Konventionelles Fräsen – Nuten und Taschen fertigen
Konventionelles Fräsen – Nuten und Taschen fertigen
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du, Nuten und Taschen an einer konventionellen Fräsmaschine zu planen. Im Mittelpunkt stehen drei Entscheidungen: Werkzeugdurchmesser, Zustellstrategie und Restmaterial. Du arbeitest zuerst mit Bildern, Ablaufanimationen und einer sicheren Fertigungssimulation. Erst danach wird eine mögliche Werkstattübertragung betrachtet.
Sicherheitsgrenze: Praktische Werkstattarbeiten sind nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Beachtung der Betriebs- und Herstelleranweisungen und unter zuständiger Aufsicht zulässig. Dieser Kurs ersetzt keine Unterweisung und erteilt keine Arbeitsfreigabe.
Medienauftrag: Zeige auf der Abbildung Tisch, Spindel, Handräder und Werkzeugbereich. Beschreibe anschließend in zwei Sätzen, wo beim Nuten- und Taschenfräsen Relativbewegungen in X-, Y- und Z-Richtung entstehen.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Werkzeugdurchmesser aus Nutbreite und Innenradius ableiten, Zustellungen in sinnvolle Bearbeitungsstufen zerlegen, Restmaterial erkennen, Bearbeitungsfolgen begründen und eine sichere Simulation prüfen. Du kannst außerdem erklären, warum Gleichlauf und Gegenlauf an einer handgesteuerten Maschine nicht ohne Betrachtung von Spiel, Steifigkeit und Betriebsanweisung gewählt werden dürfen.
Ausbildungsfall: Grundplatte für eine Montagevorrichtung
Du erhältst eine Übungszeichnung für eine rechteckige Grundplatte. In der Simulation gelten folgende Maße: Rohteil 80 mm × 50 mm × 12 mm, Tasche 50 mm × 30 mm × 5 mm mit Innenradius R4, Nut 8 mm × 40 mm × 4 mm. Verfügbar sind Schaftfräser mit 6 mm, 8 mm und 10 mm Durchmesser.
Dein Auftrag: Plane zuerst ohne laufende Maschine. Entscheide, welches Werkzeug für Schruppen, Schlichten und Restmaterial geeignet ist. Erstelle danach eine digitale oder zeichnerische Ablaufsimulation. Reale Schnittwerte werden nicht aus diesem Kurs übernommen, sondern aus Werkzeugdaten, Arbeitsplan, Betriebsanweisung und Freigabe der ausbildenden Person.
Sicherheitscheck vor jeder Werkstattübertragung
- Gefährdungsbeurteilung: Prüfe, welche Gefährdungen und Schutzmaßnahmen für Maschine, Werkstück, Spannmittel, Kühlschmierstoff und Umgebung festgelegt sind.
- Unterweisung: Arbeite nur, wenn Du für die konkrete Maschine und Tätigkeit unterwiesen wurdest und die zuständige Aufsicht die Durchführung freigegeben hat.
- Werkstückspannung: Das Werkstück muss sicher gespannt sein; Spannmittel, Werkzeugaufnahme und Schutzvorrichtungen müssen zur Aufgabe passen.
- Persönliche Schutzausrüstung: Vorgaben des Betriebs beachten; Schutzbrille und gegebenenfalls Gehörschutz verwenden. In der Nähe rotierender Werkzeuge keine Handschuhe tragen.
- Späne: Nie in die laufende Maschine greifen. Späne erst bei Stillstand mit geeignetem Hilfsmittel entfernen; nicht mit den Händen und nicht durch unkontrolliertes Ausblasen.
- Maschinenzustand: Schutzhaube, Not-Halt-Funktion, Bedienung und augenscheinlicher Maschinenzustand müssen den betrieblichen Vorgaben entsprechen.
Die BGHM nennt für konventionelle beziehungsweise handgesteuerte Fräsmaschinen unter anderem sichere Werkzeug- und Werkstückspannung, passende Bearbeitungsparameter, funktionsfähige Schutzvorrichtungen, Unterweisung vor Tätigkeitsbeginn und das Verbot, in die laufende Maschine zu greifen.
Kurze Lerneinheit 1: Was ist eine Nut, was ist eine Tasche?
Eine Nut ist eine schmale, längliche Ausnehmung. Eine Tasche ist eine flächigere, begrenzte Vertiefung. Bei beiden entsteht die Form durch die Relativbewegung zwischen rotierendem Werkzeug und Werkstück.

Merksatz: X und Y erzeugen den Verlauf in der Ebene. Z bestimmt die Tiefe. Beim Handfräsen muss jede Achsbewegung geplant und kontrolliert werden.
Mini-Auftrag: Form lesen
Skizziere die 8-mm-Nut und die 50-mm-×-30-mm-Tasche aus dem Ausbildungsfall. Markiere Nutbreite, Taschentiefe, Innenradius und die Stellen, an denen ein zu großer Fräser Restmaterial hinterlassen würde.
Kurze Lerneinheit 2: Werkzeugdurchmesser wählen
Der Werkzeugdurchmesser beeinflusst Bearbeitungsbreite, Mindestinnenradius, Eingriffsverhältnisse, Stabilität und Korrekturmöglichkeiten.


Für die Geometrie gilt als erste Denkregel: Ein Schaftfräser mit Durchmesser D besitzt den Radius D/2. Ein Werkzeug mit 10 mm Durchmesser kann geometrisch keine scharfe Innenecke und auch keinen kleineren Innenradius als 5 mm direkt erzeugen. Für R4 ist daher ein Werkzeug mit höchstens 8 mm Durchmesser nötig.
Bei einer Nut kann ein Fräser mit exakt der Nutbreite die volle Nutbreite in einem Zug erfassen. Das bedeutet jedoch vollen radialen Eingriff. Ein kleinerer Fräser erlaubt Schrupp- und seitliche Schlichtbahnen sowie eine bessere Maßkorrektur. Sandvik Coromant empfiehlt bei Pass- und Keilnuten häufig einen untermaßigen Schaftfräser mit anschließender Seitenbearbeitung.
Entscheidungsbild für den Ausbildungsfall
| Merkmal | Werkzeug 10 mm | Werkzeug 8 mm | Werkzeug 6 mm |
|---|---|---|---|
| Tasche schruppen | gut nutzbar, aber R5 bleibt in den Ecken | möglich | möglich, mehr Bahnen |
| Tasche R4 fertigstellen | ungeeignet | geometrisch passend | möglich mit passend versetzter Bahn |
| Nut 8 mm Vollbreite | zu groß | geometrisch passend, voller Eingriff | untermaßig, Seitenbearbeitung nötig |
| Korrekturmöglichkeit an Nutflanken | nicht passend | gering | hoch |
Entscheidung: Im Ausbildungsfall ist eine plausible Simulationsstrategie: Tasche mit 10 mm schruppen, Ecken beziehungsweise Restmaterial mit 8 mm nacharbeiten; die 8-mm-Nut entweder mit 8 mm Vollbreite oder kontrollierter mit 6 mm und anschließenden Seitenbahnen planen. Welche Variante real zulässig ist, entscheidet die betriebliche Arbeitsplanung.
Kurze Lerneinheit 3: Zustellstrategie
Zustellen bedeutet, den Eingriff in Tiefe oder Breite schrittweise festzulegen. Eine Zustellstrategie soll Werkzeug, Maschine, Spannung und Werkstück nicht unnötig belasten.

Für die Simulation der 5-mm-Tasche kannst Du drei Tiefenstufen 2 mm, 2 mm und 1 mm verwenden. Für die 4-mm-Nut kannst Du zwei Stufen 2 mm und 2 mm darstellen. Diese Werte sind ausschließlich didaktische Simulationswerte und keine allgemeinen Schnittdaten.
Wichtiger als ein fester Zahlenwert ist die Begründung: Werkzeugherstellerdaten, Werkstoff, Werkzeugauskragung, Maschinensteifigkeit, Spannung, Fräsergeometrie und gewünschte Oberfläche bestimmen die reale Zustellung.
Eintritt in Tasche oder geschlossene Nut
Nicht jeder Schaftfräser darf axial eintauchen. Für geschlossene Bereiche können je nach Werkzeug und Arbeitsplan Vorbohren, lineares Rampen oder andere freigegebene Eintrittsstrategien vorgesehen sein. Sandvik Coromant nennt lineares Rampen als verbreitete Möglichkeit, eine geschlossene Nut oder Tasche zu öffnen. An einer konventionellen Maschine wird nur die im Betrieb unterwiesene und freigegebene Methode verwendet.
Ablaufanimation: Eingriff und Bearbeitungsstrategie
Beobachtungsauftrag: Achte auf Eintritt, Austritt und gleichmäßigen Werkzeugeingriff. Notiere drei Merkmale, die Belastungsspitzen verringern können. Übertrage danach nur die allgemeinen Prinzipien auf die handgesteuerte Planung; die gezeigte industrielle Strategie ist keine Arbeitsfreigabe für Deine Maschine.
Kurze Lerneinheit 4: Restmaterial erkennen
Restmaterial ist Material, das nach einer Bearbeitungsstufe noch stehen bleibt. Es kann gewollt sein, etwa als Schlichtaufmaß, oder geometrisch entstehen, wenn das Werkzeug eine Kontur nicht erreicht.
Im Ausbildungsfall erzeugt der 10-mm-Fräser in den Taschenecken mindestens R5. Gefordert ist R4. Dort bleibt Restmaterial, das mit einem kleineren Werkzeug nachbearbeitet werden muss.
Drei Restmaterial-Typen: gewolltes Schlichtaufmaß an Wand oder Boden, geometrisches Restmaterial in Ecken, ungewolltes Restmaterial durch falsche Bahn, falschen Nullpunkt oder nicht erreichte Tiefe.
Mini-Auftrag: Restmaterialkarte
Zeichne die Tasche als Rechteck mit R4. Zeichne gedanklich oder auf Transparentpapier eine Ecke, die nur mit R5 erreichbar ist. Schraffiere die Differenz. Beschrifte: Restmaterial durch zu großen Werkzeugradius.
Kurze Lerneinheit 5: Gleichlauf und Gegenlauf
An einer handgesteuerten Fräsmaschine ist die Wahl der Fräsrichtung sicherheitsrelevant. Beim Gegenlauf läuft die Schneide im Eingriffsbereich der Vorschubrichtung entgegen. Beim Gleichlauf stimmt die Schneidenbewegung im Eingriff mit der Vorschubrichtung überein.
Bei spielbehafteten Vorschubtrieben kann Gleichlauf zu einem unerwünschten Einziehen beziehungsweise einer ruckartigen Schlittenbewegung beitragen. Deshalb gilt: Nie allein nach Oberflächengüte entscheiden. Maschine, Spiel, Steifigkeit, Spannkonzept, Herstellerangaben und betriebliche Unterweisung bestimmen die zulässige Methode.
Vergleichsvideo: manuelle und CNC-Bearbeitung
Beobachtungsauftrag: Trenne in Deiner Notiz drei Punkte: Was ist an beiden Maschinen prinzipiell gleich? Was übernimmt bei CNC die Steuerung? Was bleibt unabhängig von der Steuerungsart eine Sicherheitsaufgabe?
Kurze Lerneinheit 6: Sichere Fertigungssimulation
Die Simulation findet ohne laufende Maschine statt. Du kannst eine CAD/CAM-Simulation, eine Schulungssoftware, eine Skizze mit Werkzeugkreis oder ein transparentes Bahnblatt verwenden.
Datei:EGU-Metall CNC-Fräsen Aluminium.webm
Die freie Wikimedia-Commons-Videodatei zeigt reale Aluminiumzerspanung. Sie dient hier nur zur visuellen Analyse von Werkzeugbewegungen, Eingriff und Spanbildung. Sie ersetzt keine betriebliche Unterweisung.
Simulationsauftrag A: Tasche
- Werkzeugwahl: Lege 10 mm zum Schruppen fest und begründe, warum damit R4 nicht fertiggestellt werden kann.
- Tiefenfolge: Stelle die Simulationsstufen 2 mm, 2 mm und 1 mm dar.
- Bahnplanung: Plane eine übersichtliche Folge, die den Taschenbereich schrittweise räumt und unnötige Leerwege vermeidet.
- Restmaterial: Markiere die vier Taschenecken nach dem 10-mm-Werkzeug als Restmaterialzonen.
- Nacharbeit: Plane den 8-mm-Fräser für die R4-Ecken und die Endkontur.
- Prüfung: Kontrolliere simuliert Wandmaß, Tiefe, Innenradius und mögliche Kollisionen von Werkzeugaufnahme, Spannmittel und Werkstück.
Simulationsauftrag B: Nut
- Variante Vollbreite: Simuliere einen 8-mm-Fräser in einer 8-mm-Nut und kennzeichne den vollen radialen Eingriff.
- Variante Untermaß: Simuliere einen 6-mm-Fräser mit Schruppbahn und seitlicher Fertigbearbeitung.
- Vergleich: Beurteile beide Varianten hinsichtlich Eingriff, Maßkorrektur, Zahl der Bahnen und Restmaterial.
- Entscheidung: Wähle eine Variante für Deine Simulation und begründe sie in höchstens vier Sätzen.
- Freigabegrenze: Formuliere, welche Informationen vor einer realen Werkstattarbeit noch von der ausbildenden Person bestätigt werden müssen.
Ablaufvideo: Taschenstrategie
Arbeitsauftrag: Beobachte die Reihenfolge der Taschenbearbeitung. Übernimm nicht automatisch Schnittdaten oder Maschinenbewegungen, sondern vergleiche nur die Strategie mit Deiner Simulation: Einstieg, Räumrichtung, Restmaterial, Schlichtbahn.
Ablaufvideo: Nutfräsen
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Stop-Motion-Skizze mit sechs Bildern: Startposition, erster Eingriff, halbe Länge, Endposition, nächste Tiefenstufe, fertige Nut. Ergänze bei jedem Bild, was Du prüfen würdest.
Gestufte Hilfen
Nutze die Hilfen nur, wenn Du bei den Arbeitsaufträgen festhängst.
Hilfe 1: Leitfragen
Frage Dich: Ist der Werkzeugradius kleiner oder gleich dem geforderten Innenradius? Ist der Werkzeugdurchmesser kleiner, gleich oder größer als die Nutbreite? Wo bleibt nach der Schruppbahn Material stehen? Welche Zustellung ist nur eine Simulationsannahme und welche reale Angabe müsste aus Hersteller- oder Betriebsdaten kommen?
Hilfe 2: Geometrie
Werkzeugradius = Werkzeugdurchmesser / 2. Im Ausbildungsfall bedeutet 10 mm Durchmesser einen Werkzeugradius von 5 mm. Die Tasche verlangt R4. Ein 10-mm-Fräser kann diese Ecke deshalb nicht fertig erzeugen.
Hilfe 3: Teillösung
Eine sinnvolle Lösung ist: Tasche mit 10 mm grob räumen, Restmaterial in den R4-Ecken markieren, 8 mm für die Endkontur einplanen. Bei der 8-mm-Nut kannst Du zwischen 8 mm Vollbreite und 6 mm mit Seitenbearbeitung vergleichen. Begründe Deine Wahl mit Eingriff und Maßkorrektur, nicht nur mit Bearbeitungszeit.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basis
- Basisaufgabe Werkzeugradius: Berechne den Radius eines 10-mm-Fräsers und entscheide, ob R4 direkt möglich ist. Feedback: 10 mm Durchmesser ergeben 5 mm Radius. R5 ist größer als R4; Restmaterial bleibt in der Ecke.
- Basisaufgabe Nutbreite: Ordne 6-mm-, 8-mm- und 10-mm-Fräser zur 8-mm-Nut. Feedback: 10 mm ist zu groß. 8 mm entspricht der Nutbreite und arbeitet Vollbreite. 6 mm ist untermaßig und braucht Seitenbahnen.
- Basisaufgabe Zustellung: Stelle 5 mm Tiefe als 2 mm + 2 mm + 1 mm dar. Feedback: Die Summe stimmt; die Folge zeigt das Prinzip mehrerer Tiefenstufen, ist aber nur ein Simulationsbeispiel.
- Basisaufgabe Sicherheit: Nenne drei Bedingungen, die vor realer Werkstattarbeit erfüllt sein müssen. Feedback: Erwartet werden mindestens Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht beziehungsweise Freigabe; zusätzlich sind Betriebsanweisung und Maschinenzustand wichtig.
Anwendung
- Anwendungsaufgabe Restmaterial: Markiere nach dem 10-mm-Schruppen alle Bereiche der R4-Tasche, die geometrisch nicht erreicht werden. Feedback: Die vier Innenecken sind sicher betroffen, weil der Werkzeugradius zu groß ist.
- Anwendungsaufgabe Nutstrategie: Vergleiche 8 mm Vollbreite mit 6 mm plus Seitenbahnen. Feedback: Vollbreite ist geometrisch einfach, erzeugt aber hohen radialen Eingriff. Das kleinere Werkzeug braucht mehr Wege, bietet dafür Korrekturmöglichkeiten an den Flanken.
- Anwendungsaufgabe Prüfplan: Lege fest, wann Breite, Tiefe und Ecken geprüft werden. Feedback: Eine gute Lösung prüft nicht nur am Ende, sondern nach Schruppen und vor der endgültigen Schlichtbearbeitung.
- Anwendungsaufgabe Fräsrichtung: Erkläre, warum Gleichlauf an einer spielbehafteten handgesteuerten Maschine problematisch sein kann. Feedback: Die Schnittkraft kann den Tisch in Vorschubrichtung ziehen; vorhandenes Spiel kann dadurch schlagartig aufgenommen werden.
Transfer
- Transferaufgabe engere Ecke: Die Zeichnung fordert plötzlich R3. Entwickle eine Werkzeugfolge. Feedback: Ein 8-mm-Fräser reicht geometrisch nicht mehr; für R3 brauchst Du ein Werkzeug mit höchstens 6 mm Durchmesser oder eine andere freigegebene Fertigungsstrategie.
- Transferaufgabe tiefere Tasche: Die Tasche wird deutlich tiefer. Nenne vier Aspekte, die Du vor einer neuen Zustellstrategie prüfst. Feedback: Gute Antworten beziehen Werkzeugauskragung, Stabilität, Spanabfuhr, Maschinenleistung, Spannung und Herstellerdaten ein.
- Transferaufgabe unbekannte Maschine: Du wechselst an eine andere konventionelle Fräsmaschine. Welche Daten aus diesem Kurs darfst Du nicht ungeprüft übertragen? Feedback: Keine konkrete Zustellung, Drehzahl, Vorschub- oder Gleichlaufentscheidung darf ungeprüft übernommen werden.
- Transferaufgabe Qualitätsabweichung: Die Nut ist an einer Seite zu breit. Entwickle mögliche Ursachenketten ohne die Maschine zu starten. Feedback: Sinnvoll sind Hypothesen zu Werkzeugdurchmesser, Rundlauf, Spiel, Nullpunkt, Messung, Zustellweg, Spannung und Verschleiß; erst danach folgt eine freigegebene Prüfung.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Die Quellen wurden für diesen Kurs am 04.10.2026 geprüft. Herstellerangaben dienen als fachliche Ergänzung; betriebliche Vorgaben und maschinenspezifische Unterlagen haben bei der realen Arbeit Vorrang.
- BGHM: Arbeitsschutz Kompakt Nr. 116 „Konventionelle/handgesteuerte Fräsmaschinen“ – https://www.bghm.de/arbeitsschuetzer/praxishilfen/arbeitsschutz-kompakt/116-konventionellehandgesteuerte-fraesmaschinen
- DGUV: DGUV Information 209-066 „Maschinen der Zerspanung“ – https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/95/maschinen-der-zerspanung
- DGUV: FBHM-120 „Maschinen der Zerspanung – Checklisten“ – https://publikationen.dguv.de/regelwerk/publikationen-nach-fachbereich/holz-und-metall/maschinen-robotik-und-fertigungsautomation/4610/fbhm-120-maschinen-der-zerspanung-checklisten
- Sandvik Coromant: Groove or slot milling – https://www.sandvik.coromant.com/en-gb/knowledge/milling/groove-or-slot-milling
- Sandvik Coromant: Milling application guide – https://www.sandvik.coromant.com/en-gb/milling-appl-guide
- Wikipedia: Fräsen – https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4sen
Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien wurden auf ihren Dateiseiten geprüft: „Milling machine (Vertical, Manual) NT.PNG“ ist CC BY 3.0; „MillingCutterSlotEndMillBallnose.jpg“ ist CC BY-SA 2.0; „End Mill 02 labels.png“, „Cinematique fraiseuse conventionnelle.svg“, „Gegenlauffräsen.GIF“ und „Gleichlauffräsen.GIF“ sind gemeinfrei beziehungsweise Public Domain; „Roughing Endmill in Use.jpg“ ist CC BY-SA 4.0; „EGU-Metall CNC-Fräsen Aluminium.webm“ ist CC BY-SA 3.0. Lizenz- und Urheberangaben bleiben auf den jeweiligen Commons-Dateiseiten nachvollziehbar.
Die YouTube-Videos werden nur über den Plattform-Embed eingebunden. Die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabenden; die Einbettung macht die Videos nicht zu OER. Kein Download, keine Neuveröffentlichung und keine Bearbeitung ohne passende Rechte. Verwendet werden ausschließlich geprüfte Links von Sandvik Coromant, NYC CNC, The HEH Group und Bharat Skills; kein Sofatutor.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum bleibt beim Schruppen einer R4-Taschenecke mit einem 10-mm-Fräser Restmaterial? (Der Werkzeugradius beträgt 5 mm und ist größer als R4) (!Der Werkzeugradius beträgt 4 mm) (!Die Nut ist immer breiter als der Fräser) (!Restmaterial entsteht nur durch Kühlschmierstoff)
Welcher Fräserdurchmesser entspricht geometrisch einer 8-mm-Nutbreite? (8 mm) (!6 mm) (!10 mm) (!12 mm)
Welchen Vorteil kann ein untermaßiger Fräser bei einer Nut bieten? (Seitliche Schlichtbahnen und Maßkorrektur) (!Er erzeugt automatisch die Endbreite ohne weitere Bahn) (!Er verhindert jede Werkzeugbelastung) (!Er ersetzt die Werkstückspannung)
Was beschreibt die Zustellstrategie? (Die geplante Aufteilung von Eingriff und Bearbeitungstiefe) (!Nur die Farbe des Werkzeugs) (!Nur die Reihenfolge der Messmittel) (!Nur die Lage des Not-Halts)
Welche Aussage zur 5-mm-Taschentiefe im Kurs ist richtig? (Die Folge 2 mm plus 2 mm plus 1 mm ist nur ein Simulationsbeispiel) (!Die Folge ist für jede Maschine verbindlich) (!Die Folge ersetzt Herstellerdaten) (!Die Folge ist eine Arbeitsfreigabe)
Was ist geometrisches Restmaterial? (Material, das ein Werkzeug wegen seiner Geometrie nicht erreicht) (!Material, das grundsätzlich entsorgt werden muss) (!Kühlschmierstoff auf dem Werkstück) (!Nur ein Messfehler)
Warum muss Gleichlauf an einer handgesteuerten Maschine besonders geprüft werden? (Spiel im Vorschub kann zu unerwünschter Tischbewegung beitragen) (!Gleichlauf ist grundsätzlich ohne Schneidkräfte) (!Gleichlauf ist nur bei Holz möglich) (!Gleichlauf beseitigt jede Kollisionsgefahr)
Was ist vor praktischer Werkstattarbeit zwingend erforderlich? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Nur das Ansehen eines Videos) (!Nur eine bestandene Quizfrage) (!Nur die Wahl des größten Fräsers)
Wozu dient die sichere Fertigungssimulation in diesem Kurs? (Zur Prüfung von Werkzeugfolge Bahn Restmaterial und möglichen Kollisionen) (!Zur automatischen Arbeitsfreigabe) (!Zum Ersetzen der Betriebsanweisung) (!Zum Umgehen der Aufsicht)
Welches Werkzeug ist für die R4-Endkontur im Ausbildungsfall geometrisch passend? (Ein 8-mm-Fräser) (!Ein 10-mm-Fräser) (!Ein 12-mm-Fräser) (!Ein 16-mm-Fräser)
Memory
| Werkzeugdurchmesser | beeinflusst den kleinsten erreichbaren Innenradius |
| Zustellstrategie | teilt den Eingriff in Bearbeitungsstufen |
| Restmaterial | bleibt nach einer Bearbeitungsstufe stehen |
| Gegenlauf | Schneidenbewegung wirkt im Eingriff gegen die Vorschubrichtung |
| Gleichlauf | Schneidenbewegung wirkt im Eingriff mit der Vorschubrichtung |
| Schlichtbahn | dient der gezielten Fertigbearbeitung einer Kontur |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Werkzeugradius | Innenecke |
| Tiefenzustellung | Bearbeitungsstufe |
| Schlichtaufmaß | Restmaterial |
| Werkstückspannung | Prozesssicherheit |
| Simulationsprüfung | Kollisionskontrolle |
Kreuzworträtsel
| Schaftfräser | Welches rotierende Werkzeug wird häufig zum Nuten und Taschenfräsen verwendet? |
| Restmaterial | Wie heißt Werkstoff, der nach einer Bearbeitungsstufe noch stehen bleibt? |
| Gegenlauf | Wie heißt die Fräsrichtung, bei der die Schneide im Eingriff gegen die Vorschubrichtung läuft? |
| Gleichlauf | Wie heißt die Fräsrichtung, bei der die Schneide im Eingriff mit der Vorschubrichtung läuft? |
| Zustellung | Wie heißt die geplante Vergrößerung des Eingriffs in Tiefe oder Breite? |
| Aufsicht | Was muss bei praktischen Ausbildungsarbeiten zusätzlich zur Unterweisung organisatorisch sichergestellt sein? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugvergleich: Fotografiere oder zeichne drei unterschiedlich große Schaftfräser aus einer Lernsammlung und kennzeichne Durchmesser, Radius und mögliche Nutbreiten. Keine Arbeit an laufender Maschine.
- Restmaterial-Skizze: Zeichne eine R4-Ecke und überlagere Werkzeugkreise mit 10 mm und 8 mm Durchmesser. Markiere den Unterschied.
- Ablaufkarten: Erstelle sechs Karten für Planen, Spannen prüfen, Werkzeug wählen, simulieren, messen planen und Freigabe einholen.
- Sicherheitsplakat: Gestalte ein kompaktes Poster „Vor dem Fräsen“ mit Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Schutzvorrichtungen, Spänesicherheit und Aufsicht.
Standard
- Simulationsprotokoll: Führe die Taschen-Simulation des Ausbildungsfalls durch und dokumentiere Werkzeugfolge, Tiefenstufen und Restmaterial.
- Nutvarianten: Vergleiche 8-mm-Vollbreitenfräsen und 6-mm-Untermaßstrategie in einer Zeichnung oder Lernsoftware und begründe Deine Wahl.
- Messplan: Erstelle einen Messplan für Nutbreite, Taschentiefe, Taschenlänge, Taschenbreite und Innenradius. Begründe, wann Du welches Merkmal prüfst.
- Medienanalyse: Analysiere eines der eingebetteten Videos und trenne sichtbare Bearbeitungsstrategie, Sicherheitsaspekte und nicht übertragbare Maschinendaten.
Schwer
- Fehlerdiagnose: Entwickle einen Entscheidungsbaum für den Fall „Nut zu breit“. Beginne mit Messung, Werkzeugdurchmesser, Rundlauf, Spiel, Nullpunkt und Spannung.
- Strategiewechsel: Ändere die Zeichnung auf R3 und entwickle eine neue Werkzeugfolge mit Begründung für Werkzeugdurchmesser und Restmaterialbearbeitung.
- Interview Ausbildung: Interviewe eine ausbildende Fachkraft zu drei Kriterien für die Freigabe einer realen Nuten- oder Taschenbearbeitung. Dokumentiere nur freigegebene Aussagen und keine personenbezogenen Daten.
- Erklärvideo: Produziere ein 90-Sekunden-Lernvideo mit Papiermodellen oder einer sicheren Bildschirm-Simulation zu Werkzeugdurchmesser, Zustellung und Restmaterial. Keine Aufnahme laufender Maschinen ohne betriebliche Erlaubnis.


Lernkontrolle
- Planungsfall Werkzeugwahl: Eine Tasche verlangt R3, die vorhandenen Fräser haben 6 mm, 8 mm und 12 mm Durchmesser. Entwickle eine sinnvolle Werkzeugfolge und begründe, welches Werkzeug welche Aufgabe übernimmt.
- Planungsfall Nutmaß: Eine 10-mm-Nut soll mit möglichst guter Maßkorrektur simuliert werden. Vergleiche einen 10-mm- und einen 8-mm-Fräser und entscheide begründet.
- Planungsfall Restmaterial: Erkläre, wie Du vor der Bearbeitung vorhersagen kannst, wo nach dem Schruppen Restmaterial bleibt. Nutze Werkzeugradius, Kontur und Bahnplanung.
- Planungsfall Zustellung: Ein längeres Werkzeug muss eingesetzt werden. Leite daraus ab, welche Aspekte der Zustellstrategie neu bewertet werden müssen, ohne konkrete Schnittdaten zu erfinden.
- Planungsfall Fräsrichtung: Eine ältere Maschine hat merkliches Spiel im Vorschub. Begründe, warum die Fräsrichtung nicht allein nach Oberflächenqualität gewählt werden darf.
- Planungsfall Sicherheitsfreigabe: Formuliere eine kurze Checkliste, mit der Du erkennst, ob eine Simulation in reale Werkstattarbeit überführt werden darf. Zeige ausdrücklich, wer die Entscheidung treffen muss.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Bearbeitungsentscheidungen begründen kannst.
- Werkzeugdurchmesser: Du leitest aus Nutbreite und Innenradius eine geeignete Werkzeuggröße ab.
- Zustellstrategie: Du zerlegst eine Bearbeitung nachvollziehbar in Schrupp-, Nacharbeits- und Schlichtstufen.
- Restmaterial: Du erkennst geplantes und geometrisch bedingtes Restmaterial in einer Skizze oder Simulation.
- Fräsrichtung: Du erklärst die Bedeutung von Gegenlauf, Gleichlauf und Vorschubspiel bei handgesteuerten Maschinen.
- Simulation: Du dokumentierst eine kollisionsbewusste Werkzeugfolge ohne daraus eine reale Arbeitsfreigabe abzuleiten.
- Qualitätssicherung: Du planst sinnvolle Zwischen- und Endprüfungen.
- Arbeitssicherheit: Du nennst Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Schutzmaßnahmen und zuständige Aufsicht als Voraussetzungen für praktische Arbeiten.
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