Elektropneumatik und Elektrohydraulik – Zwei Zylinder in Folge steuern
Elektropneumatik und Elektrohydraulik – Zwei Zylinder in Folge steuern
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du eine typische Ablaufsteuerung aus der Ausbildung kennen: Zwei Zylinder sollen nacheinander arbeiten. Der Beispielablauf lautet A+ → B+ → B− → A−. Entscheidend ist nicht nur die Bewegungsfolge, sondern die Frage: Welche eindeutige Bedingung erlaubt den Übergang zum nächsten Schritt?
Der Kurs ist bewusst in kurze Lerneinheiten gegliedert. Du arbeitest mit Ablaufsteuerungen, GRAFCET, Elektropneumatik, Elektrohydraulik, Schaltbildern und sicheren Fehlersimulationen.
Ausbildungsfall: In einer simulierten Übergabestation positioniert Zylinder A ein Werkstück. Erst wenn A seine vordere Endlage sicher gemeldet hat, fährt Zylinder B aus. Danach fährt B zurück. Erst nach sicher erkannter hinterer Endlage von B darf A zurückfahren.
Sicherheitsrahmen dieses Kurses: Alle Funktions- und Fehlerübungen erfolgen in einer Simulation oder an einem drucklosen Ausbildungsmodell. Arbeiten an real unter Druck stehenden pneumatischen oder hydraulischen Anlagen, Funktionsprüfungen unter Druck und Eingriffe in Leitungen oder Komponenten sind nur nach betrieblicher Freigabe, Gefährdungsbeurteilung und unter fachlicher Aufsicht zulässig.

Die Animation zeigt die Bewegung eines Pneumatikzylinders. Im Kurs interessiert Dich zusätzlich, wann diese Bewegung freigegeben wird und wann der nächste Zylinder starten darf.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du eine einfache Folge mit zwei Zylindern als Schrittfolge beschreiben, Endlagensignale als eindeutige Übergangsbedingungen einsetzen, einen elektropneumatischen und einen elektrohydraulischen Lösungsweg vergleichen, gespeicherte Druck- und Bewegungsenergie als Gefährdung erklären und Fehler ausschließlich in einer sicheren Simulation systematisch eingrenzen.
Lerneinheit 1: Vom Arbeitsauftrag zur Schrittfolge
Für den Ausbildungsfall verwenden wir vier Bewegungen:
| Schritt | Aktion | Übergang zum nächsten Schritt |
|---|---|---|
| 0 | Grundstellung: A− und B− | Start UND a0 UND b0 |
| 1 | A+ | a1 |
| 2 | B+ | b1 |
| 3 | B− | b0 |
| 4 | A− | a0, danach zurück zu Schritt 0 |
Dabei bedeuten a0 und a1 die hintere und vordere Endlage von Zylinder A. b0 und b1 stehen entsprechend für Zylinder B.
Eine Übergangsbedingung ist eindeutig, wenn klar festgelegt ist, welches Signal den aktuellen Schritt beendet. Für Schritt 1 ist das a1. Ein Zeitwert allein ist kein gleichwertiger Ersatz für eine Endlagenrückmeldung, wenn die tatsächliche Position für den Prozess entscheidend ist.

Merksatz: Schritt vor Signal vor Folgeaktion
Frage bei jeder Störung immer in derselben Reihenfolge: Welcher Schritt ist aktiv? Welches Signal wird als Nächstes erwartet? Welche Aktion darf erst danach folgen?
Lerneinheit 2: Eindeutige Übergangsbedingungen mit GRAFCET
GRAFCET beschreibt Ablaufsteuerungen mit Schritten, Transitionen und Aktionen. Für den Kurs reicht zunächst diese Logik:
| Aktiver Schritt | Aktion | Transition |
|---|---|---|
| X1 | A ausfahren | a1 |
| X2 | B ausfahren | b1 |
| X3 | B einfahren | b0 |
| X4 | A einfahren | a0 |
Wichtig: Eine Transition wird nicht dadurch richtig, dass irgendwann ein beliebiges Sensorsignal erscheint. Sie muss zum aktuellen Schritt passen. Deshalb ist die Frage „Welches Signal fehlt?“ bei der Fehlersuche oft hilfreicher als „Welches Bauteil ist kaputt?“.
Ein Sensorfehler kann eine logisch korrekt formulierte Transition trotzdem gefährlich machen. Meldet beispielsweise b1 fälschlich bereits „1“, obwohl B noch nicht vorne steht, würde die Schrittkette zu früh weiterschalten. In realen Maschinen müssen deshalb Sicherheitsfunktionen, Plausibilitäten und Diagnosekonzepte aus der Risikobeurteilung abgeleitet und validiert werden.
Lerneinheit 3: Elektropneumatische Umsetzung
Die Elektropneumatik verbindet einen elektrischen Steuerteil mit einem pneumatischen Leistungsteil. Sensoren liefern elektrische Signale, die Steuerlogik entscheidet über den nächsten Schritt, und Magnetventile schalten die Druckluft zum Zylinder.

Für einen doppeltwirkenden Zylinder ist ein 5/2-Wegeventil ein typisches Schaltelement. In einer vereinfachten Simulationsvariante mit monostabilem 5/2-Ventil gilt: Magnet ein → Zylinder fährt in die eine Richtung; Magnet aus → Feder stellt das Ventil zurück.
Für A+ → B+ → B− → A− muss A während der B-Bewegungen vorne bleiben. Eine mögliche Simulationslogik lautet deshalb:
| Schritt | Ausgang A | Ausgang B |
|---|---|---|
| A+ | EIN | AUS |
| B+ | EIN | EIN |
| B− | EIN | AUS |
| A− | AUS | AUS |
Diese Tabelle ist keine allgemeingültige Verdrahtungsanweisung. Sie beschreibt nur das Verhalten des gewählten Simulationsmodells.


Elektrischer Signalweg
Ein sinnvoller Diagnosepfad lautet: Sensor → Eingang → Schrittlogik → Ausgang → Magnetspule → Ventilstellung → Zylinderbewegung → neuer Sensorzustand.


Das Relaisdiagramm ist ein allgemeines Beispiel für elektrische Relaislogik und nicht der konkrete Schaltplan dieses Ausbildungsfalls.
Lerneinheit 4: Elektrohydraulische Umsetzung
Bei der Elektrohydraulik steuert der elektrische Teil hydraulische Ventile. Die Schrittkette kann funktional dieselbe bleiben: A+ → B+ → B− → A−. Der Leistungsteil unterscheidet sich jedoch deutlich.


In einer idealisierten Simulation kann ein federzentriertes 4/3-Wegeventil mit geschlossener Mittelstellung verwendet werden. Dann wird für jede Bewegungsrichtung gezielt eine Ventilstellung aktiviert. Nach Erreichen einer Endlage kann das Ventil in die Mittelstellung zurückkehren.

Achtung: Eine geschlossene Mittelstellung darf in einer realen Maschine nicht automatisch als sichere Lastsicherung interpretiert werden. Leckage, Schlauchversagen, Druckspeicher, äußere Lasten und weitere Fehlerzustände müssen konstruktiv und sicherheitstechnisch berücksichtigt werden.
Pneumatik und Hydraulik im Vergleich
| Merkmal | Elektropneumatik | Elektrohydraulik |
|---|---|---|
| Arbeitsmedium | komprimierte Luft | Druckflüssigkeit |
| Typische Aktorsteuerung | 5/2-Wegeventil bei doppeltwirkendem Zylinder | z. B. 4/3-Wegeventil bei doppeltwirkendem Zylinder |
| Ablaufprinzip | Schritt + eindeutige Transition | Schritt + eindeutige Transition |
| Gespeicherte Energie | komprimierte Luft, gespannte Bauteile, Lasten | Druckspeicher, eingeschlossene Druckräume, Lasten |
| Kursbetrieb | Simulation oder druckloses Modell | Simulation oder druckloses Modell |
Lerneinheit 5: Gespeicherte Druck- und Bewegungsenergie
Ein ausgeschalteter Antrieb ist nicht automatisch energiefrei. In pneumatischen und hydraulischen Systemen kann nach dem Abschalten Restenergie vorhanden sein.
In der Pneumatik kann Energie in komprimierter Luft in Leitungen, Ventilen, Zylinderkammern oder Behältern gespeichert sein. Zusätzlich können bewegte oder angehobene Teile, Federn oder verspannte Mechaniken Bewegungsenergie beziehungsweise potenzielle Energie enthalten.
In der Hydraulik können Druckspeicher, eingeschlossene Flüssigkeitsvolumina, angehobene Lasten, vorgespannte Bauteile und hydraulisch gehaltene Kräfte auch nach dem Abschalten des Pumpenantriebs gefährlich bleiben.
Für diesen aiMOOC gilt deshalb: Keine Leitung lösen, keine Verschraubung öffnen, keine Leckstelle mit der Hand suchen und keine Schutzfunktion überbrücken. Fehlerdiagnose erfolgt in der Simulation. Reale Druckarbeiten und Prüfungen dürfen nur fachlich freigegeben, nach Betriebsanweisung durchgeführt und beaufsichtigt werden.
Ein Not-Halt ist nicht einfach eine weitere Transition im normalen Ablauf. Sicherheitsfunktionen müssen unabhängig von der normalen Ablaufbeschreibung entsprechend Risikobeurteilung, Maschinenkonzept und gültigen Sicherheitsanforderungen festgelegt und validiert werden.
Lerneinheit 6: Sichere Fehlerdiagnose-Simulationen
Arbeite die folgenden Fälle ausschließlich in einer Simulation durch.
| Fehlerbild | Beobachtung | Sichere Diagnose | Fachliche Begründung |
|---|---|---|---|
| a1 bleibt 0 | Ablauf stoppt nach A+ | Prüfe im Simulator, ob A tatsächlich vorne steht und ob a1 am Eingang wechselt | Die Transition von Schritt A+ zu B+ ist nicht erfüllt |
| b1 steht schon vor B+ auf 1 | B+ kann zu früh verlassen werden | Vergleiche simulierte Position und Sensorsignal; markiere den Zustand als unplausibel | Ein fehlerhaftes Endlagensignal kann eine formal richtige Transition falsch auslösen |
| Ausgang für B+ ist 1, B bewegt sich nicht | Schritt B+ bleibt aktiv | Verfolge im Simulator Signalweg von Ausgang über Magnetventil bis zum Zylinder | Die Logik fordert die Bewegung an; der Fehler liegt danach im simulierten Wirkungspfad |
| b0 wird beim Rücklauf nicht 1 | A bleibt vorne | Prüfe im Simulator B-Position und b0 | A− darf erst nach bestätigtem Rücklauf von B freigegeben werden |
| a0 und a1 sind gleichzeitig 1 | widersprüchlicher Zustand | Stoppe die Simulation und markiere Sensorzustand als unplausibel | Ein Zylinder kann im idealisierten Endlagenmodell nicht gleichzeitig hinten und vorne sein |
Diagnose-Regel: Nicht „auf Verdacht“ Bauteile tauschen. Erst den aktiven Schritt und das fehlende beziehungsweise widersprüchliche Signal bestimmen.
Lerneinheit 7: Gestufte Hilfen
| Hilfestufe | Leitfrage |
|---|---|
| Hilfe 1 | Welcher Schritt ist aktuell aktiv und welche Bewegung gehört zu diesem Schritt? |
| Hilfe 2 | Welche einzige Endlagenmeldung muss die nächste Transition erfüllen? |
| Hilfe 3 | Wo im Signalweg Sensor → Eingang → Logik → Ausgang → Ventil → Zylinder stimmt Soll und Ist erstmals nicht überein? |
| Hilfe 4 | Ist der Sensorzustand plausibel oder widerspricht er der simulierten Zylinderposition? |
Nutze immer zuerst Hilfe 1. Erst wenn Du damit nicht weiterkommst, gehst Du zur nächsten Stufe.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basis
Aufgabe 1: Ordne dem Ablauf A+ → B+ → B− → A− die Transitionssignale a1, b1, b0 und a0 zu.
Begründetes Feedback: Richtig ist die Reihenfolge a1 → b1 → b0 → a0. Jede Transition bestätigt genau die Endlage der Bewegung, die im aktuellen Schritt erwartet wird.
Aufgabe 2: Erkläre, warum beim Start neben dem Startsignal auch a0 und b0 geprüft werden sollten.
Begründetes Feedback: Der Start soll nur aus der definierten Grundstellung erfolgen. So ist eindeutig, welche Position beide Zylinder zu Beginn haben.
Anwendung
Aufgabe 3: In der Simulation bleibt die Kette nach A+ stehen. a1 bleibt 0. Formuliere einen Diagnoseweg mit höchstens drei Prüfschritten.
Begründetes Feedback: Ein sinnvoller Weg ist: simulierte A-Position prüfen → a1-Eingang prüfen → Sensorparametrierung im Modell prüfen. Das bleibt nahe an der fehlenden Transition und vermeidet wahllose Fehlersuche.
Aufgabe 4: Bei B+ wird b1 sofort 1, obwohl B noch nicht vorne ist. Entscheide, ob die Kette weiterlaufen darf.
Begründetes Feedback: Nein. Der Sensorzustand widerspricht der Position und muss als unplausibel behandelt werden. Eine schnelle Signaländerung ist kein Beweis für eine erreichte Endlage.
Transfer
Aufgabe 5: Ergänze einen Werkstücksensor w0. Der Zyklus darf nur starten, wenn ein Werkstück vorhanden ist und beide Zylinder in Grundstellung stehen. Formuliere die Startbedingung.
Begründetes Feedback: Eine passende Bedingung lautet Start UND w0 UND a0 UND b0. Die zusätzliche Prozessbedingung wird mit der sicheren, definierten Ausgangslage verknüpft.
Aufgabe 6: Übertrage die Schrittkette von der Elektropneumatik auf eine elektrohydraulische Simulation. Was bleibt gleich, was ändert sich?
Begründetes Feedback: Die funktionale Schrittfolge und die Endlagentransitionen bleiben gleich. Der fluidische Leistungsteil, Ventiltyp, Energiezustand und das Verhalten bei Mittelstellung ändern sich. Genau diese Trennung von Funktionslogik und Technologie ist ein zentrales Lernziel.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Bewegung startet im Ausbildungsfall zuerst? (A fährt aus) (!B fährt aus) (!B fährt ein) (!A fährt ein)
Welche Transition beendet den Schritt A plus? (a1) (!a0) (!b1) (!b0)
Welche Bedingung folgt auf den Schritt B plus? (b1) (!a1) (!b0) (!Start)
Welche Bewegung folgt auf B plus? (B fährt ein) (!A fährt ein) (!A fährt aus) (!B bleibt dauerhaft vorne)
Was ist der erste Schritt einer systematischen Fehlerdiagnose? (Aktiven Schritt bestimmen) (!Alle Sensoren tauschen) (!Leitungen öffnen) (!Ventile unter Druck zerlegen)
Was kann nach dem Abschalten einer Hydraulikanlage weiterhin vorhanden sein? (Gespeicherte Energie) (!Nur elektrische Spannung) (!Garantiert kein Druck) (!Nur Wärme ohne Bewegungspotenzial)
Wo werden Fehlerübungen in diesem Kurs durchgeführt? (In einer Simulation oder am drucklosen Modell) (!An einer beliebigen laufenden Maschine) (!Durch Öffnen einer Druckleitung) (!Durch Überbrücken von Schutzfunktionen)
Wofür steht eine Transition in einer Schrittkette? (Für die Bedingung zum Weiterschalten) (!Für die Farbe des Ventils) (!Für den Zylinderdurchmesser) (!Für den Betriebsdruck allein)
Was bleibt beim Wechsel von Elektropneumatik zu Elektrohydraulik grundsätzlich gleich? (Die funktionale Schrittfolge) (!Das Arbeitsmedium) (!Jeder Ventiltyp) (!Jede Gefährdung)
Was ist bei gleichzeitig aktivem a0 und a1 im idealisierten Endlagenmodell zu tun? (Den Zustand als unplausibel behandeln) (!Den Ablauf beschleunigen) (!Beide Signale ignorieren) (!Die Druckversorgung erhöhen)
Memory
| a1 | A vorne |
| b1 | B vorne |
| a0 | A hinten |
| b0 | B hinten |
| Transition | Weiterschaltbedingung |
| Schritt | Aktiver Ablaufzustand |
| Magnetventil | Elektrisch betätigtes Fluidventil |
| Restenergie | Nach Abschaltung gespeicherte Energie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| A ausfahren | erster Bewegungsschritt |
| a1 | Übergang nach A plus |
| B ausfahren | zweiter Bewegungsschritt |
| b1 | Übergang nach B plus |
| B einfahren | dritter Bewegungsschritt |
| b0 | Übergang vor A minus |
Kreuzworträtsel
| Transition | Wie heißt die Bedingung zum Weiterschalten zwischen zwei Schritten? |
| Zylinder | Welcher lineare Aktor erzeugt die Bewegung im Ausbildungsfall? |
| Endlage | Welche Position wird durch a0 a1 b0 oder b1 gemeldet? |
| Wegeventil | Welches Bauteil lenkt den Fluidstrom zum Zylinder? |
| Druckspeicher | Welches hydraulische Bauteil kann Energie nach dem Abschalten speichern? |
| Schrittkette | Wie nennt man eine schrittweise ablaufende Steuerung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bewegungsfolge: Zeichne die Folge A+ → B+ → B− → A− als vier Kästchen und ergänze zu jedem Kästchen die erwartete Endlagenmeldung.
- Endlagensensor: Erkläre in fünf Sätzen, warum ein Endlagensignal für eine Folgebewegung aussagekräftiger sein kann als eine reine Zeitvorgabe.
- Schaltzeichen: Suche in den eingebundenen Commons-Medien Zylinder, Wegeventil und Endschalter und beschrifte eine eigene Lernskizze.
- Sicherheitsregel: Formuliere eine kurze Warnkarte zum Thema gespeicherte Druck- und Bewegungsenergie für den Ausbildungsplatz.
Standard
- GRAFCET: Erstelle einen GRAFCET für A+ → B+ → B− → A− mit den Transitionen a1, b1, b0 und a0.
- Fehlerdiagnose: Simuliere den Fehler a1 bleibt 0 und dokumentiere Sollsignal, Istsignal, aktiven Schritt und begründete Fehlerhypothese.
- Elektropneumatik: Erstelle in einer Simulationssoftware einen elektropneumatischen Funktionsentwurf und zeige, warum A während der Bewegung von B vorne bleiben muss.
- Elektrohydraulik: Übertrage dieselbe funktionale Schrittfolge in eine elektrohydraulische Simulation und notiere drei Unterschiede im Leistungsteil.
Schwer
- Plausibilitätsprüfung: Entwickle eine Simulationsregel, die a0 UND a1 gleichzeitig als unplausiblen Zustand erkennt und den Automatikablauf nicht fortsetzt.
- Wiederanlauf: Entwirf für die Simulation eine Rücksetzstrategie, bei der nach einem Fehler nur aus einer eindeutig definierten Grundstellung neu gestartet wird.
- Transferaufgabe: Ergänze einen Werkstücksensor und eine Freigabebedingung und begründe, an welcher Stelle der Schrittkette die neue Bedingung sinnvoll ist.
- Fehleranalyse: Erstelle ein kurzes Erklärvideo, in dem Du einen simulierten Fehler entlang der Kette Sensor → Eingang → Logik → Ausgang → Ventil → Zylinder lokalisierst, ohne reale Druckarbeiten zu zeigen.


Lernkontrolle
- Ablaufanalyse: Eine Anlage bleibt nach A+ stehen. Entwickle aus dem GRAFCET eine Diagnosefolge und begründe die Reihenfolge Deiner Prüfungen.
- Transitionsbewertung: Vergleiche die Bedingungen „nach zwei Sekunden“ und „a1“. Entscheide für eine positionsabhängige Folgebewegung, welche Bedingung geeigneter ist, und begründe Grenzen beider Varianten.
- Technologietransfer: Erkläre, welche Teile einer Schrittkette beim Wechsel von Elektropneumatik zu Elektrohydraulik übernommen werden können und welche neu bewertet werden müssen.
- Fehlersicherheit: Ein Endlagensensor ist dauerhaft 1. Analysiere, wie sich der Fehler auf die Schrittfolge auswirken kann und welche Plausibilitätsprüfung in einer Simulation sinnvoll wäre.
- Restenergie: Begründe, warum „Pumpe aus“ oder „Druckluftzufuhr gesperrt“ allein noch keinen sicheren Zustand garantiert.
- Systemdenken: Entwickle eine Diagnosematrix mit den Spalten aktiver Schritt, erwartetes Signal, tatsächliches Signal, Ausgangssignal und simulierte Bewegung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du die Folge A+ → B+ → B− → A− sicher als Ablauf beschreiben kannst, eindeutige Übergangsbedingungen begründest, einen GRAFCET lesen und erstellen kannst, elektropneumatischen und elektrohydraulischen Leistungsteil unterscheidest, gespeicherte Druck- und Bewegungsenergie erkennst und eine Störung in der Simulation über einen nachvollziehbaren Signalweg diagnostizierst.
Ein guter Lernnachweis enthält außerdem eine kurze Reflexion darüber, warum reale Druckarbeiten nur nach fachlicher Freigabe und unter Aufsicht durchgeführt werden dürfen.
Fachquellen und Normbezug
- ISO 4414:2010: Allgemeine Regeln und Sicherheitsanforderungen für pneumatische Systeme und Komponenten; laut ISO weiterhin aktuell bestätigt.
- ISO 4413:2010: Allgemeine Regeln und Sicherheitsanforderungen für hydraulische Systeme und Komponenten; laut ISO weiterhin aktuell bestätigt.
- ISO 1219-1:2012: Grafische Symbole für fluidtechnische Systeme und Komponenten.
- IEC 60848:2013: GRAFCET-Spezifikationssprache für Ablaufsteuerungen.
- DGUV Information 209-070: Sicherheit bei der Hydraulik-Instandhaltung.
- DGUV Information 209-015: Instandhaltung an Maschinen und Anlagen; Ausgabe 2026 mit aufgenommenem Thema Restenergien.
- BGHM Hydraulikinstandhaltung: Hinweise zu Gefährdungen durch gespeicherte Energien, Druckflüssigkeit und unbeabsichtigte Bewegungen.
- Festo Didactic Teachware: Ausbildungsbezogene Grundlagen zu Pneumatik, Elektropneumatik, Hydraulik und Elektrohydraulik einschließlich Schaltplänen und Sicherheitsmaßnahmen.
- Festo Didactic Software und eLearning: Grundlagen elektropneumatischer Schaltungen, Sensoren, Ablauflogik und Simulation.
Die Normtexte selbst sind urheberrechtlich geschützt. Der aiMOOC übernimmt keine Normtexte, sondern verweist auf Titel, Anwendungsbereich und fachliche Kernaussagen. Für betriebliche Arbeiten gelten zusätzlich Herstellerunterlagen, Betriebsanweisungen, Gefährdungsbeurteilung und die im Betrieb freigegebenen Verfahren.
Medien- und Rechteprüfung
: Wikimedia Commons, Autor Kamarton, CC BY 3.0 oder GFDL.
: Wikimedia Commons, Marton Kiss-Albert, CC BY 3.0 oder GFDL.
: Wikimedia Commons, Qscgy256, CC BY-SA 4.0.
: Wikimedia Commons, Public Domain.
: Wikimedia Commons, Adre-es, CC BY-SA 4.0.
: Wikimedia Commons, Uweschwoebel, unter anderem CC BY-SA 3.0 oder GFDL.
: Wikimedia Commons, 電工石火, CC BY-SA 4.0.
: Wikimedia Commons, Duk und P neves, CC BY-SA 3.0 oder GFDL.
: Wikimedia Commons, MovGP0, CC BY 3.0.- YouTube-Videos: Die eingebundenen Videos werden über den YouTube-Player vom jeweiligen Kanal bereitgestellt. Es werden keine lokalen Kopien angefertigt; Rechte und dauerhafte Verfügbarkeit verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern und der Plattform.
OERs zum Thema
Weiterführend: Elektropneumatische Steuerung, Elektrohydraulik, GRAFCET, Pneumatik, Hydraulik.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


NEWSLernweltNOAH fragen