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Fantasia

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Fantasia




Fantasia

Fantasia ist ein Musik- und Animationsfilm aus dem Jahr 1940. Er verbindet berühmte Werke der klassischen Musik mit bewegten Bildern. Statt einer einzigen langen Geschichte siehst Du mehrere Musikfolgen: Manchmal bewegen sich Farben und Formen, manchmal tanzen Pflanzen und Tiere, manchmal erzählt die Animation eine richtige Geschichte. Dieser aiMOOC ist für Kinder ab etwa 6 Jahren gedacht. Du lernst, genau hinzuhören, Rhythmen mit dem Körper zu spüren, Instrumente zu unterscheiden und zu entdecken, wie Bilder Musik sichtbar machen können.

Der historische Kinotrailer zeigt, wie der Film damals angekündigt wurde. Achte beim Anschauen darauf, wie Musik, Schrift, Farbe und Bewegung zusammenwirken.

Datei:Fantasia (1940) - 35mm trailer.webm


Einleitung

In Fantasia steht die Musik im Mittelpunkt. Leopold Stokowski dirigierte die Musikaufnahmen; das Philadelphia Orchestra spielte einen großen Teil der Filmmusik. Der Film verbindet acht Musikwerke von acht Komponisten zu sieben großen musikalischen Folgen. Im letzten Teil werden zwei Werke direkt miteinander verbunden: Mussorgskis Nacht auf dem kahlen Berge und Schuberts Ave Maria.

Das Besondere ist: Die Musik wurde nicht nur als Hintergrund für eine Geschichte benutzt. Die Zeichnerinnen und Zeichner versuchten, Töne, Rhythmen, Melodien, Lautstärke, Instrumente und Stimmungen in Bewegung zu verwandeln. Deshalb eignet sich Fantasia besonders gut, um Musik, Film, Animation, Rhythmus und Medienbildung gemeinsam zu erforschen.

Für Dich als Lernende oder Lernender ist wichtig: Es gibt bei Musik nicht immer nur ein einziges richtiges Bild. Ein schneller Rhythmus kann an rennende Füße erinnern, aber auch an Regentropfen, Zahnräder oder hüpfende Punkte. Die Bilder im Film sind eine mögliche Deutung der Musik. Du darfst beim Hören eigene Bilder erfinden.

Hinweis für Erwachsene: Die Folge Nacht auf dem kahlen Berge enthält dunkle, unheimliche Fantasiefiguren. Für jüngere Kinder sollte sie gemeinsam angesehen und bei Bedarf ausgelassen werden. Außerdem ist Fantasia ein historischer Film von 1940. Einzelne Darstellungen können aus heutiger Sicht überholt oder stereotyp wirken. Das ist ein guter Anlass, kindgerecht darüber zu sprechen, dass Filme zu einer bestimmten Zeit entstehen und später anders betrachtet werden können.


Das kannst Du in diesem aiMOOC lernen

  1. Hören: Du unterscheidest schnell und langsam, laut und leise sowie helle und dunkle Klänge.
  2. Rhythmus: Du findest einen gleichmäßigen Puls und bewegst Dich passend zur Musik.
  3. Instrumente: Du lernst wichtige Instrumentenfamilien des Orchesters kennen.
  4. Komponisten: Du ordnest ausgewählte Musikstücke ihren Komponisten zu.
  5. Programmmusik: Du verstehst am Beispiel des Zauberlehrlings, wie Musik eine Geschichte erzählen kann.
  6. Animation: Du untersuchst, wie Farbe, Form, Figur und Bewegung auf Klänge reagieren.
  7. Medienkompetenz: Du vergleichst die Bilder des Films mit Deinen eigenen Vorstellungen beim Hören.

Auf diesem Bild siehst Du die acht Komponisten, deren Musik in Fantasia verwendet wird: Johann Sebastian Bach, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Paul Dukas, Igor Strawinsky, Ludwig van Beethoven, Amilcare Ponchielli, Modest Mussorgski und Franz Schubert.


Klang wird Bild


Was kann man in Musik entdecken?

Wenn Du eine Musik hörst, kannst Du wie eine Klangforscherin oder ein Klangforscher auf verschiedene Dinge achten. Der Puls ist ein gleichmäßiges Grundschlagen, zu dem Du oft mitklatschen kannst. Der Rhythmus beschreibt, wie lange und kurze Töne oder Pausen aufeinanderfolgen. Das Tempo sagt, wie schnell oder langsam die Musik ist. Die Dynamik beschreibt Unterschiede wie leise, laut, lauter werdend oder leiser werdend. Die Klangfarbe hilft Dir zu erkennen, ob zum Beispiel eine Flöte, ein Fagott, eine Geige oder eine Trompete spielt. Ein Motiv ist eine kurze, wiedererkennbare musikalische Idee.

Was Du hörst Frage an Deine Ohren Idee für Bewegung oder Bild
Tempo Wird die Musik schneller oder langsamer? Eine Figur kann rennen, schleichen, schweben oder stehen bleiben.
Lautstärke Wird die Musik lauter oder leiser? Ein Bild kann größer, kleiner, heller oder dunkler werden.
Rhythmus Hörst Du regelmäßige oder überraschende Schläge? Schritte, Sprünge oder Lichtpunkte können dem Rhythmus folgen.
Klangfarbe Welches Instrument hörst Du? Verschiedene Instrumente können verschiedene Figuren oder Farben bekommen.
Melodie Steigt die Tonfolge nach oben oder sinkt sie nach unten? Eine Linie kann steigen, fallen, kreisen oder Wellen bilden.
Motiv Kehrt eine kurze musikalische Idee wieder? Eine Figur oder Bewegung kann immer wieder auftauchen.


Musik ist keine feste Bildersprache

In Fantasia reagieren die Bilder oft sehr genau auf die Musik. Trotzdem bedeutet ein bestimmter Ton nicht automatisch eine bestimmte Farbe oder Figur. Die Filmschaffenden haben Entscheidungen getroffen: Ein Klang wurde zum Beispiel zu einem Tanz, einer Welle, einem Blitz, einem Tier oder einer abstrakten Form. Wenn Du dasselbe Stück ohne Bild hörst, kannst Du ganz andere Vorstellungen haben. Genau dieser Vergleich ist spannend.

Eine einfache Hörübung funktioniert so: Höre zuerst nur die Musik und male drei Formen dazu. Sieh danach die Filmszene. Vergleiche anschließend: Was war ähnlich? Was war ganz anders? Welche Idee gefällt Dir besser – und warum?


Das Orchester

Ein Orchester ist eine große Gruppe von Musikerinnen und Musikern. Viele Instrumente spielen zusammen. Die Dirigentin oder der Dirigent hilft dabei, Einsätze, Tempo, Lautstärke und Zusammenspiel zu ordnen.

Im Video lernst Du die vier großen Instrumentenfamilien eines Sinfonieorchesters kennen. Höre nicht nur auf die Namen, sondern auf die unterschiedlichen Klangfarben.

Instrumentenfamilie Beispiele So entsteht der Klang vereinfacht erklärt
Streicher Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass Saiten schwingen. Meist streicht ein Bogen über die Saiten, manchmal werden sie gezupft.
Holzbläser Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott Luft wird im Instrument in Schwingung gebracht.
Blechbläser Horn, Trompete, Posaune Die Lippen der Spielerinnen und Spieler schwingen am Mundstück.
Schlagwerk Pauke, große Trommel, Becken, Triangel, Glockenspiel Das Instrument wird geschlagen, angeschlagen, geschüttelt oder auf andere Weise in Schwingung versetzt.

Auch die Harfe spielt in Dukas' Zauberlehrling mit. Sie gehört nicht zu den vier genannten Hauptgruppen und bildet im Orchester oft eine eigene besondere Klangfarbe.


Zwei wichtige Klangfarben im Zauberlehrling

Das Fagott ist ein tiefes Holzblasinstrument. In Dukas' Musik wird das Besen-Motiv zuerst besonders deutlich vom Fagott vorgestellt. Dadurch kann die Musik wirken, als ob der Besen langsam lebendig wird und losstapft.

Das Glockenspiel gehört zum Schlagwerk. Seine Metallplatten erzeugen helle, klingelnde Töne. In Dukas' Orchesterbesetzung sorgt es zusammen mit anderem Schlagwerk für funkelnde und markante Akzente.


Die Musikfolgen von Fantasia

Musikfolge Komponist Werk Was Du besonders hören kannst
Formen, Farben und Licht Johann Sebastian Bach Toccata und Fuge d-Moll, BWV 565 in einer Orchesterfassung von Leopold Stokowski Klangfarben, große Bögen, Kontraste zwischen Instrumentengruppen
Tänze der Natur Pjotr Iljitsch Tschaikowski Nussknacker-Suite verschiedene Tanzrhythmen, feine Holzbläser, schwebende und wirbelnde Bewegungen
Der Zauberlehrling Paul Dukas L’Apprenti sorcier – Der Zauberlehrling wiederkehrende Motive, Fagott, Steigerungen, musikalisches Erzählen
Urzeit und Dinosaurier Igor Strawinsky Le Sacre du printemps – Das Frühlingsopfer starke Rhythmen, Akzente, wechselnde Taktgefühle und kräftige Orchesterfarben
Eine mythische Naturwelt Ludwig van Beethoven 6. Sinfonie – Pastorale Naturstimmungen, ruhige Flächen, Tanz und Gewitter
Komisches Tierballett Amilcare Ponchielli Tanz der Stunden aus der Oper La Gioconda tänzerischer Puls, elegante Melodien, musikalischer Humor
Dunkelheit und Morgenlicht Modest Mussorgski und Franz Schubert Nacht auf dem kahlen Berge und Ave Maria sehr starker Stimmungswechsel von düster und wild zu ruhig und getragen


Ausgewählte Episoden genau hören


Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge d-Moll

Johann Sebastian Bach lebte von 1685 bis 1750. In Fantasia erklingt die Toccata und Fuge d-Moll, BWV 565 in einer Orchesterfassung von Leopold Stokowski. Die Folge beginnt noch mit sichtbaren Musikerinnen und Musikern und ihren Schatten. Danach werden die Bilder immer abstrakter: Farben, Licht, Wolken, Linien und Formen bewegen sich zur Musik.

Das ist für Dich eine gute Gelegenheit, Musik ohne feste Figuren zu untersuchen. Frage Dich: Welche Farbe passt für Dich zu einem kräftigen Blechbläserklang? Welche Linie passt zu einer langen Melodie? Wie würdest Du einen sehr tiefen Ton zeichnen?

Hörauftrag: Zeige mit beiden Armen eine Linie in der Luft. Wenn die Musik für Dich steigt, geht die Linie nach oben. Wenn sie sinkt, geht sie nach unten. Bei einem kräftigen Akzent machst Du einen deutlichen Punkt in die Luft.


Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Die Nussknacker-Suite

Pjotr Iljitsch Tschaikowski komponierte das Ballett Der Nussknacker. Für Fantasia wurden mehrere Tänze aus der Nussknacker-Suite ausgewählt. Im Film tanzen aber nicht die bekannten Figuren des Balletts. Stattdessen siehst Du unter anderem Feen, Blumen, Blätter, Pilze und Fische.

Gerade diese Folge zeigt, dass dieselbe Musik ganz unterschiedlich bebildert werden kann. Ein Tanz aus einem Bühnenballett wird im Animationsfilm zu einer Bewegung der Natur. Achte darauf, wie kleine schnelle Töne mit kleinen schnellen Bewegungen verbunden werden und wie lange Melodiebögen zu gleitenden Bewegungen passen.

Bewegungsauftrag: Beim Blumenwalzer darfst Du ein Blatt Papier wie eine Blüte bewegen. Drehe es langsam bei langen Tönen und tippe damit leicht in die Luft, wenn Du kurze Akzente hörst.


Der Zauberlehrling – die Schwerpunkt-Episode


Paul Dukas und die Idee der Programmmusik

Paul Dukas war ein französischer Komponist. Sein Orchesterstück L’Apprenti sorcier – Der Zauberlehrling entstand 1897. Es bezieht sich auf die Ballade Der Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe. Solche Musik nennt man Programmmusik, wenn sie außermusikalische Vorstellungen, Bilder, Stimmungen oder eine Handlung besonders deutlich anregt.

In Fantasia übernimmt Micky Maus die Rolle des Zauberlehrlings. Er soll Wasser tragen. Als sein Meister fort ist, benutzt er Magie, um einen Besen die Arbeit erledigen zu lassen. Der Besen trägt immer weiter Wasser herbei. Micky kann ihn nicht stoppen. Als er den Besen zerteilt, entstehen noch mehr arbeitende Besen. Schließlich kehrt der Meister zurück und beendet das Chaos.

Eine historische Illustration zu Goethes Zauberlehrling zeigt, dass die Geschichte lange vor dem Disney-Film bekannt war.


Hörbeispiel: Das Orchester erzählt

Höre zuerst nur das Orchester. Versuche, ohne Film zu erraten, wann der Besen erwacht, wann er regelmäßig läuft und wann die Situation außer Kontrolle gerät.

Danach kannst Du eine Filmfassung oder den ausgewählten Disney-Ausschnitt vergleichen:


Das Besen-Motiv

Ein besonders wichtiges Motiv gehört zum verzauberten Besen. Nach dem Zauberspruch beginnt das Motiv im Fagott. Zuerst wirkt es noch etwas unbeholfen. Dann wird es immer sicherer und treibender. Wenn der Besen seine Arbeit wiederholt, kehrt auch die musikalische Idee wieder.

Das ist ein Grundprinzip der Programmmusik: Eine Figur kann mit einer musikalischen Idee verbunden werden. Wenn Du das Motiv wiedererkennst, erkennst Du die Figur gewissermaßen auch mit den Ohren.


Schritt für Schritt: Wie Klang und Bild zusammenarbeiten

Moment der Geschichte Was Du hören kannst Was das Bild daraus machen kann
Der Meister ist fort leise, geheimnisvolle Klänge vorsichtige Bewegungen und gespannte Blicke
Micky probiert den Zauber ein deutliches Zauberspruch-Motiv und kräftigere Klangfarben große Gesten und der Beginn der Magie
Der Besen erwacht das Fagott stellt das Besen-Motiv vor der Besen richtet sich auf und beginnt zu laufen
Wasser wird getragen regelmäßiger Puls und wiederkehrendes Motiv wiederholte Schritte und Eimerbewegungen
Micky träumt Musik öffnet einen größeren Fantasieraum Sterne, Wellen und große Zaubergesten
Das Wasser steigt mehr Instrumente, stärkere Lautstärke und dichtere Bewegung immer mehr Wasser und hektischere Aktionen
Es gibt immer mehr Besen Motive überlagern sich und das Orchester wirkt immer voller viele ähnliche Figuren bewegen sich gleichzeitig
Der Meister kehrt zurück die Musik wird plötzlich geordnet und beendet das Durcheinander die unkontrollierte Bewegung stoppt


Musikalische Detektivfragen zum Zauberlehrling

  1. Fagott-Detektiv: Kannst Du den Moment hören, in dem das Fagott das Besen-Motiv übernimmt?
  2. Schritt-Detektiv: Klopfe den regelmäßigen Gang des Besens auf Deine Knie.
  3. Lautstärke-Detektiv: Zeige mit Deinen Händen, wann die Musik größer und lauter wird.
  4. Instrumenten-Detektiv: Hörst Du eher tiefe Holzbläser, helle Holzbläser, Streicher, Blechbläser oder Schlagwerk?
  5. Motiv-Detektiv: Hebe einen Finger, wenn Du die Besen-Idee wiedererkennst.
  6. Bild-Detektiv: Suche eine Bewegung, die ganz genau auf einen musikalischen Akzent gesetzt ist.


Was Micky und der Besen über Wiederholung zeigen

Der Besen führt immer wieder dieselbe Aufgabe aus. Die Musik arbeitet ebenfalls mit Wiederholungen. Aber Wiederholung bedeutet nicht, dass alles gleich bleibt. Ein Motiv kann lauter, schneller, höher, tiefer oder von anderen Instrumenten gespielt werden. Dadurch wächst Spannung.

Probiere es selbst: Klatsche viermal denselben Rhythmus. Beim zweiten Mal klatschst Du lauter. Beim dritten Mal stampfst Du dazu. Beim vierten Mal klatscht eine zweite Person versetzt mit. Du hast eine kleine musikalische Steigerung gebaut.


Vom Gedicht zur Musik zum Film

Die Geschichte des Zauberlehrlings wurde mehrfach in andere Medien übersetzt. Goethe schrieb eine Ballade. Dukas machte daraus ein Orchesterstück. Disney und sein Team entwickelten daraus eine Animation mit Micky Maus. Bei jeder neuen Form verändert sich etwas.

Medium Womit wird erzählt? Was musst Du selbst ergänzen?
Gedicht Wörter, Rhythmus der Sprache, Reime Stimmen, Orte, Bewegungen und Klänge in Deiner Vorstellung
Orchestermusik Motive, Instrumente, Tempo, Dynamik, Klangfarben Figuren und Bilder in Deiner Vorstellung
Animationsfilm Musik, Figuren, Farbe, Bewegung, Schnitt Deine eigene Deutung und Dein Urteil über das Gesehene

So lernst Du: Ein Stoff kann von einem Medium in ein anderes übertragen werden. Das nennt man Adaption.


Igor Strawinsky: Das Frühlingsopfer

Igor Strawinsky komponierte Le Sacre du printemps – Das Frühlingsopfer ursprünglich als Ballettmusik. Die Handlung des Balletts ist nicht dieselbe wie die Filmhandlung. Fantasia verwendet ausgewählte Teile der Musik für eine große Urzeitfolge über die frühe Erde, erste Lebensformen und Dinosaurier.

Hier ist vor allem der Rhythmus spannend. Du hörst kräftige Akzente und Stellen, bei denen es schwerer ist, einen ganz gleichmäßigen Takt mitzuklopfen. Das kann unruhig, kraftvoll oder überraschend wirken. Die Animation beantwortet diese musikalische Energie mit Vulkanen, Landschaftsveränderungen und großen Bewegungen der Tiere.

Rhythmus-Spiel: Gehe vier ruhige Schritte. Dann setze plötzlich einen kräftigen Stampfer dazwischen. Du merkst, wie ein unerwarteter Akzent eine Bewegung verändern kann.


Ludwig van Beethoven: Die Pastorale

Ludwig van Beethoven nannte seine 6. Sinfonie Pastorale. Sie ist eng mit Naturerlebnissen verbunden. In Fantasia entsteht daraus eine farbenreiche Welt mit Figuren aus der griechisch-römischen Mythologie, darunter geflügelte Pferde, Zentauren und Götterfiguren.

Für das Hören sind die Unterschiede besonders interessant: ruhige Naturstimmung, fröhlicher Tanz und ein heftiges Gewitter. Du kannst genau beobachten, wie das Bild auf musikalische Veränderungen reagiert. Wenn das Orchester dichter und lauter wird, wird auch das Wetter im Bild dramatischer.

Hörauftrag: Male drei Wettersymbole: Sonne, Wind und Gewitter. Zeige beim Hören jeweils das Symbol, das für Dich am besten zur Musik passt.


Amilcare Ponchielli: Tanz der Stunden

Amilcare Ponchielli schrieb den Tanz der Stunden für seine Oper La Gioconda. In Fantasia wird daraus ein komisches Ballett mit Straußen, Nilpferden, Elefanten und Alligatoren. Die Tiere bewegen sich wie Balletttänzerinnen und Balletttänzer. Gerade der Gegensatz zwischen scheinbar schwerem Tierkörper und eleganter Tanzbewegung macht den Humor der Szene aus.

Der Titel Tanz der Stunden passt zur Gliederung der Szene: verschiedene Gruppen stehen für unterschiedliche Tageszeiten. So wird eine musikalische Form mit einer kleinen Zeit-Idee verbunden.

Tanzauftrag: Wähle ein großes Tier. Bewege Dich so leicht wie möglich. Wähle dann ein kleines Tier. Bewege Dich absichtlich schwer. So erzeugst Du selbst einen überraschenden Gegensatz zwischen Bildidee und Bewegung.


Modest Mussorgski und Franz Schubert: Nacht und Morgen

Das Finale verbindet zwei sehr unterschiedliche Musikstücke. Mussorgskis Nacht auf dem kahlen Berge klingt wild, dunkel und dramatisch. Die Animation zeigt unheimliche Fantasiegestalten. Danach folgt Schuberts Ave Maria. Musik und Bild werden ruhig, getragen und hell. So entsteht ein besonders starker Kontrast.

Für jüngere Kinder ist es vollkommen in Ordnung, nur den Übergang oder nur den ruhigen Schubert-Teil zu hören. Entscheidend ist die Hörfrage: Wie verändert Musik Deine Stimmung?

Vergleichsauftrag: Lege zwei Blätter bereit. Auf das erste malst Du Formen für die dunkle, bewegte Musik. Auf das zweite malst Du Formen für die ruhige Musik. Vergleiche anschließend Linien, Größen und die Verteilung auf dem Blatt.


Fantasound: Musik sollte den Raum füllen

Für Fantasia wurde mit Fantasound ein wegweisendes Mehrkanal-Tonsystem entwickelt. Ziel war, Orchestermusik im Kino räumlicher und eindrucksvoller wiederzugeben. Das war technisch aufwendig und gehörte zu den großen Experimenten des Films.

Das Bild zeigt Menschen an optischen Tonaufzeichnungsgeräten während der Arbeit am Fantasia-Soundtrack. Für Dich ist daran wichtig: Film besteht nicht nur aus Bildern. Auch Ton wird aufgenommen, bearbeitet, geordnet und im Raum wiedergegeben.


Hörwerkstatt für Kinder


Hörspiel 1: Der Dirigier-Pinsel

Stell Dir vor, Deine Hand ist ein Pinsel. Bei leiser Musik malst Du kleine Bewegungen in die Luft. Bei lauter Musik werden die Bewegungen groß. Bei schnellen Stellen zeichnest Du kurze Striche. Bei langen Tönen ziehst Du eine lange Linie. Danach erklärt jede Person, welche Musikstelle sie besonders deutlich mit der Hand zeigen konnte.


Hörspiel 2: Instrumentenampel

Lege vier Karten vor Dich: Streicher, Holzbläser, Blechbläser und Schlagwerk. Höre ein Orchesterstück. Zeige auf die Karte, deren Instrumentenfamilie Du gerade besonders deutlich wahrnimmst. Es ist nicht schlimm, wenn mehrere Familien gleichzeitig spielen. Dann darfst Du zwei Karten zeigen.


Hörspiel 3: Besen-Schritte

Höre Dukas' Zauberlehrling. Laufe langsam auf der Stelle, sobald Du das Besen-Motiv erkennst. Wenn das Motiv kräftiger wird, werden auch Deine Schritte größer. Wenn die Musik stoppt oder sich stark verändert, frierst Du wie eine Statue ein.


Hörspiel 4: Stummfilm und Klangfilm

Sieh eine kurze, geeignete Animationsszene zuerst ohne Ton. Erfinde mit Stimme, Papier, Trommel oder Alltagsgegenständen eine eigene Begleitung. Höre danach die ursprüngliche Musik. Vergleiche: Welche Bewegungen hast Du ähnlich betont? Wo war Deine Klangidee ganz anders?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was verbindet Fantasia besonders eng miteinander? (Klassische Musik und Animation) (!Sport und Nachrichten) (!Kochrezepte und Fotos) (!Landkarten und Wetterberichte)




Wer komponierte das Orchesterstück Der Zauberlehrling? (Paul Dukas) (!Ludwig van Beethoven) (!Franz Schubert) (!Amilcare Ponchielli)




Welche Figur ist in Fantasia der Zauberlehrling? (Micky Maus) (!Donald Duck) (!Goofy) (!Pluto)




Zu welcher Instrumentenfamilie gehört das Fagott? (Holzbläser) (!Streicher) (!Blechbläser) (!Tasteninstrumente)




Was beschreibt das Tempo einer Musik? (Wie schnell oder langsam sie ist) (!Welche Farbe sie hat) (!Wie alt der Komponist ist) (!Wie groß ein Instrument ist)




Wer komponierte die 6. Sinfonie Pastorale? (Ludwig van Beethoven) (!Paul Dukas) (!Igor Strawinsky) (!Pjotr Iljitsch Tschaikowski)




Welche Tiergruppen tanzen im Tanz der Stunden? (Strauße Nilpferde Elefanten und Alligatoren) (!Pinguine Eisbären Robben und Wale) (!Hunde Katzen Mäuse und Kaninchen) (!Löwen Tiger Zebras und Giraffen)




Was kann ein wiederkehrendes musikalisches Motiv im Film anzeigen? (Dass eine Figur oder Idee wiederkommt) (!Dass der Film beendet werden muss) (!Dass kein Instrument mehr spielt) (!Dass die Leinwand heller wird)




In welchem Jahr erschien Fantasia erstmals? (1940) (!1897) (!2000) (!2020)




Was ist eine gute Art Fantasia zu untersuchen? (Hören wie Musik und Bewegung zusammenpassen) (!Nur die Farben zählen) (!Die Musik immer ausschalten) (!Alle Szenen als dieselbe Geschichte behandeln)





Memory

Paul Dukas Der Zauberlehrling
Johann Sebastian Bach Toccata und Fuge
Pjotr Iljitsch Tschaikowski Nussknacker-Suite
Igor Strawinsky Das Frühlingsopfer
Ludwig van Beethoven Pastorale
Amilcare Ponchielli Tanz der Stunden
Modest Mussorgski Nacht auf dem kahlen Berge
Franz Schubert Ave Maria





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Johann Sebastian Bach Toccata und Fuge d-Moll
Pjotr Iljitsch Tschaikowski Nussknacker-Suite
Paul Dukas Der Zauberlehrling
Igor Strawinsky Das Frühlingsopfer
Ludwig van Beethoven Pastorale
Amilcare Ponchielli Tanz der Stunden
Modest Mussorgski Nacht auf dem kahlen Berge
Franz Schubert Ave Maria






Kreuzworträtsel

Dukas Welcher Komponist schrieb die Musik zum Zauberlehrling?
Fagott Welches tiefe Holzblasinstrument stellt das Besen-Motiv besonders deutlich vor?
Besen Welcher Alltagsgegenstand wird in der Geschichte verzaubert?
Rhythmus Wie heißt die Ordnung von langen und kurzen Tönen und Pausen?
Orchester Wie heißt eine große Gruppe mit vielen Instrumenten?
Beethoven Wer komponierte die Pastorale?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Film Fantasia erschien im Jahr

.
Fantasia verbindet klassische Musik mit

.
Ein großer Teil der Musik wird von einem

gespielt.
Die Person vor dem Orchester heißt

.
Paul Dukas komponierte die Musik zu

.
In der Filmfolge spielt

den Zauberlehrling.
Das Besen-Motiv wird besonders deutlich vom

vorgestellt.
Ein Fagott gehört zu den

.
Ein wiedererkennbarer kurzer musikalischer Gedanke heißt

.
Wie schnell oder langsam Musik ist nennt man

.
Wie laut oder leise Musik ist beschreibt die

.
Tschaikowskis Musik in Fantasia stammt aus der

.
Beethovens sechste Sinfonie heißt

.
Ponchiellis komisches Tierballett heißt

.
Am Ende steht Schuberts ruhiges

im starken Gegensatz zur vorherigen düsteren Musik.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Besen-Rhythmus: Erfinde einen kurzen Klatsch-Rhythmus für einen laufenden Zauberbesen. Wiederhole ihn viermal und verändere beim letzten Mal die Lautstärke.
  2. Klangfarben-Bild: Höre eine Minute Musik aus Fantasia ohne Bild. Male nur Linien, Punkte und Flächen. Wähle für jede Klangfarbe eine andere Form.
  3. Instrumenten-Suche: Suche auf einem Orchesterbild drei Instrumente und ordne sie den Familien Streicher, Holzbläser, Blechbläser oder Schlagwerk zu.
  4. Tempo-Tanz: Zeige mit Deinem Körper drei Bewegungen für langsam, mittel und schnell. Lass eine andere Person raten, welches Tempo Du darstellst.


Standard

  1. Zauberlehrling-Storyboard: Zeichne sechs Bilder für eine eigene Besen-Geschichte. Markiere unter jedem Bild, ob die Musik dort leise, laut, langsam oder schnell sein soll.
  2. Klanggeschichte: Wähle eine Alltagshandlung wie Zähneputzen, Aufräumen oder Regenjacke anziehen. Erfinde mit Stimme und Gegenständen eine kleine Programmmusik dazu.
  3. Bild-Musik-Vergleich: Höre eine ausgewählte Fantasia-Stelle zuerst ohne Bild. Schreibe oder diktiere Deine Bildidee. Sieh danach die Filmfassung und nenne zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede.
  4. Mini-Orchester: Bildet in einer Gruppe vier Klangfamilien mit Alltagsgegenständen. Eine Person dirigiert laut, leise, schnell, langsam, Start und Stopp.


Schwer

  1. Stop-Motion-Klangbild: Produziere mit Hilfe einer erwachsenen Person eine kurze Stop-Motion-Animation zu einem lizenzfreien Musikstück. Plane vorher, welche Bewegungen auf welche musikalischen Akzente treffen.
  2. Musiker-Interview: Befrage eine Musikerin, einen Musiker oder eine Musiklehrkraft. Frage, wie man Rhythmus zählt, wie man Einsätze erkennt und wie sich Spielen im Orchester anfühlt.
  3. Historischer Blick: Wähle eine kurze Fantasia-Szene und bespreche mit einer erwachsenen Person, welche Bildideen typisch für einen Film von 1940 wirken und was man heute vielleicht anders gestalten würde.
  4. Eigenes Leitmotiv: Erfinde für eine Figur ein kurzes Motiv aus vier bis acht Tönen oder Geräuschen. Spiele es in drei Varianten: ruhig, fröhlich und chaotisch. Erkläre, was Du jeweils verändert hast.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Neue Bildidee: Höre einen kurzen Ausschnitt aus Dukas' Zauberlehrling ohne Film. Entwickle eine völlig andere Figur als den Besen, die trotzdem gut zur Musik passt. Begründe Deine Wahl mit Tempo, Rhythmus oder Klangfarbe.
  2. Bewegung übertragen: Eine Musik wird plötzlich schneller und lauter. Zeige zwei verschiedene Möglichkeiten, wie eine Animation darauf reagieren könnte. Erkläre, warum beide Lösungen funktionieren können.
  3. Instrumentenwahl: Du möchtest eine sehr leise, vorsichtige Figur und danach eine mächtige Figur darstellen. Wähle passende Instrumentenfamilien und begründe Deine Entscheidung.
  4. Geschichte hören: Erfinde zu einer unbekannten Orchestermusik drei mögliche Handlungsschritte. Nenne jeweils ein musikalisches Merkmal, das Dich auf die Idee gebracht hat.
  5. Zwei Deutungen: Vergleiche die Idee der Natur in Tschaikowskis Nussknacker-Folge mit Beethovens Pastorale-Folge. Erkläre, wie unterschiedliche Musik zu unterschiedlichen Bewegungen und Bildwelten führt.
  6. Eigene Entscheidung: Du darfst eine Fantasia-Szene neu gestalten. Entscheide, was Du aus dem Original beibehalten und was Du ändern würdest. Begründe Deine Auswahl mit Blick auf Musik, Zielgruppe und Bildwirkung.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu Fantasia ist wichtig, dass Du nicht nur Namen auswendig kennst, sondern zeigen kannst, dass Du Musik bewusst hörst und mit Bildern verbindest.

  1. Du kannst mindestens vier Instrumente einer Instrumentenfamilie zuordnen.
  2. Du kannst die Begriffe Rhythmus, Tempo, Dynamik, Klangfarbe und Motiv an einem Hörbeispiel erklären.
  3. Du kannst Paul Dukas mit dem Zauberlehrling verbinden und beschreiben, wie das Besen-Motiv die Handlung unterstützt.
  4. Du kannst mindestens drei weitere Komponisten mit einer Fantasia-Folge verbinden.
  5. Du kannst erklären, dass Filmbilder eine Deutung von Musik sind und dass andere Bildideen ebenfalls möglich sein können.
  6. Du kannst eine eigene kleine Klang-Bild-Idee planen, gestalten und begründen.
  7. Du kannst bei einer historischen Filmszene beschreiben, dass Darstellungen aus einer anderen Zeit stammen und heute kritisch betrachtet werden können.




OERs zum Thema

Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel bietet weiterführende Informationen zum Film:

Vertiefend zum Schwerpunkt Der Zauberlehrling:


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