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KI-Werkzeuge nach Fähigkeiten auswählen

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KI-Werkzeuge nach Fähigkeiten auswählen

Klasse 8 | etwa 1–2 Unterrichtsstunden | fächerübergreifend

Künstliche Intelligenz kann Texte formulieren, Bilder erzeugen, Informationen ordnen, Programmcode vorschlagen oder Datenmuster beschreiben. Aber nicht jedes KI-Werkzeug kann jede Aufgabe gleich gut. Für manche Aufgaben ist ein Taschenrechner, eine Tabellenkalkulation, eine Suchmaschine, ein Lexikon oder sogar bewusst gar kein KI-Werkzeug die bessere Wahl.

In diesem Lernkurs trainierst Du deshalb nicht, möglichst oft KI einzusetzen. Du lernst, Aufgaben zuerst zu verstehen und danach ein Werkzeug auszuwählen. Du entscheidest, welche Arbeit beim Menschen bleiben muss, wo KI unterstützen darf, wo Kontrollpunkte nötig sind und wann ein Werkzeug gewechselt oder ausgeschaltet werden sollte.

Das Ziel ist Human Agency, also menschliche Handlungsfähigkeit: Du bestimmst Ziel, Kriterien und Grenzen. Ein KI-System liefert Vorschläge oder verarbeitet Daten, aber Du bleibst für Prüfung, Auswahl und Verantwortung zuständig.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du

  1. Probleme präzise definieren: Du formulierst, welches Ergebnis wirklich gebraucht wird.
  2. Werkzeuge nach Fähigkeiten auswählen: Du unterscheidest beispielsweise Recherche, Textarbeit, Berechnung, Datenanalyse, Bildgestaltung und Programmierhilfe.
  3. Mensch und KI sinnvoll aufteilen: Du legst fest, welche Schritte menschliches Urteil brauchen.
  4. Kontrollpunkte planen: Du prüfst Zwischenstände, bevor Fehler weiterverarbeitet werden.
  5. Qualität begründen: Du verwendest Kriterien wie Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit, Quellenqualität, Fairness, Sicherheit und Datenschutz.
  6. bewusst entscheiden: Du kannst begründen, wann KI eingesetzt, gewechselt oder nicht verwendet wird.


Ablauf für 1–2 Unterrichtsstunden

Phase Zeit Schwerpunkt
Aktivierung und Diagnose 8–10 Minuten Erste Entscheidungen: KI, anderes Werkzeug oder ohne KI?
Einführung 15–20 Minuten Werkzeugfähigkeiten, Mensch-KI-Arbeitsteilung, Kontrollpunkte
Anwendung 25–35 Minuten PISA-nahe Projektsituation mit mehreren Teilaufgaben
Selbstkontrolle 10–15 Minuten Qualitätskriterien und Entscheidungspunkte
Reflexion und Transfer 10–15 Minuten Begründete Wahl zwischen mehreren Handlungsoptionen


Aktivierung und Diagnose

Stell Dir vor, Du sollst für eine Projektwoche drei Aufgaben erledigen:

  1. Eine Kostenrechnung mit festen Preisen und Stückzahlen.
  2. Einen kurzen Informationstext für Eltern überarbeiten.
  3. Einen aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Faktencheck durchführen.

Entscheide spontan für jede Aufgabe zwischen generativer KI, anderem digitalem Werkzeug und ohne KI. Notiere zu jeder Wahl genau einen Grund.

Vergleiche anschließend mit dieser Faustregel: Je stärker eine Aufgabe von exakten Zahlen, überprüfbaren Quellen, personenbezogenen Daten oder verantwortungsvollen Entscheidungen abhängt, desto wichtiger sind spezialisierte Werkzeuge und menschliche Kontrolle.

Diagnosefrage: Wenn ein Werkzeug eine Aufgabe technisch erledigen kann, bedeutet das noch nicht, dass es dafür das beste Werkzeug ist. Entscheidend sind Zweck, Daten, Risiko und gewünschte Qualität.


Grundidee: Erst Problem, dann Werkzeug

Eine schlechte Werkzeugwahl beginnt häufig mit der Frage: „Welche KI könnte ich benutzen?“ Eine bessere Reihenfolge lautet:

  1. Problem klären: Was soll am Ende vorliegen?
  2. Fähigkeit bestimmen: Welche Art von Verarbeitung wird gebraucht?
  3. Werkzeugklasse wählen: Welches Werkzeug beherrscht diese Fähigkeit zuverlässig?
  4. Arbeit teilen: Was macht der Mensch, was darf die KI übernehmen?
  5. Kontrollpunkt setzen: Wo wird geprüft, bevor es weitergeht?
  6. Qualität bewerten: Erfüllt das Ergebnis die Kriterien?
  7. Entscheiden: Weiterarbeiten, Werkzeug wechseln oder KI beenden?

Diese Reihenfolge schützt davor, sich zu früh auf ein bestimmtes Produkt oder eine Marke festzulegen.


Das Fähigkeiten-Prinzip

KI-Werkzeuge und andere digitale Werkzeuge unterscheiden sich in ihren Stärken. Eine hilfreiche Übersicht ist:

Aufgabe Passende Werkzeugklasse Typische Stärke Wichtiger Kontrollpunkt
Aktuelle Fakten finden Suchsystem, Datenbank, seriöse Website Quellen auffinden Quelle, Datum und Urheber prüfen
Ideen sammeln oder Textvarianten formulieren generatives Textsystem sprachliche Vorschläge und Varianten Inhalt, Ton, Belege und Übertreibungen prüfen
Exakt rechnen Taschenrechner oder Tabellenkalkulation nachvollziehbare Berechnungen Formel und Eingabedaten prüfen
Daten sortieren und darstellen Tabellenkalkulation oder Datenwerkzeug strukturierte Auswertung Datenqualität und Diagrammwahl prüfen
Bildideen entwerfen Bildwerkzeug oder Grafikprogramm Visualisierung und Varianten Aussage, Rechte, Kennzeichnung und Fairness prüfen
Programmcode testen oder verbessern Entwicklungsumgebung, Tests, eventuell KI-Assistent Fehlersuche und Vorschläge Code ausführen, Testfälle prüfen, Sicherheitsrisiken beachten
Persönliche oder sensible Daten bearbeiten möglichst lokales, schulisch freigegebenes Verfahren oder ohne externe KI Schutz von Daten Einwilligung, Datensparsamkeit und Schulregeln prüfen

Merksatz: Das leistungsstärkste Werkzeug ist nicht automatisch das passendste Werkzeug. Passend ist ein Werkzeug dann, wenn seine Fähigkeit zur Aufgabe passt und seine Risiken kontrollierbar sind.


Mensch-KI-Arbeitsteilung

Das Bild eines kollaborativen Roboters eignet sich als Denkmodell: Mensch und Technik teilen sich Aufgaben, aber nicht jede Aufgabe ist austauschbar.

Bei einer sinnvollen Mensch-KI-Arbeitsteilung bleiben beim Menschen besonders:

  1. Ziel und Problemdefinition.
  2. Auswahl der Kriterien.
  3. Bewertung von Quellen.
  4. Umgang mit Unsicherheit.
  5. Entscheidungen mit Folgen für andere Menschen.
  6. Verantwortung für Veröffentlichung und Nutzung.

Eine KI kann dagegen häufig nützlich sein bei:

  1. Varianten und Ideen.
  2. sprachlichen Entwürfen.
  3. Strukturierung großer Textmengen.
  4. Mustersuche in Daten.
  5. ersten Codevorschlägen.
  6. Zusammenfassungen, die anschließend kontrolliert werden.


Kontrollpunkte statt blindem Durchlauf

Ein Kontrollpunkt ist eine Stelle im Arbeitsprozess, an der Du prüfst, ob das Ergebnis gut genug ist, bevor es weiterverwendet wird.

Beispiel: Du lässt Dir von einer KI drei Argumente für einen Informationstext vorschlagen. Bevor Du daraus ein Plakat machst, prüfst Du:

  1. Stimmen die Behauptungen?
  2. Gibt es geeignete Quellen?
  3. Fehlen wichtige Gegenargumente?
  4. Ist die Sprache fair?
  5. Sind personenbezogene Daten enthalten?
  6. Ist klar, welche Teile von KI unterstützt wurden?

Wenn ein Kontrollpunkt scheitert, gibt es drei sinnvolle Reaktionen: verbessern, Werkzeug wechseln oder ohne KI weiterarbeiten.


Qualitätskriterien

Ein KI-Ergebnis kann flüssig klingen und trotzdem falsch sein. Deshalb brauchst Du überprüfbare Kriterien.

Kriterium Leitfrage
Richtigkeit Sind Fakten, Zahlen und Zusammenhänge korrekt?
Quellenqualität Lassen sich wichtige Aussagen auf geeignete Quellen zurückführen?
Nachvollziehbarkeit Kann jemand verstehen, wie das Ergebnis entstanden ist?
Relevanz Beantwortet das Ergebnis wirklich die gestellte Aufgabe?
Fairness Werden Menschen oder Gruppen einseitig, stereotyp oder ungerecht dargestellt?
Sicherheit Können Fehler reale Schäden verursachen?
Datenschutz Werden persönliche oder sensible Daten geschützt?
Transparenz Wird KI-Unterstützung dort kenntlich gemacht, wo sie für die Bewertung wichtig ist?


Quellenkritik und Faktenprüfung

Generative KI ist keine automatische Belegquelle. Ein System kann plausible Formulierungen erzeugen, auch wenn einzelne Angaben nicht stimmen. Deshalb gilt bei überprüfbaren Aussagen:

  1. Suche nach der ursprünglichen oder möglichst nahen Quelle.
  2. Prüfe Autor oder Institution.
  3. Prüfe Veröffentlichungsdatum und Kontext.
  4. Vergleiche wichtige Aussagen mit einer zweiten geeigneten Quelle.
  5. Trenne gesicherte Informationen von Vermutungen.
  6. Übernimm keine erfundenen Quellenangaben.

Bei politischen, historischen, technischen oder wirtschaftlichen Aussagen ist diese Trennung besonders wichtig.


Datenschutz, Sicherheit und bewusster Nicht-Einsatz

Nicht jede Aufgabe sollte an ein externes KI-System übergeben werden. Ein bewusster Nicht-Einsatz ist sinnvoll, wenn

  1. personenbezogene oder sensible Daten nicht sicher verarbeitet werden können,
  2. Du eine Fähigkeit selbst trainieren sollst und die KI den Lernschritt übernehmen würde,
  3. eine Entscheidung hohe Folgen hat und das Werkzeug nicht zuverlässig genug kontrolliert werden kann,
  4. exakte Regeln oder Berechnungen mit einem einfacheren Werkzeug besser nachvollziehbar sind,
  5. die Nutzung gegen schulische Regeln, Rechte oder Vereinbarungen verstoßen würde.

Human Agency bedeutet auch, Nein zu einem Werkzeug sagen zu können.


Transparenz bei KI-Inhalten

Die beiden Symbole zeigen eine aktuelle Idee zur Kennzeichnung von KI-Inhalten: Es kann einen Unterschied machen, ob ein Inhalt nur teilweise mit KI verändert oder vollständig mit KI erzeugt wurde. Für schulische Projekte ist deshalb eine einfache Transparenzregel sinnvoll: Dokumentiere kurz, wobei KI geholfen hat und welche Teile Du selbst geprüft oder erstellt hast.


Werkzeugwechsel als Stärke

Ein Werkzeugwechsel ist kein Scheitern. Er zeigt, dass Du Deinen Arbeitsprozess steuerst.

Beispiele:

  1. Ein Textsystem liefert bei einer aktuellen Zahl unterschiedliche Angaben. Du wechselst zu einer offiziellen Statistikquelle.
  2. Ein generatives System rechnet eine Kostenübersicht unübersichtlich. Du wechselst zu einer Tabellenkalkulation.
  3. Ein Bildsystem erzeugt stereotype Darstellungen. Du änderst Kriterien, wechselst das Werkzeug oder gestaltest selbst.
  4. Ein KI-Assistent schlägt Programmcode vor, der einen Test nicht besteht. Du prüfst den Fehler im Code und nutzt Testfälle statt weiterer unkontrollierter Vorschläge.


Fächerübergreifende Beispiele

Fach Beispiel für sinnvolle Werkzeugwahl Menschliche Kernaufgabe
Informatik KI zur Erklärung eines Codefehlers, Entwicklungsumgebung zum Testen Testfälle entwerfen und Code verstehen
Deutsch Textsystem für Formulierungsvarianten Aussage, Stil, Argumentation und Quellen selbst bewerten
Mathematik Tabellenkalkulation für exakte Berechnung, KI für Erklärung eines Lösungswegs Rechenweg und Plausibilität prüfen
Technik KI für Ideen, Messsoftware für Sensordaten Sicherheitsgrenzen und technische Anforderungen festlegen
Geschichte KI für Suchbegriffe oder Überblick historische Quellen einordnen und Perspektiven unterscheiden
Kunst Bildsystem für Entwurfsvarianten eigene Gestaltungsidee, Auswahl, Kennzeichnung und Bildkritik
Ethik KI zur Sammlung verschiedener Argumente Werte abwägen und Verantwortung übernehmen
Gemeinschaftskunde Suchsystem für aktuelle Gesetzestexte und Institutionen demokratische Positionen prüfen und Quellen einordnen
Wirtschaft Tabellenkalkulation für Kostenvergleich, KI für Textentwurf Annahmen, Zahlen und Interessen bewerten


PISA-nahe Anwendungssituation: Das nachhaltige Schulfest

Deine Klasse plant ein Schulfest. Die Schülervertretung möchte Kosten senken, Müll vermeiden und alle Entscheidungen transparent erklären. Ihr habt mehrere Teilaufgaben und dürft verschiedene digitale Werkzeuge nutzen.

Ausgangsdaten für 700 Getränke:

Variante Kosten Zusätzliche Information
Einwegbecher 0,10 Euro pro Becher Nach einmaliger Nutzung Abfall
Mehrwegbecher 45 Euro Ausleihpauschale plus 0,03 Euro Reinigung pro Nutzung Rückgabe und Reinigung nötig

Zusätzlich liegen folgende Arbeitsaufträge vor:

  1. Berechnet die voraussichtlichen Kosten beider Varianten.
  2. Prüft die Behauptung „Mehrweg ist immer klimafreundlicher“.
  3. Erstellt einen kurzen neutralen Informationstext für Eltern.
  4. Entwerft eine Bildidee für ein Plakat.
  5. Wertet Rückmeldungen aus einer Umfrage aus, in der auch Namen stehen.


= Entscheidung 1: Kosten

Für die Kosten braucht Ihr nachvollziehbare und exakte Rechenoperationen. Eine Tabellenkalkulation oder ein Taschenrechner ist hier meist geeigneter als ein generatives Sprachmodell.

Kontrollpunkt: Prüft Eingabewerte und Formel. Rechnet eine Variante zusätzlich überschlägig im Kopf.


= Entscheidung 2: Klimabehauptung

Die Aussage enthält das Wort „immer“. Das ist ein Warnsignal für eine zu pauschale Behauptung. Für die Prüfung braucht Ihr geeignete Quellen, Randbedingungen und Vergleichswerte.

Ein Textsystem kann Suchbegriffe vorschlagen, aber es sollte nicht selbst als Beleg gelten.

Kontrollpunkt: Welche Quelle beschreibt Bedingungen wie Material, Zahl der Wiederverwendungen, Transport und Reinigung?


= Entscheidung 3: Elterninformation

Ein Textsystem kann zwei oder drei Formulierungsvarianten erzeugen. Vor der Veröffentlichung muss die Klasse aber kontrollieren, ob der Text neutral, verständlich, korrekt und vollständig ist.

Kontrollpunkt: Enthält der Text nur Aussagen, die durch die Projektinformationen oder geprüfte Quellen gedeckt sind?


= Entscheidung 4: Plakat

Ein Bildwerkzeug kann einen Entwurf liefern. Die Klasse entscheidet über Gestaltung, Aussage und Zielgruppe.

Kontrollpunkt: Zeigt das Bild Personen fair und ohne stereotype Rollen? Muss KI-Unterstützung kenntlich gemacht werden?


= Entscheidung 5: Umfragedaten mit Namen

Hier ist ein bewusster Nicht-Einsatz externer KI oft die bessere Wahl. Namen sollten vor einer Auswertung entfernt oder Daten in einem schulisch freigegebenen Verfahren verarbeitet werden.

Kontrollpunkt: Werden wirklich Namen benötigt, um die Frage zu beantworten? Wenn nicht, Daten minimieren oder anonymisieren.


= Projektsteuerung mit einer KI-Einsatzmatrix

Nutze für komplexe Aufgaben diese Tabelle:

Teilaufgabe Gewünschtes Ergebnis Werkzeugklasse Aufgabe des Menschen Kontrollpunkt Qualitätskriterium Entscheidung
Beispiel Kosten nachvollziehbarer Vergleich Tabellenkalkulation Werte prüfen Formel testen Richtigkeit weiter
Beispiel Behauptung belegte Einschätzung Suchsystem und Quellen Quellen bewerten Gegenquelle suchen Quellenqualität Werkzeug wechseln, falls nötig
Beispiel Umfrage sichere Auswertung kein externes KI-System Daten anonymisieren Datenschutz prüfen Sicherheit KI bewusst nicht einsetzen


Ampel für Kontrollpunkte

Grün: Ergebnis erfüllt die Kriterien. Du kannst weiterarbeiten.

Gelb: Ergebnis ist teilweise brauchbar. Verändere Eingabe, Daten, Vorgehen oder Werkzeug.

Rot: Risiko oder Fehler ist zu groß. Stoppe den KI-Einsatz und wähle ein anderes Verfahren.


Selbstkontrolle: Die Sechs-Fragen-Prüfung

Bevor Du ein KI-Ergebnis übernimmst, beantworte:

  1. Habe ich das Problem selbst verstanden?
  2. Passt die Fähigkeit des Werkzeugs wirklich zur Aufgabe?
  3. Weiß ich, welche Daten ich dem Werkzeug gebe?
  4. Habe ich mindestens einen sinnvollen Kontrollpunkt?
  5. Kann ich die Qualität mit konkreten Kriterien prüfen?
  6. Könnte ich begründen, warum ich weiterarbeite, wechsle oder auf KI verzichte?

Wenn Du mehrere Fragen nicht beantworten kannst, ist der Arbeitsprozess noch nicht gut genug kontrolliert.


Reflexion: Drei Handlungsoptionen

Deine Gruppe muss für das Schulfest zwischen drei Vorgehensweisen wählen:

Option A: Ein generatives KI-System bearbeitet alle Teilaufgaben.

Option B: Für jede Teilaufgabe wird das passendste Werkzeug gewählt, sensible Daten bleiben geschützt und nach jedem wichtigen Schritt gibt es einen Kontrollpunkt.

Option C: Digitale Werkzeuge werden vollständig vermieden.

Begründe, welche Option für das Gesamtprojekt am sinnvollsten ist. Eine gute Begründung berücksichtigt nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit, Datenschutz, Lernziel, Fairness und Verantwortung.


Transfer: Wann ist weniger KI mehr?

KI kann eine starke Unterstützung sein, wenn sie einen klar begrenzten Teil einer Aufgabe übernimmt. Sie kann aber Lernen behindern, wenn sie genau die Denkarbeit ersetzt, die Du üben sollst.

Beispiel: Wenn Du das Argumentieren trainierst, ist es oft sinnvoller, zuerst eigene Gründe zu entwickeln und die KI anschließend als Gegenleser oder für Gegenargumente einzusetzen. So bleibt der wichtigste Lernschritt bei Dir.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was steht am Anfang einer guten Werkzeugwahl? (Das Problem und das gewünschte Ergebnis klären) (!Ein möglichst großes KI-System öffnen) (!Ein Bild erzeugen) (!Eine Marke auswählen)




Welches Werkzeug ist für eine nachvollziehbare exakte Kostenrechnung meist besonders geeignet? (Eine Tabellenkalkulation) (!Ein Bildgenerator) (!Ein Übersetzungsprogramm) (!Ein Sprachassistent ohne Rechenkontrolle)




Welche Aufgabe sollte beim Menschen bleiben? (Qualitätskriterien und Verantwortung festlegen) (!Alle Wörter automatisch vervollständigen) (!Jede Zahl zufällig verändern) (!Bilder ohne Prüfung veröffentlichen)




Was ist ein Kontrollpunkt? (Eine geplante Prüfung vor dem nächsten Arbeitsschritt) (!Ein Passwort für ein KI-System) (!Eine automatische Veröffentlichung) (!Eine besonders lange Eingabe)




Was ist bei überprüfbaren Fakten besonders wichtig? (Quellen und Kontext kontrollieren) (!Nur auf flüssige Sprache achten) (!Die längste Antwort wählen) (!Quellenangaben weglassen)




Wann kann ein bewusster Nicht-Einsatz von KI sinnvoll sein? (Wenn sensible Daten nicht sicher verarbeitet werden können) (!Wenn eine Aufgabe eine Überschrift hat) (!Wenn ein Text weniger als zehn Sätze besitzt) (!Wenn eine Tabelle zwei Spalten hat)




Was bedeutet ein sinnvoller Werkzeugwechsel? (Ein anderes Werkzeug wählen wenn Anforderungen nicht erfüllt werden) (!Jede Minute zufällig ein neues Programm öffnen) (!Ein fehlerhaftes Ergebnis trotzdem übernehmen) (!Alle Kontrollpunkte entfernen)




Welches Kriterium prüft ob Menschen oder Gruppen gerecht dargestellt werden? (Fairness) (!Dateigröße) (!Bildschirmhelligkeit) (!Tastaturlayout)




Wie kann generative KI bei einer Recherche sinnvoll unterstützen? (Sie kann Suchbegriffe und Fragen vorschlagen) (!Sie ersetzt jede Originalquelle) (!Sie macht Quellenprüfung unnötig) (!Sie garantiert automatisch wahre Aussagen)




Welche Vorgehensweise stärkt Human Agency am meisten? (Du setzt Ziel Kriterien Kontrollpunkte und entscheidest selbst) (!Die KI bestimmt Ziel und Bewertung allein) (!Du übernimmst jedes Ergebnis ungeprüft) (!Du gibst sensible Daten ohne Prüfung ein)





Memory

Problemdefinition Klärt Ziel und benötigtes Ergebnis
Werkzeugfähigkeit Beschreibt was ein Werkzeug zuverlässig leisten soll
Kontrollpunkt Geplante Prüfung im Arbeitsprozess
Quellenkritik Bewertung von Herkunft Aktualität und Beleg
Datenschutz Schutz personenbezogener Informationen
Fairness Vermeidung einseitiger oder diskriminierender Behandlung
Transparenz Nachvollziehbare Kennzeichnung der KI-Unterstützung
Werkzeugwechsel Reaktion auf ungeeignete oder fehlerhafte Ergebnisse





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Tabellenkalkulation Exakte Kostenrechnung
Suchsystem Aktuelle überprüfbare Quellen finden
Textsystem Formulierungsvarianten entwerfen
Grafikwerkzeug Visuelle Entwürfe gestalten
Menschliche Prüfung Verantwortung und Qualitätsentscheidung
Bewusster Nicht-Einsatz Sensible Daten vor ungeeigneter Verarbeitung schützen




...


Kreuzworträtsel

Problem Was muss vor der Werkzeugwahl zuerst genau verstanden werden?
Quellen Was brauchst Du zur Überprüfung wichtiger Fakten?
Datenschutz Welches Prinzip schützt personenbezogene Informationen?
Kontrollpunkt Wie heißt eine geplante Prüfung zwischen Arbeitsschritten?
Fairness Welches Qualitätskriterium fragt nach gerechter Darstellung?
Transparenz Welches Prinzip macht KI-Unterstützung nachvollziehbar?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor der Auswahl eines digitalen Werkzeugs sollte zuerst das

geklärt werden.
Für exakte Berechnungen ist häufig eine

geeigneter als ein generatives Textsystem.
Die Aufgaben von Mensch und KI sollten bewusst als

geplant werden.
Eine geplante Prüfung im Arbeitsprozess heißt

.
Bei überprüfbaren Behauptungen müssen geeignete

herangezogen werden.
Persönliche Angaben werden durch guten

geschützt.
Die gerechte Darstellung verschiedener Menschen gehört zum Kriterium

.
Wenn ein Werkzeug die Anforderungen nicht erfüllt, kann ein

sinnvoll sein.
Die Offenlegung relevanter KI-Unterstützung verbessert die

.
Die bewusste Entscheidung gegen KI kann Teil verantwortlicher

sein.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkarten: Erstelle sechs Karten für Werkzeugklassen und notiere auf jeder Karte eine Stärke, eine Grenze und ein Beispiel.
  2. KI-Ampel: Sammle drei Situationen für Grün, drei für Gelb und drei für Rot beim KI-Einsatz.
  3. Qualitätscheck: Nimm einen kurzen KI-Text oder Mustertext und markiere Stellen, die Du prüfen würdest. Begründe jeden Prüfpunkt.
  4. Fächervergleich: Wähle zwei Schulfächer und beschreibe, welche KI-Fähigkeit dort sinnvoll unterstützen kann und welche Denkarbeit beim Menschen bleiben sollte.


Standard

  1. Werkzeugmatrix: Plane für ein Referat fünf Teilaufgaben und ordne jeder Teilaufgabe eine Werkzeugklasse, einen Kontrollpunkt und ein Qualitätskriterium zu.
  2. Quellenprüfung: Vergleiche eine generierte Behauptung mit zwei geeigneten Quellen und dokumentiere Unterschiede.
  3. Mensch-KI-Protokoll: Bearbeite eine Schreibaufgabe und protokolliere getrennt, welche Schritte Du selbst und welche ein KI-System übernommen hat.
  4. Datenschutzprüfung: Untersuche eine fiktive Umfrage mit Namen, Alter und persönlichen Aussagen. Entscheide, welche Daten vor einer digitalen Auswertung entfernt werden sollten.


Schwer

  1. PISA-Fallstudie: Entwickle eine realistische Entscheidungssituation aus Schule oder Alltag, in der mindestens drei unterschiedliche Werkzeuge möglich sind. Formuliere Kriterien und begründe die beste Kombination.
  2. Werkzeugwechsel-Experiment: Bearbeite dieselbe Aufgabe nacheinander mit zwei unterschiedlichen Werkzeugklassen. Vergleiche Qualität, Aufwand, Fehler und Kontrollierbarkeit.
  3. Fairness-Audit: Entwickle Kriterien, mit denen Du einen KI-generierten Text oder ein Bild auf stereotype oder einseitige Darstellung prüfst. Überarbeite das Ergebnis anschließend.
  4. KI-Einsatzrichtlinie: Entwirf für eine Schülergruppe eine kurze Regelung, wann KI genutzt, wann gewechselt und wann nicht eingesetzt werden sollte. Begründe jede Regel.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkzeugentscheidung begründen: Eine Gruppe möchte für eine Mathematik-Kostenrechnung ein generatives Textsystem verwenden. Entwickle eine bessere Werkzeugstrategie und begründe sie.
  2. Fehlerkette stoppen: Ein KI-System liefert eine falsche Zahl, die anschließend in ein Plakat und einen Elternbrief übernommen wird. Setze mindestens drei Kontrollpunkte, die diese Fehlerkette verhindert hätten.
  3. Daten schützen: Du erhältst eine Tabelle mit Namen, Noten und persönlichen Kommentaren. Entwickle einen sicheren Arbeitsweg für eine statistische Auswertung und begründe, welche Daten nicht an ein externes KI-System gehören.
  4. Quellenkonflikt lösen: Eine KI-Antwort nennt eine Zahl, zwei seriöse Quellen nennen unterschiedliche Werte. Beschreibe, wie Du Ursache, Datum, Definition und Quelle prüfst, bevor Du entscheidest.
  5. Fairness und Gestaltung: Ein Bildsystem erzeugt für „Technikberufe“ immer ähnliche Personen. Entwickle zwei mögliche Reaktionen und begründe, wann Überarbeiten, Werkzeugwechsel oder Eigenproduktion sinnvoll ist.
  6. Projektsteuerung: Entwirf für ein fächerübergreifendes Schulprojekt eine Abfolge aus Problemdefinition, Werkzeugwahl, Mensch-KI-Arbeitsteilung, Kontrollpunkten und Abschlussprüfung. Begründe, an welcher Stelle Du den KI-Einsatz notfalls stoppen würdest.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Entscheidungen nachvollziehbar begründen kannst.

  1. Du formulierst ein Problem und das gewünschte Ergebnis präzise.
  2. Du wählst Werkzeuge nach Fähigkeiten statt nach Bekanntheit oder Marke.
  3. Du unterscheidest Aufgaben für Mensch, KI und andere digitale Werkzeuge.
  4. Du setzt Kontrollpunkte an sinnvollen Stellen.
  5. Du prüfst Richtigkeit, Quellen, Relevanz, Fairness, Sicherheit, Datenschutz und Transparenz.
  6. Du dokumentierst KI-Unterstützung nachvollziehbar.
  7. Du erkennst Situationen, in denen ein Werkzeugwechsel nötig ist.
  8. Du kannst bewusst auf KI verzichten und diese Entscheidung begründen.
  9. Du vergleichst mehrere Handlungsoptionen und triffst eine verantwortete Entscheidung.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

Der Kurs verbindet Künstliche Intelligenz, Medienkompetenz, Informationskompetenz, Datenschutz, Quellenkritik, Problemlösen, Projektmanagement, Ethik der Künstlichen Intelligenz und Digitale Mündigkeit. Im Zentrum steht nicht die bloße Bedienung eines Programms, sondern die Fähigkeit, zwischen mehreren Werkzeugen und Vorgehensweisen begründet zu wählen.


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