IT-Service Projekte und Automatisierung – Technische Angebote fachlich vergleichen
IT-Service Projekte und Automatisierung – Technische Angebote fachlich vergleichen
Ausbildung | Fachinformatik und IT-Systemmanagement | 6 Lerneinheiten à 8–12 Minuten
Einleitung
Dein Auftrag: Vergleiche drei technische Angebote nicht nur nach dem Preis, sondern nach Anforderungen, Folgekosten und Abhängigkeiten. Am Ende begründest Du eine Beschaffungsempfehlung.
Lernpfad: Anforderung → Muss-Prüfung → TCO → Nutzwert → Wechselrisiko → lokaler Test → Entscheidung.
Sicherheitsregel: Ausschließlich fiktive Daten. Python nur auf Deinem lokalen, möglichst vom Netz getrennten Lernrechner oder in einer ausdrücklich freigegebenen Offline-VM ausführen. Keine Produktivsysteme, fremden Netze, Zugangsdaten, Kundendaten, API-Zugriffe oder ungefragte Übertragungen. Die Beispiele benötigen weder Internet noch Zusatzpakete.
Lerneinheit 1: Ausbildungsfall und Anforderungen
Ausbildungsfall „Beispielwerk“ (vollständig erfunden): Ein Lernbetrieb mit 60 Beschäftigten erhält monatlich rund 150 IT-Service-Tickets. Bisher werden sie per E-Mail verwaltet. Ein Tickettool soll Eingangsmeldungen automatisch bestätigen und Anfragen vorsortieren.
| Ziel | Prüffrage | Typ |
|---|---|---|
| CSV-Export | Lassen sich fiktive Tickets vollständig exportieren? | Muss |
| Rechte und Rollen | Können Support und Antragstellende getrennte Rechte erhalten? | Muss |
| Automatische Bestätigung | Ist sie konfigurierbar und testbar? | Soll |
| Geringer Betriebsaufwand | Wie viel interne Zeit wird benötigt? | Soll |
| Wechselmöglichkeit | Sind Datenformat, Dokumentation und Ausstieg geregelt? | Soll |
Merke: Ein Musskriterium ist eine Ausschlussbedingung. Unbestätigte Herstellerangaben gelten nicht automatisch als Nachweis. Das Lastenheft formuliert den Bedarf; Testfälle machen ihn überprüfbar.

Prozessdarstellung als Lesebeispiel: Übertrage das Prinzip auf Eingang → Klassifizierung → Bearbeitung → Abschluss.
Lerneinheit 2: Technische Angebote prüfen
Alle Namen und Preise der Angebote sind erfundene Ausbildungsdaten, keine Marktangebote.
| Merkmal | A „CloudPilot“ | B „LocalDesk“ | C „ServiceFlex“ |
|---|---|---|---|
| Betriebsmodell | gehosteter Dienst | im Lernfall intern betrieben | extern betreuter Dienst |
| CSV-Export im angenommenen Test | ja | ja | nein |
| Rollen im angenommenen Test | ja | ja | ja |
| Betriebliche Besonderheit | geringer Eigenbetrieb | höherer Eigenbetrieb | externer Betrieb |
| Abhängigkeit | Anbieter und Exportverfahren | eigene Fachkräfte und Infrastruktur | Dienstleister und dessen Datenformat |
| Ergebnis Muss-Prüfung | zulässig | zulässig | ausgeschlossen |
Konsequenz: Angebot C scheidet wegen des fehlenden CSV-Exports aus, auch wenn andere Merkmale gut sind. A und B bleiben nur vorläufig im Vergleich; für einen echten Einsatz wären Sicherheits-, Datenschutz-, Support- und Wiederherstellungsnachweise zusätzlich zu prüfen.

Grafik: unterschiedliche Betriebsumgebungen. Cloud entlastet nicht von der Pflicht, Dienstleister und Datenverarbeitung zu prüfen.

Denkfrage: Welche Schnittstellen, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten entstehen beim Einsatz des Tickettools?
BSI: „Die Cloud sicher nutzen“. Prüfe beim Ansehen, welche Sicherheitsnachweise in einem Angebot fehlen könnten.
Lerneinheit 3: Folgekosten mit TCO sichtbar machen
Total Cost of Ownership (TCO) berücksichtigt hier einmalige Einrichtung, 36 Monatsgebühren, drei Jahre interne Betreuung und einen kalkulierten Ausstieg zum Ende des dritten Jahres. Alle Beträge sind fiktive Netto-Planwerte.
| Kosten in Euro | A | B | C |
|---|---|---|---|
| Einrichtung einmalig | 2.000 | 6.200 | 3.500 |
| Monatliche Gebühr | 420 | 170 | 510 |
| Interner Aufwand je Jahr | 800 | 1.700 | 650 |
| Geplanter Ausstieg einmalig | 1.800 | 2.600 | 1.200 |
| TCO nach 3 Jahren | 21.320 | 20.020 | 25.010 |
Formel: TCO = Einrichtung + 36 × Monatsgebühr + 3 × Jahresaufwand + Ausstieg.
Drei-Jahres-Kosten – 1 Block entspricht ungefähr 1.000 € A █████████████████████ 21.320 € B ████████████████████ 20.020 € C █████████████████████████ 25.010 €
Interpretation: B ist im Modell 1.300 € günstiger als A. Die Balken allein entscheiden aber nicht über Bedienbarkeit, Betriebssicherheit oder Abhängigkeiten.
Lerneinheit 4: Nutzwertanalyse statt Bauchgefühl
Mit einer Nutzwertanalyse bewertest Du Sollkriterien transparent. Jedes Merkmal erhält 0 bis 5 Punkte; 5 bedeutet immer günstig. Die Punkte sind didaktische Annahmen, keine gemessenen Produkteigenschaften.

Die Abbildung erklärt die Schritte einer gewichteten Entscheidungsmatrix.
| Kriterium | Gewicht | A | B | C |
|---|---|---|---|---|
| Geringe TCO | 35 % | 4 | 5 | 2 |
| Funktionen und Integration | 30 % | 5 | 4 | 5 |
| Geringer Betriebsaufwand | 20 % | 5 | 2 | 5 |
| Geringes Wechselrisiko | 15 % | 2 | 5 | 3 |
| Gewichteter Nutzwert | 100 % | 4,20 | 4,10 | 3,65 |
Rechnung A: 4 × 0,35 + 5 × 0,30 + 5 × 0,20 + 2 × 0,15 = 4,20.
Zwischenergebnis: Bei den Standardgewichten liegt A knapp vor B. C wird nicht wieder zugelassen: Ein gutes Punktergebnis kann kein Musskriterium ersetzen.
Sensitivität: Verlege 15 Prozentpunkte vom Betriebsaufwand zum Wechselrisiko. Neue Gewichte: 35 % / 30 % / 5 % / 30 %. Jetzt erreicht B 4,55 und A 3,75. Eine transparente Empfehlung nennt daher immer ihre Annahmen.
Lerneinheit 5: Abhängigkeiten, Risiken und Nachweise
Vendor-Lock-in bezeichnet eine erschwerte Ablösung von einem Anbieter oder einer Technologie. Frage nach Exportformat, Datenvollständigkeit, API-Dokumentation, Kündigungsfrist, Restore-Test, Rechtekonzept, Update-Verantwortung und Unterstützungsaufwand.

Ordne für A und B die Risiken „Export scheitert“, „Personal fällt aus“ und „Schnittstelle ändert sich“ nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung ein. Die Werte musst Du begründen.

Optional: Gegenüberstellung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der beiden verbleibenden Angebote.
Prüfauftrag vor echter Beschaffung: Testprotokoll zu Musskriterien, dokumentiertes Backup und erfolgreiche Wiederherstellung, erreichbarer Support, Exit-Plan, Rollen- und Sicherheitskonzept sowie ggf. Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung. Ob eine solche Vereinbarung benötigt wird, richtet sich nach der tatsächlichen Verarbeitung personenbezogener Daten und den Rollen nach DSGVO.
Lerneinheit 6: Lokales Automatisierungslabor
Umgebung: Python 3, lokal und offline, ohne Fremdbibliotheken. Speichere die Beispiele als Textdateien auf einem eigenen oder genehmigten Lernrechner. `python3 -I` reduziert Python-Umgebungseinflüsse, ist aber keine Netzsperre; eine wirklich netzisolierte Lern-VM benötigt eine Betriebssystem- oder VM-seitige Netzsperre.
Lokales Beispiel A: Fiktive Angebote interaktiv vergleichen
Speichere den folgenden vollständigen Code als angebotslabor.py und starte lokal mit python3 -I angebotslabor.py. Das Programm verwendet nur eingebaute Python-Funktionen, bleibt im Arbeitsspeicher und stellt keine Netzverbindung her.
# Nur fiktive Daten; keine Dateien, APIs oder Netzwerkverbindungen.
angebote = {
"A": dict(start=2000, monat=420, intern=800, ende=1800,
csv=True, rollen=True, punkte=(4, 5, 5, 2)),
"B": dict(start=6200, monat=170, intern=1700, ende=2600,
csv=True, rollen=True, punkte=(5, 4, 2, 5)),
"C": dict(start=3500, monat=510, intern=650, ende=1200,
csv=False, rollen=True, punkte=(2, 5, 5, 3)),
}
gewichte = {
"1": (35, 30, 20, 15), # Standard
"2": (35, 30, 5, 30), # Ausstieg wichtiger
}
def tco(a):
return a["start"] + 36 * a["monat"] + 3 * a["intern"] + a["ende"]
def geeignet(a):
return a["csv"] and a["rollen"]
def nutzwert(a, w):
assert sum(w) == 100
return sum(p * g for p, g in zip(a["punkte"], w)) / 100
# Automatische lokale Plausibilitaetspruefungen
assert [tco(angebote[k]) for k in "ABC"] == [21320, 20020, 25010]
assert not geeignet(angebote["C"])
assert round(nutzwert(angebote["A"], gewichte["1"]), 2) == 4.20
while True:
modus = input("1=Standard, 2=Ausstieg wichtiger, 0=Ende: ").strip()
if modus == "0":
break
if modus not in gewichte:
print("Bitte 1, 2 oder 0 eingeben.")
continue
w = gewichte[modus]
kandidaten = []
for kennung, a in angebote.items():
punkte = nutzwert(a, w)
status = "zulaessig" if geeignet(a) else "Musskriterium verfehlt"
print(kennung, "TCO:", tco(a), "EUR",
"Wert:", f"{punkte:.2f}", "Status:", status)
if geeignet(a):
kandidaten.append(kennung)
kandidaten.sort(key=lambda k: -nutzwert(angebote[k], w))
print("Reihenfolge:", " vor ".join(kandidaten))Erwartetes Testfeedback: Modus 1 → A vor B; Modus 2 → B vor A; C bleibt ausgeschlossen. Werden die Testwerte geändert, kontrolliere stets auch die fachliche Begründung der Punktzahlen.
Lokales Beispiel B: Ticketvorsortierung ohne Netzwerk
Speichere als tickets_lokal.py und starte mit python3 -I tickets_lokal.py. Die drei Titel sind vollständig erfunden.
def gruppe(titel):
text = titel.casefold()
if "passwort" in text:
return "Kontoverwaltung"
if "drucker" in text:
return "Arbeitsplatz"
return "Manuelle Sichtung"
tickets = ["Passwort zuruecksetzen",
"Drucker meldet Papierstau",
"Monitor bleibt dunkel"]
assert gruppe(tickets[0]) == "Kontoverwaltung"
assert gruppe(tickets[1]) == "Arbeitsplatz"
assert gruppe(tickets[2]) == "Manuelle Sichtung"
for titel in tickets:
print(titel, "->", gruppe(titel))Feedback: Alle drei Tests bestehen. Das ist nur eine Regel-Simulation, keine sichere automatische Entscheidung über echte Tickets. Begriffe können fehlen oder missverständlich sein. Erst mit Testfällen, menschlicher Kontrolle und Freigabe wäre über einen späteren produktiven Einsatz zu entscheiden.
Thomas Allweyer: „Prozessautomatisierung mit BPMN – Einführendes Beispiel“. Nur das Video ansehen; keine gezeigten Fremdsysteme anschließen.
Gestufte Hilfen für Deinen Fall
Hilfe 1 – Denke an das K.-o.-Kriterium
Vergleiche zuerst CSV-Export und Rollenprüfung. Punkte helfen erst bei Angeboten, die sämtliche Musskriterien erfüllen.
Hilfe 2 – Die Rechenstruktur
Nutze TCO = Start + 36 × Monat + 3 × interner Jahresaufwand + Ausstieg. Für den Nutzwert multiplizierst Du jeden Punktwert mit dem Prozentgewicht und addierst.
Hilfe 3 – Ein gerechnetes Beispiel
A: 2.000 + 36 × 420 + 3 × 800 + 1.800 = 21.320 Euro. Sein Nutzwert ist 4,20; B erreicht 4,10. Ändern sich die Gewichte, kann B gewinnen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was wird bei technischen Angeboten zuerst geprüft? (Ob alle Musskriterien erfüllt sind) (!Welches Logo am besten gefällt) (!Welches Angebot am meisten Werbung zeigt) (!Welcher Anbieter zuerst antwortet)
Wie hoch ist die Drei-Jahres-TCO von Angebot A im Fallbeispiel? (21320 Euro) (!20020 Euro) (!25010 Euro) (!15120 Euro)
Wie hoch ist die Drei-Jahres-TCO von Angebot B? (20020 Euro) (!6200 Euro) (!21320 Euro) (!25010 Euro)
Warum scheidet Angebot C aus? (Weil der erforderliche CSV Export fehlt) (!Weil die monatliche Gebühr niedrig ist) (!Weil es keine Automatisierung vorsieht) (!Weil alle Anbieter gehostet sind)
Welches zulässige Angebot hat bei Standardgewichtung den höheren Nutzwert? (Angebot A) (!Angebot B) (!Angebot C) (!Alle haben denselben Nutzwert)
Welches Angebot gewinnt bei stärkerer Gewichtung des Wechselrisikos? (Angebot B) (!Angebot A) (!Angebot C) (!Keines der Angebote)
Was zählt in diesem Fall zur TCO? (Einrichtung Betrieb interner Aufwand und Ausstieg) (!Nur die erste Monatsgebühr) (!Nur die Anschaffungskosten) (!Nur der Aufwand der Werbung)
Was beschreibt Vendor Lock in? (Einen erschwerten Wechsel des Anbieters) (!Einen kostenlosen Datenexport) (!Eine automatisch sichere Software) (!Ein gesetzlich vorgeschriebenes Ticketsystem)
Wie wird die Python Übung sicher durchgeführt? (Mit fiktiven Daten lokal ohne externe Verbindungen) (!Mit Kundentickets auf einem Fremdserver) (!Mit echten Passwörtern in einem öffentlichen Repository) (!Mit ungefragten Zugriffen auf Produktivsysteme)
Welcher Nachweis macht den geforderten CSV Export überprüfbar? (Ein dokumentierter Exporttest mit fiktiven Tickets) (!Eine Werbeaussage ohne Test) (!Ein unbekannter Link zu einem Dritten) (!Ein Preisrabatt auf den Vertrag)
Begründetes Quiz-Feedback öffnen
1: Mussbedingungen entscheiden über die Zulässigkeit. 2 und 3: Erst alle Kostenbestandteile über denselben Zeitraum addieren. 4: Ein fehlender Export verletzt eine festgelegte Mindestanforderung. 5: A erreicht 4,20 gegenüber 4,10. 6: Die veränderte Priorität stärkt B. 7: TCO umfasst Folgekosten. 8: Fehlende Wechselmöglichkeiten schaffen Bindung. 9: Reale Daten oder fremde Systeme gehören nicht in die Übung. 10: Ein reproduzierbarer Test ist aussagekräftiger als eine Behauptung.
Memory
| Musskriterium | Ausschlussbedingung |
| TCO | Lebenszykluskosten |
| SLA | Vereinbarte Serviceleistung |
| CSV | Tabellarisches Austauschformat |
| Vendor-Lock-in | Erschwerter Anbieterwechsel |
| Sensitivitätsanalyse | Prüfung geänderter Annahmen |
| Proof of Concept | Begrenzter Machbarkeitstest |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Anforderungen aufnehmen | Fachbereich befragen |
| Musskriterien prüfen | Ungeeignete Angebote ausschließen |
| Folgekosten berechnen | Betrieb und Ausstieg einplanen |
| Abhängigkeiten bewerten | Exportfähigkeit untersuchen |
| Entscheidung begründen | Kriterien und Risiken dokumentieren |
Kreuzworträtsel
| Lastenheft | Wie heißt die Beschreibung des Bedarfs durch den Auftraggeber? |
| Migration | Wie heißt die Übertragung von Daten in ein anderes System? |
| Nutzwertanalyse | Wie heißt die Methode mit gewichteten Bewertungskriterien? |
| Schnittstelle | Wie heißt der definierte Übergang zwischen zwei Programmen? |
| Lizenz | Wie heißt ein geregeltes Recht zur Softwarenutzung? |
| Datenschutz | Welcher Bereich regelt den Schutz personenbezogener Informationen? |
LearningApps
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht: Basisaufgaben
- Anforderung: Zeichne drei prüfbare Musskriterien für das Beispielwerk auf eine Karte. Feedback: „CSV vollständig exportierbar“ ist besser als „guter Export“, weil es testbar ist.
- Kostenrechnung: Markiere Einrichtung, laufende Gebühren und Ausstieg in der Kostentabelle. Feedback: Die Trennung verhindert, dass Folgekosten übersehen werden.
- Datenexport: Skizziere den Weg eines fiktiven Tickets in eine CSV-Datei. Feedback: Ein nachvollziehbares Exportformat erleichtert spätere Migrationen.
- Flussdiagramm: Male vier Schritte von Ticketannahme bis Abschluss. Feedback: Auch eine kleine Automatisierung braucht klare Übergaben und Rückfälle.
Standard: Anwendungsaufgaben
- Total Cost of Ownership: Rechne die TCO von A und B ohne Programm nach. Feedback: Die Differenz muss 1.300 Euro betragen, weil beide Angebote über dieselbe Laufzeit verglichen werden.
- Nutzwertanalyse: Berechne A und B aus der Matrix neu und erkläre jede Teilwertung. Feedback: Ein Punktwert ist nur nützlich, wenn seine Begründung und Datenquelle sichtbar sind.
- Python: Starte das Angebotslabor offline in beiden Modi und notiere die Reihenfolge. Feedback: Die Rangfolge muss sich ändern, weil der Gewichtungswechsel die Abhängigkeiten stärker berücksichtigt.
- Testfall: Ergänze drei ausgedachte Ticketüberschriften und teste die Klassifizierung lokal. Feedback: Ein falsch zugeordnetes Ticket zeigt Grenzen einfacher Schlüsselwortregeln.
Schwer: Transferaufgaben
- Sensitivitätsanalyse: Entwirf eine weitere plausible Gewichtung und verteidige die Empfehlung im Rollenspiel. Feedback: Glaubwürdig ist sie, wenn sich Prioritäten aus dem betrieblichen Bedarf ableiten.
- Exit-Strategie: Entwirf einen Ausstiegsplan als einseitiges Schaubild mit CSV, Rollen, Dokumentation und Löschung. Feedback: Ein Exit ist erst realistisch, wenn Daten und Verantwortlichkeiten geklärt sind.
- Risikomanagement: Erstelle eine eigene Risikomatrix und erläutere geeignete Gegenmaßnahmen. Feedback: Eine Maßnahme muss die Eintrittswahrscheinlichkeit oder den Schaden erkennbar senken.
- Fachgespräch: Führe ein Interview mit einer zuständigen Ausbildungsperson nur über allgemeine Auswahlkriterien und produziere ein kurzes Erklärvideo oder Poster. Feedback: Gute Argumente verwenden Kriterien statt reale Betriebsdetails, Personen- oder Kundendaten.


Lernkontrolle
- Beschaffungsentscheidung: Ein neuer Anbieter erfüllt alle Musskriterien, ist aber 20 Prozent teurer. Unter welchen nachvollziehbaren Bedingungen könnte er dennoch die beste Wahl sein? Begründe mit Nutzen und Risiken.
- Automatisierung: Im lokalen Ticketlabor wird „Kennwortproblem“ falsch klassifiziert. Analysiere die Ursache, schlage eine risikoarme Verbesserung vor und plane einen erneuten Test.
- Projektkosten: Ein Anbieter erhöht die monatliche Gebühr ab dem zweiten Jahr. Entwickle eine angepasste TCO-Rechnung und erkläre, welche Bewertung Du anschließend überprüfen musst.
- Vendor-Lock-in: Ein Dienstleister verspricht CSV-Export, liefert aber keine Anhänge. Beurteile die Muss-Erfüllung und definiere einen aussagekräftigen Abnahmetest.
- Datenschutz: Ein gehosteter Dienst soll künftig echte Tickets erhalten. Leite zusätzliche Prüfungen zu Verarbeitung, Verträgen und Sicherheit ab, ohne echte Daten in eine Testumgebung zu übertragen.
- Entscheidungsmodell: Zwei Abteilungen setzen andere Gewichtungen. Entwickle ein gemeinsames Verfahren für Konfliktklärung, Nachweise und dokumentierte Entscheidung.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis reichst Du ein kurzes, überprüfbares Entscheidungspaket ein:
- Lastenheft mit mindestens zwei Muss- und drei Sollkriterien.
- Angebotsvergleich mit dokumentierter Muss-Prüfung und Gründen für Ausschlüsse.
- TCO-Rechnung über drei Jahre samt Balkengrafik.
- Nutzwertanalyse mit Gewichtung, Rechenweg und Sensitivitätstest.
- IT-Sicherheit und Exit-Strategie: zwei Risiken, Gegenmaßnahmen und offene Nachweise.
- Testprotokoll des rein lokalen Python-Labors mit fiktiven Eingaben und erwarteten Ausgaben.
- Projektpräsentation: eine Seite mit bedingter Empfehlung, Annahmen und Grenzen.
Bewertungsmaßstab: nachvollziehbar, korrekt gerechnet, überprüfbar begründet und datenschutzgerecht durchgeführt. Ein knappes Ergebnis mit guten Nachweisen zählt mehr als Werbesprache.
OERs zum Thema
Fachlich geprüfte Grundlagen und freie Vertiefung:
- BSI – IT-Grundschutz-Kompendium, Edition 2023: APP.6, Anforderungskatalog und Auswahl/Bewertung von Software.
- BSI – Leitfaden zur Basis-Absicherung: Dienstleister, Verantwortlichkeiten, Sicherheit und Exit.
- NIST SP 800-161 Rev. 1 Update 1: Risiken in Lieferketten und bei Anbietern.
- NIST SP 1326: Sorgfaltsprüfung von IKT-Lieferanten.
- EU-DSGVO: insbesondere Art. 28 und Art. 32 bei entsprechender Datenverarbeitung.
- Wikipedia – Nutzwertanalyse und Wikipedia – Cloud Computing als Einstieg.
Nachgeprüfte Wikimedia-Commons-Dateien – Urheber und Lizenz (Links zur jeweiligen Dateiseite):
- Flow – Process Diagram.svg: Jorm (WMF), CC0 1.0.
- Cloud computing types.svg: Sam Johnston, CC BY-SA 3.0.
- Client-server model.svg: Lubaochuan, CC BY-SA 4.0.
- Weighted decision matrix diagram.svg: Peter Gladdish, CC BY 4.0.
- Risikomatrix.svg: Josef Kolerus, CC BY-SA 4.0.
- SWOT de.svg: Freakyjoe, Public Domain.
Videos: BSI – Die Cloud sicher nutzen und Thomas Allweyer – Prozessautomatisierung mit BPMN. Verifizierte Video-Adressen; keine pauschale freie Lizenz. Nur über den vorgesehenen Player ansehen, nicht herunterladen oder neu veröffentlichen. Externe Medien können Verbindungsdaten an Plattformen übertragen. Für vollständig offline durchgeführte Lerneinheiten nutze Tabellen, Code und Aufgaben ohne diese Embeds.
Wikipedia-Vertiefung: Der exakte Kurstitel hat keinen eigenen zugehörigen Wikipedia-Artikel; die folgende Seite behandelt das zentrale Vergleichsverfahren.
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