Heizflächen Heizkreise und Wärmeverteilung – Heizungspumpen nach Betriebspunkt beurteilen
Heizflächen Heizkreise und Wärmeverteilung – Heizungspumpen nach Betriebspunkt beurteilen
QR-Code
Heizflächen Heizkreise und Wärmeverteilung – Heizungspumpen nach Betriebspunkt beurteilen
Einleitung
Ausbildungsbereich: Anlagenmechanik SHK / Versorgungstechnik
Schwerpunkt: Volumenstrom, Förderdruck, Pumpenkennlinie und Betriebspunkt
Lernzeit: ca. 60–90 Minuten einschließlich Übungen
Lernziel: Du kannst den erforderlichen Volumenstrom berechnen, den Betriebspunkt einer Heizungspumpe beurteilen, Störungen systematisch eingrenzen und sicherheitsgerechte Maßnahmen vorschlagen.

Dein Ausbildungsauftrag: In einem dreigeschossigen Wohnhaus werden die oberen Heizkörper nicht ausreichend warm. Im Erdgeschoss rauschen die Heizkörperventile. Ist die Heizungspumpe falsch ausgewählt, falsch eingestellt oder das Rohrnetz nicht hydraulisch abgeglichen?
Du bearbeitest den Auftrag mit einem Gebäudemodell, Anlagenschemata und einer vereinfachten Pumpensimulation.
Wichtige Sicherheitsregel: Dieser Kurs ist eine Planungs- und Diagnoseübung. Verwende ausschließlich Simulationen, Zeichnungen oder drucklose Demonstrationsmodelle. Reale Druckarbeiten, Druckprüfungen und Eingriffe in Heizungsanlagen dürfen ausschließlich nach fachlicher Freigabe und unter qualifizierter Aufsicht erfolgen.
Lerneinheit 1: Den Heizkreis verstehen
Dauer: 7 Minuten

Eine Warmwasserheizung transportiert Wärme über einen geschlossenen Heizkreis.
Wichtige Bauteile:
- Wärmeerzeuger: Erwärmt das Heizwasser.
- Umwälzpumpe: Erzeugt die notwendige Druckdifferenz und bewirkt die Zirkulation.
- Vorlauf: Transportiert warmes Wasser zu den Heizflächen.
- Heizkörper: Überträgt Wärme an den Raum.
- Rücklauf: Führt abgekühltes Wasser zurück.

Beobachtungsauftrag: Verfolge im ersten Schema den Wasserweg. Erkläre anschließend, weshalb die Raumluft durch einen warmen Heizkörper in Bewegung gerät.
Videoauftrag: Beobachte, weshalb gleiche Pumpenleistung nicht automatisch eine gleichmäßige Wärmeversorgung garantiert.
Volumenstrom und Förderdruck
| Begriff | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Volumenstrom V̇ | Wasservolumen pro Zeiteinheit | m³/h oder l/h |
| Förderhöhe H | Von der Pumpe erzeugte Druckerhöhung, ausgedrückt als Flüssigkeitssäule | m |
| Differenzdruck Δp | Druckunterschied zwischen zwei Messpunkten | Pa oder kPa |
| Druckverlust | Druckabfall durch Rohre, Armaturen, Heizflächen und weitere Widerstände | Pa oder kPa |
Für Wasser gilt näherungsweise:
1 m Förderhöhe = 9,81 kPa Differenzdruck.
10 m Förderhöhe ≈ 0,98 bar Differenzdruck.
Merke: Förderhöhe ist bei der Heizungspumpe eine hydraulische Kenngröße und nicht einfach die Gebäudehöhe.
In einem vollständig gefüllten, geschlossenen Heizkreis heben sich die statischen Höhenanteile im Umlauf grundsätzlich auf. Die Umwälzpumpe überwindet hauptsächlich die Strömungswiderstände.
Der statische Anlagendruck bleibt trotzdem für Druckhaltung, Entlüftung, Sicherheit und den sicheren Pumpenbetrieb wichtig.
Mini-Check: Basis
Frage: Ein Gebäude ist zwölf Meter hoch. Muss seine Heizungsumwälzpumpe deshalb mindestens zwölf Meter Förderhöhe liefern?
Hilfe 1: Denke an einen geschlossenen Kreislauf.
Hilfe 2: Vergleiche Aufstieg und Rücklauf des Wassers.
Feedback: Nein. Die Gebäudehöhe bestimmt nicht unmittelbar die erforderliche Pumpenförderhöhe. Entscheidend sind insbesondere die hydraulischen Widerstände des geschlossenen Heizkreises. Die statische Druckhaltung ist getrennt zu beurteilen.
Lerneinheit 2: Volumenstrom berechnen
Dauer: 8 Minuten
Der Volumenstrom hängt von der benötigten Wärmeleistung und der Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf ab.
Näherungsformel für Heizwasser:
Pth ≈ 1,16 · V̇ · ΔT
Pth = Wärmeleistung in kW
V̇ = Volumenstrom in m³/h
ΔT = Temperaturspreizung in K
Der Faktor 1,16 berücksichtigt näherungsweise die Wärmekapazität von Wasser und die Umrechnung der Einheiten. Er ist kein universeller Wert für andere Wärmeträgermedien.
Umgestellt:
V̇ ≈ Pth / (1,16 · ΔT)
Ausbildungsfall: Wohnhaus mit drei Geschossen
Fiktive Planungsdaten:
| Gebäudebereich | Heizlast | Temperaturspreizung | Soll-Volumenstrom |
|---|---|---|---|
| Dachgeschoss | 2 kW | 15 K | 115 l/h |
| Obergeschoss | 3 kW | 15 K | 172 l/h |
| Erdgeschoss | 4 kW | 15 K | 230 l/h |
| Gesamt | 9 kW | 15 K | 517 l/h |
Gebäudemodell:
| Gebäudeebene | Hydraulischer Weg | Beobachtung |
|---|---|---|
| Dachgeschoss | Vorlauf → Heizkörper → Rücklauf | Teilweise zu kalt |
| Obergeschoss | Vorlauf → Heizkörper → Rücklauf | Zu geringe Wärmeabgabe |
| Erdgeschoss | Vorlauf → Heizkörper → Rücklauf | Ventilgeräusche |
| Technikraum | Wärmeerzeuger → Umwälzpumpe → gemeinsamer Vorlauf | Pumpenauswahl prüfen |
Modellannahme: Drei parallele Geschosszweige besitzen eine gemeinsame Heizkreispumpe. Die Heizlast ist vereinfacht je Geschoss zusammengefasst.
Berechnung:
V̇ = 9 / (1,16 · 15)
V̇ ≈ 0,517 m³/h
Ergebnis: rund 0,52 m³/h beziehungsweise 517 l/h.
Die Volumenströme paralleler Heizkreise addieren sich. Ihre Druckverluste werden dagegen nicht einfach addiert. Für die Pumpenauslegung ist insbesondere der hydraulisch ungünstigste Versorgungsweg entscheidend.
Förderdruck im Ausbildungsfall
Die Rohrnetzplanung ergibt für den ungünstigsten Geschosszweig einschließlich der relevanten Armaturen einen erforderlichen Pumpendifferenzdruck von:
Δp = 25 kPa
Die entsprechende Förderhöhe beträgt:
H ≈ 25 / 9,81
H ≈ 2,55 m
Der gesuchte Auslegungsbetriebspunkt lautet somit:
| Kenngröße | Auslegungswert |
|---|---|
| Volumenstrom | 0,52 m³/h |
| Differenzdruck | 25 kPa |
| Förderhöhe | 2,55 m |
Lerneinheit 3: Pumpenkennlinie und Betriebspunkt
Dauer: 10 Minuten

Eine Pumpenkennlinie beschreibt den Zusammenhang zwischen Förderstrom und verfügbarer Förderhöhe.
Die Anlagenkennlinie zeigt den Förderhöhenbedarf des Rohrnetzes in Abhängigkeit vom Durchfluss.
Der Schnittpunkt beider Kennlinien ist der tatsächliche Betriebspunkt.
Videoauftrag: Erkläre, weshalb der Betriebspunkt nicht allein durch die Einstellung einer Pumpe festgelegt wird.
Simulationsfall: Welche Pumpe passt?
Du vergleichst zwei frei erfundene Modellpumpen. Ihre Kennlinien sind Übungswerte und keine Hersteller- oder Produktdaten.
Für das Rohrnetz gilt näherungsweise:
HAnlage = 2,55 · (V̇ / 0,52)²
Die Modellpumpen besitzen folgende vereinfachte Kennlinien bei fester Drehzahl:
Pumpe A: H = 4,0 − 5,0 · V̇²
Pumpe B: H = 3,0 − 3,0 · V̇²
Dabei steht V̇ in m³/h und H in m.
| Volumenstrom | Anlagenförderhöhe | Pumpe A | Pumpe B |
|---|---|---|---|
| 0,40 m³/h | 1,51 m | 3,20 m | 2,52 m |
| 0,50 m³/h | 2,36 m | 2,75 m | 2,25 m |
| 0,52 m³/h | 2,55 m | 2,65 m | 2,19 m |
| 0,60 m³/h | 3,40 m | 2,20 m | 1,92 m |
Simulation ohne Druckanlage:
- Koordinatensystem: Zeichne den Volumenstrom waagerecht und die Förderhöhe senkrecht.
- Anlagenkennlinie: Übertrage die Tabellenwerte und verbinde sie zu einer glatten Kurve.
- Pumpenkennlinie: Zeichne die beiden Pumpenkennlinien.
- Betriebspunkt: Markiere die jeweiligen Schnittpunkte.
Beurteilung:
Pumpe A erreicht im vereinfachten Modell etwa 0,53 m³/h bei 2,6 m Förderhöhe und liegt damit nahe dem Auslegungspunkt.
Pumpe B erreicht etwa 0,49 m³/h bei 2,3 m und unterschreitet den erforderlichen Auslegungsvolumenstrom.
Ergebnis: Pumpe A ist für den modellierten Auslegungspunkt besser geeignet.
Wichtig: Eine reale Pumpenauswahl erfordert zusätzlich die Herstellerkennlinien, den zulässigen Betriebsbereich, die Regelungsart, Mindestförderströme, elektrische Leistungsaufnahme und weitere Anlagenbedingungen.

Bildauftrag: Suche die beiden Kennlinien und den Schnittpunkt. Diese Abbildung zeigt beispielhaft ein Pumpensystem ohne geometrischen Höhenanteil.
Was geschieht beim Schließen von Thermostatventilen?
Schließen Heizkörperventile, erhöht sich der hydraulische Widerstand des betreffenden Rohrnetzes.
Bei einer ungeregelten Pumpe verschiebt sich der Betriebspunkt häufig zu geringerem Volumenstrom und höherer Förderhöhe.
Bei einer geregelten Heizungspumpe lässt sich der Differenzdruck bedarfsabhängig beeinflussen.
| Regelungsart | Typisches Verhalten | Häufiger Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Δp-v | Differenzdruck-Sollwert sinkt bei kleinerem Förderstrom | Heizkörperkreise mit Thermostatventilen |
| Δp-c | Differenzdruck-Sollwert bleibt näherungsweise konstant | Geeignete Fußbodenheizkreise |
| Konstantdrehzahl | Pumpenkennlinie bleibt bei fester Drehzahl bestehen | Sonderfälle nach Anlagenplanung |
Diese Zuordnungen sind typische Anwendungen und ersetzen keine Prüfung der konkreten Anlagenhydraulik.
Transfer-Simulation: Widerstand steigt
Angenommen, der hydraulische Widerstandsbeiwert steigt auf das 1,5-Fache.
Neue Modellkennlinie:
Hneu = 1,5 · Halt
Auftrag: Verschiebe die Anlagenkennlinie in Deiner Zeichnung. Überlege, wohin der Betriebspunkt von Pumpe A wandert.
Hilfe 1: Mehr Widerstand bedeutet bei gleichem Durchfluss einen höheren Druckverlust.
Hilfe 2: Der Schnittpunkt mit der ungeregelten Pumpenkennlinie wandert nach links.
Hilfe 3: Setze beide Gleichungen gleich.
Feedback: Der Betriebspunkt von Pumpe A verschiebt sich näherungsweise auf 0,46 m³/h und 3,0 m. Der Volumenstrom sinkt, während die Pumpenförderhöhe steigt. Bei einer bedarfsgeregelten Pumpe kann sich eine andere Bewegung des Betriebspunktes ergeben.
Lerneinheit 4: Störungen diagnostizieren
Dauer: 8 Minuten
Kundenmeldung: „Unten rauschen die Ventile. Oben bleiben die Zimmer zu kalt.“
Eine höhere Pumpeneinstellung ist nicht automatisch die richtige Lösung.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Fachgerechte Prüfidee |
|---|---|---|
| Heizkörper oben zu kalt | Zu geringer Teilvolumenstrom, Luft, ungünstige Ventileinstellung | Planwerte, Anlagenzustand und Abgleich prüfen |
| Ventile unten rauschen | Zu hoher Differenzdruck an Ventilen | Regelungsart und Druckverhältnisse beurteilen |
| Pumpe nimmt viel elektrische Leistung auf | Ungeeignete Dimensionierung oder Betriebsweise | Kennlinien und Leistungsdaten vergleichen |
| Wärmeverteilung ist ungleichmäßig | Fehlender oder fehlerhafter hydraulischer Abgleich | Soll- und Ist-Verteilung vergleichen |
Diagnoseauftrag: Begründe, weshalb die etwas geringere Fördermenge von Modellpumpe B allein noch nicht beweist, dass sie die kalten oberen Räume verursacht.
Ein hydraulischer Abgleich stimmt die Volumenströme der Teilkreise auf den tatsächlichen Wärmebedarf ab.
Heizkörper und Fußbodenheizung unterscheiden

Ein Mischer kann die Vorlauftemperatur eines Heizkreises verändern.

Ein Heizkreisverteiler verteilt das Heizwasser einer Fußbodenheizung auf mehrere Teilkreise.

Beobachtungsauftrag: Suche auf den Abbildungen Mischer, Verteiler und Durchflussanzeige.
Transfer: Ein zusätzlicher gemischter Fußbodenheizkreis besitzt häufig eigene hydraulische Anforderungen und gegebenenfalls eine eigene Pumpe. Prüfe deshalb zunächst das Anlagenschema, bevor Du Volumenströme unterschiedlicher Pumpenkreise addierst.
Lerneinheit 5: Sicherheit und gespeicherte Energie
Dauer: 7 Minuten
Auch eine abgeschaltete Heizungsanlage kann gefährliche Energie speichern.
| Energieform | Gefährdung | Sichere Lernmethode |
|---|---|---|
| Gespeicherte Druckenergie | Austritt von Wasser, unkontrollierte Bauteilbewegung | Digitales Druckmodell |
| Gespeicherte Bewegungsenergie | Nachlauf von Laufrad und Wasserströmung, mögliche Druckstöße | Animierte Strömungssimulation |
| Thermische Energie | Verbrühung durch heißes Heizwasser | Temperaturmodell ohne heiße Flüssigkeit |
| Elektrische Energie | Elektrischer Schlag oder unerwarteter Anlauf | Schaltplansimulation |
Besonders wichtig: Das Membranausdehnungsgefäß kann durch sein komprimiertes Gas Druckenergie speichern. Auch abgesperrte Rohrabschnitte können weiterhin unter Druck stehen. Ein stillstehendes Pumpenlaufrad oder ein ausgeschalteter Motor bedeutet deshalb nicht, dass die Anlage drucklos und sicher ist.
Bewegungsenergie kann außerdem in nachlaufenden rotierenden Teilen und im bewegten Heizwasser vorhanden sein. Plötzliche Strömungsänderungen können Druckstöße verursachen.
Sicherheitsgrundsatz für reale Arbeiten: Nur fachlich freigegeben und beaufsichtigt handeln. Vor Eingriffen sind unter Verantwortung der befugten Fachkraft eine Gefährdungsbeurteilung, das sichere Trennen der Energiequellen, die Sicherung gegen Wiedereinschalten, das Abkühlen und die überprüfte Druckfreiheit aller betroffenen Anlagenteile erforderlich. Verdeckte oder eingeschlossene Restenergien sind ausdrücklich zu berücksichtigen.
Verbot im Lernkurs: Keine Verschraubungen lösen, keine Entlüfter oder Ventile an realen Druckanlagen betätigen, keine Druckprüfungen durchführen und keine Pumpen elektrisch öffnen.
Druckloses Demonstrationsmodell
Material: Gezeichnetes Anlagenschema, transparente offene Schale, lose Pfeilkarten und Arbeitsblatt.
Durchführung: Stelle die Fließrichtung ausschließlich durch verschiebbare Pfeilkarten dar. Verwende keine Druckquelle, keinen verschlossenen Behälter und keine elektrische Pumpe.
Erkenntnis: Volumenstrom und Druckdifferenz beeinflussen sich. Eine drucklose Darstellung zeigt jedoch nicht die tatsächlichen gespeicherten Energien einer Heizungsanlage.
Lerneinheit 6: Energie- und Hygienefälle
Energiefall: Strombedarf vergleichen
Ein vereinfachter Vergleich:
| Annahme | Alte Pumpe | Neue Pumpe |
|---|---|---|
| Elektrische Leistungsaufnahme | 65 W | 14 W |
| Betriebsdauer | 4.000 h | 4.000 h |
| Jahresstrombedarf | 260 kWh | 56 kWh |
Ersparnis im Modell: 204 kWh pro Jahr.
Bei angenommenen 0,30 €/kWh entspricht dies 61,20 € pro Jahr.
Das ist eine Beispielrechnung. Reale Einsparungen hängen von Pumpenauswahl, Leistungsprofil, Regelung und Betriebsstunden ab.
Diagnosefrage: Warum ist eine energiearme Pumpe keine gute Lösung, wenn sie die erforderlichen Volumenströme nicht bereitstellen kann?
Feedback: Energieeffizienz und ausreichende Wärmeversorgung gehören zusammen. Die elektrische Leistungsaufnahme allein erlaubt keine sachgerechte Pumpenauswahl.
Hygienefall: Heizungswasser und Trinkwasser
Situation: An einem Heizungsfüllanschluss ist eine Schlauchverbindung zum Trinkwassernetz zu sehen. Die erforderliche Sicherungseinrichtung ist nicht erkennbar.
Deine Entscheidung: Welche Gefahr besteht?
Hilfe 1: Heizungswasser ist kein Trinkwasser.
Hilfe 2: Denke an ein mögliches Rückfließen in das Trinkwassernetz.
Feedback: Eine ungeeignete Verbindung kann die Trinkwasserqualität gefährden. Eine sachgerechte Heizungsfülleinrichtung benötigt einen für den konkreten Fall geeigneten Rückflussschutz nach den einschlägigen technischen Regeln, insbesondere DIN EN 1717. Fehlende oder nicht erkennbare Schutzmaßnahmen werden einer befugten SHK-Fachkraft gemeldet. Führe selbst keine Füll- oder Prüfhandlungen durch.
Gestufter Lernpfad
Bearbeite jede Aufgabe zunächst ohne Hilfe. Öffne danach bei Bedarf die Hinweise und vergleiche Deine Lösung mit dem begründeten Feedback.
Basisaufgabe: Volumenstrom
Aufgabe: Ein Heizkreis benötigt 6 kW bei 15 K Spreizung. Berechne den Volumenstrom.
Hilfe 1: Die Wärmeleistung beträgt 6 kW.
Hilfe 2: V̇ = P / (1,16 · ΔT)
Hilfe 3: Teile 6 durch 17,4.
Feedback: Rund 0,345 m³/h beziehungsweise 345 l/h sind richtig. Eine höhere Spreizung würde bei gleicher Wärmeleistung einen kleineren Volumenstrom erfordern.
Anwendungsaufgabe: Pumpenauswahl
Aufgabe: Vergleiche die Förderhöhen von Pumpe A und B bei 0,52 m³/h mit der geforderten Anlagenförderhöhe von 2,55 m.
Hilfe 1: Lies die entsprechende Tabellenzeile.
Hilfe 2: Vergleiche 2,65 m und 2,19 m mit 2,55 m.
Feedback: Pumpe A liegt am vorgesehenen Volumenstrom geringfügig über dem benötigten Wert. Pumpe B liegt darunter. Die tatsächlichen Betriebspunkte ergeben sich aus dem Schnitt mit der Anlagenkennlinie.
Transferaufgabe: Wärmeverteilung
Aufgabe: Warum ist es problematisch, die Pumpenförderhöhe bei schlecht versorgten Heizkörpern pauschal zu erhöhen?
Hilfe 1: Vergleiche ausreichend und überversorgte Heizflächen.
Hilfe 2: Denke an Ventilgeräusche und Strombedarf.
Feedback: Mehr Pumpendruck kann bevorzugte Heizkreise weiter überversorgen, Geräusche verstärken und Energie verschwenden. Zunächst sind Anlagenhydraulik, Ventileinstellungen, mögliche Luftprobleme und der hydraulische Abgleich zu beurteilen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wie entsteht der tatsächliche Betriebspunkt einer Heizungspumpe? (Am Schnittpunkt von Pumpenkennlinie und Anlagenkennlinie) (!Am höchsten Heizkörper des Gebäudes) (!Aus der Gebäudehöhe allein) (!Ausschließlich aus der elektrischen Leistung)
Welche Größe wird in einem üblichen Pumpenkennliniendiagramm waagerecht dargestellt? (Der Volumenstrom) (!Die elektrische Spannung) (!Die Heizwassertemperatur) (!Der statische Fülldruck)
Was beschreibt der Volumenstrom? (Das transportierte Flüssigkeitsvolumen pro Zeiteinheit) (!Den Druckverlust eines einzelnen Ventils) (!Die Gebäudehöhe) (!Die elektrische Leistung der Pumpe)
Was geschieht bei gleicher Wärmeleistung mit dem benötigten Volumenstrom, wenn die Temperaturspreizung größer wird? (Er wird kleiner) (!Er wird grundsätzlich doppelt so groß) (!Er bleibt immer unverändert) (!Er hängt nur noch von der Gebäudehöhe ab)
Welcher Förderhöhe entsprechen bei Wasser ungefähr 25 kPa Differenzdruck? (2,55 m) (!25 m) (!0,25 m) (!255 m)
Warum entspricht die erforderliche Förderhöhe in einem geschlossenen Heizkreis nicht automatisch der Gebäudehöhe? (Weil die Pumpe hauptsächlich die Strömungswiderstände des Umlaufs überwinden muss) (!Weil Wasser keinen Druck übertragen kann) (!Weil Heizkörper immer drucklos sind) (!Weil die Höhe eines Gebäudes keinen Einfluss auf die Druckhaltung hat)
Welche Förderhöhe liefert Modellpumpe A ungefähr bei 0,52 Kubikmetern pro Stunde? (2,65 m) (!1,00 m) (!5,50 m) (!0,20 m)
Was geschieht typischerweise bei einer ungeregelten Pumpe, wenn der Rohrnetzwiderstand zunimmt? (Der Volumenstrom sinkt und der Betriebspunkt verschiebt sich) (!Der Volumenstrom steigt unbegrenzt) (!Die Anlage verliert automatisch ihren statischen Druck) (!Der Volumenstrom bleibt immer gleich)
Welche Differenzdruckregelung eignet sich häufig für Heizkörperkreise mit Thermostatventilen? (Variabler Differenzdruck) (!Ausschließlich maximale Konstantdrehzahl) (!Regelung allein nach der Gebäudehöhe) (!Dauerhaft maximaler Pumpendruck)
Welche Vorgehensweise ist bei einer Ausbildungsübung zu gespeicherter Druckenergie zulässig? (Eine Simulation oder ein druckloses Modell verwenden) (!Eine Heizungsverschraubung unter Druck lösen) (!Eine Druckprüfung ohne Aufsicht durchführen) (!Ein Ausdehnungsgefäß ohne Freigabe öffnen)
Memory
Finde die zusammengehörenden Fachbegriffe und Bedeutungen.
| Volumenstrom | Flüssigkeitsvolumen pro Zeit |
| Förderhöhe | Druckerhöhung als Flüssigkeitssäule |
| Anlagenkennlinie | Rohrnetzwiderstand in Abhängigkeit vom Durchfluss |
| Pumpenkennlinie | Zusammenhang zwischen Förderstrom und verfügbarer Förderhöhe |
| Betriebspunkt | Schnittpunkt der hydraulischen Kennlinien |
| Hydraulischer Abgleich | Bedarfsgerechte Verteilung der Teilvolumenströme |
| Systemtrenner | Schutz vor Rückfließen in das Trinkwassernetz |
Drag and Drop
Ordne Ursachen, Folgen und fachliche Begriffe zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schließende Thermostatventile | Steigender Rohrnetzwiderstand |
| Überhöhter Pumpendifferenzdruck | Mögliche Ventilgeräusche |
| Fehlender hydraulischer Abgleich | Ungleichmäßige Wärmeverteilung |
| Geeignete Systemtrennung | Schutz des Trinkwassers |
| Restdruck im Rohrnetz | Gespeicherte Druckenergie |
| Nachlaufendes Pumpenlaufrad | Gespeicherte Bewegungsenergie |
Kreuzworträtsel
| Heizkreis | Wie heißt das Rohrleitungssystem zur Verteilung des Heizwassers? |
| Betriebspunkt | Wie heißt der Schnittpunkt von Pumpenkennlinie und Anlagenkennlinie? |
| Volumenstrom | Welche Größe beschreibt ein Flüssigkeitsvolumen pro Zeit? |
| Förderhöhe | Welche hydraulische Pumpengröße wird in Metern angegeben? |
| Pumpenkennlinie | Welche Kurve beschreibt das Förderverhalten der Pumpe? |
| Systemtrenner | Welche Sicherungseinrichtung verhindert ein gefährliches Rückfließen zum Trinkwasser? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Arbeitsregel: Alle Beobachtungen, Berechnungen und Experimente erfolgen mit vorgegebenen Daten, Bildmaterial, Simulationen oder drucklosen Modellen. Keine eigenständigen Arbeiten an realen Heizungsanlagen.
Leicht
- Heizkreis: Zeichne ein einfaches Anlagenschema mit Wärmeerzeuger, Pumpe, Vorlauf, Heizkörper und Rücklauf. Kennzeichne die Fließrichtung.
- Umwälzpumpe: Beschrifte auf einem freigegebenen Foto einer Heizungspumpe die erkennbaren Bauteile und erkläre ihre Funktion.
- Volumenstrom: Gestalte drei Lernkarten zu m³/h, l/h und Förderhöhe. Füge jeweils ein praktisches Beispiel hinzu.
- Arbeitssicherheit: Entwirf ein Warnplakat über gespeicherte Druckenergie, gespeicherte Bewegungsenergie, heißes Wasser und elektrische Gefährdungen.
Standard
- Heizlast: Berechne die Volumenströme der drei Geschosse und kontrolliere den Gesamtwert.
- Pumpenkennlinie: Zeichne die Kennlinien von Pumpe A und B sowie die Anlagenkennlinie. Bestimme die Betriebspunkte grafisch.
- Hydraulischer Abgleich: Erstelle einen einminütigen Erklärfilm oder eine Bildfolge, weshalb ein nicht abgeglichenes Rohrnetz Heizkörper ungleichmäßig versorgen kann.
- Trinkwasserhygiene: Gestalte eine Diagnosekarte für einen Heizungsfüllanschluss mit fehlender oder nicht erkennbarer Rückflusssicherung.
Schwer
- Differenzdruckregelung: Vergleiche Δp-v und Δp-c für Heizkörper und Fußbodenheizung. Begründe geeignete Anwendungen und Grenzen.
- Energieeffizienz: Erstelle eine Kalkulation zum Pumpenstrombedarf mit unterschiedlichen Wattzahlen, Betriebsstunden und Strompreisen. Beschreibe die Grenzen Deiner Annahmen.
- Fehlerdiagnose: Verfasse einen fachlichen Prüfbericht zur Kundenmeldung. Ordne mögliche Ursachen nach Plausibilität und beschreibe eine sichere Prüfstrategie.
- Wärmeverteilung: Entwickle für ein Gebäude mit getrenntem Heizkörperkreis und gemischtem Fußbodenheizkreis ein Anlagenschema. Beurteile, wo getrennte Pumpenbetriebspunkte benötigt werden könnten.


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben ohne Quizhilfe. Begründe Deine Schlussfolgerungen anhand der Planungsdaten und hydraulischen Zusammenhänge.
- Betriebspunkt: Beurteile, warum die Pumpe mit dem größten maximalen Förderdruck nicht automatisch die wirtschaftlichste Wahl ist. Berücksichtige ausreichenden Durchfluss, Regelung und elektrische Leistung.
- Hydraulischer Abgleich: Entwickle zwei unterschiedliche Ursachenmodelle für die Kombination aus kalten oberen Heizkörpern und rauschenden unteren Ventilen. Erkläre, welche zusätzlichen Informationen die Modelle unterscheiden.
- Anlagenkennlinie: Prognostiziere die Verschiebung des Betriebspunkts, wenn mehrere Thermostatventile schließen. Vergleiche eine ungeregelte mit einer differenzdruckgeregelten Pumpe.
- Heizflächen: Erkläre, weshalb Heizkörper und Fußbodenheizungen unterschiedliche Temperaturspreizungen und hydraulische Anforderungen besitzen können. Übertrage dies auf die Pumpenauswahl.
- Energieeffizienz: Entscheide anhand eines angenommenen Gebäudebetriebs, ob ein Pumpentausch, eine bessere Pumpeneinstellung oder ein hydraulischer Abgleich Vorrang erhalten sollte. Begründe die Entscheidung und ihre Unsicherheiten.
- Arbeitssicherheit: Beurteile eine Situation, in der eine Pumpe ausgeschaltet wurde, der Heizkreis aber weiterhin unter Druck steht. Entwickle ein Sicherheitskonzept auf Planungsebene, das gespeicherte Druck- und Bewegungsenergie ausdrücklich berücksichtigt.
Bewertungskriterien:
| Kriterium | Erwartete Leistung |
|---|---|
| Fachliche Richtigkeit | Größen, Einheiten und hydraulische Zusammenhänge stimmen |
| Begründung | Entscheidungen werden mit nachvollziehbaren Ursachen erklärt |
| Transfer | Wissen wird auf veränderte Anlagenbedingungen übertragen |
| Sicherheit | Gefahren und Zuständigkeiten werden korrekt berücksichtigt |
| Dokumentation | Annahmen, Berechnungen und Unsicherheiten sind erkennbar |
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze technische Dokumentation zum Ausbildungsfall.
- Anlagenschema: Kennzeichne Heizkreis, Pumpenposition und Fließrichtung.
- Berechnungsblatt: Ermittle Volumenstrom, Differenzdruck und Förderhöhe einschließlich Einheiten.
- Kennliniendiagramm: Stelle die beiden Pumpenkennlinien und die Anlagenkennlinie mit ihren Betriebspunkten dar.
- Diagnoseprotokoll: Erkläre mindestens zwei mögliche Ursachen der ungleichmäßigen Wärmeversorgung.
- Begründete Entscheidung: Empfiehl eine Modellpumpe und eine sinnvolle Regelungsstrategie.
- Sicherheitsnachweis: Beschreibe gespeicherte Druck- und Bewegungsenergie sowie die Grenzen zulässiger Lernhandlungen.
- Reflexion: Erkläre, weshalb eine berechnete Pumpenauswahl ohne Betrachtung des Gesamtsystems unvollständig bleibt.
Der Lernnachweis enthält keine praktischen Druckarbeiten und keine Eingriffe in reale Anlagen.
OERs zum Thema
Wikipedia: Umwälzpumpe (Heiztechnik)
Wikipedia: Hydraulischer Abgleich
Fachquellen und weiterführendes Material
Die folgenden Quellen wurden als fachliche Grundlagen herangezogen. Frei zugängliche Herstellerdokumente und Fachinformationen sind nicht automatisch offene Bildungsressourcen.
- Wilo: Grundlagen der Pumpentechnik – Pumpenfibel – insbesondere Förderstrom, Förderhöhe, Pumpenkennlinie, Anlagenkennlinie und Betriebspunkt.
- Wilo-Brain für Auszubildende – Experimente, Ausbildungsfälle und hydraulische Modellversuche.
- Wilo: Differenzdruckregelung Δp-v – Einsatz und Regelverhalten.
- VdZ: Fachregel Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand – Grundlagen zum hydraulischen Abgleich.
- Umweltbundesamt: Umwälzpumpe optimieren und Heizkosten sparen – Energieeffizienz und hydraulischer Abgleich.
- DGUV/IFA: Sicherer Umgang mit hydraulischen Anlagen – allgemeine Sicherheitsprinzipien einschließlich gespeicherter Energien. Die konkrete Heizungsanlage erfordert eine eigene Gefährdungsbeurteilung.
- DVGW: Heizungsraum – Heizungsfülleinrichtung und Systemtrenner.
- DIN EN 1717:2026-08 – Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigung durch Rückfließen.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Wikimedia-Commons-Abbildungen:
- Umwaelzpumpe.jpg – Cschirp; CC BY-SA 3.0.
- Heizkreis Schema.svg – -donald- und MatthiasDD; CC BY-SA 3.0.
- Radiator-convection.svg – SVGguru; CC BY-SA 4.0.
- Pump curve and system curve.png – Toomey usf; CC BY-SA 4.0.
- Bomba x Sistema2a.svg – GMRodrigues; gemeinfrei.
- Heizkreis Schema Dreiwegemischer.svg – MatthiasDD; CC BY-SA 4.0.
- Heizkreisverteiler.jpg – Tetris L; CC BY-SA 3.0.
- Fußbodenheizung Heizkreisverteiler Variotherm Durchflussmessgerät.jpg – Best Tech Nick 25; CC0 1.0.
Für die Abbildungen gelten die jeweiligen Lizenzbedingungen auf den verlinkten Commons-Dateiseiten, insbesondere Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Hier werden unveränderte Dateien eingebunden; die selbst erstellten Tabellen und Modellkennlinien sind keine übernommenen Herstellerabbildungen.
YouTube-Videos:
- Meine Heizung kann mehr: So funktioniert der hydraulische Abgleich – co2online.
- Pumpenkennlinie, Anlagenkennlinie der Heizung – Jörn Loviscach.
Die Videos werden ausschließlich über ihre YouTube-Verweise eingebunden. Eine freie Nachnutzungs- oder Bearbeitungslizenz wird für sie nicht behauptet. Die Videos dürfen nicht ohne entsprechende Rechte kopiert oder neu veröffentlicht werden.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


NEWSLernweltNOAH fragen