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Fügeflächen prüfen und Werkstücke fixieren - Schmied 1

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Fügeflächen prüfen und Werkstücke fixieren - Schmied 1




Fügeflächen prüfen und Werkstücke fixieren - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden entstehen Bauteile nicht nur durch Erwärmen und Umformen. Häufig müssen mehrere Werkstücke anschließend durch Feuerschweißen, Schweißen, Nieten, Verschrauben, Löten oder formschlüssige Verbindungen zusammengefügt werden. Vor jedem Fügevorgang prüfst Du die vorgesehenen Fügeflächen und bringst die Werkstücke in die richtige Lage. Anschließend sicherst oder spannst Du sie so, dass sie sich während des Arbeitsgangs nicht unkontrolliert verschieben.

Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende im Schmiedehandwerk und in der Metallgestaltung. Du lernst, Arbeitsunterlagen auszuwerten, Fügeflächen systematisch zu beurteilen, geeignete Prüfmittel einzusetzen und Werkstücke mit Schmiedezange, Schmiedeschraubstock, Spannmitteln, Anschlägen oder Vorrichtungen fachgerecht zu fixieren.

Wichtiger Sicherheitshinweis: Praktische Arbeiten an heißen Werkstücken, Schmiedefeuern, Maschinenhämmern, Schweißanlagen und rotierenden Maschinen darfst Du nur nach Unterweisung, mit Arbeitsauftrag und unter Beachtung der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung durchführen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung des aiMOOCs kannst Du:

  1. Fügeflächen und weitere Begriffe einer Fügestelle fachgerecht erklären.
  2. Prüfmerkmale aus Zeichnungen, Arbeitsplänen und betrieblichen Vorgaben ableiten.
  3. Oberflächenbeschaffenheit, Form, Maßhaltigkeit, Passgenauigkeit und Lage beurteilen.
  4. geeignete Mess-, Prüf-, Halte- und Spannmittel auswählen.
  5. Werkstücke montagegerecht ausrichten, fixieren und anschließend erneut kontrollieren.
  6. typische Fehler und Gefährdungen beim Halten, Spannen und Schmieden erkennen.


Fachliche Grundlagen


Begriffe der Fügetechnik

Eine Fügefläche ist der Bereich eines Werkstücks, der beim Fügen mit einem anderen Bauteil in Berührung kommt oder für die Ausbildung der Verbindung vorbereitet wird. Die Gesamtheit aus den beteiligten Flächen, Kanten, Spalten und Übergängen bildet die Fügestelle.

Fügeteil bezeichnet ein einzelnes Bauteil, das mit einem oder mehreren weiteren Bauteilen verbunden wird. Beim Prüfen musst Du deshalb nicht nur jede Fläche einzeln betrachten, sondern auch das Zusammenwirken aller Fügeteile.

Ausrichten bedeutet, Werkstücke entsprechend einer Zeichnung, Schablone, Bezugskante oder vorgesehenen Einbaulage zueinander zu positionieren.

Fixieren bedeutet, eine eingestellte Lage vorübergehend gegen unbeabsichtigtes Verschieben zu sichern. Dabei kann bereits eine geringe Haltekraft genügen.

Spannen bedeutet, durch eine Spannkraft einen sicheren Halt zu erzeugen. Die Spannkraft muss groß genug sein, darf das Werkstück aber nicht verformen, beschädigen oder aus seiner Soll-Lage drücken.

Halten und Führen bezeichnet besonders beim Warmschmieden die kontrollierte Handhabung eines Werkstücks mit einer passenden Schmiedezange. Das Werkstück ist dabei nicht starr eingespannt, muss aber so sicher erfasst sein, dass es unter den wirkenden Kräften beherrscht werden kann.


Bedeutung der Fügeflächenprüfung

Ungeeignete Fügeflächen können zu Maßfehlern, Schiefstellung, unvollständigem Flächenkontakt, zu großen Fügespalten oder einer geschwächten Verbindung führen. Beim Feuerschweißen können ungünstige Schäftungen, Oxidschichten oder unzureichender Kontakt das Verschweißen erschweren. Bei Niet-, Schraub- oder Schweißverbindungen können Grate, Verschmutzungen oder Lagefehler verhindern, dass die Fügeteile plan und spannungsarm anliegen.

Die geforderte Beschaffenheit richtet sich immer nach dem Fügeverfahren, dem Werkstoff, der Bauteilgeometrie, den Maß-, Form- und Lagetoleranzen, der späteren Beanspruchung sowie der technischen Zeichnung und dem Arbeitsauftrag.

Eine Oberfläche ist deshalb nicht allgemein „gut“ oder „schlecht“. Sie ist dann geeignet, wenn sie die Anforderungen des vorgesehenen Fügeverfahrens erfüllt.


Arbeitsunterlagen auswerten

Bevor Du ein Werkstück bearbeitest oder spannst, wertest Du die vorhandenen Unterlagen aus. Dazu gehören je nach Auftrag die technische Zeichnung, der Arbeitsplan oder Fertigungsauftrag, Stückliste und Werkstoffangaben, Schablonen, Lehren, Toleranzangaben, Verfahrensanweisungen, Betriebsanweisungen und die Gefährdungsbeurteilung.

Prüfe zunächst, ob die Werkstücke eindeutig zum Auftrag gehören. Verwechslungen von Querschnitt, Werkstoff, Bauteilseite oder Bearbeitungszustand lassen sich später häufig nur mit hohem Aufwand korrigieren.


Fügeflächen systematisch prüfen


Prüfablauf

Arbeitsschritt Prüffrage Typische Hilfsmittel
Auftrag klären Welche Verbindung, Lage und Qualität sind gefordert? Zeichnung, Arbeitsplan, Muster
Werkstück identifizieren Stimmen Werkstoff, Abmessung und Bauteilseite? Stückliste, Kennzeichnung, Messmittel
Sichtprüfung durchführen Sind Risse, Schuppen, Grate, Zunder, Rost, Öl oder Beschädigungen erkennbar? gute Beleuchtung, Lupe bei Bedarf
Maße und Form prüfen Stimmen Länge, Winkel, Ebenheit, Überdeckung und Kontur? Maßstab, Messschieber, Winkel, Richtscheit, Schablone
Probeweise zusammenfügen Liegen die Teile in der vorgesehenen Lage an? Anschlag, Unterlage, Vorrichtung
Spalt und Kontakt beurteilen Entspricht der Fügespalt den Vorgaben? Fühlerlehre, Lichtspaltprüfung, Lehre
Ergebnis bewerten Kann gefügt werden oder ist Nacharbeit erforderlich? Prüfliste, Arbeitsauftrag


Oberflächenbeschaffenheit

Bei der Sichtprüfung achtest Du besonders auf anhaftenden Zunder, lose Oxidschichten, Rost, Öl, Fett, Farbe, Grate, scharfe Kanten, Risse, Überlappungen, Falten, Eindrückungen, Schleifkerben und unzulässigen Materialabtrag.

Nicht jede Oberfläche muss metallisch blank sein. Die notwendige Reinigung wird durch das Fügeverfahren bestimmt. Entferne nur so viel Material wie erforderlich und verändere dabei weder Sollmaß noch Kontur unzulässig.

Bei warmen Werkstücken gilt: Verlasse Dich nicht allein auf die Glühfarbe. Stahl kann noch gefährlich heiß sein, obwohl keine Rotglut mehr erkennbar ist.


Form, Maß und Passgenauigkeit

Neben der Oberfläche prüfst Du die Geometrie. Typische Merkmale sind Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Winkelstellung, Parallelität, Fluchtung, Überdeckung, Schäftungslänge, Fügespalt, Flächenkontakt und Maßhaltigkeit.

Ein Richtscheit oder Haarlineal macht Lichtspalte sichtbar. Eine Fühlerlehre dient dazu, Spaltbreiten zu beurteilen. Messmittel müssen sauber, unbeschädigt und für den geforderten Messbereich geeignet sein.


Besonderheiten beim Feuerschweißen

Beim Feuerschweißen werden erwärmte Werkstücke durch Druck und Hammerschläge stoffschlüssig verbunden. Die Fügeflächen werden häufig als Schäftungen vorbereitet. Ihre Form soll einen sicheren ersten Kontakt ermöglichen und das Austreiben von Oxiden oder Flussmittelrückständen unterstützen.

Achte besonders auf eine passende Schäftungsform, ausreichende Materialzugabe, gleichmäßige Überdeckung, saubere und nicht verbrannte Oberflächen, eine geeignete Erwärmung, sicheren Griff und kurze Wege zwischen Feuer und Amboss.

Art und Verwendung eines Flussmittels hängen von Werkstoff, Verfahren und betrieblicher Arbeitsweise ab. Verwende nur freigegebene Stoffe und befolge die Sicherheitsdaten sowie die Unterweisung.


Werkstücke für das Fügen vorbereiten


Reinigen und Nacharbeiten

Geeignete Verfahren zum Vorbereiten können Bürsten, Feilen, Schaben, Schleifen oder Entfetten sein. Das Verfahren muss zum Werkstoff und zur späteren Verbindung passen.

Lose Fremdstoffe werden vollständig entfernt. Grate werden beseitigt, ohne Kanten unzulässig abzurunden. Vertiefungen und Risse dürfen nicht durch oberflächliches Überschleifen verdeckt werden. Nacharbeiten werden immer wieder durch Messen und Anlegen kontrolliert. Gereinigte Fügeflächen dürfen nicht erneut mit öligen Händen oder verschmutzten Werkzeugen verunreinigt werden.

Beim Schleifen entstehen Funken, Staub und Lärm. Benutze nur zugelassene Werkzeuge, prüfe Schutzhauben und Absaugung und beachte die jeweilige Betriebsanweisung.


Probeweise Montage

Vor dem endgültigen Fixieren setzt Du die Fügeteile ohne Fügevorgang zusammen. Diese Trocken- oder Probemontage zeigt, ob die Bauteile lagegerecht anliegen.

Kontrolliere dabei die richtige Bauteilreihenfolge, die Orientierung von Innen- und Außenseiten, Bezugskanten, Markierungen, gleichmäßige Auflage, Zugänglichkeit der Fügestelle, Platz für Werkzeuge und eine mögliche Verformung durch die spätere Spannkraft.

Eine fehlerfreie Einzelprüfung ersetzt die Probemontage nicht. Zwei maßhaltige Einzelteile können in Kombination dennoch einen Lage- oder Montagefehler ergeben.


Werkstücke fachgerecht fixieren


Auswahl des Halte- und Spannmittels

Das Spannmittel wird nach Werkstücktemperatur, Form, Abmessung, Bearbeitungskraft und Fügeverfahren ausgewählt.

Halte- oder Spannmittel Geeigneter Einsatz Wichtige Prüfpunkte
Schmiedezange Halten und Führen heißer Werkstücke Backenform, Griffbereich, Nietgelenk, Risse, sicherer Sitz
Schmiedeschraubstock Schlag-, Biege- und Richtarbeiten nahe an den Backen feste Verankerung, intakte Spindel, tragfähiges Bein, passende Backeneinsätze
Parallelschraubstock kalte Feil-, Säge-, Bohr- und Montagearbeiten Belastungsgrenze, Backenschutz, ausreichende Einspanntiefe
Schraubzwinge oder Spannpratze flächiges Fixieren auf Tisch oder Vorrichtung Auflage, Spannrichtung, freie Fügestelle
Anschlag wiederholgenaue Lage an einer Bezugskante Festigkeit, Sauberkeit, eindeutige Anlage
Vorrichtung wiederkehrende Baugruppen und definierte Winkel Verschleiß, Vollständigkeit, Kennzeichnung, Funktionsprüfung


Schmiedezangen richtig auswählen

Die Zangenbacken müssen zum Querschnitt des Werkstücks passen. Flach-, Rund- oder Vierkantmaterial benötigt jeweils eine geeignete Backenform. Eine Zange hält sicher, wenn die Backen ausreichend großflächig anliegen und das Werkstück nicht nur punktförmig oder an einer Kante erfassen.

Prüfe vor dem Einsatz Backen, Schenkel, Nietgelenk, Backenschluss, Zangenlänge und einen gegebenenfalls vorhandenen Zangenring. Eine unpassende Zange darf nicht durch übermäßiges Zusammenpressen ersetzt werden. Sie kann sich öffnen, das Werkstück verdrehen oder aus dem Griff verlieren.


Schmiedeschraubstock einsetzen

Der Schmiedeschraubstock wird auch als Beinschraubstock bezeichnet. Sein langes Stützbein leitet Schlagkräfte in den Boden ab. Dadurch eignet er sich für Arbeiten, bei denen nahe an den Spannbacken gehämmert, gebogen oder gerichtet wird.

Das Werkstück soll ausreichend tief und möglichst nahe an der Bearbeitungsstelle gespannt sein. Es muss mit einer geeigneten Fläche anliegen und darf durch schiefe Backenstellung nicht herausgedrückt werden. Bei empfindlichen Oberflächen werden passende Backeneinsätze verwendet. Die Spannkraft darf nur so hoch sein, wie es der sichere Halt erfordert.

Ein gewöhnlicher Parallelschraubstock ist nicht automatisch für schwere Schmiedeschläge geeignet. Beachte Bauart, Herstellerangaben und betriebliche Freigabe.


Fixierfolge

  1. Arbeitsfläche, Vorrichtung und Spannmittel reinigen und prüfen.
  2. Werkstück auf sichere Temperatur und Handhabbarkeit beurteilen.
  3. Bezugskante, Anschlag oder Mittelpunkt festlegen.
  4. Werkstücke zunächst lose anlegen und ausrichten.
  5. Spannkraft stufenweise und möglichst symmetrisch aufbauen.
  6. Maße, Winkel, Spalt und Fluchtung kontrollieren.
  7. Zugänglichkeit der Fügestelle und Bewegungsraum der Werkzeuge prüfen.
  8. Fixierung durch eine vorsichtige Belastungsprobe kontrollieren.
  9. Nach den ersten Bearbeitungsschritten Lage und Halt erneut prüfen.

Spannst Du mehrere Punkte nacheinander, kann jeder neue Spannvorgang die zuvor eingestellte Lage verändern. Deshalb ist die Endkontrolle unverzichtbar.


Zusammenarbeit von Schmied und Zuschläger

Beim Arbeiten mit einem Zuschläger müssen Rollen, Kommandos und Schlagfolge eindeutig vereinbart sein. Der Schmied führt das Werkstück und zeigt die Bearbeitungsstelle. Der Zuschläger schlägt nur auf eindeutiges Kommando und beendet die Schlagfolge sofort beim vereinbarten Stoppsignal.

Achte auf sicheren Stand, freie Schlagbahn, ausreichenden Abstand der Hände, passenden Zangengriff, Blickkontakt oder vereinbarte Kommandos und einen freien Gefahrenbereich.


Qualitätskontrolle nach dem Fixieren

Nach dem Spannen prüfst Du Soll-Lage, Winkel, Fluchtung, Überdeckung, Fügespalt, Flächenanlage, mögliche Verformungen, Druckstellen, Werkzeugfreiraum und die Stabilität unter der zu erwartenden Bearbeitungskraft.

Das Ergebnis muss mit Zeichnung, Arbeitsplan oder Muster übereinstimmen. Bei wiederkehrenden Bauteilen können Lehren und Anschläge die Prüfung beschleunigen. Sie ersetzen jedoch nicht die Sicht- und Funktionskontrolle.

Je nach Auftrag dokumentierst Du Werkstücknummer, Zeichnungsstand, Prüfmerkmale, Prüfmittel, Abweichungen, Nacharbeit und Freigabe. Dokumentiere sachlich und nachvollziehbar.


Typische Fehler und Abhilfen

Fehlerbild Mögliche Ursache Fachgerechte Abhilfe
Werkstück kippt in der Zange Backenform passt nicht zum Querschnitt geeignete Zange auswählen oder Backen fachgerecht anpassen lassen
Fügespalt ist einseitig zu groß Flächen nicht eben oder Werkstücke schief ausgerichtet Ursache prüfen, nacharbeiten, neu ausrichten und messen
Bauteil verzieht sich beim Spannen Spannkraft zu hoch oder einseitig Spannfolge ändern, Auflagen ergänzen, Spannkraft reduzieren
Fügestelle ist nicht zugänglich Spannmittel ungünstig angeordnet Spannpunkt oder Vorrichtung ändern
Oberfläche erhält Druckstellen harte Backen auf empfindlicher Fläche geeignete Schutzbacken oder Zwischenlagen verwenden
Werkstück wandert beim ersten Schlag unzureichende Einspanntiefe oder falsche Spannrichtung neu spannen und Kraftfluss berücksichtigen


Arbeitssicherheit

Beim Prüfen und Fixieren treten mechanische, thermische und stoffliche Gefährdungen auf. Dazu gehören Quetschen, Einklemmen, herabfallende Werkstücke, Funken, Zunder, heiße Oberflächen, Lärm, Rauch und unkontrollierte Werkstückbewegungen.

  1. Arbeite nur nach Unterweisung und betrieblichem Arbeitsauftrag.
  2. Trage die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung.
  3. Prüfe Zangen, Hämmer, Spannmittel und Vorrichtungen vor dem Einsatz.
  4. Halte Hände und Körper aus Quetsch-, Schlag- und Gefahrenbereichen.
  5. Lege heiße Werkstücke ausschließlich auf gekennzeichneten, nicht brennbaren Ablagen ab.
  6. Kennzeichne heiße Werkstücke eindeutig und warne andere Personen.
  7. Beseitige Störungen an Maschinen nicht eigenmächtig.
  8. Beachte an rotierenden Maschinen die gesonderten Regeln; dort können Handschuhe eine Einzugsgefahr verursachen.

Beim Arbeiten am Maschinenhammer muss das Werkstück sicher geführt werden. Die Hände dürfen nicht in den Gefahrenbereich gelangen. Bedienung, Helfertätigkeit und Zuschauerbereich müssen betrieblich eindeutig geregelt sein.


Praxisauftrag für die Ausbildung

Du bereitest zwei abgekühlte Flachstahlstücke für eine vorgegebene Überlappverbindung vor. Das endgültige Fügeverfahren wird von der ausbildenden Fachkraft festgelegt.

  1. Werte Zeichnung, Maße, Toleranzen und Fügeverfahren aus.
  2. Identifiziere beide Fügeteile und markiere die Bezugskanten.
  3. Prüfe die Fügeflächen auf Beschädigung, Grat, Zunder und Verschmutzung.
  4. Kontrolliere Ebenheit, Winkel, Überdeckung und Fügespalt.
  5. Wähle geeignete Auflagen, Anschläge und Spannmittel.
  6. Führe eine Probemontage durch.
  7. Fixiere beide Teile montagegerecht.
  8. Prüfe die Lage nach dem Spannen erneut.
  9. Dokumentiere Abweichungen und notwendige Nacharbeit.
  10. Lass die Anordnung vor dem Fügevorgang durch die ausbildende Fachkraft freigeben.

Bewertungskriterien: Fachbegriffe, sichere Arbeitsweise, richtige Prüfmittelwahl, schonende Werkstückbehandlung, Maßhaltigkeit, Stabilität der Fixierung und nachvollziehbare Dokumentation.


Merkschema PRÜFEN

  1. P – Plan und Zeichnung auswerten.
  2. R – Reinheit und Oberflächenzustand beurteilen.
  3. Ü – Übereinstimmung von Werkstück, Werkstoff und Auftrag sichern.
  4. F – Form, Maße, Winkel und Fügespalt kontrollieren.
  5. E – Einbaulage herstellen und geeignete Spannmittel einsetzen.
  6. N – Nach dem Fixieren erneut kontrollieren.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist eine Fügefläche? (Eine für das Verbinden vorgesehene Werkstückfläche) (!Eine beliebige Fläche des Ambosses) (!Eine Fläche zum Lagern von Werkzeug) (!Eine ausschließlich lackierte Sichtfläche)




Welche Unterlage wird vor der Prüfung zuerst ausgewertet? (Technische Zeichnung oder Arbeitsauftrag) (!Werkzeugkatalog) (!Pausenplan) (!Lieferschein eines anderen Auftrags)




Womit kann ein schmaler Spalt geprüft werden? (Mit einer Fühlerlehre) (!Mit einem Schmiedehammer) (!Mit einer Drahtbürste) (!Mit einem Körner)




Wovon hängt die erforderliche Oberflächenvorbereitung ab? (Vom vorgesehenen Fügeverfahren) (!Von der Farbe des Werkzeugschranks) (!Von der Tageszeit) (!Von der Körpergröße des Schmieds)




Was bedeutet Fixieren? (Eine eingestellte Lage gegen unbeabsichtigtes Verschieben sichern) (!Ein Werkstück vollständig aufschmelzen) (!Einen Hammer härten) (!Eine Zeichnung vergrößern)




Welcher Schraubstock ist für Schlagarbeiten nahe an den Backen vorgesehen? (Der Schmiedeschraubstock) (!Der Maschinenschraubstock aus Kunststoff) (!Der Vakuumhalter) (!Der Feilkloben für Papier)




Wann passt eine Schmiedezange zum Werkstück? (Wenn ihre Backen den Querschnitt sicher und flächig erfassen) (!Wenn nur eine Backenkante das Werkstück berührt) (!Wenn sie mit größtmöglicher Handkraft geschlossen wird) (!Wenn das Werkstück zwischen den Backen wackelt)




Was ist nach dem Aufbau der Spannkraft erforderlich? (Eine erneute Kontrolle von Lage Maß und Fügespalt) (!Das sofortige Entfernen aller Anschläge) (!Das Ablegen der Zeichnung) (!Das Lösen sämtlicher Spannmittel)




Warum werden heiße Werkstücke gekennzeichnet? (Weil gefährliche Restwärme ohne Glühfarbe vorhanden sein kann) (!Weil dadurch der Werkstoff härter wird) (!Weil sich damit jede Messung erübrigt) (!Weil die Kennzeichnung das Abkühlen verhindert)




Was gilt beim Arbeiten mit einem Zuschläger? (Kommandos und Stoppsignal müssen eindeutig vereinbart sein) (!Beide Personen schlagen ohne Abstimmung) (!Der Zuschläger entscheidet allein über die Werkstücklage) (!Unbeteiligte dürfen direkt neben dem Amboss stehen)





Memory

Fügefläche Kontaktbereich einer vorgesehenen Verbindung
Fühlerlehre Prüfmittel für schmale Spalte
Schmiedezange Werkzeug zum Halten heißer Werkstücke
Beinschraubstock Spannmittel für Schlag- und Biegearbeiten
Anschlag Bezug für eine wiederholgenaue Lage
Probemontage Zusammenbau ohne endgültigen Fügevorgang





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Sichtprüfung Risse Zunder Grate und Verschmutzungen erkennen
Ausrichten Werkstücke in die geforderte Lage bringen
Fixieren Eingestellte Position vorläufig sichern
Spannen Haltekraft auf ein Werkstück ausüben
Nachkontrolle Lage und Maße nach dem Spannen erneut prüfen






Kreuzworträtsel

Fügefläche Wie heißt die für eine Verbindung vorgesehene Werkstückfläche?
Fühlerlehre Welches Prüfmittel dient zum Beurteilen schmaler Spalte?
Schraubstock Welches Spannmittel besitzt feste und bewegliche Backen?
Anschlag Welches Bauteil bildet eine eindeutige Bezugslage?
Passung Welcher Begriff beschreibt das maßliche Zusammenwirken zweier Teile?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf erwärmtem Stahl?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Die für eine Verbindung vorgesehenen Kontaktbereiche heißen

. Vor der Bearbeitung wird zuerst die technische

ausgewertet. Schmale Spalte können mit einer

geprüft werden. Zum Halten heißer Werkstücke dient eine passende

. Für Schlagarbeiten nahe an den Backen eignet sich der

. Eine probeweise Montage ohne endgültiges Verbinden heißt

. Die Spannkraft darf das Werkstück nicht unzulässig

. Nach dem Fixieren werden Lage Maß und Fügespalt erneut

. Heiße Werkstücke müssen auf einer gekennzeichneten Ablage sicher

werden. Beim Arbeiten mit einem Zuschläger sind eindeutige

erforderlich.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Arbeitsplatzanalyse: Zeichne einen Schmiedearbeitsplatz und markiere Amboss, Schmiedeschraubstock, sichere Ablage und Gefahrenbereich.
  2. Prüfkarte: Erstelle eine übersichtliche Checkliste für Oberfläche, Form, Maß, Passung und Lage.
  3. Zangenvergleich: Vergleiche drei Zangenformen und ordne ihnen passende Werkstückquerschnitte zu.
  4. Fehlerbild: Fotografiere oder skizziere ein fehlerhaft gespanntes Übungswerkstück und beschreibe die erkennbaren Risiken.


Standard

  1. Probemontage: Richte zwei kalte Übungsstücke nach einer Zeichnung aus und dokumentiere jeden Prüfschritt.
  2. Spannversuch: Untersuche, wie sich unterschiedliche Spannrichtungen auf Lage und Verformung eines Werkstücks auswirken.
  3. Videoanalyse: Analysiere ein Schmiedevideo und notiere gute sowie verbesserungswürdige Formen der Werkstückführung.
  4. Berufsinterview: Befrage eine Fachkraft, welche Spannmittel im Betrieb verwendet werden und welche Fehler häufig auftreten.


Schwer

  1. Vorrichtungsbau: Entwirf eine einfache Vorrichtung für eine wiederkehrende rechtwinklige Verbindung und begründe Anschläge und Spannpunkte.
  2. Verfahrensvergleich: Vergleiche die Anforderungen an Fügeflächen beim Nieten, Schutzgasschweißen und Feuerschweißen.
  3. Gefährdungsbeurteilung: Erstelle für das Fixieren eines heißen Werkstücks eine Gefährdungsbeurteilung mit technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen.
  4. Qualitätssicherung: Plane einen vollständigen Prüf- und Dokumentationsablauf für eine geschmiedete Kleinserie.




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Lernkontrolle

  1. Fehleranalyse: Zwei Flachstahlteile liegen nach dem Spannen nur an einer Ecke an. Entwickle eine systematische Fehlersuche und begründe die Reihenfolge.
  2. Spannkonzept: Wähle für ein langes, dünnes Werkstück geeignete Auflagen und Spannpunkte, sodass es sich beim Fixieren möglichst wenig verformt.
  3. Werkzeugauswahl: Ein heißes Vierkantstück rutscht in einer Flachzange. Erkläre die Ursache und schlage eine sichere Lösung vor.
  4. Prozessplanung: Plane die Prüfung und Fixierung einer überlappten Verbindung vom Lesen der Zeichnung bis zur Freigabe.
  5. Arbeitssicherheit: Bewerte eine Situation, in der ein dunkel erscheinendes Werkstück unmarkiert auf einem Metalltisch liegt.
  6. Transferaufgabe: Übertrage das Merkschema PRÜFEN auf eine Nietverbindung und erläutere, welche Prüfpunkte sich gegenüber einer Feuerschweißung verändern.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind die fachgerechte Begriffsnutzung, das sichere Auswerten einer Zeichnung, die Auswahl geeigneter Prüf- und Spannmittel, die Prüfung von Oberfläche und Geometrie, die sichere Handhabung von Schmiedezange und Schraubstock, die Nachkontrolle, das Erkennen typischer Fehler, die Einhaltung des Arbeitsschutzes und eine nachvollziehbare Dokumentation wichtig.




OERs zum Thema

  1. Schmieden bei Wikipedia
  2. Schmied bei Wikipedia
  3. Schraubstock bei Wikipedia
  4. Ausbildungsunterlagen zum Metallbauer beim BIBB
  5. DGUV Information 209-076 Hufbeschlag



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