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Die Kelten an der Heuneburg - Baden-Württemberg

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Die Kelten an der Heuneburg - Baden-Württemberg




Die Kelten an der Heuneburg - Baden-Württemberg


Einleitung

Die Heuneburg liegt bei Hundersingen in der Gemeinde Herbertingen im heutigen Baden-Württemberg. Vor ungefähr 2.600 Jahren war sie eines der bedeutendsten Zentren der frühen Kelten in Mitteleuropa. Die Anlage lag hoch über der oberen Donau. Von dort aus konnten die Menschen Wege, das Flusstal und große Teile der Umgebung überblicken.

Wenn Du heute von einer „Burg“ hörst, denkst Du vielleicht an eine mittelalterliche Steinburg. Die Heuneburg war etwas anderes: In ihrer Blütezeit bestand sie aus einem befestigten Plateau, einer Vorburg und einer sehr großen Außensiedlung. Forschende schätzen, dass zeitweise ungefähr 5.000 Menschen in diesem Siedlungsraum lebten. Wegen ihrer Größe, ihrer Befestigungen, ihrer spezialisierten Handwerker, ihrer Fernhandelskontakte und ihrer zentralen Bedeutung wird die Heuneburg häufig als älteste bekannte Stadt nördlich der Alpen bezeichnet. Der Begriff „Stadt“ ist dabei eine wissenschaftliche Einordnung und keine Bezeichnung, die uns die damaligen Bewohner selbst hinterlassen haben.

Die wichtigsten Fragen dieses aiMOOCs lauten: Wie lebten die Menschen auf der Heuneburg? Wie war ihre Gesellschaft aufgebaut? Warum war Handel so wichtig? Und wie können Archäologinnen und Archäologen heute überhaupt wissen, was vor 2.600 Jahren geschah?


Die Heuneburg im Überblick


Lage an der oberen Donau

Die Heuneburg liegt auf einem Geländesporn oberhalb des Donautals. Diese Lage war günstig: Das Plateau ließ sich gut befestigen, gleichzeitig verliefen in der Region wichtige Verkehrswege. Die Donau verband verschiedene Landschaften miteinander. Wege über Land führten in Richtung Alpen, Bodensee, Neckarraum und weiter zu Handelsnetzen, die bis in den Mittelmeerraum und zum Ostseeraum reichten.

Die Lage allein erklärt den Aufstieg der Heuneburg nicht. Entscheidend war das Zusammenspiel aus guter Erreichbarkeit, fruchtbarem Umland, politischer Macht, Handwerk und Fernhandel.


Zeitliche Einordnung

Die Heuneburg war schon vor der Keltenzeit zeitweise besiedelt. Besonders wichtig wurde sie jedoch in der frühen Eisenzeit. Die Blüte des frühkeltischen Zentrums gehört vor allem in die späte Hallstattzeit, ungefähr zwischen 620 und 450 v. Chr.

Um 600 v. Chr. entstand auf dem Plateau eine außergewöhnliche Befestigung mit einem Steinsockel und einer Mauer aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Diese Bauweise kannte man eher aus dem Mittelmeerraum. Um 530 v. Chr. wurde ein Teil der Siedlung durch einen großen Brand zerstört. Danach veränderten sich Bebauung und Befestigung deutlich. Archäologische Schichten zeigen, dass die Heuneburg nicht nur eine einzige Bauphase hatte, sondern immer wieder umgebaut wurde.


Eine Stadt aus mehreren Bereichen

Das befestigte Plateau war nur der sichtbarste Teil der Siedlung. Dazu kamen die Vorburg und eine weitläufige Außensiedlung. Diese Außensiedlung erreichte zeitweise eine Fläche von ungefähr 100 Hektar. Zusammen bildeten die Bereiche ein komplexes Siedlungszentrum.

Auf dem Plateau standen Häuser, Speicher und Werkstätten. In der Vorburg und Außensiedlung lebten und arbeiteten ebenfalls viele Menschen. Das zeigt: Die Heuneburg war nicht nur der Wohnplatz einer kleinen mächtigen Gruppe, sondern ein großer Lebens-, Arbeits- und Handelsraum.


Gesellschaft auf der Heuneburg


Wer lebte dort?

Wir kennen keine Einwohnerliste der Heuneburg und keine von dort überlieferten Texte, in denen Menschen ihren Beruf oder ihre Stellung beschreiben. Archäologische Funde erlauben aber vorsichtige Rückschlüsse.

Es gab Menschen, die Landwirtschaft betrieben, Vorräte lagerten, Tiere hielten oder Lebensmittel verarbeiteten. Andere waren auf bestimmte Handwerke spezialisiert. Nachgewiesen sind unter anderem Keramikherstellung, Metallverarbeitung, Textilarbeit und die Verarbeitung wertvoller Materialien. Händler und Reisende verbanden die Heuneburg mit entfernten Regionen.

Die Gesellschaft war wahrscheinlich nicht gleichgestellt. Unterschiede bei Häusern, wertvollen Gegenständen und besonders bei Bestattungen zeigen eine soziale Gliederung. Einige Personen oder Familien verfügten über deutlich mehr Reichtum und Einfluss als andere.


Macht, Rang und „Fürsten“

In der Forschung wird die Heuneburg häufig als frühkeltischer Fürstensitz bezeichnet. Das Wort „Fürst“ darfst Du aber nicht mit einem mittelalterlichen Fürstenamt verwechseln. Es ist ein moderner Fachbegriff für besonders bedeutende Zentren und für gesellschaftliche Eliten, die sich etwa durch reiche Gräber, große Bauwerke und weitreichende Kontakte erkennen lassen.

Rund um die Heuneburg liegen große Grabhügel. Einige Bestattungen enthielten kostbaren Schmuck, Wagenbestandteile, Bernstein, Bronze und Gold. Solche Grabbeigaben sind Hinweise auf hohen sozialen Rang. Sie beweisen aber nicht automatisch, welche genaue politische Aufgabe eine Person hatte.

Besonders bekannt ist das reich ausgestattete Frauengrab vom Bettelbühl. Naturwissenschaftliche Untersuchungen datieren die Bestattung auf das Jahr 583 v. Chr. Die Frau wurde mit kostbaren Gegenständen beigesetzt. Deshalb wird sie oft als „Keltenfürstin“ bezeichnet. Auch hier ist „Fürstin“ eine moderne Deutung ihres hohen Status.


Was verraten Gräber über die Gesellschaft?

Gräber sind für die Archäologie wichtige Quellen. Unterschiedlich aufwendige Bestattungen können zeigen, dass Menschen gesellschaftlich verschieden behandelt wurden. Besonders reiche Gräber in der Umgebung der Heuneburg deuten auf eine einflussreiche Oberschicht hin.

Trotzdem musst Du vorsichtig argumentieren: Eine Bestattung zeigt, wie eine Gemeinschaft einen Menschen nach dessen Tod darstellen wollte. Sie ist kein vollständiges Bild des täglichen Lebens. Archäologinnen und Archäologen vergleichen deshalb Gräber mit Siedlungen, Häusern, Werkstätten, Speichern und Alltagsgegenständen.


Alltag und spezialisiertes Handwerk

Im Handwerkerviertel wurden unterschiedliche Materialien verarbeitet. Keramikgefäße waren für Kochen, Lagern und Transport wichtig. Aus Eisen und Bronze entstanden Werkzeuge, Waffen, Schmuck und Beschläge. Textilien wurden gesponnen und gewebt. Knochen, Geweih, Bernstein und andere Materialien konnten ebenfalls verarbeitet werden.

Spezialisiertes Handwerk zeigt, dass nicht jede Familie alles selbst herstellen musste. In einem großen Zentrum konnten Menschen verschiedene Tätigkeiten übernehmen und Waren austauschen. Das verbindet Arbeitsteilung, Handel und gesellschaftliche Entwicklung miteinander.


Handel und Kontakte


Ein Knotenpunkt zwischen verschiedenen Regionen

Die Heuneburg war in weiträumige Handelsnetze eingebunden. Archäologische Funde belegen Kontakte in weit entfernte Regionen. Dazu gehören zum Beispiel attische Keramik aus dem griechischen Raum, Teile von Transportamphoren aus dem westlichen Mittelmeerraum, Bernstein aus dem Ostseeraum sowie Koralle und andere wertvolle Materialien.

Diese Gegenstände sind besonders wichtig, weil sie sich nicht allein aus lokalen Rohstoffen erklären lassen. Ein Stück griechischer Keramik auf der Heuneburg bedeutet jedoch nicht, dass ein bestimmter griechischer Händler persönlich bis dorthin gereist sein muss. Waren konnten über viele Zwischenstationen weitergegeben werden.


Was wurde gehandelt?

Auf der Heuneburg wurden Rohstoffe und fertige Gegenstände genutzt und verarbeitet. Bernstein war als Schmuckmaterial begehrt. Koralle und kostbare Metalle standen für weite Kontakte und hohen Wert. Amphoren zeigen, dass auch Produkte aus dem Mittelmeerraum in den Norden gelangten. Die einheimischen Werkstätten produzierten zugleich Keramik, Metallobjekte, Kleidung, Schmuck und Gebrauchsgegenstände.

Handel bedeutete deshalb mehr als den Austausch von Waren. Mit Waren konnten auch Ideen, Techniken, Formen und Wissen reisen. Die besondere Architektur der Heuneburg ist ein gutes Beispiel dafür.


Handel, Reichtum und Macht hängen zusammen

Fernhandel konnte einer gesellschaftlichen Elite Zugang zu seltenen Waren verschaffen. Seltene Materialien eigneten sich dazu, Rang und Beziehungen sichtbar zu machen. Gleichzeitig brauchte ein großes Handelszentrum Menschen, die Waren herstellten, lagerten, transportierten und weiterverteilten.

So entstand ein Zusammenhang: günstige Lage → Handel → spezialisiertes Handwerk → Reichtum → politische und gesellschaftliche Bedeutung.

Dieser Zusammenhang ist ein Modell. Die wirkliche Geschichte war komplizierter, denn auch Landwirtschaft, Kontrolle des Umlands, soziale Beziehungen und politische Entscheidungen spielten eine Rolle.


Architektur und mediterraner Einfluss


Die berühmte Lehmziegelmauer

Um 600 v. Chr. erhielt das Plateau der Heuneburg eine außergewöhnliche Befestigung. Auf einem Steinsockel saß eine Mauer aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Diese Technik unterschied sich deutlich von den damals in Mitteleuropa üblichen Holz-Erde-Konstruktionen und erinnert an Bauweisen aus dem Mittelmeerraum.

Die Mauer war nicht nur Schutz. Ihre auffällige Bauweise konnte auch Macht, Reichtum und besondere Kontakte zeigen. Die heutige Rekonstruktion im Freilichtmuseum hilft dabei, sich die Anlage vorzustellen. Sie ist jedoch eine wissenschaftlich begründete Rekonstruktion und nicht die vollständig erhaltene Originalmauer.


Das monumentale Tor der Vorburg

Bei Ausgrabungen wurden Reste eines großen Torgebäudes entdeckt. Das Torhaus war ungefähr 16 Meter lang und etwa 10 Meter breit. Wie die Lehmziegelmauer verband auch diese Anlage Stein und Lehm. Seine Form erinnert an Torbauten aus dem Mittelmeerraum.

Das Tor war praktisch und symbolisch zugleich: Es kontrollierte den Zugang, beeindruckte Ankommende und machte die Bedeutung des Ortes sichtbar.


Archäologie: Wie wissen wir das?


Ausgrabung und Stratigraphie

Archäologie beginnt nicht mit Schatzsuche, sondern mit Fragen und sorgfältiger Dokumentation. Bei einer Ausgrabung werden Schichten, Mauern, Gruben, Pfostenlöcher, Feuerstellen und Fundstücke genau eingemessen und beschrieben.

Die Reihenfolge der Schichten nennt man Stratigraphie. Vereinfacht gilt: Eine ungestörte ältere Schicht liegt meist unter einer jüngeren. Auf der Heuneburg konnten Forschende zahlreiche aufeinanderfolgende Bauphasen erkennen. Für die späthallstattzeitliche Anlage sind vierzehn Baustadien und zehn zugehörige Befestigungen beschrieben worden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wie häufig die Siedlung verändert wurde.


Nicht alles muss ausgegraben werden

Moderne Archäologie versucht, Fundstellen möglichst schonend zu untersuchen. Mit Luftbildern, geophysikalischen Messungen und LIDAR können Strukturen erkannt werden, ohne überall großflächig zu graben.

Bei LIDAR wird die Landschaft mit Laserimpulsen aus der Luft vermessen. Daraus entsteht ein genaues digitales Geländemodell. Selbst unter Wald können dadurch Grabhügel, Wälle oder Gräben sichtbar werden. Geographische Informationssysteme, kurz GIS, helfen anschließend, Fundstellen, Höhen, Wege und Landschaftsformen gemeinsam auszuwerten.


Blockbergung: Ein Grab wird im Ganzen geborgen

Besonders empfindliche Befunde können als Blockbergung geborgen werden. Dabei wird ein ganzer Bereich mit Erde und Funden stabilisiert und als Block in ein Labor gebracht. Dort kann er unter kontrollierten Bedingungen untersucht werden.

Beim Bettelbühlgrab wurde 2010 eine vollständige Grabkammer im Block geborgen. Dadurch blieben Lagebeziehungen zwischen den Gegenständen erhalten. Solche Informationen sind oft genauso wichtig wie die Objekte selbst.


Naturwissenschaften helfen beim Datieren

Archäologie arbeitet mit vielen anderen Wissenschaften zusammen. Die Dendrochronologie untersucht die Jahrringe von Holz. Wenn passende Holzproben erhalten sind, können Fälljahre sehr genau bestimmt werden. Andere Methoden untersuchen Metalle, Keramik, Tierknochen, Pflanzenreste oder menschliche Überreste.

So entstehen Aussagen nicht aus einem einzigen Fund, sondern aus vielen verschiedenen Belegen. Gute archäologische Forschung fragt immer: Was wurde tatsächlich gefunden? Welche Deutung ist gut begründet? Wo bleibt Unsicherheit?


Rekonstruktion ist nicht dasselbe wie Befund

Im Freilichtmuseum siehst Du rekonstruierte Gebäude und Teile der Befestigung. Solche Rekonstruktionen beruhen auf Ausgrabungsbefunden, Materialspuren, Vergleichen und praktischen Versuchen. Trotzdem kennen Forschende nicht jedes Detail.

Ein Befund ist eine tatsächlich beobachtete archäologische Struktur, zum Beispiel ein Mauerrest oder ein Pfostenloch. Eine Rekonstruktion ist ein begründeter Vorschlag dafür, wie das vollständige Bauwerk ausgesehen haben könnte. Diese Unterscheidung ist für historisches Denken besonders wichtig.


Pyrene – eine spannende Hypothese

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot erwähnte im 5. Jahrhundert v. Chr. eine Stadt namens Pyrene im Zusammenhang mit der Donau. Weil die Heuneburg in dieser Zeit ein außergewöhnlich großes Zentrum mit Kontakten zum Mittelmeerraum war, wird seit Langem diskutiert, ob Herodots Pyrene mit der Heuneburg identisch sein könnte.

Dafür gibt es interessante Argumente, aber keinen endgültigen Beweis. Deshalb ist die Formulierung wichtig: Die Gleichsetzung von Heuneburg und Pyrene ist eine wissenschaftliche Hypothese. Der heutige Name „Heuneburg – Stadt Pyrene“ greift diese Forschungsidee auf.

Diese Frage zeigt gut, wie Geschichtswissenschaft funktioniert: Schriftquellen und archäologische Funde können miteinander verglichen werden, aber eine passende Vermutung darf nicht als sichere Tatsache ausgegeben werden.


Warum die Heuneburg für Baden-Württemberg wichtig ist

Die Heuneburg gehört zu den bedeutendsten archäologischen Fundplätzen Mitteleuropas. Sie zeigt, dass es im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg schon lange vor der Römerzeit große, arbeitsteilige und weit vernetzte Siedlungszentren gab.

Für den Geschichtsunterricht ist sie besonders spannend, weil Du an einem Ort mehrere Themen verbinden kannst: Eisenzeit, Kelten, Gesellschaft, Fernhandel, Architektur, Bestattungskultur, Archäologie und den Umgang mit historischen Quellen.

Der Fundplatz ist heute zugleich Forschungsort, Freilichtmuseum und außerschulischer Lernort. Ein archäologischer Rundwanderweg verbindet weitere Fundstellen in der Umgebung.


Merksätze

  1. Heuneburg: Die Heuneburg war in der frühen Eisenzeit ein bedeutendes keltisches Macht-, Siedlungs-, Handwerks- und Handelszentrum an der oberen Donau.
  2. Gesellschaft: Reiche Gräber und unterschiedliche Siedlungsbefunde weisen auf soziale Unterschiede hin, verraten aber nicht jedes Detail der damaligen Gesellschaft.
  3. Handel: Bernstein, mediterrane Keramik, Amphoren und weitere Importfunde zeigen weiträumige Kontakte.
  4. Architektur: Lehmziegelmauer und monumentales Tor zeigen mediterrane Einflüsse und dienten wahrscheinlich sowohl dem Schutz als auch der Darstellung von Macht.
  5. Archäologie: Ausgrabung, Stratigraphie, LIDAR, naturwissenschaftliche Datierung und Blockbergung ergänzen sich bei der Erforschung der Vergangenheit.
  6. Pyrene: Die mögliche Gleichsetzung der Heuneburg mit Herodots Pyrene ist eine gut diskutierte Hypothese, aber kein endgültig bewiesener Fakt.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wo liegt die Heuneburg? (An der oberen Donau bei Hundersingen in Baden-Württemberg) (!Am Rhein bei Köln) (!An der Elbe bei Dresden) (!An der Nordseeküste)




Warum wird die Heuneburg häufig als frühe Stadt bezeichnet? (Sie verband große Siedlungsflächen mit Befestigung, Handwerk, Handel und zentralen Funktionen) (!Sie besaß bereits römische Straßen und Aquädukte) (!Sie war eine mittelalterliche Residenz mit Steinburg) (!Sie hatte schon moderne Stadtgrenzen und ein Rathaus)




Was war an der Befestigung um 600 v. Chr. besonders? (Ein Aufbau aus luftgetrockneten Lehmziegeln stand auf einem Steinsockel) (!Die Mauer bestand vollständig aus Beton) (!Die Befestigung bestand nur aus Glas) (!Sie wurde aus römischen Ziegeln gebaut)




Welcher Fund ist ein Hinweis auf Kontakte zum griechischen Raum? (Attische Keramik) (!Ein mittelalterlicher Ritterhelm) (!Eine römische Kanone) (!Ein Buchdruck aus dem 15. Jahrhundert)




Woher gelangte Bernstein wahrscheinlich in die Handelsnetze der Heuneburg? (Aus dem Ostseeraum) (!Aus der Sahara) (!Aus Südamerika) (!Aus Australien)




Was deutet besonders auf soziale Unterschiede hin? (Unterschiedlich reich ausgestattete Bestattungen) (!Dass alle Häuser exakt gleich groß waren) (!Dass niemand Handel betrieb) (!Dass es keine Handwerker gab)




Was ist eine Blockbergung? (Die Bergung eines ganzen Befundbereichs mit Erde und Funden zur Untersuchung im Labor) (!Das Nachbauen einer Burg aus Spielzeugsteinen) (!Das Abtragen eines Berges ohne Dokumentation) (!Das Sortieren moderner Bausteine nach Farbe)




Wozu kann LIDAR in der Archäologie dienen? (Zur Erstellung genauer Geländemodelle und zum Erkennen verborgener Strukturen) (!Zur Übersetzung keltischer Bücher) (!Zur Herstellung von Goldschmuck) (!Zur Datierung ausschließlich nach Münzporträts)




Wie ist die Gleichsetzung der Heuneburg mit Pyrene zu bewerten? (Sie ist eine wissenschaftliche Hypothese und nicht endgültig bewiesen) (!Sie ist durch eine erhaltene Ortstafel aus der Keltenzeit bewiesen) (!Sie ist sicher falsch und wird nie diskutiert) (!Sie wurde durch eine römische Volkszählung eindeutig bestätigt)




Was bedeutet der Begriff Fürstensitz bei der Heuneburg am besten? (Einen modernen Forschungsbegriff für ein bedeutendes Zentrum mit gesellschaftlichen Eliten) (!Den sicheren Nachweis eines mittelalterlichen Fürstentums) (!Eine römische Amtsbezeichnung für die Heuneburg) (!Den Namen eines einzelnen keltischen Hauses)





Memory

Lehmziegelmauer Mediterraner Einfluss
Bettelbühl Reiches Frauengrab
LIDAR Digitales Geländemodell
Bernstein Fernhandel mit dem Ostseeraum
Attische Keramik Kontakte zum griechischen Raum
Blockbergung Befund im Ganzen sichern
Vorburg Befestigter Bereich vor dem Plateau





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Lehmziegelmauer Mediterran beeinflusste Befestigung
Bettelbühlgrab Hinweis auf eine gesellschaftliche Elite
Attische Keramik Beleg für weiträumige Handelskontakte
LIDAR Berührungsarme Untersuchung der Landschaft
Stratigraphie Zeitliche Abfolge archäologischer Schichten






Kreuzworträtsel

Heuneburg Wie heißt das frühkeltische Zentrum bei Hundersingen?
Donau Welcher Fluss verläuft unterhalb des Fundplatzes?
Bernstein Welches Schmuckmaterial kam über Fernhandel aus dem Ostseeraum?
Lehmziegel Aus welchem luftgetrockneten Baumaterial bestand der besondere Maueraufbau?
Bettelbühl Wie heißt das Gräberfeld mit dem berühmten reichen Frauengrab?
Stratigraphie Wie heißt die Untersuchung der Abfolge archäologischer Schichten?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Heuneburg liegt an der oberen

in Baden-Württemberg.
Ihre wichtigste frühkeltische Blüte gehört in die späte

.
Die außergewöhnliche Befestigung besaß einen Aufbau aus

.
Ein wertvolles Handelsmaterial aus dem Ostseeraum war

.
Reiche Gräber weisen auf deutliche

in der Gesellschaft hin.
Das berühmte reiche Frauengrab liegt im Gräberfeld

.
Bei einer

wird ein empfindlicher Befund als Ganzes gesichert.
Mit

lassen sich genaue digitale Geländemodelle erstellen.
Die Untersuchung aufeinanderfolgender Bodenschichten heißt

.
Die Gleichsetzung der Heuneburg mit

bleibt eine wissenschaftliche Hypothese.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Lagekarte: Zeichne eine einfache Karte von Baden-Württemberg und markiere Heuneburg, Donau und Hundersingen. Ergänze drei Sätze dazu, warum die Lage günstig war.
  2. Fundbeschreibung: Wähle auf einem Wikimedia-Commons-Bild einen Fund oder eine Rekonstruktion aus und schreibe ein Museumsschild mit Material, vermuteter Funktion und einer offenen Frage.
  3. Handelsnetz: Gestalte eine Skizze mit der Heuneburg in der Mitte. Verbinde sie mit Ostseeraum und Mittelmeerraum und trage passende Handelswaren ein.
  4. Lehmziegelmauer: Zeichne einen Querschnitt durch die rekonstruierte Befestigung und beschrifte Steinsockel, Lehmziegel und Wehrbereich.


Standard

  1. Quellenkritik: Vergleiche ein Foto eines archäologischen Befunds mit einer Rekonstruktionszeichnung. Markiere, was direkt belegt ist und was ergänzt werden musste.
  2. Alltag der Kelten: Schreibe einen kurzen Tagesbericht aus der Sicht einer Person auf der Heuneburg. Kennzeichne anschließend fünf Aussagen als archäologisch belegt oder als begründete Vorstellung.
  3. Videoanalyse: Untersuche eines der eingebetteten Fachvideos. Notiere drei gesicherte Informationen, zwei verwendete archäologische Methoden und eine Frage, die offenbleibt.
  4. Schichtenmodell: Baue in einer durchsichtigen Box ein Modell aus verschiedenfarbigen Erdschichten. Lege kleine Gegenstände hinein und erkläre anschließend, wie Stratigraphie funktioniert.


Schwer

  1. Stadtbegriff: Erstelle eine Pro-und-Contra-Argumentation zur Aussage „Die Heuneburg war eine Stadt“. Entwickle am Ende ein eigenes begründetes Urteil.
  2. Pyrene: Recherchiere Herodots Erwähnung von Pyrene und die archäologischen Argumente zur Heuneburg. Trenne Belege, Deutungen und Unsicherheiten klar voneinander.
  3. Museumskonzept: Plane eine kleine Ausstellung mit fünf Stationen zu Gesellschaft, Handel und Archäologie. Jede Station soll einen Fund, eine Leitfrage und eine Mitmachidee enthalten.
  4. Exkursion: Entwirf für Deine Klasse eine historische Forschungs-Exkursion zur Heuneburg. Formuliere Beobachtungsaufträge und Regeln zum Schutz archäologischer Denkmale.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zusammenhang Handel und Gesellschaft: Erkläre an mindestens drei Belegen, wie Fernhandel, spezialisiertes Handwerk und soziale Unterschiede auf der Heuneburg miteinander zusammenhängen könnten.
  2. Archäologische Rekonstruktion: Beurteile die Aussage „Wenn eine Mauer im Freilichtmuseum steht, wissen wir genau, wie das Original ausgesehen hat.“ Nutze die Begriffe Befund, Vergleich und Rekonstruktion.
  3. Methodenwahl: Stell Dir vor, im Wald nahe der Heuneburg werden unbekannte Erhebungen entdeckt. Entwickle einen sinnvollen Untersuchungsplan, der möglichst wenig zerstört, und begründe die Reihenfolge der Methoden.
  4. Grab und Siedlung: Erkläre, warum ein reich ausgestattetes Grab allein nicht ausreicht, um die ganze Gesellschaft der Heuneburg zu beschreiben. Nenne weitere Quellengruppen.
  5. Stadt oder Fürstensitz: Formuliere ein begründetes Urteil dazu, welche Bezeichnung die Heuneburg besser erklärt. Lege vorher eigene Kriterien fest.
  6. Pyrene-Hypothese: Zeige an diesem Beispiel den Unterschied zwischen Tatsache, Indiz und Hypothese. Erkläre anschließend, warum diese Unterscheidung für Geschichte wichtig ist.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Einzelwissen wiedergibst, sondern historische Zusammenhänge erklären und Quellen kritisch einschätzen kannst.

  1. Räumliche Orientierung: Du kannst die Heuneburg an der oberen Donau in Baden-Württemberg verorten und ihre Lage erklären.
  2. Zeitliche Orientierung: Du kannst die Blütezeit in die frühe Eisenzeit und späte Hallstattzeit einordnen.
  3. Gesellschaft der Kelten: Du kannst archäologische Hinweise auf soziale Unterschiede erklären, ohne aus den Funden mehr abzuleiten, als sie belegen.
  4. Fernhandel: Du kannst anhand von Bernstein, mediterraner Keramik und weiteren Importen weiträumige Kontakte nachweisen.
  5. Handwerk und Wirtschaft: Du kannst erklären, warum spezialisiertes Handwerk für ein großes Siedlungszentrum wichtig war.
  6. Archäologische Methoden: Du kannst Ausgrabung, Stratigraphie, LIDAR, Blockbergung und naturwissenschaftliche Datierung unterscheiden.
  7. Quellenkritik: Du kannst zwischen Befund, Rekonstruktion und Hypothese unterscheiden.
  8. Historisches Urteil: Du kannst die Bezeichnungen „Stadt“, „Fürstensitz“ und „Pyrene“ kritisch und begründet verwenden.




OERs zum Thema

Weitere frei zugängliche Informationen und Medien findest Du bei der Heuneburg – Stadt Pyrene, beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, beim Landesbildungsserver Baden-Württemberg und auf Wikimedia Commons.

  1. Heuneburg – Stadt Pyrene
  2. Landesamt für Denkmalpflege – Erforschung der Heuneburg
  3. Landesbildungsserver Baden-Württemberg – Materialien zur Heuneburg
  4. Wikimedia Commons – freie Medien zur Heuneburg


Verknüpfte Lernbereiche

Die Heuneburg verbindet regionale Geschichte mit großen Fragen nach Gesellschaft, Wirtschaft, Kontakten und dem wissenschaftlichen Umgang mit Quellen.


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