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Handwerksberufe entdecken - Baden-Württemberg

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Handwerksberufe entdecken - Baden-Württemberg




Einleitung

Handwerk begegnet Dir jeden Tag: beim Haus, in dem Du wohnst, beim Fahrrad oder Auto, beim Brot vom Bäcker, bei einer neuen Frisur, bei einer Heizung, einer Solaranlage oder einem Möbelstück. Hinter diesen Dingen stehen Menschen, die planen, messen, gestalten, reparieren, beraten und mit modernen Maschinen oder digitalen Geräten arbeiten.

In Deutschland gibt es über 130 Ausbildungsberufe im Handwerk. In Baden-Württemberg ist das Handwerk ein besonders wichtiger Ausbildungsbereich. Zum 31. Dezember 2025 befanden sich dort 45.678 Menschen in einer handwerklichen Ausbildung. Für Dich bedeutet das: Zwischen Bau, Holz, Metall, Elektro, Mobilität, Lebensmitteln, Gesundheit, Gestaltung und vielen weiteren Bereichen gibt es sehr unterschiedliche Möglichkeiten.

In diesem aiMOOC entdeckst Du verschiedene Handwerksberufe, typische Fähigkeiten, den Ablauf einer dualen Ausbildung und mögliche Karrierewege. Besonders wichtig ist dabei: Du musst heute noch nicht wissen, welchen Beruf Du später einmal machen möchtest. Berufsorientierung bedeutet zuerst, Interessen kennenzulernen, Berufe auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.


Was ist Handwerk?


Arbeiten mit Kopf, Hand und Technik

Beim Handwerk entstehen Produkte oder Dienstleistungen häufig für konkrete Kundinnen und Kunden. Handwerkerinnen und Handwerker bauen, reparieren, warten, gestalten, beraten oder fertigen etwas an. Dabei zählt nicht nur körperliches Geschick. Moderne Handwerksberufe verbinden Fachwissen, Planung, Technik, Kommunikation und praktische Arbeit.

Eine Schreinerin muss zum Beispiel Maße verstehen, Holz auswählen, Maschinen sicher bedienen und Kundenwünsche umsetzen. Ein Elektroniker arbeitet mit Messgeräten, Schaltplänen und digitalen Steuerungen. Eine Augenoptikerin verbindet Beratung mit präziser Technik. Ein Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik arbeitet unter anderem an Heizungs-, Wasser- und modernen Energiesystemen.

Handwerk ist deshalb weder „nur Arbeit mit den Händen“ noch ein Bereich ohne digitale Technik. Computer, Diagnosesoftware, CNC-Maschinen, digitale Messgeräte, 3D-Planung oder vernetzte Gebäudetechnik gehören in vielen Berufen längst zum Alltag.


Handwerk in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es acht Handwerkskammern: Freiburg, Heilbronn-Franken, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, Reutlingen, Region Stuttgart und Ulm. Sie unterstützen unter anderem Betriebe und Auszubildende und informieren über Ausbildung und Berufsorientierung.

Das Handwerk verbindet im Land lange Traditionen mit moderner Technik. Ein Beispiel aus der Geschichte ist die Uhrmacherei im Schwarzwald. Heute spielen zusätzlich Themen wie Digitalisierung, Erneuerbare Energien, energetische Gebäudesanierung, Elektromobilität, nachhaltige Materialien und Ressourcenschonung eine wichtige Rolle.


Berufsfelder entdecken

Nicht jeder Handwerksberuf passt zu jedem Menschen. Deshalb ist es sinnvoll, zuerst nach Berufsfeldern zu schauen. Ein Berufsfeld fasst ähnliche Tätigkeiten und Interessen zusammen.

Berufsfeld Beispiele für Berufe Was Dich interessieren könnte
Bau und Ausbau Zimmerer, Maurer, Dachdecker, Maler und Lackierer, Stuckateur Bauen, Räume verändern, draußen arbeiten, Ergebnisse sichtbar machen
Holz und Gestaltung Tischler/Schreiner, Parkettleger, Raumausstatter Gestalten, genau messen, mit Holz und anderen Materialien arbeiten
Elektro, Metall und Gebäudetechnik Elektroniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Technik verstehen, Fehler suchen, Anlagen montieren, Energie sinnvoll nutzen
Mobilität und Fahrzeuge Kraftfahrzeugmechatroniker, Zweiradmechatroniker, Land- und Baumaschinenmechatroniker Fahrzeuge, Motoren, Elektronik, Diagnose und Reparatur
Lebensmittel Bäcker, Konditor, Fleischer Lebensmittel herstellen, gestalten, Hygiene beachten, mit Kundschaft arbeiten
Gesundheit und Körperpflege Augenoptiker, Hörakustiker, Zahntechniker, Orthopädietechnik-Mechaniker, Friseur Menschen helfen, beraten, präzise arbeiten, Gesundheit und Gestaltung verbinden
Kunst, Mode und besondere Handwerke Goldschmied, Maßschneider, Uhrmacher, Musikinstrumentenbauer Kreativität, Präzision, besondere Materialien und individuelle Produkte

Diese Übersicht zeigt nur einen Ausschnitt. Das Handwerk umfasst wesentlich mehr Berufe und Spezialisierungen.


Bau, Holz und Gestaltung

Im Bau- und Ausbauhandwerk entstehen Gebäude, Dächer, Böden, Fassaden und Innenräume. Du arbeitest häufig im Team und musst Maße, Pläne und Materialien verstehen. Bei Berufen wie Zimmerer, Schreiner oder Parkettleger kommt es zusätzlich auf räumliches Vorstellungsvermögen und sorgfältiges Arbeiten an.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Zimmerin: Sie arbeitet mit Holz, aber auch mit modernen Maschinen, Bauplänen und Sicherheitsregeln. Der Beruf zeigt, dass traditionelles Material und moderne Technik gut zusammenpassen.


Elektro, Metall und Gebäudetechnik

Elektronikerinnen und Elektroniker installieren, prüfen und warten elektrische Anlagen. Metallbauer bearbeiten Metall und stellen beispielsweise Konstruktionen, Türen, Geländer oder Bauteile her. Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sorgen unter anderem dafür, dass Wasser-, Heizungs- und Klimasysteme funktionieren.

Gerade hier wird deutlich, wie wichtig das Handwerk für Zukunftsthemen ist. Wärmepumpen, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, intelligente Gebäudetechnik und energiesparende Sanierungen müssen nicht nur erfunden, sondern auch geplant, eingebaut, gewartet und repariert werden.


Mobilität und Fahrzeuge

Kraftfahrzeugmechatronikerinnen und Kraftfahrzeugmechatroniker prüfen und reparieren moderne Fahrzeuge. Neben mechanischen Bauteilen spielen Elektronik, Sensoren, Softwarediagnose und bei vielen Fahrzeugen auch Hochvolttechnik eine Rolle. Wer sich für Fahrzeuge interessiert, sollte deshalb nicht nur gerne schrauben, sondern auch technische Zusammenhänge verstehen und sorgfältig Fehler suchen können.

Auch Zweiräder, Landmaschinen und Baumaschinen brauchen Fachkräfte. Je nach Beruf arbeitest Du mit sehr unterschiedlichen Fahrzeugen, Geräten und Antriebssystemen.


Lebensmittel, Gesundheit und persönliche Dienstleistungen

Bäckerinnen und Bäcker stellen Brot, Brötchen und weitere Backwaren her. Konditorinnen und Konditoren arbeiten besonders häufig mit feinen Backwaren, Torten oder Desserts. Dabei sind Rezepturen, Hygiene, Zeitplanung und handwerkliche Genauigkeit wichtig.

Im Gesundheitshandwerk geht es oft um millimetergenaue Arbeit. Augenoptiker passen Sehhilfen an, Hörakustiker kümmern sich um Hörsysteme, Zahntechniker fertigen Zahnersatz und Orthopädietechnik-Mechaniker stellen Hilfsmittel her oder passen sie an. Im Friseurhandwerk verbinden sich handwerkliche Techniken, Gestaltung und direkter Kundenkontakt.


Welche Fähigkeiten sind wichtig?

Du musst nicht schon vor einer Ausbildung alles können. Eine Ausbildung ist schließlich dazu da, einen Beruf zu lernen. Bestimmte Interessen und Stärken können Dir aber zeigen, welche Berufe gut zu Dir passen.

  1. Handgeschick: Du arbeitest gern praktisch und probierst Werkzeuge oder Materialien aus.
  2. Sorgfalt: Du misst genau, hältst Regeln ein und kontrollierst Deine Arbeit.
  3. Technisches Verständnis: Du möchtest wissen, wie Maschinen, Fahrzeuge, Geräte oder Anlagen funktionieren.
  4. Räumliches Denken: Du kannst Dir Formen, Bauteile oder Räume vorstellen.
  5. Mathematik im Alltag: Du kannst mit Maßen, Flächen, Winkeln, Mengen oder Kosten umgehen.
  6. Kreativität: Du entwickelst Ideen für Formen, Farben, Oberflächen oder Lösungen.
  7. Teamfähigkeit: Du kannst Dich absprechen und gemeinsam an einem Auftrag arbeiten.
  8. Kommunikation: Du kannst zuhören, Fragen stellen und Kundinnen und Kunden verständlich informieren.
  9. Zuverlässigkeit: Du kommst pünktlich, hältst Absprachen ein und übernimmst Verantwortung.
  10. Lernbereitschaft: Du bist bereit, neue Technik, neue Materialien und neue Verfahren kennenzulernen.

Wichtig: Kein Mensch besitzt alle Stärken gleich stark. Berufsorientierung bedeutet deshalb nicht, eine perfekte Liste abzuhaken. Viel wichtiger ist, herauszufinden, bei welchen Tätigkeiten Du neugierig wirst und wo Du Dich weiterentwickeln möchtest.


Berufsorientierung: Ausprobieren statt nur lesen


Praktikum und Betriebserkundung

Ein Praktikum ist eine der besten Möglichkeiten, einen Handwerksberuf kennenzulernen. Du siehst echte Arbeitsplätze, beobachtest Fachkräfte und kannst – abhängig von Sicherheitsregeln und Betrieb – einfache Tätigkeiten ausprobieren.

In Baden-Württemberg gibt es verschiedene Wege, Praktikums- und Ausbildungsbetriebe zu finden. Dazu gehören der Lehrstellen-Radar, Angebote der regionalen Handwerkskammern und die Praktikumswochen Baden-Württemberg. Bei Ausbildungsmessen, Tagen der offenen Tür oder Betriebsbesuchen kannst Du ebenfalls direkt Fragen stellen.

Für Deine Erkundung helfen Dir vier Fragen:

  1. Welche Tätigkeiten habe ich beobachtet oder selbst ausprobiert?
  2. Welche Werkzeuge, Maschinen oder digitalen Geräte wurden eingesetzt?
  3. Was hat mir besonders gefallen oder nicht gefallen?
  4. Welche Fähigkeiten braucht man in diesem Beruf?

Ein Praktikum ist kein Test, bei dem Du schon alles können musst. Es hilft Dir herauszufinden, ob Deine Vorstellung von einem Beruf mit dem echten Arbeitsalltag zusammenpasst.


Ausbildungsbotschafter und Berufsberatung

In Baden-Württemberg gibt es Ausbildungsbotschafter. Das sind Auszubildende, die Schulen besuchen und von ihrer Ausbildung berichten. Weil sie selbst noch in Ausbildung sind, können sie besonders anschaulich erklären, wie Betrieb, Berufsschule, Prüfungen und Arbeitsalltag aussehen.

Auch die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit, Lehrkräfte für Berufsorientierung und die Handwerkskammern können Dich bei der Suche unterstützen.


Berufe ohne Rollenklischees entdecken

Ein technischer Beruf ist nicht automatisch ein „Jungenberuf“, und Gestaltung oder Körperpflege sind keine „Mädchenberufe“. Entscheidend sind Deine Interessen und Fähigkeiten. Angebote wie Girls'Day und Boys'Day können Dir helfen, Berufe kennenzulernen, die Du vielleicht wegen alter Rollenbilder zunächst übersehen hättest.

Wenn Du einen Beruf spannend findest, lohnt sich ein Praktikum unabhängig davon, wie viele Frauen oder Männer dort bisher arbeiten.


So läuft eine Ausbildung im Handwerk

Die meisten handwerklichen Erstausbildungen sind dual. Das bedeutet: Du lernst an mindestens zwei Orten.

Im Ausbildungsbetrieb arbeitest Du praktisch mit. Du lernst Materialien, Werkzeuge, Maschinen, Kundenaufträge und Arbeitsabläufe kennen. In der Berufsschule beschäftigst Du Dich mit Fachtheorie und allgemeinbildenden Inhalten. Je nach Beruf kommen überbetriebliche Lehrgänge hinzu, in denen Fertigkeiten vermittelt werden, die ein einzelner Betrieb nicht immer vollständig abdecken kann.

Viele Handwerksausbildungen dauern regulär etwa drei bis dreieinhalb Jahre. Die genaue Dauer hängt vom Ausbildungsberuf ab.

Rechtlich ist für eine duale Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss allgemein vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe entscheiden jedoch selbst, welche Bewerberinnen und Bewerber sie einstellen und auf welche Kenntnisse oder Schulabschlüsse sie achten. Gute Chancen entstehen deshalb nicht nur durch Noten, sondern auch durch Interesse, Zuverlässigkeit, Praktikumserfahrung und eine passende Bewerbung.

Am Ende einer handwerklichen Ausbildung steht in vielen Berufen die Gesellenprüfung. Nach erfolgreichem Abschluss kannst Du als Gesellin oder Geselle im Beruf arbeiten und Dich später weiterqualifizieren.


Karrierewege im Handwerk

Eine Ausbildung ist kein Endpunkt. Nach dem Berufsabschluss gibt es mehrere Wege.


Gesellin oder Geselle

Nach der bestandenen Abschluss- oder Gesellenprüfung kannst Du Berufserfahrung sammeln, zunehmend selbstständig arbeiten und Dich auf bestimmte Tätigkeiten spezialisieren. Manche Fachkräfte übernehmen später Verantwortung für Baustellen, Werkstattbereiche, Teams oder besonders anspruchsvolle Aufträge.


Spezialisierung und Weiterbildung

Je nach Beruf gibt es technische, gestalterische, kaufmännische oder fachliche Weiterbildungen. Ein Anlagenmechaniker kann sich zum Beispiel stärker mit Wärmepumpen oder Kundendienst beschäftigen. Im Kfz-Bereich können Hochvoltsysteme wichtig werden. Andere Fachkräfte spezialisieren sich auf Restaurierung, Gestaltung, digitale Fertigung oder Betriebsorganisation.


Meisterin oder Meister

Der Meisterabschluss ist ein wichtiger Karriereweg im Handwerk. Meisterinnen und Meister können Fach- und Führungsaufgaben übernehmen, Nachwuchs ausbilden und sich – abhängig vom jeweiligen Handwerk und den rechtlichen Voraussetzungen – selbstständig machen.

Im Deutschen Qualifikationsrahmen liegt der Meisterabschluss auf Niveau 6 und damit auf derselben Niveaustufe wie ein Bachelorabschluss. Das bedeutet gleichwertiges Qualifikationsniveau, aber nicht, dass Meister und Bachelor dieselben Inhalte oder Berufe haben.

Mit einem Meisterabschluss kann grundsätzlich auch der Zugang zu einem Hochschulstudium möglich sein, ohne zuvor das klassische Abitur erworben zu haben. Die konkreten Hochschulregelungen müssen jeweils geprüft werden.


Selbstständigkeit und eigener Betrieb

Ein eigener Handwerksbetrieb verbindet Fachkönnen mit unternehmerischen Aufgaben. Dazu gehören Angebote schreiben, Material einkaufen, Kundschaft beraten, Mitarbeitende führen, Termine planen und Kosten berechnen.

Bei zulassungspflichtigen Handwerken gelten besondere Voraussetzungen für die selbstständige Betriebsführung. Deshalb ist „einfach einen Betrieb eröffnen“ nicht in jedem Handwerk gleich geregelt. Handwerkskammern beraten zu diesen Fragen.


Ausbildung und Studium verbinden

Auch ein Studium kann später Teil eines handwerklichen Karrierewegs sein. Es gibt duale oder besondere Studienmodelle, die berufliche Praxis und Hochschulstudium verbinden. Wer zuerst eine Ausbildung macht, kann später ebenfalls studieren und sein praktisches Wissen mit wissenschaftlichen oder betriebswirtschaftlichen Kenntnissen verbinden.


Handwerk und Zukunft

Viele Zukunftsaufgaben werden nicht nur im Labor oder Büro gelöst. Sie müssen praktisch umgesetzt werden. Gebäude müssen saniert, Heizungen modernisiert, Stromnetze erweitert, Solaranlagen montiert, Fahrzeuge gewartet und Produkte repariert werden.

Deshalb sind im Handwerk besonders diese Themen wichtig:

  1. Energiewende: Energieanlagen, Gebäudetechnik, Dämmung, Heizsysteme und Elektrotechnik.
  2. Digitalisierung: digitale Planung, Diagnosesoftware, CNC-Technik, vernetzte Systeme und digitale Kundenkommunikation.
  3. Nachhaltigkeit: langlebige Produkte, Reparatur, Materialauswahl und sparsamer Ressourceneinsatz.
  4. Demografischer Wandel: Betriebe brauchen Nachwuchs und gut ausgebildete Fachkräfte.
  5. Kundenorientierung: Individuelle Beratung und passende Lösungen bleiben ein wichtiger Teil vieler Handwerksberufe.

Handwerk bedeutet deshalb häufig: mit bekannten Fähigkeiten neue Probleme lösen.


Mythencheck

„Handwerk ist nur körperliche Arbeit.“ – Falsch. Körperliche Arbeit kann dazugehören, aber viele Berufe verlangen zusätzlich technisches Wissen, Planung, digitale Kompetenzen und Beratung.

„Für eine gute Karriere muss man studieren.“ – Falsch. Im Handwerk führen Ausbildung, Berufserfahrung, Weiterbildung, Meisterabschluss und Selbstständigkeit zu anspruchsvollen Karrierewegen. Ein späteres Studium bleibt trotzdem möglich.

„Handwerk ist nur etwas für schlechte Schülerinnen und Schüler.“ – Falsch. Handwerksberufe verlangen je nach Tätigkeit Mathematik, Naturwissenschaften, Technik, Sprachen, Gestaltung, Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein.

„Berufe haben ein Geschlecht.“ – Falsch. Deine Interessen und Fähigkeiten sind wichtiger als Rollenklischees.

„Tradition bedeutet alte Technik.“ – Falsch. Viele Handwerke besitzen lange Traditionen und verwenden gleichzeitig moderne Maschinen, Software und digitale Messverfahren.


Dein Weg zur Berufsidee

Du kannst Berufsorientierung wie eine kleine Forschungsaufgabe behandeln:

  1. Interessen sammeln: Was machst Du gerne – bauen, gestalten, reparieren, beraten, tüfteln, organisieren oder mit Menschen arbeiten?
  2. Berufsfelder vergleichen: Welche zwei oder drei Bereiche wirken interessant?
  3. Berufe recherchieren: Schau Dir Arbeitsalltag, Ausbildung und Anforderungen an.
  4. Praxis testen: Nutze Praktika, Betriebserkundungen, Ausbildungsmessen oder Aktionstage.
  5. Erfahrungen auswerten: Notiere, was Dir gefallen hat und was nicht.
  6. Nächsten Schritt planen: Suche ein weiteres Praktikum, sprich mit einer Fachkraft oder informiere Dich über Ausbildungsplätze.

Eine gute Berufswahl entsteht oft nicht durch einen einzigen Test, sondern durch mehrere echte Erfahrungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet eine duale Ausbildung im Handwerk? (Lernen im Betrieb und in der Berufsschule) (!Nur Unterricht an einer Universität) (!Nur selbstständiges Lernen zu Hause) (!Ausschließlich Arbeit ohne Unterricht)




Welche Aussage über den Schulabschluss bei einer dualen Ausbildung ist richtig? (Rechtlich ist allgemein kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben) (!Eine duale Ausbildung ist nur mit Abitur möglich) (!Jede Ausbildung verlangt zwingend einen Realschulabschluss) (!Nur Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums dürfen sich bewerben)




Welche Fähigkeit ist in vielen Handwerksberufen besonders wichtig? (Sorgfältiges Arbeiten) (!Möglichst schnelles Raten) (!Vermeiden jeder Teamarbeit) (!Ignorieren von Sicherheitsregeln)




Welcher Beruf gehört zum Bereich Mobilität und Fahrzeuge? (Kraftfahrzeugmechatroniker) (!Bäcker) (!Friseur) (!Augenoptiker)




Wozu dient ein Praktikum besonders? (Einen Beruf im echten Arbeitsalltag kennenzulernen) (!Sofort einen Meisterbrief zu erhalten) (!Die Berufsschule vollständig zu ersetzen) (!Ohne Ausbildung einen Betrieb zu führen)




Was können Ausbildungsbotschafter in Baden-Württemberg leisten? (Sie berichten Schülerinnen und Schülern aus ihrer Ausbildung) (!Sie vergeben automatisch Schulabschlüsse) (!Sie ersetzen alle Ausbildungsbetriebe) (!Sie führen für Jugendliche die Gesellenprüfung durch)




Welche Aussage zum Meisterabschluss ist richtig? (Er eröffnet wichtige Weiterbildungs und Karrierewege) (!Er ist die erste Prüfung vor Beginn der Ausbildung) (!Er ersetzt jede praktische Berufserfahrung automatisch) (!Er ist nur für Berufe an Hochschulen vorgesehen)




Warum spielt Digitalisierung im Handwerk eine Rolle? (Weil viele Berufe mit digitalen Mess Planungs oder Diagnosesystemen arbeiten) (!Weil im Handwerk keine Werkzeuge mehr verwendet werden) (!Weil alle Handwerksberufe nur am Computer stattfinden) (!Weil dadurch keine Fachkenntnisse mehr nötig sind)




Welches Beispiel passt zur Energiewende im Handwerk? (Montage und Wartung moderner Heizungs und Energiesysteme) (!Verzicht auf jede technische Weiterbildung) (!Ausschließliches Arbeiten mit historischen Werkzeugen) (!Abschaffung der Gebäudetechnik)




Was ist für eine gute Berufswahl besonders sinnvoll? (Mehrere Berufe recherchieren und praktisch ausprobieren) (!Nur nach Rollenklischees entscheiden) (!Nur den Beruf der Eltern übernehmen) (!Praktika grundsätzlich vermeiden)





Memory

Duale Ausbildung Betrieb und Berufsschule
Praktikum Beruf praktisch kennenlernen
Gesellenprüfung Abschluss einer handwerklichen Ausbildung
Meisterabschluss Aufstiegsfortbildung
Handwerkskammer Beratung und Organisation im Handwerk
Lehrstellen-Radar Praktikums und Ausbildungsplätze finden
Energiewende Neue Aufgaben für technische Handwerke





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Zimmerer Bau und Ausbau
Elektroniker Elektro und Gebäudetechnik
Kraftfahrzeugmechatroniker Mobilität
Bäcker Lebensmittel
Augenoptiker Gesundheit






Kreuzworträtsel

Praktikum Wie heißt eine zeitlich begrenzte Praxiserfahrung in einem Betrieb?
Berufsschule Wo wird in der dualen Ausbildung der schulische Teil gelernt?
Gesellenbrief Welche Urkunde steht für den erfolgreichen Abschluss vieler Handwerksausbildungen?
Meisterbrief Welche Urkunde kann nach einer erfolgreichen Meisterprüfung erworben werden?
Zuverlässigkeit Welche Stärke bedeutet, Absprachen einzuhalten und Verantwortung zu übernehmen?
Kundenkontakt Wie nennt man den direkten Austausch mit Auftraggeberinnen und Auftraggebern?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

In Deutschland gibt es über 130 Ausbildungsberufe im

. In einer dualen Ausbildung lernst Du im Ausbildungsbetrieb und in der

. Ein

hilft Dir, den echten Arbeitsalltag eines Berufs kennenzulernen. Viele Handwerksberufe verbinden praktische Arbeit mit moderner

. Für gute Arbeit ist besonders häufig

wichtig. Nach einer erfolgreichen Ausbildung kannst Du als Gesellin oder

arbeiten. Eine mögliche Aufstiegsfortbildung ist die Qualifikation zur Meisterin oder zum

. Die regionalen

informieren über Ausbildung und Karrierewege. Bei Zukunftsthemen wie der

werden handwerkliche Fachkräfte für die praktische Umsetzung gebraucht. Eine gute Berufsorientierung verbindet Information mit eigener

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Interessencheck: Notiere fünf Tätigkeiten, die Du gerne machst. Ordne jeder Tätigkeit mindestens einen passenden Handwerksbereich zu.
  2. Berufsporträt: Wähle einen Handwerksberuf und gestalte einen Steckbrief mit Aufgaben, Arbeitsorten, Werkzeugen und wichtigen Fähigkeiten.
  3. Werkzeugdetektive: Fotografiere oder zeichne fünf Werkzeuge aus Haushalt, Schule oder Werkstatt und recherchiere, in welchen Handwerksberufen sie verwendet werden.
  4. Berufsvideo: Sieh Dir ein seriöses Berufsvideo an und notiere drei Tätigkeiten, die Dich überrascht haben.


Standard

  1. Betriebserkundung: Besuche mit Deiner Klasse oder Familie einen Handwerksbetrieb und dokumentiere Arbeitsplätze, Tätigkeiten und Sicherheitsregeln.
  2. Interview mit einer Fachkraft: Entwickle mindestens acht Fragen und interviewe eine Handwerkerin, einen Handwerker oder eine Person in Ausbildung.
  3. Praktikumsplan: Suche in Deiner Region drei mögliche Praktikumsbetriebe aus unterschiedlichen Handwerksfeldern und begründe Deine Auswahl.
  4. Fähigkeitenprofil: Vergleiche Deine eigenen Stärken mit den Anforderungen von drei Ausbildungsberufen und formuliere für jeden Beruf ein persönliches Passungsargument.


Schwer

  1. Zukunftswerkstatt Handwerk: Entwickle eine Idee, wie ein Handwerksbetrieb durch Digitalisierung oder Nachhaltigkeit verbessert werden könnte. Stelle Nutzen und mögliche Probleme gegenüber.
  2. Karrierewege vergleichen: Erstelle für einen Handwerksberuf drei mögliche Wege nach der Ausbildung, zum Beispiel Spezialisierung, Meisterabschluss und Studium.
  3. Mythencheck Handwerk: Befrage mindestens zehn Personen zu ihren Vorstellungen über Handwerksberufe. Werte aus, welche Vorurteile vorkommen, und überprüfe sie mit seriösen Quellen.
  4. Berufsorientierungsmesse: Plant in einer Gruppe eine kleine Schulmesse zu Handwerksberufen mit Stationen, Berufsporträts, Mitmachaufgaben und Kontakten zu regionalen Betrieben oder Handwerkskammern.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Berufswahl begründen: Eine Schülerin arbeitet gern praktisch, interessiert sich für Technik und möchte sichtbare Ergebnisse schaffen. Schlage zwei unterschiedliche Handwerksberufe vor und begründe Deine Auswahl.
  2. Ausbildungsweg erklären: Erkläre an einem selbst gewählten Handwerksberuf, wie sich Lernen im Betrieb, Berufsschule und praktische Prüfung gegenseitig ergänzen.
  3. Fähigkeiten übertragen: Wähle drei Fähigkeiten aus dem aiMOOC und zeige, warum jede davon in mindestens zwei unterschiedlichen Handwerksberufen wichtig sein kann.
  4. Zukunftsaufgabe analysieren: Wähle Energiewende, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit und erkläre, welche konkreten Aufgaben dadurch für mindestens zwei Handwerksberufe entstehen.
  5. Praktikum auswerten: Entwickle fünf Kriterien, mit denen Du nach einem Praktikum beurteilen könntest, ob ein Beruf zu Dir passt.
  6. Karriereentscheidung: Vergleiche den Weg „Geselle und Spezialisierung“ mit „Meister und möglicher eigener Betrieb“. Welche Chancen, Anforderungen und Verantwortungen unterscheiden sich?




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Berufsnamen kennst, sondern Zusammenhänge erklären und auf Deine eigene Berufsorientierung übertragen kannst.

  1. Du kannst mehrere Handwerksfelder unterscheiden und passende Berufe zuordnen.
  2. Du kannst typische fachliche, persönliche und soziale Fähigkeiten erläutern.
  3. Du kannst erklären, wie eine duale Ausbildung aufgebaut ist.
  4. Du kannst beschreiben, wie Praktika und Berufsorientierungsangebote bei einer Berufswahl helfen.
  5. Du kannst mindestens einen möglichen Karriereweg vom Ausbildungsbeginn bis zu Weiterbildung oder Meisterabschluss darstellen.
  6. Du kannst zeigen, wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Energiewende Handwerksberufe verändern.
  7. Du kannst Deine eigenen Interessen und Stärken mit Anforderungen eines Berufs vergleichen.
  8. Du kannst Informationen aus Berufsportalen, Interviews oder Betriebserkundungen kritisch auswerten und begründet zu einer eigenen Einschätzung kommen.




Quellen und weiterführende Informationen

  1. Das Handwerk: Informationen zur Ausbildung
  2. Das Handwerk: Ausbildungsberufe A bis Z
  3. HANDWERK BW: Berufsorientierung
  4. HANDWERK BW: Handwerkskammern in Baden-Württemberg
  5. Gut ausgebildet: Ausbildung und Ausbildungsbotschafter in Baden-Württemberg
  6. Bundesagentur für Arbeit: Ausbildungswege
  7. HANDWERK BW: Ausbildungsbilanz 2025


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