Der Hufschmied im Zeitalter der Pferde - Schmied


Der Hufschmied im Zeitalter der Pferde - Schmied
Der Hufschmied im Zeitalter der Pferde - Schmied

Einleitung
Der Hufschmied gehörte über Jahrhunderte zu den wichtigsten Handwerkern einer Gesellschaft, deren Verkehr, Landwirtschaft, Militär und Warenversorgung stark vom Pferd abhingen. Die Formulierung „Zeitalter der Pferde“ bezeichnet dabei keine fest begrenzte historische Epoche. Gemeint ist die lange Zeit vor der flächendeckenden Motorisierung, in der Pferde als Reit-, Zug-, Last-, Post-, Gruben- und Militärtiere unverzichtbar waren. Ohne gesunde Hufe konnten diese Tiere ihre Aufgaben nicht dauerhaft erfüllen. Der Hufschmied verband deshalb Schmiedetechnik, Tierbeobachtung, Kenntnisse des Bewegungsapparats und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Pferd.
Heute lautet die offizielle Berufsbezeichnung in Deutschland Hufbeschlagschmied beziehungsweise Hufbeschlagschmiedin. Das Tätigkeitsfeld ist weiterhin anspruchsvoll: Hufe werden beurteilt und fachgerecht bearbeitet, Hufschutz wird ausgewählt und angepasst, Hufeisen werden warm oder kalt gerichtet, und Auffälligkeiten werden im Austausch mit Tierärztinnen, Tierärzten, Pferdehaltenden sowie weiteren Fachkräften eingeordnet. Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der beruflichen Bildung. Du lernst historische Zusammenhänge, Fachbegriffe, Werkzeuge, Arbeitsabläufe, Sicherheitsregeln und den heutigen Qualifizierungsweg kennen.
Vom Dorfschmied zum spezialisierten Hufbeschlagschmied
Der Hufschmied in der vorindustriellen Gesellschaft
In vielen Dörfern und Städten war die Schmiede ein zentraler Ort. Der Schmied fertigte und reparierte Werkzeuge, Beschläge, Wagenbauteile und landwirtschaftliche Geräte. Der Hufschmied übernahm zusätzlich die Versorgung der Pferdehufe. Bei hohem Arbeitseinsatz auf harten Wegen konnte sich das Hufhorn schneller abnutzen, als es nachwuchs. Ein angepasster Hufschutz sollte den Huf vor übermäßigem Abrieb schützen und die sichere Nutzung des Tieres unterstützen.
Der Bedarf war groß: Fuhrwerke transportierten Güter, Postpferde hielten Nachrichtenverbindungen aufrecht, Kavalleriepferde dienten im Militär, und Arbeitspferde zogen Pflüge, Erntewagen oder Maschinen. Ein ausgefallenes Pferd konnte den Betrieb eines Hofes, einer Fuhrhalterei oder einer militärischen Einheit erheblich beeinträchtigen. Fachgerechter Hufbeschlag war deshalb ein Teil der damaligen Infrastruktur.

Entwicklung des Hufschutzes
Schon in der Antike gab es lösbare Schutzvorrichtungen für Pferdehufe, die häufig als Hipposandalen bezeichnet werden. Wann und wo das aufgenagelte Hufeisen erstmals entstand, ist nicht abschließend geklärt. Im europäischen Mittelalter verbreitete sich der genagelte Hufschutz zunehmend. Mit wachsenden Verkehrswegen, größeren Heeren und intensiverer Nutzung von Zugpferden stieg die Bedeutung des spezialisierten Hufbeschlags.
Im 19. Jahrhundert wurden Kenntnisse über Anatomie, Beschlagtechnik und Bewegungsbeurteilung stärker systematisiert. Militärische Lehrschmieden und tierärztliche Einrichtungen trugen zur Standardisierung bei. Mit der Motorisierung im 20. Jahrhundert ging die Zahl der Arbeits- und Militärpferde stark zurück. Der Beruf verschwand jedoch nicht. Er verlagerte sich vor allem in Reitbetriebe, Gestüte, Rennsport, Freizeitpferdehaltung, Zucht und therapeutisch unterstützende Beschlagsformen.
Fachwissen am Pferdehuf
Aufbau des Hufes
Der Huf ist keine tote „Schuhkapsel“, sondern Teil eines komplexen lebenden Organs. Die sichtbare Hornkapsel umschließt empfindliche, durchblutete Strukturen. Für die Arbeit am Huf sind insbesondere folgende Bereiche wichtig:
- Hufwand: Der äußere, tragende Hornbereich. Er gliedert sich in Zehe, Seitenwände und Trachten.
- Hufsohle: Die nach unten gerichtete Hornfläche. Sie schützt empfindliche Strukturen und darf nicht schematisch übermäßig ausgedünnt werden.
- Strahl: Eine elastische, keilförmige Hornstruktur im hinteren Sohlenbereich.
- Weiße Linie: Die sichtbare Verbindung zwischen Wand- und Sohlenhorn. Sie dient unter anderem als wichtige Orientierung beim Beschlag.
- Ballen und Trachten: Hintere Bereiche des Hufes, die an der elastischen Verformung unter Belastung beteiligt sind.
- Hufbein und Strahlbein: Knochen im Inneren des Hufes, deren Lage und Belastung für die funktionelle Bearbeitung bedeutsam sind.


Hufmechanismus und Balance
Unter Belastung verändert der Huf seine Form geringfügig. Trachten, Ballen, Strahl, Hornkapsel und innere elastische Strukturen wirken zusammen. Dieser Hufmechanismus unterstützt die Dämpfung und steht mit der Durchblutung des Hufes in Zusammenhang. Ziel der Bearbeitung ist nicht eine starre Idealform, sondern ein funktionell ausgewogener Huf, der zum individuellen Pferd, seiner Gliedmaßenstellung, Nutzung und Hornqualität passt.
Zur Beurteilung gehören der Stand des Pferdes, die Gliedmaßenachsen, die Bewegung auf gerader und gegebenenfalls gebogener Linie, die Abnutzung des alten Beschlags, die Symmetrie des Hufes, die Länge der Zehe, die Trachtenstellung und die Qualität von Wand, Sohle, Strahl und weißer Linie. Auffälligkeiten müssen fachlich dokumentiert und bei Verdacht auf Erkrankungen tierärztlich abgeklärt werden.

Werkzeuge und Schmiedetechnik
Typische Werkzeuge
Ein professioneller Arbeitsplatz verbindet Werkzeuge für die Arbeit am Pferd mit der Ausrüstung der Schmiede. Zu den häufig verwendeten Werkzeugen gehören:
- Hufkratzer: Reinigt Sohle, Strahlfurchen und den Bereich um das alte Eisen.
- Abziehzange: Löst und entfernt das alte Hufeisen.
- Hufmesser: Bearbeitet kontrolliert Sohlen- und Strahlhorn.
- Hufzange: Kürzt überschüssiges Wandhorn.
- Hufraspel: Richtet die Tragränder plan und bearbeitet die äußere Wand im erforderlichen Umfang.
- Hufbock: Unterstützt eine ergonomische und sichere Arbeitsposition.
- Beschlaghammer: Treibt Hufnägel ein und unterstützt weitere Beschlagsarbeiten.
- Nietklinge und Unterhauer: Helfen beim Vorbereiten und Versorgen der Nagelenden.
- Amboss, Esse und Schmiedehämmer: Dienen zum Erwärmen, Formen, Richten und gegebenenfalls Herstellen von Hufeisen.

Das Hufeisen formen
Industriell vorgefertigte Hufeisen werden heute häufig individuell angepasst. Je nach Aufgabe kommen Stahl, Aluminium oder andere Werkstoffe zum Einsatz. Beim Schmieden werden Werkstücke erwärmt und durch Verfahren wie Strecken, Stauchen, Biegen und Richten geformt. Nagellöcher, Stollenlöcher, Aufzüge oder besondere Schenkelverläufe müssen zur geplanten Funktion passen.
Beim Warmbeschlag wird das erwärmte Eisen am Amboss geformt und kurz auf den fachgerecht vorbereiteten Tragrand aufgepasst. Die entstehende Brandspur zeigt Kontaktstellen und unterstützt die Kontrolle der Auflage. Dabei wird nicht in lebendes Gewebe gebrannt; unsachgemäße Hitzeeinwirkung ist zu vermeiden. Beim Kaltbeschlag wird das Eisen ohne erneutes Erhitzen angepasst. Welche Methode geeignet ist, hängt von Material, Situation, Pferd und Arbeitsziel ab.


Fachgerechter Arbeitsablauf
Vom ersten Blick bis zur Abschlusskontrolle
Ein vollständiger Beschlag ist eine planvolle Arbeitsfolge. Geschwindigkeit darf nicht auf Kosten von Tierwohl, Sicherheit oder Genauigkeit gehen.
- Anamnese und Beobachtung: Nutzung, bisherige Hufprobleme, Beschlagsintervall und tierärztliche Befunde werden erfragt. Das Pferd wird im Stand und in der Bewegung beurteilt.
- Sicheres Aufstellen: Ein ruhiger, ebener, rutschfester und gut beleuchteter Arbeitsplatz wird vorbereitet. Das Verhalten des Pferdes und mögliche Gefahren werden eingeschätzt.
- Alten Beschlag abnehmen: Nietköpfe werden geöffnet, das Eisen wird kontrolliert gelöst und anschließend auf Abnutzung, Verformung und Besonderheiten geprüft.
- Huf bearbeiten: Überschüssiges Horn wird mit Hufmesser, Hufzange und Raspel entfernt. Ziel ist eine belastbare, funktionelle Tragefläche ohne unnötige Schwächung von Sohle oder Strahl.
- Hufschutz auswählen: Werkstoff, Form, Breite, Stärke und Zusatzfunktionen werden auf Pferd, Nutzung und Befund abgestimmt.
- Eisen anpassen: Das Hufeisen wird warm oder kalt an die Form des bearbeiteten Hufes angepasst. Nicht der Huf wird an ein unpassendes Eisen „zurechtgeraspelt“.
- Aufnageln: Hufnägel werden so geführt, dass sie im unempfindlichen Wandhorn austreten. Nagelrichtung, Höhe und Abstand müssen präzise gewählt werden.
- Vernieten und Finish: Nagelenden werden gekürzt und sicher vernietet. Scharfe Kanten werden entfernt, ohne die Hufwand unnötig zu schwächen.
- Endkontrolle: Stand, Hufstellung, Auflage, Nagelsitz und Bewegung werden erneut geprüft. Beobachtungen und Empfehlungen werden dokumentiert.

Hufschutz und besondere Anforderungen
Barhuf, Eisen und alternative Systeme
Nicht jedes Pferd benötigt denselben Hufschutz. Manche Pferde können bei passender Nutzung, geeigneten Böden und guter Hornqualität barhuf gehen. Andere benötigen wegen Abrieb, Leistung, Bodenverhältnissen oder tiermedizinischer Indikation einen dauerhaften oder zeitweisen Schutz. Möglichkeiten sind klassischer Eisenbeschlag, Aluminiumbeschlag, Kunststoff- oder Verbundsysteme, Klebebeschläge und abnehmbare Hufschuhe.
Die Entscheidung muss den gesamten Bewegungsapparat berücksichtigen. Ein Beschlag kann Abrieb begrenzen, Griffigkeit beeinflussen, Trachten unterstützen oder die Abrollung verändern. Gleichzeitig bringt jedes System Gewicht, Steifigkeit, Befestigungspunkte und mögliche Nebenwirkungen mit sich. Deshalb ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.
Krankhafte Veränderungen und Zusammenarbeit
Hufbeschlagschmiede müssen Auffälligkeiten erkennen können, ohne tierärztliche Diagnosen zu ersetzen. Dazu zählen unter anderem Lahmheit, ungewöhnliche Wärme, verstärkte Pulsation, Risse, lose Wandbereiche, Veränderungen der weißen Linie, Strahlfäule, Hufabszesse, untergeschobene Trachten oder Anzeichen einer Hufrehe. Bei Erkrankungen oder komplexen Fehlstellungen ist die Zusammenarbeit mit Tierärztinnen und Tierärzten entscheidend.
Therapeutische oder orthopädisch unterstützende Beschläge verfolgen ein konkretes Ziel, etwa Entlastung, Stabilisierung, veränderte Lastverteilung oder erleichtertes Abrollen. Sie müssen geplant, dokumentiert und regelmäßig kontrolliert werden. Gute Fachpraxis bedeutet auch, eigene Grenzen zu erkennen und rechtzeitig weitere Expertise einzubeziehen.
Arbeitssicherheit, Tierwohl und Ergonomie
Hufbeschlag verbindet Gefahren aus der Metallbearbeitung mit dem Verhalten eines großen Tieres. Deshalb gehören Risikobeurteilung und Kommunikation zur Facharbeit.
- Persönliche Schutzausrüstung: Sicherheitsschuhe, robuste Arbeitskleidung, Augen- und Gehörschutz bei Schmiedearbeiten sowie geeignete Handschuhe sind situationsgerecht zu verwenden.
- Brandschutz: Esse, Gasanlage, glühendes Metall und Funkenflug erfordern freie Fluchtwege, geeignete Löschmittel, geprüfte Technik und Abstand zu brennbaren Stoffen.
- Pferdesicherheit: Das Pferd muss fachgerecht gehalten werden. Unruhe, Schmerzsignale, schlechte Bodenverhältnisse oder unzureichende Beleuchtung erhöhen das Risiko.
- Ergonomie: Hufbock, körpernahe Arbeitsweise, wechselnde Positionen und trainierte Bewegungsabläufe verringern Rücken- und Gelenkbelastungen.
- Kommunikation: Zuständigkeiten zwischen Schmied, Halter, Stallpersonal und Tierarzt müssen vor Beginn geklärt sein.
- Abbruchkriterium: Eine Arbeit wird unterbrochen, wenn sie ohne unangemessenes Risiko oder ohne Beeinträchtigung des Tierwohls nicht sicher fortgesetzt werden kann.
Qualifizierungsweg in Deutschland
In Deutschland ist Hufbeschlagschmied beziehungsweise Hufbeschlagschmiedin eine gesetzlich geregelte berufliche Qualifizierung. Für die staatliche Anerkennung ist im Regelfall eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich. Der typische Weg umfasst:
- einen mindestens vierwöchigen Einführungslehrgang vor der praktischen Tätigkeit,
- eine mindestens zweijährige sozialversicherungspflichtige hauptberufliche praktische Tätigkeit bei einer entsprechend qualifizierten, staatlich anerkannten Fachkraft,
- einen mindestens viermonatigen Vorbereitungslehrgang an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule,
- die staatliche Hufbeschlagprüfung,
- den Antrag auf staatliche Anerkennung einschließlich der erforderlichen Nachweise.
Prüfungsbestandteile können einen Warmbeschlag mit Eisen, einen Beschlag mit alternativem Hufschutz, eine Barhufpflege, die Herstellung eines Huf- oder Klaueneisens, einen Fallbericht mit Fachgespräch sowie eine schriftliche Prüfung umfassen. Regionale Zuständigkeiten, Antragsverfahren und mögliche Ausnahmen sind bei der zuständigen Landesbehörde zu prüfen.
Berufliche Handlungskompetenz
Eine gute Fachkraft benötigt mehr als handwerkliche Kraft. Entscheidend sind Beobachtungsgabe, räumliches Vorstellungsvermögen, Kenntnisse der Anatomie und Biomechanik, kontrollierte Schmiedetechnik, Tiergefühl, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit zur Dokumentation. Hinzu kommen Kundenkommunikation, Terminplanung, Fahrzeug- und Werkzeugorganisation, Kalkulation, Hygiene und fortlaufende Weiterbildung.
Der Beruf ist körperlich belastend und wird häufig mobil ausgeübt. Gleichzeitig bietet er ein anspruchsvolles Arbeitsfeld zwischen traditionellem Handwerk, moderner Werkstoffkunde, Pferdegesundheit und individueller Problemlösung.
Fachliche Grundlagen und weiterführende Quellen
- Hufbeschlaggesetz
- Hufbeschlagverordnung
- Informationen der Hufbeschlagschule Schwaiganger
- Informationen des LAVES zum Hufbeschlag
- Hufschmied
- Hufbeschlag
- Pferdehuf
- Schmieden
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wie lautet die offizielle Berufsbezeichnung in Deutschland? (Hufbeschlagschmied) (!Pferdeschlosser) (!Stallmechaniker) (!Huftechnikermeister)
Welche Aufgabe hatte der Hufschmied im Zeitalter der Pferde besonders? (Er erhielt die Einsatzfähigkeit der Pferdehufe) (!Er baute ausschließlich Sättel) (!Er trainierte nur Kavalleriepferde) (!Er stellte nur Wagenräder aus Holz her)
Welche Struktur verbindet sichtbar Wand- und Sohlenhorn? (Weiße Linie) (!Fesselgelenk) (!Kronbein) (!Röhrbein)
Was steht am Anfang eines fachgerechten Beschlags? (Beurteilung von Pferd Huf und Bewegung) (!Sofortiges Aufnageln) (!Vollständiges Dünnraspeln der Hufwand) (!Auswahl nach Lieblingsfarbe)
Was kennzeichnet den Warmbeschlag? (Das erwärmte Eisen wird geformt und aufgepasst) (!Der Huf wird dauerhaft erhitzt) (!Das Eisen wird ohne Werkzeug gebogen) (!Der Beschlag erfolgt nur im Sommer)
Wo soll ein korrekt geführter Hufnagel verlaufen? (Im unempfindlichen Wandhorn) (!Durch die Hufsohle) (!Durch das Hufbein) (!Durch den Strahl)
Was beschreibt der Hufmechanismus? (Die elastische Formveränderung des belasteten Hufes) (!Das automatische Lösen der Hufnägel) (!Das Wachstum des Pferdefells) (!Die Bewegung des Sattels)
Warum war Hufbeschlag vor der Motorisierung wirtschaftlich bedeutsam? (Pferde waren zentrale Arbeits und Transporttiere) (!Pferde wurden nur für Feste gehalten) (!Hufeisen ersetzten Wagenräder) (!Schmiede betrieben alle Postämter)
Welche Station gehört zum regulären Qualifizierungsweg in Deutschland? (Mindestens zweijährige praktische Tätigkeit) (!Ein Wochenende Selbststudium) (!Nur eine Fahrprüfung) (!Ausschließlich ein Onlinekurs)
Welche praktische Aufgabe kann Teil der Hufbeschlagprüfung sein? (Durchführung eines Warmbeschlags) (!Bau eines Pferdeanhängers) (!Dressurreiten einer Prüfungskür) (!Anfertigung eines Ledersattels)
Memory
| Hufwand | Äußerer tragender Hornbereich |
| Weiße Linie | Verbindung zwischen Wand und Sohle |
| Strahl | Elastische keilförmige Hornstruktur |
| Hufraspel | Werkzeug zum Planrichten und Glätten |
| Hufzange | Werkzeug zum Kürzen des Wandhorns |
| Abziehzange | Werkzeug zum Entfernen des alten Eisens |
| Beschlaghammer | Werkzeug zum Einschlagen der Hufnägel |
| Amboss | Unterlage zum Formen des Hufeisens |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Beurteilung | Gang und Hufzustand prüfen |
| Abnehmen | Altes Hufeisen kontrolliert lösen |
| Ausschneiden | Überschüssiges Horn bearbeiten |
| Anpassen | Hufeisen auf die Hufform richten |
| Aufnageln | Hufeisen mit Hufnägeln befestigen |
...
Kreuzworträtsel
| Hufwand | Welcher äußere Hornbereich trägt einen wesentlichen Teil der Last? |
| Strahl | Welche keilförmige Struktur liegt im hinteren Sohlenbereich? |
| Raspel | Welches Werkzeug richtet den Tragrand plan? |
| Amboss | Worauf wird ein Hufeisen geschmiedet und gerichtet? |
| Trachten | Wie heißen die hinteren Bereiche der Hufwand? |
| Hufnagel | Womit wird ein klassisches Hufeisen befestigt? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugkarte Hufbeschlag: Gestalte eine bebilderte Karte mit sechs Werkzeugen, ihren Fachnamen und ihrem sicheren Einsatz.
- Hufmodell: Baue ein vereinfachtes Modell eines Pferdehufs und beschrifte Hufwand, Sohle, Strahl, weiße Linie und Trachten.
- Historischer Tagesablauf: Schreibe einen Tagesbericht aus der Sicht eines Hufschmieds in einer Fuhrwerksstadt des 19. Jahrhunderts.
- Sicherheitsplakat Schmiede: Entwirf ein Plakat mit Regeln zu Brandschutz, persönlicher Schutzausrüstung und sicherem Verhalten am Pferd.
Standard
- Arbeitsablauf Hufbeschlag: Produziere eine Fotostory oder ein Erklärvideo, das die Arbeitsschritte von der Beurteilung bis zur Endkontrolle fachsprachlich ordnet.
- Warmbeschlag und Kaltbeschlag: Vergleiche beide Verfahren in einer Tabelle hinsichtlich Ausrüstung, Anpassung, Vorteile, Grenzen und Risiken.
- Interview mit Fachkraft: Befrage eine staatlich anerkannte Hufbeschlagschmiedin oder einen Hufbeschlagschmied zu Ausbildung, Berufsalltag und Weiterbildung.
- Fallbeobachtung Pferdehuf: Analysiere anhand freigegebener Bilder Hufform, Hornqualität und Abnutzung, ohne eine tierärztliche Diagnose zu stellen.
Schwer
- Beschlagskonzept: Entwickle für ein fiktives Freizeitpferd auf unterschiedlichen Böden zwei begründete Hufschutzoptionen und diskutiere mögliche Nebenwirkungen.
- Historischer Strukturwandel: Untersuche, wie Motorisierung, Landwirtschaft und Freizeitreiten den Beruf des Hufschmieds verändert haben.
- Ergonomieprojekt Hufbeschlag: Beobachte typische Arbeitshaltungen, identifiziere Belastungen und entwickle einen Maßnahmenplan zur Prävention.
- Fachgespräch Hufrehe: Simuliere ein Gespräch zwischen Hufbeschlagschmied, Tierärztin und Pferdehalter über Zuständigkeiten, Dokumentation und abgestimmte Maßnahmen.


Lernkontrolle
- Funktionszusammenhang Huf und Beschlag: Erkläre, wie Hufform, Boden, Nutzung und Werkstoff gemeinsam die Wahl des Hufschutzes beeinflussen.
- Fehleranalyse Aufnageln: Analysiere mögliche Folgen einer falschen Nagelrichtung für Tierwohl, Haltbarkeit und Arbeitsablauf.
- Berufsrolle im Wandel: Vergleiche die gesellschaftliche Funktion eines Hufschmieds im 19. Jahrhundert mit der heutigen mobilen Fachkraft.
- Entscheidung Barhuf oder Beschlag: Beurteile ein Fallbeispiel und begründe, welche zusätzlichen Informationen vor einer Entscheidung erhoben werden müssen.
- Sicherheitsanalyse: Entwickle für einen engen, schlecht beleuchteten Stallplatz eine Gefährdungsbeurteilung und entscheide, ob die Arbeit begonnen werden darf.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit: Zeige an einem komplexen Hufproblem, wie Beobachtung, tierärztliche Diagnose, Beschlagsplanung und Verlaufskontrolle zusammenwirken.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:
- Fachgerechte Verwendung zentraler Begriffe zu Hufanatomie, Werkzeugen und Beschlagsverfahren
- Begründete Beschreibung eines vollständigen Arbeitsablaufs
- Sichere Unterscheidung zwischen Beobachtung, handwerklicher Maßnahme und tierärztlicher Diagnose
- Erklärung des Zusammenhangs von Tierwohl, Arbeitssicherheit und Beschlagsqualität
- Darstellung des historischen Wandels vom unverzichtbaren Verkehrsgewerbe zum spezialisierten modernen Beruf
- Kenntnis des regulären Qualifizierungswegs und der staatlichen Prüfung in Deutschland
- Analyse eines Fallbeispiels mit nachvollziehbarer Entscheidung und dokumentierten Grenzen
- Reflexion der Zusammenarbeit zwischen Hufbeschlag, Tiermedizin, Pferdehaltung und Training
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