Zum Inhalt springen

KI-Nutzung transparent machen

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel

KI-Nutzung transparent machen




KI-Nutzung transparent machen


Einleitung

Künstliche Intelligenz kann Dir beim Lernen helfen: Sie kann Ideen sammeln, Begriffe erklären, Beispielaufgaben formulieren, Bilder erzeugen oder Texte überarbeiten. Trotzdem bleibt eine wichtige Aufgabe bei Dir: Du entscheidest, was Du übernimmst, Du prüfst Ergebnisse und Du machst sichtbar, wie KI beteiligt war. Genau darum geht es in diesem Lernkurs.

KI-Nutzung transparent machen bedeutet: Andere sollen erkennen können, ob, wofür und wie Du KI eingesetzt hast. Außerdem soll deutlich werden, was Du selbst geleistet und was Du geprüft oder verändert hast. Transparenz ist deshalb kein bloßer Zusatz unter einer Aufgabe. Sie hilft Dir, Verantwortung für Dein Lernen zu übernehmen.

Das Bild zeigt eine symbolische Darstellung von Künstlicher Intelligenz. Es wurde selbst mit generativer KI erzeugt und auf Wikimedia Commons als solches beschrieben. Damit passt es direkt zum Thema: Bei digitalen Inhalten ist die Frage nach ihrer Entstehung wichtig.

In diesem Kurs lernst Du eine einfache Regel kennen:

KI darf helfen – aber Du bleibst verantwortlich.

Du wirst Situationen aus Schule und Alltag beurteilen, KI-Nutzung kennzeichnen, Aussagen prüfen, sichere Entscheidungen treffen und Deine Entscheidung begründen. Am Ende überträgst Du das Gelernte selbstständig auf eine neue Situation.


Zielgruppe und Lernzeit

Der Kurs richtet sich besonders an Klasse 5 und benötigt etwa eine bis zwei Unterrichtsstunden. Du brauchst keine technischen Vorkenntnisse. Viele Aufgaben können sogar ohne ein echtes KI-Werkzeug bearbeitet werden.

Phase Zeit Was Du tust
Aktivierung und Diagnose etwa 5–10 Minuten Du entscheidest bei kurzen Fällen: transparent, unklar oder problematisch.
Einführung etwa 10–15 Minuten Du verstehst, warum Transparenz, Quellenprüfung und Eigenleistung zusammengehören.
Anwendung etwa 15–25 Minuten Du bearbeitest eine realistische Schulsituation und formulierst einen KI-Hinweis.
Interaktive Aufgaben etwa 15–25 Minuten Du prüfst Dein Verständnis mit Quiz, Memory, Zuordnungen und Lückentext.
Reflexion und Transfer etwa 10–20 Minuten Du überträgst die Regeln auf eine neue Situation und begründest Deine Entscheidung.

Für eine einzelne Unterrichtsstunde können Lehrkraft und Lerngruppe eine Auswahl treffen. Für eine Doppelstunde können zusätzlich Videos, offene Aufgaben und die Transferaufgabe ausführlicher bearbeitet werden.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du erklären, warum transparente KI-Nutzung wichtig ist. Du kannst in einer eigenen Arbeit sichtbar machen, wobei KI geholfen hat, Deine Eigenleistung beschreiben, KI-Aussagen mit geeigneten Quellen prüfen, persönliche Daten schützen und begründen, wann ein KI-Einsatz fair, sicher und sinnvoll ist. Außerdem kannst Du eine unbekannte Situation beurteilen und selbst eine verantwortliche Entscheidung treffen.


Aktivierung: Die KI-Ampel

Stell Dir eine Ampel vor. Sie hilft Dir, eine Situation schnell einzuschätzen.

Grün bedeutet: Die KI-Nutzung ist erlaubt oder sinnvoll, sie wird sichtbar gemacht, wichtige Aussagen werden geprüft und die eigene Leistung bleibt erkennbar.

Gelb bedeutet: Etwas ist noch unklar. Vielleicht fehlen Quellen, die Kennzeichnung ist ungenau oder Du musst zuerst die Lehrkraft fragen.

Rot bedeutet: KI-Nutzung wird versteckt, persönliche Daten werden eingegeben, eine Täuschung entsteht oder ein ungeprüftes Ergebnis wird als sicher dargestellt.

Ordne gedanklich diese Fälle einer Ampelfarbe zu:

  1. Ideensammlung: Lea lässt sich drei mögliche Überschriften nennen. Sie wählt eine aus, schreibt den Text selbst und notiert am Ende, dass KI bei der Ideensammlung geholfen hat.
  2. Ungeprüfte Antwort: Ben übernimmt eine Erklärung zu einem Naturphänomen vollständig, ohne sie mit Schulbuch oder anderen Quellen zu prüfen.
  3. Persönliche Daten: Eine Person möchte Namen, Adresse und ein privates Foto einer Mitschülerin in ein unbekanntes KI-Werkzeug eingeben.
  4. Bildbearbeitung: Eine Gruppe verändert ein selbst aufgenommenes Landschaftsfoto mit KI und kennzeichnet das Bild als KI-bearbeitet.
  5. Verdeckte Nutzung: Jemand lässt eine Hausaufgabe vollständig von KI schreiben und behauptet, alles selbst verfasst zu haben.

Besprecht anschließend: Welche Information hat Dir für Deine Entscheidung gefehlt? Genau diese Frage ist wichtig, denn verantwortliche Entscheidungen brauchen Kontext.


Was bedeutet Transparenz bei KI?

Transparenz bedeutet hier: Eine andere Person kann nachvollziehen, welche Rolle KI bei Deinem Ergebnis gespielt hat. Dazu reicht ein Satz wie „Ich habe KI benutzt“ oft nicht aus. Besser ist eine kurze, konkrete Erklärung.

Eine gute Kennzeichnung beantwortet vier Fragen:

Frage Beispiel
Wobei? Ich habe KI für Ideen zu einer Überschrift genutzt.
Wie? Ich habe nach fünf kurzen Vorschlägen für ein Plakat gefragt.
Was habe ich selbst gemacht? Den Text, die Auswahl und die Gestaltung habe ich selbst erstellt.
Was habe ich geprüft? Sachangaben habe ich mit dem Schulbuch und einer geeigneten Internetquelle verglichen.

Du kannst Dir dafür die Merkhilfe W-W-S-P merken: Wobei – Wie – Selbst – Prüfen.

Ein möglicher KI-Hinweis lautet:

KI-Hinweis: Ich habe KI genutzt, um Ideen für drei Überschriften zu sammeln. Den Text und die Gestaltung habe ich selbst erstellt. Zwei Sachangaben habe ich mit dem Schulbuch überprüft und anschließend verbessert.

Dieser Hinweis macht nicht jede Arbeit automatisch gut. Aber er macht den Arbeitsprozess ehrlicher und leichter nachvollziehbar.


Human Agency: Du bleibst am Steuer

Ein schwieriger Ausdruck lautet Human Agency. Für diesen Kurs bedeutet er ganz einfach: Du handelst selbst, statt nur einem System zu folgen.

Du setzt das Ziel. Du entscheidest, ob KI überhaupt sinnvoll ist. Du wählst aus Vorschlägen aus. Du prüfst Ergebnisse. Du verwirfst Fehler. Du formulierst Deine eigene Begründung. Und Du kannst auch entscheiden: Hier nutze ich keine KI.

Das ist besonders wichtig beim Lernen. Wenn eine KI eine fertige Lösung liefert, kann sie Dir Arbeit abnehmen – aber möglicherweise auch den Lernweg. Wenn Du dagegen erst selbst nachdenkst, anschließend einen Hinweis oder eine Gegenfrage nutzt und die Antwort prüfst, bleibt Dein eigenes Denken aktiv.


Was kann generative KI – und was nicht?

Generative KI kann aus Mustern in vielen Daten neue Texte, Bilder, Audios oder andere Inhalte erzeugen. Sie kann sehr überzeugend formulieren. Trotzdem bedeutet eine flüssige Antwort nicht automatisch, dass sie wahr ist.

Eine KI kann zum Beispiel eine falsche Zahl nennen, einen Zusammenhang zu stark vereinfachen oder eine Quelle angeben, die nicht passt. Deshalb gilt:

Plausibel klingend ist nicht dasselbe wie geprüft.

Das Video der Sendung mit der Maus erklärt kindgerecht, was Künstliche Intelligenz ist. Für den Kurs genügt es, wichtige Beobachtungen zu sammeln: Wo arbeitet KI mit Mustern? Wo braucht sie Daten? Wo braucht es Menschen, die Ergebnisse bewerten?


Quellen prüfen statt nur Antworten glauben

Wenn eine KI eine Tatsachenbehauptung liefert, prüfst Du sie wie andere Informationen auch. Besonders nützlich sind Quellen, bei denen klar ist, wer sie erstellt hat, wann sie veröffentlicht oder aktualisiert wurde und woher ihre Informationen stammen.

Eine einfache Prüfkette für Klasse 5 lautet:

  1. Aussage erkennen: Welche Aussage soll überhaupt stimmen?
  2. Quelle suchen: Finde eine geeignete Quelle, zum Beispiel Schulbuch, Lexikon, Museum, Universität, Behörde oder seriöses Bildungsangebot.
  3. Vergleichen: Stimmen die Informationen überein?
  4. Entscheiden: Übernehmen, verbessern oder verwerfen?
  5. Begründen: Warum vertraust Du Deiner Entscheidung?

Wenn zwei Quellen Verschiedenes sagen, ist das kein Grund zur Panik. Dann prüfst Du genauer: Handelt es sich um unterschiedliche Zeitpunkte, Definitionen, Messmethoden oder Meinungen?


Datenschutz und Sicherheit

Transparenz heißt nicht, dass Du persönliche Informationen offenlegen sollst. Im Gegenteil: Transparente KI-Nutzung und Datenschutz gehören zusammen.

Gib ohne Erlaubnis keine privaten Daten anderer Menschen in ein KI-System ein. Dazu können vollständige Namen, Adressen, Telefonnummern, private Fotos, Gesundheitsinformationen oder vertrauliche Schulunterlagen gehören. Wenn Du unsicher bist, frag eine erwachsene verantwortliche Person oder Deine Lehrkraft.

Eine gute Regel lautet:

So wenig persönliche Daten wie möglich – so viel Information wie nötig.

Für eine Übung kannst Du statt echter Namen erfundene Namen verwenden und persönliche Details weglassen.


Fairness und Eigenleistung

KI kann Menschen unterschiedlich unterstützen. Das kann hilfreich sein, zum Beispiel beim Erklären schwieriger Wörter oder beim Sammeln von Ideen. Es kann aber unfair werden, wenn Regeln heimlich umgangen werden oder Leistungen nicht mehr vergleichbar sind.

Frage Dich deshalb:

Was soll ich bei dieser Aufgabe selbst lernen oder zeigen?

Wenn das Lernziel lautet, selbst eine Geschichte zu schreiben, wäre ein vollständig KI-generierter Text keine gute Eigenleistung. Wenn das Lernziel aber lautet, verschiedene Überschriften zu vergleichen, kann eine KI-Ideensammlung sinnvoll sein – sofern die Regeln es erlauben und Du die Nutzung transparent machst.

Fairness bedeutet auch, anderen keine Täuschung zuzumuten. Wer Dein Ergebnis sieht, sollte nicht glauben, dass etwas vollständig von Dir stammt, wenn wesentliche Teile von KI erzeugt wurden.


Kennzeichnen: Ein Bild aus der echten Medienwelt

Auch außerhalb der Schule wird darüber nachgedacht, wie KI-Inhalte sichtbar gemacht werden können. In der Europäischen Union gelten seit dem 2. August 2026 Transparenzregeln für bestimmte KI-Systeme und bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte. Dazu gehören unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel Deepfakes und bestimmte Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Das bedeutet nicht, dass jede schulische KI-Nutzung automatisch unter dieselbe gesetzliche Kennzeichnungspflicht fällt. In der Schule gelten zusätzlich die Regeln Deiner Schule und Deiner Lehrkraft.

Die Europäische Union stellt freiwillig nutzbare Symbole bereit, die bei der Kennzeichnung bestimmter KI-Inhalte helfen können.

Ein weiteres Symbol unterscheidet Inhalte, die nur teilweise mit KI verändert wurden.

Für Deine Schularbeit ist wichtiger als ein bestimmtes Symbol, dass Deine Erklärung verständlich, sichtbar und konkret ist.


KI-Bilder erkennen und richtig einordnen

Nicht jedes ungewöhnliche Bild ist automatisch KI-generiert. Umgekehrt können KI-Bilder sehr glaubwürdig wirken. Deshalb solltest Du nicht nur nach angeblichen „KI-Fehlern“ suchen, sondern auch den Kontext prüfen: Wo wurde das Bild veröffentlicht? Gibt es eine Bildquelle? Passt es zu anderen verlässlichen Informationen? Ist eine KI-Bearbeitung gekennzeichnet?

Das Planet-Schule-Video ist besonders für den Unterricht ab Klasse 5 geeignet. Nutze es nicht als „Trickliste“, mit der Du jedes KI-Bild sicher entlarven willst. Nutze es als Training für genaues Hinsehen, Nachfragen und Kontextprüfung.


Die Transparenz-Checkliste

Bevor Du eine Arbeit abgibst, kannst Du diese fünf Fragen prüfen:

  1. Erlaubnis: Darf ich KI bei dieser Aufgabe verwenden?
  2. Kennzeichnung: Habe ich klar gesagt, wobei und wie KI geholfen hat?
  3. Eigenleistung: Ist erkennbar, was ich selbst gemacht und entschieden habe?
  4. Quellenprüfung: Habe ich wichtige Sachangaben geprüft?
  5. Sicherheit: Habe ich persönliche und vertrauliche Daten geschützt?

Wenn Du bei einer Frage unsicher bist, ist das ein Signal zum Nachfragen oder Nacharbeiten.


Fächerübergreifende Beispiele

Transparente KI-Nutzung sieht in verschiedenen Fächern etwas anders aus.

Fach Beispiel für sinnvolle KI-Unterstützung Was transparent gemacht werden sollte Was Du selbst prüfen oder leisten musst
Deutsch Ideen für Überschriften oder Wörter mit ähnlicher Bedeutung sammeln Welche Vorschläge von KI kamen Auswahl begründen, eigenen Text schreiben, Sprache überarbeiten
Mathematik Eine ähnliche Übungsaufgabe erzeugen lassen Dass die Aufgabe mit KI erstellt wurde Rechenweg selbst lösen und Ergebnis prüfen
Naturwissenschaften Eine erste Erklärung zu einem Naturphänomen erhalten Dass KI bei der Erklärung geholfen hat Fachbegriffe und Aussagen mit Schulbuch oder geeigneten Quellen kontrollieren
Kunst Varianten für eine Bildidee oder ein KI-Bild erzeugen Welche Teile erzeugt oder verändert wurden Eigene gestalterische Entscheidungen erklären
Ethik Argumente für mehrere Sichtweisen sammeln Dass KI beim Sammeln von Argumenten half Argumente bewerten und eigene Position begründen
Informatik Ein einfaches Beispiel für Mustererkennung erklären lassen Wie KI als Werkzeug genutzt wurde Funktionsweise kritisch beschreiben und Grenzen benennen
Medienbildung Verschiedene Formulierungen eines KI-Hinweises vergleichen Den gesamten Entstehungsweg nachvollziehbar machen Quellen, Interessen, Darstellungsformen und mögliche Täuschungen prüfen


Realistische Anwendungssituation: Das Waldplakat

Deine Klasse erstellt ein Plakat zum Thema „Tiere im Stadtwald“. Eure Gruppe soll Informationen über Eichhörnchen sammeln, ein Bild verwenden und drei Verhaltenstipps für Waldbesucher formulieren.

Eine Person schlägt vor, KI für alle drei Teile einzusetzen.

Die KI liefert:

  1. einen sachlich klingenden Absatz über Eichhörnchen,
  2. drei Verhaltenstipps,
  3. ein Bild von einem Eichhörnchen im Wald.

Nun müsst Ihr entscheiden, wie Ihr weiterarbeitet.

Schritt 1: Prüft das Lernziel. Sollt Ihr zeigen, dass Ihr Informationen finden, verstehen und darstellen könnt? Dann darf KI nicht Eure gesamte Denkarbeit ersetzen.

Schritt 2: Prüft die Fakten. Vergleicht Aussagen über Nahrung, Lebensraum oder Verhalten mit mindestens einer geeigneten Sachquelle.

Schritt 3: Prüft das Bild. Wenn es KI-generiert ist, darf es nicht wie ein dokumentarisches Naturfoto wirken, ohne dass Ihr die Entstehung erklärt.

Schritt 4: Schützt Daten. Für diese Aufgabe braucht Ihr keine Namen, privaten Fotos oder persönlichen Daten von Mitschülerinnen und Mitschülern.

Schritt 5: Formuliert einen KI-Hinweis. Beispiel:

KI-Hinweis: Für dieses Plakat haben wir KI genutzt, um erste Formulierungsideen und ein Beispielbild zu erzeugen. Die Sachinformationen haben wir mit unserem Biologiebuch und einer weiteren Fachquelle geprüft. Den endgültigen Text, die Auswahl der Informationen und die Gestaltung haben wir selbst erstellt. Das Bild ist als KI-generiert gekennzeichnet.

Schritt 6: Begründet Eure Entscheidung. Warum war KI an dieser Stelle hilfreich? Wo war menschliches Prüfen wichtiger?


Selbstkontrolle: Der 4-Felder-Check

Bevor Du ein Ergebnis freigibst, beantworte vier Sätze:

Feld Dein Satz
Ich habe KI genutzt für … Nenne den konkreten Zweck.
Ich habe selbst … Nenne Deine eigene Leistung.
Ich habe geprüft … Nenne wichtige Fakten, Quellen oder Rechenwege.
Ich entscheide mich für …, weil … Begründe Deine Entscheidung.

Wenn Du einen der vier Sätze nicht sinnvoll füllen kannst, fehlt wahrscheinlich noch ein wichtiger Arbeitsschritt.


Reflexion: Wann ist weniger KI mehr?

KI-Nutzung ist nicht automatisch besser, nur weil sie möglich ist. Manchmal lernst Du mehr, wenn Du zuerst selbst eine Skizze zeichnest, einen Rechenweg ausprobierst, eine Frage formulierst oder einen Textanfang schreibst.

Überlege deshalb vor jeder Nutzung:

Welche Denkarbeit möchte ich selbst machen?

Ein verantwortlicher KI-Einsatz beginnt nicht mit einer Eingabe, sondern mit einer Entscheidung.


Transfer: Eine neue Situation selbst beurteilen

Stell Dir vor, Du sollst für die Schülerzeitung einen kurzen Beitrag über das Sommerfest schreiben. Du hast eigene Notizen und Fotos. Ein KI-Werkzeug könnte Dir helfen, aus Deinen Notizen einen Entwurf zu erstellen.

Entscheide selbstständig:

  1. Darfst Du KI in dieser Situation verwenden?
  2. Welche Daten würdest Du nicht eingeben?
  3. Wofür könnte KI sinnvoll helfen?
  4. Was würdest Du unbedingt selbst entscheiden oder schreiben?
  5. Welche Aussagen müsstest Du prüfen?
  6. Wie müsste Dein KI-Hinweis formuliert sein?
  7. Welche Entscheidung triffst Du insgesamt – und warum?

Deine Begründung ist wichtiger als ein bloßes „ja“ oder „nein“. Zeige, dass Du Transparenz, Quellenkritik, Sicherheit, Fairness und Eigenleistung zusammen denken kannst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Mila lässt sich von einer KI fünf Überschriften vorschlagen, wählt selbst eine aus und kennzeichnet die Hilfe. Welche Bewertung passt am besten? (Die Nutzung ist transparent, wenn sie erlaubt war und Mila ihre eigene Auswahl erklärt) (!Die Nutzung ist automatisch verboten, weil eine KI beteiligt war) (!Mila muss alle fünf Vorschläge übernehmen) (!Eine Kennzeichnung ist unnötig, sobald Mila nur eine Überschrift nutzt)




Eine KI nennt Dir eine Zahl für Dein Naturwissenschaftsreferat. Was solltest Du zuerst tun? (Die Zahl mit einer geeigneten Quelle prüfen) (!Die Zahl übernehmen, weil sie sicher richtig klingt) (!Die Zahl größer machen, damit sie wichtiger wirkt) (!Die Quelle weglassen, damit der Text kürzer wird)




Welcher KI-Hinweis ist am aussagekräftigsten? (Ich nutzte KI für drei Ideen, schrieb den Text selbst und prüfte die Sachangaben im Schulbuch) (!Ich habe irgendetwas mit KI gemacht) (!Alles ist von mir) (!Die Technik war hilfreich)




Du sollst zeigen, dass Du selbst einen Rechenweg beherrschst. Welche KI-Nutzung unterstützt das Lernen am besten? (Du rechnest zuerst selbst und nutzt KI anschließend für eine zusätzliche Übungsaufgabe) (!Du übernimmst nur das Endergebnis einer KI) (!Du lässt Dir die komplette Klassenarbeit vorab lösen) (!Du gibst einen fremden Rechenweg als eigenen aus)




Warum gehört Eigenleistung zur Transparenz? (Andere sollen erkennen können, welche Entscheidungen und Arbeiten von Dir stammen) (!Eigenleistung bedeutet, dass Quellen verboten sind) (!Eigenleistung heißt, niemals digitale Werkzeuge zu verwenden) (!Eigenleistung ist nur im Kunstunterricht wichtig)




Eine KI verlangt für eine harmlose Übung den vollen Namen und die Privatadresse Deiner Freundin. Was ist die beste Entscheidung? (Diese Daten nicht eingeben und bei Unsicherheit eine verantwortliche erwachsene Person fragen) (!Alle Daten eingeben, weil die Aufgabe sonst langsamer geht) (!Die Adresse durch die Telefonnummer ersetzen) (!Die Daten später einfach vergessen)




Du findest ein beeindruckendes Bild im Internet und vermutest, dass es KI-generiert sein könnte. Was ist sinnvoll? (Quelle, Kennzeichnung und Kontext des Bildes prüfen) (!Nur auf die Anzahl der Farben achten) (!Das Bild sofort als Fälschung bezeichnen) (!Davon ausgehen, dass schöne Bilder immer echt sind)




Wann ist es besonders wichtig, die Lehrkraft zu fragen? (Wenn unklar ist, ob und wofür KI bei einer Aufgabe erlaubt ist) (!Nur wenn der Computer ausgeschaltet ist) (!Erst nachdem die Arbeit abgegeben wurde) (!Nur wenn alle anderen bereits fertig sind)




Was beschreibt Human Agency im KI-Kontext am besten? (Du setzt Ziele, prüfst Vorschläge und triffst die verantwortliche Entscheidung) (!Die KI entscheidet immer schneller und deshalb automatisch besser) (!Menschen sollen KI-Ergebnisse grundsätzlich nicht verändern) (!Ein KI-System übernimmt die Verantwortung für Deine Abgabe)




Eine Gruppe nutzt KI für ein Plakat und entdeckt beim Prüfen einen Fehler. Was sollte sie tun? (Den Fehler verbessern und die KI-Nutzung trotzdem transparent angeben) (!Den Fehler lassen, damit der KI-Text unverändert bleibt) (!Die Prüfung abbrechen, weil KI nie Fehler macht) (!Die Kennzeichnung entfernen, sobald etwas verbessert wurde)





Memory

Transparenz Entstehungsweg sichtbar machen
Quellenprüfung Sachangaben kontrollieren
Eigenleistung eigener Beitrag
Datenschutz persönliche Informationen schützen
Fairness Regeln und gleiche Chancen beachten
Kennzeichnung KI-Beteiligung benennen
Human Agency selbst entscheiden und Verantwortung übernehmen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Situation
Transparente Nutzung KI liefert Überschriftenideen, die Auswahl wird begründet und die Hilfe wird angegeben.
Quellenkritik Eine KI-Aussage wird mit Schulbuch und Fachquelle verglichen.
Datenschutz Private Namen und Adressen werden nicht in ein unbekanntes System eingegeben.
Eigenleistung Der endgültige Text wird selbst geschrieben und überarbeitet.
Fairness Die Regeln der Aufgabe werden beachtet und keine fremde Leistung wird als eigene ausgegeben.
Human Agency Der Mensch setzt das Ziel, prüft Vorschläge und trifft die Entscheidung.





Kreuzworträtsel

Transparenz Wie heißt das Prinzip, durch das KI-Beteiligung nachvollziehbar wird?
Quelle Was nutzt Du, um eine Sachbehauptung zu überprüfen?
Datenschutz Welcher Begriff beschreibt den Schutz persönlicher Informationen?
Kontrolle Was brauchst Du, bevor Du eine unsichere KI-Aussage übernimmst?
Fairness Welches Prinzip fragt danach, ob Regeln und Chancen gerecht berücksichtigt werden?
Eigenleistung Welcher Begriff beschreibt den Teil einer Arbeit, den Du selbst erbringst?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Wenn andere erkennen können, wie KI an einer Arbeit beteiligt war, entsteht

.
Eine gute Kennzeichnung beschreibt auch die eigene

.
Sachangaben aus einer KI-Antwort sollten mit einer geeigneten

geprüft werden.
Persönliche Informationen schützt Du durch bewussten

.
Wenn Regeln und gleiche Chancen berücksichtigt werden, geht es um

.
Beim verantwortlichen KI-Einsatz bleibt der Mensch für die endgültige

zuständig.
Ein KI-Hinweis sollte den konkreten

der Nutzung nennen.
Bei unklaren Aufgabenregeln solltest Du zuerst die

fragen.
Ein überzeugend formulierter Satz ist nicht automatisch eine geprüfte

.
Wenn Du Ziele setzt und Vorschläge kritisch auswählst, stärkst Du Deine eigene

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. KI-Ampel gestalten: Zeichne oder gestalte eine Ampel mit je zwei Beispielen für grüne, gelbe und rote KI-Nutzung in der Schule. Begründe jede Zuordnung in einem Satz.
  2. KI-Hinweis formulieren: Schreibe zu einer erfundenen Hausaufgabe einen guten KI-Hinweis nach dem Muster Wobei – Wie – Selbst – Prüfen.
  3. Fehlerdetektiv: Erfinde eine sachlich klingende, aber falsche Aussage und zeige, wie Du sie mit zwei geeigneten Quellen überprüfen würdest.
  4. Datenschutzkarte: Gestalte eine Merkkarte mit Informationen, die Du nicht ohne Erlaubnis in ein KI-System eingeben würdest, und ergänze sichere Ersatzmöglichkeiten.


Standard

  1. Transparenzvergleich: Vergleiche drei unterschiedlich genaue KI-Hinweise. Ordne sie von wenig bis sehr transparent und begründe Deine Reihenfolge.
  2. Fächercheck: Wähle Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften. Erfinde für jedes Fach eine sinnvolle KI-Nutzung und erkläre, was dabei transparent gemacht und geprüft werden muss.
  3. Bildherkunft untersuchen: Suche ein frei verwendbares Bild auf Wikimedia Commons. Untersuche Dateibeschreibung, Urheberangabe und Lizenz. Erkläre, wie diese Informationen Dir helfen, die Herkunft zu verstehen.
  4. Klassenregel entwerfen: Entwerft in einer Gruppe fünf verständliche Regeln für transparente KI-Nutzung in Klasse 5. Prüft anschließend, ob jede Regel Sicherheit, Fairness oder Selbstständigkeit stärkt.


Schwer

  1. KI-Nutzungsprotokoll: Bearbeite eine kleine Lernaufgabe und dokumentiere Deinen Weg: eigenes Vorwissen, mögliche KI-Hilfe, Prüfung, Änderungen, Endentscheidung und Begründung.
  2. Rollenspiel Schulredaktion: Spielt eine Redaktionskonferenz. Ein Artikel enthält KI-generierten Text und ein KI-verändertes Bild. Entscheidet gemeinsam, was veröffentlicht werden kann und wie es gekennzeichnet werden muss.
  3. Fairnessdebatte: Diskutiert die Aussage „Wenn alle KI nutzen dürfen, ist es automatisch fair.“ Sammelt Gegenbeispiele und entwickelt eine bessere Regel.
  4. Transferfall entwickeln: Erfinde eine neue Situation aus Schule oder Alltag, in der KI hilfreich, aber auch problematisch sein kann. Formuliere mindestens zwei Handlungsoptionen, entscheide Dich für eine und begründe Deine Entscheidung mit Transparenz, Quellenkritik, Datenschutz, Fairness und Eigenleistung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Entscheidung begründen: Du sollst eine Buchfigur beschreiben. Eine KI könnte Dir einen fertigen Text schreiben. Entwickle eine Vorgehensweise, bei der Du möglichst viel selbst lernst und eine erlaubte KI-Hilfe transparent einsetzt.
  2. Quellenkonflikt lösen: Eine KI-Antwort und Dein Schulbuch nennen unterschiedliche Zahlen. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du herausfindest, welche Angabe Du verwenden kannst, und begründe Deine Entscheidung.
  3. Bildethik übertragen: Für ein Kunstprojekt wird ein echtes Klassenfoto stark mit KI verändert. Erkläre, welche Fragen zu Einwilligung, Datenschutz, Kennzeichnung und Fairness geklärt werden müssen.
  4. Mathematiktransfer: Ein KI-Werkzeug liefert zu einer Sachaufgabe ein richtiges Endergebnis, aber einen fehlerhaften Rechenweg. Erkläre, warum eine reine Ergebnisprüfung nicht genügt und wie Du die Lösung kontrollieren würdest.
  5. Redaktionsentscheidung: Eine Schülerzeitung möchte einen KI-erstellten Absatz übernehmen. Entwickle Kriterien, mit denen die Redaktion entscheiden kann, ob und wie der Absatz veröffentlicht wird.
  6. Neue Alltagssituation: Du möchtest für einen Verein eine Einladung mit KI-Unterstützung gestalten. Erkläre, welche Teile Du selbst festlegst, welche Informationen Du schützen musst, was Du prüfst und wie Du die KI-Nutzung sichtbar machst.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern verantwortliche Entscheidungen begründen kannst.

  1. Transparenz erklären: Du kannst in eigenen Worten erklären, warum KI-Beteiligung sichtbar gemacht werden soll.
  2. KI-Hinweis schreiben: Du kannst einen konkreten, verständlichen Hinweis zu einer eigenen KI-Nutzung formulieren.
  3. Eigenleistung darstellen: Du kannst zeigen, welche Teile einer Arbeit von Dir selbst stammen.
  4. Quellen prüfen: Du kannst eine KI-Aussage mit geeigneten Quellen vergleichen und aus dem Vergleich eine Entscheidung ableiten.
  5. Datenschutz anwenden: Du erkennst Situationen, in denen persönliche oder vertrauliche Daten geschützt werden müssen.
  6. Fairness beurteilen: Du kannst erklären, warum erlaubte Werkzeuge trotzdem unterschiedlich fair oder unfair genutzt werden können.
  7. Human Agency zeigen: Du setzt selbst Ziele, prüfst Vorschläge und übernimmst Verantwortung für das Ergebnis.
  8. Transfer leisten: Du kannst die Regeln auf eine neue Schul- oder Alltagssituation übertragen und Deine Entscheidung nachvollziehbar begründen.




OERs zum Thema

Der folgende Wikipedia-Artikel bietet Hintergrundwissen zu Künstlicher Intelligenz:

Weitere geeignete Materialien und Quellen:

  1. Planet Schule: Künstliche Intelligenz – Filme, Lernspiele und Unterrichtsmaterialien, darunter Angebote ab Klasse 5.
  2. klicksafe: KI in der Schule – Materialien zu Chancen, Risiken, Quellenkritik und verantwortlicher Nutzung.
  3. Europäische Kommission: EU-Symbole zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte – aktuelles Beispiel dafür, wie Transparenz in der Medienwelt sichtbar gemacht werden kann.
  4. UNESCO: Guidance for Generative AI in Education and Research – Hintergrund zu einem menschenzentrierten und verantwortlichen KI-Einsatz in Bildung und Forschung.
  5. Wikimedia Commons: Artificial intelligence icons – frei nachnutzbare Medien mit Lizenzinformationen.



Verknüpfte Lernbereiche

Das Thema verbindet mehrere Fächer: In Deutsch geht es um eigene Formulierungen, Überarbeitung und Autorenschaft. In Mathematik steht die Prüfung von Rechenwegen im Mittelpunkt. In Naturwissenschaften werden Behauptungen mit Fachquellen verglichen. In Kunst geht es um Bildentstehung, Gestaltung und Kennzeichnung. In Ethik werden Fairness, Verantwortung und Täuschung diskutiert. In Informatik wird betrachtet, was KI-Systeme leisten und wo ihre Grenzen liegen. In der Medienbildung werden Quellen, Herkunft, Kennzeichnung und sichere Nutzung miteinander verbunden.


aiMOOC-Projekte