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Eisenbahnknoten Stuttgart - Baden-Württemberg

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Eisenbahnknoten Stuttgart - Baden-Württemberg




Einleitung

Eisenbahnknoten Stuttgart - Baden-Württemberg ist ein Beispiel dafür, wie eng Verkehrsgeografie, Eisenbahntechnik, Stadtplanung und Mobilität zusammenhängen. Ein Eisenbahnknoten ist ein Ort, an dem mehrere Bahnstrecken und Verkehrsangebote zusammentreffen. In Stuttgart verbinden sich Fernverkehr, Regionalverkehr, S-Bahn, Stadtbahn, Busverkehr sowie Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad.

Für die Planung eines solchen Knotens reicht es nicht, nur Gleise zu zählen. Entscheidend sind auch Fahrpläne, Umsteigewege, Streckenkapazitäten, Zugfolgen, Störungen, Barrierefreiheit, Baukosten, Flächenverbrauch und die Frage, wie sich ein Verkehrssystem auf Stadt und Region auswirkt. Genau deshalb eignet sich Stuttgart besonders gut, um Verkehrsnetze als System zu untersuchen.

Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist das Zentrum des Eisenbahnknotens. Das historische Empfangsgebäude wird häufig Bonatzbau genannt.

Der Zeitraffer zeigt die Entwicklung der Baustelle des künftigen Hauptbahnhofs über mehrere Jahre.

Hinweis zur Aktualität: Bei Großprojekten ändern sich Zeitpläne. Der in diesem aiMOOC dargestellte Inbetriebnahmeplan entspricht dem von der Deutschen Bahn am 26. Juni 2026 veröffentlichten Stand. Ältere Karten, Bilder oder Videos können frühere Planungsstände zeigen. Vergleiche Medien deshalb immer mit ihrem Veröffentlichungsdatum.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du erklären, was einen Verkehrsknoten ausmacht, die Struktur des Stuttgarter Bahnnetzes beschreiben und technische sowie räumliche Folgen von Umbauten beurteilen. Du kannst außerdem zwischen Kopfbahnhof und Durchgangsbahnhof unterscheiden, die Bedeutung einer S-Bahn-Stammstrecke erklären und die Rolle digitaler Leit- und Sicherungstechnik wie ETCS einordnen.

Du sollst dabei nicht nur Fakten lernen. Wichtig ist vor allem, dass Du Zusammenhänge erkennst: Warum kann eine einzige stark belastete Strecke das ganze Netz beeinflussen? Wie verändert ein neuer Bahnhof Reisewege? Warum muss eine Bauplanung auch an Ersatzverkehr, Stadtentwicklung, Umwelt und Störfälle denken?


Der Bahnknoten als Verkehrsnetz

Ein Verkehrsnetz besteht aus Knoten und Kanten. Bahnhöfe, Abzweige und Umsteigepunkte sind Knoten. Die Strecken zwischen ihnen bilden die Kanten. Ein großer Hauptbahnhof ist deshalb nicht nur ein Gebäude, sondern ein Punkt, an dem viele Verkehrsströme zusammenlaufen.

Stuttgart liegt in einem Talkessel. Diese Topografie beeinflusst die Eisenbahnplanung deutlich. Neue Bahnstrecken können nicht beliebig geradlinig verlaufen. Höhenunterschiede, dicht bebaute Stadtbereiche, der Neckar und bestehende Verkehrswege machen Tunnel und Brücken erforderlich.

Wichtige Zuläufe führen unter anderem aus Richtung Feuerbach und Zuffenhausen im Norden, aus Richtung Bad Cannstatt im Osten, über die Gäubahn aus Richtung Böblingen und Zürich sowie über die Filderebene in Richtung Flughafen und Wendlingen. Die seit Dezember 2022 betriebene Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm ist eng mit der Neuordnung des Stuttgarter Knotens verbunden.

Die Karte zeigt die Grundidee der Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens. Sie stammt aus einer früheren Planungsphase und eignet sich besonders zum Vergleich mit dem heutigen Planungsstand.


Netzdenken statt Einzelbahnhof

Wenn Du einen Eisenbahnknoten beurteilst, solltest Du mindestens vier Ebenen gleichzeitig betrachten: die Infrastruktur mit Gleisen, Tunneln und Bahnsteigen, den Betrieb mit Fahrplänen und Zugfolgen, die Mobilität der Reisenden mit Umstiegen und Reisezeiten sowie die Raumwirkung auf Stadtentwicklung und Umwelt.

Ein Ausbau an einer Stelle kann an einer anderen Stelle neue Engpässe erzeugen. Umgekehrt kann ein zusätzlicher Verbindungstunnel einen Knoten entlasten, obwohl am Hauptbahnhof selbst kein weiteres Bahnsteiggleis hinzukommt. Verkehrsplanung ist deshalb immer eine Aufgabe des gesamten Netzes.


Der heutige Hauptbahnhof und das Prinzip Kopfbahnhof

Der bestehende Stuttgarter Hauptbahnhof wurde 1922 eröffnet und ist als Kopfbahnhof angelegt. Fern- und Regionalzüge fahren in die oberirdische Bahnhofshalle hinein und in umgekehrter Richtung wieder hinaus. Unterhalb des Hauptbahnhofs liegt die Station der S-Bahn.

Ein Kopfbahnhof kann viele Bahnsteiggleise besitzen. Für seine Leistungsfähigkeit ist aber auch wichtig, wie die Zulaufgleise im Gleisvorfeld angeordnet sind. Wenn sich Fahrwege kreuzen, können Züge aufeinander warten müssen. Ein verspäteter Zug kann dadurch weitere Zugfahrten beeinflussen.

Gleispläne helfen Dir, Fahrwege und mögliche Kreuzungspunkte zu untersuchen. Bei der Bewertung eines Bahnhofs ist nicht nur die Anzahl der Bahnsteiggleise entscheidend.


Kopfbahnhof und Durchgangsbahnhof im Vergleich

Bei einem Kopfbahnhof endet ein großer Teil der Gleise im Bahnhof. Bei einem Durchgangsbahnhof führen die Gleise grundsätzlich weiter. Dadurch können Züge eine Stadt durchfahren, ohne die Fahrtrichtung wechseln zu müssen.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder Durchgangsbahnhof leistungsfähiger als jeder Kopfbahnhof ist. Die tatsächliche Kapazität hängt unter anderem von Bahnsteigbelegung, Fahrstraßen, Signaltechnik, Haltezeiten, Zugfolgen und den Zulaufstrecken ab. In einer guten Verkehrsplanung werden deshalb verschiedene Betriebsszenarien untersucht.


Die S-Bahn als Rückgrat des regionalen Verkehrs

Die S-Bahn Stuttgart verbindet die Landeshauptstadt mit vielen Orten der Region. Ein großer Teil der Linien wird im Zentrum auf einer gemeinsamen Strecke gebündelt. Diese Verbindung durch die Innenstadt wird als Stammstrecke bezeichnet.

Der Liniennetzplan wurde auf Wikimedia Commons zuletzt für den Fahrplanwechsel im Dezember 2025 aktualisiert. Baustellenbedingte Änderungen können davon abweichen.

Die Bündelung hat Vorteile: Viele Ziele im Zentrum können ohne Umstieg erreicht werden. Gleichzeitig entsteht eine Abhängigkeit. Wenn auf einer stark belegten Stammstrecke eine Störung auftritt, können sich Verspätungen auf mehrere Linien übertragen. In der Netzplanung spricht man deshalb auch über Robustheit und Resilienz.

Die Station Stadtmitte liegt auf der zentralen S-Bahn-Verbindung. Sie zeigt, wie der regionale Verkehr direkt unter die Innenstadt geführt wird.


Was bedeutet ein Engpass?

Ein Engpass ist der Teil eines Systems, der dessen Gesamtleistung besonders stark begrenzt. Bei einer Bahnstrecke kann das eine eingleisige Passage, ein stark belegter Bahnsteig, eine Weichenverbindung oder eine dichte Zugfolge sein.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Kapazität und Zuverlässigkeit. Ein Fahrplan kann theoretisch sehr viele Züge enthalten. Wenn aber kaum Zeitreserven vorhanden sind, können kleine Verspätungen leichter auf andere Züge übertragen werden. Ein leistungsfähiges Netz braucht deshalb nicht nur viele Zugfahrten, sondern auch einen stabilen Betrieb.


Stuttgart 21 als Neuordnung des Knotens

Stuttgart 21 ist mehr als der Bau einer neuen Bahnhofshalle. Das Projekt ordnet große Teile des Bahnknotens neu. Der künftige Hauptbahnhof wird als unterirdischer Durchgangsbahnhof gebaut. Seine Bahnsteighalle ist mehr als 400 Meter lang, gegenüber dem bisherigen Kopfbahnhof ungefähr um 90 Grad gedreht und besitzt acht Gleise.

Zum Projekt gehören nach Angaben des Bahnprojekts 11 Tunnel mit zusammen rund 56 Kilometern Tunnelröhren, 42 Brücken und rund 100 Kilometer neue Gleise. Der 9,5 Kilometer lange Fildertunnel verbindet den Hauptbahnhof mit der Filderebene und überwindet dabei rund 153 Höhenmeter.

Blick in die im Bau befindliche Bahnsteighalle im Jahr 2025.

Der Drohnenflug ermöglicht eine räumliche Vorstellung von Bahnsteigen, Hallendach und Baustellenbereich.


Kelchstützen und Lichtaugen

Das Dach des künftigen Hauptbahnhofs wird von 28 sogenannten Kelchstützen geprägt. Diese Betonschalen tragen Teile des Hallendachs. Auf 27 Kelchstützen befinden sich große Glasflächen, die als Lichtaugen bezeichnet werden und Tageslicht in die Bahnsteighalle bringen.

Die Konstruktion der Kelchstützen verbindet Architektur mit Statik, Schalungsbau, Bewehrung und Betonbau.

Für den Technikunterricht ist daran interessant, dass Form und Funktion zusammenwirken. Eine Stütze muss Lasten sicher in den Baugrund ableiten. Gleichzeitig ist sie Teil der Architektur und der Lichtführung im Bahnhof.


Tunnel, Zuläufe und räumliche Verknüpfungen

Ein Hauptbahnhof funktioniert nur so gut wie seine Zulaufstrecken. Beim Stuttgarter Knoten werden deshalb neue Verbindungen in mehrere Richtungen geschaffen. Tunnel verbinden den künftigen Hauptbahnhof unter anderem mit Feuerbach, Bad Cannstatt, Untertürkheim und der Filderebene.

Die Filderebene ist verkehrsgeografisch besonders interessant, weil dort Flughafen, Messe, Autobahn, S-Bahn, Stadtbahn und künftig zusätzliche Regional- und Fernverkehrsangebote zusammentreffen sollen. Dadurch entsteht eine multimodale Verkehrsdrehscheibe.

Die Karte verdeutlicht die räumliche Beziehung von Gäubahn, Flughafen und dem Stuttgarter Knoten. Beachte, dass Projektkarten immer einen bestimmten Planungsstand zeigen.


Die Gäubahn und der Pfaffensteigtunnel

Die Gäubahn verbindet Stuttgart über Böblingen und den Raum Rottweil mit der Schweiz. Für ihre künftige Einbindung in den neuen Bahnknoten ist der Pfaffensteigtunnel vorgesehen. Nach dem im Juni 2026 veröffentlichten Stufenplan der Deutschen Bahn soll dieser Tunnel im Dezember 2033 in Betrieb gehen und die Gäubahn über den Flughafen mit der neuen Infrastruktur verbinden.

Gerade an diesem Beispiel wird deutlich, wie stark verschiedene Projekte voneinander abhängen. Ein Bahnhof kann baulich fertig sein, während einzelne Zuläufe, digitale Systeme oder Anschlussstrecken noch nicht vollständig verfügbar sind.


Digitaler Knoten Stuttgart

Mit dem Digitalen Knoten Stuttgart sollen Strecken, Stellwerke und Fahrzeuge mit moderner Leit- und Sicherungstechnik ausgerüstet werden. Eine zentrale Rolle spielt ETCS. Das System übermittelt Informationen zur zulässigen Fahrt und Geschwindigkeit digital an den Zug.

Digitale Stellwerke steuern Weichen und Fahrwege elektronisch. Zusätzlich wird an automatisierten Betriebsfunktionen gearbeitet. Bei ATO GoA 2 kann die Fahrt technisch unterstützt und teilweise automatisiert werden, während weiterhin ein Triebfahrzeugführer oder eine Triebfahrzeugführerin im Führerstand verantwortlich bleibt.

Ein Fahrzeug der Baureihe 430 der S-Bahn Stuttgart im Zusammenhang mit der Erprobung automatisierter Fahrfunktionen.

Das Video des Verbands Region Stuttgart erklärt die Grundidee von ETCS im Digitalen Knoten Stuttgart.

Digitalisierung kann Abstände zwischen Zügen genauer überwachen und Betriebsabläufe verbessern. Sie löst jedoch nicht automatisch jedes Kapazitätsproblem. Software, Fahrzeuge, Stellwerke, Stromversorgung, Fahrpläne und bauliche Infrastruktur müssen als Gesamtsystem funktionieren.


Aktueller Inbetriebnahmeplan - Stand August 2026

Die Deutsche Bahn hat ihren Zeitplan im Juni 2026 grundlegend neu aufgestellt. Nach einer internen Revision wurde der zuvor geplante Inbetriebnahmetermin Ende 2026 verworfen. Der neue Plan sieht eine schrittweise Inbetriebnahme von 2027 bis 2033 vor.

Zeitpunkt Nach dem DB-Stufenplan vorgesehener Schritt
Dezember 2027 Kürzere Wege zwischen Innenstadt und bestehendem Kopfbahnhof durch den Bonatzbau und über das Dach des künftigen Durchgangsbahnhofs
Dezember 2030 Inbetriebnahme des Fernbahnhofs am Flughafen; zunächst voraussichtlich Regionalverkehr in Richtung Reutlingen, Tübingen und Ulm
Dezember 2031 Inbetriebnahme des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs für Fernverkehr und große Teile des Regionalverkehrs
Juli 2032 Inbetriebnahme der digitalisierten und verlängerten S-Bahn-Stammstrecke sowie der Station Mittnachtstraße/Rosenstein
Dezember 2033 Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels und Einbindung der Gäubahn über den Flughafen

Die Station Mittnachtstraße während der Bauphase im Jahr 2024. Nach dem aktuellen DB-Stufenplan soll sie zusammen mit der verlängerten und digitalisierten Stammstrecke im Juli 2032 in Betrieb gehen.

Die Deutsche Bahn nennt für Stuttgart 21 inzwischen eine Gesamtwertprognose von 14,5 Milliarden Euro. Für die Analyse eines Großprojekts ist wichtig, Kostenangaben immer zusammen mit ihrem Stand und ihrer Definition zu nennen. Ein früher genannter Betrag kann sich auf einen anderen Projektstand beziehen als eine spätere Prognose.


Planung, Konflikte und Beteiligung

Stuttgart 21 ist seit vielen Jahren politisch und gesellschaftlich umstritten. Befürworter betonen unter anderem neue Durchbindungen, die Neuordnung des Bahnknotens, die Verknüpfung mit der Schnellfahrstrecke nach Ulm und städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten auf freiwerdenden Bahnflächen. Kritische Stimmen thematisieren unter anderem Kostensteigerungen, lange Bauzeiten, Eingriffe während der Bauphase, Risiken komplexer Inbetriebnahmen und die Frage nach der betrieblichen Leistungsfähigkeit.

Für eine sachliche Bewertung reicht es nicht, nur eine Seite zu betrachten. Du solltest Argumente nach überprüfbaren Kriterien ordnen: Welche Netzleistung wird erreicht? Wie robust ist der Fahrplan bei Störungen? Welche Reisezeiten und Umsteigewege entstehen? Welche Bau- und Umweltfolgen gibt es? Welche Kosten fallen an? Welche Alternativen wurden geprüft?

Der im Juni 2026 veröffentlichte neue Zeitplan zeigt zudem, warum Risikomanagement bei Großprojekten wichtig ist. Planung muss nicht nur den gewünschten Endzustand beschreiben, sondern auch technische Abhängigkeiten, Normänderungen, Personal, Testphasen, Ersatzverkehr und mögliche Verzögerungen berücksichtigen.


Mobilität und Stadtentwicklung

Ein Eisenbahnknoten beeinflusst die Erreichbarkeit einer Stadt. Wenn gute Bahnverbindungen, kurze Umsteigewege und verlässliche Takte zusammenkommen, können mehr Wege ohne Auto zurückgelegt werden. Für Jugendliche ist besonders wichtig, dass Mobilität nicht nur vom Besitz eines Fahrzeugs abhängt, sondern von der Qualität eines gesamten Verkehrsnetzes.

Bahnhöfe sind außerdem Orte der Stadtentwicklung. Flächen, die heute für Gleise oder Baustellen genutzt werden, können später andere Funktionen erhalten. Gleichzeitig muss eine nachhaltige Bewertung auch den Ressourcenverbrauch der Bauphase berücksichtigen. Tunnel, Betonbauwerke und neue Gleise benötigen große Mengen an Material und Energie.

Eine Baustelle verändert die Mobilität schon lange vor der eigentlichen Inbetriebnahme. Umleitungen und Ersatzverkehre gehören deshalb ebenfalls zur Verkehrsplanung.


Intermodalität

Intermodalität bedeutet, dass unterschiedliche Verkehrsmittel sinnvoll miteinander verknüpft werden. Für Stuttgart sind unter anderem Bahn, S-Bahn, Stadtbahn, Bus, Fahrrad und Fußverkehr wichtig. Am Flughafen kommen Flugverkehr, Fernbus und Straßenverkehr hinzu.

Ein guter Umsteigeknoten benötigt verständliche Wege, Echtzeitinformationen, Barrierefreiheit und genügend Zeitreserven. Ein theoretisch schneller Zug nützt wenig, wenn Reisende ihren Anschluss regelmäßig verpassen oder lange Wege zwischen den Verkehrsmitteln zurücklegen müssen.


Wie bewertet man einen Eisenbahnknoten?

Eine sinnvolle Bewertung kombiniert mehrere Perspektiven. Für jüngere Klassen kannst Du mit einfachen Netzplänen und Reisewegen arbeiten. In höheren Klassen kannst Du zusätzlich Kapazität, Fahrplanstabilität, Kosten und technische Abhängigkeiten untersuchen.

Kriterium Leitfrage
Erreichbarkeit Welche Orte lassen sich direkt oder mit wenigen Umstiegen erreichen?
Kapazität Wie viele Zugfahrten können auf Strecken und Bahnsteigen zuverlässig abgewickelt werden?
Robustheit Wie stark breiten sich Verspätungen und Störungen im Netz aus?
Intermodalität Wie gut sind Bahn, S-Bahn, Stadtbahn, Bus, Fahrrad und Fußverkehr verknüpft?
Barrierefreiheit Sind Bahnsteige und Umsteigewege auch mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Gepäck nutzbar?
Umwelt Welche Wirkungen entstehen durch Bau, Betrieb, Flächenverbrauch und Verkehrsverlagerung?
Kosten und Zeit Wie entwickeln sich Finanzierung, Bauzeit und technische Risiken?
Stadtentwicklung Welche neuen Räume, Wege und Nutzungen entstehen im Umfeld des Knotens?


Quellen und Aktualität

Die Terminangaben dieses aiMOOCs folgen dem im Juni 2026 veröffentlichten neuen Inbetriebnahmeplan der Deutschen Bahn. Für aktuelle Fahrpläne solltest Du stets die gegenwärtigen Informationen des Verkehrsverbunds verwenden.

  1. Deutsche Bahn: Neuer Inbetriebnahmeplan für Stuttgart 21, 26. Juni 2026
  2. Bahnprojekt Stuttgart–Ulm: Künftiger Hauptbahnhof
  3. Bahnprojekt Stuttgart–Ulm: Tunnel, Brücken und Gleise
  4. VVS: aktuelle Liniennetze und Tarifzonenpläne
  5. Verkehrsministerium Baden-Württemberg: Stuttgart 21


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein Eisenbahnknoten? (Ein Ort an dem mehrere Bahnstrecken oder Verkehrsangebote zusammenlaufen) (!Ein Bahnhof an dem ausschließlich Güterzüge halten) (!Eine einzelne gerade Bahnstrecke ohne Abzweige) (!Ein Parkplatz neben einer Autobahn)




Warum beeinflusst die Topografie die Bahnplanung in Stuttgart besonders? (Weil Talkessel Höhenunterschiede und dichte Bebauung Tunnel und Brücken erforderlich machen) (!Weil Stuttgart vollständig auf einer ebenen Küstenfläche liegt) (!Weil Eisenbahnen grundsätzlich nur unterirdisch gebaut werden dürfen) (!Weil in Stuttgart keine Straßen vorhanden sind)




Welcher Bahnhofstyp ist der heutige oberirdische Stuttgarter Hauptbahnhof? (Kopfbahnhof) (!Ringbahnhof) (!Rangierbahnhof) (!Seilbahnhof)




Wie viele Gleise besitzt die Bahnsteighalle des künftigen Durchgangsbahnhofs? (Acht) (!Vier) (!Sechzehn) (!Vierundzwanzig)




Was ist im Stuttgarter S-Bahn-Netz eine Stammstrecke? (Eine zentrale Strecke die von mehreren Linien gemeinsam genutzt wird) (!Eine Strecke die nur für historische Züge geöffnet ist) (!Ein Gleis ausschließlich für Güterzüge) (!Eine Straßenbahnlinie ohne Schienen)




Wofür steht ETCS im Bahnbetrieb? (Ein digitales europäisches Zugbeeinflussungssystem) (!Ein Tarif für Elektroautos) (!Ein Baustoff für Tunnelwände) (!Ein System zur Gepäcksortierung)




Wann soll der neue Stuttgarter Hauptbahnhof nach dem im Juni 2026 veröffentlichten DB-Stufenplan in Betrieb gehen? (Dezember 2031) (!Dezember 2027) (!Dezember 2030) (!Dezember 2033)




Wann ist nach dem aktuellen Stufenplan die Inbetriebnahme des Fernbahnhofs am Flughafen vorgesehen? (Dezember 2030) (!Juli 2032) (!Dezember 2031) (!Dezember 2033)




Was soll im Juli 2032 gemeinsam in Betrieb gehen? (Die verlängerte digitale S-Bahn-Stammstrecke und die Station Mittnachtstraße) (!Der Pfaffensteigtunnel und der Flughafen) (!Der historische Kopfbahnhof und die Neubaustrecke nach Mannheim) (!Eine neue Straßenbahn nach Ulm und ein Güterhafen)




Welche Aussage beschreibt eine gute Bewertung eines Bahnknotens am besten? (Sie berücksichtigt Netzleistung Zuverlässigkeit Umstiege Umwelt Kosten und Stadtentwicklung) (!Sie betrachtet nur die Zahl der Bahnsteiggleise) (!Sie bewertet ausschließlich die Architektur des Empfangsgebäudes) (!Sie betrachtet nur die Geschwindigkeit des schnellsten Zuges)





Memory

Kopfbahnhof Gleise enden im Bahnhof
Durchgangsbahnhof Gleise führen durch den Bahnhof weiter
Stammstrecke Gemeinsamer zentraler Abschnitt mehrerer Linien
ETCS Digitales Zugbeeinflussungssystem
Kelchstütze Tragendes Element des neuen Bahnhofsdachs
Pfaffensteigtunnel Künftige Gäubahnverbindung über den Flughafen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
ETCS Digitale Überwachung und Steuerung der Zugfahrt
ATO Automatisierte Unterstützung des Fahrbetriebs
Stammstrecke Zentral gemeinsam genutzter S-Bahn-Abschnitt
Fildertunnel Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Filderebene
Kelchstütze Tragende Betonschale des neuen Bahnhofsdachs






Kreuzworträtsel

Kopfbahnhof Welcher Bahnhofstyp besitzt Gleise die im Bahnhof enden?
Durchgangsbahnhof Wie heißt ein Bahnhof dessen Gleise grundsätzlich weiterführen?
Stammstrecke Wie heißt der gemeinsam genutzte zentrale Abschnitt mehrerer S-Bahn-Linien?
Kelchstütze Wie heißt ein charakteristisches tragendes Bauteil des neuen Bahnhofsdachs?
Fildertunnel Welcher Tunnel verbindet den Hauptbahnhof mit der Filderebene?
Digitalisierung Welcher Begriff beschreibt die zunehmende digitale Steuerung des Bahnbetriebs?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein Eisenbahnknoten verbindet mehrere

und Verkehrsangebote miteinander.
Der heutige oberirdische Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein

.
Der künftige Hauptbahnhof wird als

gebaut.
Mehrere Linien der S-Bahn nutzen im Zentrum eine gemeinsame

.
Das digitale europäische Zugbeeinflussungssystem heißt

.
Die charakteristischen Betonbauteile des neuen Bahnhofsdachs heißen

.
Nach dem Stufenplan von Juni 2026 soll der neue Hauptbahnhof im Jahr

in Betrieb gehen.
Der für die Gäubahn vorgesehene Verbindungstunnel heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Netzplan lesen: Suche im S-Bahn-Netzplan drei mögliche Reisewege zum Stuttgarter Hauptbahnhof und beschreibe, an welchen Stellen viele Linien zusammenlaufen.
  2. Fotoanalyse Bahnhof: Wähle zwei Bilder aus diesem aiMOOC und notiere jeweils fünf Beobachtungen zu Verkehr, Technik oder Baustelle.
  3. Kopfbahnhof und Durchgangsbahnhof: Zeichne beide Bahnhofstypen schematisch und erkläre mit Pfeilen, wie ein Zug jeweils ein- und ausfährt.
  4. Mobilitätstagebuch: Dokumentiere einen typischen Schulweg und markiere alle Stellen, an denen Du das Verkehrsmittel wechselst oder warten musst.


Standard

  1. Umsteigewege untersuchen: Vergleiche zwei mögliche Reiseketten durch Stuttgart und bewerte sie nach Reisezeit, Zahl der Umstiege und Störanfälligkeit.
  2. Barrierefreiheit am Bahnhof: Erstelle Kriterien für einen barrierefreien Umsteigeknoten und prüfe sie an einem Bahnhof in Deiner Nähe.
  3. Kapazitätsmodell Eisenbahn: Baue mit Papierstreifen oder Spielfiguren ein Modell von Kopfbahnhof und Durchgangsbahnhof und simuliere gleichzeitig ankommende und abfahrende Züge.
  4. Medienvergleich Stuttgart 21: Vergleiche eine ältere Projektkarte mit einem aktuellen Bild oder einer aktuellen Quelle und notiere, welche Aussagen zeitabhängig sind.


Schwer

  1. Störungsszenario S-Bahn: Entwickle ein Szenario für eine Störung auf der Stammstrecke und beschreibe, welche Linien und Umsteigepunkte dadurch betroffen sein könnten.
  2. GIS Erreichbarkeitsanalyse: Erstelle mit einem digitalen Kartendienst eine einfache Erreichbarkeitskarte für einen Bahnhof und untersuche, welche Orte in 15, 30 und 60 Minuten erreichbar sind.
  3. Planungsdebatte: Entwickle Rollen für Bahn, Stadt, Land, Fahrgäste, Anwohnende und Umweltverbände und führe eine quellenbasierte Diskussion über Ziele und Zielkonflikte eines Großprojekts.
  4. Netzkonzept 2040: Entwirf ein eigenes Konzept für einen robusten Bahnknoten Stuttgart im Jahr 2040 und begründe zusätzliche Verbindungen, Umsteigepunkte oder digitale Maßnahmen.




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Lernkontrolle

  1. Netzwirkung erklären: Erläutere an einem selbst gewählten Beispiel, wie eine Verspätung an einem zentralen Knoten auf andere Linien übertragen werden kann.
  2. Kapazität und Robustheit: Entwickle zwei Fahrpläne für dieselbe Strecke, einen sehr dichten und einen mit Zeitreserven, und begründe, welcher bei Störungen robuster sein könnte.
  3. Digitalisierung bewerten: Beurteile, welche Probleme ETCS und digitale Stellwerke lösen können und für welche Probleme weiterhin zusätzliche Infrastruktur oder andere Fahrpläne nötig wären.
  4. Inbetriebnahme in Stufen: Erkläre, welche Vor- und Nachteile es haben kann, einen großen Bahnknoten nicht an einem einzigen Tag, sondern in mehreren Schritten in Betrieb zu nehmen.
  5. Mobilitätsdrehscheibe Flughafen: Entwickle für eine fiktive Reisegruppe einen optimalen Umstieg zwischen Fernzug, S-Bahn, Stadtbahn und Flugzeug und nenne mindestens drei Anforderungen an die Planung.
  6. Transfer auf einen anderen Ort: Wähle einen Bahnhof außerhalb Stuttgarts und untersuche, welche Kriterien aus diesem aiMOOC dort ebenfalls für Verkehrsplanung und Mobilität gelten.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Daten wiedergeben kannst, sondern das Verkehrssystem als Netz verstehst.

  1. Begriffe sicher verwenden: Eisenbahnknoten, Kopfbahnhof, Durchgangsbahnhof, Stammstrecke, Kapazität, Robustheit, Intermodalität und ETCS fachlich richtig erklären.
  2. Netzpläne auswerten: Linien, Knoten, gemeinsame Streckenabschnitte und mögliche Engpässe erkennen.
  3. Technik erklären: Zusammenhänge zwischen Infrastruktur, Signaltechnik, Fahrplan und Zugbetrieb beschreiben.
  4. Planungen zeitlich einordnen: Veröffentlichungsdatum und Planungsstand einer Quelle beachten.
  5. Argumente bewerten: Nutzen, Risiken, Kosten, Umweltfolgen und Stadtentwicklung nach nachvollziehbaren Kriterien vergleichen.
  6. Transfer leisten: Erkenntnisse vom Bahnknoten Stuttgart auf andere Verkehrsnetze oder eigene Mobilitätsentscheidungen übertragen.




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