Guitar Riffs
Einleitung
Guitar Riffs sind kurze, prägnante Ton- oder Akkordfolgen, die oft wiederholt werden. Du hörst sie besonders im Rock, Blues, Funk und Heavy Metal. In diesem aiMOOC lernst Du, Riffs zu erkennen, als Tabulatur zu lesen, sauber zu spielen und selbst zu erfinden.
Zielgruppe: Jugendliche ab etwa 12 Jahren (Klassen 7–10), Gitarren-Einsteigerinnen und -Einsteiger mit ersten Spielerfahrungen. Du benötigst eine gestimmte Gitarre, möglichst ein Plektrum und optional ein Metronom. Die Übungen funktionieren auf Akustik- und E-Gitarre. Stelle die Lautstärke beim Üben gehörschonend ein.
Lernziel: Am Ende spielst Du ein eigenes zweitaktiges Riff im gleichmäßigen Puls und kannst erklären, wie Rhythmus und Spieltechnik seinen Klang verändern.
Video: Marty Music zeigt mehrere leicht zugängliche bekannte Riffs und vereinfachte Spielweisen.
Was macht ein Riff aus?
Ein Riff ist eine charakteristische musikalische Figur, die in einem Stück wiederkehrt. Es kann aus einzelnen Tönen, Akkorden oder Powerchords bestehen. Entscheidend sind nicht möglichst viele Töne, sondern ein einprägsamer Verlauf und ein klarer Rhythmus. Ein Riff kann einen Song tragen oder zwischen Gesangszeilen auftauchen. Ein Lick ist ebenfalls eine kurze musikalische Wendung, wird aber häufig als Baustein eines Solos oder einer Improvisation verwendet; die Begriffe überschneiden sich im Alltag.
Hörauftrag: Höre das Riff aus „Smoke on the Water“ von Deep Purple an. Klatsche seinen Rhythmus und achte darauf, welche Tonfolge wiederkehrt.
Gitarre und Tabulatur
Auf der Gitarre liegen die Saiten über dem Griffbrett. Drückst Du eine Saite hinter einem Bund nieder, änderst Du ihre Tonhöhe. Bei der üblichen sechssaitigen Standardstimmung heißen die leeren Saiten von tief nach hoch E–A–D–G–H–e (international: E–A–D–G–B–e).

Abbildung: Bauteile einer E-Gitarre.

Abbildung: Standardstimmung der sechs Gitarrensaiten.
Eine Tabulatur (TAB) nutzt sechs Linien für sechs Saiten. Die oberste Linie steht für die hohe e-Saite, die unterste für die tiefe E-Saite. Zahlen zeigen die Bünde an: 0 bedeutet leere Saite, 2 den zweiten Bund. Untereinanderstehende Zahlen werden gleichzeitig gespielt. Eine einfache TAB zeigt nicht immer die genauen Notenlängen; höre deshalb zusätzlich auf den Rhythmus.

Abbildung: Naturtöne auf dem Gitarrengriffbrett.
Dein erstes Übungsriff: Spiele in jedem Takt vier gleich lange Viertelnoten. Die Tonfolge lautet E–E–H–H | E–G–H–G. Wiederhole beide Takte mehrfach. In der Darstellung entspricht jede Zahl einem Schlag.
e|----------------|----------------| H|----------------|----------------| G|----------------|----------------| D|----------------|----------------| A|--------2---2---|--------2-------| E|0---0-----------|0---3-------3---| 1 2 3 4 1 2 3 4
Video: JustinGuitar erklärt das Lesen von TABs einschließlich Leersaiten und mehrstimmigen Griffen.
Rhythmus und Anschlag
Ein guter Riff-Klang braucht einen zuverlässigen Puls. Übe das Beispiel zuerst langsam mit einem Metronom, etwa bei 60 Schlägen pro Minute; erhöhe das Tempo nur, wenn alle Töne sauber erklingen. Mit einem Plektrum kannst Du zunächst jeden Ton mit einem Abschlag spielen. Später kannst Du Abschläge und Aufschläge abwechseln (Wechselschlag). Ein kurzer Stopp zwischen Tönen kann ein Riff spannender machen als zusätzliche Noten.

Abbildung: Plektren verschiedener Formen und Materialien.
Mini-Experiment: Spiele dieselbe Tonfolge einmal mit gleichmäßigen Vierteln und danach mit selbst gewählten Pausen. Was verändert sich, obwohl die Tonhöhen gleich bleiben?
Powerchords: Zwei Töne mit Druck
Ein Powerchord besteht im Kern aus Grundton und Quinte; häufig kommt die Oktave des Grundtons hinzu. Weil die Terz fehlt, ist ein einzelner Powerchord weder eindeutig Dur noch Moll. Die Schreibweise G5 bezeichnet zum Beispiel G mit seiner Quinte D. Auf der E-Gitarre werden Powerchords oft mit verzerrtem Klang eingesetzt, funktionieren aber auch unverzerrt.

Abbildung: Grundton und Quinte als Powerchord-Griffmuster.

Abbildung: Ein G5-Griff auf der Gitarre.
Video: Fender Play erklärt die Powerchord-Grifftechnik.
Palm Muting: Töne gezielt abdämpfen
Beim Palm Muting berührt der Handballen Deiner Anschlaghand die Saiten nahe am Steg. So klingen die Töne kürzer und gedämpfter. Lege die Hand nur leicht auf; bei zu starkem Druck erklingt kaum noch ein bestimmter Ton. Wechsle zwischen gedämpften und offenen Anschlägen und höre den Unterschied.

Abbildung: Position der Anschlaghand beim Palm Muting.
Hörvergleich: Ein Powerchord erklingt zuerst offen und anschließend gedämpft.
Video: Guitar Center demonstriert Palm Muting und passende Übungen.
Ein eigenes Riff entwickeln
Beginne mit drei bis fünf Tönen auf einer oder zwei Saiten. Lege einen Puls fest, zum Beispiel vier Viertel pro Takt. Wiederhole eine kurze Tonfolge und ändere im zweiten Takt nur ein Element: einen Ton, eine Pause, die Betonung oder die Dämpfung. Nimm beide Takte auf und entscheide nach dem Anhören, welche Version besser wirkt. Prüfe dabei vor allem Timing, saubere Töne und Wiedererkennbarkeit.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet ein Gitarrenriff besonders? (Eine markante musikalische Figur, die wiederkehrt) (!Eine zufällige Folge ohne Wiederholung) (!Nur ein sehr langes Gitarrensolo) (!Ausschließlich ein einzelner Akkord)
Welche Funktion kann ein Riff in einem Song übernehmen? (Einen wiedererkennbaren musikalischen Baustein bilden) (!Das Stimmen der Gitarre ersetzen) (!Die Anzahl der Gitarrensaiten festlegen) (!Jeden Takt automatisch beschleunigen)
Was stellen die sechs Linien einer Gitarrentabulatur dar? (Die sechs Saiten der Gitarre) (!Sechs verschiedene Lautstärken) (!Sechs Musikstile) (!Sechs aufeinanderfolgende Takte)
Was bedeutet die Ziffer null in einer Gitarrentabulatur? (Eine leere Saite spielen) (!Die Saite vollständig abklemmen) (!Am zwölften Bund greifen) (!Sechs Saiten gleichzeitig anschlagen)
Welche Saite steht in einer üblichen Gitarrentabulatur ganz oben? (Die hohe e-Saite) (!Die tiefe E-Saite) (!Die A-Saite) (!Die D-Saite)
Welche Töne bilden den Kern eines Powerchords? (Grundton und Quinte) (!Grundton und große Septime) (!Grundton und Terz) (!Nur zwei Oktaven)
Wo berührt die Anschlaghand beim Palm Muting die Saiten? (Nahe am Steg) (!Direkt auf den Stimmwirbeln) (!Am Gitarrengurt) (!Hinter dem Sattel am Kopf)
Wobei hilft Dir ein Metronom besonders? (Bei einem gleichmäßigen Tempo) (!Beim automatischen Stimmen der Saiten) (!Beim Verstärken der Lautsprecher) (!Beim Wechseln der Gitarrensaiten)
Wann solltest Du beim Üben das Tempo steigern? (Wenn Du das Riff langsam sauber und sicher spielst) (!Sobald Du einen Fehler hörst) (!Noch bevor Du die Tonfolge kennst) (!Nur wenn Du stärker anschlägst)
Wie kannst Du ein Riff sinnvoll verändern? (Durch eine andere Pause oder Betonung) (!Indem Du alle Saiten entfernst) (!Indem Du die Bundzahlen ignorierst) (!Indem Du den Puls vollständig aufgibst)
Memory
| Riff | Wiederkehrende markante Tonfigur |
| Tabulatur | Saitenlinien mit Bundzahlen |
| Powerchord | Klang aus Grundton und Quinte |
| Palm Muting | Abdämpfen mit dem Handballen |
| Metronom | Gerät für gleichmäßige Taktschläge |
| Plektrum | Plättchen zum Anschlagen der Saiten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Leersaite | Saite, die ohne Greifen erklingt |
| Quinte | Tonabstand von fünf diatonischen Tonstufen |
| Steg | Bauteil am Korpus, über das die Saiten laufen |
| Wechselschlag | Abwechselnde Auf- und Abschläge |
| Riffvariation | Gezielte Änderung einer wiederholten Figur |
Kreuzworträtsel
| Riff | Wie heißt eine markante, wiederkehrende musikalische Figur? |
| Quinte | Welches Intervall ergänzt beim Powerchord den Grundton? |
| Tabulatur | Wie heißt die Gitarrenschreibweise mit Saitenlinien und Bundzahlen? |
| Plektrum | Welches Plättchen wird zum Anschlagen von Saiten verwendet? |
| Metronom | Welches Gerät gibt regelmäßige Taktschläge vor? |
| Rhythmus | Wie heißt die zeitliche Anordnung von Tönen und Pausen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Gitarre: Fotografiere oder zeichne eine Gitarre und beschrifte Steg, Saiten und Griffbrett.
- Rhythmus: Höre ein Riff Deiner Wahl und klatsche die wiederkehrende Figur nach.
- Tabulatur: Spiele das zweitaktige Beispiel im Input-Text langsam und wiederhole es fehlerfrei.
- Plektrum: Probiere das Beispiel mit Plektrum und mit den Fingern. Beschreibe den Unterschied.
Standard
- Metronom: Nimm das Übungsriff bei langsamem und etwas schnellerem Tempo auf. Vergleiche das Timing.
- Komposition: Entwickle ein eigenes zweitaktiges Riff und notiere es als einfache TAB.
- Palm Muting: Spiele Dein Riff einmal offen und einmal gedämpft. Gestalte daraus einen kurzen Hörvergleich.
- Powerchord: Erkläre einer Mitschülerin oder einem Mitschüler mit einer Zeichnung, wie Grundton und Quinte zusammenwirken.
Schwer
- Musikanalyse: Vergleiche zwei Riffs aus verschiedenen Stilrichtungen hinsichtlich Rhythmus, Klang und Wiederholung.
- Arrangement: Gestalte aus Deinem Riff ein Stück mit Einleitung, Wiederholung und kontrastierendem Abschnitt.
- Musikproduktion: Nimm eine Version mit Gitarrenton und eine mit verändertem Klang auf. Begründe Deine gestalterische Wahl.
- Musikunterricht: Entwickle ein kurzes Lernvideo oder eine Mitmach-Anleitung, mit der Anfänger ein eigenes Riff komponieren können.


Lernkontrolle
- Rhythmus: Zwei Gitarristinnen spielen dieselben Töne, betonen aber unterschiedliche Schläge. Erkläre, warum ihre Riffs verschieden wirken, und führe es vor.
- Spieltechnik: Ein Riff klingt zu verschwommen. Untersuche, ob Spieltempo, Anschlag oder Palm Muting die Ursache sein könnte, und schlage eine konkrete Verbesserung vor.
- Musikarrangement: Plane, wie Du ein zweitaktiges Riff zu einem längeren Songabschnitt entwickeln kannst, ohne seine Wiedererkennbarkeit zu verlieren.
- Musikstile: Übertrage ein hart angeschlagenes Rock-Riff auf eine unverstärkte Gitarre. Erkläre, welche musikalischen Mittel die Energie erhalten können.
- Feedback: Höre ein selbst eingespieltes Riff und beurteile, ob Tonfolge, Pausen und Wiederholungen zusammenpassen. Begründe zwei Verbesserungsvorschläge.
- Zusammenspiel: Entwickle für zwei Gitarren eine Arbeitsteilung aus Riff und rhythmischer Begleitung. Erkläre, wie beide Stimmen sich ergänzen.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis zeigst Du eine kurze eigene Riff-Komposition und dokumentierst:
- Eine verständliche Gitarrentabulatur für mindestens zwei Takte.
- Einen erkennbaren, wiederholbaren musikalischen Gedanken.
- Eine Vorführung oder Tonaufnahme mit weitgehend stabilem Puls und sauberen Tönen.
- Eine bewusst eingesetzte Klang- oder Rhythmusvariation, zum Beispiel Palm Muting oder eine Pause.
- Eine kurze Erklärung, warum Du diese Variante gewählt hast, sowie eine begründete Selbsteinschätzung.
OERs zum Thema
Wikipedia: Der Artikel zu Riffs bietet eine weiterführende musikgeschichtliche Einordnung.
Weiterführende offene Informationsquellen sind Powerchord, Tabulatur sowie die Dateibeschreibungen der eingebundenen Wikimedia-Commons-Medien (mit Lizenzangaben).
Verknüpfte Lernbereiche
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