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Gute Anweisungen an KI formulieren

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Gute Anweisungen an KI formulieren




Gute Anweisungen an KI formulieren

Wie formulierst Du eine Anweisung an eine KI, damit sie Dir beim Lernen wirklich hilft? Eine gute Anweisung, häufig auch Prompt genannt, ist kein Zauberspruch. Sie ist Teil eines kontrollierten Arbeitsprozesses: Du entscheidest, was Du erreichen willst, gibst nur den nötigen Kontext, legst Kriterien fest, prüfst die Antwort und verbesserst Deinen Auftrag oder Dein eigenes Ergebnis.

In diesem aiMOOC lernst Du für die Schule, wie Du KI so nutzt, dass Dein Denken, Deine Entscheidungen und Deine Verantwortung im Mittelpunkt bleiben. Du sollst nicht lernen, wie eine KI möglichst schnell fertige Hausaufgaben erzeugt. Stattdessen trainierst Du, wie Du Fragen präzise stellst, Unsicherheiten erkennst, Quellen prüfst, faire Formulierungen verwendest und selbst begründest, ob eine KI-Antwort für Deine Aufgabe nützlich ist.


Einleitung

Ein KI-System kann auf dieselbe Aufgabe sehr unterschiedlich reagieren, je nachdem, welche Informationen und Anforderungen Du vorgibst. Trotzdem gilt: Auch ein sehr guter Prompt garantiert keine richtige Antwort. Sprachbasierte KI-Systeme erzeugen Antworten auf Grundlage gelernter Muster. Dadurch können Texte überzeugend klingen und trotzdem Fehler, erfundene Angaben oder ungeeignete Vorschläge enthalten.

Deshalb besteht gutes Arbeiten mit KI aus zwei Teilen: klar anweisen und kritisch prüfen. Für die Schule kommt ein dritter Teil hinzu: transparent und verantwortlich handeln. Wenn Du KI benutzt hast, sollst Du je nach Aufgabe und Schulregel kenntlich machen können, wobei sie geholfen hat und was Du selbst geprüft, verändert oder entschieden hast.

Der Kurs ist besonders für Klasse 6 gedacht und verbindet Informatik, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Medienbildung. Für die Bearbeitung reichen ungefähr 60 bis 90 Minuten. Einige Vertiefungen können in einer zweiten Unterrichtsstunde weitergeführt werden.


Warum klare Anweisungen wichtig sind

Vergleiche diese drei Anweisungen:

Anweisung Was ist daran hilfreich oder problematisch?
A: „Mach etwas über Vulkane.“ Das Ziel ist unklar. Es fehlen Zielgruppe, Umfang, Zweck und gewünschte Ausgabe.
B: „Erkläre Vulkane.“ Das Thema ist klarer, aber noch immer fehlen wichtige Kriterien.
C: „Erkläre einer Schülerin oder einem Schüler der 6. Klasse in höchstens sechs Sätzen, warum Vulkane ausbrechen. Verwende die Begriffe Magma, Druck und Erdkruste. Gib danach eine Kontrollfrage, aber verrate die Lösung noch nicht. Wenn meine Angaben nicht ausreichen, stelle zuerst eine Rückfrage.“ Ziel, Zielgruppe, Kriterien, Ausgabeform und Rückfrage-Regel sind klar. Die Lernenden bleiben aktiv, weil die KI nicht sofort die Lösung der Kontrollfrage liefert.

Eine gute Anweisung enthält also nicht möglichst viele Wörter, sondern die richtigen Informationen für die Aufgabe. Zu viel unnötiger Kontext kann genauso unpraktisch sein wie zu wenig Kontext.


Lernziele

Am Ende des Kurses kannst Du:

Kompetenz Das kannst Du konkret zeigen
Ziele klären Du formulierst, was die KI leisten soll und was Du selbst leisten willst.
Kontext auswählen Du gibst nur Informationen an, die für die Aufgabe wirklich wichtig und unbedenklich sind.
Kriterien setzen Du nennst verständliche Qualitätsmerkmale, zum Beispiel Länge, Fachbegriffe, Schwierigkeitsgrad oder Perspektiven.
Ausgabeform bestimmen Du entscheidest, ob Du etwa eine Tabelle, Fragen, Stichpunkte, einen kurzen Text oder ein anderes Format brauchst.
Rückfragen nutzen Du erlaubst der KI, bei fehlenden wichtigen Angaben nachzufragen.
Ergebnisse prüfen Du kontrollierst Passung, Plausibilität, Quellen und mögliche Einseitigkeiten.
Iterativ verbessern Du überarbeitest Deine Anweisung nach einem ersten Ergebnis und begründest Deine Änderungen.
Verantwortlich handeln Du achtest auf Datenschutz, Transparenz, Sicherheit, Fairness und Deine eigene Entscheidungshoheit.


Unterrichtsrahmen für 1 bis 2 Unterrichtsstunden

Phase Richtzeit Tätigkeit Schwerpunkt
Aktivierung und Diagnose 5–10 Minuten Drei unterschiedlich genaue Anweisungen vergleichen Vorwissen und Sprachgefühl
Einführung 10–15 Minuten Sieben Bausteine einer guten KI-Anweisung kennenlernen Systematische Strategie
Gemeinsames Beispiel 10–15 Minuten Einen unklaren Prompt schrittweise verbessern Modellieren und Begründen
Anwendung 15–25 Minuten Realistische Schulsituation bearbeiten Fächerübergreifender Transfer
Prüfung 10–15 Minuten KI-Antwort mit Prüfroutine bewerten Quellenkritik und Sicherheit
Reflexion und Transfer 10–15 Minuten Strategie auf eine neue Situation übertragen Zunehmende Selbstständigkeit


Aktivierung und Diagnose: Welche Anweisung hilft wirklich?

Lies die drei Anweisungen aus dem Vulkan-Beispiel noch einmal. Entscheide zunächst ohne KI, welche Anweisung Dir beim eigenen Lernen am meisten helfen würde.

Notiere anschließend in zwei oder drei Sätzen, warum Du Dich so entschieden hast. Achte dabei besonders auf diese Fragen: Ist das Ziel klar? Weiß die KI, für wen sie antwortet? Gibt es prüfbare Kriterien? Bleibst Du selbst aktiv?

Wenn Ihr zu zweit arbeitet, vergleicht Eure Entscheidungen. Unterschiedliche Begründungen sind erlaubt, solange sie sich auf nachvollziehbare Kriterien stützen.


Grundlagen: Prompting als Arbeitsprozess

Ein Prompt ist eine Eingabe oder Anweisung an ein KI-System. Beim Prompt-Engineering werden solche Eingaben so gestaltet und verbessert, dass die gewünschte Aufgabe möglichst verständlich beschrieben wird.

Für die Schule ist wichtiger als ein besonderer „Trick“ eine wiederholbare Vorgehensweise. Du sollst jederzeit erklären können, warum Du eine Formulierung gewählt hast und wie Du die Antwort überprüfst.


Die Sieben-Schritte-Prompt-Schleife

Nutze diese sieben Schritte als Grundgerüst:

Schritt Leitfrage Beispiel
1. Ziel Was soll die KI für mich tun? „Erkläre mir den Unterschied zwischen Wetter und Klima.“
2. Kontext Was muss die KI über Aufgabe, Zielgruppe oder Situation wissen? „Ich bin in Klasse 6 und bereite eine kurze mündliche Erklärung vor.“
3. Kriterien Woran erkenne ich eine brauchbare Antwort? „Verwende die Begriffe Temperatur, Zeitraum und Durchschnitt.“
4. Ausgabeform In welcher Form hilft mir das Ergebnis? „Erstelle eine Tabelle mit zwei Spalten.“
5. Rückfragen Was soll passieren, wenn wichtige Angaben fehlen? „Wenn etwas Wesentliches unklar ist, stelle zuerst höchstens zwei Rückfragen.“
6. Prüfen Wie erkenne ich Fehler, Lücken oder Unsicherheiten? „Kennzeichne Aussagen, bei denen Du unsicher bist, und nenne überprüfbare Quellenarten.“
7. Verbessern Was ändere ich nach dem ersten Ergebnis? „Die Erklärung war zu schwierig. Vereinfache die Fachsprache, behalte aber die drei Fachbegriffe.“

Die Reihenfolge ist kein starres Gesetz. Bei einfachen Aufgaben brauchst Du manchmal nur wenige Schritte. Bei wichtigen, schwierigen oder sensiblen Aufgaben solltest Du genauer planen und kontrollieren.


Ziel und eigener Anteil

Bevor Du eine KI fragst, kläre zuerst Deine eigene Aufgabe. Ein gutes Ziel beschreibt nicht nur das Endprodukt, sondern auch Deinen Lernanteil.

Statt „Löse Aufgabe 4 für mich“ ist zum Lernen oft besser: „Hilf mir, Aufgabe 4 selbst zu lösen. Stelle mir zuerst eine Frage zu meinem bisherigen Lösungsweg. Gib danach höchstens einen Hinweis. Zeige die vollständige Lösung erst, wenn ich meinen eigenen Versuch erklärt habe.“

So bleibt die KI ein Werkzeug für Deinen Lernprozess und ersetzt nicht automatisch Deine Denkarbeit.


Kontext: relevant, aber sparsam

Kontext bedeutet Hintergrundwissen, das für die Aufgabe wichtig ist. Das kann die Klassenstufe, das Unterrichtsthema, ein bereits behandelter Begriff oder der Zweck einer Aufgabe sein.

Nicht jeder Kontext gehört in einen Prompt. Namen, Adressen, Passwörter, private Nachrichten, Gesundheitsdaten oder andere sensible Angaben sind für viele Schulaufgaben weder nötig noch geeignet. Nutze nur Informationen, die Du für die Aufgabe wirklich brauchst, und beachte die Regeln Deiner Schule und des verwendeten Dienstes.


Kriterien: Woran erkennst Du Qualität?

Kriterien machen aus „gut“ etwas Prüfbares. Für Klasse 6 können Kriterien zum Beispiel bedeuten: verständliche Sprache, richtige Fachbegriffe, eine bestimmte Textlänge, ein Beispiel, eine Gegenposition, eine nachvollziehbare Rechenmethode oder ein Hinweis auf Unsicherheiten.

Ein Kriterium soll zur Aufgabe passen. „Schreibe besonders beeindruckend“ ist weniger prüfbar als „Verwende höchstens 120 Wörter und erkläre jeden Fachbegriff beim ersten Auftreten“.


Ausgabeform: Das Ergebnis passend strukturieren

Die gewünschte Ausgabeform hilft Dir, Informationen zu vergleichen oder weiterzuverarbeiten. Du kannst beispielsweise eine Tabelle, drei Leitfragen, einen kurzen Absatz, ein Dialoggerüst, eine Checkliste oder ein Fragenquiz verlangen.

Ein gutes Ausgabeformat ist nicht automatisch das längste. Frage Dich: Welche Form hilft mir bei meinem nächsten eigenen Arbeitsschritt?


Rückfragen sind ein Qualitätsmerkmal

Manchmal fehlen in Deiner Aufgabe wichtige Informationen. Dann kann es sinnvoll sein, ausdrücklich eine Rückfrage zu erlauben.

Beispiel: „Ich möchte ein Plakat über einen Lebensraum gestalten. Bevor Du Vorschläge machst, frage mich nach dem gewählten Lebensraum und nach der maximalen Plakatgröße.“

Damit trainierst Du, dass gute Kommunikation nicht nur aus Befehlen besteht. Gute Zusammenarbeit kann auch bedeuten, zuerst Unklarheiten zu klären.


Prüfen und Verbessern: die Schleife zählt

Nach der ersten Antwort beginnt der wichtigste Teil. Du vergleichst das Ergebnis mit Deinen Kriterien, markierst Probleme und entscheidest, was geändert werden soll.

Eine mögliche Schleife lautet:

Arbeitsphase Deine Aufgabe
Auftrag Ziel und Kriterien festlegen
KI-Antwort Ergebnis lesen, nicht ungeprüft übernehmen
Kontrolle Fehler, fehlende Belege, unklare Formulierungen und Einseitigkeiten markieren
Rückmeldung Konkret sagen, was verbessert werden soll
Neue Version Erneut prüfen und selbst entscheiden, was Du verwendest

Iteratives Arbeiten bedeutet, dass Du in mehreren begründeten Schritten verbesserst. Es bedeutet nicht, dass Du immer wieder „Mach es besser“ schreibst.


Die KI-Ampel für schnelle Entscheidungen

Die Ampel ist eine einfache Prüfroutine:

Ampel Bedeutung Typische Frage
Rot: Stoppen Nicht weitermachen, wenn private oder sensible Daten nötig wären, die Aufgabe gefährlich ist oder eine Schulregel verletzt würde. „Sollte ich diese Information überhaupt eingeben oder diese Aufgabe an eine KI abgeben?“
Gelb: Prüfen Vorsicht bei Zahlen, Quellen, Zitaten, aktuellen Informationen, Behauptungen über Personen oder auffällig einseitigen Antworten. „Kann ich diese Aussage unabhängig überprüfen?“
Grün: Weiterarbeiten Die Aufgabe ist unbedenklich, die Antwort passt zu den Kriterien und wichtige Aussagen wurden geprüft. „Was übernehme ich nach eigener Prüfung und wie kennzeichne ich die KI-Nutzung?“


Drei-P-Prüfung: Passung, Plausibilität, Prüfung an Quellen

Für kurze Schulaufgaben kannst Du drei Prüf-Fragen verwenden:

P Frage Beispiel
Passung Erfüllt die Antwort wirklich meinen Auftrag und meine Kriterien? Eine verlangte Tabelle enthält tatsächlich die vorgesehenen Spalten.
Plausibilität Klingt etwas widersprüchlich, ungewöhnlich genau oder unlogisch? Eine Jahreszahl passt nicht zum behandelten Zeitraum.
Prüfung an Quellen Kann ich wichtige Aussagen mit einer geeigneten, unabhängigen Quelle abgleichen? Eine naturwissenschaftliche Behauptung wird in Schulbuch, Fachportal oder seriöser Institution überprüft.

Bei wichtigen Fakten reicht es nicht, die KI einfach zu fragen: „Bist Du sicher?“ Eine bessere Kontrolle nutzt eine unabhängige Quelle. Auch von einer KI genannte Links oder Literaturangaben sollten überprüft werden, weil sie falsch, veraltet oder sogar erfunden sein können.


Human Agency: Du bleibst handelnde Person

Human Agency bedeutet hier: Du formulierst Ziele, triffst Entscheidungen, prüfst Ergebnisse und übernimmst Verantwortung. Eine KI kann Vorschläge erzeugen, aber sie soll nicht automatisch bestimmen, was Du glaubst, lernst, veröffentlichst oder über andere Menschen entscheidest.

Ein gutes Zeichen für Human Agency ist, wenn Du nach der KI-Nutzung noch erklären kannst:

Frage Woran Du Deine Eigenständigkeit erkennst
Warum habe ich KI eingesetzt? Du kannst den Zweck benennen.
Was habe ich selbst beigetragen? Du hast eigene Ideen, Daten, Rechenwege, Formulierungen oder Entscheidungen eingebracht.
Was habe ich geprüft? Du kannst mindestens eine konkrete Kontrolle beschreiben.
Was habe ich verändert? Du kannst erklären, warum Du einen Vorschlag übernommen, abgelehnt oder überarbeitet hast.


Transparenz: Zeige Deinen Arbeitsprozess

Wenn eine Aufgabe KI-Nutzung erlaubt oder verlangt, kann ein kurzer Transparenzhinweis sinnvoll sein. Ein mögliches Muster lautet:

„Ich habe eine KI genutzt, um … zu unterstützen. Selbst erstellt habe ich … . Überprüft habe ich … . Verändert habe ich … .“

Die genaue Form hängt von den Regeln Deiner Schule, Deiner Lehrkraft und der Aufgabe ab. Transparenz bedeutet nicht, jede Kleinigkeit aufzuschreiben, sondern den wichtigen Anteil der KI nachvollziehbar zu machen.


Sicherheit und Datenschutz

Gib in frei zugängliche KI-Dienste keine sensiblen persönlichen Daten ein. Verwende für Schulaufgaben möglichst erfundene Namen oder anonymisierte Beispiele, wenn Personenbezüge nicht notwendig sind.

Bei Experimenten, Gesundheit, Technik oder anderen sicherheitsrelevanten Themen soll eine KI keine schulischen Sicherheitsregeln ersetzen. Frage bei Unsicherheit eine Lehrkraft oder eine andere zuständige erwachsene Person und nutze nur altersgerechte, sichere Verfahren.


Fairness und unterschiedliche Perspektiven

KI-Antworten können einseitig sein oder verbreitete Vorurteile widerspiegeln. Du kannst Fairness fördern, indem Du nach mehreren Perspektiven fragst und Begründungen verlangst.

Ein sinnvoller Prompt könnte lauten: „Nenne drei unterschiedliche begründete Sichtweisen auf die Frage, ob Handys in der Schule vollständig verboten werden sollten. Stelle jede Sichtweise gleich ausführlich dar. Verwende keine abwertenden Beschreibungen. Formuliere danach zwei Fragen, mit denen ich mir selbst eine Meinung bilden kann.“

So liefert die KI Material zum Nachdenken, aber Deine eigene begründete Position bleibt Deine Aufgabe.


Anschauliche Beispiele aus mehreren Fächern

Gute KI-Anweisungen sehen nicht in jedem Fach gleich aus. Die Grundstruktur bleibt aber ähnlich.

Fach Beispiel für einen lernorientierten Prompt Was Du selbst tun sollst
Informatik „Erkläre einer 6. Klasse den Unterschied zwischen Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe an einem Alltagsbeispiel. Stelle danach drei Situationen bereit, die ich selbst zuordne. Verrate die Lösungen erst nach meinem Versuch.“ Begriffe anwenden und Zuordnungen begründen
Deutsch „Ich habe einen Bericht geschrieben. Prüfe nur, ob Zeitform, sachliche Sprache und Reihenfolge passen. Stelle zuerst drei Rückfragen zu Stellen, die unklar sind. Schreibe den Text nicht vollständig neu.“ Eigenen Text überarbeiten
Mathematik „Hilf mir zu verstehen, warum drei Viertel größer als zwei Drittel ist. Nutze zuerst ein anschauliches Modell und dann einen Rechenweg. Gib mir anschließend eine ähnliche Aufgabe ohne Lösung.“ Modell und Rechenweg erklären
Naturwissenschaften „Erkläre Verdunstung für Klasse 6 an einem sicheren Alltagsbeispiel. Nenne eine Beobachtung und eine überprüfbare Vermutung. Schlage kein Experiment mit gefährlichen Stoffen oder Hitzequellen vor.“ Beobachtung von Erklärung unterscheiden
Kunst „Gib mir fünf unterschiedliche Ideen für ein Plakat zum Thema Wasser sparen. Beschreibe nur Komposition, Formen und mögliche Botschaften. Ich wähle selbst eine Idee und gestalte das Bild.“ Eigene ästhetische Entscheidung treffen
Ethik „Stelle zwei begründete Positionen zur Frage gegenüber, ob KI bei Hausaufgaben erlaubt sein sollte. Formuliere danach drei Entscheidungskriterien, ohne mir eine fertige Meinung vorzugeben.“ Eigene Position entwickeln
Gemeinschaftskunde „Erkläre, welche Gruppen von einer neuen Schulhofregel betroffen sein könnten. Nenne mögliche Interessen, aber erfinde keine Aussagen realer Personen.“ Interessen vergleichen und fair abwägen
Medienbildung „Gib mir eine Prüfliste für eine überraschende Online-Behauptung. Die Liste soll Quelle, Datum, Belege, Gegencheck und mögliche Bildmanipulation berücksichtigen.“ Behauptungen selbst prüfen


Beispiel Mathematik: Hilfe statt fertige Lösung

Zu unklar: „Rechne 5/6 minus 1/4.“

Lernorientierter: „Ich möchte 5/6 minus 1/4 selbst lösen. Frage mich zuerst, was ich über gemeinsame Nenner weiß. Gib danach nur einen Hinweis. Prüfe meinen nächsten Rechenschritt und erkläre einen Fehler, falls ich einen mache. Zeige die vollständige Lösung erst, nachdem ich meinen eigenen Lösungsweg angegeben habe.“

Der zweite Prompt unterstützt Metakognition: Du denkst darüber nach, was Du schon weißt, probierst selbst und nutzt die KI als Rückmeldung.


Beispiel Deutsch: Überarbeiten ohne Fremdtext

Zu unklar: „Mach meinen Aufsatz besser.“

Lernorientierter: „Lies meinen selbst geschriebenen Text und markiere höchstens fünf Stellen, an denen die Reihenfolge unklar oder ein Verb unpassend ist. Erkläre jeweils kurz das Problem, aber formuliere keine fertige Ersatzlösung. Stelle mir stattdessen eine Frage, mit der ich die Stelle selbst verbessern kann.“

Hier trainierst Du Sprache, statt nur eine neue Version zu kopieren.


Beispiel Naturwissenschaften: Beobachtung und Erklärung trennen

Ein sinnvoller Prompt kann verlangen, dass die KI zwischen Beobachtung, Vermutung und Erklärung unterscheidet. Das hilft Dir, naturwissenschaftliches Denken zu üben.

Beispiel: „Beim Trocknen einer nassen Tafel verschwindet das sichtbare Wasser. Erstelle eine Tabelle mit Beobachtung, möglicher Vermutung und fachlicher Erklärung. Kennzeichne deutlich, was direkt beobachtet wurde und was erklärt werden muss. Formuliere danach eine Frage, die ich mit meinem Schulbuch überprüfen kann.“


Beispiel Kunst: Ideenraum statt fertiges Bild

KI kann in kreativen Fächern als Ideengeber dienen. Damit Deine eigene Gestaltung erkennbar bleibt, kannst Du den Auftrag auf Varianten, Fragen oder Gestaltungskriterien begrenzen.

Beispiel: „Ich entwerfe selbst ein Plakat gegen Lebensmittelverschwendung. Nenne fünf sehr unterschiedliche Kompositionsideen mit jeweils einem Schwerpunkt auf Form, Schrift oder Bildaufteilung. Verwende keine Namen lebender Künstlerinnen oder Künstler als Stilvorlage. Stelle mir danach zwei Fragen zu meiner eigenen Gestaltungsabsicht.“


Beispiel Ethik und Gemeinschaftskunde: Perspektiven abwägen

Bei gesellschaftlichen Fragen soll die KI nicht Deine Meinung festlegen. Fordere stattdessen mehrere begründete Perspektiven und Kriterien an.

Beispiel: „Unsere Klasse diskutiert eine neue Pausenregel. Nenne mögliche Interessen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Aufsichtspersonen. Formuliere zu jeder Gruppe zwei mögliche Argumente. Stelle anschließend vier faire Fragen, mit denen wir die Regel im Klassenrat beurteilen können. Entscheide nicht für uns.“


Realistische Anwendungssituation: Ein insektenfreundlicherer Schulhof

Stell Dir vor, Eure Klasse soll Ideen entwickeln, wie ein Teil des Schulhofs insektenfreundlicher gestaltet werden könnte. Die Schulleitung möchte keine fertige KI-Lösung, sondern nachvollziehbare Vorschläge der Klasse.

Die Aufgabe verbindet mehrere Fächer: In Naturwissenschaften geht es um Lebensbedingungen von Insekten, in Mathematik um Flächen und Mengen, in Deutsch um verständliche Begründungen, in Kunst um Gestaltung, in Gemeinschaftskunde um verschiedene Interessen und in Medienbildung um Quellenprüfung.


Arbeitsauftrag zur Anwendung

Schritt Deine Handlung Möglicher KI-Einsatz
1. Problem verstehen Beschreibe selbst, was am Schulhof verändert werden könnte. Noch keine KI nötig
2. Fragen sammeln Formuliere drei Fragen, die Ihr klären müsst. KI kann zusätzliche Fragen vorschlagen
3. Prompt planen Lege Ziel, Kontext, Kriterien und Ausgabeform fest. KI erhält nur nötige, nicht persönliche Informationen
4. Antwort erhalten Lies die Antwort vollständig. KI liefert Vorschläge oder eine Struktur
5. Fachlich prüfen Überprüfe mindestens zwei wichtige Aussagen mit unabhängigen Quellen. KI-Angaben gelten nicht automatisch als Beleg
6. Abwägen Entscheide, welche Idee zu Eurer Schule passt. KI kann Vor- und Nachteile sammeln
7. Eigenen Vorschlag erstellen Formuliere und gestalte das Ergebnis selbst. KI-Unterstützung wird transparent gemacht

Ein geeignetes Prompt-Gerüst könnte so aussehen:

„Unser Ziel ist, Ideen für einen insektenfreundlicheren Bereich auf dem Schulhof zu sammeln. Wir sind in Klasse 6. Nenne vier unterschiedliche Möglichkeiten, die ohne gefährliche Stoffe auskommen. Erkläre zu jeder Möglichkeit kurz, welchen Nutzen sie für Insekten haben könnte und welche praktische Schwierigkeit es geben kann. Gib keine erfundenen Quellen an. Formuliere am Ende drei Fragen, die wir mit Schulbuch, Umweltbildungsangeboten oder anderen geeigneten Quellen überprüfen sollten. Wenn wichtige Informationen über den Ort fehlen, stelle zuerst höchstens zwei Rückfragen.“

Dieser Prompt ist noch keine fertige Lösung. Er erzeugt Material, das Ihr prüfen, auswählen, verändern und begründen müsst.


Selbstkontrolle: der Prompt-Pass

Bevor Du einen Prompt abschickst, kannst Du ihn mit diesem Prompt-Pass prüfen:

Prüffeld Ja Noch verbessern
Mein Ziel ist eindeutig.
Ich habe nur relevanten und unbedenklichen Kontext angegeben.
Meine Kriterien sind überprüfbar.
Die Ausgabeform hilft mir beim nächsten eigenen Arbeitsschritt.
Bei fehlenden Angaben sind Rückfragen erlaubt.
Ich weiß, welche wichtigen Aussagen ich unabhängig prüfen werde.
Die KI übernimmt nicht meine gesamte Denkarbeit.
Ich kann meine KI-Nutzung transparent erklären.


Reflexion: Was hat sich durch Deinen Prompt verändert?

Vergleiche Deinen ersten und Deinen verbesserten Prompt. Schreibe anschließend einen kurzen Reflexionstext.

Erkläre darin, welche Änderung die Antwort besonders verbessert hat, welche Stelle Du trotzdem prüfen musstest und welche Entscheidung Du bewusst selbst getroffen hast.


Transfer: eine neue Situation selbstständig lösen

Neue Situation: Eure Klasse plant eine kleine Ausstellung zum Thema „Wasser im Alltag“. Die Ausstellung soll verständlich, sachlich und anschaulich sein. Ihr dürft KI nutzen, müsst aber selbst entscheiden, wofür.

Deine Aufgabe ist, selbstständig zu entscheiden, bei welchem Arbeitsschritt KI hilfreich wäre und bei welchem nicht. Formuliere anschließend einen eigenen Prompt mit Ziel, Kontext, Kriterien, Ausgabeform und einer geeigneten Rückfrage-Regel. Lege außerdem fest, welche zwei Punkte Du nach der Antwort überprüfst.

Begründe zum Schluss in mindestens vier Sätzen Deine Entscheidung. Eine starke Begründung erklärt nicht nur, dass Du KI eingesetzt hast, sondern warum dieser Einsatz sinnvoll, begrenzt und überprüfbar ist.


Fachliche Orientierung und verantwortlicher KI-Einsatz

Für einen verantwortlichen Umgang mit KI in der Schule sind ein menschenzentrierter Blick, ethische Fragen, grundlegendes Verständnis von KI und die Fähigkeit zum Prüfen und Verbessern wichtig. Internationale Kompetenzrahmen betonen dabei, dass Lernende nicht nur KI bedienen, sondern kritisch urteilen, sicher handeln und eigene Verantwortung behalten sollen.

Auch schulische Empfehlungen in Deutschland betonen einen konstruktiv-kritischen Umgang mit KI. Für diesen Kurs bedeutet das: KI darf unterstützen, aber sie ersetzt weder Deine fachliche Prüfung noch Deine Verantwortung für das Ergebnis.

Weiterführende Orientierung: UNESCO: AI competency framework for students Bildungsministerkonferenz: Handlungsempfehlung zum Umgang mit KI Wikipedia: Prompt-Engineering


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum ist ein klares Ziel in einem Prompt wichtig? (Es macht deutlich, welche Aufgabe die KI unterstützen soll) (!Es garantiert automatisch eine fehlerfreie Antwort) (!Es ersetzt die spätere Prüfung) (!Es macht Quellen grundsätzlich überflüssig)




Wozu dient relevanter Kontext in einer KI-Anweisung? (Er liefert die Hintergrundinformationen, die für die Aufgabe nötig sind) (!Er soll möglichst viele private Informationen enthalten) (!Er verlängert jede Antwort automatisch) (!Er zwingt die KI immer zu einer einzigen Lösung)




Was ist ein gutes Kriterium für eine Erklärung in Klasse 6? (Verwende höchstens sechs Sätze und erkläre zwei Fachbegriffe) (!Schreibe einfach irgendwie besonders gut) (!Mache die Antwort möglichst lang) (!Benutze möglichst viele schwierige Fremdwörter)




Was sollte ein Prompt tun, wenn wichtige Angaben fehlen? (Eine passende Rückfrage erlauben oder verlangen) (!Die fehlenden Angaben erfinden lassen) (!Die Aufgabe sofort abbrechen lassen) (!Private Daten ergänzen lassen)




Welche Anweisung unterstützt selbstständiges Lernen am besten? (Gib mir zuerst einen Hinweis und prüfe danach meinen eigenen Versuch) (!Löse die gesamte Aufgabe ohne Erklärung) (!Schreibe meine Hausaufgabe vollständig fertig) (!Entscheide für mich, welche Meinung ich haben soll)




Warum müssen wichtige KI-Aussagen überprüft werden? (KI-Antworten können überzeugend klingen und trotzdem falsch sein) (!KI darf grundsätzlich keine Sachthemen behandeln) (!Jede KI-Antwort ist absichtlich erfunden) (!Eine Prüfung ist nur bei sehr kurzen Antworten nötig)




Was bedeutet iteratives Verbessern? (Eine Antwort prüfen und den nächsten Auftrag gezielt überarbeiten) (!Denselben Prompt ohne Änderung immer wieder senden) (!Nur die längste Antwort auswählen) (!Jede erste Antwort sofort übernehmen)




Welche Regel schützt Deine Privatsphäre am besten? (Nur nötige und unbedenkliche Informationen eingeben) (!Immer den vollständigen Namen und die Adresse nennen) (!Private Nachrichten als zusätzlichen Kontext einfügen) (!Passwörter zur genaueren Personalisierung angeben)




Wie kannst Du Fairness bei einer gesellschaftlichen Frage fördern? (Mehrere begründete Perspektiven anfordern und selbst abwägen) (!Nur die erste genannte Meinung übernehmen) (!Eine Gruppe pauschal als falsch bezeichnen lassen) (!Gegenargumente vollständig ausschließen)




Was zeigt Human Agency beim Arbeiten mit KI? (Du setzt Ziele, prüfst Ergebnisse und triffst die Entscheidung selbst) (!Die KI entscheidet ohne Deine Kontrolle) (!Du übernimmst jede Formulierung unverändert) (!Du verzichtest auf eigene Begründungen)





Memory

Ziel gewünschtes Ergebnis
Kontext nötiger Hintergrund
Kriterium prüfbarer Qualitätsmaßstab
Ausgabeformat gewünschte Darstellung
Rückfrage Klärung fehlender Information
Quellencheck unabhängige Überprüfung
Iteration schrittweise Verbesserung
Transparenz nachvollziehbare Kennzeichnung der KI-Nutzung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Ziel Was soll die KI unterstützen?
Kontext Was muss die KI über die Situation wissen?
Kriterien Woran wird eine brauchbare Antwort erkannt?
Ausgabeform Wie soll das Ergebnis dargestellt werden?
Rückfrage Was soll bei einer wichtigen Unklarheit passieren?





Kreuzworträtsel

Prompt Wie heißt eine Eingabe oder Anweisung an ein KI-System?
Kontext Welcher Begriff bezeichnet den relevanten Hintergrund einer Aufgabe?
Kriterien Wie heißen überprüfbare Merkmale für die Qualität einer Antwort?
Quellen Was solltest Du zur unabhängigen Überprüfung wichtiger Behauptungen nutzen?
Fairness Welcher Begriff steht für eine möglichst gerechte und nicht einseitige Behandlung?
Reflexion Wie heißt das bewusste Nachdenken über den eigenen Arbeitsprozess?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Anweisung an ein KI-System wird häufig

genannt.
Am Anfang eines guten Arbeitsprozesses steht ein klares

.
Der notwendige Hintergrund einer Aufgabe heißt

.
Prüfbare Qualitätsmerkmale werden als

formuliert.
Eine Tabelle oder eine kurze Liste kann als gewünschtes

festgelegt werden.
Fehlen wichtige Informationen, kann die KI zuerst eine

stellen.
Eine überzeugend klingende KI-Aussage muss trotzdem

werden.
Beim schrittweisen Überarbeiten eines Auftrags spricht man von

.
Eigene Entscheidungen und Verantwortung gehören zur menschlichen

.
Die nachvollziehbare Kennzeichnung der KI-Nutzung unterstützt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prompt-Vergleich: Schreibe zwei unterschiedliche Anweisungen zur gleichen einfachen Schulaufgabe. Eine soll absichtlich unklar sein, die andere soll Ziel, Kontext und Ausgabeform enthalten. Erkläre, warum die zweite Anweisung hilfreicher ist.
  2. Kriterien finden: Wähle eine kurze Erklärung aus Deinem Schulbuch und formuliere drei Kriterien, die eine KI-Erklärung zum gleichen Thema erfüllen müsste.
  3. Rückfragen entwickeln: Erfinde eine absichtlich unvollständige Aufgabe und formuliere zwei Rückfragen, die ein KI-Assistent stellen sollte, bevor er antwortet.
  4. Prompt-Pass: Prüfe einen selbst geschriebenen Prompt mit dem Prompt-Pass aus dem Kurs und verbessere mindestens zwei Stellen.


Standard

  1. Mathematik mit KI: Formuliere einen Prompt, der Dir bei einer Rechenaufgabe nur Hinweise gibt und Deinen eigenen Lösungsweg überprüft. Dokumentiere, wann die KI helfen darf und wann Du selbst weiterarbeiten willst.
  2. Textüberarbeitung mit KI: Schreibe einen kurzen eigenen Sachtext und entwirf einen Prompt, der nur Rückmeldungen zu Verständlichkeit, Reihenfolge und Sprache gibt, ohne den Text vollständig neu zu schreiben.
  3. Quellenprüfung: Lass Dir zu einem Unterrichtsthema drei überprüfbare Aussagen geben. Kontrolliere mindestens zwei Aussagen mit unabhängigen Quellen und dokumentiere, welche Du bestätigen, korrigieren oder offenlassen musst.
  4. Faire Perspektiven: Wähle eine altersgerechte Streitfrage aus Schule oder Alltag. Formuliere einen Prompt, der mindestens drei Perspektiven fair darstellt und Dir anschließend Fragen für Deine eigene Urteilsbildung stellt.


Schwer

  1. Prompt-Experiment: Verwende zu derselben Aufgabe nacheinander drei Versionen eines Prompts. Ändere jeweils nur einen wichtigen Baustein. Vergleiche die Antworten und begründe, welche Änderung welchen Effekt hatte.
  2. Fächerübergreifender KI-Plan: Entwickle für die Anwendungssituation „insektenfreundlicher Schulhof“ einen vollständigen Arbeitsplan mit mindestens drei Fächern. Markiere, wo KI sinnvoll unterstützen kann und wo menschliche Entscheidung unverzichtbar bleibt.
  3. Bias untersuchen: Formuliere zu einer neutralen Alltagssituation mehrere unterschiedlich formulierte Prompts. Untersuche, ob Antworten bestimmte Gruppen stereotyp oder einseitig darstellen. Entwickle anschließend Kriterien für eine fairere Anfrage.
  4. Transferprojekt: Wähle eine neue schulische Situation, die im Kurs nicht vorkam. Entscheide begründet, ob KI eingesetzt werden sollte, formuliere einen kontrollierten Prompt, plane zwei unabhängige Prüfungen und verfasse einen Transparenzhinweis zu Deinem Arbeitsprozess.




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Lernkontrolle

  1. Prompt-Diagnose: Du erhältst einen unklaren Prompt zu einem neuen Unterrichtsthema. Erkläre, welche drei Informationen fehlen und warum genau diese Ergänzungen die Bearbeitung verbessern würden.
  2. Entscheidung über KI-Einsatz: Beschreibe eine Aufgabe, bei der Du KI sinnvoll einsetzen würdest, und eine Aufgabe, bei der Du bewusst darauf verzichten würdest. Begründe beide Entscheidungen mit Blick auf Lernziel, Verantwortung und Kontrolle.
  3. Antwortbewertung: Prüfe eine KI-Antwort auf Passung, Plausibilität und überprüfbare Quellen. Leite daraus zwei konkrete Verbesserungen für den nächsten Prompt ab.
  4. Human Agency: Erkläre an einem eigenen Beispiel, wie Du verhindern kannst, dass die KI Deine eigentliche Denkarbeit übernimmt. Zeige dabei, welche Entscheidung ausdrücklich bei Dir bleibt.
  5. Fächertransfer: Übertrage die Sieben-Schritte-Prompt-Schleife auf eine Aufgabe aus einem Fach, das im Unterrichtsbeispiel noch nicht verwendet wurde. Begründe, welche Schritte dort besonders wichtig sind.
  6. Verantwortungsentscheidung: Eine KI liefert eine sehr überzeugende Aussage ohne überprüfbare Quelle. Beschreibe Deinen weiteren Arbeitsprozess und begründe, ab welchem Punkt Du die Aussage verwenden oder verwerfen würdest.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen kontrollierten Arbeitsprozess zeigen kannst.

  1. Zielklärung: Du formulierst ein klares Lern- oder Arbeitsziel.
  2. Promptgestaltung: Du nutzt passenden Kontext, überprüfbare Kriterien, ein hilfreiches Ausgabeformat und bei Bedarf eine Rückfrage-Regel.
  3. Prüfroutine: Du kontrollierst mindestens eine wichtige Aussage unabhängig und dokumentierst das Ergebnis.
  4. Iteration: Du verbesserst Deinen Prompt begründet nach einer ersten Antwort.
  5. Human Agency: Du kannst zeigen, welche Ideen, Entscheidungen oder Arbeitsschritte von Dir selbst stammen.
  6. Transparenz: Du beschreibst verständlich, wofür KI genutzt wurde und was Du selbst geprüft oder verändert hast.
  7. Transfer: Du wendest die Strategie auf eine neue Situation an und begründest Deine Entscheidung für oder gegen den KI-Einsatz.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zu Prompt-Engineering bietet weiterführende Hintergrundinformationen:

Die im Kurs verwendeten Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Die jeweiligen Dateiseiten enthalten Angaben zu Urheberschaft und Lizenz. Für Unterrichtsmaterialien solltest Du die dort angegebenen Lizenzbedingungen beachten.

Weitere fachliche Orientierung: UNESCO: AI competency framework for students Bildungsministerkonferenz: Bildung in der digitalen Welt



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