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Kohleschmiedefeuer handhaben - Schmied

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Kohleschmiedefeuer handhaben - Schmied




Einleitung

Kohleschmiedefeuer handhaben - Schmied ist ein Lernkurs für die berufliche Ausbildung im Metallhandwerk. Du lernst, eine kohlebefeuerte Esse unter Anleitung vorzubereiten, zu entzünden, zu führen, zu überwachen und sicher stillzusetzen. Im Mittelpunkt stehen die fachgerechte Feuerführung, das gleichmäßige Erwärmen schmiedbarer Werkstoffe, die Vermeidung von Überhitzung und Abbrand sowie der Arbeits-, Gesundheits- und Brandschutz.

In Deutschland ist das Handhaben von Schmiedefeuern und schmiedbaren Werkstoffen ein Ausbildungsinhalt im anerkannten Ausbildungsberuf Metallbauerin und Metallbauer in der Fachrichtung Metallgestaltung. Der traditionelle Begriff Schmied wird im Handwerk weiterhin verwendet. Dieser Kurs unterstützt die Unterweisung in Betrieb, Berufsschule und überbetrieblicher Ausbildungsstätte, ersetzt aber weder die betriebliche Gefährdungsbeurteilung noch die praktische Anleitung durch eine fachkundige Person.

Sicherheitshinweis: Ein Kohleschmiedefeuer erzeugt hohe Temperaturen, Funken, heiße Oberflächen, Rauch und gefährliche Verbrennungsgase. Du darfst es in der Ausbildung nur nach Unterweisung, mit freigegebenem Arbeitsplatz und unter der vorgesehenen Aufsicht bedienen. Bei Ausfall der Absaugung, Kohlenmonoxid-Alarm, unkontrolliertem Funkenflug oder einer anderen gefährlichen Abweichung stellst Du die Arbeit sofort ein und informierst die verantwortliche Person.


Ausbildungsbezug und Lernziele


Ausbildungsbezug

Die berufliche Handlungskompetenz besteht nicht nur darin, ein Feuer „heiß“ zu machen. Du musst den Arbeitsauftrag, den Werkstoff, den Querschnitt des Werkstücks, die erforderliche Schmiedetemperatur, die Wärmezeit, die Feuergröße und die Schutzmaßnahmen aufeinander abstimmen. Dazu gehören selbstständiges Planen, kontrolliertes Ausführen, Beurteilen des Arbeitsergebnisses und energiesparendes Arbeiten.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du den Aufbau einer Kohlenesse erklären, geeignete Brennstoffe unterscheiden, die Bereiche eines Kohleschmiedefeuers beschreiben und ein Werkstück in der geeigneten Heizzone positionieren. Du kannst eine sichere Arbeitsvorbereitung planen, typische Feuerfehler erkennen, geeignete Korrekturmaßnahmen begründen und das Feuer entsprechend der betrieblichen Anweisung stillsetzen. Außerdem kannst Du erklären, warum Luftmenge, Feuertiefe, Brennstoffzustand und Erwärmungsdauer die Werkstückqualität beeinflussen.


Das Kohleschmiedefeuer verstehen


Aufbau der Kohlenesse

Eine Esse ist eine offene Feuerstelle mit Rauchabzug und regelbarer Luftzufuhr. Bei der Kohlenesse wird die Verbrennungsluft durch eine Windform oder einen Tuyèrekanal von unten oder von der Seite in das Brennstoffbett geführt. Die Luftzufuhr kann über einen Blasebalg, ein Handkurbelgebläse oder ein elektrisches Gebläse erfolgen. Der Luftvolumenstrom wird mit Klappe, Schieber oder Drehzahlregelung dem Arbeitszustand angepasst.

Bauteil Fachliche Funktion
Feuerschüssel oder Feuertopf Nimmt das Brennstoffbett auf und bestimmt Form sowie Tiefe des Feuers.
Windform oder Tuyère Führt die Verbrennungsluft gezielt in den unteren Feuerbereich.
Rost und Aschekasten Tragen den Brennstoff und ermöglichen das Entfernen von Asche sowie feinen Rückständen.
Gebläse und Luftschieber Erzeugen und regeln den Luftvolumenstrom.
Rauchhaube und Abzug Erfassen Rauch, Staub und Verbrennungsgase und führen sie sicher ab.
Feuerwerkzeuge Kohleschaufel, Feuerschürer und Feuerhaken dienen zum Aufbauen, Verdichten und Reinigen des Feuers.


Brennstoffe und Brennstoffzustände

Für das klassische Kohleschmiedefeuer wird häufig backfähige, asche- und schwefelarme Schmiedekohle verwendet. Beim Erwärmen treibt die frische Steinkohle flüchtige Bestandteile aus und verkokt. Der entstandene Koks bildet den heißen, vergleichsweise sauberen Arbeitsbereich. Bereits verkokter Brennstoff raucht weniger, benötigt aber für eine hohe Leistung eine gleichmäßige Luftzufuhr. Holzkohle kann ebenfalls zum Schmieden eingesetzt werden, besitzt jedoch eine andere Schüttdichte, reagiert leichter auf Luftstöße und erfordert eine angepasste Feuerführung.

Brennstoff Verhalten im Feuer Bedeutung für die Feuerführung
Schmiedekohle Frische Kohle erwärmt sich, entgast und verkokt. Frische Kohle wird am Rand nachgeführt und nicht direkt auf das Werkstück geschüttet.
Koks Ist bereits weitgehend entgast und bildet ein heißes Brennstoffbett. Das Werkstück wird von einer ausreichend tiefen Koksschicht umgeben.
Holzkohle Ist leicht, porös und reagiert schnell auf Luftzufuhr. Feuergröße und Luftmenge müssen besonders fein dosiert werden.


Feuerzonen und richtige Werkstücklage

Ein gut geführtes Kohleschmiedefeuer besitzt keine überall gleiche Temperatur und Atmosphäre. Direkt an der Windform trifft viel Sauerstoff auf den Brennstoff. Diese Zone kann sehr heiß und stark oxidierend sein. Darüber und daneben liegt bei ausreichender Brennstofftiefe ein Bereich aus glühendem Koks, in dem das Werkstück gleichmäßiger erwärmt werden kann. Am Rand befindet sich die frische Kohle, die durch die Wärme allmählich verkokt.

Das Werkstück wird so in das saubere Koksbett eingelegt, dass der zu erwärmende Abschnitt rundum von glühendem Brennstoff bedeckt ist. Es soll nicht dauerhaft im unmittelbaren Luftstrahl liegen, weil dort Zunderbildung, Abbrand und örtliche Überhitzung zunehmen können. Bei längeren oder ungleichmäßigen Querschnitten bewegst und drehst Du das Werkstück mit einer passenden Schmiedezange, damit sich die Wärme verteilt. Die konkrete Lage richtet sich nach Werkstoff, Abmessung und Arbeitsauftrag.

  1. Frische Kohlezone: Hier wird Brennstoff nachgeführt und zur Verkokung vorbereitet.
  2. Verkokungszone: Die Kohle gibt flüchtige Bestandteile ab und wird zu Koks.
  3. Koksbett: Dieser Bereich liefert die nutzbare Wärme für das Werkstück.
  4. Luftzutrittszone: Hier ist die Sauerstoffzufuhr besonders hoch; direkter Werkstückkontakt ist möglichst zu vermeiden.


Feuertiefe, Luftmenge und Wärmeübertragung

Die Feuertiefe ist der Abstand zwischen Windform und Werkstück beziehungsweise die Brennstoffmenge, die das Werkstück umgibt. Ein zu flaches Feuer lässt den Luftstrahl unmittelbar auf das Werkstück wirken. Ein unnötig großes und tiefes Feuer verbraucht dagegen mehr Brennstoff und erschwert die Kontrolle. Die Feuergröße wird deshalb dem Werkstückquerschnitt und der Länge der zu erwärmenden Zone angepasst.

Die Luftzufuhr wird nur so weit erhöht, wie es zum Erreichen und Halten der erforderlichen Temperatur nötig ist. Zu wenig Luft führt zu einer schwachen, rauchenden Verbrennung und langen Heizzeiten. Zu viel Luft kann den Brennstoffverbrauch, die Oxidation und den Abbrand erhöhen. In Heizpausen wird das Gebläse deutlich reduziert oder abgeschaltet, sofern die betriebliche Arbeitsanweisung nichts anderes vorsieht.


Temperatur beurteilen

Beim Warmschmieden hängt die geeignete Temperatur vom Werkstoff und vom Umformschritt ab. Glühfarben sind nur eine grobe Orientierung, weil Umgebungslicht, Oberflächenzustand, Legierung und individuelle Farbwahrnehmung das Ergebnis beeinflussen. Betriebliche Temperaturtabellen, Werkstoffdaten und berührungslose Messgeräte haben Vorrang.

Sichtbarer Eindruck bei Stahl Grober Temperaturbereich Fachliche Bewertung
Dunkelrot etwa 600 bis 750 Grad Celsius Für viele Umformschritte bereits zu kalt; Rissgefahr kann steigen.
Kirschrot etwa 750 bis 850 Grad Celsius Je nach Stahl untere Warmumformzone oder Endtemperatur.
Hellrot bis Orange etwa 850 bis 1000 Grad Celsius Häufig nutzbarer Bereich für viele Schmiedearbeiten.
Gelb etwa 1000 bis 1150 Grad Celsius Hohe Umformbarkeit, aber sorgfältige Überwachung erforderlich.
Weißgelb oberhalb von etwa 1150 Grad Celsius Gefahr von Grobkorn, starker Oxidation oder Verbrennen; werkstoffabhängig.

Sprühende Funken, eine aufreißende Oberfläche oder ein auffällig „kochender“ Werkstückrand können darauf hinweisen, dass Stahl überhitzt oder bereits verbrannt ist. Das Werkstück wird dann sofort aus dem Feuer genommen, nicht weiter ausgeschmiedet und von der fachkundigen Person beurteilt.


Sicherheit und Gesundheitsschutz


Gefährdungen am Arbeitsplatz

Gefährdung Mögliche Folge Grundlegende Maßnahme
Strahlungswärme und heiße Oberflächen Verbrennungen und Hitzebelastung Abstand, geeignete Arbeitskleidung, sichere Ablageplätze und Arbeitsunterbrechungen.
Funken und Zunder Augenverletzungen, Hautverletzungen und Entzündung brennbarer Stoffe Schutzbrille mit Seitenschutz, freie Funkenflugzone und Entfernen brennbarer Materialien.
Rauch und Kohlenmonoxid Reizung, Vergiftung, Bewusstlosigkeit und Lebensgefahr Wirksame Absaugung und Lüftung, betriebliche Überwachung und sofortiger Arbeitsstopp bei Störung.
Heiße Werkstücke Verbrennungen durch Verwechslung mit kaltem Stahl Gekennzeichnete Heißablage, eindeutige Kommunikation und passende Zangen.
Lärm beim Schmieden Gehörschäden Gehörschutz nach Gefährdungsbeurteilung und lärmarme Arbeitsorganisation.
Stolperstellen und Brennstoffreste Sturz in der Nähe des Feuers Verkehrswege freihalten und Arbeitsplatz regelmäßig reinigen.

Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos. Du kannst eine gefährliche Konzentration nicht zuverlässig mit den Sinnen erkennen. Eine funktionsfähige Rauchgasabführung, ausreichende Zuluft und die betrieblich festgelegte Überwachung sind deshalb unverzichtbar. Ein Warnmelder ersetzt keine Absaugung.


Persönliche Schutzausrüstung und Verhalten

Zur üblichen Ausstattung gehören je nach Gefährdungsbeurteilung Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, schwer entflammbare eng anliegende Arbeitskleidung, Lederschürze und Gehörschutz. Synthetische, leicht schmelzende Kleidung ist ungeeignet. Handschutz wird passend zur Tätigkeit ausgewählt; lose, beschädigte, feuchte oder ölverschmutzte Handschuhe dürfen nicht verwendet werden. Lange Haare werden gesichert, Schmuck und lose Kleidungsstücke abgelegt.

Brennbare Flüssigkeiten, Druckgasbehälter, Papier, Holzstaub und andere leicht entzündliche Stoffe gehören nicht in den Funkenflugbereich. Zum Anzünden werden nur betriebsseitig freigegebene Zündhilfen verwendet. Benzin, Spiritus und andere Brandbeschleuniger sind verboten. Feuerlöscheinrichtungen, Not-Aus, Fluchtwege und Erste-Hilfe-Mittel müssen erreichbar sein. Das geeignete Löschmittel richtet sich nach dem betrieblichen Brandschutzkonzept.


Arbeitsablauf: Kohleschmiedefeuer handhaben


Arbeitsplatz vorbereiten

Vor Arbeitsbeginn liest Du den Arbeitsauftrag und klärst Werkstoff, Querschnitt, Heizlänge und Zieltemperatur. Danach führst Du die vorgeschriebene Sicht- und Funktionskontrolle durch. Die Feuerschüssel muss frei von übermäßiger Asche und Klinker sein. Windform, Rost, Aschekasten, Gebläse, Luftregelung, Rauchhaube und Abzug müssen funktionsfähig sein. Die Absaugung wird vor dem Anzünden eingeschaltet beziehungsweise nach betrieblicher Vorgabe geprüft.

  1. Arbeitsauftrag: Werkstoff, Abmessung, Heizbereich und gewünschte Umformung klären.
  2. Arbeitsplatzprüfung: Verkehrswege, Heißablage, Löschmittel und Erste Hilfe kontrollieren.
  3. Esse prüfen: Feuerschüssel, Windform, Rost, Aschekasten und Luftregelung kontrollieren.
  4. Absaugung prüfen: Rauchhaube, Abzug und Zuluft auf Funktion prüfen.
  5. Werkzeuge bereitstellen: Passende Zange, Kohleschaufel, Feuerhaken und Werkstückablage bereitlegen.
  6. Persönliche Schutzausrüstung: Vollständigkeit und Zustand kontrollieren.


Feuer entzünden

Über der freien Windform wird nach betrieblicher Anleitung eine kleine, sichere Anzündstelle aufgebaut. Geeignetes trockenes Anzündmaterial oder bereits glühender Koks wird verwendet. Zunächst wird nur wenig Luft zugeführt. Sobald die Glut stabil ist, wird in kleinen Mengen Koks oder Schmiedekohle nachgelegt. Eine zu frühe starke Luftzufuhr kann Funken, Rauch und das Verblasen leichten Brennstoffs verursachen.

Frische Schmiedekohle wird ringförmig am Rand angeordnet. Dort erwärmt sie sich und verkokt. Der Rauch muss vollständig von der Haube erfasst werden. Zieht Rauch in den Arbeitsraum, wird nicht weitergearbeitet. Ursache und Abhilfe werden durch die verantwortliche Person geklärt.


Feuer aufbauen und stabilisieren

Das nutzbare Koksbett wird schrittweise vergrößert. Mit Schaufel und Feuerhaken formst Du ein kompaktes, ausreichend tiefes Feuer. Die Windform bleibt frei, darf aber nicht als offener Luftkanal bis zum Werkstück durchblasen. Frische Kohle liegt außen, verkokender Brennstoff in der Übergangszone und glühender Koks innen. Die Luftmenge wird langsam erhöht, bis eine stabile Wärmeleistung erreicht ist.

Ein gleichmäßiges Feuer zeigt eine ruhige, kontrollierbare Glut. Starker dunkler Rauch deutet häufig auf zu viel frische Kohle, unzureichende Verkokung oder eine ungenügende Rauchgaserfassung hin. Ein heller, punktförmiger Heißstrahl kann auf einen Luftkanal oder ein zu flaches Brennstoffbett hindeuten.


Werkstück einlegen und erwärmen

Das Werkstück wird mit einer zur Form passenden Zange sicher gehalten. Der zu erwärmende Abschnitt wird in das Koksbett geschoben und mit glühendem Brennstoff bedeckt. Das Werkstück liegt nicht auf der Windform. Du bewegst oder drehst es so, dass der Querschnitt möglichst gleichmäßig erwärmt wird. Dünne Bereiche und Kanten erwärmen sich schneller als massive Querschnitte und müssen besonders beobachtet werden.

Während des Erwärmens kontrollierst Du Glühfarbe, Zunderbildung, Geräusch, Funken und Form des Feuers. Das Werkstück bleibt nur so lange im Feuer, wie es für den Arbeitsgang erforderlich ist. Nach dem Herausnehmen wird das Gebläse reduziert, wenn nicht unmittelbar das nächste Werkstück erwärmt wird.


Feuer nachführen und Klinker entfernen

Während des Arbeitens wird frische Kohle in kleinen Mengen am Rand nachgeführt. Bereits verkokter Brennstoff wird zur Mitte geschoben. Dadurch bleibt der Arbeitsbereich sauber und heiß. Mineralische Bestandteile der Kohle können zu Klinker versintern. Klinker sammelt sich häufig im Bereich der Windform, behindert den Luftstrom und erzeugt ungleichmäßige Hitzezonen.

Die Entfernung erfolgt mit den vorgesehenen Werkzeugen und nur nach betrieblicher Unterweisung. Dabei werden Werkstück und lose Brennstoffteile gesichert. Heiße Rückstände kommen in einen dafür vorgesehenen nicht brennbaren Behälter. Sie dürfen nicht mit normalem Abfall vermischt werden, solange Restglut vorhanden ist.


Typische Störungen beurteilen

Beobachtung Mögliche Ursache Fachgerechte Reaktion
Rauch tritt in den Raum Absaugung ausgefallen, Zug gestört, Haube ungünstig oder zu viel frische Kohle Arbeit stoppen, Gebläse reduzieren, Bereich sichern und verantwortliche Person informieren.
Feuer wird trotz Luft nicht heiß Windform blockiert, Klinker im Feuertopf, zu wenig Koks oder ungeeigneter Brennstoff Feuerzustand prüfen lassen, Luftweg reinigen und Koksbett neu aufbauen.
Werkstück verzundert stark Zu viel Luft, zu flaches Feuer, zu lange Heizzeit oder falsche Werkstücklage Luftmenge und Feuertiefe korrigieren, Werkstück tiefer in das Koksbett legen und Heizzeit verkürzen.
Werkstück sprüht Funken Überhitzung oder beginnendes Verbrennen Werkstück sofort entnehmen, nicht weiterbearbeiten und beurteilen lassen.
Luftstrom ist ungleichmäßig Asche, Klinker, verstopfter Rost oder Störung am Gebläse Feuer kontrolliert zurücknehmen und Anlage nach Arbeitsanweisung reinigen oder melden.
Brennstoff fällt trichterförmig ein Hohlraum oder Luftkanal im Brennstoffbett Gebläse reduzieren und das Feuer mit geeignetem Werkzeug neu verdichten.


Feuer stillsetzen und Arbeitsplatz übergeben

Nach Abschluss des Auftrags wird kein frischer Brennstoff mehr nachgelegt. Das Gebläse wird abgeschaltet. Das Brennstoffbett wird nach der betrieblichen Anweisung auseinandergezogen, in der Esse kontrolliert abgelöscht oder in einen zugelassenen Metallbehälter überführt. Welche Methode verwendet wird, hängt von Bauart, Werkstoff der Feuerschüssel und Brandschutzkonzept ab. Unkontrolliertes Übergießen kann Dampf, Spritzer und Schäden verursachen.

Die Absaugung bleibt so lange in Betrieb, wie Rauch oder Verbrennungsgase entstehen können. Asche und Klinker werden erst nach ausreichender Abkühlung entsorgt. Feuerstelle, Heißablage und Umgebung werden auf Restglut kontrolliert. Störungen, beschädigte Werkzeuge und besondere Beobachtungen werden dokumentiert und bei der Übergabe gemeldet. Ein Kohleschmiedefeuer bleibt niemals unbeaufsichtigt zurück.


Qualitäts-, Energie- und Umweltaspekte

Gute Feuerführung verbessert die Werkstückqualität und senkt Brennstoffverbrauch sowie Emissionen. Ein an den Querschnitt angepasstes Feuer, eine saubere Koksbettzone, kurze kontrollierte Heizzeiten und eine bedarfsgerechte Luftzufuhr verringern Zunder und Abbrand. Überdimensionierte Feuer, dauerhaft voll laufende Gebläse und häufiges unnötiges Wiedererwärmen verschwenden Energie.

Kohle, Koks, Asche und Klinker werden getrennt und nach den betrieblichen Vorgaben gelagert beziehungsweise entsorgt. Rauch, Staub und Verbrennungsgase werden nicht in den Arbeitsraum freigesetzt. Für wiederkehrende Arbeiten lohnt es sich, Feuergröße, Luftstellung, Heizzeit und beobachtete Werkstücktemperatur zu dokumentieren. So kann der Prozess schrittweise reproduzierbarer werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu dient die regelbare Luftzufuhr an der Kohlenesse? (Zum kontrollierten Einstellen der Verbrennungsleistung) (!Zum Abkühlen des Ambosses) (!Zum Reinigen der Schmiedezange) (!Zum Messen der Werkstücklänge)




Was muss vor dem Anzünden des Schmiedefeuers geprüft werden? (Die Funktion von Absaugung und Luftzufuhr) (!Die Farbe des kalten Ambosses) (!Die Länge des Hammerstiels allein) (!Die Lautstärke des Werkstattradios)




Wo wird frische Schmiedekohle gewöhnlich nachgeführt? (Am Rand des bestehenden Koksbetts) (!Direkt auf das zu erwärmende Werkstück) (!In den Aschekasten) (!Auf die Heißablage)




Wo soll der zu erwärmende Werkstückabschnitt liegen? (Im ausreichend tiefen sauberen Koksbett) (!Im direkten offenen Luftstrahl) (!Außerhalb der Feuerschüssel) (!Im kalten Aschekasten)




Worauf kann starkes Funkensprühen aus der Stahloberfläche hinweisen? (Auf Überhitzung oder beginnendes Verbrennen) (!Auf eine zu niedrige Werkstücktemperatur) (!Auf eine besonders saubere Oberfläche) (!Auf eine unterbrochene Luftzufuhr)




Warum muss Klinker aus dem Feuerbereich entfernt werden? (Weil er den Luftstrom behindern und Hitzezonen verändern kann) (!Weil er den Amboss magnetisch macht) (!Weil er die Schmiedezange verlängert) (!Weil er die Raumbeleuchtung abschaltet)




Wie wird das Gebläse in einer längeren Heizpause betrieben? (Es wird nach Arbeitsanweisung reduziert oder abgeschaltet) (!Es läuft immer mit maximaler Leistung weiter) (!Es wird mit Wasser gekühlt) (!Es wird vom Rauchabzug getrennt)




Welche Aussage über Kohlenmonoxid ist richtig? (Es ist farb- und geruchlos und kann lebensgefährlich sein) (!Es ist immer an blauem Rauch erkennbar) (!Es entsteht nur bei ausgeschaltetem Feuer) (!Es ist schwerer als glühender Koks)




Was gehört zum sicheren Stillsetzen des Feuers? (Gebläse abschalten und Restglut nach Betriebsanweisung kontrollieren) (!Frische Kohle auflegen und den Raum verlassen) (!Die Absaugung sofort trotz Rauch ausschalten) (!Heiße Asche in einen Kunststoffbehälter füllen)




Unter welcher Voraussetzung darf eine auszubildende Person die Kohlenesse bedienen? (Nach Unterweisung und unter der vorgesehenen Aufsicht) (!Ohne Kenntnis der Betriebsanweisung) (!Allein beim ersten Arbeitsversuch) (!Nur mit geöffnetem Aschekasten)





Memory

Windform Führt Verbrennungsluft in die Feuerschüssel
Feuerschüssel Nimmt das Brennstoffbett auf
Klinker Verbackener mineralischer Rückstand
Koksbett Sauberer heißer Arbeitsbereich
Luftschieber Regelt den Luftvolumenstrom
Rauchhaube Erfasst Rauch und Verbrennungsgase





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Windform Gezielte Luftzuführung
Koksbett Geeigneter Heizbereich
Verkokungszone Umwandlung frischer Schmiedekohle
Klinker Störender Rückstand
Rauchhaube Erfassung der Verbrennungsgase




...


Kreuzworträtsel

Windform Welches Bauteil führt die Verbrennungsluft in das Feuer?
Klinker Wie heißt der verbackene mineralische Rückstand im Kohlefeuer?
Esse Wie heißt die Feuerstelle einer Schmiede?
Gebläse Welches Gerät erzeugt den Luftstrom?
Koks Welcher weitgehend entgaste Brennstoff bildet den heißen Arbeitsbereich?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf erhitztem Stahl?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor dem Anzünden prüfst Du die Funktion der

. Die Verbrennungsluft gelangt durch die

in die Feuerschüssel. Frische Schmiedekohle wird am

des Feuers nachgeführt. Beim Erwärmen wird die Schmiedekohle zu

umgewandelt. Das Werkstück wird von einem ausreichend tiefen

umgeben. Eine zu hohe Luftmenge kann die Bildung von

verstärken. Verbackene mineralische Rückstände heißen

. Kohlenmonoxid ist farb- und

. Sprühende Funken können auf eine

des Stahls hinweisen. Nach Arbeitsende wird das Gebläse

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bauteile einer Kohlenesse: Beschrifte eine Skizze mit Feuerschüssel, Windform, Rost, Aschekasten, Gebläse, Luftschieber und Rauchhaube.
  2. Feuerbeobachtung: Beobachte unter Aufsicht ein Schmiedefeuer und notiere, wo frische Kohle, verkokender Brennstoff und glühender Koks liegen.
  3. PSA-Check: Erstelle eine Bildkarte mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung und begründe jedes ausgewählte Teil in einem Satz.
  4. Fachwortkarten: Gestalte Lernkarten zu den Begriffen Koksbett, Windform, Klinker, Zunder, Feuertiefe und Luftvolumenstrom.


Standard

  1. Arbeitsplan Schmiedefeuer: Formuliere einen Arbeitsplan vom Prüfen der Esse bis zur kontrollierten Übergabe des Arbeitsplatzes.
  2. Fehlerdiagnose: Erstelle zu den Beobachtungen Rauch im Raum, starke Zunderbildung und ungleichmäßige Glut jeweils eine Ursachen-Wirkungs-Kette.
  3. Videoanalyse Schmiedefeuer: Analysiere eines der eingebetteten Videos und kennzeichne fachgerechte, unklare und sicherheitsrelevante Handlungsschritte.
  4. Brennstoffvergleich: Vergleiche Schmiedekohle, Koks und Holzkohle hinsichtlich Zündverhalten, Rauch, Luftbedarf und Feuerführung.


Schwer

  1. Gefährdungsbeurteilung Kohlenesse: Entwirf für einen Ausbildungsarbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung mit Gefahren, Schutzmaßnahmen und Prüfmerkmalen.
  2. Betriebsanweisung Schmiedefeuer: Verfasse einen Entwurf für eine kurze Betriebsanweisung mit den Abschnitten Anwendungsbereich, Gefahren, Schutzmaßnahmen, Störungen und Stillsetzen.
  3. Prozessversuch Feuertiefe: Plane unter Aufsicht einen Vergleich zweier Feuertiefen und lege fest, wie Heizzeit, Zunderbildung und Temperatur beurteilt werden.
  4. Unterweisung gestalten: Produziere ein kurzes Lehrvideo oder eine Fotostrecke, in der Du die richtige Werkstücklage und drei typische Feuerfehler erklärst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Störungsszenario Rauch: In einer Schmiede tritt beim Nachlegen von Kohle Rauch unter der Haube hervor. Entwickle eine sichere Handlungsreihenfolge und begründe, warum die Arbeit nicht einfach fortgesetzt werden darf.
  2. Störungsszenario Zunder: Ein Werkstück bildet in kurzer Zeit ungewöhnlich viel Zunder. Leite mindestens drei mögliche Ursachen aus Luftmenge, Feuertiefe, Werkstücklage und Heizzeit ab.
  3. Arbeitsplanung Vierkantstahl: Plane das gleichmäßige Erwärmen eines Vierkantstahls mit größerem Querschnitt und erkläre, wie sich Feuergröße, Drehen und Heizdauer gegenseitig beeinflussen.
  4. Qualitätsentscheidung: Ein Werkstück sprüht im Feuer Funken und zeigt eine raue Oberfläche. Entscheide über das weitere Vorgehen und begründe Deine Entscheidung werkstoff- und sicherheitsbezogen.
  5. Energieeffizienz: Vergleiche zwei Arbeitsweisen, bei denen das Gebläse entweder ständig voll läuft oder nur während der Heizphasen bedarfsgerecht geregelt wird. Bewerte Qualität, Brennstoffverbrauch und Emissionen.
  6. Arbeitsplatzübergabe: Entwickle eine Checkliste, mit der eine zweite Person beurteilen kann, ob Feuerstelle, Restglut, Werkzeuge, Rückstände und dokumentierte Störungen sicher übergeben wurden.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Kompetenzen wichtig:

  1. Fachbegriffe: Du benennst Feuerschüssel, Windform, Luftregelung, Rauchhaube, Koksbett, Klinker und Zunder korrekt.
  2. Arbeitsvorbereitung: Du prüfst Arbeitsplatz, Absaugung, Esse, Werkzeuge, Heißablage und persönliche Schutzausrüstung systematisch.
  3. Feueraufbau: Du erklärst die Anordnung von frischer Kohle, Verkokungszone und Koksbett.
  4. Werkstücklage: Du positionierst das Werkstück unter Aufsicht außerhalb des direkten Luftstrahls und erwärmst es gleichmäßig.
  5. Temperaturbeurteilung: Du nutzt Glühfarbe nur als Orientierung und beziehst Werkstoffdaten sowie betriebliche Vorgaben ein.
  6. Störungsreaktion: Du erkennst Rauchgasaustritt, Klinkerbildung, starke Zunderbildung und Überhitzung und handelst sicher.
  7. Stillsetzen: Du schaltest das Gebläse ab, behandelst Restglut nach Betriebsanweisung und kontrollierst den Arbeitsplatz.
  8. Reflexion: Du begründest Deine Entscheidungen hinsichtlich Sicherheit, Qualität, Energieverbrauch und Umweltwirkung.




OERs zum Thema


Fachliche Quellen und freie Medien

  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin
  2. BIBB-Berufesuche
  3. DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln
  4. Wikimedia Commons: Forging
  5. Wikimedia Commons: Forges



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