Konventionelles Drehen – Absätze und Schultern fertigungsgerecht planen
Konventionelles Drehen – Absätze und Schultern fertigungsgerecht planen
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, insbesondere Zerspanungsmechanik und verwandte Berufe.
Kurzbeschreibung: Werkzeugzugang und Freistiche. Du planst Absätze und Schultern so, dass Werkzeug, Werkstückfunktion und Prüfablauf zusammenpassen.
| Sicherheitsgrenze dieses Kurses |
|---|
| Praktische Werkstattarbeiten nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Drehzahl, Vorschub, Schnittgeschwindigkeit, Zustellung, Spannkonzept und konkrete Maschineneinstellungen werden hier nicht für eine reale Bearbeitung freigegeben. Für die Praxis gelten die betriebliche Arbeitsanweisung, die Maschinen- und Werkzeugherstellerangaben sowie die Freigabe durch die zuständige Fachkraft. |

Einleitung
Ein Absatz verändert den Durchmesser eines Drehteils. Die dabei entstehende radiale Fläche heißt Schulter. Fertigungsgerecht wird die Geometrie erst dann, wenn das Werkzeug die Kontur ohne Kollision erreichen kann und die geforderte Funktion erhalten bleibt.
Leitfrage: Kann das Werkzeug die Schulter sicher herstellen und kann das Gegenstück danach wie vorgesehen anliegen?
| Nach dem Kurs kannst Du ... | Nachweis |
|---|---|
| Absatz und Schulter unterscheiden | Kontur beschriften |
| Werkzeugzugang beurteilen | Werkzeughülle in Skizze oder CAD prüfen |
| Zweck eines Freistichs erklären | Funktion und Werkzeugauslauf begründen |
| eine Bearbeitungsfolge planen | sichere Simulation dokumentieren |
| Normangaben richtig einordnen | keine Maße erfinden, sondern freigegebene Quelle nutzen |
| Sicherheitsgrenzen erkennen | Stopppunkte benennen |

Ausbildungsfall: Aufnahmedorn für eine Prüfvorrichtung
Du planst einen Aufnahmedorn als Lernfall. Eine Hülse soll auf einem kleineren Sitz geführt werden und mit ihrer Stirnseite an einer Schulter anliegen.
| Merkmal | Lernfall |
|---|---|
| Rohteil | Rundmaterial, Nenndurchmesser 32 mm, Länge 85 mm |
| Grundkörper | Nenndurchmesser 30 mm |
| Sitz | Nenndurchmesser 24 mm, Länge 28 mm |
| Übergang | Absatz mit Schulter |
| Funktionsforderung | Hülse soll an der Schulter vollständig anliegen |
| Zeichnungshinweis | Freistich nur nach freigegebener Zeichnungs- und Normangabe |
| Kursmodus | Papier-, Folien- oder CAD-Simulation; keine reale Maschinenfreigabe |
Dein Planungsproblem: Ein Schneideneckenradius und die Abmessungen des Werkzeughalters benötigen Platz. Prüfe deshalb nicht nur die Sollkontur, sondern auch den tatsächlichen Werkzeugzugang.
Lerneinheit 1: Absatz und Schulter erkennen

| Begriff | Kurz erklärt |
|---|---|
| Absatz | Übergang zwischen unterschiedlichen Durchmessern |
| Schulter | radiale Fläche am Absatz |
| Längsdrehen | Bearbeitung überwiegend parallel zur Werkstückachse |
| Plandrehen | Bearbeitung überwiegend quer zur Werkstückachse |
Beobachtungsauftrag zum Video: Stoppe gedanklich an jedem Richtungswechsel. Markiere auf einer Skizze, wann die Schneide längs und wann sie quer zur Werkstückachse arbeitet.
Mini-Check 1
| Situation | Entscheidung |
|---|---|
| Der Durchmesser wechselt von groß auf klein. | Es liegt ein Absatz vor. |
| Am Durchmesserwechsel entsteht eine radiale Anlagefläche. | Diese Fläche ist die Schulter. |
| Ein Gegenstück soll dort plan anliegen. | Restkontur an der Ecke und Werkzeugzugang müssen geprüft werden. |
Lerneinheit 2: Werkzeugzugang planen


Beim Planen zählt nicht nur die theoretische Schneidkante. Auch Schneideneckenradius, Werkzeughalter, Anstellrichtung und benachbarte Werkstückflächen brauchen Raum.
| Prüffrage | Woran Du denkst |
|---|---|
| Erreicht die Schneide die Sollkontur? | Schneidenform und Eckenradius |
| Passt der Halter an der Schulter vorbei? | Halterbreite und Freiraum |
| Kann das Werkzeug auslaufen? | Freistich, Radius, Fase oder andere zulässige Gestaltung |
| Droht eine Kollision? | Werkstück, Spannmittel und Werkzeughülle |
| Bleibt die Funktion erhalten? | Anlage, Festigkeit, Dichtung, Montage und Zeichnung |
Merksatz: Eine geometrisch zeichnbare Kontur ist nicht automatisch werkzeuggerecht.
Ablaufstudie: Schulter drehen
Arbeitsauftrag: Beobachte nur den Bewegungsablauf. Zeichne drei Standbilder: Annäherung, Bearbeitung am Absatz, Rückzug. Ergänze um den Werkzeughalter als vereinfachtes Rechteck. Wo wird der Raum an der Schulter knapp?
Lerneinheit 3: Freistich verstehen

Ein Freistich ist eine gezielt ausgeführte Vertiefung an einem Übergang. Er kann Raum für den Werkzeugauslauf schaffen und ermöglichen, dass ein Gegenstück trotz unvermeidbarer Restgeometrie an einer Schulter anliegt.
Wichtig: Nicht jede Schulter benötigt einen Freistich. Die richtige Lösung hängt von Funktion, Zeichnung, Werkstoff, Festigkeitsanforderungen, Gegenstück und geltender Normangabe ab.
| Lösung | Typischer Planungsgrund | Prüfen |
|---|---|---|
| Freistich | definierter Werkzeugauslauf oder freie Anlage | Zeichnung und Norm |
| Radius | günstiger Übergang kann funktional erwünscht sein | Gegenstück und Festigkeit |
| Fase | Kante brechen oder Montage erleichtern | Funktionsfläche darf nicht beeinträchtigt werden |
| scharf gedachte Ecke | konstruktiv gefordert | reale Herstellbarkeit und Schneidenradius kritisch prüfen |
Normenbezug: Freistiche an Drehteilen werden unter anderem in DIN EN ISO 18388 behandelt. DIN 509:2022-12 ergänzt die Anwendung in Deutschland. Konkrete Formen, Maße und Grenzabmaße übernimmst Du ausschließlich aus der aktuell freigegebenen Zeichnung und der im Betrieb gültigen Normfassung. Der Kurs bildet keine geschützten Normentabellen nach.
Mini-Check 2
Frage an den Ausbildungsfall: Die Hülse soll plan an der Schulter anliegen. Ein Rest-radius verhindert die Anlage. Was musst Du zuerst klären?
Begründetes Feedback: Richtig ist nicht „einfach tiefer einstechen“. Zuerst werden Funktionsforderung, Zeichnung und zulässige Übergangsform geprüft. Erst danach wird die fertigungsgerechte Lösung gewählt.
Lerneinheit 4: Planungslogik in sechs Schritten
| Schritt | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Welche Funktion hat die Schulter? | Anlage-, Führungs- oder reine Konturfläche erkannt |
| 2 | Welche Geometrie verlangt die Zeichnung? | Durchmesser, Längen und Übergang markiert |
| 3 | Wie groß ist die Werkzeughülle? | Schneide und Halter in der Planung berücksichtigt |
| 4 | Gibt es freien Anfahr- und Auslaufraum? | mögliche Kollisionen markiert |
| 5 | Ist Freistich, Radius oder Fase vorgesehen und zulässig? | Übergang begründet ausgewählt |
| 6 | Wie wird geprüft? | Mess- und Sichtprüfung für den Stillstand geplant |
Ablaufvideos und sichere Fertigungssimulationen
Videoauftrag Sicherheit: Notiere drei Situationen, in denen Du eine reale Maschine nicht in Betrieb nehmen würdest. Vergleiche sie anschließend mit der betrieblichen Unterweisung.
Videoauftrag Bewegungsanalyse: Unterscheide Plan-, Fasen- und Formbewegungen. Übertrage nur die Bewegungslogik auf den Ausbildungsfall; übernimm keine Schnittdaten oder Maschineneinstellungen ungeprüft.
Simulation A: Werkzeughülle an der Schulter
Arbeitsauftrag: Nutze eine ausgedruckte Kontur oder CAD-Skizze des Aufnahmedorns.
| Phase | Auftrag | Abgabe |
|---|---|---|
| A1 | Zeichne Schneide und vereinfachten Halter als Werkzeughülle. | Skizze mit Umriss |
| A2 | Verschiebe die Hülle entlang des geplanten Längswegs. | Kollisionsfreie und kritische Bereiche markieren |
| A3 | Simuliere den Querweg zur Schulter. | engste Stelle kennzeichnen |
| A4 | Entscheide zwischen unveränderter Kontur, anderer zulässiger Werkzeuglösung oder konstruktiv freigegebenem Übergang. | Entscheidung mit zwei Sätzen begründen |
Feedback: Eine gute Lösung betrachtet immer Schneide und Halter. Wenn nur die theoretische Schneidkante kollisionsfrei ist, ist die Planung noch nicht ausreichend.
Simulation B: Reihenfolge planen
Arbeitsauftrag: Ordne diese Vorgänge für eine digitale Ablaufkarte: Bezug herstellen, Längskontur erzeugen, Schulter bearbeiten, vorgesehenen Übergang herstellen, Kontur im Stillstand prüfen.
| Prüfkriterium | Begründung |
|---|---|
| Bezug vor Detail | Maße benötigen einen eindeutigen Bezug. |
| Hauptkontur vor Feindetail | Die spätere Detailbearbeitung muss zur endgültigen Kontur passen. |
| Übergang bewusst planen | Freistich, Radius oder Fase sind Funktionsmerkmale, keine Zufallsreste. |
| Prüfung im Stillstand | Messen und Reinigen werden nicht am laufenden Werkstück geplant. |
Feedback: Andere Reihenfolgen können fachlich möglich sein. Entscheidend ist, dass Du Bezug, Werkzeugzugang, Funktion und sichere Prüfung nachvollziehbar begründest.
Simulation C: Anlageprobe ohne Maschine
Arbeitsauftrag: Zeichne den Querschnitt der Hülse über die Schulterkontur. Verwende drei Varianten: Rest-radius, zugelassener Freistich, passende Gegenfase.
| Variante | Prüfe |
|---|---|
| Rest-radius | Liegt die Hülse wirklich an der Schulter an? |
| Freistich | Ist er laut Zeichnung und Norm zulässig? |
| Gegenfase | Ist sie am Gegenstück vorhanden und funktional zulässig? |
Feedback: „Passt optisch“ reicht nicht. Die Lösung muss sowohl montagegerecht als auch zeichnungs- und funktionsgerecht sein.
Simulation D: Stopppunkte markieren
Arbeitsauftrag: Erstelle auf Deiner Ablaufkarte rote Stoppsymbole an allen Stellen, an denen eine reale Bearbeitung ohne Freigabe nicht fortgesetzt werden dürfte.
| Stopp | Beispiel |
|---|---|
| Unklare Zeichnung | Freistichform oder Maß nicht eindeutig |
| Unklarer Werkzeugzugang | mögliche Kollision des Halters |
| Fehlende Unterweisung | Maschine oder Arbeitsgang nicht freigegeben |
| Keine Gefährdungsbeurteilung | Risiken nicht geklärt |
| Keine zuständige Aufsicht | Ausbildungsarbeit nicht organisatorisch freigegeben |
Sicherheit beim konventionellen Drehen
| Regel | Planungsfolge |
|---|---|
| Keine Handschuhe an der laufenden Drehmaschine | Einzugsgefahr vermeiden |
| Lange Haare sichern, eng anliegende Kleidung tragen, Schmuck ablegen | Erfasstwerden vermeiden |
| Spannschlüssel nach dem Spannen entfernen | Wegschleudern verhindern |
| Schutz- und Augenschutzmaßnahmen nach Gefährdungsbeurteilung anwenden | Späne und wegfliegende Teile berücksichtigen |
| Messen, Werkzeugwechsel und Reinigen nur bei stillgesetzter Maschine planen | Gefahrenbereich ruht |
| Späne mit geeigneten Hilfsmitteln entfernen | Hände nicht in den Gefahrenbereich bringen |
| Schutzvorrichtungen verwenden | Kontakt mit rotierenden Teilen verhindern |
Stop-Regel: Bei unklarer Zeichnung, fehlender Unterweisung, ungeklärter Gefährdung oder unsicherem Werkzeugzugang wird nicht weitergearbeitet. Die zuständige Fachkraft entscheidet.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 – Blick auf die Funktion | Markiere nur die Fläche, an der die Hülse anliegen soll. Frage: Was darf diese Anlage stören? |
| Hilfe 2 – Blick auf das Werkzeug | Zeichne nicht nur die Schneide, sondern auch den Halter. Schiebe die Werkzeughülle bis zur Schulter. |
| Hilfe 3 – Blick auf den Übergang | Vergleiche Rest-radius, Radius, Fase und Freistich. Streiche alle Varianten, die Zeichnung oder Funktion widersprechen. |
| Hilfe 4 – Blick auf die Quelle | Wenn Form oder Maß unklar bleibt, suche nicht nach einem „ungefähr passenden“ Wert. Nutze die freigegebene Zeichnung, aktuelle Normfassung und betriebliche Vorgabe. |
| Hilfe 5 – Blick auf Sicherheit | Übertrage den Plan erst dann in eine reale Werkstattaufgabe, wenn Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Aufsicht und Arbeitsfreigabe außerhalb dieses Kurses vorliegen. |
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgaben
| Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|
| B1: Markiere am Ausbildungsfall Absatz, Schulter und Sitz. | Richtig ist die Zuordnung, wenn der Absatz den Durchmesserwechsel, die Schulter die radiale Fläche und der Sitz die zylindrische Funktionsfläche bezeichnet. |
| B2: Erkläre in höchstens zwei Sätzen, warum ein Freistich vorgesehen werden kann. | Eine tragfähige Antwort nennt Werkzeugauslauf und/oder freie Anlage. „Damit es besser aussieht“ ist keine fertigungstechnische Begründung. |
Anwendungsaufgaben
| Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|
| A1: Deine Werkzeughülle berührt vor Erreichen der Schulter den größeren Durchmesser. Plane zwei zulässige Reaktionen. | Geeignet sind zum Beispiel ein freigegebenes passenderes Werkzeugkonzept oder eine konstruktiv zulässige Änderung des Übergangs. „Trotzdem weiterfahren“ ist keine Lösung. |
| A2: Eine Hülse liegt wegen der Restgeometrie nicht plan an. Entscheide, welche Informationen Du vor einer Änderung brauchst. | Erforderlich sind mindestens Funktionsforderung, Zeichnungsangabe, Gegenstückgeometrie und freigegebene Norm- bzw. Betriebsvorgabe. Erst daraus folgt die Gestaltung. |
Transferaufgaben
| Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|
| T1: Ein Freistich wäre für den Werkzeugauslauf günstig, ist an dieser Stelle konstruktiv aber nicht zulässig. Entwickle zwei Alternativen. | Gute Lösungen trennen Fertigungswunsch und Bauteilfunktion, etwa durch zulässigen Radius mit angepasstem Gegenstück oder ein anderes freigegebenes Werkzeug- und Ablaufkonzept. |
| T2: Zwei Zeichnungen zeigen dieselbe Schulter, aber nur eine verlangt ausdrücklich einen Freistich. Begründe, warum Du die Lösung nicht ungeprüft übertragen darfst. | Die Funktion, Belastung, Gegenstückgeometrie und Zeichnungsforderung können verschieden sein. Fertigungsgerecht bedeutet nicht, überall dieselbe Geometrie einzusetzen. |
Fachquellen und Medienrechte
Hinweis zum Normenstand: Normen können geändert oder ersetzt werden. Vor einer realen Fertigungsentscheidung gilt immer die aktuell freigegebene betriebliche Dokumentation.
| Quelle | Verwendung im Kurs |
|---|---|
| DIN EN ISO 18388:2020-01 – Technische Produktdokumentation, Freistiche | Begriff und normativer Rahmen für Freistiche |
| DIN 509:2022-12 – Technische Produktdokumentation, Freistiche | deutsche Ergänzung zu Formen, Maßen und Grenzabmaßen |
| ISO 18388:2016 | internationaler Ausgangsstandard; Status vor Nutzung aktuell prüfen |
| DGUV Information 209-066 – Maschinen der Zerspanung | sichere Organisation und Nutzung von Zerspanungsmaschinen |
| DGUV Regel 109-607 – Branche Metallbau | Hinweise unter anderem zu Arbeiten an Drehmaschinen |
| Wikipedia – Freistich | frei zugänglicher Überblick und weiterführende Verweise |
Bildmedien
| Medium | Rechtehinweis |
|---|---|
| Conventional-lathe.jpg | Wikimedia Commons, Public Domain |
| Undercut turning.png | Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 |
| Cutting tool - geometry and parts.svg | Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 |
| WerkzeughalterProfil.jpg | Wikimedia Commons, unter anderem CC BY-SA 4.0 |
| Längs-Plan-Drehen.jpg | Wikimedia Commons, unter anderem CC BY-SA 4.0 |
| Mecanizado 006 09.svg | Wikimedia Commons, unter anderem CC BY-SA 4.0 |
| Tool Bit Geometry.JPG | Wikimedia Commons, Public Domain |
Videomedien
Die eingebetteten Videos stammen aus der Lehrreihe „Machining Lab Videos“ von EngineeringTechnology.org. Die Quellseite kennzeichnet das Werk mit CC BY 4.0. Die Videos werden hier nur über YouTube eingebettet und nicht als Datei übernommen.
Machining Lab Videos – Quell- und Lizenzseite
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Schulter an einem Drehteil? (Eine radiale Fläche an einem Durchmesserübergang) (!Eine Nut entlang der gesamten Werkstückachse) (!Der drehbare Teil des Werkzeughalters) (!Die Spannfläche im Dreibackenfutter)
Wozu kann ein Freistich an einer Schulter dienen? (Er schafft definierten Raum für Werkzeugauslauf oder Anlage) (!Er erhöht automatisch jeden Werkstückdurchmesser) (!Er ersetzt die Gefährdungsbeurteilung) (!Er legt immer die Drehzahl fest)
Was wird bei der Prüfung des Werkzeugzugangs berücksichtigt? (Schneide, Eckenradius, Halter und benachbarte Geometrie) (!Nur die Farbe des Werkzeughalters) (!Nur der Nenndurchmesser des Rohteils) (!Nur die Maschinenbeleuchtung)
Was ist vor der Auswahl einer Übergangsform besonders wichtig? (Funktion und Zeichnungsforderung klären) (!Den Freistich grundsätzlich möglichst groß machen) (!Jede Schulter mit derselben Kontur versehen) (!Die Zeichnung durch Erfahrungswerte ersetzen)
Wann wird an einer konventionellen Drehmaschine das Messen geplant? (Bei stillgesetzter Maschine) (!Während das Werkstück mit Arbeitsdrehzahl läuft) (!Während Späne mit der Hand entfernt werden) (!Während das Spannfutter offen rotiert)
Welche Aussage zu Handschuhen an der laufenden Drehmaschine ist richtig? (Sie dürfen wegen Einzugsgefahr nicht getragen werden) (!Sie ersetzen jede Schutzvorrichtung) (!Sie sind beim Greifen nach Spänen vorgeschrieben) (!Sie erlauben das Berühren rotierender Werkstücke)
Benötigt jede Schulter zwingend einen Freistich? (Nein die Lösung hängt von Funktion Zeichnung und Vorgaben ab) (!Ja jede Schulter braucht denselben Freistich) (!Ja sobald der Durchmesser kleiner wird) (!Nein ein Übergang muss nie geplant werden)
Woher stammen verbindliche Maße eines normbezogenen Freistichs? (Aus freigegebener Zeichnung und aktuell gültiger Normvorgabe) (!Aus einer beliebigen Internetskizze) (!Aus einer Schätzung am Werkstück) (!Aus der Farbe des Schneidwerkzeugs)
Was ist bei einer simulierten Werkzeugkollision zu tun? (Werkzeugkonzept Ablauf oder zulässige Geometrie neu planen) (!Die Kollision in der realen Bearbeitung ausprobieren) (!Die Schutzvorrichtung entfernen) (!Den Vorschub ohne Prüfung erhöhen)
Welche Arbeitsfreigabe erteilt dieser Kurs? (Keine Arbeitsfreigabe für praktische Maschinenarbeit) (!Eine Freigabe für jede konventionelle Drehmaschine) (!Eine Freigabe ohne Unterweisung) (!Eine Freigabe ohne Gefährdungsbeurteilung)
Memory
| Absatz | Durchmesserwechsel |
| Schulter | radiale Anlagefläche |
| Freistich | Werkzeugauslauf |
| Eckenradius | Restkontur an der Schneide |
| Werkzeughalter | Teil der Werkzeughülle |
| Stillstand | Voraussetzung für geplantes Messen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Werkzeugzugang | Kollisionsfreiheit |
| Freistich | Auslaufraum |
| Schulter | Anlagefläche |
| Gefährdungsbeurteilung | Voraussetzung vor Praxis |
| Normangabe | verbindliche Geometriequelle |
| Stillstand | sichere Messplanung |
...
Kreuzworträtsel
| Schulter | Wie heißt die radiale Fläche an einem Absatz? |
| Freistich | Wie heißt die gezielte Vertiefung für Auslauf oder freie Anlage? |
| Drehstahl | Wie heißt ein typisches Schneidwerkzeug beim konventionellen Drehen? |
| Spannfutter | Wie heißt ein häufiges Spannmittel an der Drehmaschine? |
| Stillstand | Welcher Zustand ist für geplantes Messen und Reinigen erforderlich? |
| Werkzeugzugang | Wie heißt die räumliche Erreichbarkeit der Kontur durch das Werkzeug? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Absatz erkennen: Fotografiere oder skizziere drei ungefährliche Alltagsformen mit einem Durchmesserwechsel und markiere den Absatz. Verwende keine laufende Maschine.
- Schulter beschriften: Erstelle eine einfache Werkstückskizze und kennzeichne Schulter, Sitz und Grundkörper mit Pfeilen.
- Werkzeugbild analysieren: Wähle eines der Commons-Werkzeugbilder aus dem Kurs und markiere Schneide, Eckenbereich und Halter.
- Sicherheitskarte: Gestalte eine Karte mit den drei wichtigsten Stopps vor einer praktischen Drehaufgabe: Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht.
Standard
- Werkzeughülle simulieren: Baue aus Papier oder in CAD eine vereinfachte Werkzeughülle und prüfe den Zugang zur Schulter des Ausbildungsfalls.
- Ablaufstoryboard: Erstelle sechs Bilder für die geplante Bearbeitungsfolge vom Bezug bis zur Prüfung im Stillstand.
- Variantenvergleich: Zeichne denselben Übergang mit Radius, Fase und Freistich und notiere jeweils einen möglichen Vorteil sowie eine zu prüfende Bedingung.
- Ausbilderinterview: Befrage eine zuständige Fachkraft, nach welchen betrieblichen Unterlagen Freistiche ausgewählt werden. Dokumentiere nur freigegebene, nicht vertrauliche Informationen.
Schwer
- Kollisionsanalyse: Vergleiche zwei unterschiedlich große Werkzeughüllen am Ausbildungsfall und begründe, welche Geometrie leichter zugänglich ist.
- Funktionskonflikt: Entwickle eine Lösung für den Fall, dass ein Freistich fertigungstechnisch günstig, konstruktiv aber unzulässig ist.
- Normenprüfung: Vergleiche die Rollen von DIN EN ISO 18388 und DIN 509, ohne geschützte Maßtabellen zu kopieren, und erkläre, welche betriebliche Quelle für die reale Fertigung freigegeben sein muss.
- Erklärvideo planen: Produziere ein kurzes Storyboard für ein Lernvideo zu Werkzeugzugang, Freistich und sicherer Prüfplanung. Praktische Maschinenaufnahmen dürfen nur im betrieblich freigegebenen Rahmen unter zuständiger Aufsicht entstehen.


Lernkontrolle
- Funktionsanalyse: Eine Hülse erreicht ihre vorgesehene Anlagefläche nicht. Entwickle eine Prüfreihenfolge, mit der Du zwischen Werkstückradius, Gegenstückgeometrie und fehlendem Freiraum als Ursache unterscheidest.
- Werkzeugzugang bewerten: Zwei Werkzeuge besitzen dieselbe Schneidenform, aber unterschiedlich große Halter. Erkläre, warum ihre Eignung an derselben Schulter verschieden sein kann.
- Konstruktionsentscheidung: Begründe, wann ein Radius funktional sinnvoller sein kann als ein Freistich und welche weiteren Bauteileigenschaften Du dafür prüfen musst.
- Ablaufplanung: Entwirf eine sichere digitale Bearbeitungsfolge für den Ausbildungsfall und begründe die Position der Prüfschritte.
- Quellenkompetenz: Eine ältere Lehrunterlage und eine aktuelle betriebliche Zeichnung geben unterschiedliche Freistichangaben an. Beschreibe, wie Du fachgerecht vorgehst, ohne selbst einen Wert festzulegen.
- Sicherheitstransfer: Übertrage die Stop-Regel des Kurses auf eine andere Zerspanungsaufgabe und begründe, welche Freigaben vor einer praktischen Durchführung erforderlich sind.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können:
- Begriffssicherheit: Absatz, Schulter, Werkzeugzugang und Freistich fachlich unterscheiden.
- Funktionsbezug: erklären, wie eine Schulter mit einem Gegenstück zusammenwirkt.
- Zugangsprüfung: Schneide und Werkzeughalter als Werkzeughülle in einer Skizze oder CAD-Simulation berücksichtigen.
- Übergangsplanung: Freistich, Radius oder Fase nicht pauschal, sondern anhand von Funktion und Zeichnung beurteilen.
- Ablaufkompetenz: einen nachvollziehbaren Fertigungs- und Prüfablauf als Simulation planen.
- Quellenkompetenz: aktuelle, freigegebene Zeichnungs-, Norm- und Betriebsunterlagen von unverbindlichen Internetangaben unterscheiden.
- Sicherheitskompetenz: Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Aufsicht und Stillstand bei Prüfvorgängen als verbindliche Grenzen benennen.
- Reflexion: begründen, warum dieser Lernkurs keine praktische Arbeitsfreigabe ersetzt.
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