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Eisenzeit - Deutschland

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Eisenzeit - Deutschland




Eisenzeit – Deutschland: Technik, Siedlungen und Handel


Einleitung

Die Eisenzeit ist ein Abschnitt der Ur- und Frühgeschichte, in dem Eisen für Werkzeuge, Waffen und viele Alltagsgegenstände immer wichtiger wurde. Wenn hier von „Deutschland“ die Rede ist, ist das Gebiet der heutigen Bundesrepublik gemeint. Einen deutschen Staat gab es damals noch nicht.

In Mitteleuropa beginnt die Eisenzeit ungefähr um 800 v. Chr. und reicht – je nach Region – bis in die Zeit um Christi Geburt. Im Süden des heutigen Deutschlands spricht man für die ältere Eisenzeit meist von der Hallstattzeit und für die jüngere Eisenzeit von der Latènezeit. Im Norden und Nordosten gab es andere archäologische Kulturgruppen, zum Beispiel die Jastorf-Kultur. Deshalb darf man die Menschen der Eisenzeit in Deutschland nicht einfach alle „Kelten“ nennen.

Archäologinnen und Archäologen kennen die Eisenzeit vor allem durch Ausgrabungen. Sie untersuchen Häuser, Gräber, Werkzeuge, Schmuck, Münzen, Keramik, Schlacken und Reste alter Öfen. Aus solchen Spuren lässt sich erkennen, wie Menschen arbeiteten, wohnten und Handel trieben.

Zeitraum Vereinfachte Einordnung für Mitteleuropa Typische Hinweise
ca. 800–450 v. Chr. ältere Eisenzeit / Hallstattzeit Eisen wird wichtiger; befestigte Höhensiedlungen und überregionaler Handel
ca. 450 v. Chr.–Zeit um Christi Geburt jüngere Eisenzeit / Latènezeit neue Kunstformen; spezialisierte Handwerke; im Süden große befestigte Siedlungen wie Oppida
regional verschieden nördliche und nordöstliche Kulturgruppen unter anderem Jastorf-Kultur; andere Siedlungs- und Bestattungstraditionen


Technik: Wie wurde Eisen gewonnen?

Eisen liegt in der Natur meist nicht als fertiges Metall vor. Die Menschen mussten eisenhaltiges Erz abbauen, aufbereiten und stark erhitzen. Dafür verwendeten sie Rennöfen. Ein Rennofen wurde aus Lehm und anderen hitzefesten Materialien gebaut. In den Ofen kamen Eisenerz und Holzkohle. Durch Luftzufuhr wurde eine hohe Temperatur erreicht.

Im Rennofen schmolz das Eisen nicht wie in einem modernen Hochofen vollständig. Es entstand eine glühende, schwammartige Eisenmasse, die Luppe genannt wird. In ihr steckte noch Schlacke. Die Luppe musste deshalb mehrfach erhitzt und mit dem Hammer bearbeitet werden. Beim Schmieden wurde Schlacke herausgetrieben und das Eisen in Form gebracht.

Das war schwere Arbeit. Für die Eisengewinnung brauchte man Erz, viel Holzkohle, einen funktionierenden Ofen, Zeit und Erfahrung. Eisen ersetzte Bronze nicht sofort. Bronze blieb für viele Gegenstände, besonders für Schmuck und besondere Gefäße, weiterhin wichtig. Eisen eignete sich jedoch gut für robuste Werkzeuge und Waffen und konnte durch gezielte Bearbeitung verbessert werden.

Aus Eisen entstanden zum Beispiel Messer, Äxte, Sicheln, Nägel, Beschläge, Werkzeuge und Waffen. Das Schmiedehandwerk wurde deshalb für viele Siedlungen bedeutend. An Orten wie dem späteren Oppidum von Manching zeigen Funde, dass Eisenverarbeitung zu den wichtigen Produktionsbereichen gehörte.


Weitere Handwerke

Die Eisenzeit war nicht nur eine Zeit der Schmiede. Menschen arbeiteten mit Holz, Ton, Knochen, Geweih, Leder, Wolle, Flachs, Bronze und Edelmetallen. Sie stellten Kleidung, Schmuck, Keramik, Wagenbestandteile, Waffen, Werkzeuge und Behälter her. In größeren Siedlungen gab es spezialisierte Bereiche, in denen Handwerkerinnen und Handwerker arbeiteten.

Die Töpferscheibe wurde in Teilen Mitteleuropas genutzt und ermöglichte regelmäßig geformte Gefäße. Webgewichte und Spinnwirtel zeigen, dass Textilherstellung ein wichtiger Teil des Alltags war. Werkzeuge und Abfallreste verraten Archäologen, welche Tätigkeiten an einem Ort stattgefunden haben.


Siedlungen: Vom Bauernhof bis zur befestigten Großsiedlung

Die Menschen der Eisenzeit lebten nicht alle gleich. Viele wohnten auf einzelnen Höfen oder in kleinen Dörfern und betrieben Landwirtschaft. Häuser bestanden meist aus Holz, Lehm, Flechtwerk und pflanzlichen Dachmaterialien. Felder, Speicher, Ställe und Werkplätze gehörten zur Siedlungslandschaft.

Daneben entstanden befestigte Höhensiedlungen und regionale Zentren. Befestigungen konnten aus Wällen, Gräben, Holz, Stein und Erde bestehen. Sie schützten nicht nur, sondern zeigten auch Macht und Organisation. Später entstanden im keltisch geprägten Süden große befestigte Siedlungen, die Archäologen Oppida nennen.


Beispiel Heuneburg

Die Heuneburg liegt an der oberen Donau in Baden-Württemberg. Um 600 v. Chr. war sie ein bedeutendes Zentrum der frühen Eisenzeit. Besonders auffällig ist ihre rekonstruierte Lehmziegelmauer. Solche Bautechniken zeigen Kontakte und Einflüsse aus dem Mittelmeerraum.

Auf dem Plateau und in den Außensiedlungen gab es Wohnhäuser, Speicher und Werkstätten. Funde zeigen, dass hier spezialisierte Handwerker arbeiteten. Importierte Waren und Rohstoffe belegen weiträumige Verbindungen. Die Lage an der Donau war für Verkehr und Handel günstig.


Beispiel Glauberg

Der Glauberg in Hessen war in der frühen Eisenzeit ein bedeutender Platz. Berühmt ist eine lebensgroße Sandsteinstatue, die in der Nähe eines reich ausgestatteten Grabes entdeckt wurde. Die Funde zeigen, dass es soziale Unterschiede und eine wohlhabende Führungsschicht gab.

Solche reichen Gräber erzählen aber nicht das ganze Leben der Eisenzeit. Die meisten Menschen waren Bauern, Handwerkerinnen, Handwerker und Händler. Archäologie versucht deshalb, sowohl besondere Funde als auch alltägliche Spuren zu untersuchen.


Beispiel Manching

Das Oppidum von Manching in Bayern war in der jüngeren Eisenzeit eine große befestigte Siedlung. Dort gab es Wohnbereiche, Handwerk, Handel und öffentliche Wege. Die Siedlung lag günstig an wichtigen Verkehrswegen und war mit dem weiträumigen Warenverkehr verbunden.

Die Rekonstruktion einer Siedlungsfläche hilft dabei, sich Häuser und Wege vorzustellen. Ausgrabungen liefern Hinweise auf Metallverarbeitung, Keramik, Glas, Münzen, Gewichte und andere Gegenstände des täglichen Lebens.


Handel: Wege, Waren und Ideen

Handel verband weit entfernte Regionen. Flüsse wie Donau, Rhein und Main waren wichtige Verkehrsachsen. Zusätzlich führten Wege über Land und durch Gebirgspässe. Waren konnten dabei mehrfach von einer Gruppe zur nächsten weitergegeben werden.

An der Heuneburg wurden Materialien und Gegenstände aus großer Entfernung gefunden. Dazu gehören zum Beispiel Bernstein aus dem Ostseeraum sowie Waren und Rohstoffe aus dem Mittelmeerraum. Solche Funde zeigen, dass Menschen, Dinge und Ideen über große Entfernungen unterwegs waren.

Handel bedeutete nicht nur den Austausch von Luxusgütern. Auch Rohstoffe, Werkzeuge, Keramik, Lebensmittel und handwerkliche Produkte konnten getauscht werden. Mit reisenden Menschen verbreiteten sich zugleich Techniken, Formen, Muster und Vorstellungen.

In der jüngeren Eisenzeit wurden in vielen keltisch geprägten Regionen auch Münzen verwendet. Waagen und Gewichte zeigen, dass Handel teilweise genau gemessen und organisiert wurde.


Was verraten Handelsfunde?

Wenn Archäologen an einem Ort einen Gegenstand finden, dessen Material aus einer weit entfernten Region stammt, ist das ein Hinweis auf Kontakte. Trotzdem muss man vorsichtig sein: Ein Fund beweist nicht automatisch, dass eine Person die gesamte Strecke selbst gereist ist. Waren konnten über viele Zwischenstationen weitergegeben werden.

Handelskontakte machten einige Siedlungen reich und wichtig. Zentren an Flüssen oder Kreuzungen von Wegen konnten davon besonders profitieren. Gleichzeitig brauchten Handel und Handwerk Landwirtschaft: Nur wenn genügend Nahrung erzeugt wurde, konnten sich manche Menschen stärker auf spezielle Tätigkeiten konzentrieren.


Gesellschaft und Alltag

Die Gesellschaft der Eisenzeit war nicht überall gleich aufgebaut. Reiche Gräber, große Häuser und besondere Importwaren zeigen an manchen Orten deutliche Unterschiede zwischen Menschen. Gleichzeitig bestand der Alltag der meisten Bewohner aus Landwirtschaft, Tierhaltung, Handwerk, Nahrungsvorbereitung, Bauarbeiten und Versorgung.

Kinder lebten und arbeiteten in Familien und Hausgemeinschaften mit. Welche Aufgaben sie genau übernahmen, lässt sich archäologisch nur teilweise erkennen. Auch über Sprache, Glauben und politische Regeln wissen wir weniger als über Gegenstände, weil aus vielen Regionen des heutigen Deutschlands nur wenige zeitgenössische Schriftquellen existieren.


Wichtig: Nicht ganz Deutschland war „keltisch“

Der Begriff Kelten wird häufig mit der Eisenzeit verbunden. Das ist für Süd- und Teile Westdeutschlands sinnvoll, besonders bei Fundplätzen der Hallstatt- und Latènekultur. Im Norden und Nordosten lagen jedoch andere archäologische Kulturgruppen. Die Jastorf-Kultur ist ein wichtiges Beispiel.

Darum gilt: Archäologische Kulturen sind Gruppen ähnlicher Funde und Bräuche. Sie sind keine modernen Staaten und nicht automatisch genau dasselbe wie ein „Volk“. Für die Eisenzeit im Gebiet des heutigen Deutschlands muss man regionale Unterschiede beachten.


Begriffe im Überblick

Begriff Bedeutung
Rennofen Ofen zur Gewinnung von Eisen aus Erz
Luppe glühende Eisenmasse mit Schlackenresten nach dem Verhütten
Schmieden Bearbeitung von erhitztem Metall mit Werkzeugen
Oppidum große befestigte Siedlung der jüngeren Eisenzeit
Hallstattzeit ältere Eisenzeit in weiten Teilen Mitteleuropas
Latènezeit jüngere vorrömische Eisenzeit in Mitteleuropa
Jastorf-Kultur archäologische Kulturgruppe der Eisenzeit vor allem im Norden


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu diente ein Rennofen in der Eisenzeit? (Zur Gewinnung von Eisen aus Erz) (!Zum Brennen von Glasfenstern) (!Zum Mahlen von Getreide) (!Zum Lagern von Münzen)




Wie heißt die glühende Eisenmasse, die nach dem Verhütten weitergeschmiedet wurde? (Luppe) (!Amphore) (!Fibel) (!Tumulus)




Welche Aussage zur Eisenzeit im heutigen Deutschland ist richtig? (Es gab regional unterschiedliche Kulturgruppen) (!Alle Menschen gehörten zu einem einzigen Staat) (!Ganz Deutschland war Teil des Römischen Reiches) (!Alle Bewohner wurden von einem König regiert)




Welche Siedlung liegt an der oberen Donau und war um 600 v. Chr. bedeutend? (Heuneburg) (!Pompeji) (!Olympia) (!Stonehenge)




Was ist ein Oppidum? (Eine große befestigte Siedlung) (!Ein eisernes Werkzeug) (!Eine Getreideart) (!Ein Grabgefäß)




Welches Material konnte aus dem Ostseeraum über weite Strecken gehandelt werden? (Bernstein) (!Beton) (!Porzellan) (!Aluminium)




Warum war die Lage an großen Flüssen für Siedlungen günstig? (Flüsse erleichterten Verkehr und Handel) (!Flüsse machten Landwirtschaft unmöglich) (!Flüsse verhinderten jeden Kontakt) (!Flüsse lieferten fertige Eisenwerkzeuge)




Was geschah beim Schmieden der Luppe? (Schlacke wurde herausgearbeitet und Eisen geformt) (!Das Eisen wurde in Ton verwandelt) (!Die Münzen wurden bemalt) (!Das Erz wurde zu Bernstein)




Welche Aussage über Bronze in der Eisenzeit stimmt? (Bronze wurde weiterhin verwendet) (!Bronze war vollständig unbekannt) (!Bronze durfte nur in Rom benutzt werden) (!Bronze bestand aus Holz und Ton)




Was können weit entfernte Importfunde an einem Fundplatz zeigen? (Überregionale Kontakte und Handelsverbindungen) (!Dass alle Menschen dieselbe Sprache sprachen) (!Dass es keine Landwirtschaft gab) (!Dass Waren nie weitergegeben wurden)





Memory

Rennofen Gewinnung von Eisen aus Erz
Luppe glühende Eisenmasse nach dem Verhütten
Heuneburg frühkeltisches Zentrum an der oberen Donau
Oppidum große befestigte Siedlung der späten Eisenzeit
Bernstein Fernhandelsgut aus dem Ostseeraum
Jastorf-Kultur archäologische Kulturgruppe im Norden





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Eisenerz Ausgangsstoff
Holzkohle Brennstoff
Rennofen Verhüttung
Luppe Schmiedearbeit
Schlacke Nebenprodukt






Kreuzworträtsel

Heuneburg Welche bedeutende frühkeltische Siedlung lag an der oberen Donau?
Rennofen Wie heißt ein Ofen zur eisenzeitlichen Eisengewinnung?
Bernstein Welches gelbliche Material kam als Fernhandelsgut aus dem Ostseeraum?
Oppidum Wie nennt man eine große befestigte Siedlung der jüngeren Eisenzeit?
Schmieden Wie heißt das Formen von erhitztem Metall mit Hammer und Werkzeug?
Jastorf Wie heißt eine wichtige eisenzeitliche Kulturgruppe im Norden?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Eisenzeit begann in Mitteleuropa ungefähr um

.
Zur Gewinnung von Eisen aus Erz nutzte man einen

.
Die glühende Eisenmasse nach dem Verhütten nennt man

.
Beim Bearbeiten des erhitzten Metalls spielte das

eine wichtige Rolle.
Die Heuneburg lag günstig an der

.
Eine große befestigte Siedlung der jüngeren Eisenzeit heißt

.
Ein bekanntes Fernhandelsgut aus dem Ostseeraum war

.
Im Norden des heutigen Deutschlands ist die

eine wichtige archäologische Kulturgruppe.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Rennofen-Skizze: Zeichne einen Rennofen und beschrifte Eisenerz, Holzkohle, Luftzufuhr, Luppe und Schlacke.
  2. Siedlungsbild: Gestalte ein Bild der Heuneburg und markiere Wohnhaus, Befestigung, Werkstatt und Weg.
  3. Warenkarte: Zeichne eine einfache Karte Mitteleuropas und trage Donau, Ostseeraum und Mittelmeerraum sowie mögliche Waren ein.
  4. Funddetektiv: Wähle drei eisenzeitliche Fundstücke aus einem Museum oder einer Online-Sammlung und notiere, was sie über den Alltag verraten könnten.


Standard

  1. Technik-Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo, das den Weg vom Eisenerz zur geschmiedeten Eisenware zeigt.
  2. Stadtmodell: Baue aus Papier oder Recyclingmaterial ein Modell einer befestigten eisenzeitlichen Siedlung und begründe die Anordnung der Bereiche.
  3. Handelsgeschichte: Schreibe die Reisegeschichte eines Bernsteinstücks vom Ostseeraum bis zu einer Siedlung im Süden und unterscheide dabei zwischen gesichertem Wissen und erfundener Handlung.
  4. Begriffscheck: Erstelle ein Lernplakat mit der Frage „War ganz Deutschland keltisch?“ und erkläre regionale Unterschiede verständlich.


Schwer

  1. Versuchsplanung: Plane ein ungefährliches Schulmodell, mit dem sich Luftzufuhr und Holzkohleverbrauch beim Ofenbetrieb erklären lassen, ohne echtes Metall zu verhütten.
  2. Quellenvergleich: Vergleiche eine Rekonstruktion der Heuneburg mit einem archäologischen Befund oder Museumsplan und kennzeichne Beobachtung, Rekonstruktion und Vermutung.
  3. Handelszentrum Manching: Untersuche, welche Hinweise auf Handel, Maße, Münzen und Handwerk in Manching gefunden wurden, und präsentiere die Ergebnisse.
  4. Exkursion oder Digitalbesuch: Besuche ein archäologisches Museum oder seine digitale Ausstellung, dokumentiere drei aussagekräftige Objekte und erkläre, welche Grenzen ihre Deutung hat.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Technik und Gesellschaft: Erkläre, warum die Herstellung von Eisen nicht nur eine technische Frage war, sondern auch Rohstoffe, Arbeitsteilung und Organisation erforderte.
  2. Siedlungsvergleich: Vergleiche einen kleinen Bauernhof mit einem Oppidum. Welche Vorteile und Probleme könnten beide Siedlungsformen gehabt haben?
  3. Handelsnetzwerk: Ein Bernsteinfund wird weit von der Ostsee entfernt entdeckt. Entwickle mindestens zwei mögliche Wege, wie er dorthin gelangt sein könnte, und erkläre, warum ein einzelner Fund keinen direkten Reiseweg beweist.
  4. Funddeutung: Eine Ausgrabung liefert Schlacke, einen Eisenhammer und Keramikscherben. Entwickle eine begründete Vermutung darüber, welche Tätigkeiten dort stattgefunden haben könnten.
  5. Regionale Unterschiede: Erkläre, warum es problematisch ist, alle Menschen der Eisenzeit im heutigen Deutschland einfach als Kelten zu bezeichnen.
  6. Transfer: Beurteile, wie Flüsse gleichzeitig Technik, Siedlungsentwicklung und Handel beeinflussen konnten. Nutze mindestens ein Beispiel.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Du kannst den Weg vom Eisenerz über den Rennofen bis zum geschmiedeten Gegenstand beschreiben.
  2. Du kannst erklären, warum Eisenverarbeitung viel Wissen, Brennstoff und Arbeit benötigte.
  3. Du kannst verschiedene Siedlungsformen unterscheiden und Heuneburg sowie Manching als Beispiele einordnen.
  4. Du kannst erklären, wie Flüsse und Verkehrswege den Handel förderten.
  5. Du kannst mit Importfunden vorsichtig argumentieren und zwischen Fund, Deutung und Vermutung unterscheiden.
  6. Du kannst erläutern, warum die Eisenzeit im Gebiet des heutigen Deutschlands regional unterschiedlich verlief.
  7. Du kannst die Begriffe Hallstattzeit, Latènezeit, Oppidum, Rennofen, Luppe und Jastorf-Kultur sinnvoll verwenden.




OERs zum Thema


Freie Medien und fachliche Vertiefung

Die im aiMOOC verwendeten Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Für die fachliche Vertiefung eignen sich außerdem die Webseiten der Heuneburg – Stadt Pyrene, der Keltenwelt am Glauberg und des kelten römer museums manching. Sie stellen archäologische Forschung, Funde, Handwerk, Siedlungen und Handel anschaulich vor.

  1. Heuneburg – Stadt Pyrene
  2. Keltenwelt am Glauberg
  3. kelten römer museum manching
  4. Wikipedia: Hallstattzeit
  5. Wikipedia: Latènezeit


Verknüpfte Lernbereiche

Die Eisenzeit verbindet Technikgeschichte, Archäologie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Besonders wichtig ist, dass Du technische Entwicklungen nicht isoliert betrachtest: Eisenverarbeitung brauchte Rohstoffe und Fachwissen, größere Siedlungen benötigten Versorgung und Organisation, und Handel verband weit entfernte Regionen.


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