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Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb - Baden-Württemberg

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Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb - Baden-Württemberg




Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb – Baden-Württemberg


Einleitung

Vor rund 40.000 Jahren lebten Menschen der Art Homo sapiens während der letzten Eiszeit auch auf der heutigen Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. In Höhlen des Ach- und Lonetals hinterließen sie Werkzeuge, Schmuck, Musikinstrumente und kleine geschnitzte Figuren. Diese Funde gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen früher Kunst und Kultur. Viele stammen aus dem Aurignacien, einer frühen Phase des Jungpaläolithikums.

Wichtig: Die Menschen malten hier nach heutigem Forschungsstand nicht vor allem große Bilder an Höhlenwände, wie man sie etwa aus anderen Regionen Europas kennt. Berühmt ist die Schwäbische Alb besonders für mobile Kunst: kleine Figuren, die getragen, benutzt oder von einem Ort zum anderen mitgenommen werden konnten.

Die sechs besonders bedeutenden Höhlen und ihre Umgebung wurden 2017 als UNESCO-Welterbestätte „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ anerkannt. Die UNESCO hebt hervor, dass hier außergewöhnliche Zeugnisse der ersten modernen Menschen in Europa erhalten sind. Dazu gehören geschnitzte Figuren, Schmuck und sehr frühe Musikinstrumente.

In diesem aiMOOC lernst Du, warum diese Funde für Geschichte, Kunstgeschichte und Archäologie so wichtig sind. Du untersuchst berühmte Kunstwerke, lernst die sechs Welterbehöhlen kennen und erfährst, wie Archäologinnen und Archäologen aus winzigen Spuren Wissen über die Vergangenheit gewinnen.


Zeit und Lebenswelt der Eiszeitmenschen

Als die Kunstwerke entstanden, war das Klima in Europa deutlich kälter als heute. Die Landschaft der Schwäbischen Alb war nicht mit der heutigen dicht bewaldeten Kulturlandschaft vergleichbar. Menschen lebten als Jäger und Sammler. Sie mussten Nahrung finden, Werkzeuge herstellen, Feuer nutzen, sich vor Kälte schützen und ihre Umwelt genau beobachten.

Viele Tierarten, die auf den kleinen Kunstwerken erscheinen, gehörten zur damaligen Tierwelt. Dazu zählen Mammut, Wildpferd, Höhlenlöwe und andere große Tiere. Für die Menschen waren Tiere Nahrung, Rohstoffquelle, Gefahr und vermutlich auch Träger besonderer Vorstellungen und Geschichten.

Das Aurignacien begann in Europa vor mehr als 40.000 Jahren. In den entsprechenden Schichten der Welterbehöhlen auf der Schwäbischen Alb wurden besonders frühe Beispiele figürlicher Kunst und Musik gefunden. Sie zeigen: Schon Menschen dieser Zeit konnten Materialien sehr genau bearbeiten, Formen planen, Symbole schaffen und möglicherweise Vorstellungen ausdrücken, die über den unmittelbaren Alltag hinausgingen.


Zwei Täler und sechs Höhlen

Die UNESCO-Welterbestätte besteht aus zwei Landschaftsräumen: dem Achtal bei Blaubeuren und Schelklingen sowie dem Lonetal nordöstlich von Ulm. In jedem Tal liegen drei der sechs Welterbehöhlen.

Im Achtal gehören der Hohle Fels, das Geißenklösterle und die Sirgensteinhöhle zum Welterbe. Im Lonetal sind es die Vogelherdhöhle, der Hohlenstein-Stadel und die Bocksteinhöhle.

Das Geißenklösterle ist eine Halbhöhle beziehungsweise ein Felsdach im Achtal. Hier wurden bedeutende Spuren des Jungpaläolithikums entdeckt. Besonders bekannt sind frühe Musikinstrumente und weitere Funde aus der Zeit des Aurignacien.

Die Sirgensteinhöhle zeigt, dass Höhlen nicht nur zu einem einzigen Zeitpunkt genutzt wurden. In ihren Bodenschichten können Spuren unterschiedlicher Zeiten liegen. Für die Forschung ist deshalb entscheidend, genau festzuhalten, aus welcher Schicht ein Fund stammt.

Die Vogelherdhöhle im Lonetal wurde besonders durch kleine Tierfiguren aus Mammutelfenbein berühmt. Einige Funde stammen aus einer Ausgrabung von 1931. Jahrzehnte später wurde auch der alte Grabungsaushub erneut untersucht. Dabei kamen weitere wichtige Stücke ans Licht. Dieses Beispiel zeigt, dass auch bereits ausgegrabene Fundstellen mit neuen Methoden weitere Erkenntnisse liefern können.

Im Hohlenstein-Stadel wurden 1939 zahlreiche Bruchstücke einer außergewöhnlichen Figur geborgen. Erst später erkannte man, dass sie zu einem Mischwesen aus Mensch und Höhlenlöwe gehörten: dem berühmten Löwenmenschen.

Die Bocksteinhöhle ergänzt das Bild der langen Nutzung des Lonetals. Gemeinsam zeigen die sechs Höhlen, dass nicht nur einzelne Kunstwerke wichtig sind. Entscheidend ist die gesamte archäologische Landschaft mit Höhlen, Bodenschichten, Fundplätzen und ihrer Umgebung.


Frühe Kunst aus Mammutelfenbein

Ein besonders wichtiger Rohstoff war Mammutelfenbein. Ein Mammutstoßzahn ist jedoch kein einfaches Material. Er ist hart, gebogen und besitzt eine innere Struktur. Wer daraus eine Figur herstellen wollte, musste den Rohstoff zerlegen, ein geeignetes Stück auswählen und es mit Steinwerkzeugen bearbeiten. Schnitzen, Schaben, Glätten und Ritzen verlangten Zeit, Planung und Erfahrung.


Die Venus vom Hohle Fels

Die sogenannte Venus vom Hohle Fels wurde 2008 in der Höhle bei Schelklingen entdeckt. Sie ist knapp sechs Zentimeter hoch und aus Mammutelfenbein geschnitzt. Die Figur stellt einen menschlichen Körper dar. Statt eines ausgearbeiteten Kopfes besitzt sie oben eine Öse. Das spricht dafür, dass sie möglicherweise getragen oder aufgehängt wurde.

Die Figur gehört zu den ältesten bekannten Darstellungen eines menschlichen Körpers. Ihre genaue Bedeutung kennen wir nicht. Begriffe wie „Venus“ sind moderne Bezeichnungen. Sie sagen nicht sicher aus, wie die Menschen der Eiszeit selbst die Figur verstanden haben.


Der Löwenmensch

Der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel ist mehr als 30 Zentimeter hoch und damit für die Eiszeitkunst außergewöhnlich groß. Er verbindet einen menschlich wirkenden Körper mit Merkmalen eines Höhlenlöwen. Die Figur wurde aus einem Mammutstoßzahn gearbeitet.

Besonders spannend ist die Frage nach ihrer Bedeutung. Stellt sie ein erfundenes Wesen dar? Eine Gestalt aus einer Erzählung? Einen Menschen mit tierischen Eigenschaften? Die Forschung kann diese Fragen nicht eindeutig beantworten. Sicher ist jedoch: Wer die Figur schuf, verband Merkmale, die in der Natur nicht in dieser Form zusammen vorkommen. Das zeigt die Fähigkeit zu Vorstellung, Planung und symbolischer Gestaltung.


Tierfiguren aus dem Vogelherd

Die Vogelherdhöhle ist für zahlreiche kleine Tierdarstellungen bekannt. Ein berühmtes Beispiel ist ein Mammut aus Mammutelfenbein. Solche Figuren sind nur wenige Zentimeter groß und dennoch sorgfältig gestaltet.

Auch ein Wildpferd gehört zu den bekannten Funden aus dem Vogelherd. Die Eiszeitkünstlerinnen und Eiszeitkünstler mussten die Tiere genau beobachten oder aus Erinnerung darstellen können. Dabei ging es nicht um eine naturwissenschaftliche Zeichnung. Die Figuren sind bewusst geformte Kunstwerke, bei denen einzelne Merkmale hervorgehoben oder vereinfacht werden konnten.


Musik vor rund 40.000 Jahren

Neben Bildkunst fanden Forschende auf der Schwäbischen Alb auch frühe Musikinstrumente. Besonders wichtig sind Flöten aus Tierknochen und Mammutelfenbein. Sie zeigen, dass Musik bereits im frühen Jungpaläolithikum eine Rolle spielte.

Eine Flöte aus Vogelknochen aus dem Geißenklösterle macht deutlich, wie geschickt Menschen dünne Knochen bearbeiten konnten. Löcher mussten so gesetzt werden, dass auf dem Instrument unterschiedliche Töne erzeugt werden konnten. Musik hinterlässt selbst keine Fossilien. Ein erhaltenes Instrument ist deshalb ein besonders wertvoller Hinweis auf Klang, gemeinsames Musizieren und kulturelles Leben.

Denke weiter: Ein Werkzeug verrät uns häufig, welche praktische Tätigkeit Menschen ausführten. Ein Musikinstrument oder eine geschnitzte Figur eröffnet zusätzlich Fragen nach Gemeinschaft, Kommunikation, Ritual, Erinnerung und Fantasie.


Was macht diese Gegenstände zu Kunst?

Ob ein Gegenstand „Kunst“ ist, hängt auch davon ab, wie wir den Begriff definieren. Bei den Eiszeitfunden sprechen mehrere Merkmale für eine künstlerische Gestaltung: Die Formen wurden bewusst gewählt, Oberflächen bearbeitet, Körper vereinfacht oder betont und zum Teil Ritzungen hinzugefügt. Manche Objekte zeigen Wesen, die nicht einfach als direkte Kopien der Natur verstanden werden können.

Gleichzeitig kennen wir die ursprüngliche Funktion vieler Stücke nicht. Eine Figur konnte Schmuck, Erinnerungsstück, Zeichen einer Gruppe, Teil einer Erzählung oder Bestandteil eines Rituals gewesen sein. Mehrere Funktionen sind gleichzeitig denkbar. Archäologie muss deshalb klar zwischen Beobachtung und Deutung unterscheiden.

Ein Beispiel: Dass die Venus vom Hohle Fels eine Öse besitzt, kann direkt am Objekt beobachtet werden. Daraus lässt sich begründet vermuten, dass sie aufgehängt oder getragen werden konnte. Ob sie dabei eine religiöse Bedeutung hatte, lässt sich dagegen nicht sicher beweisen.


Archäologische Forschung: Wie entsteht Wissen aus Spuren?

Archäologie bedeutet nicht einfach, möglichst viele alte Dinge auszugraben. Eine Fundstelle ist wie ein Archiv. Wird sie ohne Dokumentation zerstört, gehen Informationen unwiederbringlich verloren. Deshalb arbeiten Archäologinnen und Archäologen langsam, systematisch und mit verschiedenen Methoden.

Stratigrafie untersucht die Abfolge von Bodenschichten. Vereinfacht gilt häufig: Tiefere ungestörte Schichten wurden früher abgelagert als darüberliegende. In einer Höhle können sich jedoch komplizierte Ablagerungen bilden. Deshalb müssen Profile, Sedimente und Fundlagen genau dokumentiert werden.

Bei einer Fundkartierung wird festgehalten, wo ein Gegenstand lag. Entscheidend sind nicht nur schöne Einzelstücke. Auch kleine Knochensplitter, Steinabschläge, Holzkohle oder Sedimentproben können wichtige Informationen liefern.

Mit der Radiokohlenstoffdatierung können geeignete organische Materialien datiert werden. Dabei wird der Zerfall des radioaktiven Kohlenstoffisotops C-14 gemessen. Das Ergebnis ist keine einfache „Jahreszahl auf dem Fund“, sondern wird mit Messunsicherheiten ausgewertet und kalibriert.

Restaurierung und Zusammenpassung helfen, zerbrochene Objekte wieder zu verstehen. Beim Löwenmenschen wurden über Jahrzehnte hinweg weitere Fragmente erkannt und eingefügt. Solche Arbeiten verändern manchmal auch die wissenschaftliche Interpretation eines Fundes.

Moderne Forschung nutzt außerdem 3D-Dokumentation. Höhlen, Fundstellen und Kunstwerke können mit Fotografien, Scannern oder anderen bildgebenden Verfahren digital erfasst werden. Das ermöglicht genaue Messungen, Vergleiche und virtuelle Modelle, ohne das Original ständig berühren zu müssen.


Forschungsgeschichte und neue Entdeckungen

Die archäologische Erforschung der Höhlen auf der Schwäbischen Alb begann bereits im 19. Jahrhundert. Die Methoden änderten sich seitdem stark. Frühere Ausgräber konzentrierten sich häufig stärker auf auffällige Funde. Heute werden Sedimente, kleinste Reste, genaue Fundpositionen und naturwissenschaftliche Proben viel systematischer dokumentiert.

Ein anschauliches Beispiel liefert der Vogelherd. Nachgrabungen im Aushub einer älteren Grabung brachten im 21. Jahrhundert weitere kleine Elfenbeinfiguren beziehungsweise Fragmente ans Licht. Dadurch wurde klar, dass alter Grabungsaushub selbst noch eine wertvolle Fundquelle sein kann.

Auch der Löwenmensch zeigt, wie Forschung sich entwickelt. Die Bruchstücke wurden 1939 entdeckt. Erst später wurden sie als Teile einer Figur erkannt und zusammengesetzt. Weitere Arbeiten und neue Fragmente verbesserten die Rekonstruktion. Wissenschaftliches Wissen entsteht also nicht immer mit einem einzigen spektakulären Fundmoment, sondern oft in vielen Schritten.


UNESCO-Welterbe seit 2017

Die sechs Höhlen mit ihrer umgebenden Landschaft wurden 2017 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Stätte besteht aus zwei Teilgebieten im Ach- und Lonetal. Entscheidend für die Anerkennung sind nicht nur die Höhlen als Naturformen, sondern vor allem die außergewöhnlichen archäologischen Zeugnisse der frühen modernen Menschen.

Die UNESCO hebt die Konzentration sehr früher figürlicher Kunst, Musikinstrumente und Schmuckobjekte hervor. Welterbe bedeutet zugleich Verantwortung. Fundstellen müssen geschützt, Veränderungen dokumentiert und Wissen vermittelt werden.

Für Schülerinnen und Schüler ist das Welterbe besonders spannend, weil Geschichte hier mit realen Orten verbunden ist. Museen in Blaubeuren, Ulm, Tübingen und Stuttgart bewahren und zeigen wichtige Originalfunde. Die Höhlenlandschaften machen zugleich deutlich, dass archäologische Objekte immer einen Fundzusammenhang besitzen.


Zwischen sicherem Wissen und offenen Fragen

Archäologie kann vieles klären, aber nicht jede Frage beantworten. Wir können Material, Bearbeitungsspuren, Fundort und oft auch das Alter eines Objekts untersuchen. Schwieriger ist es, Gedanken und Gefühle von Menschen zu rekonstruieren, die keine schriftlichen Texte hinterlassen haben.

Darum ist es wichtig, zwischen drei Ebenen zu unterscheiden: Befund, Interpretation und Spekulation. Ein Befund ist eine dokumentierte Beobachtung. Eine Interpretation verbindet mehrere Beobachtungen zu einer begründeten Erklärung. Spekulation beginnt dort, wo Belege fehlen oder sehr schwach sind.

Gerade bei der Eiszeitkunst ist diese Unterscheidung wichtig. Wir dürfen Fragen nach Religion, Mythen oder Ritualen stellen. Wir sollten aber deutlich sagen, wenn mehrere Deutungen möglich sind.


Bedeutung für Geschichte und Kunst

Die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb verändert unseren Blick auf Menschen der Altsteinzeit. Sie zeigt, dass frühe Homo-sapiens-Gruppen nicht nur technisch geschickt waren. Sie gestalteten Figuren, stellten Mischwesen dar, fertigten Schmuck und spielten Musik.

Für die Kunstgeschichte sind die Funde wichtig, weil sie zu den frühesten bekannten Beispielen figürlicher Gestaltung gehören. Für die Geschichte zeigen sie, dass kulturelles Leben lange vor Städten, Schrift oder Staaten existierte. Für die Archäologie sind sie ein Beispiel dafür, wie materielles Erbe erforscht, geschützt und immer wieder neu ausgewertet wird.

Die Funde beantworten nicht alle Fragen. Genau darin liegt auch ihre Stärke für das Lernen: Du kannst beobachten, vergleichen, begründet deuten und prüfen, wie sicher eine Aussage wirklich ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurden die sechs Höhlen und ihre Eiszeitkunst UNESCO-Welterbe? (2017) (!1990) (!2001) (!2024)




In welchen beiden Tälern liegen die Welterbehöhlen? (Achtal und Lonetal) (!Neckartal und Rheintal) (!Donautal und Murgtal) (!Filstal und Remstal)




Wie viele Höhlen gehören zur Welterbestätte? (Sechs) (!Drei) (!Acht) (!Zwölf)




Aus welchem Material wurden viele berühmte Figuren geschnitzt? (Mammutelfenbein) (!Bronze) (!Porzellan) (!Glas)




In welcher Höhle wurde der Löwenmensch gefunden? (Hohlenstein-Stadel) (!Sirgensteinhöhle) (!Geißenklösterle) (!Bocksteinhöhle)




Wo wurde die Venus vom Hohle Fels entdeckt? (Hohle Fels) (!Vogelherdhöhle) (!Hohlenstein-Stadel) (!Bocksteinhöhle)




Was belegen die gefundenen Flöten besonders deutlich? (Musik im frühen Jungpaläolithikum) (!Metallverarbeitung in der Eiszeit) (!Ackerbau auf der Schwäbischen Alb) (!Erfindung der Schrift)




Was untersucht die Stratigrafie? (Die Abfolge von Bodenschichten) (!Die Lautstärke einer Flöte) (!Die Farbe eines Mammutfells) (!Die Länge eines Flusses)




Wofür wird die Radiokohlenstoffdatierung in der Archäologie eingesetzt? (Zur Altersbestimmung geeigneter organischer Materialien) (!Zur Herstellung von Elfenbein) (!Zum Zeichnen von Höhlenkarten ohne Messung) (!Zum Übersetzen alter Schriftzeichen)




Welcher Kulturstufe werden viele besonders frühe Funde zugeordnet? (Aurignacien) (!Renaissance) (!Barock) (!Industrialisierung)





Memory

Hohle Fels Venusfigur
Hohlenstein-Stadel Löwenmensch
Vogelherdhöhle Mammutfigur
Geißenklösterle Knochenflöte
Achtal Schelklingen
Lonetal Niederstotzingen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Archäologische Aufgabe
Stratigrafie Abfolge von Bodenschichten untersuchen
Radiokohlenstoffdatierung Alter geeigneter organischer Reste bestimmen
Fundkartierung genaue Lage eines Fundes dokumentieren
Restaurierung Bruchstücke sichern und zusammensetzen
3D-Dokumentation Formen und Fundstellen digital erfassen






Kreuzworträtsel

Aurignacien Wie heißt die Kulturstufe, aus der viele sehr frühe Funde der Schwäbischen Alb stammen?
Vogelherd Welche Höhle ist besonders für kleine Tierfiguren aus Mammutelfenbein bekannt?
Elfenbein Wie heißt der Werkstoff, der aus Mammutstoßzähnen gewonnen wurde?
Löwenmensch Wie heißt das berühmte Mischwesen aus Mensch und Höhlenlöwe?
Stratigrafie Wie nennt man die Untersuchung der Abfolge archäologischer Bodenschichten?
Welterbe Welchen Status erhielten die sechs Höhlen 2017 durch die UNESCO?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die sechs bedeutenden Fundhöhlen liegen im Achtal und im

. Viele frühe Kunstwerke stammen aus dem

. Ein besonders häufig verwendeter Werkstoff für Figuren war

. Die berühmte Frauenfigur wurde im

entdeckt. Das Mischwesen aus Mensch und Tier heißt

. Flöten aus Knochen und Elfenbein belegen frühes

. Die Untersuchung übereinanderliegender Bodenschichten nennt man

. Seit 2017 gehören die Höhlen und ihre Eiszeitkunst zum

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bilddetektiv: Wähle eine der abgebildeten Eiszeitfiguren aus. Beschreibe zuerst nur, was Du sicher erkennen kannst, und notiere danach zwei mögliche Deutungen.
  2. Höhlenkarte: Zeichne eine einfache Karte von Baden-Württemberg und markiere Achtal und Lonetal mit den sechs Welterbehöhlen.
  3. Materialforscher: Erkläre in einem kurzen Text, warum Mammutelfenbein für die Herstellung einer kleinen Figur gleichzeitig nützlich und schwierig zu bearbeiten war.
  4. Klangexperiment: Baue aus ungefährlichen Alltagsmaterialien ein einfaches Blasinstrumentmodell und beschreibe, welche Bedingungen für verschiedene Töne wichtig sind.


Standard

  1. Grabungstagebuch: Gestalte eine Seite aus einem fiktiven Grabungstagebuch. Dokumentiere Fundort, Bodenschicht, Material, Maße und erste Beobachtungen eines erfundenen Fundes.
  2. Mischwesen gestalten: Entwirf ein eigenes Mensch-Tier-Mischwesen. Begründe anschließend, welche Eigenschaften der beiden Wesen Du verbunden hast.
  3. Welterbe-Plakat: Erstelle ein Informationsplakat, das erklärt, warum nicht nur einzelne Kunstwerke, sondern auch Höhlen und Landschaft geschützt werden.
  4. Objektbeschriftung: Schreibe einen verständlichen Museumstext für Schülerinnen und Schüler zu Venus, Löwenmensch, Mammutfigur oder Flöte. Trenne sichere Fakten von Vermutungen.


Schwer

  1. Methodenvergleich: Vergleiche Stratigrafie, Radiokohlenstoffdatierung und 3D-Dokumentation. Zeige an einem Beispiel, welche Frage jede Methode beantworten kann und welche nicht.
  2. Deutungsdebatte: Recherchiere zwei unterschiedliche Deutungen eines eiszeitlichen Kunstwerks. Bewerte, welche Aussagen durch Beobachtungen gestützt werden und wo Spekulation beginnt.
  3. Ausgrabung planen: Entwickle einen Plan für die wissenschaftliche Untersuchung einer kleinen Höhlenfläche. Berücksichtige Dokumentation, Fundbergung, Proben, Schutz und spätere Auswertung.
  4. Welterbe-Konflikt: Entwickle ein Konzept, wie eine empfindliche Höhle gleichzeitig geschützt, erforscht und für Besucherinnen und Besucher vermittelt werden kann. Begründe Deine Entscheidungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Befund oder Interpretation?: Eine Figur besitzt eine Öse am oberen Ende. Formuliere eine sichere Beobachtung, eine begründete Interpretation und eine zu weit gehende Spekulation.
  2. Methodenwahl: Bei einer Grabung werden Holzkohle, ein Elfenbeinfragment und mehrere übereinanderliegende Sedimentschichten entdeckt. Erkläre, welche Untersuchungsmethoden Du einsetzen würdest und warum.
  3. Was ist Kunst?: Begründe anhand von mindestens zwei Eiszeitfunden, warum der Begriff „Kunst“ sinnvoll sein kann. Nenne zugleich eine Schwierigkeit, weil wir die ursprüngliche Bedeutung der Objekte nicht kennen.
  4. Schützen oder zugänglich machen?: Entwickle einen Vorschlag, wie Welterbehöhlen für Bildung genutzt werden können, ohne empfindliche Fundstellen unnötig zu gefährden.
  5. Neue Forschung an alten Grabungen: Erkläre am Beispiel des Vogelherds oder des Löwenmenschen, warum eine Fundstelle auch Jahrzehnte nach ihrer ersten Ausgrabung neue Erkenntnisse liefern kann.
  6. Transfer: Vergleiche eine Eiszeitfigur mit einem modernen Kunstobjekt Deiner Wahl. Untersuche Material, Herstellung, Größe, mögliche Funktion und Bedeutung. Zeige, welche Vergleiche sinnvoll sind und wo historische Unterschiede zu groß werden.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Namen auswendig kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Du kannst die Eiszeitkunst zeitlich grob in das frühe Jungpaläolithikum und besonders in das Aurignacien einordnen.
  2. Du kannst die sechs Welterbehöhlen den Landschaftsräumen Achtal und Lonetal zuordnen.
  3. Du kannst wichtige Funde wie Venus vom Hohle Fels, Löwenmensch, Tierfiguren und frühe Flöten beschreiben.
  4. Du kannst erklären, warum Mammutelfenbein, Knochen und Fundzusammenhänge für die Forschung wichtig sind.
  5. Du kannst grundlegende Methoden wie Stratigrafie, Fundkartierung, Radiokohlenstoffdatierung, Restaurierung und 3D-Dokumentation erklären.
  6. Du kannst zwischen Beobachtung, wissenschaftlicher Interpretation und Spekulation unterscheiden.
  7. Du kannst begründen, warum die Höhlenlandschaft als UNESCO-Welterbe geschützt wird.
  8. Du kannst die Bedeutung der Funde für Geschichte, Kunst und unser Verständnis früher Homo-sapiens-Gruppen erläutern.




OERs zum Thema


Verknüpfte Lernbereiche

Die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb verbindet Urgeschichte, Kunstgeschichte, Archäologie, Naturraum und Denkmalschutz. Besonders wichtig sind die Fragen, wann und wie frühe Kunst entstand, welche Spuren Menschen in Höhlen hinterließen, wie Funde wissenschaftlich untersucht werden und warum kulturelles Erbe geschützt werden soll.


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