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Die Französische Revolution - Geschichte

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Die Französische Revolution - Geschichte



Die Französische Revolution - Geschichte

Studienfach: Geschichte Themenfeld: Französische Revolution, Neuzeit, Revolution, Politische Ideengeschichte, Sozialgeschichte, Kulturgeschichte Zeitraum: 1789 bis 1799 Zielgruppe: gymnasiale Oberstufe, Studium, Erwachsenenbildung und historisch Interessierte Leitfrage: Wie veränderte die Französische Revolution politische Herrschaft, Gesellschaft und das Verständnis von Freiheit und Gleichheit?


Einleitung

Die Französische Revolution von 1789 bis 1799 gehört zu den folgenreichsten Umbrüchen der europäischen und atlantischen Geschichte. Sie beseitigte die politische Ordnung des Ancien Régime nicht in einem einzigen Schritt, sondern in einer konfliktreichen Folge von Verfassungsentwürfen, Massenmobilisierungen, Kriegen, sozialen Krisen und Gewalterfahrungen. Aus Untertanen sollten Bürgerinnen und Bürger werden, aus der ständisch gegliederten Gesellschaft eine rechtlich gleiche Nation und aus der königlichen Souveränität die Volkssouveränität.

Die Revolution brachte zentrale Begriffe der modernen politischen Ordnung hervor oder verlieh ihnen eine neue Bedeutung: Menschenrechte, Verfassung, Nation, Republik, Gewaltenteilung, politische Öffentlichkeit und Bürgerschaft. Zugleich zeigte sie die Grenzen ihres eigenen Universalismus. Frauen blieben von politischen Rechten weitgehend ausgeschlossen, koloniale Herrschaft bestand fort und die Frage der Sklaverei wurde erst unter dem Druck des Aufstands in Saint-Domingue und der Haitianischen Revolution radikalisiert. Der Anspruch auf Freiheit und Gleichheit stand außerdem in einem spannungsreichen Verhältnis zu Krieg, politischer Verfolgung und Terrorherrschaft.

Dieser aiMOOC betrachtet die Revolution deshalb nicht als geradlinigen Fortschritt, sondern als offenen historischen Prozess. Du untersuchst Ursachen, Akteure, Phasen, Medien, Begriffe, Konflikte und Deutungen. Dabei lernst Du, zwischen Ereignisgeschichte, Strukturgeschichte und Erinnerungskultur zu unterscheiden sowie Bild-, Text- und Verfassungsquellen kritisch auszuwerten.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du die langfristigen und kurzfristigen Ursachen der Revolution erklären, zentrale Phasen von 1789 bis 1799 chronologisch und problemorientiert einordnen, politische Gruppen und soziale Akteure unterscheiden, Verfassungen und Menschenrechtserklärungen analysieren, revolutionäre Gewalt historisch kontextualisieren und konkurrierende Deutungen der Revolution vergleichen. Du kannst außerdem Quellen nach Urheber, Entstehungssituation, Adressaten, Absicht, Überlieferung und Aussagewert untersuchen.


Frankreich vor 1789: Ancien Régime und Krisenlage

Medienimpuls: Das Herrscherporträt zeigt Ludwig XVI. im Krönungsornat. Untersuche, wie Kleidung, Körperhaltung, Insignien und Raumgestaltung königliche Macht sichtbar machen. Beachte, dass ein offizielles Porträt keine neutrale Abbildung, sondern eine politische Inszenierung ist.


Die Ständegesellschaft

Die Gesellschaft des Ancien Régime war rechtlich in Stände gegliedert. Zum Ersten Stand gehörte der Klerus, zum Zweiten Stand der Adel. Der Dritte Stand umfasste die große Mehrheit der Bevölkerung: wohlhabende Kaufleute und Juristen ebenso wie Handwerker, städtische Lohnabhängige und Bauern. Die Stände waren keine einheitlichen Klassen. Innerhalb jedes Standes bestanden erhebliche Vermögens-, Bildungs- und Interessengegensätze.

Politisch entscheidend war die ungleiche Verteilung von Rechten und Lasten. Privilegierte Gruppen verfügten über Steuervergünstigungen, Ämterzugang und herrschaftliche Rechte. Viele Bauern mussten staatliche Steuern, kirchlichen Zehnten und feudale Abgaben leisten. Das aufstrebende Bürgertum besaß häufig Bildung und Vermögen, war aber von zahlreichen hohen Ämtern ausgeschlossen. Diese Widersprüche erzeugten nicht automatisch eine Revolution, schufen jedoch ein breites Konfliktpotenzial.


Finanzkrise, Versorgungskrise und Staatskrise

Die französische Monarchie war hoch verschuldet. Kriege, Hofausgaben, ein ineffizientes Steuersystem und die Unterstützung des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs belasteten den Staatshaushalt. Reformversuche scheiterten wiederholt am Widerstand privilegierter Körperschaften und an der politischen Schwäche der Krone. Die Finanzkrise wurde damit zu einer Verfassungskrise: Wer durfte neue Steuern bewilligen, und wer repräsentierte die Nation?

Missernten und der harte Winter 1788/1789 verschärften die Lage. Da Brot für breite Bevölkerungsschichten das wichtigste Nahrungsmittel war, trafen Preissteigerungen die städtischen und ländlichen Unterschichten besonders hart. Hunger, Gerüchte, Proteste und politische Erwartungen verbanden sich. Wirtschaftliche Not erklärt die Revolution nicht allein, doch sie erhöhte die Bereitschaft zur Mobilisierung.


Aufklärung und politische Öffentlichkeit

Die Aufklärung stellte überlieferte Autoritäten zur Diskussion. Montesquieu entwickelte die Idee der Gewaltenteilung, Rousseau prägte Debatten über Volkssouveränität und Gemeinwillen, Voltaire kritisierte Intoleranz und Willkür. Salons, Lesegesellschaften, Logen, Zeitungen, Flugschriften und politische Karikaturen erweiterten die Öffentlichkeit.

Die Revolution war jedoch keine einfache Umsetzung philosophischer Bücher. Ideen erhielten ihre politische Wirkung erst in konkreten Konflikten. Begriffe wie Nation, Freiheit und Gleichheit konnten unterschiedlich interpretiert werden. Gerade diese Offenheit machte sie mobilisierungsfähig.


1789: Vom Ständekonflikt zur Revolution


Generalstände und Nationalversammlung

Am 5. Mai 1789 traten die Generalstände in Versailles zusammen. Streit entstand über das Abstimmungsverfahren. Eine Abstimmung nach Ständen hätte Klerus und Adel gemeinsam ein Übergewicht verschafft; eine Abstimmung nach Köpfen hätte dem zahlenmäßig verstärkten Dritten Stand größere Chancen gegeben. Am 17. Juni erklärte sich der Dritte Stand zur Nationalversammlung. Damit beanspruchten seine Abgeordneten, nicht nur einen Stand, sondern die Nation zu vertreten.

Am 20. Juni versammelten sich Abgeordnete in einem Ballhaus und schworen, nicht auseinanderzugehen, bevor Frankreich eine Verfassung erhalten habe. Der Ballhausschwur war ein performativer Akt: Die Nation stellte sich als politisches Subjekt selbst her.

Quellenkritischer Hinweis: Jacques-Louis David begann das monumentale Bild erst nach dem Ereignis und vollendete es nicht. Die dramatische Einmütigkeit ist daher nicht als fotografische Wiedergabe zu lesen, sondern als politische Interpretation revolutionärer Einheit.


Sturm auf die Bastille

Am 14. Juli 1789 stürmten bewaffnete Pariser die Bastille. Die Festung diente als Gefängnis und Waffenlager; zugleich symbolisierte sie königliche Willkür. Militärisch war die Zahl der Gefangenen gering, politisch war die Wirkung enorm. Der Sturm zeigte, dass die städtische Bevölkerung zu einem eigenständigen Akteur geworden war. In Paris bildeten sich neue kommunale Strukturen und die Nationalgarde.


Grande Peur und Augustbeschlüsse

Im Sommer 1789 verbreiteten sich auf dem Land Gerüchte über adelige Verschwörungen. Während der Grande Peur griffen Bauern Herrenhäuser an und vernichteten Abgabenregister. In der Nacht vom 4. auf den 5. August beschloss die Nationalversammlung die Aufhebung ständischer und feudaler Privilegien. Die praktische Ablösung mancher Abgaben blieb kompliziert, doch das Prinzip der rechtlichen Ständegesellschaft war durchbrochen.


Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Am 26. August 1789 verabschiedete die Nationalversammlung die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Sie formulierte Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung als natürliche Rechte. Die Nation galt als Ursprung der Souveränität, das Gesetz als Ausdruck des allgemeinen Willens und die Gleichheit vor dem Gesetz als Grundnorm.

Die Erklärung war universal formuliert, politisch aber begrenzt. Frauen, Besitzlose, versklavte Menschen und koloniale Bevölkerungen waren nicht automatisch gleichberechtigt. Deshalb musst Du zwischen normativem Anspruch, rechtlicher Umsetzung und gesellschaftlicher Wirklichkeit unterscheiden.


Der Zug der Frauen nach Versailles

Am 5. und 6. Oktober 1789 zogen vor allem Marktfrauen, begleitet von weiteren Demonstrierenden und Teilen der Nationalgarde, nach Versailles. Ausgangspunkt waren Brotknappheit und hohe Preise, doch der Protest wurde rasch politisch. Der König musste mit seiner Familie nach Paris ziehen. Dadurch geriet die Monarchie stärker unter den Druck der Hauptstadt.

Analysefrage: Wie verbindet die Darstellung soziale Not, politische Forderungen und Geschlechterrollen? Prüfe, ob Frauen als handelnde politische Subjekte oder als ungeordnete Menge gezeigt werden.


1789 bis 1791: Verfassungsrevolution und neue Ordnung


Verwaltung, Kirche und Eigentum

Die Nationalversammlung gliederte Frankreich in Départements, reformierte Justiz und Verwaltung und beseitigte zahlreiche korporative Sonderrechte. Kirchengüter wurden verstaatlicht und dienten als Grundlage für die Ausgabe von Assignaten. Die Zivilverfassung des Klerus von 1790 band die Kirche enger an den Staat. Geistliche sollten gewählt werden und einen Eid auf die Verfassung leisten. Der daraus entstehende Konflikt spaltete Gemeinden, Familien und Regionen.


Politische Kultur und neue Symbole

Revolution bedeutete auch einen Wandel der politischen Kommunikation. Zeitungen, Klubs, Petitionen, Feste, Lieder und Karikaturen verbreiteten politische Begriffe. Die Trikolore, die Phrygische Mütze, Freiheitsbäume und die Anrede „Citoyen“ beziehungsweise „Citoyenne“ machten den Bruch mit der alten Ordnung sichtbar. Politik wurde stärker öffentlich, emotional und massenwirksam.


Flucht nach Varennes

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1791 versuchte die königliche Familie, Paris zu verlassen. Sie wurde in Varennes erkannt und zurückgebracht. Die Flucht zerstörte bei vielen das Vertrauen in die Bereitschaft des Königs, die Verfassung anzuerkennen. Die Frage nach Monarchie oder Republik gewann an Schärfe.


Verfassung von 1791

Die Verfassung von 1791 schuf eine konstitutionelle Monarchie mit Gewaltenteilung. Der König erhielt ein aufschiebendes Veto, während eine gewählte Gesetzgebende Nationalversammlung Gesetze beschloss. Das Wahlrecht blieb an Steuerleistung gebunden. Die Unterscheidung zwischen „aktiven“ und „passiven“ Bürgern widersprach dem umfassenden Gleichheitsanspruch und wurde zu einem neuen Konfliktfeld.


1791 bis 1792: Krieg, Radikalisierung und Sturz der Monarchie


Politische Lager und Klubs

Die revolutionäre Öffentlichkeit war von wechselnden Gruppen geprägt. Zu den einflussreichen politischen Netzwerken gehörten Jakobiner, Cordeliers und später die Girondisten sowie die Bergpartei, die Montagnards. Diese Bezeichnungen waren keine modernen Parteien mit fester Mitgliedschaft. Positionen veränderten sich, Bündnisse zerfielen, und regionale sowie soziale Interessen spielten eine große Rolle.

Die Sansculottes waren vor allem städtische Handwerker, Kleinhändler und Lohnabhängige, die Preisregulierungen, direkte politische Beteiligung und entschlossene Maßnahmen gegen Revolutionsgegner forderten.


Revolutionskrieg

Am 20. April 1792 erklärte Frankreich der Habsburgermonarchie den Krieg. Befürworter erwarteten unterschiedliche Vorteile: Einige wollten die Revolution verteidigen oder exportieren, andere hofften auf eine Niederlage der Revolution. Militärische Rückschläge, das Misstrauen gegenüber Offizieren und die Drohungen ausländischer Monarchien radikalisierten die Innenpolitik.


Sturm auf die Tuilerien und Ende des Königtums

Am 10. August 1792 stürmten Aufständische und Nationalgardisten den Tuilerienpalast. Die königliche Gewalt wurde suspendiert. Im September folgten Massentötungen in Pariser Gefängnissen, ausgelöst durch Kriegsangst, Verschwörungsgerüchte und den Zusammenbruch staatlicher Autorität. Diese Septembermassaker zeigen, wie eng äußere Bedrohung, politische Mobilisierung und Gewalt miteinander verbunden waren.

Am 21. September 1792 schaffte der neu gewählte Nationalkonvent die Monarchie ab. Frankreich wurde zur Republik.


1792 bis 1794: Republik, Krieg und Terror


Prozess und Hinrichtung Ludwigs XVI.

Der Nationalkonvent erklärte Ludwig XVI. des Hochverrats schuldig. Am 21. Januar 1793 wurde er guillotiniert. Die Hinrichtung war mehr als die Bestrafung einer Person: Sie symbolisierte den endgültigen Bruch mit der sakralen Monarchie. Zugleich verschärfte sie den Krieg mit europäischen Mächten und die inneren Konflikte.

Urteilsaufgabe: Unterscheide eine zeitgenössische juristische Begründung, eine republikanische Symboldeutung und eine monarchistische Kritik der Hinrichtung. Ein historisches Urteil muss Perspektiven rekonstruieren, ohne Gewalt zu verharmlosen.


Bürgerkrieg, Koalitionskrieg und Staatsnotstand

1793 geriet die Republik unter extremen Druck. Der Krieg gegen die Erste Koalition, Aufstände wie der Aufstand der Vendée, föderalistische Revolten, Inflation und Versorgungskrisen bedrohten die Regierung. Der Nationalkonvent schuf außerordentliche Institutionen, darunter den Wohlfahrtsausschuss, den Sicherheitsausschuss und das Revolutionstribunal. Die Levée en masse mobilisierte große Teile der Gesellschaft für den Krieg.


Jakobinerherrschaft und Terror

Nach dem Sturz führender Girondisten dominierten 1793 die Montagnards und ihre Verbündeten. Das Gesetz über die Verdächtigen erleichterte Verhaftungen, das Revolutionstribunal verhängte Todesurteile und politische Gegner wurden verfolgt. Gleichzeitig griff der Staat mit Höchstpreisen und Requisitionen in die Wirtschaft ein. Die demokratische Verfassung von 1793 trat wegen des Kriegszustands nicht in Kraft.

Robespierre verband in seinen Reden republikanische Tugend mit Terror als Instrument der Notstandsregierung. Die Gleichsetzung einer ganzen Epoche mit einer einzigen Person greift jedoch zu kurz. Der Terror entstand aus Institutionen, lokalen Konflikten, Kriegszwängen, politischen Säuberungen und konkurrierenden Vorstellungen revolutionärer Gerechtigkeit.


Marat, David und revolutionäre Bildpolitik

Der Publizist Jean-Paul Marat wurde am 13. Juli 1793 von Charlotte Corday ermordet. Jacques-Louis David gestaltete ihn im Gemälde „Der Tod des Marat“ als Märtyrer der Revolution. Die nüchterne Bildfläche, die an christliche Pietà-Darstellungen erinnernde Körperhaltung und der präsentierte Brief verwandeln ein politisches Attentat in eine moralische Erzählung.

Bildquellenanalyse: Trenne Bildbeschreibung, formale Analyse, zeitgenössischen Kontext, politische Absicht und spätere Wirkung. Frage, welche Details historisch überprüfbar sind und welche eine symbolische Konstruktion darstellen.


Frauenrechte und politische Teilhabe

Frauen beteiligten sich an Märschen, Petitionen, Klubs, Versorgungsprotesten und politischen Debatten. Dennoch erhielten sie kein gleichberechtigtes Wahlrecht. Olympe de Gouges veröffentlichte 1791 die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin. Sie übertrug den universalen Anspruch der Menschenrechte ausdrücklich auf Frauen und kritisierte die männliche Begrenzung der Bürgerschaft.

1793 wurden politische Frauenklubs geschlossen. De Gouges wurde im selben Jahr hingerichtet. Ihre Biografie darf nicht auf eine lineare Heldinnengeschichte reduziert werden; sie vertrat eigenständige politische Positionen, kritisierte Gewalt und bewegte sich in wechselnden revolutionären Konfliktlagen.


Kolonien, Sklaverei und die Haitianische Revolution

Die Revolution war ein atlantisches Ereignis. In der reichen Kolonie Saint-Domingue stritten weiße Pflanzer, freie People of Color und versklavte Menschen um Rechte und Macht. Der große Sklavenaufstand von 1791 veränderte die Lage grundlegend. 1794 schaffte der Nationalkonvent die Sklaverei in den französischen Kolonien ab. Diese Entscheidung war nicht nur eine Folge abstrakter Menschenrechtsideen, sondern auch des antikolonialen Widerstands und militärischer Notwendigkeiten. Unter Napoleon wurde die Sklaverei 1802 in Teilen des französischen Kolonialreichs wiederhergestellt; Saint-Domingue erkämpfte als Haiti 1804 seine Unabhängigkeit.

Die koloniale Perspektive verändert die Leitfrage: Wer durfte zur Nation gehören, wer konnte Rechte beanspruchen, und wie wirkten Menschenrechtssprache und imperialer Machtanspruch gleichzeitig?


1794 bis 1799: Thermidor, Direktorium und Brumaire


Der 9. Thermidor

Am 9. Thermidor des Jahres II, dem 27. Juli 1794, wurden Robespierre und seine Verbündeten im Nationalkonvent gestürzt. Am folgenden Tag wurden sie hingerichtet. Der thermidorianische Umschwung beendete die dominierende Stellung des Wohlfahrtsausschusses und leitete den Abbau der Terrorinstitutionen ein. Zugleich folgten neue Gewaltakte gegen ehemalige Jakobiner.


Revolutionskalender und neue Zeitordnung

Der Revolutionskalender sollte den Bruch mit Monarchie, Kirche und überlieferter Zeitrechnung sichtbar machen. Monate erhielten naturbezogene Namen wie Thermidor, Brumaire oder Germinal. Die Neuordnung der Zeit zeigt, dass Revolutionen nicht nur Institutionen verändern, sondern Alltag, Sprache und Erinnerung neu strukturieren wollen.


Verfassung von 1795 und Direktorium

Die Verfassung des Jahres III schuf ein Zweikammerparlament und eine fünfköpfige Exekutive, das Direktorium. Das System sollte sowohl monarchistische Restauration als auch radikale Volksbewegungen verhindern. Das Wahlrecht war erneut an Besitz gebunden. Wirtschaftliche Krisen, Korruption, politische Staatsstreiche und die wachsende Bedeutung des Militärs schwächten die Legitimität der Regierung.


Staatsstreich des 18. Brumaire

Am 18. Brumaire VIII, dem 9. November 1799, stürzten Napoleon Bonaparte, Sieyès und ihre Verbündeten das Direktorium. Das Konsulat entstand. Häufig gilt dieses Ereignis als Ende der Revolution. Die Datierung ist jedoch eine Deutung: Manche Historikerinnen und Historiker betonen längere Nachwirkungen, etwa in Gesetzgebung, Eigentumsordnung, Verwaltung, Krieg und politischer Kultur.


Zentrale Akteure und soziale Gruppen

Akteur oder Gruppe Interessen und Handlungsspielräume Historische Einordnung
Ludwig XVI. Erhalt monarchischer Autorität bei begrenzten Reformzugeständnissen Seine Entscheidungen, Vetos und die Flucht nach Varennes verstärkten das Misstrauen gegen die Monarchie.
Nationalversammlung Verfassung, rechtliche Gleichheit und Neuordnung des Staates Sie verband Repräsentationsanspruch mit sozial und geschlechtlich begrenzter politischer Teilhabe.
Sansculottes Versorgungssicherheit, Preisregulierung, direkte Beteiligung und Kampf gegen Revolutionsgegner Sie übten erheblichen Druck auf Konvent und Kommune aus, waren aber sozial und politisch nicht einheitlich.
Girondisten Republik, Kriegspolitik und Misstrauen gegenüber der Pariser Volksbewegung Ihre Abgrenzung von den Montagnards wurde im Bürgerkrieg politisch zugespitzt.
Montagnards Radikale Republik und zentralisierte Notstandsregierung Sie stützten sich zeitweise auf Sansculotten und dominierten den Konvent 1793/1794.
Olympe de Gouges Politische Gleichberechtigung der Frauen, Öffentlichkeit und Kritik an Gewalt Ihre Erklärung machte den Ausschluss von Frauen aus dem universalistischen Menschenrechtsanspruch sichtbar.
Versklavte Menschen in Saint-Domingue Freiheit, Selbstbestimmung und Ende der Plantagensklaverei Ihr Aufstand war ein eigenständiger revolutionärer Prozess und veränderte die französische Kolonialpolitik.


Chronologie

Datum Ereignis Bedeutung
5. Mai 1789 Zusammentritt der Generalstände Die Finanzkrise wird zur Repräsentations- und Verfassungskrise.
17. Juni 1789 Bildung der Nationalversammlung Der Dritte Stand beansprucht, die Nation zu vertreten.
20. Juni 1789 Ballhausschwur Die Abgeordneten verpflichten sich auf eine Verfassung.
14. Juli 1789 Sturm auf die Bastille Die Pariser Bevölkerung wird zum revolutionären Machtfaktor.
4. August 1789 Augustbeschlüsse Ständische und feudale Privilegien werden prinzipiell aufgehoben.
26. August 1789 Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und nationale Souveränität werden normativ formuliert.
5. und 6. Oktober 1789 Zug nach Versailles Die königliche Familie wird nach Paris gebracht.
20. und 21. Juni 1791 Flucht nach Varennes Das Vertrauen in die konstitutionelle Monarchie bricht ein.
10. August 1792 Sturm auf die Tuilerien Das Königtum wird suspendiert.
21. September 1792 Ausrufung der Republik Die Monarchie wird abgeschafft.
21. Januar 1793 Hinrichtung Ludwigs XVI. Der Bruch mit der Monarchie wird irreversibel.
1793 bis 1794 Terrorherrschaft Krieg, Bürgerkrieg und politische Säuberungen prägen die Notstandsregierung.
27. Juli 1794 9. Thermidor Robespierre wird gestürzt.
1795 Beginn des Direktoriums Eine besitzbürgerlich geprägte Republik wird etabliert.
9. November 1799 18. Brumaire Napoleon und seine Verbündeten errichten das Konsulat.


Leitbegriffe und Problemfelder


Freiheit, Gleichheit und Eigentum

Die revolutionäre Trias „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wurde erst schrittweise zum festen republikanischen Motto. Freiheit konnte Schutz vor staatlicher Willkür, politische Beteiligung, wirtschaftliche Vertragsfreiheit oder Befreiung aus Sklaverei bedeuten. Gleichheit meinte zunächst vor allem Rechtsgleichheit, nicht zwingend soziale Gleichheit. Eigentum galt in der Menschenrechtserklärung als grundlegendes Recht, stand aber in Spannung zu Forderungen nach Preisregulierung und Versorgungsgerechtigkeit.


Nation und Volkssouveränität

Die Nation ersetzte den König als Quelle legitimer Herrschaft. Doch wer gehörte politisch zur Nation? Die Antworten reichten vom besitzenden männlichen Aktivbürger bis zu einem umfassenderen demokratischen oder antikolonialen Verständnis. Der Begriff Volk konnte die Gesamtheit der Bürger, die armen städtischen Schichten oder eine moralisch definierte revolutionäre Gemeinschaft bezeichnen.


Gewalt und Ausnahmezustand

Revolutionäre Gewalt hatte unterschiedliche Formen: spontane Aufstände, symbolische Zerstörung, Krieg, Bürgerkrieg, staatliche Repression und lokale Rache. Eine Erklärung darf weder bei moralischer Verurteilung stehen bleiben noch Gewalt durch Krisendruck rechtfertigen. Historisches Denken fragt nach Akteuren, Entscheidungsspielräumen, Institutionen, Eskalationsmechanismen, Alternativen und Folgen.


Religion und Säkularisierung

Die Revolution verstaatlichte Kirchengüter, reorganisierte den Klerus und führte zeitweise Kampagnen der Entchristianisierung durch. Gleichzeitig entstanden neue politische Kulte, darunter der Kult des höchsten Wesens. Religion verschwand nicht; vielmehr wurde ihr Verhältnis zu Staat, Öffentlichkeit und Bürgerschaft neu ausgehandelt.


Folgen und Langzeitwirkungen

Die Revolution beseitigte die ständische Rechtsordnung, stärkte die Gleichheit vor dem Gesetz und verbreitete das Prinzip nationaler Souveränität. Verwaltung, Justiz, Eigentumsverhältnisse und politische Öffentlichkeit wurden tiefgreifend verändert. Die Revolutions- und Napoleonischen Kriege trugen diese Veränderungen über Frankreich hinaus, verbanden sie aber mit Besatzung, Ausbeutung und imperialer Herrschaft.

Die Revolution prägte Liberalismus, Republikanismus, Nationalismus, Sozialismus und moderne Protestkulturen. Ihre Symbole und Begriffe wurden in späteren Revolutionen von 1830, 1848, in antikolonialen Bewegungen und in Menschenrechtsdebatten aufgegriffen. Die Wirkung war widersprüchlich: Emanzipation und Exklusion, Rechtsgleichheit und soziale Ungleichheit, demokratische Mobilisierung und politische Gewalt entstanden nebeneinander.


Geschichtswissenschaftliche Deutungen


Liberale und republikanische Deutungen

Liberale und republikanische Erzählungen betonten lange die Überwindung von Absolutismus und Privilegien sowie die Entstehung moderner Bürgerrechte. In dieser Perspektive erscheint 1789 als Geburtsmoment politischer Moderne. Die Gefahr liegt in einer teleologischen Erzählung, die spätere Demokratie als zwangsläufiges Ziel voraussetzt.


Sozialgeschichtliche und marxistische Deutungen

Die klassische sozialgeschichtliche Interpretation verstand die Revolution als Übergang von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft. Historiker wie Georges Lefebvre und Albert Soboul untersuchten Klassenkonflikte, Bauernbewegungen und Sansculotten. Kritisiert wurde eine zu starre Zuordnung politischer Akteure zu sozialen Klassen.


Revisionistische und politisch-kulturelle Ansätze

François Furet und andere revisionistische Historiker rückten politische Sprache, Ideologie und die innere Dynamik revolutionärer Macht in den Vordergrund. Kulturgeschichtliche Arbeiten, etwa von Lynn Hunt, analysierten Symbole, Rituale, Geschlechterbilder und neue Formen politischer Identität. Diese Ansätze zeigten, dass Politik nicht nur Interessen abbildet, sondern Wirklichkeit durch Sprache und Praxis erzeugt.


Gender-, Kolonial- und Globalgeschichte

Die Geschlechtergeschichte fragt, wie Bürgerschaft männlich definiert wurde und wie Frauen dennoch politisch handelten. Kolonial- und Globalgeschichte verbinden Paris mit der Karibik, dem Sklavenhandel, imperialen Kriegen und der Haitianischen Revolution. Dadurch erscheint die Revolution nicht nur als französisches Nationalereignis, sondern als Teil der Atlantischen Revolutionen.


Quellenkritik im Geschichtsstudium

Für eine wissenschaftliche Quellenanalyse genügt es nicht, den Inhalt zusammenzufassen. Du musst die Quelle als historisches Produkt untersuchen.

Prüfschritt Leitfragen
Quellenart Handelt es sich um Gesetz, Rede, Brief, Zeitung, Karikatur, Gemälde, Protokoll oder Erinnerung?
Urheber und Position Wer produzierte die Quelle, mit welchem sozialen Status und welcher politischen Bindung?
Entstehungssituation In welcher Krise, Debatte oder Institution entstand sie?
Adressaten und Funktion Sollte die Quelle informieren, mobilisieren, rechtfertigen, einschüchtern oder erinnern?
Sprache und Bildsprache Welche Begriffe, Metaphern, Symbole und Auslassungen strukturieren die Aussage?
Überlieferung Ist das Original erhalten, eine Abschrift, ein Druck, eine spätere Bearbeitung oder eine digitale Reproduktion?
Aussagewert und Grenzen Was lässt sich mit der Quelle untersuchen, und welche Fragen beantwortet sie nicht?


Beispiel einer Quellenfrage

Vergleiche Artikel 1 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte mit Artikel 1 der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin. Untersuche nicht nur den Wortlaut, sondern auch die politischen Sprecherpositionen, die unterschiedlichen Adressaten und die reale Rechtslage. Erkläre anschließend, wie Olympe de Gouges die universale Sprache der Revolution gegen ihre geschlechtliche Begrenzung wendet.


Forschungsliteratur zur Vertiefung

  1. William Doyle: Eine politische Gesamtdarstellung der Französischen Revolution mit besonderem Blick auf Institutionen, Konflikte und das Ende des Ancien Régime.
  2. Peter McPhee: Eine sozialgeschichtlich breite Darstellung, die Erfahrungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen einbezieht.
  3. Lynn Hunt: Studien zu politischer Kultur, Symbolen, Familie, Geschlecht und Menschenrechten.
  4. François Furet: Revisionistische Deutungen der revolutionären politischen Sprache und des Terrors.
  5. Georges Lefebvre: Klassische sozialgeschichtliche Arbeiten über Bauern, Eliten und die revolutionäre Dynamik von 1789.
  6. Timothy Tackett: Untersuchungen zur politischen Kultur der Abgeordneten und zur Wirkung der Flucht nach Varennes.
  7. Suzanne Desan: Forschungen zu Familie, Geschlechterordnung und Zivilrecht in der Revolution.
  8. Laurent Dubois: Arbeiten zur karibischen und haitianischen Dimension der Revolution.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Ereignis machte den Dritten Stand im Juni 1789 zum Träger eines nationalen Repräsentationsanspruchs? (Die Erklärung zur Nationalversammlung) (!Die Einführung des Direktoriums) (!Die Hinrichtung Ludwigs XVI.) (!Die Abschaffung des Revolutionskalenders)




Welche zentrale Bedeutung hatte der Ballhausschwur? (Die Abgeordneten verpflichteten sich zur Ausarbeitung einer Verfassung) (!Frankreich erklärte Österreich den Krieg) (!Der König wurde zum Kaiser gekrönt) (!Die Sklaverei wurde in allen Kolonien wiederhergestellt)




Warum wurde der Sturm auf die Bastille politisch bedeutsam? (Er symbolisierte den Angriff auf königliche Willkür und zeigte die Macht der Pariser Bevölkerung) (!Er führte unmittelbar zum Direktorium) (!Er beendete den Ersten Koalitionskrieg) (!Er setzte Napoleon als Ersten Konsul ein)




Welches Prinzip formulierte die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789? (Die Souveränität geht von der Nation aus) (!Alle politischen Ämter bleiben dem Adel vorbehalten) (!Frankreich bleibt eine ständische Monarchie) (!Die Kirche entscheidet allein über die Gesetzgebung)




Welche Wirkung hatte die Flucht nach Varennes? (Sie verstärkte das Misstrauen gegenüber dem König) (!Sie stabilisierte dauerhaft die konstitutionelle Monarchie) (!Sie beendete die Versorgungskrise) (!Sie führte sofort zur Herrschaft Napoleons)




Was geschah am 21. September 1792? (Frankreich wurde zur Republik erklärt) (!Die Generalstände wurden erstmals einberufen) (!Die Bastille wurde wiederaufgebaut) (!Die Verfassung von 1795 trat außer Kraft)




Welche Institution gehörte zur revolutionären Notstandsregierung von 1793 und 1794? (Der Wohlfahrtsausschuss) (!Der Rat der Europäischen Union) (!Das Heilige Kollegium) (!Der Deutsche Bundestag)




Was kritisierte Olympe de Gouges mit ihrer Erklärung von 1791? (Den Ausschluss von Frauen aus politischer und rechtlicher Gleichberechtigung) (!Die Abschaffung der Adelsprivilegien) (!Die Einführung einer erblichen Kaiserwürde) (!Die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten)




Was bezeichnet der 9. Thermidor? (Den Sturz Robespierres und seiner Verbündeten) (!Den Beginn der Generalstände) (!Den Sturm auf die Bastille) (!Die Rückkehr Ludwigs XVI. auf den Thron)




Welches Ereignis gilt häufig als politisches Ende der Französischen Revolution? (Der Staatsstreich des 18. Brumaire) (!Der Ballhausschwur) (!Der Zug der Frauen nach Versailles) (!Die Augustbeschlüsse)





Memory

Ballhausschwur Verfassungseid
Bastille Willkürsymbol
Varennes Königsflucht
Sansculotten Volksbewegung
Menschenrechtserklärung Rechtsgleichheit
Thermidor Robespierresturz
Direktorium Fünferexekutive
Brumaire Konsulatsbeginn





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Historische Bedeutung
Ancien Régime Ständische und monarchische Ordnung
Nationalversammlung Anspruch auf Vertretung der Nation
Republik Abschaffung des Königtums
Terrorherrschaft Politische Notstandsregierung und Verfolgung
Direktorium Besitzzentrierte Verfassungsordnung nach Thermidor






Kreuzworträtsel

Bastille Welche Pariser Festung wurde am 14. Juli 1789 gestürmt?
Varennes In welchem Ort wurde die königliche Familie während ihrer Flucht erkannt?
Republik Welche Staatsform wurde im September 1792 ausgerufen?
Robespierre Welcher Politiker wurde im Juli 1794 gestürzt?
Direktorium Wie hieß die fünfköpfige Exekutive ab 1795?
Menschenrechte Welcher Grundrechtsbegriff prägte die Erklärung vom August 1789?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die französische Gesellschaft vor 1789 wird häufig als

bezeichnet. Am 17. Juni 1789 erklärte sich der Dritte Stand zur

. Der Ballhausschwur verband den Repräsentationsanspruch mit dem Ziel einer

. Der Sturm auf die

machte die Pariser Bevölkerung zum revolutionären Machtfaktor. Die Erklärung vom 26. August 1789 formulierte natürliche

. Die Flucht nach

zerstörte Vertrauen in die konstitutionelle Monarchie. Im September 1792 wurde Frankreich zur

. Während des Kriegs gewann der

außerordentliche Macht. Olympe de Gouges forderte politische Gleichberechtigung für

. Der Sturz Robespierres wird nach dem Revolutionskalender als

bezeichnet. Ab 1795 regierte das

. Der Staatsstreich des 18. Brumaire brachte das

hervor.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine visuelle Zeitleiste mit zehn Schlüsselereignissen und ergänze zu jedem Ereignis einen Satz zur politischen Bedeutung.
  2. Bildanalyse Bastille: Beschreibe das eingangs gezeigte Bastille-Bild ohne Deutung und formuliere danach drei Hypothesen zur politischen Botschaft.
  3. Begriffsnetz: Verbinde die Begriffe Freiheit, Gleichheit, Nation, Verfassung, Eigentum und Volkssouveränität in einem begründeten Schaubild.
  4. Tagebuchperspektive: Verfasse einen fiktiven, quellenbewussten Tagebucheintrag einer Pariser Marktfrau am 5. Oktober 1789 und kennzeichne gesicherte sowie erfundene Elemente.


Standard

  1. Menschenrechte vergleichen: Vergleiche die Erklärung von 1789 mit der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791 hinsichtlich Adressaten, Rechtsanspruch, Ausschlüssen und politischer Wirkung.
  2. Monarchie oder Republik: Führe eine strukturierte Debatte aus der Perspektive des Jahres 1791 und nutze Argumente eines konstitutionellen Monarchisten, einer Republikanerin und eines königstreuen Geistlichen.
  3. Revolutionspodcast: Produziere eine achtminütige Audiofolge zur Frage, warum Krieg und Revolution sich ab 1792 gegenseitig radikalisierten.
  4. Digitale Ausstellung: Kuratiere fünf Wikimedia-Commons-Bilder zur Revolution und verfasse zu jedem Objekt eine Quellenkritik sowie eine didaktische Bildunterschrift.


Schwer

  1. Historiografischer Essay: Vergleiche eine sozialgeschichtliche, eine revisionistische und eine globalgeschichtliche Deutung der Revolution und entwickle ein eigenes begründetes Urteil.
  2. Preise und Protest: Recherchiere historische Daten zu Brotpreisen, Löhnen oder Assignaten, visualisiere eine Entwicklung und diskutiere Grenzen quantitativer Quellen.
  3. Nationalkonvent 1793: Entwickle ein Planspiel zur Krisensituation von 1793 mit Rollen für Girondisten, Montagnards, Sansculotten, Abgeordnete aus den Kolonien und Gegner der Republik.
  4. Revolution im Atlantik: Untersuche die Wechselwirkungen zwischen Französischer und Haitianischer Revolution anhand von mindestens drei Primärquellen und präsentiere die Ergebnisse als wissenschaftliches Poster.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursachengefüge: Erkläre, weshalb weder die Staatsverschuldung noch die Aufklärung allein den Revolutionsbeginn erklären. Entwickle ein Modell, das Strukturbedingungen, Auslöser und Akteursentscheidungen verbindet.
  2. Epochenvergleich: Vergleiche politische Legitimität 1788, 1791, 1793 und 1795. Zeige, was sich veränderte und welche sozialen Ausschlüsse fortbestanden.
  3. Bastille-Urteile: Formuliere je ein zeitgenössisches Urteil eines königlichen Beamten, eines Pariser Handwerkers und einer Landbäuerin zum 14. Juli 1789. Begründe die Perspektivunterschiede.
  4. Universalismus prüfen: Beurteile die These, die Menschenrechtserklärung von 1789 sei zugleich revolutionär und exklusiv gewesen. Beziehe Geschlecht, Besitz und Kolonialstatus ein.
  5. Terror erklären: Entwickle eine Erklärung der Terrorherrschaft, die Krieg, Bürgerkrieg, Institutionen, Ideologie und lokale Konflikte gewichtet. Kennzeichne, an welchen Punkten historische Alternativen bestanden.
  6. Erinnerungskultur: Analysiere, warum der 14. Juli und nicht der 20. Juni oder 21. September zum französischen Nationalfeiertag wurde. Unterscheide Ereignis, Symbol und spätere Erinnerung.
  7. Ende der Revolution: Erörtere, ob 1794, 1799, 1804 oder ein anderer Zeitpunkt als Ende der Revolution gelten sollte. Lege Deine Kriterien offen und widerlege mindestens ein Gegenargument.




Lernnachweis

Für einen fundierten Lernnachweis sind nicht nur Datenkenntnisse, sondern historische Kompetenzen wichtig.

  1. Sachkompetenz: Du kannst Ursachen, Phasen, Institutionen, soziale Gruppen und Folgen der Revolution korrekt darstellen.
  2. Methodenkompetenz: Du kannst Text-, Bild-, Verfassungs- und Statistikquellen quellenkritisch untersuchen.
  3. Urteilskompetenz: Du unterscheidest zeitgenössische Sachurteile von heutigen Werturteilen und begründest beide.
  4. Orientierungskompetenz: Du setzt Menschenrechte, politische Partizipation und Gewalt in Beziehung zu gegenwärtigen Demokratiedebatten, ohne historische Unterschiede einzuebnen.
  5. Multiperspektivität: Du berücksichtigst soziale, geschlechtliche, regionale und koloniale Perspektiven.
  6. Historiografie: Du kannst mindestens zwei geschichtswissenschaftliche Deutungsansätze vergleichen.
  7. Projektleistung: Du dokumentierst Fragestellung, Quellenwahl, Arbeitsschritte, Ergebnisse und Reflexion transparent.




OERs zum Thema


Weitere freie Medien und Lernwege

  1. Wikimedia Commons: Nutze die Kategorien zur Französischen Revolution, zum Sturm auf die Bastille und zur Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte für quellenkritische Bildarbeit.
  2. Wikisource: Suche nach digitalisierten Verfassungen, Menschenrechtserklärungen, Reden und politischen Flugschriften.
  3. Deutsches Historisches Museum: Vergleiche museale Deutungen von Revolution, politischer Symbolik und Erinnerungskultur.
  4. Bundeszentrale für politische Bildung: Vertiefe Begriffe wie Menschenrechte, Volkssouveränität, Verfassung und politische Gewalt.


Verknüpfte Lernbereiche


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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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