Gebäudeautomation und Energiemanagement – IT- und SHK-Schnittstellen koordinieren
Gebäudeautomation und Energiemanagement – IT- und SHK-Schnittstellen koordinieren
Einleitung
Zielgruppe: Ausbildung in Anlagenmechanik SHK, Elektronik für Gebäude- und Infrastruktursysteme, IT und Gebäudesystemintegration.
Lernzeit: 6 kurze Lerneinheiten à 10–15 Minuten und eine praktische Fallbearbeitung.
Lernziel: Du koordinierst Gebäudeautomation, IT und SHK anhand von Netzwerk, Datenmodell und Anlagenfunktion.
Dein Auftrag: Erkenne Schnittstellenfehler, berechne Energiekennwerte und beurteile hygienische Risiken.
Sicherheitsregel: Alle Fallwerte, Gebäudebezeichnungen und Datenpunkte sind fiktiv. Du arbeitest ausschließlich mit Offline-Simulationen, lokalen Übungsdateien oder ausdrücklich autorisierten Testumgebungen. Keine fremden Netze, Produktivanlagen, Zugangsdaten oder Kundendaten untersuchen, verändern oder ungefragt übertragen. Einstellungen an realen Anlagen bleiben autorisierten Fachkräften vorbehalten.

Bildimpuls: Welche Aufgaben übernehmen Feldebene, Automationsebene und Managementebene?
Dein Ausbildungsfall: Lerngebäude Nord
Du arbeitest in einem fiktiven Ausbildungsprojekt. In einem Unterrichtsgebäude sollen Heizungsanlage, Lüftung, Energiezähler und Gebäudeleittechnik zusammenarbeiten.
| Anlage | Funktion | Schnittstelle |
|---|---|---|
| HK-01 | Heizkreis mit Pumpe und Mischer | BACnet/IP |
| RLT-01 | Raumlufttechnische Anlage | BACnet/IP |
| WMZ-01 | Wärmemengenzähler | Modbus TCP |
| PWH-01 | Zentrale Trinkwassererwärmung mit Zirkulation | Dokumentierte Messwerte |
| GLT-01 | Gebäudeleittechnik und Energiemonitoring | Freigegebene Datenschnittstellen |
Projektziel: Die Anlage soll zuverlässig funktionieren, Energie nachvollziehbar erfassen und hygienische Anforderungen einhalten.
Lernprodukt: Ein Anlagenschema, ein Netzplan, eine Datenpunktliste und ein begründetes Diagnoseprotokoll.
Lerneinheit 1: Die drei Schnittstellen verstehen
Merksatz: Die SHK-Technik transportiert Wärme, Luft und Wasser. Die Automation regelt die Anlagen. Die IT ermöglicht die sichere Datenkommunikation.
SHK-Anlage
Sensoren und Aktoren
|
v
DDC-Automationsstation
|
v
Gebäudeautomationsnetz
|
v
GLT und Energiemonitoring
| Bereich | Verantwortung |
|---|---|
| SHK | Hydraulik, Luftführung, Temperaturen, Hygiene |
| Gebäudeautomation | Regelung, Datenpunkte, Alarme, Funktionen |
| IT | Netzsegmente, Zugriffsrechte, Zeitabgleich, Schutz |
| Betreiber | Freigaben, Betriebsvorgaben, Dokumentation |
Basisauftrag: Ordne jeder Rolle eine Aufgabe zu.
Feedback: Eine funktionierende Schnittstelle benötigt sowohl technisch richtige Messwerte als auch eindeutig geregelte Zuständigkeiten.
Lerneinheit 2: Das Anlagenschema lesen

Heizkreis: Erzeuger, Vorlauf, Heizfläche, Rücklauf und Pumpe erkennen.

Vergleich: Ein Dreiwegemischer beeinflusst die Vorlauftemperatur durch Beimischung von Rücklaufwasser.
Drei wichtige Größen:
- Vorlauftemperatur: Temperatur des Wassers auf dem Weg zur Heizfläche.
- Rücklauftemperatur: Temperatur auf dem Rückweg zum Erzeuger.
- Volumenstrom: Wassermenge, die pro Zeit durch den Heizkreis fließt.

Regelkreis: Sollwert, Regler, Stellglied, Anlage und Messwert hängen zusammen.
Anwendungsauftrag: Zeichne im Schema die Fließrichtung und kennzeichne Sensor, Pumpe und Mischer.
Feedback: Die Sensorposition entscheidet darüber, welche physikalische Größe der Datenpunkt tatsächlich beschreibt.
Lerneinheit 3: Das Netzwerk koordinieren

Beispiel für die Kommunikationsstruktur von Modbus-Systemen.
BACnet ist ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll für die Gebäudeautomation. Modbus wird häufig zur Anbindung technischer Geräte und Messsysteme eingesetzt. Die unterstützten Funktionen müssen projektspezifisch geprüft werden.
Video: BACnet – Protokoll, Objekte und Kommunikation. Englischsprachige Vertiefung.
Fiktiver Netzplan
Offline-Lernlabor GLT-01 | Testnetz-Segment | Simulierter Switch | +--- DDC-HK-01 (BACnet/IP) | +--- DDC-RLT-01 (BACnet/IP) | +--- WMZ-01 (Modbus TCP) Keine Verbindung zu Produktivnetzen
Prüfe vier Dinge: freigegebene Kommunikationswege, eindeutige Gerätekennung, gültige Datenzuordnung und sicheren Zugriff.
IT-Aufgabe: Netzwerkfreigaben dokumentieren.
GA-Aufgabe: Unterstützte Objekte, Datenpunkte und Dienste abstimmen.
SHK-Aufgabe: Die angezeigten Werte auf Plausibilität prüfen.
Feedback: Ein erreichbares Gerät bedeutet noch nicht, dass seine Daten fachlich richtig zugeordnet sind. Eine technische Erreichbarkeit ersetzt keine Sicherheitsfreigabe.
Lerneinheit 4: Datenmodell und Gebäudemodell

BIM-Beispiel: Konflikte zwischen Leitungen und Luftkanälen im Gebäudemodell.
Ein BIM-Modell beschreibt Bauteile, Eigenschaften und Beziehungen. Das offene Format IFC unterstützt den Datenaustausch.
Ein BACnet-Objekt stellt dagegen einen betrieblichen Datenpunkt mit Eigenschaften dar. IFC-Daten und BACnet-Daten werden erst durch eine definierte Zuordnung miteinander verknüpft.
Video: buildingSMART Deutschland erklärt die Grundlagen von IFC.
Datenpunktliste für den Ausbildungsfall
| Kennung | Bedeutung | Einheit | Nutzung |
|---|---|---|---|
| HK01_TVL | Vorlauftemperatur | °C | Anzeige und Trend |
| HK01_TRL | Rücklauftemperatur | °C | Anzeige und Trend |
| HK01_PUMPE | Pumpenstatus | Ein/Aus | Überwachung |
| WMZ01_ENERGIE | Zählerstand Wärme | kWh | Energiemonitoring |
| PWH01_TZ | Zirkulationsrücklauftemperatur | °C | Hygieneüberwachung |
Zu jedem Datenpunkt gehören: Anlagenkennung, Messort, Einheit, Datenquelle, Zeitstempel, Qualität und erlaubte Zugriffsart.
Mini-Auftrag: Verbinde HK01_TVL mit dem entsprechenden Vorlaufsensor im Heizkreisschema.
Feedback: Eine klare Kennung reicht allein nicht. Ohne Messort, Einheit und Datenqualität entstehen trotz funktionierender Kommunikation Fehlinterpretationen.
Lerneinheit 5: Anlagenfunktionen überprüfen
Reales Lüftungsgerät: Erkenne Ventilator, Filter und Wärmeübertrager.

Schema der Wärmerückgewinnung: Wärme kann aus der Abluft auf die Zuluft übertragen werden.
Video: Überwachung von Sensoren und Komponenten eines Lüftungsgeräts. Englisch.
Eine GLT zeigt Betriebszustände, Messwerte, Alarme und Trends. Für eine Diagnose vergleichst Du immer den Sollablauf mit den beobachteten Werten.
Mini-Auftrag: Eine Lüftungsanlage meldet Ventilatorbetrieb, aber keinen plausiblen Luftvolumenstrom. Notiere zwei mögliche Ursachen, die Du anhand fiktiver Daten unterscheiden kannst.
Feedback: Ein Betriebssignal beweist weder ausreichenden Luftstrom noch eine ordnungsgemäße Anlagenfunktion.
Lerneinheit 6: Energie und Hygiene beurteilen
Energie berechnen
Für einen wassergeführten Heizkreis kannst Du die Wärmeleistung näherungsweise bestimmen:
Wärmeleistung in kW = 1,16 × Volumenstrom in m³/h × Temperaturdifferenz in K
Die Näherung gilt für Wasser unter üblichen Heizungsbedingungen.
Beispiel:
| Größe | Fiktiver Wert |
|---|---|
| Volumenstrom | 0,80 m³/h |
| Vorlauf | 48 °C |
| Rücklauf | 42 °C |
| Temperaturdifferenz | 6 K |
| Berechnete Wärmeleistung | rund 5,6 kW |
| Wärmemenge in zwei Stunden bei konstanter Leistung | rund 11,1 kWh |
Wichtig: Wärmeenergie und elektrische Pumpenenergie sind unterschiedliche Größen. Für Aussagen über Einsparungen brauchst Du vergleichbare Betriebsbedingungen und aussagekräftige Messdaten.
Trinkwasserhygiene beachten

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Legionella pneumophila.
Bei zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen mit Zirkulation sind ausreichende Temperaturen und bestimmungsgemäßer Wasseraustausch wichtig. Als etablierte hygienische Richtwerte gelten bei entsprechenden Anlagen 60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 °C im Zirkulationssystem. Die konkrete Beurteilung richtet sich nach dem Anlagentyp und den geltenden technischen Regeln.
Energieeffizienz darf den Gesundheitsschutz nicht gefährden. Heizungswasser und Trinkwarmwasser müssen dabei unterschieden werden.
Mini-Auftrag: Begründe, warum eine automatische Temperaturabsenkung der Trinkwasserzirkulation keine einfache Energiesparmaßnahme ist.
Feedback: Niedrigere Temperaturen können unter ungünstigen Betriebsbedingungen das Wachstum von Legionellen begünstigen. Die hygienische Bewertung gehört in die Verantwortung qualifizierter Fachkräfte.
Interaktive Ausbildungsfälle
Bearbeite jeden Fall zuerst selbst. Öffne anschließend die Hilfen und das begründete Feedback.
Fall A: Energiemanagement
Situation: HK-01 läuft mit 0,80 m³/h, 48 °C Vorlauf und 42 °C Rücklauf über zwei Stunden mit konstanten Werten.
Entscheidung: Wie viel Wärmeenergie wurde näherungsweise übertragen? Kannst Du daraus bereits eine Energieeinsparung ableiten?
Hilfe 1 anzeigen
Ermittle zuerst die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf.
Hilfe 2 anzeigen
Multipliziere 1,16 mit dem Volumenstrom und der Temperaturdifferenz.
Hilfe 3 anzeigen
Multipliziere die Wärmeleistung anschließend mit der Betriebsdauer.
Lösung und Feedback anzeigen
0,80 × 1,16 × 6 = 5,568 kW. In zwei Stunden ergeben sich 11,136 kWh, also rund 11,1 kWh. Das ist eine berechnete Wärmemenge, noch keine nachgewiesene Einsparung. Dafür fehlen Referenzbetrieb und vergleichbare Randbedingungen.
Fall B: Hygienealarm
Situation: PWH-01 meldet 60 °C am Trinkwassererwärmer und 51 °C am Zirkulationsrücklauf. Alle Angaben stammen aus einer fiktiven Trenddatei.
Entscheidung: Wie bewertest Du den Befund und wer muss handeln?
Hilfe 1 anzeigen
Vergleiche den Rücklauf mit dem hygienischen Richtwert für die Zirkulation.
Hilfe 2 anzeigen
Ein einzelner Temperaturwert beweist keine Legionellenkontamination. Er kann aber eine prüfpflichtige Auffälligkeit anzeigen.
Hilfe 3 anzeigen
Denke an Zeitstempel, Sensorposition, Zirkulationsdurchfluss und zuständige SHK-Fachkräfte.
Lösung und Feedback anzeigen
51 °C ist für die angenommene zentrale Zirkulationsanlage zu niedrig. Die Abweichung wird dokumentiert und zur fachlichen Prüfung eskaliert. Eine autorisierte Fachkraft prüft Messung, Hydraulik und bestimmungsgemäßen Betrieb. Keine eigenmächtige Temperaturänderung oder Fernsteuerung.
Fall C: Diagnose einer Datenpunktschnittstelle
Situation: Der simulierte Vorlaufsensor zeigt 48 °C, die GLT dagegen 24 °C. Der Datenpunkt wird regelmäßig aktualisiert.
Entscheidung: Liegt ein Netzwerkfehler, Zuordnungsfehler oder Sensorfehler vor?
Hilfe 1 anzeigen
Ein aktueller Zeitstempel zeigt Datenübertragung, aber nicht zwingend korrekte Zuordnung.
Hilfe 2 anzeigen
Vergleiche Datenpunktkennung, Quelle, Messort und Einheit.
Hilfe 3 anzeigen
Prüfe in der Übungsdatei, ob ein Raumtemperaturwert versehentlich dem Vorlauf zugeordnet wurde.
Lösung und Feedback anzeigen
Die Ursache ist anhand der beiden Werte noch nicht eindeutig bestimmbar. Eine falsche Datenpunktzuordnung ist eine plausible Hypothese. Zuerst werden ausschließlich die fiktive Zuordnungstabelle, Einheiten, Zeitstempel und Vergleichswerte geprüft. Erst danach lässt sich der Fehler begründet eingrenzen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe übernimmt eine DDC-Automationsstation? (Sie verarbeitet Messwerte und führt Regelungsfunktionen aus) (!Sie ersetzt sämtliche hydraulischen Bauteile) (!Sie erzeugt Wärme ohne Wärmeerzeuger) (!Sie ist ausschließlich für E-Mail zuständig)
Welche Aufgabe gehört schwerpunktmäßig zur IT-Koordination? (Netzsegmentierung und sichere Kommunikationsfreigaben) (!Hydraulischer Abgleich der Heizkreise) (!Dimensionierung der Trinkwasserleitungen) (!Auswahl der Heizkörperleistung)
Was beschreibt ein BACnet-Objekt? (Einen Datenpunkt mit zugehörigen Eigenschaften) (!Eine bestimmte Rohrleitungsfarbe) (!Die Wärmedämmung einer Fassade) (!Die mechanische Bauform eines Ventils)
Wofür wird IFC im Gebäudebereich verwendet? (Für den offenen Austausch strukturierter Gebäudemodelldaten) (!Für die ausschließliche Steuerung von Heizkreispumpen) (!Für die Desinfektion von Trinkwasser) (!Für die Messung der elektrischen Netzfrequenz)
Welche Information ist für die fachliche Prüfung eines Messwertes wichtig? (Messort und physikalische Einheit) (!Die Farbe der Bildschirmoberfläche) (!Die Schriftart im Bedienmenü) (!Die Größe des Monitors)
Was bedeutet eine Temperaturdifferenz von sechs Kelvin im Heizkreis? (Der Vorlauf ist um sechs Grad wärmer als der Rücklauf) (!Die Wasserpumpe benötigt sechs Kilowatt) (!Der Heizkreis besitzt sechs Sensoren) (!Die Wärmeenergie beträgt automatisch sechs Kilowattstunden)
Warum werden IT und Gebäudeautomation in Netzsegmente aufgeteilt? (Um Zugriffe und Kommunikationswege kontrollieren zu können) (!Damit alle Geräte öffentlich erreichbar sind) (!Damit keine Dokumentation benötigt wird) (!Damit jeder Datenpunkt ohne Prüfung beschreibbar ist)
Wie groß ist die Wärmemenge aus Fall A ungefähr? (Rund elf Kilowattstunden) (!Rund eine Kilowattstunde) (!Rund hundert Kilowattstunden) (!Rund tausend Kilowattstunden)
Was ist bei der auffälligen Zirkulationstemperatur aus Fall B richtig? (Abweichung dokumentieren und fachlich prüfen lassen) (!Die Temperatur ohne Freigabe weiter absenken) (!Alle Hygienealarme dauerhaft deaktivieren) (!Aus einem Messwert eine Kontamination als bewiesen ansehen)
Was ist bei der fehlerhaften Anzeige aus Fall C der sinnvollste erste Schritt? (Datenpunktzuordnung und Messwertqualität in Testdaten prüfen) (!Sofort den realen Anlagenregler überschreiben) (!Ungefragt alle erreichbaren Netzgeräte untersuchen) (!Die Abweichung grundsätzlich ignorieren)
Memory
| BACnet-Objekt | Datenpunkt mit Eigenschaften |
| IFC-Bauteil | Gebäudemodell mit Objektbezug |
| DDC-Regler | Automatische Regelungsverarbeitung |
| Vorlauf | Hinweg des Heizwassers |
| Zirkulationsrücklauf | Rückführung erwärmten Trinkwassers |
| Trendaufzeichnung | Zeitliche Folge von Messwerten |
| Firewallregel | Kontrollierte Kommunikationsfreigabe |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Dokumentierte Funktion |
|---|---|
| Anlagenschema | Hydraulische und technische Zusammenhänge |
| Netzplan | Kommunikationswege und Netzsegmente |
| Datenpunktliste | Datenkennungen und physikalische Einheiten |
| Trendaufzeichnung | Zeitlicher Verlauf der Betriebswerte |
| Funktionsbeschreibung | Geplanter Betriebsablauf der Anlage |
Kreuzworträtsel
| BACnet | Welches standardisierte Protokoll wird häufig für die Gebäudeautomation verwendet? |
| Vorlauf | Wie heißt die Leitung, die Heizwasser zur Heizfläche führt? |
| Modbus | Welches Protokoll wird unter anderem zur Anbindung von Messgeräten eingesetzt? |
| Firewall | Welche Sicherheitskomponente kontrolliert Kommunikationsverbindungen zwischen Netzsegmenten? |
| Zirkulation | Wie heißt die Rückführung von erwärmtem Trinkwasser im entsprechenden Leitungssystem? |
| Sensor | Welches Bauteil erfasst eine physikalische Messgröße? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Basisaufgaben
- Anlagenschema: Zeichne den fiktiven Heizkreis HK-01 mit Vorlauf, Rücklauf, Pumpe und Mischer. Feedback: Die Anordnung muss einen nachvollziehbaren Wasserweg ergeben.
- Sensor: Ordne vier beispielhafte Messgrößen passenden Sensoren zu. Feedback: Messgröße und Einbauort müssen zusammenpassen.
- Gebäudeautomation: Erstelle eine Skizze mit Feld-, Automations- und Managementebene. Feedback: Zeige mindestens einen sinnvollen Datenfluss.
- Datenpunkt: Beschreibe HK01_TVL mit Kennung, Messort, Einheit und Datenquelle. Feedback: Andere Fachkräfte müssen den Messwert eindeutig interpretieren können.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Wärmeleistung: Berechne die Leistung und Wärmemenge des Falls A. Feedback: Beachte Temperaturdifferenz, Volumenstrom, Betriebsdauer und Einheiten.
- Computernetzwerk: Zeichne den fiktiven Netzplan der drei angebundenen Geräte. Feedback: Kommunikationswege und Testnetzgrenze müssen sichtbar sein.
- Fehlerdiagnose: Erstelle eine Tabelle mit drei möglichen Ursachen für Fall C. Feedback: Unterscheide Hypothese, Beobachtung und Prüfverfahren.
- Trinkwasserhygiene: Verfasse eine fachliche Meldung zu Fall B. Feedback: Nenne Messwert, Vergleichsmaßstab, Unsicherheit und zuständige Stelle.
Schwer – Transferaufgaben
- Energiemanagement: Entwickle für die simulierte Heizungsanlage ein Konzept zur Auswertung von Betriebszeiten und Wärmemengen. Feedback: Eine Einsparung muss durch vergleichbare Daten belegt werden.
- Building Information Modeling: Entwirf eine Tabelle zur Verbindung von IFC-Bauteilkennung, Anlagenkennung und BACnet-Datenpunkt. Feedback: Prüfe Eindeutigkeit, Wartbarkeit und Informationsverlust.
- IT-Sicherheit: Entwickle ein rollenbasiertes Freigabe- und Dokumentationskonzept für IT, SHK, GA und Betreiber. Feedback: Keine Rolle soll ungeprüft produktive Anlagen verändern dürfen.
- Technische Gebäudeausrüstung: Gestalte eine kurze Präsentation oder ein Erklärvideo zur Abstimmung zwischen IT und SHK bei einem Schnittstellenfehler. Feedback: Die Lösung muss technische Funktion, Energiebedarf, Hygiene und Betriebssicherheit berücksichtigen.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Transferaufgaben mit einer kurzen Begründung.
- Plausibilitätsprüfung: Zwei Systeme zeigen unterschiedliche Temperaturen für denselben Heizkreis. Entwickle eine Prüfstrategie, die Messort, Datenmodell und Übertragungsweg berücksichtigt.
- Energieeffizienz: Ein Energiemonitoring meldet geringeren Wärmeverbrauch nach einer Zeitplanänderung. Erkläre, welche Vergleichsdaten für den Nachweis einer tatsächlichen Einsparung fehlen könnten.
- Trinkwasserinstallation: Im simulierten Gebäude sinkt die Zirkulationsrücklauftemperatur deutlich. Begründe, warum die Fehlersuche nicht allein eine IT-Aufgabe ist.
- Gebäudeautomation: Nach einer Modelländerung stimmt die Bauteilbezeichnung im BIM-Modell nicht mehr mit der GLT überein. Entwickle einen Prozess zur Korrektur und Freigabe.
- Netzwerksicherheit: Für einen externen Dienstleister wird ein neuer Zugriff gewünscht. Beurteile die notwendigen organisatorischen und technischen Voraussetzungen, ohne eine reale Verbindung einzurichten.
- Inbetriebnahme: Plane eine gemeinsame, ausschließlich simulierte Abnahme durch IT, GA und SHK. Begründe, wie Du Datenqualität, Anlagenfunktion, Alarmierung und Dokumentation prüfen würdest.
Bewertungsmaßstab: Eine gute Antwort verbindet fachliche Begründung, nachvollziehbare Prüfschritte, Zuständigkeiten und sichere Vorgehensweise. Vermutungen werden ausdrücklich als solche gekennzeichnet.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis besteht aus einer kompakten Projektmappe mit folgenden Bestandteilen:
- Ein beschriftetes Anlagenschema für HK-01.
- Ein Netzplan des isolierten Ausbildungs-Testnetzes.
- Eine Datenpunktliste mit eindeutigen Kennungen und Einheiten.
- Eine nachvollziehbare Berechnung der Wärmeleistung und Wärmemenge.
- Ein Diagnoseprotokoll zu einer Datenpunktabweichung.
- Eine hygienische Bewertung des fiktiven Zirkulationsfalls.
- Eine Schnittstellenmatrix mit Aufgaben von IT, GA, SHK und Betreiber.
- Eine Reflexion, weshalb Datensicherheit, Energieeffizienz und Betriebssicherheit gemeinsam betrachtet werden müssen.
Bestanden ist der Lernnachweis, wenn die Zusammenhänge fachlich richtig, die Berechnungen nachvollziehbar, die Dokumentation eindeutig und alle vorgesehenen Prüfungen auf zulässige Übungsumgebungen beschränkt sind.
OERs zum Thema
Wikipedia
Weitere Grundlagen: Gebäudeautomation, BACnet, Modbus, Heizkreis, Wärmerückgewinnung, Trinkwasserhygiene, Building Information Modeling und Energiemanagement.
Geprüfte Fachquellen
- ISO 16484-5:2026: Standardisierung der Datenkommunikation in der Gebäudeautomation.
- BACnet International: Fachbegriffe, Objekte und Eigenschaften.
- Modbus Organization: Offizielle Protokollspezifikationen.
- buildingSMART International: IFC und offene Gebäudedatenmodelle.
- DVGW: Legionellenprävention und Anforderungen an die Trinkwasserinstallation.
- VDI 6023: Hygiene in Trinkwasserinstallationen.
- BSI: Empfehlungen zur Sicherheit vernetzter Steuerungs- und Automatisierungssysteme.
Hinweis: Normen können kostenpflichtig sein. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Regelwerke und die Bedingungen der konkreten Anlage. Die Fallrechnungen sind Ausbildungsbeispiele und keine Freigabe für betriebliche Änderungen.
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| Gebaeudeautomation.png | Iggy-x | CC BY-SA 3.0 / GFDL |
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| Heizkreis Schema Dreiwegemischer.svg | MatthiasDD | CC BY-SA 4.0 |
| Heizungsregelung.png | monacofranzl | Gemeinfrei |
| MODBUS Network Architecture.svg | Sertion | CC BY-SA 4.0 |
| Conflicts duct and plumbing.png | Virtualpendrafting28 | CC BY-SA 4.0 |
| Air handling unit.JPG | P199 | Gemeinfrei |
| Waermerueckgewinnung.svg | Otterinfo | CC BY-SA 3.0 |
| Legionella pneumophila (SEM).jpg | CDC / Janice Haney Carr und Mitwirkende | Gemeinfrei |
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Die schematischen Testdaten, Datenpunktkennungen, Aufgaben und Berechnungsbeispiele dieses Kurses sind eigens erstellte, fiktive Unterrichtsinhalte.
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