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Die Ottonen - Deutschland

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Die Ottonen - Deutschland



Die Ottonen - Deutschland


Einleitung

Die Ottonen prägten das 10. und frühe 11. Jahrhundert in Mitteleuropa. Zwischen 919 und 1024 stellten sie die Könige des ostfränkischen Reiches; seit Otto I. trugen mehrere Herrscher zusätzlich die römische Kaiserwürde. Die Dynastie heißt eigentlich Liudolfinger. Weil drei ihrer Kaiser Otto hießen, setzte sich in der Geschichtsschreibung der Name Ottonen durch.

Für die Geschichte Deutschlands ist diese Zeit wichtig, aber Du solltest vorsichtig mit modernen Begriffen umgehen: Ein Staat „Deutschland“ mit festen Grenzen, Hauptstadt und moderner Verwaltung existierte damals nicht. Das ostfränkische Reich entwickelte sich schrittweise zu einem Reich, das in der Forschung häufig als römisch-deutsches Reich bezeichnet wird. Auch die Bezeichnung Heiliges Römisches Reich entstand erst später. Die Ottonenzeit war also nicht einfach die „Geburtsstunde Deutschlands“, sondern eine wichtige Phase eines langen politischen und kulturellen Wandels.

Das Siegel Ottos I. zeigt, wie Herrschaft sichtbar gemacht wurde. Krone, Herrscherbild und Umschrift sollten königliche beziehungsweise kaiserliche Autorität darstellen. Solche Quellen sagen deshalb nicht nur etwas über eine Person aus, sondern auch darüber, wie Herrschaft verstanden und öffentlich gezeigt wurde.

In diesem aiMOOC untersuchst Du drei eng verbundene Bereiche: Königtum, Kirche und Reich. Dabei geht es besonders um die Frage, wie ein König ohne moderne Behörden ein großes Gebiet regieren konnte und warum Bischöfe und Klöster für seine Herrschaft so wichtig waren.


Zeitliche Einordnung: Vom Ostfrankenreich zum ottonischen Reich

Nach der Teilung des Frankenreiches im 9. Jahrhundert entstanden mehrere Teilreiche. Im Ostfrankenreich gewannen regionale Adelsgruppen und Herzöge viel Einfluss. Als König Konrad I. 918 starb, wurde 919 Heinrich I. aus dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger zum König erhoben. Damit begann die ottonische Königsherrschaft.

Die Karte zeigt wichtige Herzogtümer und Herrschaftsräume des frühen Reiches. Sie darf nicht wie eine moderne politische Karte gelesen werden: Grenzen waren oft nicht exakt festgelegt, Herrschaftsrechte überlappten sich, und die tatsächliche Macht eines Königs hing stark von Personen, Besitz, Bündnissen und persönlicher Anwesenheit ab.

Herrscher Königsherrschaft Kaiserwürde Bedeutung
Heinrich I. 919–936 keine Festigte die Königsherrschaft und gewann die Anerkennung wichtiger Großer
Otto I. 936–973 ab 962 Lechfeldsieg, Italienpolitik und Kaiserkrönung
Otto II. Mitkönig ab 961, allein ab 973 Mitkaiser ab 967 Führte die Kaiserpolitik seines Vaters fort
Otto III. 983–1002 ab 996 Betonte besonders die römische und christliche Kaiseridee
Heinrich II. 1002–1024 ab 1014 Stützte seine Herrschaft stark auf Bischöfe und Klöster


Königtum: Herrschen ohne Hauptstadt

Ein ottonischer König regierte nicht von einer festen Hauptstadt aus. Er reiste mit seinem Hof durch das Reich. Diese Form der Herrschaft wird als Reisekönigtum oder Itineranz bezeichnet. Der König hielt sich an Pfalzen, Bischofssitzen und Klöstern auf, feierte dort wichtige Feste, sprach Recht, empfing Gesandte und verhandelte mit den Großen.

Herrschaft beruhte deshalb stark auf persönlichen Beziehungen. Herzöge, Grafen, Bischöfe, Äbte und andere Große erwarteten, dass ihre Stellung berücksichtigt wurde. Der König musste Unterstützung gewinnen, Konflikte schlichten und bei wichtigen Entscheidungen Zustimmung organisieren. Befehle allein reichten nicht aus.

Auch die Nachfolge war nicht einfach eine automatische Erbfolge wie in vielen späteren Monarchien. Die Zugehörigkeit zur Herrscherfamilie war sehr wichtig, doch die Anerkennung durch mächtige Große spielte ebenfalls eine zentrale Rolle. Heinrich I. bereitete die Nachfolge seines Sohnes Otto vor, aber Otto musste 936 dennoch öffentlich als König anerkannt und gekrönt werden.


Heinrich I.: Ein König gewinnt Anerkennung

Heinrich I. kam 919 an die Spitze eines Reiches, in dem die Herzöge von Sachsen, Bayern, Schwaben und Franken starke eigene Machtpositionen hatten. Heinrich versuchte nicht, alle regionalen Herrscher vollständig zu verdrängen. Stattdessen suchte er Vereinbarungen und band wichtige Große an das Königtum.

Eine große Herausforderung waren wiederholte Angriffe ungarischer Reiterverbände. Heinrich gewann zunächst Zeit für militärische Vorbereitungen. 933 besiegte ein von ihm geführtes Heer die Ungarn bei Riade. Damit waren die Angriffe noch nicht endgültig beendet, aber die Stellung des Königs wurde gestärkt.

Für das Königtum war entscheidend, dass Heinrich nicht nur militärisch erfolgreich war. Er musste ebenso Bündnisse sichern, Streitigkeiten ausgleichen und seine Familie als zukünftige Herrscherfamilie etablieren. Noch zu seinen Lebzeiten wurde sein Sohn Otto als Nachfolger vorbereitet.


Otto I.: Vom König zum Kaiser

Otto I. wurde 936 in Aachen zum König erhoben und gekrönt. Der Ort erinnerte bewusst an Karl den Großen und an die karolingische Herrschaftstradition. Otto wollte die königliche Stellung gegenüber den Großen stärken. Dabei kam es zu schweren Konflikten und Aufständen innerhalb der eigenen Familie und des Adels.

Ein Wendepunkt war die Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. Ottos Heer besiegte dort ein ungarisches Heer. Der Sieg stärkte Ottos Ansehen erheblich und beendete die großen ungarischen Raubzüge in das ostfränkische Reich.

Die Darstellung entstand deutlich später als die Schlacht. Sie ist deshalb keine „Fotografie des Ereignisses“, sondern eine spätere Vorstellung davon. Gerade das ist für die Quellenkritik wichtig: Historische Bilder zeigen oft, wie spätere Menschen ein Ereignis deuten wollten.

Otto griff außerdem in Italien ein. 951 heiratete er Adelheid von Burgund, die Witwe des italienischen Königs Lothar. Durch seine Italienpolitik verband er seine Herrschaft stärker mit dem Anspruch auf die römische Kaiserwürde. Am 2. Februar 962 krönte Papst Johannes XII. Otto in Rom zum Kaiser.

Die Kaiserkrönung von 962 war langfristig bedeutsam. Sie verband die Königsherrschaft nördlich der Alpen dauerhaft mit einer Kaiseridee, die auf Rom und die christliche Ordnung Europas bezogen war. Der Name „Heiliges Römisches Reich deutscher Nation“ gehört allerdings in eine viel spätere Zeit und sollte für das 10. Jahrhundert nicht unkritisch verwendet werden.


Kirche und Herrschaft

Kirche und Politik waren im Mittelalter eng miteinander verbunden. Bischöfe und Äbte waren nicht nur geistliche Leiter. Sie verfügten häufig über Land, Einkünfte, Gefolgsleute und politische Netzwerke. Dadurch konnten sie für den König wichtige Partner sein.

Ottonische Herrscher förderten Bistümer und Klöster durch Schenkungen und Rechte. Im Gegenzug übernahmen hochrangige Geistliche Aufgaben am Hof, stellten Unterkunft und Versorgung bereit, begleiteten den König auf Reisen, übernahmen diplomatische Missionen oder halfen bei der Verwaltung königlicher Interessen.

Die Urkunde von 968 steht im Zusammenhang mit der Gründung des Erzbistums Magdeburg. Sie zeigt, wie eng kirchliche Organisation, königliche Herrschaft und die Politik an den östlichen Grenzen miteinander verbunden waren.


Das sogenannte Reichskirchensystem

In Schulbüchern wird häufig vom ottonisch-salischen Reichskirchensystem gesprochen. Gemeint ist damit die enge Einbindung von Bischöfen und Äbten in die Herrschaft des Königs beziehungsweise Kaisers. Herrscher nahmen starken Einfluss auf die Besetzung wichtiger Kirchenämter und statteten geistliche Institutionen mit Besitz und Herrschaftsrechten aus.

Eine ältere Erklärung lautete oft: Bischöfe seien besonders zuverlässige Helfer gewesen, weil ihr Amt nicht erblich an eigene legitime Nachkommen weitergegeben werden konnte. Das erklärt einen Teil ihrer politischen Bedeutung, greift aber zu kurz. Auch Bischöfe stammten aus mächtigen Familien, hatten eigene Interessen und verfügten über persönliche Netzwerke.

Die neuere Forschung spricht deshalb vorsichtiger von einem Geflecht aus Beziehungen statt von einem vollständig geplanten „System“. Die Ottonen erfanden die politische Zusammenarbeit mit der Kirche nicht völlig neu. Sie bauten vielmehr auf älteren Traditionen auf und entwickelten sie weiter.


König, Kaiser und Papst

Für die Kaiserkrönung spielte der Papst eine besondere Rolle. Otto I. wurde 962 von Papst Johannes XII. in Rom gekrönt. Kurz danach regelte das Privilegium Ottonianum wichtige Fragen im Verhältnis zwischen Kaiser und Papst. Otto bestätigte Besitzansprüche der römischen Kirche und versuchte zugleich, Einfluss auf die Papstwahl und die politische Lage in Rom zu sichern.

Das Verhältnis war jedoch keine einfache Unterordnung der Kirche unter den Kaiser. Kaiser und Päpste waren voneinander abhängig, konnten gemeinsame Interessen haben und zugleich in Konflikt geraten. Diese Spannung zwischen weltlicher und geistlicher Autorität blieb im Mittelalter bedeutsam und wurde im späteren Investiturstreit besonders sichtbar.


Das Reich: Räume, Grenzen und Italien

Das Reich der Ottonen war kein Nationalstaat. Es bestand aus unterschiedlichen Regionen, Herzogtümern, Grafschaften, Bistümern, Klöstern und königlichen Besitzungen. Der König verfügte in manchen Gebieten über große Macht, in anderen musste er stark mit lokalen Großen zusammenarbeiten.

Die Karte benutzt moderne geografische Ordnungshilfen. Historisch genauer ist es, von Herrschaftsräumen und Beziehungsnetzen zu sprechen. Zum Reich gehörten große Gebiete nördlich der Alpen sowie seit Otto I. das Königreich Italien. Beziehungen zu Böhmen, Polen und anderen Nachbarn bestanden aus wechselnden Formen von Krieg, Bündnis, Mission, Heirat, Tribut und Diplomatie.

Italien war für die Ottonen besonders wichtig. Wer die Kaiserwürde anstrebte, musste politisch in Italien handlungsfähig sein und nach Rom gelangen können. Dadurch wurde die Herrschaft nördlich und südlich der Alpen eng miteinander verknüpft.


Otto II. und Theophanu: Herrschaft über Grenzen hinweg

Otto II. war schon zu Lebzeiten seines Vaters zum Mitkönig und Mitkaiser erhoben worden. Nach Ottos I. Tod 973 übernahm er die alleinige Herrschaft. Seine Ehe mit der aus dem byzantinischen Herrschaftsraum stammenden Theophanu war politisch und kulturell bedeutsam. Sie verband den ottonischen Hof enger mit der Welt des Oströmischen beziehungsweise Byzantinischen Reiches.

Die prunkvolle Heiratsurkunde Ottos II. und Theophanus von 972 ist eine besonders eindrucksvolle Quelle. Schon ihre Gestaltung zeigt, dass eine Herrscherheirat weit mehr als eine private Angelegenheit war. Sie diente der Diplomatie, der Rangordnung und der Darstellung von Macht.

Nach Ottos II. Tod 983 war sein Sohn Otto III. noch ein Kind. Theophanu übernahm als Kaiserin einen wesentlichen Teil der Regentschaft und sicherte die Herrschaft ihres Sohnes. Das macht deutlich, dass Frauen in der ottonischen Dynastie politische Handlungsspielräume besaßen. Auch Adelheid, die Gemahlin Ottos I., spielte als Kaiserin und später in der Regentschaft eine bedeutende Rolle.


Otto III.: Kaiseridee und Rom

Otto III. wurde 983 als Kind König und 996 in Rom zum Kaiser gekrönt. In seiner Herrschaft spielte Rom eine besonders starke symbolische Rolle. Er verband christliche Vorstellungen, römische Traditionen und den Anspruch auf eine umfassende Kaiserherrschaft.

Das Herrscherbild aus dem Evangeliar Ottos III. zeigt den Kaiser in stark symbolischer Form. Solche Bilder stellen nicht den Alltag eines Herrschers dar. Sie zeigen vielmehr, wie seine Stellung gedacht werden sollte: erhöht, geordnet und von religiöser Bedeutung umgeben.

Otto III. arbeitete eng mit Papst Silvester II. zusammen und verwendete die Vorstellung einer Erneuerung des römischen Reiches. Seine Herrschaft blieb jedoch kurz. Er starb 1002 im Alter von 21 Jahren ohne Nachkommen.


Heinrich II.: Der letzte Ottonenherrscher

Nach Ottos III. Tod setzte sich Heinrich II. in einem umkämpften Nachfolgestreit als König durch. Er gehörte zu einer bayerischen Seitenlinie der Liudolfinger. Seine Herrschaft zeigt besonders deutlich, wie wichtig Bischöfe, Klöster und persönliche Netzwerke für das Königtum waren.

Heinrich gründete 1007 das Bistum Bamberg und förderte kirchliche Institutionen. 1014 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Als er 1024 kinderlos starb, endete die ottonische Königsherrschaft. Nach einem neuen Königswahlprozess kam mit Konrad II. die Dynastie der Salier an die Macht.


Herrschaft sichtbar machen: Bilder, Urkunden und Rituale

Mittelalterliche Herrschaft musste öffentlich gezeigt werden. Dafür waren Krönungen, Hoftage, feierliche Gottesdienste, Geschenke, Siegel, Urkunden und Herrscherbilder wichtig. Wer ein mittelalterliches Bild betrachtet, sollte deshalb fragen: Wer ließ es anfertigen? Für wen? Welche Botschaft über Herrschaft vermittelt es?

Der Magdeburger Reiter entstand erst im 13. Jahrhundert und wird traditionell mit Otto I. verbunden. Für die Ottonenzeit ist er keine unmittelbare Bildquelle. Er eignet sich aber hervorragend, um Erinnerungskultur zu untersuchen: Wie stellten spätere Generationen einen berühmten mittelalterlichen Herrscher dar?

Auch Urkunden müssen kritisch gelesen werden. Sie nennen Rechte und Entscheidungen, zeigen aber nicht automatisch, ob eine Anordnung überall vollständig umgesetzt wurde. Geschichtsschreibung, Bildquellen, Siegel, Urkunden und archäologische Funde ergänzen sich deshalb.


Was Du Dir merken solltest

  1. Ottonen: Die Liudolfinger stellten von 919 bis 1024 die Könige des ostfränkisch-deutschen Reiches; drei ihrer Herrscher hießen Otto.
  2. Königtum: Herrschaft beruhte auf Reisen, Besitz, Ritualen, Verhandlungen und der Zusammenarbeit mit mächtigen Großen.
  3. Lechfeld: Ottos Sieg von 955 stärkte seine Stellung und beendete die großen ungarischen Raubzüge in das Reich.
  4. Kaiserkrönung: Otto I. wurde 962 in Rom zum Kaiser gekrönt und verband damit Königsherrschaft, Italienpolitik und römische Kaisertradition.
  5. Reichskirche: Bischöfe und Äbte waren wichtige politische Partner, doch die Vorstellung eines vollständig geplanten „Systems“ wird heute vorsichtiger beurteilt.
  6. Reich: Das ottonische Reich war kein moderner Nationalstaat, sondern ein vielschichtiger Herrschaftsverband mit wechselnden Machtzentren und Beziehungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Herrscher wurde 919 König und begründete die ottonische Königsherrschaft? (Heinrich I.) (!Otto III.) (!Konrad II.) (!Heinrich IV.)




Warum wird die Dynastie häufig Ottonen genannt? (Weil drei ihrer Kaiser Otto hießen) (!Weil ihre Hauptstadt Otto hieß) (!Weil alle Herrscher in Italien geboren wurden) (!Weil der Papst ihnen diesen Namen gab)




Welche Aussage beschreibt das ottonische Königtum am besten? (Der König regierte durch Reisen, Verhandlungen und persönliche Bindungen) (!Der König regierte von einer festen Hauptstadt mit modernen Ministerien) (!Der König hatte überall die gleiche unmittelbare Macht) (!Der König wurde ausschließlich durch ein schriftliches Grundgesetz bestimmt)




Welches Ereignis stärkte Ottos I. Ansehen im Jahr 955 besonders? (Der Sieg auf dem Lechfeld) (!Die Gründung Bambergs) (!Der Beginn des Investiturstreits) (!Die Wahl Konrads II.)




Was geschah mit Otto I. im Jahr 962? (Er wurde in Rom zum Kaiser gekrönt) (!Er wurde zum Papst gewählt) (!Er gründete die Dynastie der Salier) (!Er verlor die Schlacht auf dem Lechfeld)




Warum waren Bischöfe für die ottonische Herrschaft wichtig? (Sie verbanden geistliche Aufgaben mit Besitz, Netzwerken und politischen Diensten) (!Sie waren grundsätzlich unabhängig von jeder weltlichen Politik) (!Sie führten ausschließlich Bauernhöfe) (!Sie ersetzten alle Herzöge im Reich)




Wie beurteilt die neuere Forschung den Begriff Reichskirchensystem? (Sie verwendet ihn vorsichtig und betont vielfältige Beziehungen statt eines starren Plans) (!Sie hält ihn für einen mittelalterlichen Gesetzestext) (!Sie versteht darunter nur die Kirchen in Rom) (!Sie bezeichnet damit ausschließlich Klosterschulen)




Welche Bedeutung hatte Italien für die ottonischen Herrscher? (Italien war eng mit der Kaiserpolitik und dem Weg zur Krönung in Rom verbunden) (!Italien gehörte nie zu ihrer Politik) (!Italien war die feste Hauptstadt des Reiches) (!Italien wurde nur als Handelskolonie genutzt)




Welche Herrscherin übernahm nach dem Tod Ottos II. wichtige Regentschaftsaufgaben? (Theophanu) (!Hildegard) (!Mathilde von Canossa) (!Eleonore von Aquitanien)




Wer war der letzte ottonische König und Kaiser? (Heinrich II.) (!Otto I.) (!Konrad II.) (!Friedrich I.)





Memory

Heinrich I. Beginn der ottonischen Königsherrschaft
Otto I. Kaiserkrönung in Rom
Lechfeld Sieg über ein ungarisches Heer
Reichskirche Politische Einbindung hoher Geistlicher
Itineranz Herrschaft durch Reisen
Theophanu Regentschaft für den jungen Otto III.
Heinrich II. Letzter ottonischer Herrscher





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Heinrich I. Ausgleich mit mächtigen Herzögen
Otto I. Lechfeld und Kaiserkrönung
Otto II. Fortsetzung der Italienpolitik
Otto III. Starke Orientierung an Rom
Heinrich II. Enge Förderung von Bistümern






Kreuzworträtsel

Magdeburg Welche Stadt wurde unter Otto I. zu einem wichtigen Zentrum seiner Kirchenpolitik?
Lechfeld Wie heißt der Ort der berühmten Schlacht von 955?
Theophanu Wie hieß die byzantinische Gemahlin Ottos II.?
Reichskirche Wie nennt man verkürzt die politisch eingebundene Kirche des Reiches?
Itineranz Welcher Fachbegriff bezeichnet die reisende Ausübung von Herrschaft?
Liudolfinger Wie lautet der Familienname der Dynastie, die auch Ottonen genannt wird?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die ottonische Königsherrschaft begann im Jahr 919 mit

.
Die Herrscherfamilie wird auch als

bezeichnet.
Ottonische Könige übten ihre Herrschaft häufig reisend aus; dafür steht der Fachbegriff

.
Otto I. gewann 955 die bedeutende Schlacht auf dem

.
Im Jahr 962 wurde Otto I. in Rom zum

gekrönt.
Bischöfe und Äbte waren für die Herrscher wichtige Partner innerhalb der

.
Die Gemahlin Ottos II., die später Regentschaftsaufgaben übernahm, hieß

.
Otto III. gab der Stadt

eine besonders starke symbolische Bedeutung für seine Kaiseridee.
Heinrich II. gründete 1007 das Bistum

.
Nach Heinrichs II. Tod 1024 folgte die Dynastie der

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste von Heinrich I. bis Heinrich II. und ergänze mindestens fünf Schlüsselereignisse mit kurzen Erklärungen.
  2. Herrschersiegel: Untersuche das Siegel Ottos I. Beschreibe drei sichtbare Herrschaftszeichen und entwirf anschließend ein eigenes Siegel für einen mittelalterlichen König.
  3. Reisekönigtum: Zeichne eine einfache Reiseroute eines Königs mit fünf Stationen und notiere, welche Aufgabe er an jeder Station erfüllen könnte.
  4. Quellenkritik: Vergleiche das Bild der Lechfeldschlacht mit einem modernen Pressefoto. Formuliere drei Unterschiede, die für Historiker wichtig sind.


Standard

  1. Königtum und Adel: Entwickle ein kurzes Rollenspiel, in dem ein König einen Herzog für eine politische Entscheidung gewinnen muss.
  2. Reichskirchensystem: Erstelle ein Schaubild, das zeigt, was König, Bischof und Kloster voneinander erhalten konnten und wo Konflikte entstehen konnten.
  3. Theophanu: Gestalte ein Kurzporträt über Theophanu und erkläre, warum ihre politische Rolle das Bild von Frauen im Mittelalter differenziert.
  4. Historische Karte: Untersuche eine Karte des Reiches um 1000 und markiere drei Stellen, an denen moderne Staatsgrenzen zu falschen Vorstellungen führen könnten.


Schwer

  1. Kaiser und Papst: Führe eine simulierte Verhandlung zwischen Otto I. und einem päpstlichen Gesandten durch. Beide Seiten sollen eigene Interessen, Forderungen und mögliche Kompromisse formulieren.
  2. Geschichtskultur: Vergleiche den Magdeburger Reiter mit einer zeitnahen ottonischen Herrscherdarstellung und erkläre, wie Erinnerung an Otto I. verändert wurde.
  3. Museum: Plane eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Königtum, Kirche und Reich“. Wähle fünf Exponate, schreibe Ausstellungstexte und begründe die Reihenfolge.
  4. Erklärvideo: Produziere ein drei- bis fünfminütiges Erklärvideo zur Frage „War 962 die Geburt Deutschlands?“ und trenne dabei Fakten, spätere Deutungen und Dein begründetes Urteil.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Herrschaft ohne Staat: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, warum ein ottonischer König trotz fehlender moderner Verwaltung handlungsfähig sein konnte. Zeige zugleich eine Grenze seiner Macht.
  2. Kirche und Politik: Beurteile die Aussage „Die Bischöfe waren nur Werkzeuge des Königs“. Formuliere mindestens zwei Argumente dafür und zwei dagegen.
  3. 962: Erkläre, warum die Kaiserkrönung Ottos I. für das Reich wichtig war, aber nicht einfach mit der Gründung des modernen Deutschlands gleichgesetzt werden kann.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche eine Urkunde und ein Herrscherbild. Welche unterschiedlichen Informationen können beide Quellen über mittelalterliche Herrschaft liefern?
  5. Theophanu und Regentschaft: Zeige, was Theophanus Rolle über Dynastie, Minderjährigkeit eines Königs und politische Handlungsmöglichkeiten von Frauen aussagt.
  6. Kontinuität und Wandel: Vergleiche Heinrich I. und Heinrich II. in ihrer Herrschaftspraxis. Arbeite eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied heraus und erkläre deren Bedeutung.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du nicht nur Daten wiedergeben, sondern Zusammenhänge erklären und historische Begriffe angemessen verwenden können.

  1. Du kannst die Herrscherfolge von Heinrich I. bis Heinrich II. zeitlich einordnen.
  2. Du kannst erklären, wie Reisekönigtum, persönliche Bindungen und die Zustimmung der Großen zusammenwirkten.
  3. Du kannst die Bedeutung der Schlacht auf dem Lechfeld und der Kaiserkrönung von 962 in ihren historischen Zusammenhang einordnen.
  4. Du kannst die Zusammenarbeit von Königtum, Bischöfen und Klöstern erklären und den Begriff Reichskirchensystem kritisch verwenden.
  5. Du kannst erläutern, warum Italien und Rom für die Kaiserpolitik der Ottonen wichtig waren.
  6. Du kannst die politische Bedeutung von Theophanu und anderen Herrscherinnen beschreiben.
  7. Du kannst zwischen zeitgenössischen Quellen, späteren Darstellungen und moderner Erinnerungskultur unterscheiden.
  8. Du kannst begründen, warum moderne Begriffe wie „Deutschland“ oder „Nationalstaat“ für das 10. Jahrhundert nur vorsichtig benutzt werden sollten.




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