IM6 - Arbeitsabläufe digital dokumentieren

IM6 - Arbeitsabläufe digital dokumentieren
IM6 - Arbeitsabläufe digital dokumentieren
Zielgruppe: Klasse 6
In diesem aiMOOC lernst Du, Arbeitsabläufe so zu dokumentieren, dass eine andere Person verstehen kann, was gemacht wurde, in welcher Reihenfolge gearbeitet wurde, welche Materialien und Werkzeuge benutzt wurden und welches Ergebnis entstanden ist. Gute Dokumentation hilft beim Nachmachen, Prüfen, Verbessern und sicheren Arbeiten.

Ein besonders wichtiger Test lautet: Kann eine Person, die bei der Arbeit nicht dabei war, Deinen Ablauf mit Deiner Dokumentation nachvollziehen? Wenn wichtige Schritte, Mengen, Werkzeuge, Einstellungen, Beobachtungen oder Sicherheitshinweise fehlen, ist die Dokumentation noch nicht vollständig.
Einleitung
Arbeitsabläufe begegnen Dir überall: bei einem Experiment, einer Reparatur, einem Rezept, einer Montage, bei der Medienproduktion und beim Arbeiten nach einer Betriebsanweisung. Ein Arbeitsablauf besteht aus mehreren zusammengehörenden Schritten, die zu einem Ziel führen. Manche Schritte müssen in einer festen Reihenfolge ausgeführt werden. Andere können parallel stattfinden oder wiederholt werden.
Digital dokumentieren bedeutet, Informationen mit digitalen Werkzeugen festzuhalten, zum Beispiel mit Text, Fotos, Tabellen, Zeichnungen, Ton, Video oder einem Ablaufdiagramm. Eine digitale Dokumentation ist besonders nützlich, wenn sie übersichtlich gespeichert, sinnvoll benannt, leicht korrigiert und bei Bedarf mit anderen geteilt werden kann.
Eine nachvollziehbare Dokumentation beantwortet mindestens diese Fragen:
| Frage | Was sollte erkennbar sein? |
|---|---|
| Was? | Welcher Arbeitsauftrag oder welches Ziel wurde bearbeitet? |
| Womit? | Welche Materialien, Werkzeuge, Zutaten oder Geräte wurden benutzt? |
| Wie? | Welche Arbeitsschritte wurden ausgeführt? |
| In welcher Reihenfolge? | Was geschah zuerst, danach und zum Schluss? |
| Unter welchen Bedingungen? | Welche Mengen, Maße, Zeiten, Temperaturen, Einstellungen oder Sicherheitsregeln waren wichtig? |
| Was wurde beobachtet? | Welche Veränderungen, Schwierigkeiten oder Abweichungen traten auf? |
| Was kam heraus? | Welches Ergebnis wurde erreicht und wie wurde es geprüft? |
| Wer und wann? | Wer dokumentierte den Ablauf und wann wurde die Dokumentation erstellt oder geändert? |
Warum dokumentieren wir Arbeitsabläufe?
Eine gute Dokumentation ist kein Zusatz, der erst nach der eigentlichen Arbeit entsteht. Sie ist ein Teil des Arbeitsprozesses. Wenn Du während der Arbeit wichtige Informationen festhältst, musst Du später weniger aus dem Gedächtnis rekonstruieren.
Dokumentationen können unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Ein Versuchsprotokoll macht einen Versuch nachvollziehbar. Eine Montageanleitung unterstützt beim Zusammenbauen. Ein Rezept verbindet Zutaten, Mengen und Zubereitungsschritte. Ein Storyboard plant Bilder und Einstellungen einer Medienproduktion. Eine Betriebsanweisung informiert über Gefahren und vorgeschriebenes Verhalten. Ein Reparaturprotokoll zeigt, wie ein Fehler gesucht und behoben wurde.
Merksatz: Eine Dokumentation ist dann besonders hilfreich, wenn sie richtig, vollständig, geordnet, verständlich und überprüfbar ist.

Vom Arbeitsablauf zum Ablaufdiagramm
Ein Ablaufdiagramm stellt einen Prozess mit Formen und Pfeilen dar. Dadurch wird die Reihenfolge schneller sichtbar als in einem langen Text. Ein einfacher Ablauf kann so aussehen:
Ablaufdiagramm: Ziel klären → Material prüfen → Arbeitsschritte ausführen → Ergebnis prüfen → Dokumentation kontrollieren → Datei speichern
Für Klasse 6 reichen wenige Grundformen:
Ein Ablaufdiagramm ist besonders hilfreich, wenn Entscheidungen vorkommen. Beispiel:
Start → Teil prüfen → Ist es beschädigt? → Ja: Ersatzteil wählen → Nein: weiterverwenden → montieren → Ergebnis prüfen → Ende
Wichtig ist: Das Diagramm soll nicht möglichst kompliziert aussehen. Es soll den Ablauf klarer machen.
Die Grundstruktur einer nachvollziehbaren Dokumentation
Eine Dokumentation kann je nach Aufgabe unterschiedlich aussehen. Trotzdem hilft ein gemeinsames Grundraster.
| Bereich | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Titel und Ziel | Was soll erreicht werden? | Papierbrücke bauen und Tragfähigkeit prüfen |
| Material und Werkzeuge | Was wird benötigt? | Papier, zwei Bücher, Münzen, Lineal |
| Vorbereitung | Was muss vor dem Start geklärt werden? | Arbeitsplatz freiräumen und Material bereitlegen |
| Durchführung | Welche Schritte werden in welcher Reihenfolge ausgeführt? | Papier falten, Brücke auflegen, Münzen nacheinander auflegen |
| Belege | Welche Fotos, Skizzen, Messwerte oder Screenshots zeigen den Ablauf? | Foto des Aufbaus und Tabelle mit Münzanzahl |
| Beobachtung | Was ist tatsächlich passiert? | Brücke biegt sich ab der achten Münze deutlich |
| Ergebnis | Was wurde erreicht? | Gefaltete Brücke trägt mehr Münzen als ungefaltete Brücke |
| Abweichungen | Was lief anders als geplant? | Ein Buch wurde während des ersten Versuchs verschoben |
| Prüfung | Wie wurde kontrolliert, ob das Ergebnis stimmt? | Versuch mit gleichem Abstand wiederholen |
| Datei und Version | Wie wird die Dokumentation wiedergefunden? | Papierbruecke_Protokoll_v02 |
Gute Schritte schreiben
Ein guter Arbeitsschritt enthält ein eindeutiges Verb und nur so viele Informationen, wie für die Durchführung nötig sind.
Unklar: „Dann alles fertig machen.“
Besser: „Lege die beiden Bücher im Abstand von 20 cm auf den Tisch und lege das gefaltete Papier als Brücke darüber.“
Unklar: „Ein bisschen Kleber benutzen.“
Besser: „Trage einen dünnen Klebestreifen auf die markierte Lasche auf und drücke sie zehn Sekunden fest.“
Verwende möglichst eindeutige Wörter. Wörter wie „irgendwie“, „ungefähr da“, „später“, „ein bisschen“ oder „das Ding“ können eine Anleitung schwer nachvollziehbar machen, wenn genaue Angaben möglich und wichtig sind.
Text, Foto, Tabelle oder Video?
Nicht jedes Medium eignet sich für jede Information gleich gut.
| Medium | Besonders geeignet für | Worauf Du achten solltest |
|---|---|---|
| Text | genaue Schritte, Erklärungen, Sicherheitshinweise | kurze Sätze, klare Verben, eindeutige Reihenfolge |
| Foto | Aufbau, Werkzeugposition, sichtbares Ergebnis | aussagekräftiger Bildausschnitt und Bildunterschrift |
| Tabelle | Messwerte, Materiallisten, Prüfergebnisse | klare Überschriften und Einheiten |
| Skizze | Lage von Teilen, Pfeile, Beschriftungen | nur wichtige Details zeigen |
| Ablaufdiagramm | Reihenfolge und Entscheidungen | Pfeilrichtung eindeutig halten |
| Video | Bewegungen oder komplexe Handgriffe | ruhige Aufnahme, verständliche Reihenfolge, wichtige Schritte nicht überspringen |
| Audio | gesprochene Erklärung oder Reflexion | deutlich sprechen und wichtige Fachbegriffe erklären |
Ein Foto allein erklärt noch keinen Ablauf. Ergänze deshalb eine kurze Bildunterschrift wie: „Schritt Montage: Die lange Schraube wird von außen durch die Seitenwand gesteckt.“
Digital ordentlich speichern
Auch eine sehr gute Dokumentation ist wenig hilfreich, wenn niemand sie wiederfindet. Verwende deshalb aussagekräftige Dateinamen und eine einfache Ordnerstruktur.
Beispiel für einen Dateinamen: 2026-09-12_Papierbruecke_Protokoll_v01
Beispiel für eine Ordnerstruktur:
| Ordner | Inhalt |
|---|---|
| 01_Planung | Auftrag, Materialliste, Skizze |
| 02_Durchfuehrung | Fotos, Messwerte, Notizen |
| 03_Auswertung | Ergebnis, Diagramm, Reflexion |
| 04_Endfassung | geprüfte Dokumentation |
Wenn Du eine Datei überarbeitest, kann eine Versionsangabe wie v01, v02 oder v03 helfen. Überschreibe eine funktionierende Endfassung nicht unüberlegt. Bei Gruppenarbeiten sollte außerdem klar sein, welche Datei aktuell ist.

Datenschutz, Urheberrecht und sichere Mediennutzung
Wenn Personen auf Fotos oder Videos erkennbar sind, darfst Du Aufnahmen nicht einfach veröffentlichen. Kläre mit Deiner Lehrkraft, welche Einwilligungen nötig sind. Für eine Dokumentation reichen oft Hände, Werkstücke oder ein Ausschnitt des Arbeitsplatzes, ohne dass Gesichter sichtbar sein müssen.
Nutze möglichst eigene Medien oder Medien mit einer passenden freien Lizenz. Bei fremden Bildern, Grafiken, Musikstücken oder Texten müssen Quelle und Lizenz beachtet werden. Das gehört zur Medienkompetenz.
Bei Reparaturen, Montagen, Experimenten und Arbeiten mit Werkzeugen gilt außerdem: Sicherheit geht vor Dokumentation. Unterbrich niemals eine sichere Arbeitshaltung nur, um ein Foto aufzunehmen.
Use-Case 1: Experiment dokumentieren
Bei einem Experiment soll eine andere Person erkennen können, welche Frage untersucht wurde, wie der Versuch aufgebaut war, wie er durchgeführt wurde und welche Beobachtungen gemacht wurden.

Ein gutes Versuchsprotokoll trennt Beobachtung und Deutung. Die Beobachtung beschreibt, was Du wahrgenommen oder gemessen hast. Die Deutung erklärt, was das bedeuten könnte.
Beobachtung: „Nach 30 Sekunden entstehen kleine Gasblasen am Rand.“
Deutung: „Die Gasblasen könnten auf eine Reaktion hinweisen.“
Beispiel: Papierbrücken-Experiment
Fragestellung: Welche Papierform trägt zwischen zwei Büchern die meisten Münzen?
Ablaufdiagramm: Fragestellung → Material bereitstellen → Papierform herstellen → Brücke auflegen → Münzen einzeln auflegen → Anzahl notieren → Versuch wiederholen → Ergebnis vergleichen
| Dokumentationspunkt | Beispiel |
|---|---|
| Ziel | Tragfähigkeit verschiedener Papierformen vergleichen |
| Material | gleich große Papierblätter, zwei Bücher, gleiche Münzen, Lineal |
| Aufbau | Bücher mit gleichem Abstand aufstellen |
| Durchführung | Münzen nacheinander in der Mitte auflegen |
| Messwert | Anzahl der Münzen bis zum Einsturz |
| Beobachtung | Form und Verformung der Brücke beschreiben |
| Ergebnis | Messwerte vergleichen und Aussage formulieren |
Ein Foto des Aufbaus ist besonders hilfreich, wenn der Abstand der Bücher und die Form des Papiers erkennbar sind.
Use-Case 2: Reparatur dokumentieren
Eine Reparaturdokumentation zeigt nicht nur, dass etwas wieder funktioniert, sondern auch, wie der Fehler erkannt, eingegrenzt und behoben wurde.


Für Klasse 6 eignen sich nur sichere, von der Lehrkraft freigegebene Reparaturaufgaben. Elektrische Netzgeräte, Geräte mit gefährlichen Spannungen, beschädigte Akkus oder unbekannte Chemikalien gehören nicht in eine selbstständige Schülerreparatur.
Reparaturprotokoll
Ablaufdiagramm: Fehler beschreiben → Sicherheitscheck → Zustand fotografieren → Ursache suchen → Reparaturschritt ausführen → Funktion prüfen → Ergebnis dokumentieren
| Phase | Dokumentation |
|---|---|
| Fehlerbild | Was funktioniert nicht? Was ist sichtbar oder hörbar? |
| Ausgangszustand | Foto oder Skizze vor der Reparatur |
| Sicherheitscheck | Welche Gefahren müssen ausgeschlossen werden? |
| Fehlersuche | Welche möglichen Ursachen wurden geprüft? |
| Maßnahme | Was wurde gereinigt, befestigt, ausgerichtet oder ersetzt? |
| Funktionsprüfung | Woran erkennst Du, dass die Reparatur erfolgreich war? |
| Endzustand | Foto und kurzer Vergleich mit dem Ausgangszustand |
Beispiel: lockerer Schrankgriff
Statt „Griff repariert“ ist nachvollziehbarer: „Der Griff wackelte, weil die beiden Befestigungsschrauben locker waren. Die Schrauben wurden mit dem passenden Schraubendreher gleichmäßig nachgezogen. Danach wurde der Griff dreimal belastungsarm bewegt; er blieb fest.“
Use-Case 3: Rezept dokumentieren
Ein Rezept ist eine besonders bekannte Form eines dokumentierten Arbeitsablaufs. Es verbindet Zutaten, Mengen, Werkzeuge, Reihenfolge, Zeiten und manchmal Temperaturen.

Ablaufdiagramm: Hände waschen → Zutaten prüfen → Zutaten abmessen → vorbereiten → mischen oder garen → Ergebnis prüfen → Arbeitsplatz reinigen → Rezept ergänzen
Beispiel: Obstjoghurt
| Bereich | Beispiel |
|---|---|
| Ziel | Zwei Portionen Obstjoghurt herstellen |
| Zutaten | Joghurt, Apfel, Banane, Haferflocken |
| Geräte | Brett, Messer, Schüssel, Löffel |
| Vorbereitung | Hände waschen und Arbeitsfläche reinigen |
| Durchführung | Obst vorbereiten, zerkleinern, mit Joghurt mischen, Haferflocken ergänzen |
| Ergebnis | Aussehen, Konsistenz und Geschmack beschreiben |
| Verbesserung | Beim nächsten Mal kleinere Obststücke schneiden |
Eine gute Rezeptdokumentation nennt Mengen und Einheiten eindeutig. „Etwas Joghurt“ ist weniger nachvollziehbar als „250 g Joghurt“.
Bei Messern, heißen Flächen und elektrischen Küchengeräten gelten die Regeln der Lehrkraft und der Schulküche. Hygiene und mögliche Allergien müssen berücksichtigt werden.
Use-Case 4: Montage dokumentieren
Bei einer Montage werden einzelne Teile in einer geplanten Reihenfolge zu einem größeren Gegenstand zusammengesetzt. Eine Montageanleitung muss zeigen, welches Teil an welche Stelle gehört und wie es ausgerichtet wird.

Ablaufdiagramm: Teile zählen → Werkzeuge prüfen → Bauteile zuordnen → Grundteil montieren → Verbindung prüfen → weitere Teile anbauen → Endkontrolle
Was eine Montageanleitung verständlich macht
| Element | Nutzen |
|---|---|
| Teileliste | verhindert Verwechslungen und zeigt, ob etwas fehlt |
| Werkzeugliste | bereitet die Arbeit vor |
| Schrittbilder | zeigen Lage und Ausrichtung |
| Pfeile | zeigen Bewegungsrichtung oder Einsteckrichtung |
| Detailfoto | macht kleine Verbindungen sichtbar |
| Prüfpunkt | zeigt, wann ein Zwischenergebnis kontrolliert werden soll |
| Warnhinweis | macht auf eine mögliche Gefahr aufmerksam |
Beispiel: Wenn zwei Schrauben ähnlich aussehen, reicht „Schraube einsetzen“ nicht. Besser ist „Verwende die kurze Schraube aus Beutel B und stecke sie von außen durch die obere Bohrung.“
Use-Case 5: Medienproduktion dokumentieren
Bei einer Medienproduktion entsteht das Endprodukt meist in mehreren Phasen: Idee, Planung, Aufnahme, Bearbeitung, Prüfung und Veröffentlichung. Auch hier hilft eine klare Dokumentation.

Ein Storyboard verbindet Bilder mit Informationen zu Szene, Handlung, Kameraperspektive, Ton oder Text. Dadurch kann ein Team schon vor der Aufnahme besprechen, was später zu sehen und zu hören sein soll.
Ablaufdiagramm: Idee → Zielgruppe festlegen → Storyboard erstellen → Aufnahmen planen → aufnehmen → Dateien benennen → schneiden → Ton prüfen → Export kontrollieren
Beispiel: 30-Sekunden-Erklärvideo
| Phase | Dokumentation |
|---|---|
| Idee | Thema und Lernziel in einem Satz notieren |
| Storyboard | drei bis sechs geplante Einstellungen zeichnen |
| Drehplan | Ort, benötigte Gegenstände und Zuständigkeiten festhalten |
| Aufnahme | brauchbare Takes eindeutig benennen |
| Schnitt | wichtige Änderungen kurz notieren |
| Rechte | Herkunft fremder Medien und Lizenz dokumentieren |
| Export | Dateiname, Format und geprüfte Endfassung notieren |
Dateibeispiel: Erklaervideo_Wasserkreislauf_Szene03_Take02
Wenn mehrere Personen arbeiten, können eindeutige Namen viel Zeit sparen. „video_neu_neu2_finalwirklich.mp4“ ist schwerer zu verwalten als eine klare Versionsstruktur.
Use-Case 6: Betriebsanweisung verstehen und dokumentieren
Eine Betriebsanweisung enthält wichtige Angaben zum sicheren Verhalten beim Umgang mit bestimmten Arbeitsmitteln, Stoffen oder Tätigkeiten. Sie kann auf Gefahren, Schutzmaßnahmen, Verhalten bei Störungen oder Unfällen und weitere notwendige Regeln hinweisen.

In der Schule gilt: Eine offizielle Betriebsanweisung wird nicht durch eine selbst erfundene Schüleranleitung ersetzt. Deine Aufgabe kann aber sein, eine von der Lehrkraft bereitgestellte Betriebsanweisung zu lesen, wichtige Schritte in eine Checkliste zu übertragen und zu dokumentieren, dass Du die Reihenfolge verstanden hast.
Ablaufdiagramm: Betriebsanweisung lesen → Gefahr erkennen → Schutzmaßnahme zuordnen → Arbeitsplatz vorbereiten → Freigabe beachten → Tätigkeit durchführen → Störung richtig melden → Arbeitsplatz sicher verlassen
Sicherheitsinformationen eindeutig dokumentieren
| Bereich | Leitfrage |
|---|---|
| Gefahren | Was kann passieren? |
| Schutzmaßnahmen | Wie wird die Gefahr verringert? |
| Verhalten | Was ist während der Tätigkeit zu beachten? |
| Störung | Was ist zu tun, wenn etwas nicht normal funktioniert? |
| Unfall | Wen musst Du informieren und welche schulischen Regeln gelten? |
| Abschluss | Wie wird Gerät oder Arbeitsplatz sicher hinterlassen? |

Nachvollziehbarkeit trainieren
Die wichtigste Qualitätsfrage lautet nicht: „Sieht meine Dokumentation schön aus?“ Sondern: „Kann jemand meinen Ablauf korrekt verstehen und prüfen?“
Der Fremdtest
Gib Deine Dokumentation einer Person, die den Ablauf nicht beobachtet hat. Diese Person soll nur anhand Deiner Dokumentation erklären, was zu tun ist. Sie muss den Vorgang nicht immer wirklich ausführen; bei Werkzeugen, Hitze, Strom oder anderen Gefahren reicht ein sicherer Erklär- oder Planschritt.
Notiere danach:
| Prüffrage | Rückmeldung |
|---|---|
| War das Ziel klar? | ja / teilweise / nein |
| Waren Material und Werkzeuge vollständig? | ja / teilweise / nein |
| War die Reihenfolge eindeutig? | ja / teilweise / nein |
| Waren Fotos und Bildunterschriften hilfreich? | ja / teilweise / nein |
| Fehlten Maße, Mengen, Zeiten oder Einstellungen? | ja / nein |
| Waren Sicherheitsinformationen erkennbar? | ja / teilweise / nein |
| Konnte das Ergebnis überprüft werden? | ja / teilweise / nein |
Verbessere anschließend nur die Stellen, an denen die Testperson unsicher war. So wird aus einer ersten Fassung eine bessere Version.
Beobachtung oder Bewertung?
Dokumentationen werden genauer, wenn Du zwischen Beobachtung und Bewertung unterscheidest.
| Weniger genau | Nachvollziehbarer |
|---|---|
| Das Teil war schlecht. | Die linke Kante war um etwa 4 mm verbogen. |
| Der Versuch ging gut. | In drei Wiederholungen trug die gefaltete Brücke jeweils mehr Münzen. |
| Das Video war komisch. | Die Stimme war in Szene 2 deutlich leiser als in Szene 1. |
| Das Rezept war falsch. | In Schritt 4 fehlte eine Mengenangabe für das Wasser. |
Fehler und Abweichungen gehören zur Dokumentation
Wenn etwas anders läuft als geplant, solltest Du es nicht verstecken. Gerade Abweichungen helfen später zu verstehen, warum ein Ergebnis anders ausfiel.
Beispiel: „Beim zweiten Messdurchgang wurde der Abstand der Bücher versehentlich verändert. Der Messwert wurde deshalb nicht für den Vergleich verwendet und der Durchgang wurde wiederholt.“
Eine gute Dokumentation zeigt also nicht nur den Idealablauf, sondern auch wichtige Änderungen.
Qualitätscheck vor dem Speichern

Nutze vor der Abgabe diesen Check:
| Kriterium | Prüffrage |
|---|---|
| Ziel | Ist sofort erkennbar, was erreicht werden sollte? |
| Vollständigkeit | Sind Material, Werkzeuge und wichtige Bedingungen genannt? |
| Reihenfolge | Ist klar, welcher Schritt auf welchen folgt? |
| Genauigkeit | Sind Maße, Mengen, Zeiten und Bezeichnungen eindeutig? |
| Medien | Helfen Fotos, Skizzen oder Tabellen wirklich beim Verstehen? |
| Sicherheit | Sind notwendige Sicherheitsregeln erkennbar? |
| Ergebnis | Ist das Resultat beschrieben und überprüfbar? |
| Abweichungen | Sind wichtige Änderungen oder Fehler dokumentiert? |
| Dateiablage | Ist die Datei eindeutig benannt und am richtigen Ort gespeichert? |
| Fremdtest | Kann eine andere Person den Ablauf nachvollziehen? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Ziel einer nachvollziehbaren Arbeitsdokumentation? (Eine andere Person kann den Ablauf verstehen und prüfen) (!Die Datei enthält möglichst viele Farben) (!Jeder Schritt besteht aus einem langen Text) (!Die Dokumentation wird erst Wochen später geschrieben)
Was macht eine Reihenfolge in einer Anleitung besonders eindeutig? (Klare Arbeitsschritte mit erkennbarer Abfolge) (!Möglichst viele Fachwörter ohne Erklärung) (!Nur ein Foto vom Endergebnis) (!Ein Dateiname ohne Bezug zum Inhalt)
Welche Aussage ist eine Beobachtung? (Auf der Oberfläche entstehen kleine Gasblasen) (!Die Reaktion ist bestimmt besonders stark) (!Das Experiment ist erfolgreich) (!Das Ergebnis ist sehr interessant)
Was gehört vor einer Reparatur zuerst geprüft? (Ob die Aufgabe sicher durchgeführt werden kann) (!Welche Hintergrundmusik aufgenommen wird) (!Welche Farbe der Dateiname hat) (!Wie viele Seiten das Protokoll später bekommt)
Welche Angabe macht ein Rezept besser nachvollziehbar? (Eindeutige Mengen und Einheiten) (!Nur ein Foto des fertigen Essens) (!Ungefähre Wörter ohne Mengenangabe) (!Eine zufällige Reihenfolge der Arbeitsschritte)
Was hilft bei einer Montage besonders beim Zuordnen ähnlicher Teile? (Eindeutige Teilebezeichnungen und Schrittbilder) (!Das Weglassen der Teileliste) (!Die Verwendung verschiedener Dateiformate ohne Erklärung) (!Nur ein Satz am Ende)
Wofür wird ein Storyboard verwendet? (Zur visuellen Planung einer Medienproduktion) (!Zum Abwiegen von Zutaten) (!Zum Messen einer Schraube) (!Zum Reinigen eines Arbeitsplatzes)
Wozu dient eine Betriebsanweisung? (Sie unterstützt sicheres Verhalten bei bestimmten Tätigkeiten oder Arbeitsmitteln) (!Sie ersetzt jede Unterweisung durch eine Lehrkraft) (!Sie ist nur eine Liste mit Dateinamen) (!Sie beschreibt ausschließlich das Endprodukt)
Welcher Dateiname ist für eine Dokumentation am sinnvollsten? (Papierbruecke_Protokoll_v02) (!neu) (!dokument) (!finalfinalneu)
Was prüft der Fremdtest? (Ob eine andere Person den dokumentierten Ablauf nachvollziehen kann) (!Ob die Schrift möglichst klein ist) (!Ob alle Fotos denselben Hintergrund haben) (!Ob die Datei besonders groß ist)
Memory
| Versuchsprotokoll | Experiment |
| Reparaturprotokoll | Fehlerbehebung |
| Zutatenliste | Rezept |
| Teileplan | Montage |
| Storyboard | Medienproduktion |
| Schutzmaßnahme | Betriebsanweisung |
| Versionsnummer | Dateiverwaltung |
| Fremdtest | Nachvollziehbarkeit |
Drag and Drop
Reihenfolge: Allgemeiner Dokumentationsablauf
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Zielklärung | Auftrag und gewünschtes Ergebnis verstehen |
| Vorbereitung | Material, Werkzeuge und Sicherheit prüfen |
| Durchführung | Arbeitsschritte ausführen und wichtige Informationen festhalten |
| Kontrolle | Ergebnis und Dokumentation prüfen |
| Speicherung | Datei eindeutig benennen und ablegen |
Reihenfolge: Experiment
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Fragestellung | Klären, was untersucht werden soll |
| Aufbau | Materialien und Versuchsanordnung vorbereiten |
| Durchführung | Geplante Versuchsschritte ausführen |
| Beobachtung | Wahrnehmungen und Messwerte festhalten |
| Auswertung | Ergebnisse vergleichen und erklären |
Reihenfolge: Reparatur
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Fehlerbild | Beschreiben, was nicht funktioniert |
| Sicherheitscheck | Prüfen, ob die Aufgabe gefahrlos bearbeitet werden darf |
| Fehlersuche | Mögliche Ursache systematisch untersuchen |
| Reparaturmaßnahme | Geeigneten freigegebenen Schritt ausführen |
| Funktionsprüfung | Kontrollieren, ob der Fehler behoben ist |
Reihenfolge: Rezept
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Hygiene | Hände und Arbeitsplatz vorbereiten |
| Abmessen | Zutaten in benötigten Mengen bereitstellen |
| Vorbereiten | Zutaten nach Rezept bearbeiten |
| Zubereiten | Arbeitsschritte in der vorgesehenen Reihenfolge ausführen |
| Endkontrolle | Ergebnis prüfen und Arbeitsplatz sauber hinterlassen |
Reihenfolge: Montage
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Teileprüfung | Kontrollieren, ob alle Bauteile vorhanden sind |
| Zuordnung | Teile und Werkzeuge den Schritten zuordnen |
| Grundmontage | Erste tragende Verbindung herstellen |
| Zwischenprüfung | Sitz und Ausrichtung kontrollieren |
| Endmontage | Restliche Teile anbringen und Gesamtfunktion prüfen |
Reihenfolge: Medienproduktion
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Idee | Thema und Zielgruppe festlegen |
| Storyboard | Bilder und Szenen vorplanen |
| Aufnahme | Geplante Medien erstellen |
| Schnitt | Material auswählen und bearbeiten |
| Exportprüfung | Endfassung kontrollieren und eindeutig speichern |
Reihenfolge: Betriebsanweisung
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gefahrenerkennung | Gefahrenhinweise aufmerksam lesen |
| Schutzmaßnahme | Vorgeschriebene Schutzregeln zuordnen |
| Vorbereitung | Arbeitsplatz entsprechend den Vorgaben einrichten |
| Durchführung | Tätigkeit nur im erlaubten Rahmen ausführen |
| Abschlusskontrolle | Arbeitsplatz sicher hinterlassen und Besonderheiten melden |
Kreuzworträtsel
| Dokumentation | Wie heißt das geordnete Festhalten eines Arbeitsablaufs? |
| Protokoll | Wie heißt ein Dokument, das Durchführung und Ergebnisse festhält? |
| Reparatur | Wie heißt die Behebung eines Defekts? |
| Rezept | Wie heißt eine Anleitung mit Zutaten und Zubereitungsschritten? |
| Montage | Wie heißt das Zusammensetzen mehrerer Bauteile? |
| Storyboard | Wie heißt die gezeichnete Szenenplanung einer Medienproduktion? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fotodokumentation: Fotografiere einen ungefährlichen Alltagsablauf mit drei bis fünf Bildern und schreibe zu jedem Bild eine eindeutige Bildunterschrift.
- Ablaufdiagramm: Erstelle ein Ablaufdiagramm für „Schulranzen für den nächsten Tag vorbereiten“ und markiere Start, Tätigkeiten und Ende.
- Rezept: Überarbeite ein sehr ungenaues Mini-Rezept so, dass Mengen, Reihenfolge und benötigte Geräte verständlich werden.
- Dateiname: Entwickle ein sinnvolles Benennungssystem für fünf Dateien eines Klassenprojekts und erkläre, warum die Dateien damit leichter wiedergefunden werden.
Standard
- Versuchsprotokoll: Dokumentiere ein von der Lehrkraft freigegebenes Experiment mit Ziel, Material, Aufbau, Durchführung, Beobachtung, Ergebnis und mindestens einem passenden Foto oder einer Skizze.
- Reparatur: Beobachte eine sichere Reparatur oder Instandhaltung und erstelle daraus ein Reparaturprotokoll mit Ausgangszustand, Maßnahme und Funktionsprüfung.
- Montageanleitung: Baue ein einfaches Modell aus Papier, Karton oder Bauteilen und schreibe eine Anleitung, die eine andere Gruppe nur anhand Deiner Dokumentation nachvollziehen kann.
- Storyboard: Plane ein 30- bis 60-sekündiges Erklärvideo mit mindestens sechs Storyboardfeldern und dokumentiere anschließend, welche Szenen beim Dreh geändert wurden.
Schwer
- Fremdtest: Tausche eine Dokumentation mit einer anderen Gruppe. Markiere alle Stellen, an denen Du beim Nachvollziehen unsicher bist, und verbessere danach die eigene Dokumentation.
- Betriebsanweisung: Übertrage eine von der Lehrkraft ausgewählte Betriebsanweisung in eine verständliche Schüler-Checkliste, ohne Sicherheitsinformationen wegzulassen oder zu verändern.
- Medienvergleich: Dokumentiere denselben Arbeitsablauf einmal als Textanleitung und einmal als Video. Vergleiche, welches Medium welche Informationen besser vermittelt.
- Prozessoptimierung: Beobachte einen wiederkehrenden Klassenarbeitsablauf, dokumentiere ihn als Ist-Ablauf, finde eine unnötige Warte- oder Suchstelle und entwirf einen verbesserten Soll-Ablauf.


Lernkontrolle
- Transfer Experiment Montage: Erkläre, welche Bestandteile eines Versuchsprotokolls auch für eine Montageanleitung nützlich sind und welche Bestandteile sich unterscheiden müssen.
- Fehlende Information: Du erhältst eine Anleitung, in der ein Foto des Endprodukts und fünf Arbeitsschritte stehen, aber keine Materialliste. Beschreibe, welche Probleme beim Nachmachen entstehen können und wie Du die Anleitung verbessern würdest.
- Sicherheitskommunikation: Begründe, warum Sicherheitshinweise an der Stelle stehen sollten, an der die Gefahr auftreten kann, und nicht nur gesammelt am Ende einer Dokumentation.
- Medienwahl: Entscheide für drei Informationen eines Reparaturablaufs, ob Text, Foto, Tabelle oder Video am geeignetsten ist. Begründe jede Entscheidung.
- Qualitätsprüfung: Entwickle drei Prüffragen, mit denen eine fremde Gruppe feststellen kann, ob Deine Dokumentation wirklich nachvollziehbar ist.
- Versionierung: Eine Gruppe besitzt die Dateien „final“, „final2“, „neu“ und „wirklichfinal“. Entwickle ein besseres Versionssystem und erkläre, wie dadurch Fehler vermieden werden können.
- Abweichung: In einem Experiment wurde ein Arbeitsschritt versehentlich verändert. Erkläre, warum diese Abweichung dokumentiert werden muss und wie sie bei der Auswertung berücksichtigt werden kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Fachbegriffe kennst, sondern selbst eine nachvollziehbare Dokumentation erstellen, prüfen und verbessern kannst.
- Arbeitsablauf: Du kannst einen mehrschrittigen Ablauf sinnvoll gliedern und in eine eindeutige Reihenfolge bringen.
- Dokumentation: Du kannst Ziel, Material, Durchführung, Beobachtung und Ergebnis passend zur Aufgabe festhalten.
- Ablaufdiagramm: Du kannst einen einfachen Prozess mit Start, Tätigkeit, Entscheidung und Ende darstellen.
- Medieneinsatz: Du kannst begründen, wann Text, Foto, Tabelle, Skizze, Audio oder Video sinnvoll ist.
- Nachvollziehbarkeit: Du kannst eine Dokumentation durch einen Fremdtest prüfen und gezielt überarbeiten.
- Dateiverwaltung: Du kannst Dateien eindeutig benennen, Versionen unterscheiden und geordnet speichern.
- Sicherheit: Du kannst Sicherheitsinformationen erkennen und an der richtigen Stelle in einer Dokumentation berücksichtigen.
- Medienkompetenz: Du beachtest Datenschutz, Einwilligung, Quellen und Lizenzen bei digitalen Medien.
- Transfer: Du kannst die Prinzipien auf Experiment, Reparatur, Rezept, Montage, Medienproduktion und Betriebsanweisung übertragen.
OERs zum Thema
Wikipedia: Arbeitsablauf
Wikipedia: Dokumentation
Wikipedia: Flussdiagramm
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