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Jüdisches Leben im Südwesten - Baden-Württemberg

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Jüdisches Leben im Südwesten - Baden-Württemberg




Einleitung

Jüdisches Leben im Südwesten - Baden-Württemberg ist Teil einer langen, vielfältigen Geschichte. Jüdinnen und Juden lebten im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg schon viele Jahrhunderte vor der Gründung des Bundeslandes im Jahr 1952. Ihre Geschichte umfasst religiöses Leben, Familien und Gemeinden, Handel und Wissenschaft, Kunst und Kultur, Nachbarschaft und gesellschaftliche Teilhabe. Sie umfasst aber auch Ausgrenzung, Vertreibung, Antisemitismus, die nationalsozialistische Verfolgung und die Shoah.

Dieser aiMOOC verbindet die Fächer Geschichte und Religion. Du lernst historische Entwicklungen in Baden, Württemberg und Hohenzollern kennen, erhältst einen Einblick in Grundzüge des Judentums und beschäftigst Dich mit jüdischem Leben in Baden-Württemberg heute. Wichtig ist dabei: Jüdische Geschichte ist nicht nur Verfolgungsgeschichte. Jüdisches Leben war und ist vielfältig, gegenwärtig und ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du erklären, wie sich jüdisches Leben im Südwesten vom Mittelalter bis heute verändert hat. Du kannst zentrale Begriffe der jüdischen Religion einordnen, regionale Beispiele untersuchen und historische Quellen kritisch auswerten. Außerdem kannst Du erklären, warum Erinnerung an die Shoah und die Auseinandersetzung mit Antisemitismus für die Gegenwart wichtig sind.


Jüdisches Leben im Südwesten: ein historischer Überblick


Mittelalter: Ansiedlung, Alltag und Verfolgung

Erste Zeugnisse jüdischer Ansiedlungen im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg stammen aus dem Mittelalter. Jüdische Familien lebten unter anderem in Städten entlang wichtiger Handelswege. Sie waren Teil des wirtschaftlichen und städtischen Lebens, hatten aber nicht dieselben Rechte wie christliche Einwohnerinnen und Einwohner.

Herrscher konnten jüdischen Menschen Schutz gewähren und dafür besondere Abgaben verlangen. Gleichzeitig waren viele Berufe, Ämter und Besitzformen eingeschränkt. In Krisenzeiten wurden Jüdinnen und Juden immer wieder zu Sündenböcken gemacht. Besonders während der Pest im 14. Jahrhundert verbreiteten sich falsche Beschuldigungen, etwa der Vorwurf der Brunnenvergiftung. Diese Verschwörungserzählungen führten vielerorts zu Gewalt, Vertreibung und Mord.

Für die Geschichte des Südwestens ist wichtig, nicht von einer einheitlichen Entwicklung auszugehen. Das heutige Baden-Württemberg bestand damals aus vielen verschiedenen Herrschaftsgebieten. Deshalb konnten die Lebensbedingungen jüdischer Menschen von Ort zu Ort stark unterschiedlich sein.


Frühe Neuzeit: jüdische Landgemeinden

Nach Vertreibungen aus vielen Städten entstanden besonders in kleineren Orten jüdische Gemeinden. Adlige Herrschaften erlaubten einzelnen Familien die Ansiedlung häufig gegen Schutzgeld. So entwickelten sich im Südwesten zahlreiche jüdische Landgemeinden.

Orte wie Laupheim, Buttenhausen, Haigerloch, Kippenheim, Gailingen am Hochrhein, Affaltrach oder Michelbach an der Lücke erinnern bis heute an diese Geschichte. Synagogen, ehemalige jüdische Schulhäuser, Friedhöfe, Wohnhäuser und Ritualbäder sind historische Spuren.

Ein jüdischer Friedhof ist nicht nur ein Ort des Gedenkens. Grabsteine können Historikerinnen und Historikern Informationen über Namen, Familien, religiöse Traditionen, Berufe, Sprachen und Veränderungen einer Gemeinde geben.


Das 19. Jahrhundert: Emanzipation und neue Möglichkeiten

Im 19. Jahrhundert veränderte sich die rechtliche Stellung jüdischer Menschen grundlegend. In Baden war das Judenedikt von 1809 ein wichtiger Schritt, beseitigte aber noch nicht alle Benachteiligungen. Die vollständige bürgerliche Gleichstellung wurde in Baden erst 1862 erreicht.

Auch in Württemberg verlief die Entwicklung schrittweise. Das Gesetz von 1828 über die öffentlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen verbesserte die rechtliche Stellung, verband dies aber weiterhin mit staatlicher Kontrolle. Eine weitergehende Gleichberechtigung wurde 1864 verwirklicht.

Mit der Emanzipation zogen viele jüdische Familien aus Landgemeinden in größere Städte. In Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn oder Ulm entstanden bedeutende Gemeinden. Jüdinnen und Juden wirkten als Unternehmerinnen und Unternehmer, Ärztinnen und Ärzte, Juristen, Kunstschaffende, Wissenschaftler und politisch engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Die Synagoge von Laupheim zeigt die Bedeutung vieler jüdischer Landgemeinden noch kurz vor der NS-Zeit.


Religion und Alltag


Vielfalt innerhalb des Judentums

Das Judentum ist Religion, Kultur und für viele Menschen auch Teil einer familiären oder historischen Identität. Es gibt orthodoxe, konservative, liberale und andere religiöse Richtungen. Manche jüdischen Menschen leben stark religiös, andere eher kulturell oder säkular. Deshalb solltest Du Aussagen wie „Die Juden glauben …“ vermeiden, wenn damit alle jüdischen Menschen über einen Kamm geschoren werden.


Tora und Tanach

Die Tora bildet einen zentralen Teil jüdischer religiöser Tradition. Sie umfasst die fünf Bücher Mose. Zusammen mit weiteren biblischen Schriften gehört sie zum Tanach. In einer Synagoge werden Torarollen besonders sorgfältig aufbewahrt und im Gottesdienst gelesen.

Religiöse Texte sind nicht nur historische Dokumente. Sie werden ausgelegt, diskutiert und auf neue Situationen bezogen. Lernen und Fragenstellen haben deshalb in vielen jüdischen Traditionen einen hohen Stellenwert.


Schabbat

Der Schabbat beginnt am Freitagabend und endet am Samstagabend. Er ist ein wöchentlicher Ruhe- und Feiertag. Je nach religiöser Ausrichtung und persönlicher Lebensweise wird er unterschiedlich gestaltet. Häufig gehören Kerzen, Segenssprüche, gemeinsames Essen, Gebet und Ruhe dazu.


Synagoge

Eine Synagoge kann Gebetsraum, Lernort und Treffpunkt einer Gemeinde sein. Zu den wichtigen Elementen eines Gebetsraums gehören der Toraschrein und die Bima, von der aus die Tora gelesen wird. Architektur und Sitzordnung unterscheiden sich je nach Gemeinde und religiöser Tradition.

Die ehemalige Synagoge in Kippenheim ist heute ein wichtiger Lern- und Erinnerungsort.


Feste und Feiertage

Zu wichtigen jüdischen Fest- und Feiertagen gehören Rosch ha-Schana, Jom Kippur, Sukkot, Chanukka, Purim, Pessach und Schawuot. Manche erinnern an Ereignisse der jüdischen Geschichte, andere strukturieren das religiöse Jahr. Ihre Bedeutung und konkrete Gestaltung können sich zwischen Familien und Gemeinden unterscheiden.


Nationalsozialismus und Shoah


Ausgrenzung ab 1933

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden Jüdinnen und Juden systematisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Gesetze und Verordnungen nahmen ihnen schrittweise berufliche Möglichkeiten, politische Rechte und Eigentum. Die Nürnberger Gesetze von 1935 verschärften die rassistische Entrechtung.

Am 9. und 10. November 1938 wurden in den Novemberpogromen im gesamten Deutschen Reich Synagogen angegriffen, Geschäfte verwüstet und Menschen misshandelt, verhaftet und getötet. Auch im Südwesten wurden Synagogen zerstört oder schwer beschädigt.

Das folgende Fragment aus Ettlingen erinnert daran, dass bei den Pogromen nicht nur Gebäude zerstört, sondern auch religiöse Gegenstände und Bücher geschändet wurden.


Deportation nach Gurs 1940

Am 22. Oktober 1940 wurden im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden und der Saarpfalz in das französische Internierungslager Gurs deportiert. Viele Menschen starben dort an Hunger, Krankheiten und den katastrophalen Lebensbedingungen. Ein großer Teil der Überlebenden wurde später in nationalsozialistische Vernichtungslager deportiert und ermordet.


Deportationen aus Württemberg und Hohenzollern

Aus Württemberg und Hohenzollern wurden jüdische Menschen ab 1941 in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. In Stuttgart war der Killesberg ein Sammelort. Vom heutigen Stuttgarter Nordbahnhof gingen Deportationszüge ab.

Die nationalsozialistische Verfolgung war kein plötzliches Einzelereignis. Sie entwickelte sich von sprachlicher und gesellschaftlicher Ausgrenzung über Entrechtung und Enteignung bis zu Deportation und systematischem Massenmord. Deshalb ist es wichtig, auch die Rolle von Behörden, Unternehmen, Nachbarn, Mitläufern, Profiteuren und Widerständigen zu untersuchen.


Erinnerungskultur im Südwesten

Nach 1945 stellte sich die Frage, wie an die Verfolgten und Ermordeten erinnert werden sollte. Heute gibt es in Baden-Württemberg zahlreiche Gedenkstätten, ehemalige Synagogen, jüdische Friedhöfe, Museen und lokale Geschichtsinitiativen.

Stolpersteine erinnern vor früheren Wohnorten an einzelne Menschen. Sie können eine Verbindung zwischen der europäischen Geschichte der Shoah und der eigenen Straße oder Stadt herstellen. Gleichzeitig wird über Formen des Erinnerns diskutiert: Wie persönlich soll Erinnerung sein? Welche Rolle haben Archive, Denkmäler und Zeitzeugenberichte? Wie kann Erinnerung weitergegeben werden, wenn immer weniger Überlebende selbst berichten können?


Jüdisches Leben nach 1945 und heute


Neubeginn nach der Shoah

Nach 1945 entstanden jüdische Gemeinden im Südwesten neu. Zu ihnen gehörten Überlebende der Shoah und sogenannte Displaced Persons. Viele betrachteten Deutschland zunächst nur als Zwischenstation. Dennoch entwickelten sich wieder dauerhaft Gemeinden.

Seit den 1990er Jahren veränderte die Zuwanderung jüdischer Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion das Gemeindeleben stark. Heute gehören unterschiedliche Sprachen, Herkunftsgeschichten, religiöse Ausrichtungen und Lebensentwürfe zur jüdischen Gegenwart Baden-Württembergs.


Gemeinden in Baden-Württemberg

Zwei große öffentlich-rechtlich organisierte Religionsgemeinschaften prägen das Gemeindeleben: die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden und die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs. Daneben bestehen weitere jüdische Initiativen und Gemeinden.

Jüdisches Leben zeigt sich heute in Gottesdiensten, Religionsunterricht, Kulturveranstaltungen, Bildungsarbeit, Jugendangeboten, Musik, Literatur, Gemeindefesten, Hochschulgruppen und privaten Familienleben. Es ist wichtig, jüdische Menschen nicht nur als Opfer historischer Verfolgung wahrzunehmen.

Die Neue Synagoge in Ulm wurde 2012 eröffnet. Sie steht in der Nähe des historischen Standorts der 1938 zerstörten Synagoge und verbindet Erinnerung mit gegenwärtigem Gemeindeleben.


Antisemitismus in der Gegenwart

Antisemitismus bezeichnet Feindseligkeit, Vorurteile oder Verschwörungserzählungen gegen Jüdinnen und Juden oder gegen als jüdisch wahrgenommene Menschen. Er kann religiös, rassistisch, politisch oder verschwörungsideologisch begründet sein.

Antisemitismus kann offen auftreten, etwa durch Beschimpfungen oder Gewalt. Er kann aber auch in scheinbar harmlosen Witzen, stereotypen Bildern oder verschwörungsideologischen Behauptungen vorkommen. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 berichten jüdische Gemeinden in Deutschland und Baden-Württemberg verstärkt über antisemitische Anfeindungen und ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis.

Kritik an der Politik der israelischen Regierung ist nicht automatisch antisemitisch. Antisemitisch wird sie beispielsweise dann, wenn Jüdinnen und Juden pauschal für Handlungen des Staates Israel verantwortlich gemacht werden oder antisemitische Stereotype benutzt werden. Für eine sachliche Diskussion musst Du zwischen jüdischem Leben in Deutschland, dem Staat Israel, seiner Regierung und dem Nahostkonflikt unterscheiden.


Regionale Spurensuche

Jüdische Geschichte lässt sich häufig direkt vor Ort erforschen. Suche in Deiner Stadt oder Gemeinde nach einer ehemaligen Synagoge, einem jüdischen Friedhof, Stolpersteinen, einer Gedenktafel, einem jüdischen Museum oder historischen Namen in Straßen und Archiven.

Das Themenmodul Jüdisches Leben im Südwesten von LEO-BW eignet sich besonders gut für regionale Recherchen. Es verbindet historische Quellen, Biografien, Karten, Bilder und Informationen zur Gegenwart.

  1. LEO-BW: Jüdisches Leben im Südwesten
  2. Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Jüdisches Leben
  3. ZSL: Jüdisches Leben und Antisemitismus
  4. Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
  5. Israelitische Religionsgemeinschaft Baden


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum ist es ungenau, jüdische Geschichte im Südwesten nur als Verfolgungsgeschichte zu erzählen? (Weil jüdisches Leben auch Religion Kultur Alltag Wirtschaft Wissenschaft und Gegenwart umfasst) (!Weil es im Südwesten keine Verfolgung jüdischer Menschen gab) (!Weil jüdisches Leben erst nach 1945 begann) (!Weil Religion in der Geschichte keine Rolle spielt)




Welche Aussage zur jüdischen Emanzipation im 19. Jahrhundert trifft zu? (Die rechtliche Gleichstellung entwickelte sich in Baden und Württemberg schrittweise) (!Die vollständige Gleichstellung galt bereits im Mittelalter) (!Die Gleichstellung wurde 1933 erstmals eingeführt) (!Baden und Württemberg hatten zu jeder Zeit identische Gesetze)




Was ist die Tora? (Ein zentraler Teil der jüdischen Heiligen Schrift) (!Ein jüdischer Friedhof) (!Eine Synagoge) (!Ein staatliches Gesetz)




Wann beginnt der Schabbat? (Am Freitagabend) (!Am Montagmorgen) (!Am Samstagmittag) (!Am Sonntagabend)




Welche Funktion kann eine Synagoge haben? (Gebets Lern und Versammlungsort) (!Ausschließlich Wohnhaus) (!Ausschließlich Friedhof) (!Ausschließlich staatliches Verwaltungsgebäude)




Was geschah am 22. Oktober 1940? (Jüdische Menschen aus Baden und der Saarpfalz wurden nach Gurs deportiert) (!Die Neue Synagoge Ulm wurde eröffnet) (!Baden-Württemberg wurde gegründet) (!Die jüdische Emanzipation begann in Württemberg)




Was waren die Novemberpogrome 1938? (Gewalttätige nationalsozialistische Angriffe auf jüdische Menschen Einrichtungen und Eigentum) (!Ein jüdisches religiöses Fest) (!Eine demokratische Wahl) (!Ein Wiederaufbauprogramm nach dem Krieg)




Was können Stolpersteine leisten? (Sie erinnern im öffentlichen Raum an einzelne Opfer nationalsozialistischer Verfolgung) (!Sie ersetzen jede historische Forschung) (!Sie zeigen ausschließlich religiöse Symbole) (!Sie markieren Grenzen des Bundeslandes)




Welche Aussage beschreibt jüdisches Leben heute angemessen? (Es ist vielfältig und umfasst religiöse kulturelle und säkulare Lebensweisen) (!Alle jüdischen Menschen leben religiös gleich) (!Jüdisches Leben existiert nur in Museen) (!Jüdische Gemeinden gibt es in Baden-Württemberg nicht mehr)




Wann ist eine Aussage über Israel antisemitisch? (Wenn Jüdinnen und Juden pauschal für Handlungen des Staates Israel verantwortlich gemacht werden) (!Wenn eine konkrete politische Entscheidung sachlich kritisiert wird) (!Wenn historische Quellen miteinander verglichen werden) (!Wenn unterschiedliche politische Positionen beschrieben werden)





Memory

Tora Fünf Bücher Mose
Schabbat Wöchentlicher jüdischer Ruhe und Feiertag
Synagoge Jüdischer Gebets Lern und Versammlungsort
Gurs Internierungslager in Südfrankreich
Stolperstein Dezentrales Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum
Emanzipation Schrittweise rechtliche Gleichstellung
Buttenhausen Beispiel einer jüdischen Landgemeinde
Antisemitismus Feindseligkeit gegen Jüdinnen und Juden





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Mittelalterliche Ansiedlungen Frühe jüdische Geschichte im Südwesten
Emanzipation Schrittweise rechtliche Gleichstellung im 19. Jahrhundert
Novemberpogrome Gewalt und Zerstörung im Jahr 1938
Deportation nach Gurs Verfolgung jüdischer Menschen aus Baden im Jahr 1940
Wiederaufbau der Gemeinden Jüdisches Leben nach 1945




...


Kreuzworträtsel

Tora Wie heißt der zentrale Teil der jüdischen Heiligen Schrift mit den fünf Büchern Mose?
Schabbat Wie heißt der wöchentliche jüdische Ruhe und Feiertag?
Synagoge Wie heißt ein jüdischer Gebets und Versammlungsort?
Gurs Wie heißt das französische Lager, in das 1940 zahlreiche Jüdinnen und Juden aus Baden deportiert wurden?
Kippenheim Welcher Ort im Ortenaukreis besitzt eine erhaltene ehemalige Synagoge als Lern und Erinnerungsort?
Antisemitismus Wie heißt Feindseligkeit gegen Jüdinnen und Juden?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Jüdisches Leben ist im deutschen Südwesten seit dem

belegt.
Im 19. Jahrhundert bezeichnet die

den Prozess der rechtlichen Gleichstellung.
Der zentrale wöchentliche jüdische Ruhe- und Feiertag heißt

.
Die fünf Bücher Mose bilden die

.
Während der Novemberpogrome wurden 1938 zahlreiche

angegriffen oder zerstört.
Am 22. Oktober 1940 wurden viele jüdische Menschen aus Baden nach

deportiert.
Nach 1945 entstanden jüdische

im Südwesten neu.
Feindseligkeit gegen Jüdinnen und Juden wird als

bezeichnet.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Jüdische Spuren vor Ort: Fotografiere oder beschreibe drei Orte in Deiner Umgebung, die an jüdisches Leben erinnern, und erkläre ihre Bedeutung.
  2. Begriffe des Judentums: Erstelle ein kleines Glossar mit zehn Begriffen aus Religion, Geschichte und Gegenwart.
  3. Synagogen vergleichen: Vergleiche die Bilder der Synagogen in Kippenheim, Stuttgart und Ulm. Welche Unterschiede zwischen historischem Erinnerungsort und heutiger Gemeinde erkennst Du?
  4. Biografie: Suche über LEO-BW eine jüdische Person aus dem Südwesten und gestalte einen kurzen Steckbrief zu ihrem Leben.


Standard

  1. Lokale Quellenanalyse: Untersuche einen Stolperstein, eine Gedenktafel oder einen Grabstein als historische Quelle. Formuliere Fragen, die sich daraus ergeben.
  2. Jüdische Feiertage: Wähle einen jüdischen Feiertag und gestalte eine sachliche Infografik zu Bedeutung, Traditionen und möglichen unterschiedlichen Formen der Feier.
  3. Zeitstrahl Südwesten: Gestalte einen Zeitstrahl vom Mittelalter bis heute mit mindestens acht regionalen Ereignissen.
  4. Interviewprojekt: Bereite Fragen für ein Gespräch mit einer jüdischen Gemeinde, einem Museum oder einer Gedenkstätte vor. Achte auf respektvolle und offene Formulierungen.


Schwer

  1. Geschichtsnarrative: Untersuche ein Schulbuchkapitel darauf, ob jüdisches Leben überwiegend als Verfolgungsgeschichte dargestellt wird. Entwickle Verbesserungsvorschläge.
  2. Gurs und Erinnerung: Vergleiche zwei Formen des Gedenkens an die Deportation nach Gurs und beurteile ihre Wirkung auf heutige Lernende.
  3. Antisemitismus in Medien: Analysiere ausgewählte öffentliche Aussagen oder Social-Media-Beispiele anhand sachlicher Kriterien. Unterscheide politische Kritik, Vorurteil und antisemitisches Stereotyp.
  4. Digitales Ortsmuseum: Entwickle eine digitale Ausstellung zu jüdischem Leben in Deiner Region mit historischen Quellen, Gegenwartsbezug, Karte und selbst formulierten Erklärtexten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kontinuität und Bruch: Erkläre an zwei regionalen Beispielen, welche Kontinuitäten und welche Brüche zwischen jüdischem Leben vor 1933, der Shoah und der Zeit nach 1945 erkennbar sind.
  2. Emanzipation und Gesellschaft: Beurteile, warum rechtliche Gleichstellung allein noch keine gesellschaftliche Akzeptanz garantiert. Beziehe historische und gegenwärtige Beispiele ein.
  3. Erinnerungskultur: Vergleiche Stolpersteine mit einer zentralen Gedenkstätte. Welche Stärken und Grenzen haben beide Formen des Erinnerns?
  4. Religion und Identität: Erkläre, warum es problematisch ist, jüdische Identität ausschließlich über Religion zu definieren. Entwickle ein differenziertes Modell von Identität.
  5. Antisemitismus erkennen: Entwickle Kriterien, mit denen Du zwischen legitimer Kritik an staatlicher Politik und antisemitischer Pauschalisierung unterscheiden kannst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur einzelne Daten kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Du kannst wichtige Entwicklungsphasen jüdischen Lebens im Südwesten zeitlich einordnen.
  2. Du kannst regionale Beispiele wie Kippenheim, Buttenhausen, Stuttgart, Ulm oder Gurs historisch erklären.
  3. Du kannst zentrale Begriffe des Judentums sachlich verwenden.
  4. Du kannst Vielfalt innerhalb jüdischen Lebens beschreiben und Verallgemeinerungen vermeiden.
  5. Du kannst historische Quellen und Erinnerungsorte kritisch untersuchen.
  6. Du kannst Ursachen, Formen und Folgen von Antisemitismus analysieren.
  7. Du kannst erklären, warum jüdisches Leben in Baden-Württemberg zugleich Geschichte und Gegenwart ist.




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