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Entstehung Baden-Württembergs 1952

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Entstehung Baden-Württembergs 1952




Einleitung

Baden-Württemberg wirkt heute wie ein selbstverständliches Bundesland. Doch 1952 war sein Zusammenschluss politisch umkämpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der deutsche Südwesten nicht einfach wieder in die früheren Länder Baden und Württemberg zurückgekehrt. Die Besatzungsmächte hatten drei neue Länder geschaffen: Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern. Daraus entstand die sogenannte Südwestfrage: Sollten diese drei Länder zu einem gemeinsamen Südweststaat vereinigt werden, oder sollten Baden und Württemberg in ihren älteren Grenzen wiederhergestellt werden?

Die Auseinandersetzung war mehr als ein Streit um eine Landkarte. Es ging um Föderalismus, demokratische Mitbestimmung, wirtschaftliche Interessen, historische Traditionen und die Frage, wie politische Identität entsteht. Besonders in Südbaden gab es starke Vorbehalte gegen einen von Stuttgart aus regierten Südweststaat. Gleichzeitig sahen viele Menschen in Württemberg und Nordbaden Vorteile in einem größeren, wirtschaftlich leistungsfähigen Bundesland.

Dieser aiMOOC zeigt Dir den Weg von den Besatzungszonen über die Volksabstimmung von 1951 bis zur Landesgründung am 25. April 1952. Außerdem untersuchst Du, warum die neue staatliche Einheit nicht sofort eine gemeinsame Landesidentität bedeutete und weshalb der badisch-württembergische Konflikt noch Jahrzehnte nachwirkte.


Ausgangslage nach 1945


Alte Länder, neue Grenzen

Vor 1945 hatten Baden und Württemberg eine lange eigene staatliche Geschichte. Daneben existierten die Hohenzollernschen Lande, die seit dem 19. Jahrhundert zu Preußen gehörten. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft teilten die Alliierten Deutschland in Besatzungszonen. Die Grenze zwischen der amerikanischen und der französischen Zone durchschnitt auch Baden und Württemberg.

Im Norden, in der amerikanischen Zone, wurden Nordbaden und Nordwürttemberg zum Land Württemberg-Baden mit der Hauptstadt Stuttgart zusammengefasst. Im Süden der französischen Zone entstanden Baden mit Regierungssitz Freiburg und Württemberg-Hohenzollern mit Regierungssitz Tübingen.

Diese Dreiteilung war nicht aus regionalen Traditionen entstanden, sondern aus der Besatzungspolitik. Deshalb stellte sich bald die Frage, wie der Südwesten Deutschlands dauerhaft organisiert werden sollte.


Drei Länder und drei politische Perspektiven

Wichtige Politiker vertraten unterschiedliche Modelle. Reinhold Maier, Ministerpräsident von Württemberg-Baden, und Gebhard Müller, Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern, unterstützten einen gemeinsamen Südweststaat. Leo Wohleb, Staatspräsident von Baden, kämpfte dagegen für die Wiederherstellung eines eigenständigen Landes Baden.

Wohleb und viele seiner Anhänger befürchteten, Baden könne in einem größeren Land politisch an Gewicht verlieren und von Stuttgart dominiert werden. Befürworter des Südweststaats verwiesen dagegen auf gemeinsame Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen und auf die Vorteile eines größeren Landes.

Damit standen sich zwei unterschiedliche Vorstellungen gegenüber: die Traditionslösung mit wiederhergestellten älteren Ländern und die Südweststaatlösung mit einem neuen gemeinsamen Bundesland.


Der Weg zur Entscheidung


Die Frankfurter Dokumente und Artikel 118

1948 forderten die westlichen Militärgouverneure die deutschen Ministerpräsidenten auf, auch über eine sinnvolle Gliederung der künftigen Bundesrepublik nachzudenken. Im Südwesten wurde die Länderfrage dadurch besonders dringlich.

Als 1949 das Grundgesetz in Kraft trat, enthielt es mit Artikel 118 eine besondere Regelung für Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. Die Länder sollten sich möglichst selbst über eine Neugliederung einigen. Falls das nicht gelang, konnte der Bund das Verfahren gesetzlich regeln.

Begriffsklärung: Föderalismus bedeutet, dass Deutschland aus Ländern mit eigenen Parlamenten, Regierungen und Zuständigkeiten besteht. Die Südwestfrage war deshalb nicht nur regional wichtig, sondern auch ein frühes Beispiel dafür, wie die föderale Ordnung der jungen Bundesrepublik konkret gestaltet wurde.


Die Volksbefragung von 1950

Am 24. September 1950 fand zunächst eine nicht bindende Volksbefragung statt. Sie zeigte deutlich unterschiedliche regionale Mehrheiten: In Nord- und Südwürttemberg sowie in Nordbaden gab es Mehrheiten für den Südweststaat, in Südbaden dagegen für die Wiederherstellung der alten Länder.

Das Ergebnis löste den Streit nicht. Entscheidend war nun die Frage, wie eine verbindliche Abstimmung ausgewertet werden sollte. Sollte Baden als Ganzes gezählt werden? Oder sollte das Gebiet in vier Abstimmungsbezirke geteilt werden? Diese Verfahrensfrage war politisch brisant, weil sie das mögliche Ergebnis beeinflussen konnte.


Streit um das Abstimmungsverfahren

Der Bund legte schließlich vier Abstimmungsgebiete fest: Nordbaden, Südbaden, Nordwürttemberg sowie Südwürttemberg-Hohenzollern. Für den Südweststaat sollte nicht nur im gesamten Abstimmungsgebiet, sondern auch in drei der vier Teilgebiete eine Mehrheit erreicht werden.

Die badische Regierung hielt dieses Verfahren für nachteilig und klagte. Das junge Bundesverfassungsgericht beschäftigte sich 1951 mit der Südwestfrage. Die verbindliche Volksabstimmung blieb jedoch möglich und wurde auf den 9. Dezember 1951 festgesetzt.

Gerade hier liegt eine wichtige politische Lernfrage: Eine Abstimmung kann demokratisch organisiert sein und trotzdem Streit darüber auslösen, ob ihre Regeln die verschiedenen regionalen Interessen fair abbilden.


Die Volksabstimmung vom 9. Dezember 1951


Wahlkampf zwischen Einheit und Eigenständigkeit

Vor der Abstimmung wurde intensiv geworben. Befürworter versprachen einen leistungsfähigen gemeinsamen Südweststaat. Gegner warnten vor dem Verlust badischer Eigenständigkeit. Plakate, Zeitungen, Reden und sogar Straßenbahnen wurden zu Medien des politischen Wahlkampfs.

Die Straßenbahnwerbung in Freiburg ist eine besonders anschauliche Quelle: Gerade in einer Region mit starker Ablehnung des Südweststaats versuchten die Befürworter, für den Zusammenschluss zu werben.

Das Gegenplakat „Hände weg von Baden“ macht sichtbar, wie stark im Abstimmungskampf mit Heimat, Tradition und regionaler Zugehörigkeit argumentiert wurde.


Das Abstimmungsergebnis

Die Abstimmung ergab eine klare Mehrheit für den Südweststaat im Gesamtgebiet und Mehrheiten in drei der vier Abstimmungsgebiete.

Abstimmungsgebiet Zustimmung zum Südweststaat
Nordwürttemberg 93,5 %
Südwürttemberg-Hohenzollern 91,4 %
Nordbaden 57,1 %
Südbaden 37,8 %

Insgesamt stimmten rund 69,7 Prozent für den Südweststaat. Politisch entscheidend war, dass drei von vier Abstimmungsgebieten zustimmten. Zugleich zeigte das Ergebnis aber einen tiefen regionalen Gegensatz: In Südbaden lehnte eine deutliche Mehrheit den Südweststaat ab. Rechnet man Nord- und Südbaden gemeinsam, sprach sich 1951 sogar eine knappe Mehrheit für die Wiederherstellung eines eigenen Landes Baden aus.

Diese Spannung erklärt, warum die Gründung Baden-Württembergs zwar demokratisch beschlossen war, aber nicht überall als gleich legitim oder gerecht empfunden wurde.


Die Landesgründung 1952


Wahl der Verfassunggebenden Landesversammlung

Am 9. März 1952 wurde eine Verfassunggebende Landesversammlung gewählt. Sie sollte die staatliche Ordnung des neuen Landes gestalten und wurde später zum ersten Landtag Baden-Württembergs.

Die CDU wurde stärkste Partei. Dennoch bildete Reinhold Maier von der FDP/DVP eine Koalition mit SPD und BHE. Am 25. April 1952 wählte die Landesversammlung Maier zum ersten Ministerpräsidenten.

Noch am selben Tag erklärte Maier den Zeitpunkt der Regierungsbildung zur Geburtsstunde des neuen Landes. Der Name Baden-Württemberg war zunächst vorläufig. Damit waren aus drei Nachkriegsländern ein neues Bundesland geworden.


Verfassung und endgültiger Landesname

Die Verfassunggebende Landesversammlung arbeitete weiter an einer gemeinsamen Landesverfassung. Am 19. November 1953 trat sie in Kraft. Der Name Baden-Württemberg wurde damit endgültig festgeschrieben.

Die Verfassung war mehr als ein juristischer Abschluss. Sie schuf gemeinsame politische Institutionen und Regeln für Menschen, die sich weiterhin als Badener, Württemberger, Hohenzollern, Kurpfälzer, Schwaben oder mit anderen regionalen Identitäten verstanden.


Vom neuen Staat zur gemeinsamen Landesidentität


Einheit durch Symbole und Institutionen

Ein neues Bundesland entsteht nicht allein durch einen Beschluss. Es braucht gemeinsame Institutionen, politische Erfahrungen und Symbole. 1954 erhielt Baden-Württemberg ein eigenes Landeswappen.

Das Große Landeswappen verbindet unterschiedliche Traditionen. Im Schild stehen drei schwarze Löwen, die auf die staufisch-schwäbische Tradition verweisen. Als Schildhalter erscheinen der württembergische Hirsch und der badische Greif. Auf der Wappenkrone werden weitere historische Territorien des Südwestens aufgenommen. Das Wappen ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie eine neue Landesidentität nicht einfach ältere Identitäten ersetzt, sondern verschiedene Traditionen miteinander verbindet.


Regionale Identitäten bleiben bestehen

Auch nach 1952 blieben regionale Unterschiede sichtbar. Dialekte, Vereine, Zeitungen, Sportvereine, historische Erinnerungen und kulturelle Traditionen stärkten weiterhin badische oder württembergische Zugehörigkeitsgefühle. Besonders in Baden blieb die Erinnerung an den umstrittenen Abstimmungsmodus lebendig.

Eine gemeinsame Landesidentität entstand deshalb schrittweise. Gemeinsame politische Institutionen, wirtschaftliche Entwicklung, Schulbildung, Medien und Alltagserfahrungen trugen dazu bei, dass Baden-Württemberg für immer mehr Menschen zu einem selbstverständlichen politischen Bezugsraum wurde.

Wichtig ist dabei: Landesidentität und regionale Identität schließen sich nicht aus. Ein Mensch kann sich gleichzeitig als Badenerin, Württemberger, Kurpfälzerin, Hohenzoller und als Baden-Württembergerin oder Baden-Württemberger verstehen.


Die Baden-Frage bis 1970

Der Streit war 1952 juristisch nicht endgültig beendet. Gegner des Südweststaats erreichten 1956 vor dem Bundesverfassungsgericht, dass ein badisches Volksbegehren über eine erneute Neugliederung zulässig war. Die endgültige Abstimmung fand allerdings erst am 7. Juni 1970 statt.

Nun stimmten 81,9 Prozent der Abstimmenden im badischen Gebiet für den Verbleib bei Baden-Württemberg. Damit hatte sich die politische Stimmung deutlich verändert. Das Ergebnis zeigt, dass staatliche Zugehörigkeit und Identität nicht unveränderlich sind: Sie können sich durch gemeinsame Erfahrungen über Jahre und Jahrzehnte entwickeln.


Historische und politische Bedeutung

Die Entstehung Baden-Württembergs ist ein besonders geeignetes Beispiel, um mehrere Grundfragen von Geschichte und Politik zu untersuchen. Erstens zeigt sie, wie stark Nachkriegsgrenzen durch die Besatzungspolitik geprägt waren. Zweitens macht sie deutlich, dass demokratische Entscheidungen auch dann Konflikte hinterlassen können, wenn eine Mehrheit entschieden hat. Drittens zeigt sie die Bedeutung von Verfassungsgerichtsbarkeit: Gerichte prüfen nicht, welche politische Lösung „besser“ ist, sondern ob Verfahren und staatliches Handeln mit dem Verfassungsrecht vereinbar sind.

Schließlich führt die Landesgründung zu einer bis heute wichtigen Frage: Wie entsteht politische Identität? Baden-Württemberg wurde 1952 staatlich gegründet, aber eine gemeinsame Landesidentität entwickelte sich erst in einem längeren Prozess. Gerade das Nebeneinander von regionaler Vielfalt und politischer Einheit gehört deshalb zur Geschichte des Landes.


Zeitleiste

Datum Ereignis
1945 Aufteilung des Südwestens in amerikanische und französische Besatzungsgebiete
1946/1947 Entstehung der Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern
24. September 1950 Nicht bindende Volksbefragung zur Südwestfrage
9. Dezember 1951 Verbindliche Volksabstimmung: Mehrheit für den Südweststaat
9. März 1952 Wahl der Verfassunggebenden Landesversammlung
25. April 1952 Gründung des Landes Baden-Württemberg
19. November 1953 Inkrafttreten der Landesverfassung
3. Mai 1954 Gesetz über das Landeswappen
7. Juni 1970 Neue Abstimmung im badischen Gebiet: klare Mehrheit für den Verbleib bei Baden-Württemberg


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche drei Länder gingen 1952 im neuen Land Baden-Württemberg auf? (Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern) (!Baden, Bayern und Württemberg) (!Württemberg, Hessen und Hohenzollern) (!Baden, Saarland und Württemberg-Baden)




Warum entstanden nach 1945 neue Ländergrenzen im Südwesten? (Die Besatzungszonen der USA und Frankreichs durchschnitten Baden und Württemberg) (!Die Länder wurden nach Sprachgrenzen geordnet) (!Die Länder wurden durch den Europarat festgelegt) (!Die Grenzen folgten ausschließlich alten Kirchengebieten)




Welcher Politiker setzte sich besonders für die Wiederherstellung eines eigenständigen Badens ein? (Leo Wohleb) (!Reinhold Maier) (!Gebhard Müller) (!Theodor Heuss)




Welche Funktion hatte Artikel 118 des Grundgesetzes für die Südwestfrage? (Er ermöglichte eine besondere Regelung zur Neugliederung der drei südwestdeutschen Länder) (!Er bestimmte Stuttgart sofort zur Hauptstadt) (!Er erklärte Baden-Württemberg bereits 1949 für gegründet) (!Er verbot Volksabstimmungen über Ländergrenzen)




Wann fand die entscheidende Volksabstimmung über den Südweststaat statt? (9. Dezember 1951) (!25. April 1952) (!19. November 1953) (!7. Juni 1970)




In welchem Abstimmungsgebiet gab es 1951 keine Mehrheit für den Südweststaat? (Südbaden) (!Nordbaden) (!Nordwürttemberg) (!Südwürttemberg-Hohenzollern)




Welche Bedingung war für die Bildung des Südweststaats entscheidend? (Eine Mehrheit im Gesamtgebiet und in drei von vier Abstimmungsgebieten) (!Eine einstimmige Zustimmung aller Gemeinden) (!Eine Zweidrittelmehrheit in jedem Abstimmungsgebiet) (!Nur eine Mehrheit in Südbaden)




Wer wurde am 25. April 1952 erster Ministerpräsident Baden-Württembergs? (Reinhold Maier) (!Leo Wohleb) (!Gebhard Müller) (!Kurt Georg Kiesinger)




Was zeigt das Große Landeswappen besonders deutlich? (Die Verbindung verschiedener historischer Traditionen im gemeinsamen Land) (!Die vollständige Abschaffung regionaler Identitäten) (!Die Zugehörigkeit Baden-Württembergs zu Bayern) (!Die Aufteilung des Landes in Besatzungszonen)




Was ergab die erneute Abstimmung im badischen Gebiet 1970? (Eine deutliche Mehrheit wollte bei Baden-Württemberg bleiben) (!Eine deutliche Mehrheit verlangte die Wiederherstellung Badens) (!Die Abstimmung endete ohne Mehrheit) (!Baden wurde danach ein eigenständiges Bundesland)





Memory

Reinhold Maier Erster Ministerpräsident Baden-Württembergs
Leo Wohleb Gegner des Südweststaats und Vertreter eines eigenständigen Badens
Artikel 118 Sonderregelung des Grundgesetzes zur Neugliederung im Südwesten
Südbaden Abstimmungsgebiet mit Mehrheit gegen den Südweststaat 1951
Landesverfassung Gemeinsame verfassungsrechtliche Grundlage seit 1953
Greif Wappentier für Baden
Hirsch Wappentier für Württemberg





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Besatzungszonen Politische Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg
Volksbefragung Nicht bindende Abstimmung im Jahr 1950
Volksabstimmung Verbindliche Entscheidung über den Südweststaat 1951
Landesversammlung Gewähltes Gremium zur Ausarbeitung einer Verfassung
Landesgründung Entstehung Baden-Württembergs am 25. April 1952
Landesidentität Langfristig entstehendes Gefühl politischer Zugehörigkeit




...


Kreuzworträtsel

Wohleb Welcher badische Staatspräsident kämpfte gegen den Südweststaat?
Maier Wie hieß der erste Ministerpräsident Baden-Württembergs mit Nachnamen?
Stuttgart Welche Stadt wurde Regierungssitz des neuen Landes?
Hohenzollern Welcher historische Name war Bestandteil eines der drei Gründungsländer?
Verfassung Welche grundlegende Rechtsordnung trat 1953 in Kraft?
Föderalismus Welches politische Prinzip beschreibt die Gliederung Deutschlands in Bund und Länder?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Nach 1945 wurde der deutsche Südwesten durch die

der USA und Frankreichs neu gegliedert. Aus Nordbaden und Nordwürttemberg entstand das Land

. Der badische Staatspräsident

setzte sich für die Wiederherstellung eines eigenständigen Badens ein. Das Grundgesetz enthielt mit Artikel

eine besondere Regelung für die Südwestfrage. Die entscheidende Volksabstimmung fand am

statt. Im Abstimmungsgebiet

gab es eine Mehrheit gegen den Südweststaat. Am 25. April 1952 wurde

gegründet. Die Landesverfassung trat im Jahr

in Kraft. Im Jahr 1970 stimmte eine deutliche Mehrheit im badischen Gebiet für den

bei Baden-Württemberg.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine eigene Zeitleiste von 1945 bis 1970 mit mindestens sieben Schlüsselereignissen und markiere, welche Ereignisse demokratische Entscheidungen waren.
  2. Historische Karte: Zeichne eine einfache Karte der drei Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern und ergänze deren Regierungssitze.
  3. Politisches Plakat: Analysiere eines der historischen Wahlkampfplakate. Beschreibe Bild, Sprache, Zielgruppe und beabsichtigte Wirkung.
  4. Begriffskarte: Erstelle eine Mindmap zu den Begriffen Südweststaat, Föderalismus, Volksabstimmung, Verfassung und Landesidentität.


Standard

  1. Perspektivwechsel: Schreibe zwei kurze Stellungnahmen zur Südwestfrage aus der Sicht einer südbadischen Gegnerin und eines württembergischen Befürworters im Jahr 1951.
  2. Quellenvergleich: Vergleiche die Straßenbahnwerbung für den Südweststaat mit dem Plakat „Hände weg von Baden“. Arbeite mindestens drei Unterschiede in Argumentation und Bildsprache heraus.
  3. Abstimmungsverfahren: Erkläre mit eigenen Worten, warum die Einteilung in vier Abstimmungsgebiete politisch umstritten war, und entwickle ein alternatives Auswertungsmodell.
  4. Landeswappen: Untersuche die Symbole des Großen Landeswappens und entwirf ein alternatives Wappen, das Einheit und regionale Vielfalt ausdrückt.


Schwer

  1. Demokratische Legitimität: Verfasse ein begründetes Urteil, ob die Südweststaatsentscheidung von 1951 aus Deiner Sicht demokratisch legitim und zugleich politisch fair war.
  2. Verfassungsgerichtsbarkeit: Recherchiere die Rolle des Bundesverfassungsgerichts in der Baden-Frage und erkläre, warum Gerichte in einer Demokratie politische Verfahren kontrollieren.
  3. Oral History: Führe ein Interview mit einer älteren Person über badische, württembergische oder baden-württembergische Identität. Entwickle vorher einen Fragenkatalog und werte das Gespräch anschließend aus.
  4. Landesidentität: Produziere einen Podcast oder ein kurzes Video mit der Leitfrage „Wie wird aus mehreren Regionen ein gemeinsames Land?“ und verbinde historische Beispiele von 1952 mit heutigen Beobachtungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Mehrheit und Minderheit: Erkläre anhand der Abstimmung von 1951, warum eine demokratische Mehrheitsentscheidung politische Minderheiten nicht automatisch überzeugt.
  2. Abstimmungsregeln: Vergleiche zwei mögliche Verfahren zur Auswertung der Südwestabstimmung und beurteile, welche Interessen jeweils stärker berücksichtigt würden.
  3. Föderalismus: Übertrage die Südwestfrage auf eine heutige hypothetische Länderneugliederung und nenne politische, wirtschaftliche und identitätsbezogene Konfliktfelder.
  4. Politische Identität: Erkläre, weshalb eine neue Verfassung schneller beschlossen werden kann als eine gemeinsame Identität entsteht.
  5. Verfassungsgericht: Beurteile, warum die spätere gerichtliche Überprüfung der Baden-Frage trotz der bereits erfolgten Landesgründung für einen Rechtsstaat wichtig war.
  6. Kontinuität und Wandel: Setze das Abstimmungsergebnis von 1951 mit dem Ergebnis von 1970 in Beziehung und entwickle mindestens zwei begründete Erklärungen für den Wandel.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären und politische Verfahren beurteilen kannst.

  1. Nachkriegsordnung: Du kannst erklären, warum nach 1945 drei südwestdeutsche Länder entstanden.
  2. Südwestfrage: Du kannst die Positionen von Befürwortern und Gegnern des Südweststaats vergleichen.
  3. Volksabstimmung: Du kannst das Abstimmungsverfahren von 1951 erläutern und seine Konfliktpunkte beurteilen.
  4. Landesgründung: Du kannst den Weg von der Volksabstimmung zur Gründung am 25. April 1952 nachvollziehen.
  5. Landesverfassung: Du kannst erklären, warum die Verfassung von 1953 für das neue Land wichtig war.
  6. Landesidentität: Du kannst zeigen, wie gemeinsame Institutionen und Symbole neben älteren regionalen Identitäten entstanden.
  7. Baden-Frage: Du kannst die Bedeutung der Abstimmung von 1970 für die langfristige Legitimation des Landes einordnen.




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