
- Messwerte nachvollziehbar dokumentierst und Abweichungen erkennst,
- Gefahrstoffe, Staub und Entsorgung quellenbasiert berücksichtigst,
- Wartungsbedarf und Zugänglichkeit in die Lebenszyklusplanung einbeziehst,
- einen vollständigen Korrosionsschutzplan mit technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellst.
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