Dieselmotor Einspritzung und Abgasnachbehandlung – Glühsysteme und Kaltstart erklären
Dieselmotor Einspritzung und Abgasnachbehandlung – Glühsysteme und Kaltstart erklären
QR-Code
Dieselmotor Einspritzung und Abgasnachbehandlung – Glühsysteme und Kaltstart erklären
Einleitung
Zielgruppe: Ausbildung Kfz-Mechatronik, Schwerpunkt Motorentechnik und Diagnose
Lernzeit: circa 45–60 Minuten
Lernziele: Du erklärst die Startbedingungen eines Dieselmotors, die elektronische Glühsteuerung und das Nachglühen. Du wertest Diagnosedaten aus, grenzt Fehler begründet ein und unterscheidest Vermutung, Messbefund und gesicherte Diagnose.
Lernweg: Vier kurze Lerneinheiten – drei Werkstattfälle – gestufte Hilfen – interaktive Übungen – Lernnachweis.
Sicherheit: Die Diagnosefälle sind Simulationen. Arbeiten an realen Fahrzeugen, elektrischen Leistungsstromkreisen, Kraftstoffhochdrucksystemen, heißen Motorteilen, Hochvoltsystemen und Rückhaltesystemen sowie jede Fahrfreigabe sind qualifiziertem Fachpersonal vorbehalten. Herstellerangaben, Schutzmaßnahmen und Werkstattvorgaben sind verbindlich. Dieser Kurs erteilt keine Zulassungs-, Reparatur- oder Fahrfreigabe. Keine Glühkerze zum Test direkt an eine Batterie anschließen.
Lerneinheit 1: Warum braucht ein Diesel einen Kaltstarthelfer?
Dauer: 5 Minuten
Ein Dieselmotor arbeitet mit Selbstzündung. Die verdichtete Luft erhitzt sich; der eingespritzte Dieselkraftstoff entzündet sich unter geeigneten Bedingungen.
Bei einem kalten Motor entziehen die Brennraumwände der verdichteten Luft Wärme. Niedrige Anlassdrehzahl und ungünstige Startbedingungen können die Zündung zusätzlich erschweren.
Eine Glühkerze führt lokal zusätzliche Wärme zu. Sie erzeugt keinen Zündfunken wie eine Zündkerze.

Systembild: Common-Rail-Einspritzanlage. Unterscheide Kraftstoffhochdrucksystem und elektrische Kaltstarthilfe. Quelle: Wikimedia Commons, AndiF, gemeinfrei.

Glühkerzen eines älteren Dreizylinder-Dieselmotors. Quelle: Wikimedia Commons, Dana60Cummins, CC BY-SA 3.0.
Kurzvideo: NGK Glow Plug
Video aus der technischen Videosammlung von NGK. YouTube-Einbettung, keine behauptete freie Videolizenz.
Mini-Auftrag: Erkläre in zwei Sätzen, weshalb ein Dieselmotor bei Kälte schlechter anspringen kann.
Feedback: Eine gute Erklärung verbindet Wärmeverluste im kalten Brennraum mit den erschwerten Bedingungen für die Selbstzündung. Die Glühkerze unterstützt die Verbrennung durch Wärme, nicht durch einen elektrischen Funken.
Lerneinheit 2: Elektronische Ansteuerung
Dauer: 7 Minuten
Moderne Glühsysteme besitzen Glühstiftkerzen, ein elektronisches Glühzeitsteuergerät und eine Ansteuerungssoftware.
Das Motorsteuergerät berücksichtigt beispielsweise Kühlmitteltemperatur und Motordrehzahl. Das Glühzeitsteuergerät setzt die Anforderung in eine angepasste Heizleistung um und kann Glühstromkreise überwachen.
Prinzipschaltbild einer Glühanlage. Es zeigt ein älteres Schaltungskonzept, keinen universell gültigen Schaltplan moderner Systeme. Quelle: Wikimedia Commons, Janhuisman42, CC BY-SA 3.0.
Systemkette lesen
| Bauteil | Funktion |
|---|---|
| Temperatursensor | Liefert eine wichtige Eingangsgröße. |
| Motorsteuergerät | Berechnet die Glühanforderung. |
| Glühzeitsteuergerät | Steuert und überwacht die Heizleistung. |
| Glühkerze | Führt Wärme im Brennraum zu. |
| On-Board-Diagnose | Stellt Fehler- und Betriebsinformationen bereit. |
Wichtig: Die Anordnung beschreibt das Funktionsprinzip, nicht jede fahrzeugspezifische Architektur.
Vorglühen, Startglühen, Nachglühen
| Phase | Zweck |
|---|---|
| Vorglühen | Brennraum vor dem Start thermisch unterstützen. |
| Startglühen | Verbrennung während des Anlassens unterstützen. |
| Nachglühen | Kaltlauf stabilisieren und HC- und CO-Emissionen verringern. |
Auch situationsabhängiges Zwischenglühen ist möglich. Dauer und Intensität sind abhängig vom jeweiligen System.
Pulsweitenmodulation (PWM): Elektronische Leistungsstufen können die effektive Heizleistung durch getaktete Ansteuerung anpassen. Dabei ist die Betriebsspannung einer Glühkerze nicht zwingend mit der Batteriespannung identisch.

Illustration einer keramischen Glühkerze. Quelle: Wikimedia Commons, Dieselbastler, CC BY 2.5.

Metallische Glühkerzen eines Pkw-Dieselmotors. Quelle: Wikimedia Commons, Johann H. Addicks, CC BY-SA 3.0.
Beobachtungsauftrag: Vergleiche eine metallische und eine keramische Glühkerze. Welche Gemeinsamkeit besteht trotz unterschiedlicher Heizelemente?
Feedback: Beide wandeln elektrische Energie in Wärme um. Ihre zulässigen Betriebsbedingungen können jedoch verschieden sein. Eine pauschale Spannungsprüfung ist deshalb ungeeignet.
Lerneinheit 3: Glühsystem und Abgasnachbehandlung
Dauer: 5 Minuten
Nach dem Start ist der Motor noch nicht betriebswarm. Das Nachglühen kann die Verbrennung stabilisieren und unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) sowie Kohlenmonoxid (CO) reduzieren.
Bei bestimmten Motorkonzepten unterstützt die Glühstrategie auch die thermischen Bedingungen für die Partikelfilterregeneration. Die eigentliche Rußoxidation erfolgt im Partikelfilter, nicht an der Glühkerze.

Beispiel eines aufgezeichneten DPF-Regenerationsverlaufs eines bestimmten Dieselmotors. Kein allgemeingültiges Regenerationskennfeld. Quelle: Wikimedia Commons, DooMMeeR, CC BY-SA 3.0.
Video: NGK Glow Plugs – Tips and Tricks
Niterra UK, 2022. Nur zur fachlichen Beobachtung; keine eigenständige Arbeitsfreigabe.
Denkfrage: Warum kann ein Fehler der Glühanlage Auswirkungen haben, obwohl der Motor bereits angesprungen ist?
Feedback: Die Glühanlage dient bei modernen Fahrzeugen nicht ausschließlich dem Start. Sie kann auch den Warmlauf und bestimmte emissionsrelevante Betriebsstrategien unterstützen.
Lerneinheit 4: Diagnose statt Teiletausch
Dauer: 8 Minuten
Eine schlechte Kaltstartfähigkeit hat mehrere mögliche Ursachen. Neben dem Glühsystem kommen unter anderem die elektrische Energieversorgung, Anlassdrehzahl, Temperaturerfassung, Verdichtung und Kraftstoffeinspritzung infrage.

Schnittbild eines Common-Rail-Injektors. Quelle: Wikimedia Commons, L. Kenzel / Chris828, CC BY-SA 3.0.

Vorglühkontrollleuchte eines älteren Fahrzeugs. Das Leuchten beweist nicht, dass jede Glühkerze tatsächlich bestromt wird. Quelle: Wikimedia Commons, Piercetheorganist, gemeinfrei.
Diagnoseregel: Zuerst das Symptom einordnen, dann Umgebungsbedingungen, Steuergeräteinformationen und Daten vergleichen. Ein Fehlercode benennt einen überwachten Fehlerbereich, nicht automatisch ein auszutauschendes Bauteil.
Ausbildungsfall: Der kalte Montagmorgen
Situation: Ein fiktiver Pkw mit Vierzylinder-Common-Rail-Dieselmotor springt nach einer kalten Nacht verzögert an. Im Kaltleerlauf läuft er zunächst unruhig.
Arbeitsauftrag: Werte die vorhandenen Daten aus. Formuliere die wahrscheinlichste Fehlergruppe und mindestens zwei alternative Ursachen innerhalb dieser Gruppe.
Alle folgenden Werte sind didaktisch simuliert. Sie sind keine Hersteller-Sollwerte und nicht auf ein reales Fahrzeug übertragbar.
Diagnosedatensatz A
| Diagnoseinformation | Simulierter Befund |
|---|---|
| Außentemperatur | 2 °C |
| Kühlmitteltemperatur vor dem Start | 3 °C |
| Ansauglufttemperatur | 4 °C |
| Batteriespannung vor dem Start | 12,4 V |
| Anlassdrehzahl | 235 min⁻¹ |
| Glühanforderung | Aktiv |
| Rückgemeldeter Glühstrom Kanal 1 | 10,1 A |
| Rückgemeldeter Glühstrom Kanal 2 | 9,8 A |
| Rückgemeldeter Glühstrom Kanal 3 | 0,0 A |
| Rückgemeldeter Glühstrom Kanal 4 | 9,9 A |
| Fehlereintrag | P0673 – Glühstromkreis Zylinder 3 |
Leitfrage: Was lässt sich aus den Daten ableiten – und was noch nicht?
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Beobachten: Welche Messgröße unterscheidet sich deutlich von vergleichbaren Kanälen?
Hilfe 2 – Verknüpfen: Vergleiche die Glühanforderung, den auffälligen Kanal und den Fehlereintrag.
Hilfe 3 – Eingrenzen: Denke an Glühkerze, Steckverbindung, Leitung und den zugehörigen Ausgang des Glühzeitsteuergeräts. Welche zusätzliche, vom Hersteller freigegebene Prüfung würde diese Möglichkeiten unterscheiden?
Musterlösung mit begründetem Feedback
Befund: Die Temperaturwerte sind untereinander plausibel. Eine Glühanforderung liegt vor. Kanal 3 zeigt im Vergleich zu den übrigen Kanälen keinen gemeldeten Strom.
Fehlerhypothese: Der Glühstromkreis des dritten Zylinders ist auffällig.
Noch nicht bewiesen: Eine defekte Glühkerze. Auch Leitungsunterbrechung, Kontaktproblem oder ein Steuergeräteausgang können die Beobachtung erklären.
Nächste fachliche Maßnahme: Qualifiziertes Fachpersonal prüft nach dem konkreten Hersteller-Diagnoseplan die Versorgung, Ansteuerung und den betreffenden Stromkreis. Vorher wird kein Teiletausch festgelegt.
Warum ist das richtig? Mehrere Ursachen können denselben Fehlercode und Strombefund erzeugen. Eine gute Diagnose reduziert Unsicherheit durch zusätzliche unabhängige Befunde.
Zwei kurze Werkstattfälle
Fall B: Unplausible Motortemperatur
| Größe | Simulierter Wert |
|---|---|
| Umgebungstemperatur | 2 °C |
| Ansauglufttemperatur nach längerer Standzeit | 3 °C |
| Kühlmitteltemperatur nach derselben Standzeit | 46 °C |
| Glühanforderung | Inaktiv |
| Gemeldete Glühströme | Alle 0 A |
Aufgabe: Ist damit bewiesen, dass alle Glühkerzen defekt sind?
Feedback: Nein. Bei tatsächlich ausgekühltem Motor ist der hohe Kühlmitteltemperaturwert auffällig. Vor einer Bauteildiagnose sind Sensorplausibilität, Betriebsbedingungen und Ansteuerungsentscheidung zu klären. Der Wert allein beweist keinen Sensordefekt.
Fall C: Spannungseinbruch beim Anlassen
| Größe | Simulierter Wert |
|---|---|
| Außentemperatur | 1 °C |
| Kühlmitteltemperatur | 2 °C |
| Batteriespannung vor dem Start | 12,3 V |
| Batteriespannung während des Anlassens | 8,6 V |
| Glühanforderung | Aktiv |
Aufgabe: Nenne zwei mögliche Ursachen des Spannungseinbruchs.
Feedback: Eine schwache Batterie, hohe Anlasserbelastung oder erhöhte Übergangswiderstände sind mögliche Erklärungen. Ob 8,6 V außerhalb zulässiger Grenzen liegen, muss anhand der Fahrzeug- und Prüfbedingungen bewertet werden. Der Messwert allein ist keine Diagnose.
Quellen und Medienrechte
Technische Fachquellen:
- Bosch Mobility – Glühsystem für Dieselmotoren: Systemaufbau, adaptive Ansteuerung und Nachglühen.
- Bosch Mobility – Glühzeitsteuergerät: Regelung, Ansteuerung und Diagnose.
- BERU – Glow Plug Control Unit: Kommunikation zwischen Motor- und Glühsteuergerät.
- Niterra – NGK Glow Plugs: Glühkerzenarten, Kaltstart und Emissionsbezug.
- NGK – Glow Plugs Q&A: Nachglühen und Grenzen der Glühkerzenprüfung.
- Niterra – Glow Controller: PWM-Ansteuerung und Eigendiagnose.
Medienrechte: Alle eingebundenen Commons-Dateien besitzen auf ihrer jeweils verlinkten Dateiseite eine dokumentierte Freigabe. Urheber und Lizenzen stehen unmittelbar unter den Bildern. Lizenzbedingungen für Bearbeitung und Weiterverwendung sind zu beachten. YouTube-Videos werden über ihre vorhandenen Links eingebettet; daraus folgt keine freie Nachnutzungserlaubnis.
Didaktische Grenze: Schemata können ältere oder einzelne technische Ausführungen zeigen. Simulierte Datensätze sind Lernmaterial und keine Prüf- oder Freigabewerte.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum benötigt ein kalter Dieselmotor möglicherweise Glühunterstützung? (Kalte Brennraumwände entziehen der verdichteten Luft Wärme) (!Der Diesel benötigt einen elektrischen Zündfunken) (!Die Kühlung muss vor dem Start abgeschaltet werden) (!Der Partikelfilter erzeugt die Zündtemperatur)
Welches Bauteil liefert die zusätzliche Wärme im Brennraum? (Glühstiftkerze) (!Turbolader) (!Partikelfilter) (!Kraftstofffilter)
Welche Aufgabe hat das elektronische Glühzeitsteuergerät? (Heizleistung ansteuern und Glühstromkreise überwachen) (!Dieselkraftstoff mechanisch verdichten) (!Abgas direkt im Auspuff entzünden) (!Die Fahrzeugbremse regeln)
Welche Eingangsgröße beeinflusst die Glühstrategie? (Kühlmitteltemperatur) (!Reifenprofiltiefe) (!Lackfarbe) (!Scheibenwischerlänge)
Was bedeutet PWM bei der Glühsteuerung? (Getaktete Anpassung der effektiven Heizleistung) (!Mechanische Erhöhung der Verdichtung) (!Ausschließlich dauerhafte volle Batteriespannung) (!Unterbrechung der Kraftstoffeinspritzung)
Wozu kann Nachglühen beitragen? (Zu stabilerer Verbrennung und geringeren Emissionen im Warmlauf) (!Zur Erzeugung des Hochdrucks im Rail) (!Zur direkten Reinigung des Motoröls) (!Zum mechanischen Schließen des AGR Ventils)
Was ist bei Datensatz A zuerst einzugrenzen? (Der Glühstromkreis des dritten Zylinders) (!Der gesamte Partikelfilter) (!Die Klimaanlage) (!Alle vier Injektoren)
Was beweist eine leuchtende Vorglühkontrollleuchte? (Nicht automatisch die tatsächliche Funktion jeder Glühkerze) (!Dass alle Glühstromkreise fehlerfrei sind) (!Dass keine Diagnose notwendig ist) (!Dass die Batterie vollständig geladen ist)
Welche Bewertung passt zu Fall B? (Der Temperaturwert und die Ansteuerungsbedingungen sind zuerst zu prüfen) (!Alle vier Glühkerzen müssen defekt sein) (!Der Partikelfilter muss ausgetauscht werden) (!Das Motorsteuergerät ist sicher beschädigt)
Welche Aussage zum Lernkurs ist richtig? (Er vermittelt Diagnosekompetenz und erteilt keine Reparaturfreigabe) (!Er ersetzt die Herstellerdiagnose) (!Er erlaubt selbstständige Hochvoltarbeiten) (!Er legt allgemeingültige Grenzwerte für jedes Fahrzeug fest)
Begründetes Quiz-Feedback:
- Kälte führt zu Wärmeverlusten und erschwert die Selbstzündung.
- Die Glühkerze ist ein elektrisches Heizelement, keine Zündkerze.
- Das Glühzeitsteuergerät setzt die Anforderung in Heizleistung um.
- Temperaturinformationen beeinflussen die Glühstrategie.
- PWM ermöglicht angepasste effektive Leistung.
- Nachglühen unterstützt die Verbrennung während des Warmlaufs.
- Die auffällige Rückmeldung grenzt den dritten Stromkreis ein.
- Eine Kontrollleuchte ersetzt keine Prüfung der tatsächlichen Funktion.
- Unplausible Eingangssignale können die Steuerentscheidung beeinflussen.
- Diagnosewissen ist keine technische oder rechtliche Fahrzeugfreigabe.
Memory
| Vorglühen | Wärmezufuhr vor dem Motorstart |
| Nachglühen | Heizunterstützung im Warmlauf |
| Glühzeitsteuergerät | Elektronische Leistungsansteuerung |
| PWM | Getaktete Leistungsregelung |
| Temperaturgeber | Messwert für die Steuerstrategie |
| Common Rail | Gemeinsamer Kraftstoffhochdruckspeicher |
| Fehlercode P0673 | Hinweis auf dritten Glühstromkreis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion |
|---|---|
| Kühlmitteltemperaturgeber | Eingangssignal |
| Motorsteuergerät | Anforderungsbildung |
| Glühzeitsteuergerät | Leistungssteuerung |
| Glühstiftkerze | Lokale Wärmezufuhr |
| Diagnosegerät | Datenanzeige |
| Dieselpartikelfilter | Rußabscheidung |
Kreuzworträtsel
| Diesel | Welcher Motortyp nutzt zur Kraftstoffentzündung das Prinzip der Selbstzündung? |
| Glühkerze | Wie heißt das elektrische Heizelement zur Unterstützung des Kaltstarts? |
| Sensor | Welcher Bauteiltyp erfasst beispielsweise die Kühlmitteltemperatur? |
| Steuergerät | Welcher Bauteiltyp verarbeitet Informationen und gibt Ansteuerungssignale aus? |
| Nachglühen | Wie heißt die Heizunterstützung nach dem Motorstart? |
| Stromkreis | Welcher elektrische Bereich wird bei einem Glühfehler zunächst eingegrenzt? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben zunächst anhand der Lernmaterialien und simulierten Daten. Die Feedbackhinweise dienen Deiner Selbstkontrolle, nicht als Arbeitsanweisung an einem Fahrzeug.
Leicht
Basisaufgaben
- Glühkerze: Erstelle eine beschriftete Skizze zur Wärmezufuhr im Dieselmotor. Feedback: Die Skizze ist schlüssig, wenn Wärmeunterstützung und Kraftstoffeinspritzung getrennt dargestellt sind.
- Selbstzündung: Formuliere eine kurze Erklärung für einen Kaltstart mit eigenen Worten. Feedback: Entscheidend ist der Zusammenhang zwischen Verdichtung, Temperatur und Wärmeverlusten.
- Vorglühen: Gestalte drei Lernkarten zu Vorglühen, Startglühen und Nachglühen. Feedback: Die Karten sind richtig, wenn Zweck und zeitliche Einordnung unterscheidbar bleiben.
- Motorsteuergerät: Beschrifte die Bauteile der dargestellten Systemkette. Feedback: Achte auf die Trennung von Eingangssignal, Entscheidung, Leistungsansteuerung und Heizelement.
Standard
Anwendungsaufgaben
- Fehlerdiagnose: Verfasse zu Datensatz A einen Diagnosebericht mit Befund, Hypothese und offenem Prüfschritt. Feedback: Eine gute Eingrenzung benennt Kanal 3, legt sich aber ohne weitere Prüfung nicht auf die Glühkerze fest.
- Temperatursensor: Entwickle zwei Erklärungen für Fall B. Feedback: Die Lösungen sollen eine unplausible Temperaturinformation von einer tatsächlich noch warmen Maschine unterscheiden.
- Abgasnachbehandlung: Erstelle ein Storyboard mit drei Bildern über Kaltstart, Warmlauf und Partikelfilter. Feedback: Zeige den indirekten Zusammenhang zwischen Verbrennung und Emissionsminderung, ohne die Glühkerze als DPF-Heizung darzustellen.
- Werkstattorganisation: Entwirf fünf Interviewfragen an eine qualifizierte Diagnosefachkraft. Feedback: Gute Fragen betreffen Herstellerdaten, Sicherheit, Datenqualität und Fehlerbestätigung statt pauschalem Teiletausch.
Schwer
Transferaufgaben
- Startsystem: Erstelle ein alternatives Fehlerhypothesenmodell zu Fall C. Feedback: Unterscheide Energieversorgung, Leitungsverluste und Anlasserbelastung; ein einzelner Spannungswert entscheidet nicht allein.
- Common-Rail-Einspritzung: Zeichne ein Ursache-Wirkungs-Netz zwischen Anlassdrehzahl, Verdichtung, Einspritzung und Glühunterstützung. Feedback: Ein gutes Modell zeigt, dass mehrere Systeme dieselben Startsymptome beeinflussen können.
- On-Board-Diagnose: Entwickle einen Entscheidungsbaum aus Messbefund, Plausibilitätsprüfung und Hersteller-Diagnoseplan. Feedback: Baue mindestens einen Weg für einen widerlegten Anfangsverdacht ein, damit der Baum nicht automatisch beim Teiletausch endet.
- Qualitätssicherung: Schreibe eine fachliche Stellungnahme, warum ein Diagnosebericht keine Fahrfreigabe ersetzt. Feedback: Begründe den Unterschied zwischen Lernsimulation, bestätigtem Reparaturergebnis und rechtlich beziehungsweise technisch verantworteter Freigabe.


Lernkontrolle
- Kaltstart: Zwei Dieselmotoren zeigen bei gleicher Außentemperatur unterschiedliches Startverhalten. Erkläre drei mögliche technische Ursachen, ohne einen Glühkerzendefekt vorauszusetzen.
- Messwertplausibilität: Vergleiche die Temperaturangaben der Fälle A und B. Begründe, warum gleiche Glühstromwerte in unterschiedlichen Betriebszuständen nicht die gleiche Aussage besitzen müssen.
- Fehlercode: Begründe anhand von Fall A, warum ein Eintrag im Glühstromkreis nicht automatisch den Austausch der zugehörigen Glühkerze rechtfertigt.
- Nachglühen: Erläutere die Auswirkungen einer eingeschränkten Nachglühfunktion auf Kaltlauf und Emissionen. Trenne gesicherte Systemfunktion von möglichen fahrzeugspezifischen Folgen.
- Diagnosestrategie: Entwickle eine Reihenfolge für die Auswertung vorhandener Diagnosedaten, wenn gleichzeitig ein auffälliger Temperaturwert und ein Glühstromfehler vorliegen.
- Sicherheitsmanagement: Beurteile einen Vorschlag, eine unbekannte Glühkerze direkt an 12 Volt zu testen. Begründe die Risiken und beschreibe den sicheren, herstellergebundenen Diagnoseansatz auf konzeptioneller Ebene.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du Folgendes vorlegen:
- Eine fachlich richtige Skizze des Glühsystems mit beschrifteten Funktionen.
- Eine Erklärung der Startbedingungen und der elektronischen Ansteuerung.
- Eine Unterscheidung von Vorglühen, Startglühen und Nachglühen.
- Eine nachvollziehbare Auswertung mindestens zweier simulierter Diagnosedatensätze.
- Einen Diagnosebericht mit Befund, Hypothese, Alternativerklärungen und offenem Prüfbedarf.
- Eine kurze Reflexion über Herstellerangaben, Medienquellen, Sicherheit und Grenzen des Lernkurses.
Bewertung: Besonders wichtig sind nachvollziehbare Begründungen, kritischer Umgang mit Messwerten und das Vermeiden voreiliger Reparaturentscheidungen.
Der Lernnachweis ist keine Befähigungs-, Reparatur-, Zulassungs- oder Fahrfreigabe.
OERs zum Thema
Wikipedia: Glühkerze
Ergänzende Fachartikel: Dieselmotor, Common-Rail-Einspritzung, Pulsweitenmodulation, On-Board-Diagnose, Abgasrückführung, Dieselrußpartikelfilter.
Weitere Medien: Wikimedia Commons – Glühkerzen und Niterra – technische Schulungsmedien.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


NEWSLernweltNOAH fragen