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Die Vollplastik - Kunst

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Die Vollplastik - Kunst




Die Vollplastik - Kunst


Einleitung

Eine Vollplastik ist ein freistehendes, dreidimensionales Kunstwerk. Du kannst Dich um sie herumbewegen und ihre Form aus verschiedenen Richtungen untersuchen. Im Unterschied zum Relief ist sie nicht mit einer Hintergrundplatte verbunden. Dieser aiMOOC zeigt Dir, wie Raum, Volumen, Oberfläche, Material und Betrachterstandpunkt ihre Wirkung bestimmen.


Lernziele

  1. Vollplastik: Du erklärst den Begriff und grenzt ihn vom Relief ab.
  2. Ansichtigkeit: Du unterscheidest einansichtige, mehransichtige und allansichtige Werke.
  3. Form und Raum: Du beschreibst blockhafte, raumoffene und bewegte Formen.
  4. Material und Technik: Du ordnest Modellieren, Abtragen, Gießen und Montieren zu.
  5. Werkanalyse: Du untersuchst eine Vollplastik aus mehreren Blickrichtungen.
  6. Gestaltung: Du planst und baust eine eigene schulgeeignete Vollplastik.


Grundwissen


Was ist eine Vollplastik?

Eine Vollplastik steht frei im Raum. Nur ihre Standfläche oder eine Plinthe verbindet sie mit dem Boden. Je nach Gestaltung ist sie vor allem von einer Seite, von mehreren Seiten oder rundum interessant.

Merksatz: Eine Vollplastik hat keinen bildhaften Hintergrund. Der Raum um sie herum gehört zur Wirkung des Kunstwerks.


Vollplastik und Relief

Ein Relief bleibt an eine Grundfläche gebunden. Eine Vollplastik löst sich von dieser Fläche und besitzt eine ausgearbeitete Rückseite. Deshalb verändert sich ihr Erscheinungsbild, wenn Du Deinen Standort wechselst.

Merkmal Vollplastik Relief
Verbindung frei im Raum an eine Grundfläche gebunden
Rückseite meist gestaltet meist nicht frei sichtbar
Betrachtung mehrere Standpunkte möglich vorwiegend von vorn
Wirkung körperhaft und räumlich bildhaft und räumlich angedeutet


Ansichten und Raum

  1. Einansichtigkeit: Eine Hauptansicht ist besonders wichtig.
  2. Mehransichtigkeit: Mehrere Blickrichtungen sind bewusst gestaltet.
  3. Allansichtigkeit: Jede Seite bietet eine wichtige Ansicht.
  4. Blockhaftigkeit: Die Masse wirkt kompakt und geschlossen.
  5. Raumoffenheit: Durchbrüche, Abstände und Zwischenräume öffnen die Form.
  6. Negativraum: Der freie Raum zwischen oder innerhalb von Formen wird mitgestaltet.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche Vorder- und Seitenansicht. Achte auf Überschneidungen, Silhouetten und Zwischenräume.


Gestaltungsmittel

Gestaltungsmittel Leitfrage Mögliche Wirkung
Silhouette Wie verändert sich der Umriss? ruhig, gespannt oder bewegt
Volumen Wirkt die Form schwer oder leicht? massiv, zart oder ausgewogen
Proportion Wie verhalten sich die Teile zueinander? naturgetreu, übersteigert oder verfremdet
Oberfläche Ist sie glatt, rau, glänzend oder matt? weich, lebendig, hart oder kühl
Achse Welche Richtung bestimmt die Figur? stabil, aufgerichtet oder dynamisch
Negativraum Wo entstehen Öffnungen? luftig, durchlässig oder spannungsvoll
Maßstab Wie groß ist das Werk im Verhältnis zu Dir? intim, lebensnah oder monumental
Sockel Wie wird das Werk präsentiert? erhöht, geschützt oder in den Alltag eingebunden


Materialien und Verfahren

Verfahren Handlung Typische Materialien
Modellieren Material wird aufgebaut und geformt. Ton, Wachs, Knete, Pappmaché
Skulptieren Material wird abgetragen. Holz, Stein, Gipsblock
Guss Flüssiges Material füllt eine Form. Bronze, Gips, geeignete Gießmassen
Montage Einzelteile werden verbunden. Draht, Karton, Holz, Fundstücke

Sicherheit in der Schule: Nutze scharfe Werkzeuge, Drahtenden, heiße Materialien und Maschinen nur nach Anweisung und unter Aufsicht.


Beispiele aus der Kunstgeschichte

Kykladische Figur: Die geschlossene, stark vereinfachte Form wirkt blockhaft und ruhig.

David: Die stehende Figur zeigt Kontrapost, klare Körperachsen und eine starke Hauptansicht. Beim Umrunden verändern sich Silhouette und Spannung.

Der Denker von Auguste Rodin: Die gebeugte Haltung, die bewegte Oberfläche und die kompakte Körperform lassen Denken als körperliche Anstrengung erscheinen.


Eine Vollplastik untersuchen

  1. Erster Eindruck: Notiere Wirkung, Thema und spontane Assoziationen.
  2. Werkdaten: Kläre Künstler oder Künstlerin, Titel, Zeit, Material, Größe und Standort.
  3. Ansichten: Beschreibe Hauptansicht, Rückseite und Veränderungen beim Umrunden.
  4. Form und Raum: Untersuche Volumen, Silhouette, Achsen, Zwischenräume und Standfestigkeit.
  5. Oberfläche und Licht: Beobachte Struktur, Farbe, Glanz sowie Licht und Schatten.
  6. Deutung: Verbinde Gestaltung, Material, Standort und mögliche Aussage.
  7. Urteil: Begründe, wie überzeugend das Werk auf Dich wirkt.


Eigene Vollplastik gestalten

Für eine sichere Schulaufgabe eignen sich Ton, lufttrocknende Modelliermasse, Papier, Karton, Aluminiumfolie, Draht mit geschützten Enden oder saubere Recyclingmaterialien.

  1. Ideenskizze: Zeichne Vorder-, Seiten- und Rückansicht.
  2. Grundform: Baue zuerst große Volumen.
  3. Standfestigkeit: Plane Standfläche, Sockel oder inneres Gerüst.
  4. Raumgestaltung: Öffne oder schließe Zwischenräume bewusst.
  5. Oberfläche: Entscheide Dich für eine passende Struktur.
  6. Prüfung: Betrachte das Werk aus mindestens vier Richtungen.
  7. Präsentation: Wähle Höhe, Licht und Abstand zum Publikum.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wodurch unterscheidet sich eine Vollplastik grundlegend von einem Relief? (Sie ist nicht an eine Hintergrundfläche gebunden) (!Sie besteht immer aus Bronze) (!Sie besitzt nur eine Vorderseite) (!Sie muss lebensgroß sein)




Was bedeutet allansichtig? (Das Werk ist von allen Seiten bewusst gestaltet) (!Das Werk darf nur von vorn betrachtet werden) (!Das Werk hängt flach an einer Wand) (!Das Werk besteht aus durchsichtigem Material)




Was beschreibt eine blockhafte Form? (Eine kompakte und geschlossene Masse) (!Eine Form ohne sichtbares Material) (!Eine flache Zeichnung auf Papier) (!Eine vollständig bewegliche Konstruktion)




Was kennzeichnet eine raumoffene Vollplastik? (Sie besitzt Durchbrüche und deutlich einbezogene Zwischenräume) (!Sie hat keine Rückseite) (!Sie steht immer in einem geschlossenen Raum) (!Sie besteht ausschließlich aus Glas)




Was ist ein Negativraum? (Der freie Raum zwischen oder innerhalb von Formen) (!Die dunkelste Farbe eines Kunstwerks) (!Eine beschädigte Stelle im Material) (!Die Unterseite eines Sockels)




Welches Verfahren arbeitet additiv? (Modellieren mit Ton) (!Meißeln in Stein) (!Schnitzen in Holz) (!Schleifen eines Gipsblocks)




Welches Verfahren arbeitet subtraktiv? (Schnitzen aus einem Holzblock) (!Aufbauen mit Ton) (!Montieren von Kartonteilen) (!Gießen in eine Form)




Was verändert sich beim Umrunden einer Vollplastik besonders? (Silhouette, Überschneidungen und Lichtwirkung) (!Der Titel des Kunstwerks) (!Das Alter des Materials) (!Der Name des Museums)




Welche Aufgabe hat eine Plinthe? (Sie bildet eine Stand- oder Präsentationsfläche) (!Sie färbt das Material automatisch) (!Sie ersetzt jede Rückansicht) (!Sie macht das Werk zweidimensional)




Was gehört zu einer begründeten Werkanalyse? (Die Verbindung von Beobachtung, Gestaltung und Deutung) (!Nur das Auswendiglernen des Künstlernamens) (!Nur eine Beschreibung der Vorderseite) (!Eine Bewertung ohne sichtbare Belege)





Memory

Vollplastik freistehendes dreidimensionales Werk
Relief an eine Grundfläche gebundene Form
Allansichtigkeit wichtige Ansichten rund um das Werk
Negativraum freier Raum zwischen Formen
Blockhaftigkeit kompakte geschlossene Masse
Raumoffenheit Durchbrüche und Zwischenräume
Plinthe Standfläche eines Kunstwerks
Modellieren Aufbau von formbarem Material





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vollplastik ohne Hintergrundplatte
Relief mit einer Grundfläche verbunden
blockhaft kompakte geschlossene Form
raumoffen Durchbrüche und Zwischenräume
allansichtig Betrachtung von allen Seiten
Modellieren Material wird aufgebaut






Kreuzworträtsel

Freiplastik Wie lautet ein anderer Begriff für eine frei im Raum stehende Plastik?
Plinthe Wie heißt die Standplatte unter einer Plastik?
Negativraum Wie heißt der freie Raum zwischen plastischen Formen?
Oberfläche Was kann glatt, rau, glänzend oder matt gestaltet sein?
Subtraktion Wie heißt das Gestaltungsprinzip des Materialabtragens?
Addition Wie heißt das Gestaltungsprinzip des Materialaufbauens?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Vollplastik steht frei im

.
Sie ist nicht mit einer

verbunden.
Eine rundum bewusst gestaltete Arbeit heißt

.
Eine kompakte geschlossene Form wirkt

.
Durchbrüche machen eine Plastik häufig

.
Der freie Raum zwischen Formen heißt

.
Beim Modellieren wird Material

.
Beim Schnitzen wird Material

.
Die Standplatte einer Plastik heißt

.
Beim Umrunden verändert sich besonders die

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Vier Ansichten: Fotografiere einen Alltagsgegenstand von vorn, hinten und beiden Seiten. Markiere die stärkste Silhouette.
  2. Aluminiumfigur: Forme aus Aluminiumfolie eine kleine standfeste Figur mit klarer Körperhaltung.
  3. Materialprobe: Gestalte dieselbe Grundform aus Papier, Knete und Draht. Vergleiche die Wirkung.
  4. Raumfinder: Suche im Schulhaus drei Gegenstände mit interessanten Zwischenräumen und zeichne ihre Negativräume.


Standard

  1. Allansichtige Figur: Modelliere eine kleine Figur, die aus mindestens vier Blickrichtungen interessant wirkt.
  2. Drahtplastik: Baue eine raumoffene Form, bei der der Negativraum genauso wichtig ist wie das Material.
  3. Relief und Vollplastik: Gestalte dasselbe Motiv einmal als Relief und einmal als Vollplastik. Dokumentiere die Unterschiede.
  4. Sockel und Standort: Entwickle für eine Figur drei Präsentationsmodelle und entscheide begründet, welches am besten wirkt.


Schwer

  1. Werkanalyse: Untersuche eine bekannte Vollplastik anhand von Ansichten, Form, Raum, Oberfläche, Material und Standort.
  2. Skulpturenrundgang: Plane einen Rundgang zu Vollplastiken im Ort oder auf einem Museumsgelände und erstelle kurze Audiotexte.
  3. Nachhaltige Großplastik: Entwirf im Team eine standfeste Plastik aus sauberen Recyclingmaterialien für das Schulhaus.
  4. Ausstellungskonzept: Kuratiere eine kleine Ausstellung mit Titel, Raumplan, Beschriftungen, Lichtidee und begründeter Besucherführung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Standortwechsel: Erkläre an zwei Ansichten desselben Werks, wie sich Silhouette, Überschneidung und Aussage verändern.
  2. Materialentscheidung: Wähle für das Thema „Schutz“ ein geeignetes Material und Verfahren. Begründe Deine Wahl über Wirkung und Bearbeitung.
  3. Formverwandlung: Entwickle eine blockhafte Form zu einer raumoffenen Form weiter und beschreibe, wie sich die Wirkung verändert.
  4. Relief oder Vollplastik: Entscheide für ein Denkmal im Schulhof, welche Form geeigneter ist. Beziehe Betrachtungswege, Sicherheit und Standort ein.
  5. Präsentationsvergleich: Vergleiche Bodenaufstellung, Sockel und hängende Präsentation für dasselbe Werk. Begründe die überzeugendste Lösung.
  6. Kritisches Urteil: Beurteile eine eigene oder fremde Arbeit mit mindestens drei sichtbaren Belegen aus Form, Raum, Material und Oberfläche.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern sie an einem Werk anwenden kannst.

  1. Begriffskenntnis: Vollplastik, Relief, Ansichtigkeit, Blockhaftigkeit, Raumoffenheit, Negativraum und Plinthe sicher erklären.
  2. Analysekompetenz: Beobachtungen aus mehreren Ansichten fachsprachlich beschreiben.
  3. Zusammenhang: Form, Material, Technik, Standort und Wirkung miteinander verbinden.
  4. Gestaltungskompetenz: Eine eigene standfeste und räumlich durchdachte Vollplastik herstellen.
  5. Dokumentation: Skizzen, Arbeitsphasen und Ansichten verständlich festhalten.
  6. Reflexion: Entscheidungen begründen und Verbesserungen aus Rückmeldungen ableiten.




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