Kirchengitter und Chorschranken - Schmied


Kirchengitter und Chorschranken - Schmied
Kirchengitter und Chorschranken - Schmied
Einleitung
Kirchengitter und Chorschranken gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Metallgestaltung. Sie verbinden tragfähige Konstruktion, präzise Funktion, handwerklich geschmiedete Details, Gestaltung im Maßstab des Kirchenraums und häufig auch Denkmalschutz. Für Auszubildende im Metallbauerhandwerk ist das Thema besonders geeignet, weil Du dabei den gesamten Arbeitsprozess kennenlernst: Bestand erfassen, Nutzung klären, Entwurf und Werkzeichnung anfertigen, Werkstoff und Verbindungen auswählen, Bauteile schmieden, ein Tor gangbar machen, Oberflächen schützen und die Montage dokumentieren.
In Deutschland ist der einschlägige anerkannte Ausbildungsberuf Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin der Fachrichtung Metallgestaltung. Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt 42 Monate. Typische Arbeitsfelder sind Beschlag- und Kunstschmieden, Kunstschlossereien sowie spezialisierte Restaurierungswerkstätten. Der traditionelle Begriff Schmied bleibt für die handwerkliche Tätigkeit wichtig, ersetzt aber nicht die heutige Berufsbezeichnung.

Das schmiedeeiserne Chorgitter der Wallfahrtskirche Brunnenthal zeigt, wie stark Funktion und Ornament miteinander verbunden sein können. Es grenzt einen Raum ab, bleibt optisch durchlässig und bildet zugleich einen gestalteten Übergang.
Lernziele
| Kompetenzbereich | Nach der Bearbeitung kannst Du ... |
|---|---|
| Fachbegriffe | Kirchengitter, Chorgitter, Chorschranke, Altargitter, Kommunionbank und Lettner voneinander unterscheiden. |
| Planung | ein fachgerechtes Aufmaß vorbereiten, Bestandsbefunde dokumentieren und aus den Anforderungen einen Fertigungsplan ableiten. |
| Metallgestaltung | Raster, Rhythmus, Proportion, Stabquerschnitte, Leerflächen und Ornamente aufeinander abstimmen. |
| Fertigung | geeignete Schmiede- und Verbindungstechniken für Rahmen, Füllung, Beschläge und Bekrönung auswählen. |
| Montage und Erhaltung | Befestigung, Korrosionsschutz, Funktionsprüfung und denkmalgerechten Umgang begründet planen. |
Fachbegriffe und Funktionen
Kirchengitter ist ein weiter handwerklicher Sammelbegriff. Gemeint sein können Außentore, Vorhallengitter, Kapellengitter, Sakristeigitter, Altargitter oder Gittertüren innerhalb des Kirchenraums.
Eine Chorschranke trennt den Chor- oder Altarbereich räumlich vom Gemeinderaum. Sie kann aus Stein, Holz oder Metall bestehen und niedrig, raumhoch, geschlossen oder durchbrochen ausgebildet sein. Ein Chorgitter ist die metallene, optisch durchlässige Form einer solchen Schranke. Ein Altargitter oder eine Kommunionbank liegt näher am Altar und erfüllt nicht automatisch dieselbe Aufgabe wie eine den gesamten Chor abschließende Schranke.
Ein Lettner ist eine monumentale, meist mittelalterliche Schrankenarchitektur zwischen Chor und Langhaus. Er kann Durchgänge, eine Bühne oder Empore und bildhauerischen Schmuck besitzen. Deshalb ist nicht jedes Chorgitter ein Lettner.

Für die Planung musst Du zuerst klären, welche Funktion tatsächlich gefordert ist. Ein Gitter kann Zugänge steuern, liturgische Bereiche markieren, Kunstwerke schützen, Sichtbeziehungen ordnen oder als eigenständiges Kunstwerk wirken. Bei Türen und Toren kommen Bedienbarkeit, Schließung, Fluchtwegfunktion, Barrierefreiheit und Wartung hinzu. Diese Anforderungen werden nicht aus der Form vermutet, sondern mit Kirchengemeinde, Planung, Denkmalpflege und gegebenenfalls Brandschutz abgestimmt.

Gestaltung im Kirchenraum
Ein gutes Kirchengitter ordnet sich dem Bauwerk unter, ohne beliebig zu wirken. Ausgangspunkte sind die Achsen des Raums, Pfeilerabstände, Sockelhöhen, Gewölbelinien, vorhandene Beschläge und die Blickrichtung zum Altar. Aus diesen Bezügen entsteht ein Ordnungsraster. Darin werden Pfosten, Riegel, Füllstäbe, Durchgänge, Bekrönung und Ornamente angeordnet.
Wichtige Gestaltungsmittel sind Proportion, Rhythmus, Symmetrie oder bewusst gesetzte Asymmetrie, Materialstärke, Lichtdurchlässigkeit und Negativraum. Nicht nur das Eisen, sondern auch die freien Zwischenräume bestimmen die Wirkung. Zu viele kleine Zierelemente können den Kirchenraum unruhig machen; zu schwache Querschnitte lassen das Gitter optisch kraftlos und konstruktiv unsicher erscheinen.
Typische geschmiedete Formen sind Voluten, Ranken, Blätter, Rosetten, Spitzen, Kreuzformen, Wappenfelder und figürliche Zeichen. Sakrale Symbole dürfen nicht nur dekorativ eingesetzt werden. Bedeutung, Konfession, Ort und Auftrag sind vorher zu klären.

Historische Vorlagen dienen der Analyse von Aufbau, Stabführung und handwerklicher Logik. Sie werden nicht ungeprüft kopiert. Ein eigener Entwurf muss zum Bauwerk, zur Aufgabe und zur Herstellungsweise passen.

Entwurfsunterlagen
Für ein Ausbildungsprojekt sind mindestens eine Ansicht, relevante Schnitte, Detailzeichnungen, eine Stückliste und Angaben zu Werkstoff, Querschnitten, Verbindungen und Oberfläche erforderlich. Bei freien Ornamenten ist eine Zeichnung im Maßstab 1:1 besonders hilfreich. Auf dem Reißboden oder einer stabilen Zeichenplatte kannst Du Biegelinien, Anschlüsse und Wiederholungen unmittelbar kontrollieren. Schablonen und Lehren sichern die Gleichmäßigkeit, ohne die handwerkliche Lebendigkeit vollständig zu beseitigen.
Bestand, Aufmaß und Befund
Bei historischen Gittern beginnt die Arbeit nicht mit dem Hammer, sondern mit der Untersuchung. Dokumentiert werden Gesamtansichten, Details, Maße, Lot- und Fluchtabweichungen, Verformungen, Risse, lockere Verbindungen, fehlende Teile, Korrosion, Altbeschichtungen und frühere Reparaturen. Auch Bearbeitungsspuren sind wichtig: Hammermarken, Feuerschweißnähte, Nietköpfe, Bunde, Zapfen und Sägespuren können Hinweise auf Herstellung und Umbauten geben.
Zum Aufmaß gehören lichte Breiten und Höhen, Achsmaße, Diagonalmaße, Anschlagseiten, Bodenverlauf, Wand- und Pfeileroberflächen sowie die Lage vorhandener Befestigungen. Bei beweglichen Flügeln werden Drehachse, Bodenluft, Öffnungswinkel, Schlossposition und mögliche Kollisionen erfasst. Ein Fotomaßstab und eindeutig benannte Messpunkte erleichtern die spätere Auswertung.
Merksatz: Bestand vor Ersatz. Ein beschädigtes Originalteil wird nicht allein deshalb erneuert, weil eine Neuanfertigung schneller wäre. Bei einem Denkmal entscheiden Befund, Erhaltungsziel und abgestimmtes Restaurierungskonzept.
Das Video zum denkmalgerechten Entwurf eines Fenstergitters zeigt einen übertragbaren Planungsgrundsatz: Bestehende Formen werden untersucht, der Entwurf wird aus dem Bauwerk entwickelt und die Fertigung nachvollziehbar vorbereitet.
Werkstoffe richtig benennen
Im Alltag wird fast jedes dekorativ geformte Eisen als Schmiedeeisen bezeichnet. Fachlich musst Du genauer unterscheiden. Historisches schmiedbares Eisen kann durch alte Herstellungsverfahren, Schlackenzeilen und inhomogene Gefügebereiche geprägt sein. Jüngere historische Bauteile können beispielsweise Puddeleisen enthalten. Moderne Neuanfertigungen bestehen häufig aus geeigneten unlegierten Stählen.
Diese Unterschiede beeinflussen Schmiedbarkeit, Schweißbarkeit, Bruchverhalten und Korrosion. Vor Reparaturschweißungen an historischem Bestand sind Werkstoffuntersuchung, Probearbeit und ein abgestimmtes Verfahren notwendig. Funkenprobe, Sichtbefund oder Magnet allein liefern nicht in jedem Fall eine sichere Werkstoffbestimmung.
Für Neuteile werden Werkstoff, Abmessungen und Lieferzustand in Zeichnung und Stückliste angegeben. Bei Ergänzungen an einem Denkmal sollen mechanisches Verhalten, Erscheinungsbild und Korrosionssystem mit dem Bestand verträglich sein.
Schmiedetechniken für Gitter und Schranken
Für Kirchengitter werden Grundtechniken kombiniert. Beim Ausschmieden wird ein Querschnitt verlängert und verjüngt, beim Stauchen verkürzt und verdickt. Biegen erzeugt Bögen und Voluten, Tordieren verdreht einen Stab um seine Längsachse. Beim Lochen wird eine Öffnung warm durchgesetzt; mit einem Dorn wird sie auf Form und Maß aufgetrieben. Spalten ermöglicht Blätter, Gabelungen oder geteilte Enden. Beim Absetzen entstehen definierte Querschnittsübergänge.

Beim warmen Lochen wird Material verdrängt und nicht spanend ausgebohrt. Entscheidend bleiben eine saubere Lochlage, ausreichender Randabstand und ein zum gewünschten Querschnitt passender Dorn.
Beim Biegen und Tordieren sind gleichmäßige Erwärmung, kontrollierte Hebelwege und Rückfederung zu beachten. Wiederkehrende Teile werden mit Lehren verglichen, aber nicht durch unkontrolliertes Nachschlagen auf kaltem Material beschädigt.
Verbindungen
Historische Gitter zeigen häufig Niete, Bunde, Klammern, Zapfen, Durchsteckverbindungen und Feuerschweißungen. Diese Verbindungen sind nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch ablesbar.
Eine Nietverbindung benötigt passende Lochung, Nietlänge, Setzkopfauflage und gleichmäßig geformten Schließkopf. Ein Bund ist ein erwärmtes Band, das Bauteile umfasst und beim Abkühlen fest anliegt. Zapfen können vernietet, verkeilt oder in einem passenden Loch gesichert werden. Beim Feuerschweißen werden geeignete Werkstoffoberflächen auf Schweißtemperatur gebracht und unter Druck vereinigt. Das Verfahren erfordert genaue Feuerführung und ist nicht für jede historische Legierung oder Reparatursituation geeignet.
Moderne Lichtbogen- oder Schutzgasschweißungen können bei Neuanfertigungen sinnvoll sein. Bei sichtbaren historischen Konstruktionen dürfen sie jedoch nicht gedankenlos traditionelle Verbindungen imitieren oder Originalsubstanz unnötig verändern. Die Verbindung wird nach Last, Werkstoff, Gestaltungsziel, Zugänglichkeit, Reparierbarkeit und Denkmalwert ausgewählt.

Torflügel, Beschläge und Funktion
Ein Gitterflügel besteht meist aus tragendem Rahmen, Füllung, Beschlägen und Schließeinrichtung. Der Rahmen muss rechtwinklig beziehungsweise zeichnungsgemäß verzugsfrei sein. Diagonalmaße dienen der Kontrolle. Ornamentstäbe dürfen den Rahmen nicht ungewollt verspannen.
Zu traditionellen Beschlagteilen gehören Bänder, Kloben, Drehzapfen, Pfannen, Riegel, Fallen und Schlosskästen. Die Drehachse muss fluchten. Lagerstellen benötigen passende Werkstoffpaarung, ausreichende Auflage und Wartungsmöglichkeit. Ein schwerer Flügel darf weder absacken noch selbsttätig unkontrolliert auf- oder zuschlagen.
Bei der Funktionsprüfung werden Öffnungswinkel, Bodenfreiheit, Anschlag, Schlossgang, Riegelweg, Handhabung und mögliche Quetsch- oder Scherstellen beurteilt. Anforderungen an Fluchtwege und Barrierefreiheit werden projektspezifisch geprüft. Historische Vorbilder ersetzen keine aktuelle Freigabe durch die verantwortliche Planung.

Fertigungsablauf
| Arbeitsschritt | Fachlicher Schwerpunkt | Prüfkriterium |
|---|---|---|
| Auftrag klären | Nutzung, Gestaltung, Denkmalstatus und Zuständigkeiten | Anforderungen schriftlich bestätigt |
| Bestand aufnehmen | Maße, Befund, Fotos, Material und Anschlüsse | Messpunkte nachvollziehbar |
| Entwerfen | Raster, Proportion, Öffnung, Ornament und Beschlag | Entwurf passt zu Raum und Funktion |
| Konstruieren | Querschnitte, Verbindungen, Toleranzen und Montagefolge | Fertigung und Montage sind ausführbar |
| Muster fertigen | Schmiedetechnik, Oberfläche und Detailmaßstab | Freigabe vor Serienfertigung |
| Bauteile herstellen | Erwärmung, Umformung, Lehren und Zwischenkontrolle | Maße und Formen stimmen |
| Trocken zusammenbauen | Flucht, Diagonalen, Türgang und Anschlussstellen | kein Zwang und kein unzulässiger Verzug |
| Oberfläche ausführen | Reinigung, Schutzsystem und gestalterische Wirkung | gleichmäßig, verträglich und dokumentiert |
| Montieren | Schutz des Bauwerks, Befestigung und Justage | sicher, funktionstüchtig und wartbar |
| Übergeben | Prüfprotokoll, Pflegehinweise und Fotodokumentation | Unterlagen vollständig |
Oberfläche und Korrosionsschutz
Die Oberfläche eines Kirchengitters ist Teil der Gestaltung. Schmiedespuren, Kanten, Zunderreste, Patina, Farbfassungen und Vergoldungen können einen hohen Aussagewert besitzen. Deshalb beginnt die Behandlung mit einer Zieldefinition: Soll ein Neuteil geschützt, eine historische Fassung erhalten oder eine schadhafte Beschichtung erneuert werden?
Lose Korrosionsprodukte und nicht tragfähige Schichten müssen kontrolliert entfernt werden. Drahtbürsten, Strahlen, Schleifen oder chemische Verfahren wirken unterschiedlich stark. An historischen Oberflächen darf kein Verfahren ohne Probe und Freigabe eingesetzt werden. Alte Beschichtungen können gesundheitsgefährdende Stoffe wie Blei enthalten; vor dem Entfernen sind Gefahrstoffbewertung, Schutzmaßnahmen und Entsorgungsweg zu klären.
Für Neuanfertigungen kommen abgestimmte Beschichtungssysteme, traditionelle Anstriche, Wachse oder Öle in Betracht. Innenraum und Außenklima stellen unterschiedliche Anforderungen. Feuerverzinken kann bei geeigneten Neuteilen wirksam sein, verändert jedoch Oberfläche und Maßhaltigkeit und ist für viele historische oder fein gegliederte Bauteile ungeeignet. Grundierung, Zwischen- und Deckbeschichtung müssen als System zusammenpassen.

Montage im historischen Bauwerk
Vor der Montage werden Transportweg, Hebepunkte, Bodenschutz, Gerüst oder Hubmittel und die Reihenfolge der Bauteile geplant. Naturstein, Putz, Bodenbeläge, Glas und vorhandene Ausstattung dürfen nicht beschädigt werden.
Befestigungen werden aus Baugrund, Last, Randabstand, Zugänglichkeit und Denkmalziel entwickelt. Historische Lösungen sind beispielsweise eingestemmte und verbleite Zapfen. Moderne Dübel- oder Ankersysteme dürfen nur verwendet werden, wenn Planung, Baugrund und denkmalpflegerische Freigabe dazu passen. Bohrungen in wertvollen Steinflächen werden auf das notwendige Maß begrenzt. Wo gefordert, sollen Verbindungen lösbar und spätere Eingriffe nachvollziehbar sein.
Nach der Montage folgen Ausrichtung, Funktionsprüfung, Kontrolle aller Sicherungen und eine Dokumentation der verdeckten Anschlüsse. Pflegehinweise benennen Reinigungsverfahren, Schmierstellen, Kontrollintervalle und zulässige Ausbesserungsmaterialien.
Arbeitssicherheit
Schmieden, Schweißen, Schleifen und Montieren verbinden mehrere Gefährdungsbereiche. Erforderlich sind geeignete persönliche Schutzausrüstung, sichere Zangenführung, freie Arbeitswege, Absaugung beziehungsweise Lüftung, Brandschutz und geprüfte Arbeitsmittel. Bei Arbeiten in Kirchen gelten häufig besondere Regeln für Heißarbeiten. Erlaubnisschein, Abschirmung, Brandwache und Nachkontrolle werden vor Ort organisiert.
Bei Altbeschichtungen, Staub und unbekannten Korrosionsprodukten wird nicht trocken und ungeschützt gearbeitet. Lasten werden mit geeigneten Anschlagmitteln bewegt; schwere Torflügel sind gegen Umstürzen und Zuschlagen zu sichern. Sicherheitsmaßnahmen richten sich nach Gefährdungsbeurteilung und betrieblicher Unterweisung.
Ausbildung und Berufsbezug
Das Projekt verbindet Ausbildungsinhalte wie technisches Zeichnen, Werkstoffkunde, Schmieden, Fügen, Prüfen, Oberflächenbehandlung, Montage, Kundenkommunikation und Qualitätssicherung. Eine besonders gute Ausbildungsaufgabe ist ein funktionsfähiges Gittersegment mit Rahmen, geschmiedeter Füllung, mindestens zwei traditionellen Verbindungstypen und einem kleinen Drehflügel.
Das Video gibt Einblick in eine schweizerische Ausbildung mit Schwerpunkt Schmiedearbeiten. Berufsbezeichnungen und Ausbildungsordnungen unterscheiden sich zwischen Ländern; die gezeigten Arbeitsabläufe lassen sich dennoch fachlich vergleichen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bezeichnet ein Chorgitter am genauesten? (Eine metallene durchbrochene Abgrenzung des Chorbereichs) (!Ein gemauerter Glockenturm) (!Eine hölzerne Dachkonstruktion) (!Ein steinerner Fußboden)
Was steht bei einem historischen Gitter am Anfang der Bearbeitung? (Die dokumentierte Bestands- und Befundaufnahme) (!Die sofortige vollständige Demontage) (!Die Wahl der Deckfarbe ohne Probe) (!Das Abschneiden aller verformten Teile)
Wozu dient eine Zeichnung im Maßstab eins zu eins besonders? (Zur Kontrolle von Biegelinien und Anschlüssen) (!Zur Bestimmung der Raumakustik) (!Zur Berechnung der Heizleistung) (!Zur Auswahl der Kirchenmusik)
Welche Technik erzeugt im warmen Werkstoff eine Öffnung ohne Bohren? (Lochen) (!Lackieren) (!Polieren) (!Kleben)
Welche Verbindung wird durch Umformen eines Nietschafts geschlossen? (Nietverbindung) (!Steckdose) (!Lötlampe) (!Farbfassung)
Warum muss der Begriff Schmiedeeisen fachlich präzisiert werden? (Weil historische und moderne Werkstoffe unterschiedliche Eigenschaften haben können) (!Weil jedes Gitter aus Aluminium besteht) (!Weil Schmieden nur bei Holz möglich ist) (!Weil Werkstoffe bei der Reparatur bedeutungslos sind)
Welcher Grundsatz ist bei denkmalwertem Bestand besonders wichtig? (Bestand vor Ersatz) (!Neuteil vor Untersuchung) (!Schleifen vor Dokumentation) (!Farbe vor Funktion)
Was wird mit Diagonalmaßen an einem rechteckigen Torrahmen kontrolliert? (Die geometrische Rechtwinkligkeit) (!Die chemische Zusammensetzung) (!Die Lautstärke beim Schließen) (!Die Farbe des Untergrunds)
Welche Gefahr kann von historischen Beschichtungen ausgehen? (Sie können gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten) (!Sie bestehen immer aus Trinkwasser) (!Sie verhindern jede Korrosion vollständig) (!Sie sind grundsätzlich lebensmittelecht)
Welches Beschlagteil bildet häufig das feste Gegenstück zu einem Band? (Der Kloben) (!Die Volute) (!Der Amboss) (!Die Rosette)
Memory
| Aufmaß | Bestandsmaße |
| Volute | eingerolltes Ornament |
| Kloben | festes Gegenstück eines Bandbeschlags |
| Niete | formschlüssige Verbindung |
| Dorn | Werkzeug zum Auftreiben |
| Patina | altersbedingte Oberflächenveränderung |
| Bekrönung | oberer Schmuckabschluss |
| Schablone | Übertragung wiederkehrender Geometrie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Fertigungsschritt |
|---|---|
| Lochen | Öffnung im warmen Werkstoff erzeugen |
| Auftreiben | Öffnung mit einem Dorn auf Form und Maß erweitern |
| Tordieren | Stab um seine Längsachse verdrehen |
| Bunden | Bauteile mit einem erwärmten Band umfassen |
| Nieten | Bauteile durch Umformen eines Nietschafts verbinden |
| Feuerschweißen | erhitzte Werkstücke unter Druck stoffschlüssig vereinigen |
Kreuzworträtsel
| Volute | Wie heißt ein eingerolltes Ziermotiv? |
| Kloben | Wie heißt das feste Lagerteil eines traditionellen Bandbeschlags? |
| Niete | Welches Verbindungselement erhält einen geformten Schließkopf? |
| Schablone | Womit wird eine wiederkehrende Kontur übertragen? |
| Patina | Wie heißt eine altersbedingte Veränderung der Oberfläche? |
| Chorgitter | Wie heißt eine durchbrochene metallene Abgrenzung des Chorbereichs? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildanalyse Kirchengitter: Wähle eines der eingebundenen Gitterbilder und markiere Rahmen, Pfosten, Riegel, Füllung, Durchgang und Bekrönung.
- Fachwortkarte Metallgestaltung: Gestalte eine Lernkarte mit acht Fachbegriffen und jeweils einer Skizze.
- Werkzeugskizze Schmieden: Zeichne Hammer, Zange, Lochdorn und Biegelehre und beschreibe ihre Aufgabe.
- Ornament und Negativraum: Zeichne drei Volutenanordnungen und vergleiche die entstehenden freien Zwischenräume.
Standard
- Aufmaßübung Gitteröffnung: Vermesse eine ungefährliche Übungsöffnung und erstelle ein bemaßtes Aufmaßblatt mit Diagonalmaßen.
- Werkzeichnung Gitterfeld: Entwirf ein Gitterfeld im Maßstab eins zu fünf und ein Anschlussdetail im Maßstab eins zu eins.
- Schmiedeprobe Verbindung: Fertige unter Anleitung ein Probestück mit Lochung, aufgetriebenem Loch und Nietverbindung.
- Montagekonzept Kirchenraum: Plane Transport, Schutzmaßnahmen, Befestigung, Justage und Funktionsprüfung für ein kleines Gittersegment.
Schwer
- Restaurierungskonzept Chorgitter: Entwickle aus einem fiktiven Schadensbild ein Konzept mit Erhaltungsziel, Untersuchungen, Maßnahmen und Dokumentation.
- Entwurfsprojekt Chorschranke: Gestalte eine Chorschranke für einen konkreten Kirchenraum und begründe Raster, Symbolik, Querschnitte und Oberfläche.
- Funktionsmodell Gittertor: Baue ein maßstäbliches Modell mit Drehachse, Anschlag, Riegel und überprüfbarer Öffnungsbewegung.
- Fachgespräch Denkmalpflege: Simuliere ein Abstimmungsgespräch zwischen Schmied, Kirchengemeinde, Architekt und Denkmalpflege und protokolliere die Entscheidungen.


Lernkontrolle
- Vergleich Chorgitter und Lettner: Erkläre anhand von Funktion, Material und Raumwirkung, warum beide Begriffe nicht gleichgesetzt werden dürfen.
- Fehleranalyse Torflügel: Ein Flügel schleift nach der Montage am Boden. Entwickle eine Prüfreihenfolge, die Ursache und geeignete Korrektur voneinander trennt.
- Verbindungswahl Metallgestaltung: Vergleiche Nieten, Bunden und Schweißen für ein sichtbares Gitterdetail und begründe eine Auswahl.
- Transfer Denkmalschutz: Ein historisches Gitter besitzt Korrosion, aber auch eine wertvolle Farbfassung. Entwickle ein Vorgehen, das beide Befunde berücksichtigt.
- Fertigungsplanung Volutenfeld: Leite aus einer Maßzeichnung eine sinnvolle Reihenfolge für Zuschneiden, Erwärmen, Biegen, Prüfen und Zusammenbau ab.
- Montageentscheidung Naturstein: Bewerte zwei Befestigungsideen für ein Gitter an einem historischen Steinpfeiler und formuliere die Informationen, die vor einer Freigabe fehlen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:
- eine fachlich korrekte Unterscheidung von Kirchengitter, Chorgitter, Chorschranke, Altargitter und Lettner
- ein nachvollziehbares Aufmaß mit Fotos, Messpunkten und Befundangaben
- eine bemaßte Entwurfs- oder Werkzeichnung mit Werkstoffen, Querschnitten und Verbindungen
- die begründete Auswahl von Schmiede-, Füge- und Oberflächenverfahren
- ein sicher und sauber gefertigtes Probestück oder Funktionsmodell
- eine dokumentierte Maß-, Winkel- und Funktionsprüfung
- ein Montage- und Schutzkonzept für den Kirchenraum
- eine Reflexion über Originalsubstanz, Reparatur, Ergänzung und Denkmalverträglichkeit
OERs zum Thema
- BIBB: Metallbauer und Metallbauerin Fachrichtung Metallgestaltung
- Ausbildungsordnung für Metallbauer und Metallbauerinnen
- Wikimedia Commons: Chorschranken und Lettner
- Wikimedia Commons: historische Schmiedeeisen-Ornamente
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