Zum Inhalt springen

Der Wiener Kongress - Deutschland

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.

Der Wiener Kongress - Deutschland




Einleitung

Der Wiener Kongress von 1814/15 sollte Europa nach den langen Kriegen gegen Napoleon Bonaparte politisch neu ordnen. Für die deutschen Gebiete war dabei eine zentrale Frage besonders wichtig: Was sollte nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches und der napoleonischen Herrschaft aus Deutschland werden?

Vor 1806 hatte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation viele größere und kleinere Herrschaftsgebiete miteinander verbunden. 1806 legte Kaiser Franz II. die Reichskrone nieder. Unter dem Einfluss Napoleons entstand anschließend der Rheinbund. Nach Napoleons Niederlage mussten die europäischen Mächte deshalb nicht nur Grenzen neu ziehen, sondern auch eine neue politische Ordnung für die deutschen Staaten finden.

Das Ergebnis war 1815 der Deutsche Bund. Er war kein deutscher Nationalstaat, sondern ein lockerer Staatenbund souveräner Fürsten und freier Städte. Damit schuf der Wiener Kongress einerseits eine neue politische Ordnung und eine lange Phase ohne großen gesamteuropäischen Krieg, andererseits erfüllte er die Forderungen vieler Menschen nach nationaler Einheit, Verfassungen und politischer Mitbestimmung nicht.

Die bekannte Darstellung des Wiener Kongresses zeigt vor allem Diplomaten und Vertreter der europäischen Mächte. Für die politische Ordnung Europas waren nicht Bevölkerungsmehrheiten oder demokratische Wahlen entscheidend, sondern Verhandlungen zwischen Herrschern und ihren Bevollmächtigten.


Ausgangslage: Europa nach Napoleon

Die Französische Revolution von 1789 und die napoleonische Herrschaft hatten Europa tief verändert. In vielen Gebieten waren alte Herrschaftsstrukturen beseitigt oder umgestaltet worden. Napoleon hatte Grenzen verschoben, Staaten aufgelöst und neue Staaten geschaffen. Gleichzeitig verbreiteten sich Ideen wie Bürgerrechte, Rechtsgleichheit und nationale Selbstbestimmung.

Nach Napoleons erster Abdankung 1814 trafen sich Vertreter fast aller europäischen Staaten in Wien. Die entscheidenden Verhandlungen wurden jedoch vor allem von den Großmächten Österreich, Preußen, Russland und Großbritannien geführt. Auch Frankreich wurde unter seinem geschickten Außenpolitiker Talleyrand wieder in die Verhandlungen einbezogen.

Eine zentrale Persönlichkeit war der österreichische Außenminister Klemens von Metternich. Er wollte eine Ordnung sichern, in der Monarchien und bestehende Herrschaftsverhältnisse möglichst stabil blieben und neue Revolutionen verhindert wurden.


Ziele und Leitideen des Wiener Kongresses

Im Geschichtsunterricht werden mehrere Leitideen verwendet, um die Politik des Wiener Kongresses zu erklären.

  1. Restauration: Vorrevolutionäre Herrschaftsverhältnisse sollten dort wiederhergestellt werden, wo dies politisch möglich war. Das bedeutete allerdings keine vollständige Rückkehr in die Zeit vor 1789.
  2. Legitimität: Traditionelle Herrscherhäuser sollten wieder als rechtmäßige Träger politischer Herrschaft anerkannt werden.
  3. Europäisches Gleichgewicht: Keine einzelne Großmacht sollte Europa so dominieren können, wie es Frankreich unter Napoleon versucht hatte.
  4. Solidarität der Monarchien: Konservative Herrscher wollten bei der Abwehr revolutionärer und liberaler Bewegungen zusammenarbeiten.

Diese Begriffe sind nützlich, dürfen aber nicht zu einfach verstanden werden. Die Diplomaten handelten nicht nur nach festen Prinzipien, sondern auch nach den Interessen ihrer Staaten. Besonders deutlich zeigte sich dies im Streit zwischen Russland, Preußen, Österreich und anderen Mächten über Polen und Sachsen.


Die Neuordnung Europas

Der Wiener Kongress schuf ein System, das ein neues europäisches Kräftegleichgewicht herstellen sollte. Frankreich wurde nicht dauerhaft aus dem Kreis der Großmächte ausgeschlossen. Stattdessen sollte es in eine Ordnung eingebunden werden, in der mehrere starke Staaten einander ausbalancierten.

Zu den wichtigen territorialen Ergebnissen gehörten unter anderem:

  1. Preußen gewann bedeutende Gebiete im Rheinland und in Westfalen sowie Teile Sachsens. Dadurch lagen große preußische Gebiete nun sowohl im Osten als auch im Westen des deutschen Raumes.
  2. Österreich festigte seinen Einfluss in Mitteleuropa und Norditalien.
  3. Im Norden Frankreichs entstand ein größeres Vereinigtes Königreich der Niederlande, zu dem zunächst auch das heutige Belgien gehörte.
  4. Die dauernde Neutralität der Schweiz wurde international anerkannt.
  5. Im polnisch-sächsischen Streit wurden Kompromisse gefunden, durch die Russland großen Einfluss auf das sogenannte Kongresspolen erhielt und Preußen Teile Sachsens bekam.

Arbeitsimpuls: Vergleiche auf der Karte die Lage Preußens und Österreichs. Überlege, warum gerade diese beiden Mächte später besonders stark um Einfluss in Deutschland konkurrierten.


Die deutsche Frage

Eine einheitliche deutsche Nation als Staat gab es 1815 nicht. Viele Menschen fühlten sich zwar sprachlich oder kulturell als Deutsche, politisch lebten sie jedoch in unterschiedlichen Königreichen, Großherzogtümern, Herzogtümern, Fürstentümern und freien Städten.

Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 stellte sich deshalb die deutsche Frage: Sollte ein neuer deutscher Gesamtstaat entstehen, ein stärkerer Bundesstaat oder nur ein lockerer Zusammenschluss der Einzelstaaten?

Vor allem Österreich und Preußen waren zu mächtig, um sich ohne Weiteres einer gemeinsamen deutschen Zentralregierung unterzuordnen. Zugleich wollten die Mittel- und Kleinstaaten ihre durch die napoleonische Zeit teilweise gestärkte Souveränität nicht wieder verlieren. Der Deutsche Bund wurde deshalb zu einem politischen Kompromiss.


Der Deutsche Bund von 1815

Am 8. Juni 1815 wurde die Deutsche Bundesakte beschlossen. Sie bildete die Grundlage des Deutschen Bundes, der 39 Mitgliedstaaten umfasste. Dazu gehörten große Mächte wie Österreich und Preußen, Königreiche wie Bayern, Württemberg, Sachsen und Hannover, zahlreiche kleinere Fürstentümer sowie die vier freien Städte Frankfurt, Hamburg, Bremen und Lübeck.

Der Deutsche Bund war kein Nationalstaat und kein moderner Bundesstaat. Seine Mitgliedstaaten blieben grundsätzlich souverän. Es gab keinen gesamtdeutschen Regierungschef, keine direkt vom deutschen Volk gewählte Volksvertretung und zunächst auch keine gemeinsame Verfassung für alle Einwohner.

Das gemeinsame Organ war die Bundesversammlung, häufig auch Bundestag genannt. Sie tagte in Frankfurt am Main. Die Mitgliedstaaten schickten Gesandte dorthin; die Bevölkerung wählte diese Vertreter nicht. Österreich führte den Vorsitz.

Damit hatte der Bund zwar gemeinsame politische Strukturen, doch die Einzelstaaten blieben sehr selbstständig. Besonders wichtig war der Gegensatz zwischen den beiden führenden deutschen Mächten Österreich und Preußen. Dieser deutsche Dualismus prägte die Geschichte des Bundes bis 1866.


Was sollte der Deutsche Bund leisten?

Der Deutsche Bund sollte vor allem die äußere und innere Sicherheit Deutschlands sowie die Unabhängigkeit seiner Mitgliedstaaten sichern. Dafür konnten die Staaten militärisch zusammenarbeiten und Bundesbeschlüsse fassen.

Für viele Menschen, die sich nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon einen deutschen Nationalstaat erhofft hatten, ging diese Ordnung jedoch nicht weit genug. Sie verlangten beispielsweise:

  1. nationale Einheit
  2. Verfassungen
  3. Pressefreiheit
  4. politische Mitbestimmung
  5. Schutz von Bürger- und Freiheitsrechten

Hier entstand ein grundlegender Konflikt des 19. Jahrhunderts: Die Fürsten wollten die bestehende Ordnung stabilisieren, während liberale und nationale Bewegungen Veränderungen verlangten.


Österreich und Preußen im Deutschen Bund

Österreich besaß den Vorsitz in der Bundesversammlung und war zunächst die führende Macht im Bund. Für Metternich war der Deutsche Bund ein wichtiges Instrument, um die bestehende politische Ordnung zu erhalten.

Preußen war zugleich wirtschaftlich und militärisch sehr bedeutend. Durch seine Gebiete am Rhein und in Westfalen gewann es zusätzliches Gewicht im Westen Deutschlands. Nicht alle österreichischen und preußischen Gebiete gehörten zum Deutschen Bund. Beide Monarchien reichten territorial weit über dessen Grenzen hinaus.

Diese besondere Konstruktion führte dazu, dass der Deutsche Bund weder von Österreich noch von Preußen vollständig beherrscht wurde. Beide Mächte konkurrierten um Einfluss. Dieser Gegensatz wurde später entscheidend für die Frage, ob eine deutsche Einigung mit Österreich oder unter Führung Preußens stattfinden sollte.


Restauration und politische Kontrolle

Nach 1815 entstand in vielen deutschen Staaten eine politische Ordnung, die häufig mit dem Begriff Restauration verbunden wird. Liberale und nationale Forderungen verschwanden jedoch nicht. Vor allem Studierende, Professoren, Schriftsteller und Teile des Bürgertums diskutierten über nationale Einheit und politische Freiheit.

Beim Wartburgfest 1817 kamen Studierende und andere Teilnehmer zusammen. Sie erinnerten an die Reformation und die Völkerschlacht bei Leipzig, verbanden dies aber auch mit Forderungen nach deutscher Einheit und Freiheit.

1819 nutzten konservative Regierungen die Ermordung des Schriftstellers August von Kotzebue durch den Studenten Karl Ludwig Sand als Anlass für schärfere Maßnahmen. Mit den Karlsbader Beschlüssen wurden unter anderem Universitäten überwacht, Burschenschaften verfolgt und die Presse stärker kontrolliert.

Die Bundesversammlung wurde damit nicht nur zu einem Organ gemeinsamer Sicherheit, sondern konnte auch zur Unterdrückung oppositioneller Bewegungen eingesetzt werden.


Vom Wiener Kongress zum Vormärz

Die Spannung zwischen der restaurativen Staatenordnung und liberal-nationalen Forderungen blieb bestehen. Ein wichtiges Zeichen dafür war das Hambacher Fest von 1832. Zehntausende Menschen kamen zusammen und forderten politische Freiheit, Bürgerrechte und nationale Einheit. Schwarz-Rot-Gold wurde dabei zu einem wichtigen Symbol der deutschen Nationalbewegung.

Die Forderungen von 1817 und 1832 führten nicht sofort zu einem deutschen Nationalstaat. Sie zeigen aber, dass die 1815 geschaffene Ordnung gesellschaftlich umstritten blieb. Im Vormärz verschärften sich politische und soziale Konflikte weiter.


Revolution von 1848 und spätere Entwicklung

In der Revolution von 1848/49 verbanden sich unterschiedliche Forderungen: Verfassungen, Grundrechte, politische Beteiligung und die Schaffung eines deutschen Nationalstaates. In der Frankfurter Paulskirche trat die erste gesamtdeutsche Nationalversammlung zusammen.

Die Revolution scheiterte schließlich an mehreren politischen Gegensätzen und am Widerstand der Fürsten. Der Deutsche Bund wurde nach einer Unterbrechung wiederhergestellt.

Er bestand bis 1866. Im Deutschen Krieg besiegte Preußen Österreich und dessen Verbündete. Danach wurde der Deutsche Bund aufgelöst. Nördlich des Mains entstand 1867 der Norddeutsche Bund unter preußischer Führung. 1871 folgte schließlich die Gründung des Deutschen Kaiserreichs.

Wichtig ist jedoch: Die Reichsgründung von 1871 war nicht einfach der automatische Endpunkt des Wiener Kongresses. Zwischen 1815 und 1871 lagen jahrzehntelange politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und militärische Entwicklungen.


Bewertung: Stabilität oder Unterdrückung?

Der Wiener Kongress wird unterschiedlich bewertet. Für eine ausgewogene Beurteilung musst Du mehrere Perspektiven unterscheiden.

Aus Sicht der europäischen Großmächte war die neue Ordnung ein Versuch, nach jahrzehntelangen Kriegen Stabilität zu schaffen und Machtkonflikte durch Diplomatie einzudämmen. Das europäische Mächtegleichgewicht trug dazu bei, dass es viele Jahrzehnte lang keinen Krieg gab, der ganz Europa in der Weise der napoleonischen Kriege erfasste.

Aus Sicht liberaler und nationaler Bewegungen war die Ordnung dagegen enttäuschend. Die deutsche Einheit wurde nicht verwirklicht, demokratische Mitbestimmung spielte bei der Gründung des Deutschen Bundes keine Rolle, und später wurden oppositionelle Bewegungen teilweise mit Zensur und Überwachung bekämpft.

Deshalb ist die Aussage „Der Wiener Kongress war nur rückwärtsgewandt“ zu einfach. Ebenso wäre es zu einfach, ihn nur als erfolgreiche Friedensordnung zu feiern. Historisch interessant ist gerade das Spannungsverhältnis zwischen Stabilität, Fürstenherrschaft, nationalen Erwartungen und politischen Freiheitsforderungen.


Merksätze

  1. Wiener Kongress: 1814/15 ordneten die europäischen Mächte den Kontinent nach den napoleonischen Kriegen neu.
  2. Deutscher Bund: 1815 entstand ein Staatenbund aus 39 souveränen Mitgliedern und kein deutscher Nationalstaat.
  3. Bundesversammlung: Das gemeinsame Organ des Bundes tagte in Frankfurt und bestand aus Gesandten der Mitgliedstaaten.
  4. Restauration: Die europäischen Monarchien wollten politische Stabilität und traditionelle Herrschaft sichern.
  5. Vormärz: Nationale und liberale Bewegungen forderten zunehmend Einheit, Verfassungen und Freiheitsrechte.
  6. Deutsche Frage: Der Gegensatz zwischen Österreich und Preußen wurde für die spätere deutsche Einigung immer wichtiger.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was entstand 1815 als politische Ordnung für die deutschen Staaten? (Der Deutsche Bund) (!Das Deutsche Kaiserreich) (!Die Weimarer Republik) (!Der Norddeutsche Bund)




Welche Aussage beschreibt den Deutschen Bund am besten? (Ein Staatenbund souveräner Mitgliedstaaten) (!Ein demokratischer deutscher Nationalstaat) (!Eine französische Provinz) (!Eine zentral regierte Republik)




Wo tagte die Bundesversammlung des Deutschen Bundes? (Frankfurt am Main) (!Berlin) (!Wien) (!Hamburg)




Welche Macht führte den Vorsitz in der Bundesversammlung? (Österreich) (!Frankreich) (!Großbritannien) (!Russland)




Welches Ziel gehörte zur europäischen Neuordnung von 1815? (Ein Gleichgewicht zwischen den Großmächten) (!Die vollständige Abschaffung aller Monarchien) (!Die Gründung einer europäischen Republik) (!Die Auflösung aller deutschen Einzelstaaten)




Was bedeutete Restauration im Zusammenhang mit dem Wiener Kongress? (Die Sicherung beziehungsweise Wiederherstellung traditioneller Herrschaft) (!Die Einführung des allgemeinen Wahlrechts) (!Die Abschaffung aller Fürstenhäuser) (!Die sofortige deutsche Reichsgründung)




Welche beiden Mächte konkurrierten besonders um Einfluss in Deutschland? (Österreich und Preußen) (!Spanien und Portugal) (!Schweden und Dänemark) (!Belgien und die Schweiz)




Welche politische Bewegung kritisierte die Ordnung des Deutschen Bundes besonders? (Die liberale und nationale Bewegung) (!Die napoleonische Kaiserfamilie) (!Die mittelalterliche Zunftbewegung) (!Die römische Senatspartei)




Welche Maßnahmen stehen für die verschärfte politische Kontrolle nach 1819? (Die Karlsbader Beschlüsse) (!Die Goldene Bulle) (!Die Nürnberger Gesetze) (!Die Weimarer Verfassung)




Welches Ereignis von 1832 wurde zu einem wichtigen Symbol für Freiheit und nationale Einheit? (Das Hambacher Fest) (!Der Westfälische Friede) (!Der Wiener Frieden) (!Der Augsburger Religionsfriede)





Memory

Wiener Kongress Neuordnung Europas 1814 und 1815
Deutscher Bund Staatenbund deutscher Einzelstaaten
Metternich Österreichischer Staatsmann der Restaurationspolitik
Bundesversammlung Gesandtenkongress in Frankfurt
Restauration Sicherung traditioneller Herrschaft
Wartburgfest Nationale und liberale Kundgebung von 1817
Karlsbader Beschlüsse Zensur und Überwachung seit 1819
Hambacher Fest Freiheits- und Einheitsbewegung von 1832





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Restauration Wiederherstellung und Sicherung traditioneller Herrschaft
Legitimität Anerkennung traditioneller Herrscherhäuser als rechtmäßige Herrschaftsträger
Mächtegleichgewicht Verhinderung einer dauerhaften Vorherrschaft einer einzelnen Großmacht
Staatenbund Zusammenschluss weiterhin souveräner Staaten
Bundesversammlung Gemeinsames Organ des Deutschen Bundes in Frankfurt
Nationalbewegung Bewegung für politische Einheit und nationale Selbstbestimmung






Kreuzworträtsel

Metternich Welcher österreichische Staatsmann prägte die konservative Politik nach 1815?
Frankfurt In welcher Stadt tagte die Bundesversammlung des Deutschen Bundes?
Restauration Wie heißt die politische Leitidee zur Sicherung traditioneller Herrschaft?
Legitimität Wie heißt das Prinzip der Anerkennung traditioneller Herrscherhäuser?
Wartburgfest Welche studentische Kundgebung von 1817 forderte Einheit und Freiheit?
Bundesversammlung Wie hieß das gemeinsame politische Organ des Deutschen Bundes?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Nach den napoleonischen Kriegen wurde Europa auf dem

neu geordnet.
Für die deutschen Staaten entstand 1815 der

.
Dieser Zusammenschluss war ein

und kein einheitlicher Nationalstaat.
Das gemeinsame Organ des Bundes hieß

.
Die Bundesversammlung tagte in

.
Den Vorsitz in diesem Organ führte

.
Eine wichtige Leitidee der Neuordnung war die

.
Liberale und nationale Kräfte verlangten dagegen mehr politische

.
1819 verschärften die Karlsbader Beschlüsse die staatliche

.
Das Hambacher Fest wurde 1832 zu einem Symbol der deutschen

.
Der Gegensatz zwischen Österreich und Preußen prägte die sogenannte deutsche

.
Der Deutsche Bund wurde schließlich 1866

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte Wiener Kongress: Gestalte eine Begriffskarte mit den Begriffen Wiener Kongress, Restauration, Legitimität, Mächtegleichgewicht und Deutscher Bund. Verbinde die Begriffe mit kurzen Erklärungen.
  2. Kartenanalyse Europa 1815: Betrachte eine Karte Europas nach dem Wiener Kongress und beschreibe drei Veränderungen, die Dir besonders auffallen.
  3. Steckbrief Deutscher Bund: Erstelle einen Steckbrief mit Gründungsjahr, Mitgliedern, Sitz der Bundesversammlung, Vorsitz und politischer Form.
  4. Historische Schlagzeile: Formuliere eine Zeitungsüberschrift aus dem Jahr 1815 zur Gründung des Deutschen Bundes und ergänze einen kurzen erklärenden Text.


Standard

  1. Perspektivwechsel Wiener Kongress: Schreibe zwei kurze Stellungnahmen: eine aus Sicht eines deutschen Fürsten und eine aus Sicht eines liberalen Studenten. Beide sollen die Ergebnisse des Wiener Kongresses unterschiedlich bewerten.
  2. Bildquellenanalyse Wiener Kongress: Untersuche eine Darstellung des Wiener Kongresses. Beschreibe Personen, Raum, Kleidung und Inszenierung und erkläre, welches Bild von Politik vermittelt wird.
  3. Debatte Deutscher Nationalstaat: Führt in Gruppen eine Debatte über die Frage, ob 1815 ein deutscher Nationalstaat hätte gegründet werden sollen. Verteilt die Rollen Österreich, Preußen, Mittelstaat und liberaler Nationalist.
  4. Erklärvideo Deutscher Bund: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo, in dem Du den Unterschied zwischen Staatenbund, Bundesstaat und Nationalstaat am Beispiel des Deutschen Bundes erläuterst.


Schwer

  1. Urteil Wiener Kongress: Verfasse ein begründetes historisches Urteil zur Frage, ob der Wiener Kongress für Deutschland eher Stabilität geschaffen oder politische Entwicklung verhindert hat.
  2. Quellenvergleich Vormärz: Suche zwei historische Quellen aus der Zeit zwischen 1815 und 1848, die unterschiedliche Positionen zu Freiheit, Einheit oder staatlicher Ordnung zeigen. Vergleiche Sprache, Interessen und Aussageabsicht.
  3. Kontinuität 1815 bis 1848: Erstelle eine Zeitleiste vom Wiener Kongress bis zur Revolution von 1848 und erkläre zu mindestens sechs Ereignissen, wie sie mit dem Konflikt zwischen Restauration und Veränderungsforderungen zusammenhängen.
  4. Alternativgeschichte Deutscher Bund: Entwickle ein begründetes Szenario, wie sich Deutschland hätte entwickeln können, wenn der Deutsche Bund 1815 eine gewählte Volksvertretung und eine gemeinsame Verfassung erhalten hätte. Unterscheide historische Fakten klar von Deiner Spekulation.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zusammenhang Neuordnung und Deutscher Bund: Erkläre, warum die europäischen Mächte nach den napoleonischen Kriegen eine neue Ordnung für Deutschland suchten und weshalb der Deutsche Bund als Kompromiss entstand.
  2. Interessenvergleich Österreich und Preußen: Vergleiche die Interessen Österreichs und Preußens im Deutschen Bund und leite daraus mögliche Konflikte ab.
  3. Historisches Urteil Restauration: Beurteile die Aussage „Restauration bedeutete einfach eine vollständige Rückkehr zur Zeit vor 1789“. Nutze mindestens drei Argumente.
  4. Transfer Staatenbund: Erkläre mit eigenen Worten, welche Stärken und Schwächen ein lockerer Staatenbund gegenüber einem zentralen Nationalstaat haben kann. Beziehe den Deutschen Bund ein.
  5. Vom Wiener Kongress zum Vormärz: Zeige anhand von Wartburgfest, Karlsbader Beschlüssen und Hambacher Fest, wie sich der Konflikt zwischen staatlicher Ordnung und liberal-nationalen Forderungen entwickelte.
  6. Kartenbasierte Analyse: Untersuche die Lage Preußens auf einer Europakarte von 1815 und erkläre, weshalb seine westlichen Gebiete für die spätere Entwicklung Deutschlands bedeutsam sein konnten.
  7. Multiperspektivisches Urteil: Bewerte den Wiener Kongress aus Sicht eines Monarchen, eines liberalen Bürgers und eines Verfechters nationaler Einheit. Formuliere anschließend Dein eigenes begründetes Urteil.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du nicht nur einzelne Daten kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären und bewerten kannst. Wichtig sind besonders folgende Fähigkeiten:

  1. Du erklärst, warum nach den napoleonischen Kriegen eine politische Neuordnung Europas notwendig erschien.
  2. Du unterscheidest Restauration, Legitimität und Mächtegleichgewicht voneinander.
  3. Du beschreibst Aufbau und Funktion des Deutschen Bundes und erklärst, weshalb er kein deutscher Nationalstaat war.
  4. Du erläuterst die besondere Rolle Österreichs und Preußens im Deutschen Bund.
  5. Du stellst den Zusammenhang zwischen der Ordnung von 1815 und den liberalen sowie nationalen Bewegungen des Vormärz her.
  6. Du ordnest Wartburgfest, Karlsbader Beschlüsse und Hambacher Fest in die Entwicklung des 19. Jahrhunderts ein.
  7. Du kannst historische Karten und Bildquellen zum Wiener Kongress auswerten.
  8. Du formulierst ein begründetes Sach- und Werturteil über Stabilität und politische Begrenzung der Wiener Ordnung.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte