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Flucht und Asyl - Gemeinschaftskunde

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Flucht und Asyl - Gemeinschaftskunde




Einleitung

Flucht und Asyl sind wichtige Themen der Gemeinschaftskunde. Sie berühren Menschenrechte, das Grundgesetz, die Politik der Europäischen Union und das Zusammenleben vor Ort. Menschen fliehen, wenn sie sich nicht mehr sicher fühlen oder verfolgt werden. Wer in einem anderen Staat Schutz beantragt, durchläuft ein rechtlich geregeltes Verfahren.

Dieser aiMOOC hilft Dir, zentrale Begriffe zu unterscheiden, den Ablauf eines Asylverfahrens zu verstehen und politische Streitfragen sachlich zu beurteilen. Dabei gilt: Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Sprich respektvoll, prüfe Quellen und trenne Tatsachen von Meinungen.

Rechtsstand: August 2026. Regeln können sich ändern. Prüfe bei aktuellen Aufgaben immer die neuesten Angaben des BAMF, der EU und des UNHCR.

Das Bild zeigt eine Willkommenssituation im Jahr 2015. Überlege: Welche Botschaft vermittelt das Foto? Welche Perspektiven fehlen?


Was bedeuten Flucht, Migration und Asyl?

Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt. Politisch und rechtlich bedeuten sie jedoch nicht dasselbe.

Begriff Einfache Erklärung
Migration Menschen verlegen ihren Lebensmittelpunkt. Die Gründe können Arbeit, Familie, Bildung, Sicherheit oder andere Ziele sein.
Flucht Menschen verlassen einen Ort, weil Gefahr, Verfolgung, Krieg oder schwere Not ihr Leben bedrohen.
Asylsuchende Menschen haben Schutz beantragt. Über ihren Antrag ist noch nicht endgültig entschieden.
Flüchtling Im rechtlichen Sinn erfüllt eine Person bestimmte Schutzkriterien, besonders nach der Genfer Flüchtlingskonvention.
Binnenvertriebene Menschen sind geflohen, haben aber keine Staatsgrenze überschritten.

Eine Person kann gleichzeitig Migrant oder Migrantin und geflüchtet sein. Für das Asylverfahren ist entscheidend, ob ein anerkannter Schutzgrund vorliegt. Nicht jede Migration ist Flucht, und nicht jede geflüchtete Person erhält automatisch einen Schutzstatus.

Das Video des UNHCR erklärt Unterschiede zwischen Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten sowie Asylsuchenden.


Warum Menschen fliehen

Flucht hat meist mehrere Ursachen. Häufig wirken persönliche, politische, wirtschaftliche und ökologische Faktoren zusammen.

  1. Verfolgung: Menschen werden zum Beispiel wegen ihrer politischen Überzeugung, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe bedroht.
  2. Krieg und Gewalt: Bewaffnete Konflikte, Terror, Zwangsrekrutierung oder schwere Menschenrechtsverletzungen können Menschen vertreiben.
  3. Staatlicher Schutz fehlt: Behörden können oder wollen eine Person nicht wirksam schützen.
  4. Armut und Perspektivlosigkeit: Wirtschaftliche Not kann Migration auslösen. Sie begründet allein normalerweise keinen Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention.
  5. Klimawandel und Naturkatastrophen: Dürren, Überschwemmungen oder Ernteausfälle können Vertreibung verstärken. Sie führen allein normalerweise nicht automatisch zu einer Anerkennung nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Jeder Schutzfall muss einzeln geprüft werden.

Seenotrettung im Mittelmeer im Jahr 2015. Das Bild macht sichtbar, wie gefährlich Fluchtwege sein können.

Fluchtwege können durch Wüsten, Gebirge oder Meere führen. Manche Menschen sind auf Schleuser angewiesen und erleben Gewalt, Ausbeutung oder Trennung von Angehörigen. Deshalb diskutiert die Politik auch über sichere Zugangswege, Grenzschutz, Seenotrettung und die Bekämpfung von Menschenhandel.


Rechtliche Grundlagen

Der Schutz von Geflüchteten beruht auf mehreren Ebenen.

Ebene Wichtige Grundlage Bedeutung
International Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und Genfer Flüchtlingskonvention Menschen dürfen Schutz vor Verfolgung suchen. Die Genfer Flüchtlingskonvention definiert zentrale Kriterien und schützt vor Zurückweisung in Verfolgung.
Deutschland Artikel 16a des Grundgesetzes Politisch Verfolgte genießen Asylrecht. Das Grundgesetz enthält zugleich Einschränkungen, etwa zur Einreise über sichere Drittstaaten.
Bundesgesetze Asylgesetz und Aufenthaltsgesetz Sie regeln das Verfahren, Schutzformen, Aufenthalt und mögliche Rückkehr.
Europa Gemeinsames Europäisches Asylsystem EU-Regeln bestimmen unter anderem Verfahren, Zuständigkeit, Aufnahmebedingungen und Zusammenarbeit.

Datei:Declaration of Human Rights. Replica. Color.pdf

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 nennt in Artikel 14 das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

Ein wichtiger Grundsatz ist das Zurückweisungsverbot. Ein Mensch darf nicht in einen Staat zurückgeschickt werden, in dem ihm Verfolgung oder eine andere schwere menschenrechtswidrige Gefahr droht. Wie dieser Schutz im Einzelfall wirkt, wird in einem rechtsstaatlichen Verfahren geprüft.

Das Video von SRF Kids erklärt die Genfer Flüchtlingskonvention in einfacher Sprache.


Das Asylverfahren in Deutschland

Für Asylanträge ist grundsätzlich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig. Das Verfahren soll klären, ob Deutschland zuständig ist und ob eine Schutzform gewährt wird.

In diesem Gebäudekomplex in Nürnberg arbeitet das BAMF. Die Behörde hat Außenstellen in vielen Regionen Deutschlands.

  1. Registrierung: Persönliche Daten werden aufgenommen. Identität, Dokumente und besondere Schutzbedarfe werden geprüft.
  2. Asylantrag: Die schutzsuchende Person stellt den Antrag persönlich beim BAMF.
  3. Zuständigkeitsprüfung: Es wird geklärt, welcher europäische Staat für das Verfahren verantwortlich ist und welches Verfahren anzuwenden ist.
  4. Persönliche Anhörung: Die Person schildert ihre Fluchtgründe. Dolmetschende können unterstützen. Die Aussagen sind für die Entscheidung besonders wichtig.
  5. Prüfung: Das BAMF bewertet die Aussagen, Unterlagen und Informationen zum Herkunftsstaat.
  6. Entscheidung: Es wird eine Schutzform zuerkannt oder der Antrag abgelehnt. Gegen Entscheidungen können Rechtsmittel möglich sein. Fristen sind dabei sehr wichtig.

Der Lehrfilm des BAMF gibt einen Überblick über den Ablauf. Prüfe bei rechtlichen Details zusätzlich den aktuellen Stand.

Dieser BAMF-Film erklärt die persönliche Anhörung. Sie ist ein zentraler Teil des Verfahrens.


Mögliche Schutzformen

Schutzform Vereinfacht erklärt
Asylberechtigung Schutz nach Artikel 16a des Grundgesetzes für politisch Verfolgte unter den dort genannten Bedingungen.
Flüchtlingsschutz Schutz nach den Kriterien der Genfer Flüchtlingskonvention, etwa bei begründeter Furcht vor Verfolgung.
Subsidiärer Schutz Schutz bei drohendem ernsthaftem Schaden, wenn Asylberechtigung und Flüchtlingsschutz nicht greifen.
Nationales Abschiebungsverbot Schutz vor Abschiebung, wenn im Zielstaat eine erhebliche konkrete Gefahr besteht und die anderen Schutzformen nicht greifen.

Beispiel eines anonymisierten ablehnenden BAMF-Bescheids. Ein Bescheid muss begründet sein und enthält Hinweise zu möglichen Rechtsmitteln.

Eine Duldung ist keine der vier Schutzformen und kein Aufenthaltstitel. Sie bedeutet, dass eine Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist, obwohl eine Ausreisepflicht besteht. Gründe können sich ändern, deshalb kann auch die rechtliche Lage einer geduldeten Person wechseln.


Europa und das Gemeinsame Europäische Asylsystem

Asylpolitik ist nicht nur nationale Politik. Staaten der Europäischen Union müssen zusammenarbeiten, weil Menschen Grenzen überschreiten und die Mitgliedstaaten unterschiedlich stark betroffen sein können.

Seit dem 12. Juni 2026 gelten die reformierten Regeln des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems in der EU. Dazu gehören gemeinsame Regeln für Registrierung und Screening, Asyl- und Grenzverfahren, Zuständigkeit, Aufnahmebedingungen sowie einen Solidaritätsmechanismus zwischen Mitgliedstaaten. Gleichzeitig müssen Grundrechte, individuelle Prüfung, Beratung und Rechtsschutz beachtet werden.

Politisch umstritten sind besonders diese Fragen: Wie schnell sollen Verfahren sein? Wie werden Außengrenzen kontrolliert? Wie werden Schutzsuchende auf Staaten verteilt? Wie können Kommunen unterstützt werden? Wie bleiben Menschenrechte und ein wirksamer Rechtsschutz gesichert?

Die Karte zeigt Asylanträge aus dem ersten Halbjahr 2015. Sie ist keine aktuelle Statistik. Nutze sie als historische Quelle und prüfe Zeitraum, Datengrundlage und Darstellung.


Ankommen, Teilhabe und Integration

Nach der Ankunft beginnen neue Herausforderungen. Dazu gehören Wohnen, Schule, Sprache, Gesundheit, Ausbildung, Arbeit und Kontakte im Alltag. Integration bedeutet nicht nur Anpassung durch Zugewanderte. Auch Staat, Kommunen, Schulen, Betriebe und Zivilgesellschaft schaffen Bedingungen für gleichberechtigte Teilhabe.

Mehrsprachige Hilfen können in den ersten Tagen Orientierung geben. Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe.

Für Kinder und Jugendliche ist Schule besonders wichtig. Sie bietet Bildung, Kontakte und Alltag. Gleichzeitig können unterbrochene Schulwege, fehlende Sprachkenntnisse oder belastende Erlebnisse das Lernen erschweren. Gute Unterstützung verbindet Sprachförderung, Fachunterricht, Beratung und gemeinsames Lernen.

Ehrenamtliche und öffentliche Stellen arbeiteten 2015 bei der Aufnahme von Geflüchteten am Flughafen Köln/Bonn zusammen.


Politische Konflikte und demokratische Urteilsbildung

In der Asylpolitik treffen verschiedene Ziele aufeinander. Eine demokratische Diskussion muss diese Ziele benennen, gegeneinander abwägen und die Menschenwürde achten.

Politisches Ziel Leitfrage
Schutz und Menschenrechte Erhalten Menschen in Gefahr Zugang zu einem fairen Verfahren?
Steuerung und Sicherheit Sind Regeln klar, überprüfbar und praktisch umsetzbar?
Kommunale Handlungsfähigkeit Haben Gemeinden genug Wohnraum, Personal, Schulen und Beratung?
Integration und Teilhabe Wie können Sprache, Bildung, Ausbildung und Arbeit gelingen?
Rückkehr Wie wird nach einer rechtskräftigen Ablehnung rechtmäßig, verhältnismäßig und menschenwürdig gehandelt?
Europäische Solidarität Wie werden Verantwortung und Unterstützung fair verteilt?

Politische Forderungen verbinden oft Werte und konkrete Maßnahmen. Prüfe beides getrennt.

Nutze bei einer politischen Bewertung diesen Urteilscheck:

  1. Welche Tatsachen sind belegt?
  2. Welche Rechtsnormen und Grundrechte sind betroffen?
  3. Welche Gruppen tragen Nutzen oder Belastungen?
  4. Welche Folgen sind kurz- und langfristig zu erwarten?
  5. Welche Alternativen gibt es?
  6. Ist die Maßnahme geeignet, erforderlich und verhältnismäßig?


Sprache, Bilder und Desinformation

Wörter prägen Wahrnehmung. Begriffe wie „Asylsuchende“, „Geflüchtete“, „Migrantinnen und Migranten“ oder „Geduldete“ beschreiben unterschiedliche Situationen. Pauschale Bezeichnungen können Menschen abwerten oder rechtliche Unterschiede verdecken.

Bilder zeigen immer nur einen Ausschnitt. Frage deshalb: Wer hat das Bild aufgenommen? Wann und wo entstand es? Was ist außerhalb des Bildes? Welche Gefühle löst es aus? Passt die Bildunterschrift wirklich zum Inhalt?

Bei Zahlen prüfst Du Quelle, Zeitraum, Bezugsgröße und Definition. Asylanträge, Entscheidungen, Schutzquoten und Zahl der aufgenommenen Menschen sind nicht dasselbe. Nutze für aktuelle Angaben bevorzugt BAMF, Eurostat, UNHCR und seriöse Bildungsangebote.


Zusammenfassung

Flucht beschreibt das Verlassen eines Ortes unter Druck oder Gefahr. Asyl ist ein rechtlich geregelter Schutz. In Deutschland prüft das BAMF jeden Antrag. Grundlage sind Menschenrechte, die Genfer Flüchtlingskonvention, Artikel 16a des Grundgesetzes, Bundesgesetze und EU-Recht. Seit Juni 2026 gelten reformierte gemeinsame EU-Regeln. Eine sachliche politische Bewertung verbindet Schutz, Rechtsstaat, Steuerung, Integration, kommunale Möglichkeiten und europäische Verantwortung.


Quellen und Aktualität

  1. BAMF: Das Asylverfahren in Deutschland
  2. BAMF: Schutzformen
  3. Grundgesetz: Artikel 16a
  4. Europäische Kommission: Fragen und Antworten zum Migrations- und Asylpakt
  5. Bundeszentrale für politische Bildung: Das Heft über Flucht und Asyl
  6. UNHCR: Flüchtlinge, Migranten und Asylsuchende


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer ist eine asylsuchende Person? (Eine Person die Schutz beantragt hat und auf eine Entscheidung wartet) (!Eine Person die immer schon die Staatsangehörigkeit des Aufnahmelandes besitzt) (!Eine Person die nur für einen Urlaub einreist) (!Eine Person die bereits automatisch alle Schutzformen erhalten hat)




Was steht im ersten Absatz von Artikel 16a des Grundgesetzes? (Politisch Verfolgte genießen Asylrecht) (!Jede Einreise führt automatisch zu einem Daueraufenthalt) (!Nur deutsche Staatsangehörige dürfen Schutz beantragen) (!Über Asylanträge entscheidet ausschließlich die Europäische Kommission)




Welche Behörde prüft in Deutschland grundsätzlich Asylanträge? (Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) (!Das Statistische Bundesamt) (!Die Bundesbank) (!Der Bundesrechnungshof)




Wozu dient die persönliche Anhörung im Asylverfahren? (Zur Darstellung und Prüfung der individuellen Fluchtgründe) (!Zur Wahl einer neuen Staatsangehörigkeit) (!Zur Vergabe eines Schulabschlusses) (!Zur Festlegung des Wohnorts aller EU Bürger)




Welche Aufgabe hat die Genfer Flüchtlingskonvention? (Sie legt zentrale Kriterien und Rechte des Flüchtlingsschutzes fest) (!Sie regelt ausschließlich den internationalen Warenhandel) (!Sie bestimmt die gemeinsame Währung Europas) (!Sie ersetzt alle nationalen Verfassungen)




Wann kann subsidiärer Schutz wichtig werden? (Wenn ein ernsthafter Schaden droht und andere Schutzformen nicht greifen) (!Wenn eine Person eine Urlaubsreise plant) (!Wenn eine Person eine Ware im Ausland bestellt) (!Wenn eine Gemeinde neue Straßen baut)




Was bedeutet Duldung? (Die Abschiebung ist vorübergehend ausgesetzt) (!Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde verliehen) (!Der Asylantrag wurde automatisch anerkannt) (!Ein unbefristeter Aufenthaltstitel wurde erteilt)




Seit wann gelten die reformierten Regeln des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems? (Seit dem 12 Juni 2026) (!Seit dem 1 Januar 1949) (!Seit dem 3 Oktober 1990) (!Seit dem 1 Januar 2002)




Führt eine Naturkatastrophe allein automatisch zur Anerkennung als Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention? (Nein der Einzelfall und die rechtlichen Schutzgründe müssen geprüft werden) (!Ja jede Naturkatastrophe führt automatisch zur Anerkennung) (!Ja aber nur wenn die Person minderjährig ist) (!Nein Schutz ist in solchen Fällen grundsätzlich immer ausgeschlossen)




Was gehört zu einer demokratischen politischen Urteilsbildung? (Quellen Recht Folgen und verschiedene Perspektiven prüfen) (!Nur die lauteste Meinung übernehmen) (!Bilder ohne Herkunftsangabe als Beweis nutzen) (!Alle Gegenargumente ausblenden)





Memory

Asylsuchende Antrag noch nicht endgültig entschieden
BAMF Prüft Asylanträge in Deutschland
Anhörung Persönliche Darstellung der Fluchtgründe
Genfer Flüchtlingskonvention Internationaler Flüchtlingsschutz
Subsidiärer Schutz Schutz vor ernsthaftem Schaden
Duldung Vorübergehende Aussetzung der Abschiebung
GEAS Gemeinsames Regelwerk der Europäischen Union
Integration Gleichberechtigte Teilhabe





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Schritt im Asylverfahren
Registrierung Persönliche Daten und Identität werden aufgenommen
Asylantrag Das Schutzgesuch wird persönlich beim BAMF gestellt
Zuständigkeitsprüfung Der verantwortliche europäische Staat und das passende Verfahren werden geklärt
Anhörung Individuelle Fluchtgründe werden geschildert
Entscheidung Eine Schutzform wird gewährt oder der Antrag wird abgelehnt






Kreuzworträtsel

Asyl Wie heißt der staatliche Schutz vor Verfolgung?
BAMF Welche Behörde prüft in Deutschland Asylanträge?
Anhörung Wie heißt das persönliche Gespräch über die Fluchtgründe?
Duldung Wie heißt die vorübergehende Aussetzung einer Abschiebung?
Solidarität Wie heißt das Prinzip gegenseitiger Unterstützung in der Europäischen Union?
Integration Wie heißt die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Das Verlassen eines Ortes unter Druck oder Gefahr nennt man

. Eine Person mit einem noch nicht endgültig entschiedenen Schutzantrag heißt

. Die Genfer Flüchtlingskonvention nennt als zentrales Merkmal eine begründete Furcht vor

. Das deutsche Asylgrundrecht steht im

. Für die Prüfung von Asylanträgen ist grundsätzlich das

zuständig. Das persönliche Gespräch über die Fluchtgründe heißt

. In Deutschland prüft die Behörde vier mögliche

. Eine Duldung ist kein

. Das reformierte GEAS gilt für die Staaten der

. Für ein begründetes politisches Urteil brauchst Du verlässliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarten Flucht und Asyl: Gestalte acht Karten mit Begriff auf der Vorderseite und einer einfachen Erklärung auf der Rückseite.
  2. Bildanalyse Flucht: Wähle ein Bild aus dem aiMOOC und notiere Bildaussage, Entstehungszeit, mögliche Wirkung und fehlende Perspektiven.
  3. Grundrechte-Plakat: Gestalte ein Plakat zu Menschenwürde, Asylrecht und Schutz vor Zurückweisung.
  4. Sprachcheck Asyldebatte: Sammle fünf Formulierungen aus Medien und ordne sie als neutral, ungenau oder abwertend ein.


Standard

  1. Ablaufdiagramm Asylverfahren: Erstelle ein übersichtliches Diagramm von der Registrierung bis zur Entscheidung und ergänze mögliche Rechtsmittel.
  2. Quellenvergleich Asylzahlen: Vergleiche eine aktuelle BAMF-Statistik mit einem Medienbericht und erkläre Unterschiede bei Zeitraum, Begriffen und Darstellung.
  3. Interview Kommune und Flucht: Befrage eine Person aus Schule, Verwaltung, Beratung oder Ehrenamt zu Chancen und Problemen der Aufnahme vor Ort.
  4. Podcast Flucht und Asyl: Produziere eine fünfminütige Folge, in der Du Begriffe erklärst und zwei politische Positionen fair gegenüberstellst.


Schwer

  1. Planspiel Europäische Asylpolitik: Vertrete in einer EU-Simulation einen Mitgliedstaat, eine Kommune, eine Menschenrechtsorganisation oder eine EU-Institution und verhandle über Verantwortung und Solidarität.
  2. Fallanalyse Schutzformen: Entwickle drei fiktive Fälle und begründe, welche Schutzform geprüft werden müsste und welche Informationen noch fehlen.
  3. Debattenanalyse Asylpolitik: Untersuche eine politische Rede auf Tatsachenbehauptungen, Werte, Interessen, Sprache und mögliche Folgen.
  4. Handlungskonzept Schule und Flucht: Entwirf ein Konzept, mit dem eine Schule neu zugewanderte Jugendliche fachlich, sprachlich und sozial unterstützt.




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Lernkontrolle

  1. Fallvergleich Fluchtgründe: Zwei Menschen verlassen ihr Land, eine Person wegen politischer Verfolgung und eine wegen einer zerstörten Ernte. Erkläre, welche zusätzlichen Informationen für eine Schutzentscheidung nötig sind und warum eine schnelle Gleichsetzung problematisch wäre.
  2. Rechtsstaatliches Verfahren: Entwickle Kriterien für ein faires und zugleich zügiges Asylverfahren. Begründe mögliche Spannungen zwischen Tempo, Genauigkeit und Rechtsschutz.
  3. Politische Maßnahme prüfen: Bewerte den Vorschlag, alle Asylverfahren ausschließlich an den EU-Außengrenzen durchzuführen. Nutze Recht, Umsetzbarkeit, Folgen, Alternativen und Perspektiven.
  4. Kommunale Perspektive: Eine Stadt hat wenig Wohnraum und nimmt gleichzeitig Schutzsuchende auf. Erarbeite ein Maßnahmenpaket, das Bedürfnisse der Geflüchteten und der bisherigen Bevölkerung berücksichtigt.
  5. Historische Karte bewerten: Erkläre, warum die Karte aus dem Jahr 2015 nicht als Beleg für die heutige Lage genügt. Nenne Daten, die für einen aktuellen Vergleich benötigt werden.
  6. Schulkonflikt lösen: In einer Klasse verbreitet sich ein falsches Gerücht über Asylsuchende. Plane eine Unterrichtsstunde, die Fakten prüft, Betroffene schützt und eine offene Diskussion ermöglicht.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Begriffe zu Flucht und Asyl sicher unterscheiden und verständlich erklären kannst.
  2. Rechtsgrundlagen des Asyls auf internationaler, deutscher und europäischer Ebene einordnen kannst.
  3. Asylverfahren in Deutschland mit Anhörung, Entscheidung und möglichen Rechtsmitteln beschreiben kannst.
  4. Schutzformen von einer Duldung unterscheiden kannst.
  5. Gemeinsames Europäisches Asylsystem in seinen Grundideen erklären kannst.
  6. Quellenkritik auf Texte, Zahlen, Karten, Bilder und Videos anwenden kannst.
  7. Politische Urteilsbildung mit Recht, Folgen, Interessen, Alternativen und mehreren Perspektiven durchführen kannst.
  8. Respektvolle Sprache verwenden und pauschale Abwertungen erkennen kannst.




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